Liebe Mimi. Das mit der Art der Beisetzung ist doch nur eine äußere Angelegenheit. Manche verstreuen die Asche im Wind .Was wir im Inneren empfinden, ist etwas ganz Anderes. Loslassen ist schon zum Schlagwort geworden. Was heißt denn Loslassen? Loslassen heißt doch sich trennen. Und wir trennen uns doch nie von unseren Kindern. Wer im Trauerforum schreibt, hat großes Leid erfahren. Unsere Kinder werden uns ein Leben lang begleiten, egal,wo wir sind.Aber immer im Herzen. Ich habe schon erlebt, daß manchmal ein Grab völlig verwildert war.Da wurde jemand vergessen. Auch das gibt es.Ich weiß, daß nach einigen Jahren die Urne sich auflösen wird und die Asche sich mit der Erde verbindet.Wir Menschen sind ein Teil dieser Erde. Aus ihr sind wir entstanden und da kommen wir alle wieder hin.Besonders gläubige Menschen sprechen ja von Wiedergeburt.So ein bißchen gläubig sind wir ja alle. Ich denke manchmal jetzt auch,daß mein Sohn mich hört, wenn ich von ihm spreche und auf dem Friedhof werde ich mich auf eine Bank setzen und bestimmt erzählen, wie es mir geht und was es Neues gibt in unserer Familie. Das wird immer ein besonderer Tag werden.
Beiträge von CHRISTINE B
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Liebe Sabine. Ich möchte dir noch sagen dass du mir auch schon vertraut bist.Das Forum ist eine gute Sache. Am Anfang war ich skeptisch. Jetzt aber erschließt sich mir der Sinn. Man kann sein Herz mal ausschütten ohne das man Angst haben muss, was Falsches zu sagen. Im Bekanntenkreis sind die Leute ja auch befangen und in der Familie gibt es auch oft ungelöste Probleme. Und gerade ,weil wir so sehr traurig sind und echtes Leid erfahren ,ist es heilsam ,wenn wir uns austauschen. Ich suche mir dabei immer das heraus,was mir helfen könnte. Ich denke ,dafür ist so ein Forum da.
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Mein Enkel liebt mich sehr und ich ihn. Er ist ein Scheidungskind und ich weiß, daß es diese Kinder manchmal nicht leicht haben, sind doch meine 3 Kinder auch Scheidungskinder.
Ich habe ihn von Geburt an behütet, da ich zu diesem Zeitpunkt gerade in Rente ging.Er war ein sehr lebhaftes Kind und mir tat so manches mal der Rücken weh. Heute ist er das genaue Gegenteil.Ich bin dankbar dem Schicksal, dass ich ihn habe. Mein Sohn und er haben sich auch sehr gut verstanden.
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Liebe Mimi ,lieber Simon. Das mit den Urnen zu Hause habe ich noch nie gehört. Das ist eben in Deutschland nicht erlaubt. Ich möchte noch etwas zum Friedhof sagen. Ich war in den letzten Jahren immer mal bei meinem Neffen auf dem Friedhof. Dort habe ich oft Menschen getroffen und wir haben uns unsere Geschichte erzählt. Das ist auch eine Art des Verarbeitens.Dann ist der Friedhof sehr schön .Er ist gepflegt, mit vielen Bäumen und Bänken. Am Totensonntag gehen da viele Menschen mit Lichtern hin.Ich habe auch schon einmal einen Weihnachtsbaum mit Kugeln gesehen. Ich stelle mir dann vor, daß mein Sohn mich sieht und er lächelt und sagt:"Na Muddelchen, schön dass du wieder da bist:"So hat jeder seine eigene Welt der Verbundenheit mit dem Verstorbenen.
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Liebe Ines. Jede Wunde heilt, am Körper und auch in der Seele. Das hat die Natur so eingerichtet. Hab Vertrauen. Es bleiben Narben zurück ,die unterschiedlich lange zur Heilung brauchen,.Man muß aufpassen, daß man die Narben dann nicht wieder verletzt. Dann geht die Wunde wieder auf. Ich habe es selbst erlebt. Ich wurde vor vielen Jahren einmal sehr verletzt an Körper und Seele. Wenn ich heute daran zurückdenke,ist es wie ein Film, den ich sehe mit mir in der Hauptrolle.Wenn der Film zu Ende ist,geht mein ganz normales Leben weiter. Ich hoffe, du verstehst ,wie ich das meine. Der Tod unseres Kindes hat uns zutiefst verletzt. Aber ich glaube daran ,daß auch dies Wunde heilen wird. Das kann manchmal sehr lange dauern. Liebe Grüße von Christine.
