Beiträge von Luise

    Meine Lieben,


    ich weine seit Stunden, bin böse auf alle. Haben mich zurückgelassen...sind einfach von dieser Welt verschwunden.


    Vier Menschen, die ich über alles liebte... innerhalb von 8 Jahren. Im Alter von 58, 63, 68 und 88 Jahren.


    Was soll ich noch hier? Meine Lebenskraft ist erschöpft.


    Wenn ich Amy gut unterbringen könnte, würde ich auch gehen. Ich kann ich mehr!


    Warum weitermachen...? Ohne Freude... mit Schmerzen physisch und psychisch...

    womöglich noch jahrelang?


    Bald in einem Heim, weil ich mich nicht mehr alleine versorgen kann. Finanziell ist auch das Ende der Fahnenstange erreicht, mehr Dienstleistungen und Hilfe unbezahlbar.


    Habe auch keine Kraft mehr zum beantragen und kämpfen.


    In einem Heim würde ich verkümmern, schon in diversen Rehaeinrichtungen war ich verloren, trotz abendlichen Telefonaten mit meinem Mann... damals.


    Einsam und allein... ohne menschliche Zuwendungen...nur mit Hund.


    Meine einzige Freundin will nicht immer belasten... sie tut schon viel für mich.

    Freundschaft sollte gegenseitig sein... ich kann ihr nicht alles aufbürden.


    heute eine total verzweifelte und weinende Luise.

    :95:;(

    Meine Lieben,


    wieder mal ein Morgen, der mir schwer fällt. Heinz fehlt mir so!


    Jeder Tag ist ein Tag zuviel. Aber trotzdem muss er bewältigt werden... im Grunde will ich es ja auch... aber...


    Mein alltägliches Leben bringt viele Probleme, ich kann körperlich immer weniger... habe seit Anfang dieses Jahres ( Schlaganfall ) stark abgebaut. Das macht mir sehr zu schaffen.


    Dadurch sind meine sozialen Kontakte noch weniger geworden... selbst kurze Gespräche im Hausflur oder beim Gassigehen bringen mich an meine Grenzen. Wirke unhöflich und unsozial.

    Dabei brauche ich dieses Miteinander nötig. Und das Schlimme ist, ich lasse mir nichts anmerken... bin seit meiner Kindheit darauf trainiert so zu tun, als wär nichts.


    Schleppe mich in meine Wohnung zurück und bin unglücklich. Dadurch fehlt mir geistige Anregung und ich kann noch schlechter Smalltalk führen (telefonisch).


    Weiss nicht, wie kann ich aus dieser Isolation raus?


    Das ist neben dem Verlust mein Problem...


    Ich bin unglücklich darüber... werde seelisch noch kränker.


    LG Luise

    Liebe Flora,


    danke für deine Worte... wir sind alle gebeutelt mit Verlusten... Problemen.


    Ja, das sind bei mir z. Zt. " Luxusprobleme" aber sie machen mir zu schaffen.


    Arzt habe ich schon ins Auge gefasst, nur muss ich auch darauf achten, dass ich nicht so weit zu Fuss gehen muss.

    Das ist für mich ein Kriterium zur Praxisauswahl unter anderem. Kann ja nur eine kurze Wegstrecke gehen.


    Es hilft mir schon, wenn ich hier meine Probleme schildern kann... es ordnet meine Gedanken und ich liste so meine "To do Liste" auf.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    ich weiss nicht mehr weiter. Es türmen sich so viele Probleme auf, die ich nicht mehr bewältigen kann. Heinz fehlt mir überall!

    Bisher ging es einigermassen, konnte noch funktionieren... aber jetzt ist meine Kraft und mein Wille zu überleben scheinbar erschöpft.

    Die Tage rauschen an mir vorbei... bekomme nichts geregelt... den Haushalt lasse ich liegen, weil es zu viel zu arbeiten gibt... ich weiss nicht wo anfangen.


    Es sind einige Reparaturen und Wartungen zu erledigen. Alles geht den Bach herunter. Ich kann so vieles nicht und Hilfe suchen fällt mir schwer. Nachbarn und Bekannte hatten sich am Anfang angeboten, aber es hat sich gezeigt, dass es nur Gerede war. Und nun bin ich es leid Ausreden anzuhören und mich immer wieder für Kleinigkeiten übermäßig zu bedanken, z.Bsp. mir den Filter des Wäschetrockners zu reinigen, weil die rote Lampe brennt...oder mir eine lose Küchenleiste neu zu befestigen... mein Auto springt oft nicht an... usw.


