Posts by traurige Speedy

    "Ich fühle mich so hilflos. Es fühlt sich an, als hätte man ein Stück von meiner Seele und von meinem Körper abgerissen. :thumbup:

    bei DER Verbindung zu Deiner Mama, bin ich mir sicher, dass sie an der Nordsee ebenfalls bei Euch sein wird - vielleicht würde Deine Mama Dir abraten weil sie weiss, dass es Dir wehtun wird - sie würde nicht wollen, dass Du es für SIE tust

    Ich hatte überlegt, sämtliche Orte, welche WIR gemeinsam bereist haben, wieder aufzusuchen - ich hatte den Eindruck, dass ich das tun müsste ...

    Ich habe es dann doch gelassen weil all meine/unsere Erinnerungen an diese wunderbaren Zeiten, dann in Trauer umschlagen würden ...

    Eines habe ich mir jedoch fest vorgenommen:

    sollte ich das 100. Lebensjahr noch erleben, werde ich zu meinem Geburtstag versuchen DAHIN zu fliegen, wo wir beide noch hin wollten - nach Australien - um dort ihren und meinen Geburtstag zu verbringen

    alles "normal" - leider

    schrei und weine, weine und schrei! das passt schon!

    uns allen fehlt die andere Hälfte des Herzens - und NEIN - die Zeit heilt nicht alle Wunden!

    ABER - man kann auch nur mit dieser einen Hälfte leben, weniger komfortabel und nicht mehr so hell ...

    so wie wir das Sprechen und Gehen gelernt haben, schaffte es der Körper auch, mit dieser einen Hälfte zu überleben - allerdings sieht man teilweise auch nur die Hälfte dessen, was um einen herum passiert - die andere Hälfte guckt ja nicht mehr mit, freut sich nicht mehr mit einem, weint nicht mehr mit einem :33:

    man braucht länger, bis einen etwas "freudig berührt" - 50% länger ............ bis man etwas wieder als "schön" ansehen kann - naaaaaach der Verzweiflung, irgendwann :30:

    Neoprenanzug - Du denkst über zu kaltes Wasser nach? ein gutes Zeichen :28:

    man meint, es nicht zu überstehen, die Trauer, die Verzweiflung, der Schmerz und die Dunkelheit legen sich wie ein undurchdringlicher Vorhang um einen - und doch ist es irgendwie möglich - keine/r weiss wie.

    Am Anfang haben wir das Gefühl, man hätte uns einzementiert - kein Vor oder Zurück - aber der Körper findet SEINEN Weg, SEINEN INDIVIDUELLEN Weg - irgendwie, irgendwann und irgendwo. Wichtig ist, dass Du alles rauslässt, ob Wut oder Trauer, Schmerz, Verzweiflung, Tränen ...

    Momentan schreit einfach alles nach der verlorenen Person, klar denken geht nicht wirklich, die Emotionen hindern einen daran - vielleicht auch, um einen vor dem Totalausfall des Gehirns und damit dem Wahnsinn zu schützen, denn BEGREIFEN KANN MAN DAS NICHT =O

    wir können hier nur versuchen, Dich ein wenig zu trösten und Dir sagen, dass wir Dich verstehen und ALLES, was Du fühlst (oder nicht fühlst) völlig normal ist.

    Ich habe mich eine Woche lang in meinem Büro eingeschlossen, tagelang nicht geschlafen - ich hatte Angst davor - erst, wenn ich nahezu im Stehen eingeschlafen bin, konnte ich einigermaßen schlafen - jeder Gedanke im Wachzustand endete in einer Flut von Tränen...

    Ich habe fast 1,5 Jahre nicht mehr als vielleicht 10 Std/WOCHE geschlafen - ich war vor ihrem Tod schon Nachtschwärmerin aber nachdem sie gehen musste, ist es noch schlimmer geworden - die Nächte sind soooo lang und kalt und einsam ... :13:

    Ich rede noch immer mit ihr, versuche sie mit in meine Träume zu nehmen, denn ich träume leider überhaupt nicht von ihr - die meiste Zeit träume ich NICHTS, WENN, dann ganz eigenartiges Zeug, ohne jeglichen Bezug zu ihr

    etwas ohne die verlorenen Person zu tun, etwas, was eventuell Spaß machen könnte - neee, DAS geht ja nu garnich! :4:

    dieses Gefühl, zu betrügen, ein schlechtes Gewissen zu haben - kennt so ziemlich jede/r hier - es wird Dich immer wieder überfallen: "darf ich das - ohne ihn???"

