Posts by Frank

    Liebe Tigerlily,


    Du schreibst: "Andere Menschen leben ja auch alleine und sind dabei nicht todunglücklich. Für mich ist schon der Gedanke daran absolut vernichtend und ich habe das Gefühl ich stecke im Sumpf und kann nicht mehr vor und auch nicht mehr zurück und beobachte mich beim langsamen Untergehen."


    Mir geht es absolut genau so. Und das nach inzwischen neun Monaten. Es wird Dir nicht helfen, wenn ich das sage. Denn wie sollte es helfen, wenn man weiß, dass es auch anderen Menschen schlecht geht? Aber vielleicht kannst Du wenigstens sehen, dass es nicht unnormal ist, was Du durchmachst.


    Lass uns versuchen, nicht unterzugehen: Ich weiß, wie schwer es ist.


    Liebe Grüße


    Frank

    Lieber Indian Summer, lieber Uwe,


    danke für Eure trostreichen Zeilen. Ja, Uwe, meine Frau hat mir die Ungeduld auch verziehen. Mehr noch: Sie hat mir oft genug gesagt, ich solle mich doch mal mit Freunden treffen ein Bier trinken gehen. Sie hat immer mehr an mich als an sich gedacht.


    Liebe Grüße


    Frank

    All Ihr Lieben, die Ihr in diesem Forum schreibt,


    nachdem ich mich gestern hier angemeldet habe, habe ich erst einmal viel gelesen und viele Beiträge gefunden, die mich sehr berührt haben: z.B. die wunderbaren Liebesbekundungen von Yanouk an seine Frau Rosi, die Beschreibungen von StillCrazy, wie sie sich um ihren Freund kümmert, die Verzweiflung von Tigerlily und viele andere persönliche Geschichten. Und all die liebevollen Reaktionen der Forumsmitglieder.


    Kurz meine Geschichte: Meine Frau ist vor neun Monaten mit 66 Jahren an ALS gestorben, nach einer Leidenszeit von fast acht Jahren - sechs im Rollstuhl, die letzten zwei Jahre im Pflegebett. Sie war bis zum Ende völlig klar im Kopf, hatte am Schluss aber nicht einmal mehr die Kraft, den Alarmknopf zu drücken. "Ich bin gefangen in meinem Körper", sagte sie, hat es aber mit einer übermenschlichen Geduld, Gelassenheit und selbst Humor getragen. Ich habe sie in der Zeit zu Hause gepflegt - die letzten zwei Jahre allerdings mit Hilfe einer polnischen Pflegerin, die bei uns gewohnt hat.


    Als 2012 nach vielen Untersuchungen die Diagnose - und damit das Todesurteil - feststand, hat sie mir gesagt, sie wünsche sich, dass ich noch einmal glücklich werde, wenn sie gegangen ist. Danach haben wir nie mehr über den Tod und das Sterben gesprochen, was ich mir heute bitter vorwerfe. Und am allerschlimmsten: In der Todesnacht - die letzten vier Wochen war sie dann doch in einem Pflegeheim - bin ich nicht bei ihr geblieben, obwohl ich es hätte spüren müssen, dass sie in der Nacht sterben wird. Ich kann es nicht nachvollziehen, was ich damals getan bzw. unterlassen habe, ich begreife es einfach nicht. Wir haben also, obwohl wir lange genug Zeit hatten, nicht Abschied voneinander genommen. Was ich mir ebenfalls vorwerfe, ist die Ungeduld, die ich ihr gegenüber in der Zeit der Pflege oft gezeigt habe. Diese Schuld zerfrisst mich.


    Nach nunmehr neun Monaten wird mir erst so ganz langsam klar, dass sie nie, nie wieder zurückkommen wird. Und dass ich ihr all das, was ich ihr hätte sagen wollen und sollen, nicht mehr sagen kann. Dass sie das größte Geschenk war, dass der liebe Gott mir in meinem Leben gemacht hat.


    Ich bin jetzt 68 Jahre alt, halte die Einsamkeit nicht aus und weiß nicht mehr, was ich hier eigentlich noch soll.


    Danke für Eure Geduld


    Frank

    Danke für Eure Antworten. Vielleicht folge ich Astrids Vorschlag, die schrieb:"Magst du einen eigenen Thread mit deiner Geschichte eröffnen? In Forum auf Trauer um den Partner gehen, + anklicken, Überschrift wählen und loslegen."

    Vielleicht später, im Moment aber bin ich dazu nicht in der Lage

    Guten Abend,

    habe mich gerade hier angemeldet, weil ich ein Forum gesucht habe, wo ich meinen Schmerz offen bennen kann. Es sind genau 9 Monate her, dass meine wunderbare Frau gestorben ist. Aber im Gegensatz zu den "Experten", die sagen, der Schmerz werde immer mehr nachlassen, wird er immer größer und ist kaum noch auszuhalten. Kennt das jemand ?