Beiträge von Bille

    Liebe Linchen,


    ja, Elster hat's ganz genau beschrieben!


    Und auch du! :*


    Und ich kann mich auch echt immer nur wiederholen. In den Trauergruppen, in der Selbsthilfegruppe kann ich immer nur dasselbe sagen, nämlich dass dieser elende Schmerz und diese Sehnsucht, dieses Heimweh, diese Wehmut einfach immer präsent sind. Natürlich ist man mal "abgelenkt", wenn man, was weiß ich, einkaufen geht, Papierkram erledigt, telefoniert oder sonst was macht. Aber trotzdem ist ja alles andere noch da. Man tut die Dinge, die man tun "muss", aber das Grundempfinden ändert sich dadurch ja nicht. Deshalb frage ich mich auch immer, wie anders ich denn meinen Zustand beschreiben soll, wenn man dann erst mal sagt, wie es einem in der letzten Woche oder im letzten Monat ergangen ist. Meine Antwort kann dann immer nur sein: "Ich kämpfe ums Überleben." Und dann frage ich mich ständig, wie in aller Welt aus ÜBERleben irgendwann LEBEN werden soll. Deshalb sage ich ja auch immer, dass es nicht unbedingt bedeutet, jemand hat es GESCHAFFT und LEBT weiter, nur weil man sieht, dass dieser Mensch nach außen hin sein Leben weiterführt. Um es mit Antoine de Saint-Exupéry zu sagen: "Das Wesentliche ist mit den Augen unsichtbar."


    LG

    Bille

    Liebe Elster,


    du triffst wirklich immer die genau richtigen Worte! :*


    Es ist ja tatsächlich so, wie du schreibst: Jeder versteht, wie es dem anderen geht, aber keiner kann natürlich richtig helfen. Jeder muss alleine durch die eigene Trauer und die eigene Situation. Und ja, JEDER IST EINSAM am Ende des Tages (sprichwörtlich und wortwörtlich). Man kann sich mit noch so vielen Menschen umgeben, Dinge unternehmen, Zeit ausfüllen ... was auch immer. Aber im Herzen ist man nun ALLEIN. Und das ist für mich so unerträglich, dass es mir einfach die Luft abschnürt. Weshalb dann eben auch ständig die Sinnfrage im Raum steht.


    Wenn ich von einem Treffen komme, breche ich innerlich zusammen und frage mich sofort: "Was hat mir das nun gebracht?" Und ehrlich gesagt weiß ich auch nicht, was es mir bringt. Vielleicht wird das mit der Zeit anders? Ich weiß es einfach nicht.


    Die individuelle Trauerbegleitung geht im Juli erst weiter, weil die Trauerbegleiterin momentan im Urlaub und dann auf Fortbildung ist.


    Was die "komplizierte Trauer" betrifft, so habe ich auch schon sehr viel darüber gehört. Aber ich glaube, die Bezeichnung kommt erst (viel) spöter zum Tragen, nicht nach drei Monaten und auch nicht nach sechs. Das muss dann schon noch bedeutend länger dauern.


    Die AKZEPTANZ!!! Ja, ein böses, ein furchtbares Wort!!! Man muss so viel akzeptieren: Dass der geliebte Mensch nicht mehr ist, dass das Leben nicht mehr ist und nicht mehr so sein wird, wie es war, die Art, wie der geliebte Mensch gestorben ist ...


    Übrigens meinte ich gar nicht, dass ich mich nicht in andere hineinversetzen MÖCHTE, sondern dass ich es gar nicht KANN. Genauso wenig, wie sich andere in mich hineinversetzen können. Die meisten Gedanken gehen uns ja alle gleich durch den Kopf bei einem Verlust, aber da sind natürlich trotzdem noch die ganz individuellen, die bei jedem eben noch dazu kommen, weil jeder Mensch ein anderes Leben, eine andere Vorstellung und andere Ansichten hat. Das meinte ich.


    LG

    Bille

    Liebe Christine,


    den Willen hatte ich vorher auch. Egal, was passierte, so dachte ich doch immer: Es geht weiter. Irgendwie geht es weiter.


    Aber das kann ich jetzt einfach nicht denken, denn ich sehe nicht, wie es weitergehen soll. Ich meine innerlich. Natürlich geht es weiter, indem man jeden Tag aufsteht, macht, was zu machen ist, abends wieder ins Bett geht, am nächsten Morgen wieder aufsteht usw.. Aber das ist ja für mich kein "Weitergehen".


