Beiträge von Luise

    Meine Mann sagte zum Ende hin, du wirst nicht alleine bleiben, das kannst du nicht.


    Er sah trotz meiner körperlichen und charakterlichen Fehler eine schöne, intelligente, mitfühlende Frau in mir.


    Ich wünschte, es wäre so.


    Früher... vor diesem schlimmsten Tag... war ich auch eine andere Luise. Eigentlich zwar

    mit beiden Beinen auf dem Boden aber immer bereit zu träumen und zu hoffen an das Unmögliche, an das Gute im Leben.


    Das hat sich um 180 Grad gedreht... das Schicksal oder was auch immer... hat mich zurecht gestutzt . Mit Krankheit, Einsamkeit gezeigt, dass ich nur ein verletzlicher Mensch bin, ein Staubkorn im Universum... aber für meinen Mann war ich alles und er für mich.


    Alles konnte ich an seiner Seite ertragen, alle Schicksalsschläge einschliesslich der Verlust von lieben Menschen... er war immer da.


    Es tut mir leid, dass ich euch so mit meinem Jammern und Klagen belaste, aber ihr seid mein Halt in den letzten Jahren hier im Forum. Dafür bin ich dankbar.


    Lg Luise und eine gute Nacht

    Meine Lieben,


    danke für eure Umarmungen und das bei mir sein. Es hilft mir und auch nicht.


    Mir fehlt ein Mensch, physisch bei mir. Am liebsten mein Mann... wie insgesamt 46 Jahre. Eine Ewigkeit und doch zu kurz.


    Manchmal habe ich Angst aus lauter Einsamkeit und Alleinsein eine Dummheit zu machen... nicht mein Leben zu beenden (ich wüsste nicht wie) sondern auf der Suche nach menschlicher Nähe.


    Ich habe Angst im Internet danach zu suchen und zu denen zu gehören, die auf schlechte Menschen hereinfallen, die nur Liebe sagen und Geld fordern. Man liest soviel darüber, wie Einsame... oft Frauen... alles geben, um angebliche Liebe zu bekommen.


    Nun ist bei mir nichts zu holen... ausser meiner evtl. Naivität...das wird mich schützen.


    Aber manchmal sehne ich mich danach, auch wenn ich vielleicht betrogen werde.


    Meine Sehnsucht nach einem Menschen, der mir Liebe... Hilfe... Lebensfreude gibt ist unermesslich und unerreichbar.


    Eure Worte helfen, aber können nicht heilen.

    Lg Luise

    Liebe Anni,


    dein altes Leben ist zerstört, du darfst jetzt verzweifeln und schreien...laut und lautlos.


    Nehme jede Hilfe an, die du bekommen kannst. Trotz deiner absoluten Angst versuche an die Zukunft zu denken. Deine Kinder - beide - werden sie dir zeigen.


    Du bist nicht allein und es wird wieder Tage geben, an denen die Sonne dich wärmt.


    Das hoffe und glaube ich, obwohl es jetzt dunkel und kalt ist.


    Lg Luise

    Meine Lieben,


    ich hänge hier wieder mal weinend und traurig rum... Pfingstwochenende.


    Mir fällt unser letztes gemeinsames

    Pfingstfest nur zu gut ein.


    Heinz lag auf dem Sofa, schaute nur an die Zimmerdecke, wie schon nicht mehr im Hier...

    Ich saß am Tisch und häkelte, häkelte als gäbe es nichts wichtigeres zu tun als dies, mit Tränen, die mir im Hals feststeckten.


    Aus der offenen Balkontür hörten wir die Nachbarn mit Besuch beim Kaffeetrinken... sie redeten und lachten... bei ihnen war alles so normal.


    Und bei uns? Schmerz, Angst... doch noch zu zweit, aber auch sprachlos gegenüber dem anderen, irgendwie auch beide in den jeweiligen Gedanken allein.


    Es tut mir so weh... so weh. Eigentlich waren wir beide zu hilflos um dem anderen an diesem Tag beizustehen. Das ist es wohl, was der Satz : "Jeder stirbt für sich allein" ausdrückt.


    Und nun sterbe ich allein... buchstäblich.

    Wie lange wird diese Zeit dauern... wie schmerzvoll wird es sein?

