Beiträge von Bille

    Liebe Kerstin,


    wie wunderschön, dass du eurer Leben, das ihr euch zusammen aufgebaut habt, jetzt noch weiterführen kannst. Anders natürlich, aber trotzdem. Ich kann verstehen, dass dich das glücklich macht.


    Du hast noch Menschen drumrum, auch eine Schwester, die dir helfen bei Dingen und für dich da sind. Natürlich können sie deinen Schatz niemals ersetzen, aber ich habe ja nicht mal das.


    Ich freue mich für dich, dass du sagen kannst, dass du glücklich bist mit dem Leben so, wie es jetzt für dich ist und wie du es lebst! Und dass du dein Leben als schön empfindest.


    LG

    Bille

    Liebe Christine,


    ein wunderschönes Foto! Und du hast dein Leben bisher großartig gemeistert und wirst es auch weiterhin tun. Dessen bin ich mir sicher. Du bist eine ganz starke Frau mit einem guten Herzen.


    Und ja, das Leben ist einfach zu kurz. Immer ist es das ...


    LG

    Bille

    Liebe Linchen,


    mit alternativlos meinte ich das Weitermachen des Weitermachen willens, weil die Alternative halt wäre, es nicht zu tun und Schluss zu machen ...


    Weitermachen KANN, MUSS aber nicht "Leben" bedeuten. Mit Leben definiere ich das Leben, das ich vorher hatte mit allen Dingen, die Freude machen, geteilt werden konnten mit meinem Mann, die Vertrautheit der Beziehung, die Sicherheit, einfach alles, was wir uns aufgebaut hatten. Und jetzt ist es für mich kein "Leben" mehr, sondern nur "Existieren". Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden, damit ich so richtig rüberbringen kann, wie es innen in mir aussieht und wie ich das alles empfinde. Dafür geht alles zu tief. Diese absolute Leere und Sinnlosigkeit ist für mich selber gar nicht zu begreifen. Aber ich glaube, du hattest es schon richtig verstanden.


    LG

    Bille

    Liebe Christine,


    die Psyche des Menschen hat mich auch immer schon sehr interessiert. Auch habe ich immer darauf geachtet, was mir gut tut. Das hatte ich ja gefunden: Das Leben mit meinem Mann so zu gestalten, wie es uns beiden gut tat.


    Nun stehe ich halt da und habe nichts mehr, was mir gut tut, denn alles hing ja mit unserem GEMEINSAMEN Leben zusammen. Deshalb ist halt ALLES aus den Angeln gerissen. ALLES auf den Kopf gestellt. ALLES verschwunden. Vollumfänglich.


    Ein neues Leben nur für mich aufzubauen ist die größte Herausforderung, der ich bisher gegenüberstand. Ich möchte es auch nicht. Aber ich muss. Ich fühle mich total verloren, einsam, allein, verunsichert mit einer unbekannten Zukunft vor mir, die mir totale Angst macht und Panik in mir auslöst ...


    LG

    Bille

    Liebe Kerstin,


    aber kannst du mit einem guten Gefühl alleine durch den Rest deines Lebens gehen? Was fühlst du dabei? Wie fühlst du dich in den einsamen Stunden? An den einsamen Abenden? In allen Situationen, in denen dein Schatz vorher bei dir war und auch heute noch bei dir wäre, wenn nicht das Schicksal so grausam zugeschlagen hätte?


    Man wird ja nicht jünger. Man möchte jemanden an der Seite, der einen an die Hand nimmt und alles mit einem gemeinsam durchsteht. Mit dem man das Leben leben kann. Man wird vielleicht krank. Aber auch wenn man nicht krank wird, man ist alleine. Was man nie sein wollte. Macht einen so ein Leben zufrieden? Gar glücklich?