    Es ist mir bewusst, dass ich für euch wahrscheinlich viel zu negativ bin in meiner Vorstellung einer "Zukunft", zu destruktiv in meiner Gedankenwelt, zu sperrig, aber das ist mein Empfinden. (Das meine ich NICHT als Vorwurf! Also bitte nicht falsch verstehen!) Besser kann ich einfach nicht erklären, was dieser Verlust alles in mir ausgelöst hat. Da hängt ja auch so viel dran. "Die Trauer kommt nie allein", sagt man - das stimmt!!!


    LG

    Bille

    Liebe Linchen,


    ich meine die Zukunft loszulassen. Die Zukunft, die ich geglaubt hatte (die wir geglaubt hatten) zu haben. Diese "gesicherte" Zukunft mit dem einen Partner an meiner Seite. Mit dem man durch dick und dünn geht, was immer kommt. Den Gedanken, dass man, egal, was kommt, es nicht alleine durchstehen muss. Den Gedanken, immer jemanden an der Seite zu haben, auf den man sich verlassen kann und der alles mitträgt. Dadurch, dass all dies gegeben war, ruhte ich in dem Punkt quasi in mir selbst. Ich war ja "angekommen". Niemals dachte ich, dass sich das ändern könnte, zumindest nicht jetzt. Und weil all dies nun weg ist, sind meine Grundmauern unwiederbringlich zerstört. Die kann ich nicht mehr aufbauen.


    Ich sitze nun hier auf meiner Couch und es geht mir nur eins durch den Kopf: Ich bin allein, allein, allein ...


    LG

    Bille

    Liebe Linchen,


    danke, dass du immer wieder versuchst, mich aufzumuntern. Ich weiß das wirklich zu schätzen!


    Ich hoffe ja auch, dass es besser wird. Denn wenn nicht, kann ich das nicht mehr ertragen mit diesem Schmerz und allem. Das macht mich vollkommen fertig. Es stellt sich mir aber auch immer wieder sofort die Frage: "Was ist denn besser?" Denn die Situation ist ja nicht zu ändern. Was soll also "besser" werden? Mein Kopf kommt einfach nicht klar mit alledem. Mein Herz sowieso nicht. In meinen Kopf habe ich immer nur den einen Gedanken: "Warum war es uns nicht vergönnt, die Zukunft zu haben, die wir uns vorgestellt hatten?" Und diese Zukunft kann ich einfach nicht los lassen!

    Liebe Christine,


    ich kann wirklich verstehen, dass du mir helfen möchtest, und dafür danke ich dir auch sehr!


    Aber wie schlimm es wirklich für mich ist, die "Zukunft" ohne meinen Mann bestreiten zu müssen, kann ich einfach keinem erklären. Wie einsam, allein, unvollständig und verloren ich mich fühle, das ist nicht in Worte zu fassen. Natürlich möchte ich den Schmerz von euch anderen nicht als weniger ansehen (Ich hoffe, ihr versteht das alle), aber ich kann ja nur von meinen eigenen Gefühlen ausgehen. Ich fühle mich wie ein halber (oder getrennter) siamesischer Zwilling. Und jeder sagt, es dauert, es dauert, es dauert. Aber was soll nach dem "Dauern" kommen ...?

    Liebe Turicum,


    du bauschst mit Sicherheit nichts zu sehr auf! Ich wäre ganz genau so verletzt wie du es bist. So etwas in einer solchen Situation zu hören, ist einfach vollkommen unverständlich und tut entsetzlich weh. Und wenn es dann noch vom eigenen Sohn kommt, ist es umso schlimmer. Ich habe keine Kinder, aber wenn ich mir vorstelle, ich hätte welche und müsste mir dann so was anhören, dann zerreißt es mich.


    Wenn deine Bekannte alles mit sich selbst ausmachen kann, mag das für sie in Ordnung sein. Aber das kann nicht jeder. Du kannst das nicht. Ich kann das nicht. Viele, viele andere können das auch nicht. Und daran ist auch überhaupt nichts Verwerfliches. Ganz im Gegenteil. Wir sind doch sowieso so verletzlich in unserer Situation, da braucht es nicht viel, und wir fallen total um. Sei es unpassende Worte von anderen, sei es Gedanken, sei es Erinnerungen ... Was auch immer. Es trifft uns alles bis ins Mark. Geht mir doch selber jeden Tag tausendfach so.