    Ich gehe davon aus, dass keine/r unserer verstorbenen Liebsten will/wollen würde, dass unser Leben stillsteht oder wir uns wegen etwas Freude oder Spaß im Leben, ein schlechtes Gewissen einreden! Denn genau DAS ist es: wir reden es uns ein - als wollten wir uns selber bestrafen - die/der Verstorbene kann mit uns keine Freude mehr erleben oder Spaß haben, also wir (aus Solidarität???) auch nicht :!::?:

    Es sind unerklärliche Phänomene, die sich in uns abspielen, jeder noch so kleine Abzweig, beim Versuch, dem Nirgendwo zu entkommen, wird genutzt - keine/r hier benutzt den selben Weg aber fühlen tun wir alle so ziemlich das Gleiche

    :33:

    diese Gefühle haben leider die Meisten hier - Worte ... können eine wahnsinnig tiefe Bedeutung haben - die Leute erzählen viel, teils auch immer das Selbe - irgendwann schaltet man ab weil man merkt, es bringt eh nix <X weil außerhalb dieses Forums nur Wenige bis Keine/r verstehen können/kann, was sich in einem abspielt.

    der Verlust kann ja schließlich nicht kleiner geredet werden - so ähnlich wie Du/Dein Mann fühlt sich wahrscheinlich auch ein Zwilling, wenn der 2. verstorben ist :13:

    Eltern sollten niemals die Kinder überleben - egal, wie alt die Kinder sind/waren, sie bleiben immer die Kinder der entsprechenden Eltern.

    Hier wirst Du immer jemanden finden, die/der versucht zu helfen - verstehen, was in Dir passiert oder nicht passiert, kann hier so ziemlich jede/r

    Das Schöne - ja, wo ist es hin???

    in Deinem Herz/in unseren Herzen ist es dunkel geworden, das vernebelt uns die Sicht - wozu Schönes ansehen, es tut eh nur weh ... weil die verlorenen Person nicht dabei ist, empfinden wir es nicht mehr als schön - der zwischenmenschliche Austausch "schau mal, ist das nicht wunderschön ...?" fehlt, das gemeinsame Staunen über etwas Besonderes - oder einfach nur das Lächeln Deines Kindes - etwas GANZ Besonderes, einmalig, ein Unikum :33:

    es tut mir SOOO Leid :30:

    ich vermisse es auch, dieses feine Lächeln, das blinde Verstehen, das gemeinsame Empfinden und Bestaunen schöner Dinge, die jetzt nur noch grau sind :13::13:

    hi Louis,

    das wird noch dauern - diese Sinnlosigkeit ist bei mir auch nach 1,5 Jahren noch immer präsent - immer wieder frage ich mich nach dem "WOFÜR DENN?"

    alles verliert an Bedeutung - DU hättest ja eigentlich einen Sinn, bist zumindest nicht allein ... jedoch sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht.

    Reden Du und Dein Mann/Eure Tochter darüber oder geht jeder seinen eigenen Weg?

    ein Kind zu verlieren - grausam, einfach nur grausam - :30:

    Du suchst ihn noch immer ...

    aber DIESER Simi ist, so glaube ich, schon vor langer Zeit "gegangen"

    diese erfolglose Suche tut weh - ich habe auch gesucht - nach meinen biologischen Erzeugern, welche beide Alkoholiker waren, ebenso wie mein Stiefvater ...

    ich bin stolz darauf, nicht in ihre Fußstapfen getreten zu sein aber der Verlust DER Menschen, welche sie ursprünglich mal waren, der hat sich bereits Jahre vor ihrem Tod abgespielt - ich habe nicht getrauert - ich habe eine Mauer aufgebaut und über 25 Jahre niemandem mehr vertrauen können, alkoholisierte Menschen, sofern sie mich nicht in Ruhe gelassen haben, sogar irgendwann versucht, körperlich zu attackieren ...

    der "Verlust" dieser beiden Alkoholiker hat mich nicht wirklich berührt - ich war nur wütend, zornig - die ganze Pein, die Schmerzen, was ich alles erleben musste - und wenn die "Mutter" nach mir schreit, voller Panik auf einen Sessel zeigt und meint, ich (7 Jahre alt) solle die weißen Mäuse verscheuchen, dann hatte selbst ich begriffen und nicht wirklich etwas zu verlieren - außer Schlägen, Demütigungen, Aggressionen, Exzessen ...

    ich habe fast 50 Jahre gebraucht, meiner biologischen Erzeugerin zu vergeben - so dachte ich zumindest - bis ich feststellen musste, dass ich wütend auf MICH war - weil - weil ich sie trotzdem geliebt habe - wie kann so etwas sein????? Wie kann man solche Menschen trotzdem liebhaben, Menschen, die einen stetig in irgendeiner Form verletzen??? Ich musste also MIR vergeben .....