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Liebe Sabine. Eben war mein Enkel da.Er war in der Wohnung meines Sohnes und hat Sachen geholt: Kleidung, Bilder ,Nippes,etwas Möbel. Dafür ist er 600km mit einem Transporter von Sixt gefahren und wieder zurück..Er ist ein ganz liebes Kerlchen. Groß und sehr hübsch .Er wohnt nicht weit von mir. Er ist mir eine große Hilfe. Meinen Sohn kann er nicht ersetzen, aber er füllt die große Lücke in meinem Herzen etwas aus.Ich bin dankbar , daß ich ihn habe. Ich bin erschöpft. Ich esse jetzt etwas Obst. Er kauft immer so schöne Sachen ein zum Beispiel Pflaumen. Die sind sehr gesund. Ich wünsche dir einen geruhsamen Abend. Christine
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Lieber Simon, vielen Dank für deine Wünsche und auch für dich alles Liebe und Gute .Christine.
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Ich möchte noch sagen ,daß es für mich nie in Frage käme, die Urne meines Sohnes mit nach Hause zu nehmen. Ich bin aus einer Generation, wo der Friedhof ein Ort der Gedenkens ist. Selbst Urnen waren da noch eine Ausnahme. Wir sind als Kinder immer gerne zu Oma und Opa auf den Friedhof gegangen. Wir haben dann immer mit einer Harke um das Grab Muster geharkt. Das haben alle so gemacht und es war ein friedlicher Ort .Der Tod hatte eine andere Bedeutung als heute oder vielleicht, weil ich ein Kind war,habe ich es anders empfunden.Der Tod gehörte zum Leben dazu vor allem, wenn alte Leute starben.Meine Oma lag auch noch eine Weile in ihrem Bett und wir haben uns verabschiedet. Bestimmt spielt das bei mir jetzt eine Rolle, daß mein Sohn in einem Gemeinschaftsurnengrab beigesetzt wird. Ich möchte auch noch erwähnen, daß meine andere Tochter etwas Asche in einer kleinen Urne bekommt,Das war für mich auch erschreckend ,aber ich habe dem zugestimmt ,weil sie auch eine enge Beziehung zu ihm hatte und eine Seebestattung möchte. So verschieden zeigen sich die Menschen, wenn es um den Verlust , den Tod geht.
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Liebe Mimi. Jetzt bin ich doch erschrocken. Du bist wohl nicht aus Deutschland? In Deutschland besteht doch eine Bestattungspficht.
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Liebe Ines. Deine Worte geben mir Kraft. Es sind auf der Beerdigung nur meine Tochter mit Mann ,mein lieber Enkel Charlie und ein guter Freund von Silvio. Sonst niemand. Das hängt damit zusammen, daß er nicht hier in Berlin wohnt, ich ihn aber hier beerdigt haben will. Es kann nichts schiefgehen. Wir fahren ja mit dem Auto. Ich möchte ja auch dabei sein.Wir haben ein ganz schönes Lied für ihn. Wir gehen ja gleich mit der Urne zum Grab,nicht in die Kapelle und dann in ein kleines Restaurant , wo wir mit ihm meinen 80.Geburtstag gefeiert haben. Zu den Tabletten kann ich nur sagen .Ich habe wegen meines Blutdruck Betablocker. Da nehme ich eine zusätzlich ,die beruhigen auch sehr. War deine Tochter sehr krank? Wenn dich das belastet zu schreiben , dann möchte ich es natürlich nicht wissen. Ja eine Umarmung würde mir manchmal guttun.Mein Charlie kommt nachher. Er ist ein wunderschöner großer Junge. Er hatte schon kleine Modelverträge.Er hat jetzt ein Studium im Berlin begonnen .BWL , nichts Aufregendes aber er hat sich dafür entschieden .Er kann sehr schön Klavier spielen ,das hat er sich selbst beigebracht.Ich glaube an die Sebstheilungskräfte des Menschen. Man muss sie nur mobilisieren. Liebe Grüße aus weiter Ferne von Christine.