    Heute wäre ein guter Tag zu gehen, nur meine Amy müsste zurück bleiben.

    Kein Mensch würde an meinem Tod zerbrechen, ja eigentlich niemand tief trauern.

    Ich wäre schnell vergessen, wenn meine Sachen weggeräumt sind... mein Leben weggeräumt... meine Wünsche... meine Träume... mein Dasein...meine Liebe ist schon fort... noch bisher in mir und dann mit mir auch endgültig tot.


    Das sind meine Gedanken und Gefühle. Sie nehmen immer mehr Raum in meinem Kopf ein... besonders jetzt, wo mein Körper so müde ist... müde und verbraucht. Er wird wohl nicht mehr besser werden nur noch schlechter.

    Eigentlich will ich nur noch schlafen, aber mein Schlaf ist nicht mehr Erholung... nur immer kurz und von schlechten Träumen begleitet. Beim Aufwachen schlägt mein Herz rasend, ich bin wie benommen, stolpere ins Bad, schweissgebadet.

    Und jeder Tag eine Belastung.


    Lg Luise

    Liebe Martina,


    wir alle sind bei dir. Aber das hilft dir heute nicht konkret.


    Bitte mache noch keine Überlegungen über deine berufliche Zukunft. Das hat alles noch Zeit. Was kann momentan schlimmer sein als dieser Verlust. Wenn du keine sofortigen finanziellen Sorgen hast, warte noch etwas ab.

    Selbstmitleid ist was anderes... du bist allein, da darf es ruhig diese Gedanken geben.


    Es sind diese Ängste...

    dieses Verlassenheitsgefühl...

    dieses Nichtverstehen.


    LG Luise

    ach, noch einige Überlegungen dazu.


    Behinderte Spitzensportler zeigen die Hilfsmittel... Rollstühle geeignet für Basketball... Beinprothesen zum Rennen, Springen... usw. Das ist gut zu sehen, was technisch geht.


    Aber ich hatte eine ehemalige Klassenkameradin...durch Krankheit beinamputiert... versorgt mit Prothese.


    Wenn sie sich setzen wollte, musste sie an der Prothese das Kniegelenkscharnier umstellen, damit das Bein sich abknicken konnte. Das ist allerdings schon ein paar Jahre her, aber damals gab es für nicht Kassenpatienten bereits komfortablere. Prothesen.


    uns so weiter, und so weiter.


    Man sieht oft in Fernsehen, was der Fortschritt Gutes bringt, aber die Macher vergessen es erwähnen, dass es nur für wenige gilt. Die Masse leidet unnötig.

    Ach, meine Lieben,


    ich wollte euch nicht aufregen, aber es ist manches unglaublich.


    Eine Nachbarin z. Bsp. hat über 1 Jahr gemeinsam mit dem VdK für einen leichteren (4 kg) Rollator gekämpft, ehe sie den bewilligt bekam. Selbst das Sanitätshaus war über die Bewilligung überrascht.

    Nun kann sie den Rollator leichter in den Bus heben, ja, sie muss zum Arzt mit dem Bus, keine Fahrten mit dem Taxi, ausser sie zahlt selbst... aber wie ich ist sie Rentnerin.


    Apropos Rollatoren: es gibt mittel leichtere Rollatoren aus Alu, die kann man im Internet und Versandhandel privat kaufen. Sie sind dann 6-8kg schwer und kosten unter 200 Euro. Die von den Krankenkassen finanzierten sind aus schwerem Stahl und nur einmal faltbar- kosten zuviel.

    Warum? :

    Die KK haben Verträge mit den Sanitätshäusern, die Preise werden festgeschrieben, oft für Jahre und niemand überprüft das. Das gesamte Gesundheitssystem ist überholt und zu unflexibel. Die Krankenkassen-Rollatoren sind veraltet, zu teuer bezahlt. Diese kosten im Internet um die 40 Euro, fragt mal was die Kassen zahlen müssen. Zwar werden die R. durch die Sanitätshäuser gewartet und repariert im Bedarfsfall, aber....

    Ausserdem muss so ein R. für fünf Jahre halten, vorher gibt es keinen neuen.

    Und dann ist der nur geliehen.