    Emotionen :95:

    hi Toffi,

    :30:


    ... ER hat die Entscheidungen getroffen, Alkohol und Drogen zu konsumieren, die Tabletten abzusetzen und NEIN, DU bist NICHT Schuld!

    Selbst wenn Du bei ihm gewesen wärst, hättest Du ihn nicht retten können, er wäre trotzdem im Schlaf innerlich verblutet. <X

    Wie hättest Du das sehen/merken und verhindern sollen?

    Sich selbst aus Mitleid aufzugeben, ist keine gute Entscheidung - Du warst so lange bei ihm, bis es einfach nicht mehr ging und dafür brauchst Du Dich weder rechtfertigen, noch zu entschuldigen!

    Bitte versteh mich nicht falsch aber kann es sein, dass Du aus der Gewohnheit heraus nun meinst, ihn so sehr zu vermissen?

    Ein 24-Stunden-Job, der Dir alles und noch mehr abverlangt, Dich rund um die Uhr beschäftigt hat - und plötzlich - ist da nur noch Leere - weil - weil Du Dich nicht mehr 24 Stunden um ihn kümmern kannst/musst ...

    Du hast ihn geliebt aber ganz sicher nicht für seine Lügen, Drogen, Alkohol, Exzesse, woraus sein Leben schlussendlich bestand.

    Du hast versucht, DEN Menschen wiederzufinden, den Du ursprünglich kennengelernt hast, was Dir leider nicht gelungen ist weil es diesen Menschen längst nicht mehr gab.

    es tut mir Leid für Euch beide :30:


    Ich hoffe für Dich und Deinen neuen Freund, dass Du/Ihr einen Weg findet, den Betrachtungswinkel zu verändern, der traurigen Realität ins Auge zu sehen, das ER die Drogen genommen und nicht Du sie ihm gegeben, geschweige denn, ihn im Stich gelassen hast

    Du musst nicht antworten - aber seit wann ist Dein Vater so gehässig?

    Hat er ebenfalls seine Frau verloren und ist in der Sackgasse "ein Mann kennt keinen Schmerz, ein Mann weint nicht" gelandet - er will seine Gefühle nicht zeigen und überdeckt diese damit, dass er immer nur Gehässigkeiten von sich gibt oder vielleicht, seit er sich nicht mehr selber versorgen kann, sich selbst deshalb nicht mehr als "ganzen Kerl" definiert, sich deswegen selber hasst?

    ach, Du hattest ja geschrieben, dass er schon zu Deiner Jugend so war...

    ich würde ihn, ganz leise, kaum hörbar, nachts mit Klangschalen beschallen, die haben schon so Einiges bewirkt, unsichtbare Mauern eingerissen, verrostete Türen geöffnet .....

    z.B.: Lilith und Hopi ...

    vielleicht auch tagsüber, kaum hörbar im Hintergrund über Youtube abspielen:


    zu dem Thema "Weg":

    nicht der Weg ist das Ziel, sondern wie Du ihn meisterst, wie Du die Hindernisse bewältigst, inwieweit Du Deine "alten" Erfahrungen nutzt, um nicht die gleichen Fehler zu wiederholen oder wieder den "falschen" Weg auswählst - oder aber, durch nutzen Deiner alten Erfahrungen, plötzlich einen neuen Abzweig entdeckst ... wie wirst Du Dich entscheiden, den Weg ins neue Ungewisse oder lieber Altbewährtes?

    DAS sind die Herausforderungen.

    Ich denke, irgendwann ist der Punkt gekommen, wo man nicht mehr wählen mag, einfach nur noch ausruhen möchte - wer/was trifft die Entscheidung, wann man sich ausruhen darf oder weiter gehen muss :?:

    alles nur VIELLEICHT, denn auch wir können nicht in Dich hineinsehen - aber - ich glaube auch, dass der Hammer noch kommen wird - momentan wirst Du von Deinem Ich geschützt ... zwischen den Welten ...

    Egal was, egal wann und wenn es auch nur ein VIELLEICHT ist oder ICH WEIß NICHT - immer raus damit, wann immer Dir danach zumute ist.

    Ich drück Dir die Daumen, dass Dich der Hammer tatsächlich nicht trifft.

    :24: