Beiträge von Trommlerin

    Liebe Elster, Christine und Cathrin,

    Ursel ist deine große Liebe. Daran wird sich in unserem Leben nichts mehr ändern. Was andere sagen hat keinerlei Wert.

    Ja, liebe Christine, so ist es und daran wird sichauch nichts ändern.

    Nicht Betroffene können unseren Verlust und was es mit uns macht nicht erahnen. Sie haben Angst, mit dem Thema Trauer konfrontiert zu werden, wissen nicht, wie sie mit Dir umgehen sollen, wollen, dass es Dir (und auch ihnen) wieder besser geht.

    Liebe Cathrin, das kann ich nachvollziehen. Ich hatte in meinem Leben noch nicht viel Kontakte zu Trauernden und ich kann mir vorstellen dass ich dann auch nicht viel wirklich tröstendes beigetragen habe. Das muss ich gestehen, den Tod hab' ich meistens verdrängt.

    Alledings gehört zur Wahrheit, dass es eine Zeit, die individuell verschieden lang ist, dauert, bis man selbst verstanden hat, dass man nicht traurig sein muss, während man trauert.

    Daran, liebe Elster, muss ich noch arbeiten. Manchmal gelingt mir das schon ein bisschen.

    Gute Bekannte haben mir geraten endlich mit Ursel abzuschließen. Abschließen? So wie man ein Buch zuklappt wenn man es fertig gelesen hat?

    Dann würde es mir besser gehen, haben sie gesagt. Ich will aber gar nicht mit Ursel abschließen, mit der Liebe meines Lebens. Wie soll das überhaupt gehen, mit Ursel abzuschließen? Herz und Hirn löschen, wie man eine Festplatte löscht? Und überhaupt, so schlecht geht's mir doch gar nicht. Ich bin weder suizidgefährdet noch depressiv. Ich trauere um meine geliebte Gefährtin.

    Bestimmt haben sie es gut gemeint, aber mit solchen Ratschlägen will ich nicht mehr konfrontiert werden.


    Liebe Grüße von Dieter

    Liebe Elster,


    ich hätte nicht gedacht wie mich diese Annonce aufwühlen würde. So eine Wut hatte ich vor einem Jahr - aber was ist schon ein Jahr, wenn man sein Liebstes verloren hat.

    Ursel ist im Frieden, das ist ein großer Trost. Es tut mir immer noch so leid was sie durchmachen musste in der Klinik. Vieles war so überflüssig, in immer wieder neuen Abteilungen immer wieder die gleichen Untersuchungen, da weiß man irgendwann nicht mehr wo man eigentlich ist.

    Im Frieden bin ich jedenfalls noch nicht, das hab' ich jetzt gemerkt. Es war verschüttet, und ich hoffe das es irgendwann dort bleibt.


    Trost gibt mir immer wieder Dein Augustinus-Zitat.

    Das nützt meiner Ursel jetzt auch nichts mehr. Dieses Delir bekam sie schon nach ein paar Wochen im Klinikum und es ist nichts, aber auch gar nichts dagegen getan worden. Im Gegenteil, sie ist von mancher Pfleger/in ausgelacht worden. Dieses Delir hat sie über Monate gequält.

    Ein Delir können ältere Menschen bekommen wenn sie über längere Zeit im Krankenhaus sind.

    In mir steigt die totale Wut wieder auf, die ich damals auf das Krankenhaus hatte.

    Liebe Christine,


    die Unsterblichkeit der Seele ist durch Sterbeforscher wie Elisabeth Kübler-Ross, Dr. Raymond Moody, Bernard Jakoby und einigen anderen keine Glaubenssache mehr, sondern eine Wissenschaft. Das Bewusstsein - die Seele - verlässt den Körper am Zeitpunkt des Todes und geht zurück ins Jenseits - oder wie man es nennen will. Durch die Aufarbeitung von hunderttausenden Nahtoderlebnissen von Menschen, die nach Nulllinien von Herz und Hirn wiederbelebt wurden und danach von ihren Erlebnissen an der Grenze zum Jenseits berichteten ist längst die Theorie der Schulmedizin widerlegt. Halluzinationen, Ausschüttung von Endorphinen usw können bei Herz- und Hirntod nicht funktionieren. Wenn wir schlafen wird unser Bewusstsein durchlässiger, deshalb ist es für unsere Vorausgegangenen einfacher uns zu besuchen. Deswegen besuchen sie uns oft im Traum, aber nicht in den gewöhnlichen Träumen, in denen unser Gehirn alltägliches verarbeitet. Diese Besuche sind meist sehr kurz, ich finde sie überaus tröstlich.

    Liebe Christine, ich will hier nicht schulmeisterlich auftreten. Ich glaube diesen Forschern, habe viel darüber gelesen und einige dieser Begegnungen erlebt.

    Liebe Christine,


    das eine schließt das andere nicht aus - im Gegenteil. Die Seelen gehen nach dem physischen Tod zurück ins Jenseits und können irgendwann wieder in einem anderen Körper ins irdische Leben zurück. Könnte ich mir so vorstellen. Dass sie mit den Menschen die sie lieben und die sie geliebt haben Kontakt aufnehmen können steht für mich außer Frage. Zur Frage der Reinkarnation weiß ich zu wenig, es gibt aber Untersuchungen dazu. Es heißt, vor allem Kinder können sich an frühere Leben erinnern. Da gibt es einen ganz spektakulären Fall in Amerika, aber das würde jetzt zu weit führen. Ich schließe jedenfalls nichts aus.