    Es tut mir wirklich sehr leid, dass du das jetzt so durchmachen musst. Als ob die Trauer allein nicht schon genug wäre ...

    Liebe Turicum,


    diese Aussage von deinem Sohn tut selbst mir weh. Wie kann er dir so was sagen? Hat er denn gar keine Empathie? Er weiß doch genau, was alles passiert ist und passiert. Ich kann dir nachempfinden, wie tief dich das verletzt hat. Da fehlen einem die Worte, ganz ehrlich. Schön für ihn, wenn er alles ausblenden und fröhlich sein kann. (Sorry - no, not sorry, für diesen Sarkasmus.) Vielleicht stoppst du mal für eine Weile den Kontakt? Nur, wenn du das möchtest und kannst, natürlich. Ansonsten wünsche ihr dir ganz viel Kraft, mit seiner Äußerung irgendwie umzugehen!!!

    Lieber Dieter,


    das befürchte ich eben auch, nämlich dass dieser Niewiederhammer ein Leben lang zuschlagen wird. Es sind einfach zu viele Erinnerungen mit unseren Lieben verbunden, die man nicht ausradieren kann. ;( Bei mir reicht ja als Trigger schon, dass sein Schüsselchen mit Porridge nicht mehr jeden Abend neben meinem im Kühlschrank steht. Und dann die "großen" Dinge. Die reihen sich aneinander von früh bis spät, ohne Vorwarnung ... Mein Herz blutet ständig! Von den Krankenhausszenen ganz zu schweigen!!!

    Liebe Christine,


    du bist zur Ruhe gekommen und hast Frieden. Das ist das Beste, was man haben kann! Und man spürt, dass es bei dir wirklich so ist. Ich freue mich von ganzem Herzen für dich!


    Es wäre vieles für mich leichter, wenn ich nicht dieses Trauma in der Klinik hätte erleben müssen, wenn ich nicht wochenlang meinem Mann beim Sterben hätte zusehen müssen und wenn ich noch einmal über alles mit ihm hätte reden können. Dann könnte ich vielleicht auch schneller Frieden finden. So ist das alles eine noch größere Belastung.


    LG

    Bille

    Liebe Elster,


    nur zur Erklärung: Der Fragebogen diente dazu, einen an den richtigen Facharzt zu übermitteln. Das sollte eine Ersteinschätzung sein, damit die wissen, was mit einem los ist.


    Ich MUSS "jeden Stein umdrehen", wie du es formulierst, sonst komme ich aus meinem Loch nicht raus und vereinsame auch total. Ich bin praktisch zu Dingen gezwungen, die ich gar nicht möchte. Ich muss irgendwie unter Leute. Du schreibst "gigantisch". Besser könnte ich es nicht ausdrücken. Es ist jedes Mal für mich wie eine Besteigung des Mount Everest.


    Die Leitung (Wir beide verstehen uns sehr gut!) war da. Und ist auch eingeschritten. Sogar so weit, dass zwischen den beiden fast ein Streit entstand. Und wenn das so weiter geht, wird er sie wohl auch der Gruppe verweisen.


    Ich führe die Bilder mal weiter: Ich bin weit draußen im Meer und sehe weder das Ufer, noch einen Rettungsring, mit dem ich vielleicht etwas näher zum Ufer kommen könnte. Mir schwappen nur die Wellen von rückwärts ins Gesicht, ich schlucke Wasser, bin nah am Ertrinken und treibe so noch weiter raus ... In der Ferne sehe ich euch. Ich kann aber nicht zu euch gelangen, weil ich einfach viel zu viel Wasser schlucke und kämpfe, um nicht gänzlich unterzugehen.


    LG

    Bille

    Liebe Linchen,


    ja, das stimmt, es kommt immer auf die individuelle Situation an. Und das individuelle Leben mit den individuellen Empfindungen. Wir sind alle verschieden mit verschiedenen Leben und verschiedenen Auffassungen von Dingen, aber eins eint uns: dieser unvorstellbare Schmerz des Verlusts! Wie wir jedoch diesen Verlust überleben, das ist bei jedem verschieden. Das weiß ich, und ich suche meinen Weg zum Überleben. Mein Hirn sagt mir aber ständig: Du kannst das nicht überleben!!! Wie soll das gehen ohne Tom??? Wie sollst du dir ein Leben OHNE ihn aufbauen??? Darauf kann mir niemand eine Antwort geben. Auch das weiß ich. Aber das ist ja eben so schrecklich. Weil man eine Antwort haben möchte. Weil man eine Lösung wissen möchte. Aber all das bekommt man nicht.