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Liebe Ines. Danke für deine Antwort. Ich habe eine gute Ärztin. Aber ich hatte vor Jahren schon einmal eine derbe Lebenskrise. Da bekam ich Beruhigungsmittel und wurde davon abhängig und musste zu einem Entzug. Das war so furchtbar, mein Sohn stand mir damals sehr zur Seite. Da habe ich mir geschworen, dass ich so etwas nie mehr im Leben anrühre. Ich habe mit meiner Tochter einen Plan B ausgemacht. Wenn ich nicht in der Lage bin,zur Beerdigung zu gehen, wird sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn und einem guten Freund meines Sohnes alleine hingehen. Ich kann noch so oft später gehen. Ich habe auch noch starken Husten ,Überbleibsel von Corona. Es ergibt keinen Sinn,wenn ich mich da quäle. Ich hatte neulich schon Kreislaufprobleme.Mein Sohn würde mit mir schimpfen und sagen, du bleibst schön zu Hause. Wie gesagt, ich mache mir keinen Druck. Ich schade mir nur selbst. Damit ist niemandem geholfen. Ich bin nun schon bald achtzigeeinhalb.Da hat man seine Grenzen. Liebe Grüße von Christine.
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Ich lese schon wieder 2 Beiträge. Dir Mimi habe ich eben geantwortet und dich Herzschmerz kenne ich auch schon aus dem Forum. Ich hatte neulich den Gedanken, daß es bestimmt sehr interessant und hilfreich wäre es gebe ein Treffen ,wo wir uns sehen könnten. Es gibt in meinem Kiez ein Trauercafe .Da möchte ich einmal hingehen. Vielleicht ist das eine kleine Hilfe. Wenn ich mir vorstelle, jeman von euch wohnt vielleicht ganz in meiner Nähe. Aber es geht nicht und mal sehen, wie es im Trauercafe ist.
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Liebe Mimi. Als ich soeben deine Zeilen las, dachte ich für einen Augenblick, es wären meine. Mein Sohn ist vor 3 Wochen gestorben. Ich mache das alles so durch,wie du es beschreibst.Ich denke jetzt an die Beerdigung. Die ist am 10.Oktober. Das ist der nächste Schritt. An Weihnachten habe ich auch schon gedacht. Aber das ist doch noch etwas länger hin.Mein Sohn war jedes Jahr bei mir.Er wohnte 700km von mir entfernt.Er hat Heiligabend für alle gekocht. Ich habe noch 2 Töchter und 3 Enkel.Dann hat er immer den Baum geschmückt. Er war ein sehr großer und kräftiger Mann ,hatte aber ein feines Händchen. So viele Erinnerungen habe ich an ihn .Es wird eine schwere Zeit werden ohne ihn.Dieses Schicksal ist so hart, nur eine Mutter kann es nachempfinden. Heute früh ging es mir auch schlecht. Ich habe dann meine Haare gefärbt,mich geduscht und etwas gegessen. Das sind kleine Rituale, die sind bei mir ganz wichtig. Sonst werde ich krank. Ich hatte schon einmal eine Lebenskrise und das möchte ich so nicht nochmal erleben. Wir müssen doch jetzt auch an uns denken. Ich habe irgendwo gelesen, daß wir gerade wegen der Trauer liebevoll mit uns selbst umgehen sollen. Das hat mir gefallen. Wer sonst kann das übernehmen, wenn nicht wir selbst. Das hat mich das Leben gelehrt. Ganz liebe Grüße von Christine.
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Ich möchte noch ergänzen, daß ich durch Corona noch geschwächt bin. Damals in der Pandemie bin ich ohne Probleme durchgekommen.Die Krankheit konnte sich doch einen anderen Zeitpunkt aussuchen. Aber der Test ist seit gestern negativ. Gott sei Dank.