    Wenn der Patient innerhalb der 5 Jahre-Nutzung verstirbt, muss er zurückgegeben werden. So war es bei meinem Mann auch. Nach dem Tod meldete sich nach 2 Wochen das Sanitätshaus zum Abholen der Hilfsmittel ( auch Toilettenstuhl usw.)

    Das ist schon in Ordnung, ich wollte die Sachen ja nicht behalten und im Sinne der Nachhaltigkeit vernünftig. Aber dann sollten nicht die überteuerten Preise für minderwertige Mittel der Allgemeinheit aufgebürdet werden. Es geht billiger und bequemer für die Kranken in der Handhabung.

    Aber jeder kämpft für sich allein... kraftlos... hilflos. Gerade bei den Rollatoren ist

    jedes weniger Kilogramm für die körperlich Schwachen ein Segen.

    Und das gilt auch für das mobile Sauerstoffgerät, das ich bewilligt bekommen habe. Ich sollte es über der Schulter tragen, gefüllt wiegt es über 8 Kilo. Auf Anfrage bekam ich einen Transportwagen, aber mit Rollator ziehen, muss man mir erst mal vormachen. Also im Rollator transportieren, über jeden Bordstein anheben und in den Bus heben samt Rollator ist für mich nicht möglich, obwohl ich einen leichteren R. ( ca. 6,7 kg) privat gekauft habe.

    Und das heisst dann Mobilgerät!

    Zum Arzt dann ohne Sauerstoff, nur mit Spray... ist gar nicht anstrengend!

    Abgesehen von Besuchen bei sozialen Kontakten, geht nur mit personeller Hilfe.


    Also hoch lebe die Einsamkeit in der Wohnung.

    Mobilgerät...das ich nicht lache.

    Und es gibt bessere, kleinere, leichtere... aber nur für Selbstzahler oder auf dem Klageweg.

    Ich würde gerne zu einem 14tägigen Handarbeitszirkel (privat von Nachbarschaftsverein ehrenamtlich geführt)

    regelmäßig gehen, aber es ist mir zu anstrengend und dazu brauch ich

    noch einen Parkplatz in der Nähe.

    Aber... ihr wisst schon.... ohne Merkzeichen "aG" kein Behindertenparkplatz, obwohl ich auf dem Weg dahin an 2 meist unbenutzten vorbei schieben muss... zum Glück mit beiden Oberschenkeln!

    Jetzt könnt ihr mit mir lachen!

    Lg Luise

    Liebe Sonnenente,


    danke deine Recherche. Aber das trifft ja leider nicht auf mich zu. Ich bin zwar mobilitätseingeschränkt mit Merkzeichen im Behindertenausweis " G" aber das reicht nicht. Es muss *aG" sein, dass erreiche ich nicht. Man muss z. Bsp. beidseitig Oberschenkel amputiert sein, auch wenn man noch eine festgelegte Wegstrecke (auch mit Rollator) in einer bestimmten Zeit schafft, dann nicht.

    Auch das Argument, dass man einen breiteren Parkplatz (wie sie die ausgewiesenen Behindertenparkplätze haben) benötigt, um den Rollator aus- und wieder einzuladen, wird nicht anerkannt.

    Ich könnte Geschichten erzählen, dass glaubt ihr kaum, was einem zugemutet wird.


    Lg Luise

    Es bleibt abzuwarten, aber ich glaube schon, dass es so bleibt... ich brauche ja die Hilfe.


    Mit der Bestattungsvorsorge geht es auch voran... Kostenvoranschlag ist erstellt, muss nur noch einige Unterlagen von Versicherung erhalten... bereits von mir angefordert.

    Ist schon komisch, die eigene Beisetzung zu organisieren, einschließlich Sarg und Urne.


    Aber es ist wichtig, besonders dass man den Vertrag abschließt mit dem unwiderruflichen

    Willen, dass die Versicherungssumme nur für die Beisetzung ist, damit im Pflegefall diese vom Sozialamt nicht bis auf kleinen Freibetrag ( z. Zt. 2.300 Euro) gekündigt wird.

    Dieser Freibetrag reicht eigentlich nicht aus.


