Beiträge von CHRISTINE B

    Lieber Dieter. Ich möchte dir dazu folgendes sagen. Mein Sohn hat morgen seinen ersten Todestag. Du verwendest Worte wie:" körperlich anwesend "....oder " fassen können ".......für immer weg"..... Ich kann dir darauf nicht mit ja oder nein antworten. Denn das kann ich nicht, weil es sich immer wieder verändert. Ganz schwer war für mich, als ich die Urne in der Kapelle sah. Daß das mein großer kräftiger Sohn mal gewesen sein sollte, das war für mich nicht vorstellbar. Dann die Zeit danach, der Anblick der geliebten persönlichen Sachen, seine Wohnung, sein Auto.....das hat sehr wehgetan. Dann die nun fehlenden Gespräche am Telefon, seine Stimme....und so viele Dinge die nun nicht mehr da waren. Das ist das Schwerste .Dann die Gewissheit, daß sein Leben nun beendet war,war für mich schwer zu begreifen. .Es kam ja aus dem Nichts. Ich hatte mit ihm noch am Abend über Fußball gesprochen. In dieser Nacht ist er verstorben. Das ist nun ein Jahr her. Das Jahr verging schnell. Ich glaube jetzt auch zu wissen warum. Im Unterbewusstsein war wohl immer der Gedanke: ....Er kommt ja wieder, bald klingelt er wieder und besucht mich.Heute gehe ich mit meinem Enkel auf den Friedhof .Dann ist mir wieder bewusst, daß er nicht mehr lebt ,daß alles nur Wunschdenken und Sehnsucht ist und immer sein wird. Lieber Dieter, so geht es mir. Den Tod kennen wir alle, nur wenn er zu uns kommt ,dann erleben wir,was er eigentlich bedeutet und wie kostbar das Leben ist. Liebe Grüße von Christine.

    Das ist er nochmal. Wenn ich das Foto so sehe ,lebt er für mich.Die wunderbare Erinnerung macht ihn für mich unsterblich.

    Liebe Angelika.Ich habe das Bild gelöscht, weil ich dachte, das ist vielleicht aufdringlich. Das Jahr ging schnell vorbei für mich,weil ich durch meine neue Hüfte viel mit mir beschäftigt war. Ich war jeden Tag froh, der vorbei war. Immer diese Schmerzen beim Laufen. Es war irgendwie komisch, aber die Zeit verging wirklich schnell. Eigentlich hatte ich gar kein Zeitgefühl mehr .Jetzt geht es mir besser. Ganz fit bin ich noch nicht,aber ich bin wieder öfters unterwegs. Verändert habe ich mich deshalb, weil ich viel nachgedacht habe über den Sinn des Lebens. Ich habe ja noch 2 grosse Töchter und insgesamt 3 Enkel. Da gab es in der Vergangenheit oft auch Reibereien, die mich sehr belastet haben. Durch den Tod meines Sohnes ist mir bewusst geworden ,wie kostbar doch das Leben ist. Es ergibt keinen Sinn, es sich unnötig schwer zu machen. Ich habe gelernt, Dinge zu akzeptieren, die ich nicht beeinflussen kann. Das hört sich einfach an , ist es aber nicht. Es ist ein Lernprozess. Mein Sohn wohnte ja in Hessen. Er hat mich mehrmals im Jahr besucht und wir waren auch zusammen im Urlaub. Die Anzahl der Tage war es nicht,die uns verbunden hat , sondern die Liebe. Mein Sohn hat immer zu mir gestanden. Wir haben jeden Tag telefoniert.Wenn ich krank war,ist er gekommen. Und nun muss ich alleine klar kommen, wenn es Probleme gibt. Meine Töchter haben mit sich zu tun. Und das hat in mir etwas ausgelöst. Ich will mich nicht die letzte Zeit meines Lebens mit Dingen belasten, für die ich nichts kann. Ich habe meinen Frieden mit mir gemacht. Mein Sohn kann mir nicht mehr helfen, deshalb muss ich es alleine tun .Ich war zweimal verheiratet. Mit Männern hatte ich wenig Glück. Aber ich vermisse nichts. Ich kann gut alleine leben. Liebe Angelika.Ich weiß gar nicht, ob du Kinder hast .Habe ich was überlesen?Du wohnst in Rheinland-Pfalz.( Ich habe mal gegoogelt)...... Schlagartig alt werden, das ist doch Unsinn. Es liegt an dir,wie du dein Leben in Zukunft gestaltest. Du bist noch ziemlich jung. Wenn die schlimmste Zeit der Trauer vorbei ist, dann tu etwas für dich. Das musst du selbst entscheiden,da hilft dir keiner. Die Lust am Leben kommt wieder. Das behaupte ich.Es gibt sehr viele Hinterbliebene, die es geschafft haben. Die Zeit hilft dir dabei.