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Danke, liebe Mischi. Grün ist die Hoffnung. Das ist allen Menschen bekannt. Und dein Herz gibt mir Kraft für die Zukunft. Nochmals danke. Schon drei Mitglieder des Forums haben mir auf meinen Hilferuf geantwortet. Das tut gut, es lindert meinen Schmerz.
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Liebes Linchen,liebe Elster. Ihr habt mir sofort geschrieben. Das habe ich so schnell nicht erwartet. Es ist eine große Hilfe, wenn ich eure Zeilen lese. Irgendetwas macht das mit mir, wenn ihr schreibt.Ihr habt Erfahrungen gesammelt. Ich nicht. Ich weiß nicht, was ich mit mir anfangen soll in dieser schweren Zeit. Nicht, daß ich wehleidig bin,ich habe schon manches im Leben durchgestanden.Aber meinen Jungen zu verlieren ,das ist etwas so Schlimmes,weil ich ja nichts dagegen machen konnte. Ich schreibe ab heute Tagebuch. So,wie jetzt, meine Gedanken und Gefühle. Das tut mir gut. So wie es mir guttut, hier im Forum zu sein.Ich habe alles noch nicht verinnerlicht, vor allem ,daß Trauer Zeit und Raum braucht. Ihr habt recht. Man kann die Natur nicht überlisten. Mein Kind ist gestorben und das ist etwas ganz Schmerzhaftes im Leben einer Mutter. Viele Dank nochmal. Ihr helft mir sehr.
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An ein Forummitglied.Es geht mir heute sehr schlecht. Vielleicht gibt es jemanden ,der mich etwas tröstet. Meine Geschichte habe ich ja schon in mehreren Beiträgen geschildert. Ich habe kaum geschlafen, habe starke Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme.Das hängt bestimmt damit zusammen ,daß mir meine Tochter gestern ein Foto der Urne meines Sohnes geschickt hat. Er wird am 10.Oktober beigesetzt. Es tut heute wieder sehr weh,wenn ich an ihn denke. Ich möchte ja stark sein ,aber ich schaffe es nicht immer. Vielleicht gibt mir jemand einen Hinweis , wie ich man diese furchtbare Zeit ertragen kann. Es gab schon bessere Tage. Es ist alles noch sehr frisch. Wenn ich erstmal auf den Friedhof gehen kann ganz alleine , dann wird es leichter. Dann ist dort sein Platz und ich bin da.
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Liebe Ines. Vor langer Zeit war ich mal mit einem Freund in Salzburg. ,Salzburg die Stadt von Mozart .Meine Erinnerungen sind schwach.Es ist schon 30 Jahre her.Berlin ist eine verrückte Stadt. Aber sie hat etwas sehr Lebendiges.Vor 20 Jahren bin ich ins Berliner Nachtleben eingetaucht. Da war ich schon 60.Aber ich hatte damit keine Probleme. Da habe ich auch noch ein Zigarettchen geraucht und ein Gläschen Wein getrunken und die Nacht durchgemacht. Alles ist vergänglich. Das Leben geht dem Ende zu. Mein Sohn hat mich 60 Jahre begleitet. Dafür bin ich dem Schicksal sehr dankbar. Und nicht jeder Mensch hat das Glück, so geliebt zu werden, wie ich von meinem Sohn. Ich hoffe, du hast einen ruhigen Abend. Christine.
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Liebe Ines. Du schreibst wenig von deinem Mann. Ich will dir nicht zu nahe treten, aber ich denke immer ,daß der Mann in dieser schweren Zeit seiner Frau hilft. Ich habe keinen Mann. Wenn ich einen hätte, würde das Leid doch geteilt .Bitte verstehe mich nicht falsch.Aber nicht zusammen wandern?Er ist bestimmt nicht gesund. Dann hast du ja noch eine Last zu tragen. Ich denke an dich. Liebe Grüße von Christine.
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Jeder Mensch hat seine ganz individuelle Art zu trauern. Wir werden immer traurig sein,wenn wir an unsere Kinder denken. Aber wir werden lernen müssen ,damit zu leben. Ich habe auch gedacht wie du, dass mein Sohn erspart bleibt ,sein Muddelchen, so hat er mich immer genannt , zu beerdigen.Liebe Grüße von Christine.