    Ob ich allerdings nochmal ganz von vorne anfangen wollte, das glaube ich nicht. Ich treffe lieber meine Ursel wieder und mache mir mit ihr drüben ein schönes Leben. Ich könnte mir auch vorstellen, dass sie schon dafür gesorgt hat dass es dort Rotkäppchen Sekt gibt.^^


    Liebe Grüße von Dieter

    Hallo Ihr Lieben,

    vorhin hab' ich Schuhe geputzt, was ja Ursels Lieblingsbeschäftigung im Haushalt war.

    Ich musste sofort wieder an ihre ersten Zeichen an mich denken vor einem Jahr als es an den unmöglichsten Stellen plötzlich nach Schuhcreme roch.

    Ja, sie melden sich, man muss es nur merken, das ist nicht immer einfach.


    Liebe Grüße von Dieter

    Liebe Christine,


    wenn ich echte psychologische Hilfe bräuchte, könnte ich jederzeit zu meiner Neurologin gehen. Dort gehe ich einmal im Vierteljahr hin, das reicht auch.

    Ich kenne meinen Körper sehr gut und weiß dass ich absolute Stresssymptome habe weil der Körper nicht mehr ausreichend runterfahren kann. Das macht normalerweise der Vagusnerv. Wenn die Nebenniere aber zuviel Cortisol produziert funktioniert das nicht. Ich hatte bisher immer recht mit meinen Selbstdiagnosen, das mögen viele Ärzte nicht. Deshalb lasse ich den Wert auf eigene Kosten überprüfen.

    Ich wünsch' Dir so sehr eine schmerzfreie Hüfte.


    Liebe Grüße von Dieter

    Liebe Cathrin,


    meine Hausärztin ist mit vielem überfordert, und wenn die Praxis nicht gerade über die Straße wäre, würde ich wechseln. Bisher musste ich nur einmal im Jahr zum Routinecheck, da ist das einfach praktisch. Wegen der Trauer bin ich bei einer Neurologin, die mir auch die Physiotherapie verschrieben hat. Zu der geh' ich einmal im Vierteljahr, das ist auch völlig okay. Dieses Forum hier hilft mir trauerspezifisch mehr als alle Ärzte zusammen.


    Liebe Grüße von Dieter

    Guten Morgen Ihr Lieben,


    der Niewieder-Hammer schlägt mal wieder zu. Die Sehnsucht ist riesengroß und der Schmerz frisst sich durch den Körper.

    Aber ich weiß jetzt ganz sicher dass meine körperlichen Beschwerden wie Muskelschwäche und -schmerzen und Kurzatmigkeit trauerbedingt sind.

    Da brauch mich meine Ärztin nicht von Pontius zu Pilatus schicken. Soll sie beim Thema Trauer weiter mit den Augen rollen. Ich mache weiter brav meine Physiotherapie, das kann nicht schaden. Kommenden Montag hab' ich Blutabnahme, da werde ich auf eigene Kosten den Cortisolspiegel mitmachen lassen,

    der ist garantiert viel zu hoch. Meistens bin ich für mich mein bester Arzt.


    Liebe Grüße von Dieter

    Oh ja, liebe Sonnenente, das hab' ich und das sag' ich ihr auch immer wieder.

    Das mit dem Youtube-nicht gelistet überleg ich mir. Da ist halt urheberrechtlich geschützte Musik dabei, die aber unbedingt dazu gehört. Das könnte bei Youtube ein Problem sein, ich werde das recherchieren.

    Natürlich sieht das im Jenseits so aus, ein wunderschönes Bild.

    Das finde ich sehr, sehr passend ausgedrückt. 💔
    Menschen, die unseren Verlust nicht erlebt haben, können die Emotionen und den täglichen "Kampf" nicht verstehen. Okay, verstehen vielleicht schon, aber nicht nachempfinden. Da kann man ihnen keinen Vorwurf machen; im Gegenteil: man wünscht ihnen, dass ihnen das so lange wie möglich erspart bleibt.
    Aber es gibt doch genug Menschen im eigenen Umfeld, die es nachvollziehen möchten. Die ehrlich interessiert sind. Denn wenn sie nicht grad die Empathie eines Steins haben, dann spüren sie doch unsere Leiden. Und ich denke, da sind solche Bilder sehseinsberechtigung haben, auch das Lächeln eine solche Daseinsberechtigung hat.

    Das war ein Grund weshalb ich das Ursel-Filmchen gemacht habe. Und als großes Dankeschön an Ursel für die gemeinsame Zeit.

    Ich hab' es Freunden und Verwandten geschickt damit sie - wenn sie es nicht schon vorher taten - verstehen welchen Verlust ich erlitten habe und als Erinnerung an sie. Es kamen nur positive Rückmeldungen.

    Liebe Cathrin, ich freue mich über jede dieser Begegnungen. Sie sind bei uns, das ist so tröstlich. Ich habe auch davon gelesen und kann das nur bestätigen.

    Lieber Dieter,

    ja diese Träume sind anders. Ich fühle auch, dass sie tatsächliche Begegnungen sind. Für mich so tröstlich. Wir werden sie wiedersehen.

    Liebe Grüße

    Dietlind

    Liebe Dietlind, genauso ist es. Anders und tröstlich. Ich kann mich Wochen später noch deutlich an diese Besuche erinnern, an gewöhnliche Träume meistens schon nach dem Aufwachen nicht mehr.


    Liebe Grüße von Dieter