Was ist, wenn man niemals darüber hinwegkommt?????

  • Liebe Linchen,


    mit alternativlos meinte ich das Weitermachen des Weitermachen willens, weil die Alternative halt wäre, es nicht zu tun und Schluss zu machen ...


    Weitermachen KANN, MUSS aber nicht "Leben" bedeuten. Mit Leben definiere ich das Leben, das ich vorher hatte mit allen Dingen, die Freude machen, geteilt werden konnten mit meinem Mann, die Vertrautheit der Beziehung, die Sicherheit, einfach alles, was wir uns aufgebaut hatten. Und jetzt ist es für mich kein "Leben" mehr, sondern nur "Existieren". Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden, damit ich so richtig rüberbringen kann, wie es innen in mir aussieht und wie ich das alles empfinde. Dafür geht alles zu tief. Diese absolute Leere und Sinnlosigkeit ist für mich selber gar nicht zu begreifen. Aber ich glaube, du hattest es schon richtig verstanden.


    LG

    Bille

  • Liebe Bille. Große Worte will ich nun nicht mehr machen. Ich möcht dir aber sagen, dass es mir sehr leid tut. So wie du schreibst ,

    hast du deinen Mann sehr gern gehabt. Da beneide ich dich .Mir war es nicht vergönnt den richtigen zu finden. Nach der Scheidung war ich mit meinen Kindern alleine. Die Männer fanden mich alle immer ganz nett , aber die 3 Kinder waren dann doch zuviel. Ich hatte trotzdem ein schönes Leben. Der Tod meines Sohnes hat mir sehr wehgetan. Damit hatte ich auch niemals gerechnet. Ich bin ja nun am Ende des Weges angekommen. Ich hoffe ,der Weg hat ein friedliches Ende.Ganz liebe Grüße von Christine. Das ist genau vor 50 Jahren. Eine alleinstehende Frau mit 3 Kindern. Wo ist die Zeit geblieben? Das Leben ist einfach zu kurz.

  • Liebe Bille,

    das Leben was ich jetzt führe, ist natürlich vollkommen anders als das, was ich mit meinem Schatz hatte.

    Bin ich jetzt glücklich? Ja und nein.


    Ich bin glücklich dass ich das für mich große Privileg habe, in einem eigenen Häuschen mit Garten leben zu dürfen. Das alles haben wir uns mit meinem Schatz, mühevoll und mit ganz viel Liebe aufgebaut.

    Nun lege ich meine ganze Liebe zu meinem Mario in unseren Garten, in unser Haus... um all' das zu erhalten. Damit habe ich eine Aufgabe die mich erfüllt. Und zu sehen, wie jede Rose, jedes Pflänzchen was wir einst gemeinsam gepflanzt haben, jedes Jahr aufs Neue blüht und wächst..., das macht mich glücklich.


    Genau wie Dieter (Trommlerin) es beschreibt, lebe ich weiter mit meinem Schatz in meinem Herzen, ich integriere ihn in mein Leben, ich spreche mit ihm, jeden Tag und stelle mir vor, er hört und sieht das alles und freut sich darüber. Das ist mein Antrieb.


    Aber natürlich fehlt er mir jeden Tag physisch. Mit dem Lieblingsmenschen nicht mehr real zusammen sein zu können, reißt eine Lücke ins eigene Leben, die sich nie wieder schließen lässt, egal wieviel Zeit vergeht und auch egal, wieviele liebe Menschen man vielleicht noch im Umfeld hat.


    Ich vermisse alles, was ich mit und durch meinen Schatz hatte.

    Es ist schwer ganz alleine zu leben, jeden Tag alleine wach zu werden, alleine einzuschlafen, den Tag alleine zu verbringen und alles mit sich selbst ausmachen zu müssen.


    Ich habe Freundinnen mit denen ich mich treffe, ich habe auch einen lieben Freund, der mir bei Männerarbeiten im Garten und im Haus hilft. Aber auch diese lieben Menschen können mir meinen Schatz in keinster Weise ersetzen.