    Liebe Angelika. Darf ich dich so nennen?Stört dich mein Foto in deinem Herzenshaus, dann lösche ich es wieder. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Heute vor genau einem Jahr ging mein Sohn zur Nachtschicht und kam nicht wieder. Man glaubt gar nicht,welche Kraft in unserem Unterbewusstsein steckt. Ich bekomme heute noch Besuch von meinem Enkel. Wir fahren dann zusammen auf den Friedhof und machen sein Grab ganz schön. Das Jahr ging so schnell vorbei. Ich habe wie hinter einer Nebelwand gelebt. Ich habe mich verändert. Ich bin am liebsten zu Hause. Meine Hüftgelenkprothese zwingt mich auch dazu.Gott sei Dank habe ich eine ganz schöne Wohnung. Liebe Angelika.Es gibt wenig Trost für dich,das spürt man. Das kann ja auch nicht anders sein. Ich finde es besonders, daß du so ausführlich schreiben kannst über deinen Schmerz. Manche Menschen verschließen sich total. Ich glaube es ist besser, wenn man sich öffnet. Ich wünsche dir einen ruhigen Tag. Wenn du möchtest ,kannst du immer schreiben. Ganz liebe Grüße von Christine.

    Liebe Greteline. Und wieder schreibst du so schön. Du schreibst ,dass Ulrich Ausbilder für Wach - und Sicherheitspersonal war.Stell dir vor,mein Sohn hat als Wachmann gearbeitet im Heim für Asylbewerber. Er war vorher als Vorarbeiter im Stahlwerk. Ist das nicht ein Zufall? Und wie du ihn beschreibst ,genauso sah mein Sohn aus : groß, kräftig und mit tiefer Stimme. Er wurde nur 59 Jahre. Ich ertappe mich immer noch bei dem Gedanken, daß er nur verreist ist und bald wieder zu Besuch kommt. Meinst du den Flughafen in Frankfurt am Main?Wenn ja , dann kann ich dir sagen, dass ich nach der Wende 15 Jahre in einem Kinder - und Jugendheim in Gießen gearbeitet habe. Ich kenne Frankfurt .Ich bekam als Lehrerin keine Anerkennung und bin dann Erzieherin geworden.

    Liebe myatochter. Ich möchte noch etwas loswerden. Das mit dem Theaterspielen finde ich unheimlich toll. So etwas hätte ich auch gerne mal gemacht. Als Kind war ich in einer Laienspielgruppe.Da haben wir Märchen aufgeführt vor Eltern in der Schule. Ich erinnere mich noch an " Rotkäppchen "Ich war der Jäger, der nachher den Bauch des Wolfes aufschlitzt und Rotkäppchen und die Großmutter herausholt.Es war zwar gruselig, aber als Kind hatten wir ein ganz enges Verhältnis zu Märchen. Später,als ich Studentin war, hatten wir Sprecherziehung.Da hat einmal der Lehrer gesagt, daß ich Talent zum Schauspielern hätte. Es ist aber beim Lehrer geblieben ( obwohl man da auch oft Schauspieler sein mußte :D)Hier in Berlin hätte ich mich auch mal kümmern können , da gibt es auch so Laienspielgruppen.Nun ist es zu spät. Vielleicht im nächsten Leben. Nochmal liebe Grüße von Christine.

    Liebe Greteline. Ich möchte dir sagen, daß du sehr schön schreibst. Das ist alles so ehrlich. Mit den Freunden ,die man anrufen kann, wenn man etwas braucht, das kenne ich und sehe es genauso. Man kommt sich da manchmal wie ein Bittsteller vor. Wie so oft im Leben, ist man manchmal sehr alleine. Und weil es so ist,nimmt man sein Schicksal in die eigene Hand. Ich kenne dich zwar nicht,aber vom Gefühl her glaube ich, daß du das schaffst. Ich habe immer festgestellt, wenn man etwas alleine geschafft hat, hat man dann eine tiefe Befriedigung und das setzt neue Kräfte frei. Dein Klorollengeschichte ist, wenn auch tragisch, trotzdem lustig .Ich würde zu dem Grillfest gehen. Du hast nichts zu verlieren. Zu Hause bist du ja nun oft genug. Sei froh , dass du diese Abwechslung hast.Und hier im Forum gibt es immer jemanden, dem du dich anvertrauen kannst. Ich muss jetzt zum Arzt meine Karte durchziehen lassen. Dann mache ich es mir daheim gemütlich. Ich lese viel. Ganz liebe Grüße von Christine.