    Ich kann nicht für alles bezahlen, selbst wenn ich professionelle Hilfe bekommen könnte.


    Das alles macht es mir noch schwerer im Alltag und ich bin fertig. Ich kann nicht mehr...dazu noch Corona... frage mich, wann es mich erwischt... warte eigentlich darauf...


    Und dann muss ich schnell einen neuen Hausarzt finden...


    LG Luise (verzweifelt & verzagt)

    Liebe Brija,


    ich war in Trauergruppen, hatte pers. Gespräche mit einer Trauerbegleiterin.

    Das hat mir auch viel gebracht.

    Aber die Gruppen sind nun beendet und brauche irgendwas zum "normalen" Weiterleben.


    Heinz ist nun schon 17 Monate nicht mehr hier und ich möchte "weitermachen" nicht täglich trauern, einfach ein kleines Leben aufbauen mit Hobbys, die früher selbstverständlich waren ( lesen, Handarbeiten, Mitmenschen treffen).

    Mir fehlt das alles sehr und solange die Trauer um Heinz und um mich... ja, um mich... anhält bin ich nicht ich selbst... kann nicht entspannen... bin unkonzentriert... lass mich treiben.

    Und das bekommt mir nicht!

    LG Luise

    Liebe Brija,


    ich habe eine Freundin seit über 40 Jahren, sie ist immer für mich da. Aber ich kann und will sie nicht dauernd in Anspruch nehmen.


    Wir hatten früher viel unternommen und Spass und Freude miteinander. Aber jetzt geht es wegen meiner körperlichen Einschränkungen nicht mehr und dadurch gibt es weniger Gemeinsamkeiten, die wir zusammen erleben können. Was soll ich ihr denn Neues erzählen... bin kein guter Gesprächspartner mehr und langweilig.


    Ansonsten habe ich wenige soziale Kontakte und wie gesagt, ich kann nichts Neues berichten... erlebe wenig... in meiner Wohnung geschieht nichts Bemerkenswertes.


    Ich drehe mich im Kreis... werde immer merkwürdiger...menschenscheuer... und dadurch noch einsamer.


    Alles was ich bisher versucht habe um aus der Isolation rauszukommen, scheiterte

    durch meine körperliche Behinderung und stürzt mich tiefer in Verzweiflung.


    Geht es mir physisch schlecht schlägt das auf meine Seele und leider auch umgekehrt. Ich finde keinen Ausweg... habe wirklich schon viel unternommen... aber ich schaffe es nicht.


    LG Luise

    Guten Morgen,


    leider konnte ich gestern Abend nicht mitmachen... ihr habt ja schön zusammengesessen.

    Mir ging und geht es ja momentan nicht gut. Aber wenn ich darf, komme ich auch mal vorbei.


    Die letzte Zeit war für mich körperlich und seelisch stark belastend. Es wird statt besser immer schlimmer! Noch gebe ich nicht auf... aber lange geht es so nicht weiter. Ich brauche Hilfe in jeglicher Hinsicht... alleine schaffe ich den Alltag nicht mehr... psychisch und physisch.


    Aber wie soll ich daraus kommen? Ins Heim will ich nicht... möchte mit meinen fast 66 Jahren selbständig bleiben.


    Ich liebe meinen Mann, aber langsam bin ich wütend auf ihn, weil er mich verlassen hat. Es ist natürlich ungerecht und lieblos.


    Er wirkte trotz seiner jahrelangen MS-Erkrankung stark und beschützend auf mich. Wir haben noch so viel besprochen, aber trotzdem immer bis zum Schluss hoffend, dass wir noch eine gemeinsame Zeit haben. Nur in seinen letzten Tagen war es uns klar... es ist vorbei. Er konnte auch nicht mehr und das habe ich verstanden... konnte ihn aus Liebe gehen lassen... der Krebs war stärker als unsere Zweisamkeit.


    Nun bin ich alleine ohne ihn und habe Angst vor allem was ich noch erleben muss.


    Irgendwie suche ich nach Halt und Liebe... wo finden? Ich möchte wieder einen Menschen an meiner Seite.


    Luise... verzweifelt und haltlos...