    "Der Mensch gewöhnt sich mit der Zeit an alles" - aber doch meist nur, weil er es muss. Heißt aber wie gesagt nicht, dass er damit glücklich ist, sondern dass er es hinnehmen muss, weil es keine Alternative gibt. Seit gestern fühle ich mich nochmal eine Spur schlechter, und deshalb kann ich auch sagen, dass dieses alternativlose Dasein einfach nur eben ein Dasein ist und nicht Leben genannt werden kann. ;(


    LG

    Bille

    Liebe Christine,


    es ist mit Sicherheit so, dass eine kleine Seele all das speichert, was ihr ganz früh im Leben widerfährt. Das scheint bei mir so zu sein und auch bei deinem Enkel. Meist sind diese Dinge aber nicht offensichtlich bzw. werden sie auch aus Unwissenheit gar nicht aufgedeckt. Mich brachte eine Frau aus der Selbsthilfegruppe auch erst kürzlich auf den Gedanken (als ich einfach so im Gespräch die 6,5 Monate erwähnte, weil es grad passte), und da habe ich es ja auch erst selbst so richtig realisiert. Es war mir vorher gar nicht bewusst, ehrlich gesagt.


    LG

    Bille

    Liebe Christine,


    da sagst du etwas ganz Entscheidendes, nämlich von Menschen enttäuscht sein. Und gerade deshalb hatten wir uns ja so abgekapselt mit der Zeit und lebten nur für uns. So konnte uns kein anderer Mensch mehr richtig und tiefgehend enttäuschen. Und das war gut so!!! Ich würde es immer wieder so machen. Die Kehrseite des Abkapseln sehe ich aber jetzt natürlich ...


    Ich wünsche dir, dass du die Hitze doch einigermaßen gut überstehst. Soll ja noch so bleiben für die nächsten Tage.


    LG

    Bille

    Liebe Sonnenente,


    was die Therapeutin meinte, war, dass ich ja vor meinem Mann, also vor meiner Ehe, auch gelebt hatte. Und das ohne meinen Mann. Wenn ich jetzt also sage, dass ich ohne ihn nicht leben kann, dann sollte ich mich daran erinnern, wie ich eben vorher mein Leben gestaltet hatte. An sich verstehe ich das schon, aber das hilft mir jetzt halt überhaupt nicht. Denn dazwischen liegen 26 Jahre, und vor diesen 26 Jahren war halt alles anders. Im übrigen hatte ich davor auch eine langjährige Beziehung, die dann beendet war (und sehr kurz danach lernte ichTom kennen), also war ich da auch nicht für längere Zeit alleine, sondern war das Leben innerhalb einer Partnerschaft gewohnt.


    Mit "falsch" meinte ich, dass ich vielleicht gar nicht alleine sein kann. Aber ich nenne es nicht Abhängigkeit vom Partner. Ich nenne es einfach Zusammensein, weil man es so will. Ich bin mit 6,5 Monaten zur Welt gekommen und verbrachte die ersten drei Monate meines Lebens ganz alleine im Brutkasten, ohne menschlichen Kontakt. Meine Eltern konnten mich nur von außen sehen. Ich glaube, das ist der Grund, warum ich (vielleicht mehr als andere) das dringende Bedürfnis habe, einen Menschen an meiner Seite zu haben, der IMMER da ist.


    LG

    Bille

    Danke, liebe Sonnenente! :*


    Trotzdem kann ich selbst mich dem Gedanken des Falschseins nicht verwehren ...


    Meine Therapeutin (mit der ich ja nicht so klar komme) sagte ja, ich müsse mich nun darauf besinnen, wer ich VOR meiner Ehe war. Mich als Individuum sehen. Aber VOR meiner Ehe war ich halt immer auf der Suche nach dem "Richtigen". Weil ich nicht alleine sein wollte! Weil für mich immer das Ziel war, den einen zu finden. Ohne fühlte ich mich immer nur halb. Also worauf soll ich mich besinnen?, frage ich mich.


    LG

    Bille

    Liebe Christine,


    nein, ich habe keine Kinder. (Mein Mann hat zwei aus erster Ehe, die aber nie mit uns gelebt hatten (und auch nicht hier in der Nähe leben) und zum Sohn gab es auch 20 Jahre lang keinen Kontakt.


    Es ist sehr schön, dass du Töchter und Enkelkinder hast. Das hilft. Natürlich können sie deinen Sohn nicht ersetzen, aber trotzdem ist noch jemand da. Und wenn du Hilfe bei etwas brauchst, sind sie auch da. Das ist ein großer Pluspunkt!


    LG

    Bille

    Liebe Linchen,


    entweder hatte ich mich falsch ausgedrückt oder du hast es falsch verstanden ...