    Ich war letztes Jahr sogar so mutig, ganz alleine ein paar Tage in den Urlaub zu fahren, war auch noch 1 Woche mit meiner Schwester im Urlaub. Beides war schön und ich konnte es genießen. Aber es war nicht dasselbe, wie mit meinem Schatz.


    Als er krank wurde, war ich 49 Jahre alt, als er starb, 57. Jetzt bin ich 63 Jahre alt.

    Es ist unrealistisch zu hoffen, dass mir jetzt nochmal ein Mensch begegnet, mit dem ich in einer neuen Partnerschaft, nochmal "anders" glücklich werden könnte. Dazu fehlen mir hier wo ich wohne, weit ab von der nächsten Großstadt, auch die Möglichkeiten. Hier gibt's nichts, nicht mal ein Kino.

    Allerdings hatte ich trotzdem schon zweimal die Gelegenheit, jemanden kennenzulernen und habe beide Male ganz schnell gemerkt, dass ich das nicht kann, obwohl beide Männer sehr nett waren.

    Die Vorstellung... ein anderer Mann bei mir im Haus, in meinem Garten ... in UNSEREM Zuhause..., ich kann das nicht !


    Also habe ich mich jetzt ganz bewusst dafür entschieden, alleine zu leben.

    Die Bezeichnung "ich bin angekommen in diesem Leben alleine", sie stimmt. Ich habe gute Tage, aber auch welche, an denen ich mich sehr einsam fühle, ohne Frage. Besonders Sonntags und an Feiertagen. Aber ich habe mich jetzt an dieses Leben gewöhnt und ich empfinde es wirklich auch als ein schönes Leben.

    Ganz anders als mit meinem Schatz, aber dennoch bin ich trotzdem, wieder irgendwie glücklich.


    Herzlichst, Kerstin

  • Liebe Kerstin. Mir gefällt sehr, was du geschrieben hast. Ich hatte ja schon mal erwähnt daß ich schon lange alleine lebe. Es wird soviel geschrieben über Einsamkeit und Alleinsein. Dabei empfindet das jeder Mensch doch anders. Das hat doch in jedes Menschen Leben seine Ursachen. Meine Schulfreundin ist seit 55 Jahren verheiratet mit ihrem ersten Freund. Ich hatte damals den Freund ihres Freundes als erste Liebe. Wir 4 haben viel zusammen unternommen. Ich ging aber weg von unserem Heimatort zum Studium nach Leipzig. Damit trennten sich unsere Wege. Ich mache jetzt mal einen Sprung in die Gegenwart. Meine Freundin ist nie glücklich geworden. Sie hat ein Leben lang in der Fleischerei ihres Mannes als Verkäuferin gearbeitet. Sie war verbittert ,verliebte sich in einen anderen Mann, ihr Mann hat sie mit unfairen Mitteln unter Druck gesetzt,damit sie bei ihm bleibt. Ich schreibe das deshalb, weil in nicht wenig Ehen keine solche Harmonie ist,wie sie bei euch war.Das macht es für dich doch so schwer. Es ist nicht das Alleinsein an sich, sondern die Trennung von einem geliebten Menschen. Ins Trauerforum schreiben ja auch nur solche Menschen, die einen geliebten Partner verloren haben. Es gibt viel Elend in den Ehen.Da bin ich dann doch lieber alleine. Und seine Streicheleinheiten und alle möglichen schönen Dinge ,die das Leben mit sich bringt, kann man auch alleine genießen. Sonst müsste ich ja totunglücklich sein,und das bin ich nicht. Ein angenehmes Wochenende wünscht dir Christine.

