Liebe Elster,
du triffst wirklich immer die genau richtigen Worte! ![]()
Es ist ja tatsächlich so, wie du schreibst: Jeder versteht, wie es dem anderen geht, aber keiner kann natürlich richtig helfen. Jeder muss alleine durch die eigene Trauer und die eigene Situation. Und ja, JEDER IST EINSAM am Ende des Tages (sprichwörtlich und wortwörtlich). Man kann sich mit noch so vielen Menschen umgeben, Dinge unternehmen, Zeit ausfüllen ... was auch immer. Aber im Herzen ist man nun ALLEIN. Und das ist für mich so unerträglich, dass es mir einfach die Luft abschnürt. Weshalb dann eben auch ständig die Sinnfrage im Raum steht.
Wenn ich von einem Treffen komme, breche ich innerlich zusammen und frage mich sofort: "Was hat mir das nun gebracht?" Und ehrlich gesagt weiß ich auch nicht, was es mir bringt. Vielleicht wird das mit der Zeit anders? Ich weiß es einfach nicht.
Die individuelle Trauerbegleitung geht im Juli erst weiter, weil die Trauerbegleiterin momentan im Urlaub und dann auf Fortbildung ist.
Was die "komplizierte Trauer" betrifft, so habe ich auch schon sehr viel darüber gehört. Aber ich glaube, die Bezeichnung kommt erst (viel) spöter zum Tragen, nicht nach drei Monaten und auch nicht nach sechs. Das muss dann schon noch bedeutend länger dauern.
Die AKZEPTANZ!!! Ja, ein böses, ein furchtbares Wort!!! Man muss so viel akzeptieren: Dass der geliebte Mensch nicht mehr ist, dass das Leben nicht mehr ist und nicht mehr so sein wird, wie es war, die Art, wie der geliebte Mensch gestorben ist ...
Übrigens meinte ich gar nicht, dass ich mich nicht in andere hineinversetzen MÖCHTE, sondern dass ich es gar nicht KANN. Genauso wenig, wie sich andere in mich hineinversetzen können. Die meisten Gedanken gehen uns ja alle gleich durch den Kopf bei einem Verlust, aber da sind natürlich trotzdem noch die ganz individuellen, die bei jedem eben noch dazu kommen, weil jeder Mensch ein anderes Leben, eine andere Vorstellung und andere Ansichten hat. Das meinte ich.
LG
Bille