diese elende Frage, wie es einem geht. Ja, eine dahergesprochene Floskel meist nur.
Ja, eine gruselige Frage, oder? Ich mag sie seit mein Mann gestorben ist gar nicht mehr.
Das liegt dabei weniger an der Frage, sondern an der Unfähigkeit - oder inzwischen eher Unwilligkeit - darauf anders zu antworten, als komplex.
Seit jenem Tag vor gut 2,5 Jahren ist es mir einfach kaum mehr möglich, darauf mit einem schlichten Wort oder Satz zu antworten.
Ich tue es trotzdem. Bei Leuten, wo ich keine Lust habe, ausführlicher zu antworten. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Sei es weil ich denke / weiß "Interessiert dich doch eh nicht", oder "geht dich gar nichts an" oder "bin nicht in Stimmung".
Aber es gibt auch Menschen, die bekommen eine komplexe Antwort.
Aber eines haben alle Antworten gemeinsam: Sie sind IMMER ehrlich. Ich sage nicht "gut", wenn ich das nicht meine. Wenn ich also keine Lust habe, jemandem komplex zu antworten, aber genau weiß, dass ein "schlecht" oder "nicht so gut" zu Nachfragen führen würde, sage ich einfach flappsig "willst du gar nicht wissen" (das so eine herrlich mehrdeutig) und wechsel das Thema.
Und oft ist es ein Hybrid. Wenn ich komplex antworten könnte. Theoretisch. Weil der Mensch der fragt zu denen gehört, die durchaus komplexe Antworten bekommen. Aber manchmal kann ich einfach nicht antworten, weil es sich einfach nicht in Worte kleiden lässt, wie es mir geht.
Eine ganze, ganze Weile war meine Antwort "es geht mir gar nicht". Manchmal passt das auch jetzt noch. Erstaunlicherweise kam und kommt das bei allen immer absolut richtig an. Sie haben verstanden, warum ich auf die Frage "magst du es lieber kalt oder warm" mit "Taschenlampe" geantwortet habe. Oder fragen nach und verstehen dann.
Was ich damit sagen will: Ja, diese Frage kann eine Floskel sein. Aber oft ist sie es nicht. Wirklich nicht. Viele Menschen sind nur so hilflos oder noch besser gesagt unbeholfen, wenn es um den Umgang mit "uns" geht.
Sie fragen und wollen es auch wirklich wissen, aber sie haben Angst, dass man antworten könnte. Das äußert sich dann in betretenem Schweigen oder irgendwelchem nichtssagendem Blabla des Fragenden.
Tut den Menschen um euch herum also nicht pauschal Unrecht, wenn ihr denkt, es ist nur eine leere Floskel, wenn sie fragen.
Und ganz ehrlich: Entscheidet, ob und wie ihr darauf antwortet genau aus einem einzigen Grund heraus: Ob euch grad danach ist, darüber zu reden. Ob ihr es wollt oder braucht und wenn ja, wie. Ob ihr weinen möchtet, schreien, anklagend, einfach erzählend.