  • Hallo Bille ,


    es wird anders jetzt ist es ein Schmerz den jeder wie auch andere Schmerzen unterschiedlich Stark wahr nimmt

    bei allem was der Mensch erfährt auch bei Krankheiten


    Du bist noch in der Schmerzskala 1-10 bei 9/10

    da kann man sich gar nicht anderst „Verhalten“


    die schmerzhafte Trauerzeit ( bei vielen ca bis zu einem Jahr)


    wird abgelöst in eine Trauer

    und irgendwann sind wir Menschen dort

    wo die Traurigkeit von der Dankbarkeit ( diesen einen Menschen ) „gekannt“ zu haben

    und Sie bleiben immer im Herzen aber in einer kleineren Ecke

    damit man das eigene Leben wieder lernt zu leben

    habe auch sonst im Leben viel verloren auch Gesundheit und (Trennung die von mir aus ging ) brauchte länger bis ich wieder in „meinem“ Leben war …


    das Alleine sich fühlen und nicht wollen

    hatte ich auch

    obwohl ich gut alleine sein kann …


    Vor 4 Jahren

  • Beitrag von Gast ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Liebe Christine,


    ein wunderschönes Foto! Und du hast dein Leben bisher großartig gemeistert und wirst es auch weiterhin tun. Dessen bin ich mir sicher. Du bist eine ganz starke Frau mit einem guten Herzen.


    Und ja, das Leben ist einfach zu kurz. Immer ist es das ...


    LG

    Bille

  • Liebe Kerstin,


    wie wunderschön, dass du eurer Leben, das ihr euch zusammen aufgebaut habt, jetzt noch weiterführen kannst. Anders natürlich, aber trotzdem. Ich kann verstehen, dass dich das glücklich macht.


    Du hast noch Menschen drumrum, auch eine Schwester, die dir helfen bei Dingen und für dich da sind. Natürlich können sie deinen Schatz niemals ersetzen, aber ich habe ja nicht mal das.


    Ich freue mich für dich, dass du sagen kannst, dass du glücklich bist mit dem Leben so, wie es jetzt für dich ist und wie du es lebst! Und dass du dein Leben als schön empfindest.


    LG

    Bille

  • Lieber Gast,


    "Dein Blümchen, das welk ist."


    Das unterschreibe ich sofort und ganz dick!!!!! ;(


    Ich kann prinzipiell auch gut allein sein. Aber nur, wenn ich weiß, dass da trotzdem noch jemand ist. Jetzt bin ich WIRKLICH allein. Und das ist grausam.


    LG

    Bille

  • Da ich nicht immer das schreibe was ich eigentlich schreiben möchte



    Meinte man ist in dieser Zeit auch mit anderen Sozial Kontakten Alleine

    weil eben diese Person mit der man die Tage und Nächte verbracht hat

    Ihr hatte Euch 26 Jahre

    da kann man nicht in 4 Monaten Licht sehen aber es kommt wieder anders



    Habe den „Brief“ nach einem 1/2 an mich geschrieben

    ( wusste es gar nicht mehr fand ihn nach ca 2,5 Jahren in den Dateien)


    das ist was ich gebraucht habe

    wenn es ganz schlimm war es auf( weg) zu schreiben


    selbst jetzt nach über 4 Jahren kann ich mich jetzt nicht mehr in diesen Schmerz mehr rein fühlen

    das welke Blümchen hat Wasser und kann wieder Stehen

    das schafft wirklich die Zeit



    Du suchst Dir ja Kontakte und das ist was was nicht jeder schafft in dieser Zeit


    hier sind so viele Schicksale die wissen was alle fühlen und gefühlt hatten

    am Anfang brechen so viele Gefühle auf einen dass alles was du jetzt schreibst „normal“ ist

    oft ist die Verzweiflung so GROSS…


    Hatte dann von der Drogerie Baldrian Tabletten genommen

    beim aussuchen am Regal gab mir eine Kundin ungefragt den Tipp nicht die Tropfen sondern die Tabletten zu nehmen

    mir haben die ab und an geholfen

  • Liebe Bille,

    ja, ich habe noch eine kleine Familie, meine 87 Jahre alte Mama, meine 86 Jahre alte Tante, meine Schwester, 2 große Söhne, wovon aber nur einer in meiner Nähe wohnt, 4 Enkelkinder, die aber auch weit weg wohnen und meinen kleinen Freundeskreis.