    Ich stelle mir so oft die Frage: Wird es eines Tages wirklich so sein, dass ich, egal, was ich gemacht habe, nicht mehr denken werde: "Nie mehr wird er das und das gemeinsam mit mir erleben können!"?


    LG

    Bille

    Liebe Christine,


    weißt du, wenn in der Selbsthilfegruppe nicht auch andere wäre, dann würde ich vermutlich nicht mehr hingehen. Ich hoffe, nächste Woche ist es wieder besser. Da ich ja keine Sozialkontakte habe und mir wirklich ALLES neu aufbauen muss, ist es aber auch gut für mich, unter Menschen zu kommen. Du sagst, dass es vielleicht nicht gut ist, auf allen Ebenen zu versuchen, Hilfe zu bekommen. Vielleicht stimmt das. Das wird sich zeigen. In meinem jetzigen Zustand muss ich aber wirklich alles versuchen, denn sonst werde ich verrückt. Durchgehen muss ich auch alleine, das stimmt. Aber vielleicht bekomme ich ja "Anregungen", wie es etwas leichter geht. Und am meisten Angst habe ich ja davor, wie mein Leben weitergeht. Das kann man nicht sagen, so wie du geschrieben hast. Eins ist nur sicher: Es wird NIEMALS so weitergehen, wie es einmal war. Und eigentlich will ich nur das, was einmal war. So wie wir alle! Wie ich damit umgehen soll/kann/muss weiß ich einfach nicht. Das ist die allergrößte Hürde für mich! Und "besser" wird mein Leben sicher nicht. ;(


    Zum Thema Depression: Ich glaube, viele verwechseln depressive Zustände mit richtiger Depression. Wahrscheinlich haben wir alle - oder jedenfalls die meisten - in unserem Leben schon depressive Zustände gehabt. Die sind dann natürlich nicht mit der Krankheit Depression gleichzustellen. Ich nehme mich da nicht aus: Ich sage auch oft Depression, wenn ich nur die temporären Zustände meine.



    LG

    Bille

    Liebe Turicum,


    dein "glücklich sein" sei dir von ganzem Herzen gegönnt! (Es macht mir ein bisschen Hoffnung für irgendwann ...)


    LG

    Bille

    Liebe Christine,


    du bist eine ganz Liebe und noch eine total Hübsche dazu! :*


    Deine Lebensfreude ist so schön für mich zu lesen! Ich wünschte, ich hätte nur einen klitzekleinen Teil davon. Bei mir ist jede Freude verschwunden. Heute musste ich einen Fragebogen für ein Therapieprogramm der Krankenkasse ausfüllen. Eine der Fragen war: "Wie oft haben Sie keine Freude mehr an Dingen, an denen Sie früher Freude hatten?" Meine Antwort: "Beinahe täglich." Es war zum Ankreuzen, und eigentlich hätte "TÄGLICH" auf mich zugetroffen. Doch das stand nicht dabei. Es ist tatsächlich so, dass ich keine Freude mehr kenne. Und zwar tagaus, tagein. Das Leben war mal so schön. Ich konnte mich an ganz kleinen Dingen so sehr erfreuen, wie z.B. ein Miniblümchen am Wegesrand, das außer mir gar keinem aufgefallen wäre. Es mussten gar keine großen Sachen sein. Aber heute bewege ich mich wie in einer meterdicken Glaskugel durch die Umgebung und merke gar nicht, was neben, vor und hinter mir vor sich geht. Ich bin wie isoliert von allem und jedem.


    Du hast recht: Es gibt keine Abstufungen oder Hierarchien in der Trauer. Aber ich glaube, es gibt Unterschiede. Eine Frau in einer Trauergruppe sagte mal, dass eine Freundin von ihr, die ihren Mann verloren hatte, zu ihr gesagt hätte: "Bei dir ist der Verlust doch noch viel schlimmer als bei mir. Es war doch dein Kind." Ihre Antwort darauf: "Das stimmt. Aber ich komme nach Hause, und da ist noch mein Mann. Du aber kommst nach Hause, und da ist niemand mehr!" Ich wusste genau, was sie damit ausdrücken wollte. Mit schlimmer oder weniger schlimm hatte das nichts zu tun, sondern damit, dass der Verlust in der Struktur ein anderer ist.