    Amy ist wohl auf dem Weg der Besserung, aber sie versteckt sich immer, wenn sie das Medikament sieht. Muss sie austricksen.


    Mir selber geht es weiterhin nicht gut. Diesen Monat sind ja noch einige Arzttermine. Allerdings muss ich schauen, wie ich dahin komme, will nicht immer meine Freundin bitten, zumal einige sehr früh sind.

    Aber Transportscheine bekomme ich wohl nicht. Es ist alles so schwer zu beantragen und zu bitten.

    Hat jemand schon mal etwas von einem Dauertransportschein gehört? Ich meine nicht die Transporte zu Chemo oder Bestrahlung, sondern eine Dauergenehmigung für den Bedarfsfall für Arzt - und Therapiebesuche.


    Lg Luise

    Meine Lieben,


    muss mal wieder schreiben.

    Habe ein fürchterliches WE überstanden. Meine Trauer ist buchstäblich über mich hergefallen... ich verstehe das nicht... der Verlust ist nun schon lange her... aber gefühlt wie gestern.

    Vom Weinen war und ist mein Gesicht angeschwollen. Bin fast soweit, irgendeinen "Ersatzmensch" zu suchen, damit diese Einsamkeit aufhört.

    Tagelang rede ich mit niemanden. Das geht nicht so weiter.

    Anstatt mich über einen Krebs weniger zu freuen, versinke ich in ängstlicher Starre.

    Alle freuen sich über die Sonne, aber ich hasse das schöne Wetter.

    Gestern habe ich mich auf den MDK vorbereitet... Angaben gemacht auf Fragebogen... Unterlagen bereit gelegt... Online- Fragebogen ausgefüllt.

    Heute Morgen war es dann um 8 Uhr soweit. Die Dame war pünktlich.

    Ich hatte mir sehr früh den Wecker gestellt, aber ich weiss nicht, wie ich es sagen soll. : Mein Mann hat mich geweckt...er stand vor meinem Bett und sprach mit mir, dabei berührte er mich sogar und ich ihn auch. Das war so real, ich sprach mit ihm... hörte meine Stimme - also war es laut.

    Und dann die Enttäuschung... er war nicht da.

    Ich war wegen des traurigen WE und des Besuchs des MDK so aufgeregt, das ich mittlerweile glaube, das mein Mann mir helfen wollte, zumal nach dem Aufstehen zwei Kohlmeisen auf meinem Balkon herumhüpften und Amy sie lautstark verjagte.

    Zeichen, wie ihr sie oft schildert, habe ich nur ca. 14 Tage nach dem Tod gehabt. Danach nicht mehr, obwohl ich mich danach gesehnt und sie regelrecht eingefordert habe.

    Nun liege ich seit Stunden auf dem Sofa, weine, hadere, leide.

    Musste alles heute Morgen wieder dem MDK schildern, meine Krankheiten... Daten usw. obwohl ich alles schriftlich ausgefüllt habe. Das hat mich überfordert und dermassen belastet, dass ich nur am Weinen war.

    Das alles musste ich jetzt mal bei euch loswerden, obwohl hier im Forum ja jede(r) sein Päckchen zu tragen hat.

    Alles Gute

    Luise

    Meine Lieben,


    schön, dass ihr euch so viele Gedanken um mich macht. Das baut mich auf.


    Leider ist noch der Lungenkrebs ein grosses Thema.


    Linchen, daher die Luftnot, ich bin doch sauerstoffpflichtig. Hänge nachts immer und tagsüber stundenweise am Schlauch. Es ist mir nur zu anstrengend beim Gassigehen mit Rollator und mobilen Sauerstoffgerät zu gehe... muss vorher gefüllt werden und ist schwer und unhandlich trotz Tasche an Rollator.


    Lg Luise

    Allerdings geht es mir heute schlecht. Musste Gassigehen abbrechen.

    Schmerzen, Übelkeit, Luftnot und Schlappheit.


    Das wirkt sich wieder auf meine seelische Verfassung stark aus. Ich weine und vermisse persönlichen Trost.


    Als ich im Wartebereich der Klinik auf die Untersuchungen warten musste, vermisste ich meinen Mann sehr. Nur ich saß dort alleine ohne Begleitung.