    Es war so: Meine Kollegin sagte etwas Unschönes mit einem Seitenhieb zu mir. Hätte ich es Tom erzählen können, hätte er geantwortet: "Du weißt doch, dass sie NICHT deine Freundin ist. Du sagst es doch selbst seit Jahren." Er hätte das so ein einem Satz sagen können, weil er sie seit Jahren durch meine Erzählungen kennt und er somit mit dem, was sie heute gesagt hat, sofort etwas anfangen konnte. Das meinte ich mit Vertrautheit. Dass er eben genau gewusst hätte, warum das, was sie sagte, bei mir so negativ ankam und ich es nicht stundenlang hätte erklären müssen. Ich hoffe, ich habe es richtig ausdrücken können jetzt. Meine Gedanken sind heute nicht die besten ...


    LG

    Bille

    Liebe Sonnenente,


    danke, dass du verstehst.


    Ich habe Dieter gerade eben geschrieben, dass diese "Fernbeziehung" mir einfach zu weh tut. Ich finde auch, dass er das wunderschön ausgedrückt hat und freue mich so für ihn, dass es funktioniert. Nur mir bringt die Vorstellung einfach noch mehr Schmerz und Sehnsucht und Hilflosigkeit und Leere und all das.


    Vielleicht bin ich nicht normal. Vielleicht ist es wirklich so. Ich bin falsch. Kann doch sein. Bin ich zu abhängig? So nenne ich das nicht. Ich nenne es: Ein gemeinsames Leben aufgebaut und alles zusammen gemacht zu haben, weil wir dieselben Interessen hatten, die wir mit Freude geteilt haben. Und ja, ich brauchte ihn. Weil ich seit jeher einen Menschen brauchte, der ganz fest an meiner Seite ist. Das war immer mein Herzenswunsch.


    "Willst du gar nicht wissen" ist eine gute Antwort. Die merke ich mir. Ich sage immer: "Ich bin dabei zu überleben".


    Ich glaube, Turicum meinte aber wirklich die Floskel. So hatte ich es zumindest verstanden und ihr deshalb auch so geantwortet. Bei denen, die es tatsächlich ernst meinen, merkt man's wahrscheinlich gleich. Aber trotzdem haben sie keine Antwort, wenn man ihnen die Wahrheit dann sagt. Wie du auch geschrieben hast.


    LG

    Bille

    Lieber Dieter,


    das hört sich so wunderschön an bei dir und ich gönne es dir wirklich von Herzen!


    Ich frage mich, ob das bei mir klappen könnte, also mit Tom zu leben, aber eben nicht mehr physisch. Je mehr ich aber daran denke, dass er eben niemals mehr physisch da sein wird, desto mehr schnürt es mir Herz und Kehle zu! So richtig! Ich brauche ihn einfach, um weiterleben zu können. Eben habe ich laut gesagt: "Wenn es dich, Gott, gibt, dann bist du ein verf... A...loch!!!"


    LG

    Bille

    Liebe Elster,


    ich frage mich, was genau anders werden soll. Heute ist wieder so ein ganz, ganz schlimmer Tag aus verschiedenen Gründen. Mir ist noch einmal so richtig bewusst geworden, dass Tom einfach NICHT MEHR DA IST. Und das ist so vollkommen alleine bin. Das hat mich wiederholt in furchtbare Weinkrämpfe gebracht, so dass ich mich gar nicht mehr beruhigen konnte und kann. Die Situation wird sich nicht ändern. Und meine Sichtweise darauf wird sich auch nicht ändern. Deshalb ist es wie die Quadratur des Kreises. Ich kann einfach nicht begreifen, was passiert ist. Wer hat uns unseres Lebens bestohlen?????????? Und warum??????????


    Warum muss ich einen Sinn in meinem Leben sehen? Ich frage mich das permanent. Es gibt keinen (mehr)!!!!!!!!!!


    LG

    Bille

    Liebe Linchen,


    danke. :*


    Heute ist es wieder ganz schlimm. Ist mir gerade eben bewusst geworden, als ich mit einer Kollegin kurz gesprochen habe. Meinem Mann hätte ich jetzt in einem Satz was sagen können, worum's ging und er hätte sofort gewusst, was Sache ist. Er kennt ja alles vom Erzählen seit ewigen Jahren. Würde ich mit jemand anderem darüber sprechen wollen, müsste ich ja Dinge erst mal aufrollen, die keiner nachvollziehen kann, weil keiner Bescheid weiß. Da ist mir wieder so richtig klar geworden, was fehlt: Die Nähe zu jemanden, der einfach mein Leben kennt. Der Situationen kennt und sie miterlebt hat. Jetzt breitet sich grad wieder so eine Leere in mir aus, dass es körperlich SO WEH tut, dass ich schreien möchte!!!!!!!!!!


    (Ich hoffe, ich habe das eben so erklärt, dass man versteht, was ich meine.)


    LG

    Bille

    Liebe Linchen,


    Das "schwarze Nichts". Ja, das ist genau das, was ich vor mir sehe. Egal, was ich tue und vielleicht mal "abgelenkt" bin (falls man das so ausdrücken kann), so sehe ich trotzdem immer dieses schwarze Nichts, das vor mir liegt. Das ist die Zukunft, die ich so dermaßen möchte, die es aber nicht mehr gibt. Die hat sich nun verwandelt in ein schwarzes Nichts!!! ;(


    Ich blicke nach rechts auf die Couch, wo mein Mann immer saß und ich weiß, der er NIEMALS WIEDER dort sitzen wird. Ich kann's ja nur immer wieder sagen: Wie soll ich all diese NIEMALS WIEDERS aushalten? Jeden Tag einfach weiter, sagst du. Und das ist ja auch das einzige, was man tun kann. Ich weiß das ja. Und trotzdem zerreißt es mich ständig aufs Neue.


    Und da ist es auch wieder, dieses Schaffen. Wie kann man es schaffen, zu akzeptieren, dass der Lebenspartner nicht mehr da ist? Diese Frage stelle ich ja auch immer wieder. Und ich weiß auch das. Aber das ist ja eben alles, an was ich denken kann. Darum kreisen ja meine Gedanken ständig und überall.


    Du musst auf all diese Fragen nicht mehr antworten. Du hast ja auch schon so oft und so lieb getan. :* Ich hab' die mir jetzt einfach mal wieder so von der Seele geschrieben ...


    LG

    Bille

    Liebe Linchen,


    danke für deine Antwort auf meine Fragen.


    Man merkt, dass du "angekommen" bist in deinem neuen Leben. (Die Sache mit deinem Expartner mal ausgeklammert.) Kann man das so ausdrücken? Das ist schön und freut mich sehr für dich.


    Du kannst "leben" ohne das Gefühl, nur zu existieren oder zu funktionieren.


    Ob ich da jemals hinkommen werde?????


    LG

    Bille

    Liebe Linchen,


    ja, Elster hat's ganz genau beschrieben!


    Und auch du! :*


    Und ich kann mich auch echt immer nur wiederholen. In den Trauergruppen, in der Selbsthilfegruppe kann ich immer nur dasselbe sagen, nämlich dass dieser elende Schmerz und diese Sehnsucht, dieses Heimweh, diese Wehmut einfach immer präsent sind. Natürlich ist man mal "abgelenkt", wenn man, was weiß ich, einkaufen geht, Papierkram erledigt, telefoniert oder sonst was macht. Aber trotzdem ist ja alles andere noch da. Man tut die Dinge, die man tun "muss", aber das Grundempfinden ändert sich dadurch ja nicht. Deshalb frage ich mich auch immer, wie anders ich denn meinen Zustand beschreiben soll, wenn man dann erst mal sagt, wie es einem in der letzten Woche oder im letzten Monat ergangen ist. Meine Antwort kann dann immer nur sein: "Ich kämpfe ums Überleben." Und dann frage ich mich ständig, wie in aller Welt aus ÜBERleben irgendwann LEBEN werden soll. Deshalb sage ich ja auch immer, dass es nicht unbedingt bedeutet, jemand hat es GESCHAFFT und LEBT weiter, nur weil man sieht, dass dieser Mensch nach außen hin sein Leben weiterführt. Um es mit Antoine de Saint-Exupéry zu sagen: "Das Wesentliche ist mit den Augen unsichtbar."


    LG

    Bille