    Eben war ich in einer Selbsthilfegruppe. Es war nicht gut heute, und da ich mich heute sowieso ganz schlecht und innerlich total leer fühle, war das so kontraproduktiv. Eine Frau, von der niemand richtig weiß, warum sie überhaupt da ist, hatte wieder viel zu viel und viel zu lange geredet, dass man gar nicht mitbekam, was sie eigentlich sagen wollte. Zudem kommt sie aus Venezuela, spricht zwar sehr gut Deutsch, aber es ist so anstrengend, ihr zuzuhören, dass man irgendwann abschaltet. Das Treffen hat nichts gebracht. Sobald ich dann wieder im Auto auf dem Heimweg saß, heule ich dann wieder Rotz und Wasser. Einerseits war es die Enttäuschung über das schlechte Treffen, andererseits kam bei dem schönen Wetter sofort der Gedanke: "Wie schön wäre es, wenn Tom jetzt nebenmir säße und wir könnten noch etwas unternehmen." Dann war's halt restlos um mich geschehen. Und wie sich diese Gedankengänge jemals ändern sollen, ist mir das allergrößte Rätsel. Meine Verzweiflung wird immer größer!


    GLG

    Bille

    Liebe Elster,


    ich schätze dein "Elstergeschwätz" wirklich SEHR! :*


    Was sollen Ärzte auch sonst machen? Medikamente verschreiben ist doch immer das erste, was sie tun. Ich muss aber dazu sagen, dass ich irgendwann (nachdem ich aber vorher immer Nein dazu gesagt hatte) quasi drum "gebeten" hatte, aber nur, weil ich auch hier guten Willen zeigen wollte, damit es nachher nicht heißt: "Aber Sie lehnen ja jede Hilfe ab!" Mir war aber klar, dass ich sie nehmen würde.


    In der Selbsthilfegruppe sind Mitglieder, die nehmen seit Jahren mehrere Medikamente und hinterfragen das nicht mal. Sie nehmen sie einfach. Für mich ist das undenkbar!

    Lieber Dieter,


    ich freue mich so für dich, dass die diese "Hallo's" hast und sie dich so glücklich machen!


    Ich stelle es mir gerade bei mir vor, wenn es jetzt so wäre. Dafür bin ich noch nicht gefestigt genug. Das sagt mir mein Inneres. Vielleicht ... eines Tages ... Ich weiß es nicht ... Vielleicht bin ich einfach zu labil dafür sein und werde es immer sein.

    Liebe Elster,


    du drückst das sehr gut aus! Ich bin amputiert, ja. Völlig. Und ich kann morgen nicht einen Berg erklimmen. Ich weiß. Ich glaube, wenn ich jünger wäre (10, 20 Jahre ...), dann könnte ich mir auch "mehr Zeit lassen" mit der Heilung, mit dem Erklimmen des Berges. Dann wäre ich vielleicht nicht so angsterfüllt. Aber so denke ich quasi, dass mir die Zeit wegläuft. Dass ich in diesem desolaten Zustand, in dem ich jetzt bin, "alt" werde. Und alleine "alt werden" war immer schon eine ganz grausame Vorstellung für mich. Immer, wenn ich z.B. alte Frauen alleine im Supermarkt sah, dachte ich: "Ob sie wohl ganz alleine ist und nur für sich einkauft?" Und dann taten sie mir immer so leid, weil das eben diese Urangst von mir schon immer war. Und wie du so schön schreibst: "Bille in mutig". Die war eben viel, viel jünger und dachte nicht groß an den Rest es Lebens, weil sie noch viel zu viel Leben vor sich hatte!

    Liebe Linchen,


    ich bekomme gerade richtige Gänsehaut, wenn ich das lese!!! Das ist so schön, so berührend und so tröstend. Auf der anderen Seite aber auch (für mich!) so traurig. Das hatte ich ja schon geschrieben. Ich glaube nicht, dass ich damit klar kommen könnte. Zu tief würde es bei mir gehen, genau das NIE MEHR im Leben haben zu können. Die Sehnsucht danach würde mich umbringen.