    Meine Lieben,


    meine Tränen laufen nur wieder so.


    Es geht mir schlecht... vor Schmerzen habe ich die ganze Nacht nicht geschlafen... trotz Opiate nicht.


    Ich weiss nicht mehr weiter...kein Arzt kann mir helfen... nur mit noch stärkeren Mitteln, aber dann "steh" ich neben mir und bin nicht mehr ich selbst. Von Autofahren ganz zu schweigen... dann wäre ich nicht mehr mobil.


    Mir graut schon wieder vor der nächsten Nacht. Ich bin richtig wütend auf Heinz. Warum hat er mich allein gelassen? Bekomme auch keine Zeichen mehr... träume aber sehr viel von ihm... empfinde ihn ganz real und sehe ihn dann gesund.


    Aber das Aufwachen ist um so schlimmer... das Bett neben mir... leer... keine Geräusche aus dem Bad... kein "Guten Morgen---Kaffee ist fertig".


    Nun muss ich für den Ersatz meiner verlorenen Schlüssel mit neuen Schlössern samt Einbau ca. 300 € bezahlen.


    Zur Zeit empfinde ich nur Schmerzen... Verzweiflung... Einsamkeit. Freude kenne ich nicht mehr.


    Meine Freundin belaste ich auch mit meiner Stimmung...aber ich kann mich immer auf sie verlassen... dafür bin ich ihr dankbar.


    Heute schreibt ihr alle wenig. Ich vermisse euch.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    zur Zeit kann ich nur Jammern. Das ist mir sehr unangenehm euch gegenüber.

    Jeder versucht mit seinem Verlust zu überleben und viele von euch finden tröstende Worte füreinander.


    Das kann ich im Moment nicht... im ersten Jahr fand ich noch Worte... es war wohl alles noch so unwirklich für mich.


    Aber nun trifft die Welle mich voll und spielt mit mir. Sie wirft mich hin und her.

    Meine Kraft ist erschöpft... ich warte auf irgendwas, was sich ändern soll... aber es wird nun so bleiben. Das macht mich unfähig und wie gelähmt.


    Ich glaube, wenn noch eine weitere Krankheit oder ein Schicksalsschlag mich erwischt, gebe ich auf.


    Es wird mir zuviel... das Alleinsein... der Alltag mit all seinen Anforderungen... die Entscheidungen treffen... schon das Aufstehen geht nur noch, weil die Verantwortung für Amy meine Triebfeder ist.


    Ich brauche eine Perspektive, die mich am Leben hält. Leider kann ich absolut nichts körperliches tun. Niemanden kann ich es vermitteln, weil ich gewohnt bin, alle Schmerzen und meine Atemnot zu überspielen.


    Nur mein Mann kannte mich ganz genau. Sogar besser als meine Mutter, die zu schwach war mir eine Mutter zu sein... die mich zwar liebte aber nicht so stark wie ihren Sohn und ihren Mann. Allerdings war sie der Meinung durch meine frühe Selbstständigkeit und mein Durchsetzungsvermögen käme ich alleine zurecht. Aber das alles war nur aufgesetzt, um meine Behinderung zu kaschieren.


    Mein Mann sah das alles und liebte mich so. Und das fehlt mir nun... nicht nur er.


    Ich bin so allein, wie ich es noch nie war.


    LG Luise

    Liebe weisse Rose,


    die Schilderung deines Verlustes geht mir nahe. Schreibe dir hier vieles von der Seele... es ist tröstlich und hilfreich. Wir

    verstehen es und empfinden alle ähnlich.

    Du bist hier gut aufgehoben.


    LG Luise

    Meine Lieben,

    liebe Andrea,


    ich war die letzten Tage nicht gut drauf. Hatte viele Schmerzen und körperliche Einschränkungen. Das verstärkt dann auch meine Trauer und das Gefühl des Alleinseins.


    Mir fällt das Leben ohne Liebe und Zuwendung immer schwerer. Mir graust es davor noch "ewig" so weiter zu machen und sehne mich nach einem Menschen, der zu mir gehört... bei mir ist...


    Nachts träume ich viel von allen meinen Liebsten... sie sind dann so real und sprechen mit mir.


    Dann erwache ich und bin total fertig... zittere und kann mich nur mit Mühe ins Bad schleppen... lege mich wieder

    hin und träume weiter, aber mit Phasen des Bewusstseins und tiefer Verzweiflung.