    Aber ... die allermeiste Zeit bin ich doch alleine.


    Jetzt zieht gerade ein Gewitter auf und da bin ich auch alleine ... auch alleine mit meiner Angst. Angst, dass Hagel alles in unserem schönen Garten zerstören könnte, wofür ich monatelang, sehr, sehr hart gearbeitet habe.

    Und das sind Momente, wo mir mein Schatz sooo unfassbar fehlt und wo auch ich mich ganz arg verloren fühle.


    Das Sicherheitsnetz ... der doppelte Boden aus unserem gemeinsamen Leben sind weg. Und genau das, das ist wirklich schwer.


    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du eine ganz liebe Freundin findest, vielleicht sogar mit dem gleichen Hintergrund. Das würde dir sicher etwas helfen, dich nicht mehr so ganz alleine zu fühlen.

    :30:


    Herzlich liebe Grüße, Kerstin

  • Liebe Bille. Da ich,wie gesagt alleine lebe und das auch tagtäglich bis auf Besuche von den Kindern ,aber wenig( sie haben mit sich zu tun) erfüllt es mich mit Freude, was du über mich geschrieben hast. Das höre ich ganz selten , weil es für meine Kinder selbstverständlich ist, daß eine Mutter sich um ihre Kinder kümmert. So bin ich auch erzogen worden. Aber so ein Lob tut einfach nur gut. Liebe Bille. Es gab sehr harte Zeiten in meinem Leben. Ich sage immer , ich habe alles erlebt ,außer Gefängnis ,da war ich nicht.Manchmal werde ich dann belächelt weil man denkt ,ich will mich damit brüsken.Aber erzählen ,was alles war , ist nicht für jeden geeignet. Wenn ich so zurückdenke,erscheint mir vieles ,als hätte ich es nur geträumt. Das ist ein gutes Zeichen. Dann habe ich es verarbeitet. Insgesamt hat mich das Leben gelehrt: Man muss da einfach durch,wenn es keinen anderen Ausweg gibt. Glaube mir,der Mensch kann viel verkraften , er hat ungeheure Kräfte, um zu überleben. Wie sonst hätte ich das alles überlebt? ( Krankheiten , ,Misshandlungen ,Geldsorgen , 14 mal umgezogen und das ist nur ein Teil. )Ich kann darüber schreiben, weil ich es verarbeitet habe, ich habe es hinter mich gelassen. Jemand hat mal gesagt ,stell in den Keller einen Schrank und pack da den ganzen Unrat rein und verschliess ihn gut. Eines Tages kommt der Zeipunkt , wo du mal den Schrank aufschließen kannst und dich nichts mehr in irgendeiner Weise berührt. Der Zeitpunkt ist vor einiger Zeit gekommen. Nur der frühe Tod meines Sohnes gehört da nicht dazu. Mein Sohn ist immer gegenwärtig .Er lebt in mir weiter in der ewigen Erinnerung........Nun habe ich aber viel geschrieben. Dein Lob hat mich dazu ermutigt. Vielen Dank. Christine. ⁸

  • Lieber Gast,


    ja, ich suche Kontakte, aber eigentlich bringen sie mir nichts. Vielleicht mit der Zeit, aber momentan ist alles nur ein Zeitvertreib. Und "Kontakte" ersetzen ja nicht den Lebensmenschen. Man kommt heim, man ist allein. Man hat niemanden, der das Leben mit einem lebt. Ganz egal, wieviele Kontakt man hat.


    Baldrian nehme ich auch ab und an. Aber trotzdem schlafe ich nur schübeweise.


    Ich freue mich, dass du wieder Wasser hast!


    LG

    Bille

  • Liebe Kerstin,


    ich habe noch meine Eltern. Das war's aber dann.