    Liebe Bettinalein. Da musst du nun scheinbar durch. Ist natürlich eine ganz blöde Situation.Die Zeit geht auch vorbei. Wenn du erst vor den Schülern stehst, ist alles vergessen. Liebe Grüße von.

    Denk jetzt nur an dich. Ruf an , dann weißt du woran du bist. Es sind deine Nerven. Und wenn sie es noch nicht geplant haben, dann sollen sie das so sagen. Ich komme ja aus dem Schuldienst und kann da etwas mitreden. Und bei Geld hört die Freundschaft sowieso auf.

    Liebe Bettinalein. Das finde ich echt unmöglich. Montag fängt die Schule an.Was ist das für ein Umgang mit dem Menschen. Außerdem muss doch jetzt die Planung stehen.! Ich würde morgen trotzdem anrufen. Du hast doch nichts zu verlieren. Liebe Grüße von Christine.

    Liebe myatochter. Nur Mut ,es ist doch für' ne gute Sache und toll, daß es so etwas gibt. Du gewöhnst dich daran ,ganz bestimmt. Als ich vor meiner OP das Vorbereitungsgespräch hatte, ging es mir ganz schlecht. Ich hatte solche Schmerzen bei jedem Schritt, daß mir richtig schlecht wurde. Am liebsten wäre ich gleich dortgeblieben.Wenn du erst mal da bist ,geht die größte Angst weg. Und Angst ist doch ein sehr wichtiges Gefühl, das schützt uns doch vor Gefahren. Schön ist es nicht,das ist wahr.Und deine bunten Rucksäcke kannst du vielleicht doch später tragen.Und so lebensnotwendig sind die doch nicht ,stimmts? Eine schöne leichte Umhängetasche geht doch auch. Es gibt auch schöne Handtaschen 👜. Ich wünsche dir für morgen alles Gute. Mit freundlichen Grüßen von Christine.

    Ich habe heute wieder etwas ganz Besonderes erlebt. In meinem Wohnzimmer war am Fenster ein wunderschöner großer Schmetterling. Ich glaube, ein Pfauenauge.Er muss von meiner Loggia aus durch die Flügeltür reingeflogen sein.Ich habe ihn erst einmal sitzen lassen. Später aber habe ich mit einem seidenen Tuch gefangen und nach draußen fliegen lassen. War das wieder ein Zeichen von meinem lieben Sohn?. Nächste Woche ist sein 1. Todestag . Neulich lag ja eine schöne bunte Feder auf dem Boden in der Loggia. Die liegt jetzt auf seinem Altar. Ich habe heute schon einmal geschrieben, dass ich seit gestern wieder ohne große Schmerzen laufen kann. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Ich bin nicht religiös im üblichen Sinne, aber ich habe auch einen ganz persönlichen Glauben. Der Schmetterling ,die Heilung der Hüfte, die Feder.Mag es Zufall sein ,glaube ich aber doch daran ,daß irgendwo etwas von meinem Sohn ist ,daß er an mich denkt und mich beschützt. Er möchte für sein Muddelchen nur das beste für die Jahre, die ich noch auf unserer schönen Erde verweilen kann.

    Nächste Woche jährt sich der Todestag meines lieben Sohnes .Als ich soeben ins Wohnzimmer ging ,sitzt ein wunderschöner großer Schmetterling innen am Fenster. Ist das wieder ein Zeichen? Es wäre so schön. Ich lasse ihn an seinem Platz, mache aber die große Flügeltür zur Loggia auf. Vielleicht will er irgendwann wieder nach draußen,wo sein Platz ist. <3Liebe Grüße von Christine.

    Liebe Carmen. Ich hatte schon geglaubt, ich werde bis ans Lebensende humpeln. Es war gestern der erste Tag seit Weihnachten, wo ich beim Laufen keine Schmerzen hatte, Ich muss jnoch an meinem Gang arbeiten. Der Körper ist ein bißchen krumm geworden durch die Schonhaltung.Danke auch dir für deine Anteilnahme. Das Forum ist für mich zu einer Gruppe von Menschen geworden, wo einander geholfen wird. Zwar nur mit sc