    Bei meinem Mann war ich bei solchen Untersuchungen immer an seiner Seite... er wäre es auch. Aber leider tröstet mich dieser Gedanke nicht wirklich... es ist zu schwer alles alleine durchzustehen.


    Ich kann einfach nicht mehr.


    Luise

    Meine Lieben,


    kann mich erst jetzt wieder melden.

    War mit Amy beim Tierarzt - wohl Magenschleimhaut - Entzündung.

    Kämpfe jeden Tag zweimal mit ihr um die Medikamente zu verabreichen. Aber was sein muss, muss sein.

    Frisst wieder etwas, aber mit viel Überredung und Tricks.


    Nachdem ich von der Mammographie Screeningstelle einen Brief mit Verspätung und neuen Termin erhalten hatte, war ich ganz durch den Wind. Sie wollten, dass ich zu einer weiteren Untersuchung - dringend - kommen sollte , wegen Auffälligkeiten .

    Aber der Brief kam erst am Mittwoch an, der Termin war am selben Tag schon ABGELAUFEN. Zitternd und nach meiner tel. Bitte konnte ich doch noch denselben Tag kommen, musste mir allerdings ein Taxi ( insgesamt Kosten von 40 Euro) nehmen, weil meine Freundin nicht so kurzfristig kommen konnte.

    Aber nach weiterer Mammographie und Ultraschall kann ich Entwarnung geben. Kein Krebs, keine Metastase in der Brust, nur Zyste und dichtes Gewebe.

    Vor lauter Erleichterung war ich gestern (Feiertag) mit meiner F. Essen, seit langem wieder mal mit Appetit.

    Nun warte ich auf weitere Termine - Lungenarzt, Kontroll-CT - und Behandlungen.

    Auch der MDK hat sich angesagt. Hoffentlich bleibt mein Pflegegrad bestehen.

    Lg Luise

    Liebe Sonnenente,

    meine Lieben,


    ich hoffe und hoffe und hoffe, dass Amy noch hier bleibt. Ohne sie geht es gar nicht mehr.

    Etwas aus der Hand hat sie gestern gefressen. Heute Morgen wenigstens bisher ihre Lieblingskaustange und ein kleines Hundewürstchen.

    Mehr kann ich im Moment nicht schreiben... mir geht es nicht gut - körperlich und dadurch bedingt wieder nachdenklich und habe Zukunftsangst.

    LG Luise

    Liebe Martina,


    es ist unglaublich... menschenverachtend was dir und deinem Mann angetan wurde.


    Ich weiss nicht, ob du dagegen etwas unternehmen kannst oder willst. Vielleicht haben deine Kinder oder (ehemalige) Arbeitskollegen Mut, Kraft und Gelegenheit die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.


    Mein tiefes Mitgefühl.


    Lg Luise

    Meine Lieben,

    bin schon den ganzen Tag am Weinen... wieder mal ganz unten. Habe heute Morgen mit meiner Freundin telefoniert und ihr nur etwas vorgeheult... sie ist so geduldig mit mir, aber so geht es nicht weiter...sie bekommt all meine Stimmungen und Beschwerden zu hören. Habe Angst sie durch meine emotionalen Ausbrüche zu verlieren.


    Mein Neffe ist zu jung um meine Einsamkeit usw. zu verstehen. Er hat beruflich viel um die Ohren ( momentan wieder im Ausland auf Montage), ist froh, wenn bei seiner engsten Familie (Frau und Kind) alles in Ordnung ist. Ausserdem wohnt er weiter weg.

    Er ist zwar für Notfälle da... hat meine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, aber seelischen Beistand kann er nicht leisten und ich will das auch nicht.

    Ich war und bin in seinen Augen immer noch die "taffe" Tante, die stets gut gelaunt und mit beiden Füßen im Leben stand.

    Aber da war ich nicht allein, mein Mann und ich waren sozusagen das Familienbollwerk für meine Mutter, Bruder mit Schwägerin und eben auch für ihn in seiner Kindheit und Teennagerzeit. Er war oft an den WE bei uns, lernte bei uns Computer und von meinem Mann Motorenkenntnisse.

    Nun ist er erwachsen und selber fest im Leben stehend, aber kann sich nicht in meine Lage versetzen... es ist jedoch gut so, wer weiss, was in seinem Leben noch geschieht.