    Genau dieses sich verloren fühlen ist das, was ich ständig fühle. Verloren in dieser riesigen Welt. Man hatte alles, was man sich gewünscht hatte. Und nun ist man plötzlich verloren gegangen.


    Ich habe seit kurzem wieder Kontakt zu meiner besten Schulfreundin. Wir hatten uns ewig nicht gesehen. Sie hat letztes Jahr ihren Mann verloren. Aber ihre Situation ist ganz anders als meine. Sie hat zwei Söhne, sie hat Kontakt zu anderen Familienmitgliedern (Onkel, Tanten, Cousinen usw.), hat einen großen Freundeskreis. Sie wohnt auch nicht grad um die Ecke, so dass man sich nicht mal spontan auf einen Kaffee treffen kann. Aber immerhin haben wir Kontakt.


    Trotzdem bin ich halt im Herzen alleine. Und das ist das, was mich so verzweifeln lässt.


    Danke dir für all deine lieben Worte! :*


    LG

    Bille

  • Liebe Christine,


    was du alles geschrieben hast, beweist, dass mein Lob richtig war! Total richtig! Dich kann nichts umwerfen. Du meisterst alles und du kannst auch alles verarbeiten. Da sieht man deine unglaubliche Stärke.


    Du hast so viel mitgemacht. Warum musst dir dein Sohn genommen werden???


    LG

    Bille

  • Liebe Bille. Das ist das ,was ich nie so richtig verstehen werde. Er war so ein lieber Kerl. Äußerlich wie ein Teddybär, aber doch sehr sensibel. Er hatte oftmals Tränen in den Augen. Wenn er nochmal zurückkommen würde, ich hätte ihm soviel noch zu sagen. Weißt du ,der Mensch vergisst oft im täglichen Einerlei ,den Menschen an seiner Seite auch mal In den Arm zu nehmen und zu sagen, wie lieb man ihn hat. Ich habe es ab und an gemacht und doch viel zu selten. Man beschäftigt sich oft mit soviel Mist , aber das Wesentliche vergisst man. Wenn ich jetzt so schreibe , muß ich weinen,denn der Schmerz wird nie vergehen. Neulich habe ich so gedacht ,nun könnte er aber mal wieder zurückkommen .Ich habe mich oft damit getröstet ,daß er nur verreist ist.Liebe Bille. Ich habe auch eine verletzliche Seite .Die wird immer bleiben und das möchte ich auch. Ich liebe meinen Sohn, er war mir immer eine große Stütze. Ich würde ihm gerne etwas zurückgeben. Doch es ist zu spät.

  • Liebe Bille,


    schön dass du wieder Kontakt zu deiner besten Schulfreundin hast, das freut mich wirklich. Auch wenn sie leider nicht in der Nähe wohnt, so könnt ihr doch zumindest telefonieren und euch austauschen. Sie weiß ja genau was du gerade durchmachst.

    Ich glaube, das dir das sicher ein wenig helfen wird. Vielleicht könnt ihr euch ja auch gelegentlich mal besuchen.


    Im Herzen alleine bist du nicht Liebes :30:, du trägst doch genau da, deinen Tom bei dir und so begleitet er dich überall hin und bei allem was du tust.


    Aber ja, ich weiß genau was du meinst. Diese Leere die man fühlt, diese ständige Präsenz der absoluten Einsamkeit, als wäre man der einzige Mensch auf der großen, weiten Welt :rolleyes:. Ich habe mich ganz genauso gefühlt, ganz lange.


    Jetzt im einst gemeinsamen Zuhause immer alleine zu sein, nach Hause zu kommen und zu wissen, der geliebte Mensch ist nicht mehr da, an den Wochenenden und Feiertagen das Bewusstsein zu haben, die Nachbarn sitzen jetzt gemütlich mit ihren Partnern am Frühstückstisch, planen ihren Tag, was sie Schönes machen ..., das ist kaum auszuhalten. Und trotzdem muss man es irgendwie aushalten :(. Es ist schwer, so verdammt schwer, ich weiß :30:.