    Das macht mich fertig.


    Schaffe es dann morgens kaum mich fertigzumachen und mit Amy raus zugehen. Wenn ich dann noch mit Nachbarn oder anderen Hundebesitzern reden muss, bin ich zwar höflich und freundlich, aber es kostet mich die letzte Kraft-auch körperlich-. Will dann nur noch in meine Wohnung und weine dann stundenlang.


    So kann es nicht weitergehen... meine Lebensangst wird immer größer.

    Es merkt mir im Alltag niemand an... trage eine Maske, lasse dadurch keinen meinen Zustand spüren. Tue so, als käme ich klar... wirke souverän...


    Aber so ist es nicht... nur hier zeige ich

    mein Inneres. Ich glaube, ich werde irgendwann nur noch eine leere Hülle sein...leben ohne zu leben. Tag für Tag... allein und verängstlich.


    Aber wie ändern... bin kraftlos... unfähig.


    LG Luise

    Liebe Blaumeise,


    das sind gute Nachrichten. Ich hoffe, das es dabei bleibt und drücke die Daumen.


    Du bist trotz allem immer so positiv und mitfühlend. Das tut mir gut.


    Bleibe du so wie du bist und versuche die Verluste aus deiner Selbsthilfegruppe nicht zu nah an dich herankommen zu lassen.


    LG Luise

    Liebe Blaumeise,


    gut das du die Luftnot überstanden hast. Lasse es aber abklären.


    Du bist so tapfer und leidest allein ohne deinen Sohn zu rufen. Aber mache es in Zukunft anders, bitte.


    Mir fehlt auch oft die Luft...gerate dann leicht in Panik und muss aufpassen, dass ich mich nicht hereinsteigere... vermisse dann aber auch stark jemanden, der da wäre. Leider habe ich niemanden hier in meiner Wohnung. Das macht mir Angst. Ich habe zwar vor dem Tod keine, aber vor langem und einsamen Sterben.


    Vor allen Dingen vor einem weiteren Schlaganfall, der mich pflegebedürftigt macht. Das ist meine grosse Lebensangst.


    Deshalb nimm die Hilfe und das Dasein von deinem Sohn an. Er will bestimmt das bestmögliche für dich.


    LG Luise

    Liebe Blaumeise,


    dieses Gefühl des Alleinseins kann ich total nachempfinden.


    Mir geht oft der Text des Liedes durch den Kopf:" Frei, das heisst allein...so wie der Wind... ohne ein Ziel".


    So ist es... kein Ziel... kein Ankommen... kein Seelenzuhause mehr.


    Das ist ein fürchterlicher Zustand... kaum auszuhalten!


    Ich sterbe dadurch stückchenweise.


    Bin in Gedanken bei dir... zu zweit sind wir weniger allein.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    das Lachen hat leider nicht lange angehalten. Seit gestern Abend bin wieder in einem tiefen Trauertal. Auch heute Morgen fließen nur so die Tränen.


    Ich rufe laut nach Heinz und er soll sich melden... drehe ich jetzt durch?


    Liege nur rum... kann nichts machen... lasse alles liegen... nur um meine Hündin kümmere ich mich. Warte irgendwie... weiss nicht auf was... kann keine Entscheidungen treffen... es wächst mir alles über den Kopf...


    Was ist nur mit mir los? Warum komme ich auf einmal nicht mehr klar? Heinz ist schon 17 Monate tot ( muss mir endlich sagen: TOT... TOT...) Kommt nicht wieder... bleibe allein... er kann mir nicht helfen... bin ALLEIN... für immer.


    ICH KANN NICHT MEHR!


    Mit tut alles weh... der Alltag ist zu beschwerlich... ohne Hoffnung auf Besserung... soll es noch jahrelang so weiter gehen?


    An manchen Tagen empfinde ich Gleichmut und nehme es so hin.

    Aber dann erschlägt es mich wieder.. das Alleinsein... die Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit... nach einem Menschen der zu mir gehört...


    Das Bewusstsein es ist keiner mehr da von meinen Liebsten... fühle mich von ihnen im Stich gelassen... war doch für alle da... habe drei bis zu ihrem letzten Tag begleitet...


    Ich versinke neben der Trauer auch in Selbstmitleid...


    Eure Luise