    Jedenfalls sehe ich momentan nur schwarz.

    Keine Lebensfreude mehr... ich bin verzweifelt, in jeder wachen Stunde jagen mir die Gedanken nur so durch den Kopf, was ich noch alles erledigen will, bevor ich nicht mehr zu irgendwas in der Lage bin.


    Nächste Woche setzte ich mich mit Bestatter zusammen... Vorsorgevertrag für meine Beisetzung.

    Und dann hat sich noch der med. Dienst angekündigt wegen Pflegegrad. Wer weiss was dabei herauskommt, vielleicht kürzen sie mir die Leistungen... man muss mit allem rechnen.

    Oft versteht niemand deren Einschätzung, was noch geht und was nicht.

    Ich habe Angst, dass ich nur weine und nicht meine Beschwerden und Krankheiten genau schildern kann, zumal ich seit dem letzten Schlaganfall Sprachschwierigleiten habe, besonders bei Aufregung.

    Ich werfe es in meiner Verzweiflung meinem Mann vor, dass er mich alleine gelassen hat. Ich war da, als er so krank wurde, habe mich um alles gekümmert...Liebe , Zuwendung, Ärzte, Krankenhaus, Palliativhilfe, Finanzen, Hilfsmittel, med Dienst und leider auch Beisetzung.

    Und jetzt bin ich ungerecht und wütend auf ihn, ich verabscheue mich dafür. Er kann ja nichts dafür und war solange er konnte immer für mich da.


    Er hat mich bedingungslos geliebt.

    Ich liebe ihn ewig.


    Lg Luise


    Meine Lieben,


    ich wende mich mal wieder an Euch mit meinen Sorgen und Gefühlen.

    Die letzten Tage waren wieder schlimm. Mein körperlicher Zustand hat sich weiter verschlechtert... kann gar nicht alles beschreiben.

    Amy hat gestern wieder nichts gefressen, nicht gespielt, trotz meiner Bemühungen ( Futter versucht mit Hand zu geben, mit Spielzeug angeregt).

    Ich glaube wirklich, dass es immer mit meiner persönlichen Verfassung -

    seelisch und körperlich - zu tun hat.

    Mache mir mittlerweile soviel Sorgen, dass ich einen Termin beim Tierarzt gemacht habe.

    Lg

    Liebe Sonnenente,


    du hast durch deine Worte meine Seele erreicht, danke dafür.

    Aber meine Seele kann nicht mehr getröstet werden. Ich bin am Ende. Heute morgen aufgewacht... wozu?... wieder ein Tag voller Schmerzen und Leid.

    Amy frisst nach wie vor nur ein paar Bissen aus meiner Hand... Näpfchen rührt sie nicht an... nur Wasser.

    Springt zu mir aufs Sofa, drängt sich an mich... sie spürt, dass es wohl zeitlich begrenzt ist... oder was auch immer.


    Das tut mir weh, weil ich sie liebe und nicht zurück lassen will. Sie soll es gut haben in ihrem Leben... wie kann ich das sicher stellen? Es bricht mir das Herz, weil ich nicht weiss, was dann mit ihr passiert. Vielleicht nehme ich sie mit über die Regenbogenbrücke... aber wie schaffe ich das? Für uns beide schmerzlos.


    Jeder Tag, jedes Aufwachen wird mir zur Qual... und niemand ist da... mein Mann fehlt mir immer mehr... alleine seine Liebe würde helfen. Warum nur, warum, bin ich übrig?

    Mutter, Vater, Bruder, Schwägerin, Ehemann alle sind nicht hier.


    Meine Freundin kann ich nicht mit allem belasten, sie ist auch älter, hat auch ihre körperlichen Beschwerden und Krankheiten.

    Sie ist zwar seelisch stärker, aber nicht unendlich. Ich kann ihr eigentlich keine

    gute Freundin mehr sein...Freundschaft sollte auf gegenseitige Hilfe und Zuspruch bestehen... das biete ich nicht mehr.


    Was soll ich nur tun?

    Wie kann ich es abkürzen?

    Meine Gedanken rasen... Lösung muss her.


    Lg Luise