    Und ganz ehrlich, selbst wenn man eine große Familie und einen großen Freundeskreis hat, das ist einem in den ersten Monaten eigentlich keine wirkliche Hilfe. Bei mir war das zumindest so. Man ist allenfalls stundenweise etwas abgelenkt, aber der Schmerz und das Vermissen sind genauso schrecklich, denn trösten kann einen ohnehin nichts und niemand.


    Ich habe es sogar oft als sehr belastend empfunden, mit Anderen Zeit zu verbringen.

    Sie redeten ja über alles, nur nicht über das Schreckliche was mir passiert war.

    Ihre Welt drehte sich einfach weiter, als wäre nichts passiert, während unsere Welt, einfach stehengeblieben ist.


    Ach Bille :30:, ich nehme dich mal ganz vorsichtig, verstehend in die Arme und halte dich ein Weilchen, wenn ich darf.


    Herzlich liebe Grüße, Kerstin

  • Liebe Christine,


    ich verstehe dich nur zu gut, denn genau so geht es mir auch. Ich denke an Situationen, wo ich nicht schön meinem Mann gegenüber reagiert habe, und die tun mir heute so dermaßen leid, dass ich immer wieder einen erneuten Weinkrampf bekomme. Das waren normale Streitereien, wie sie in jeder Beziehung vorkommen, aber rückblickend denkt man ganz anders darüber. Man hätte so oft anders reagieren können/sollen/müssen. Genau wie auch du schreibst, dass man eben noch öfter hätte sagen sollen, wie sehr man den anderen liebt. Leider ist es heute für all das zu spät. Das ist die grausame Wahrheit, die nie aufhören wird, weh zu tun.


    Und das mit dem "nur verreist", "einkaufen", "geht gerade mal um den Block" habe ich auch immer noch ständig. Sonst kann ich alles nicht mehr ertragen ...


    LG

    Bille

  • Liebe Kerstin,


    ja, wir treffen uns schon, z.B. morgen wieder. Und sooo weit wohnen wir jetzt nicht auseinander. Knappe 50 km sind es. Gut fahrbar, aber eben nicht für mal so ne halbe Stunde rüber zu kommen.


    Danke, dass du mich so gut verstehst und so lieb bist! :*


    Vielleicht sage ich besser: Mein Herz ist alleine. Alleine auf dieser Welt. Mein Herz, das so dermaßen schmerzt, weil Tom nicht mehr hier neben mir ist. Physisch.


    Ich kam eben von meinen Eltern zurück, und die leere Wohnung begrüßte mich wieder. Diese Wohnung, die so lange unsere war. Wo mich alles mit ihm verbindet und alles an ihn erinnert. Wo er einfach hingehört!!!!!!!!!! Wo er auf den Platz, in jede Ecke einfach hingehört!


    Wie erträgst du denn den Gedanken, den Rest deines Lebens alleine zu verbringen? Also ohne deinen Schatz. Ansonsten hast du ja doch bedeutend mehr Familie als ich.


    LG

    Bille

  • Liebe Bille. Wir können das alles nicht ändern. Das ist so und das macht es so schwer. Darum versucht man irgendwie sich etwas zurechtzulegen,um etwas Trost zu finden, um etwas wieder gutzumachen.Nur funktioniert das eben nicht immer. Ich habe auch festgestellt ,dass es gut ist,wenn man noch weinen muß. Tränen erleichtern die Seele. Verbitterung ist nicht gut. Das macht alles nur noch schlimmer.Die Gedanken sind es ,die alles so schwer machen. Deshalb wird niemand es uns verübeln, wenn wir in unserem Leben noch etwas Freude haben möchten. In welcher Form ist unwichtig. Aber wir dürfen das.Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Jetzt gucke ich noch ein bißchen Fußball. Ganz liebe Grüße von Christine.