Beiträge von Luise

    Meine Lieben,


    heute brauche ich dringend Ratschläge von euch. Bin total unentschlossen... ja hilflos in meiner Gedankenwelt.


    Durch mein ständiges Alleinsein bin ich wohl sowas wie menschenscheu geworden. Bekomme selten Besuch und komme auch kaum aus dem Haus. Darunter leide ich sehr und sehne mich nach Mitmenschen, die an meinem Leben teilnehmen.

    Nun mein "Problem" : Mein Neffe mit Familie will morgen zum Frühstück zu mir kommen... sie wohnen weiter weg. Auf einer Art freue ich mich aber schon alleine der Gedanke an die Unruhe und auf meine Gastgeber"pflichten" versetzen mich in Panik. Ich bin stark durcheinander und will es eigentlich nicht.

    Es sind meine einzigen noch lebenden Verwandten und ich bin auf ihre Bereitschaft und eventuellen Hilfe bei Krankheit und Tod angewiesen ( Durchsetzung meiner Patientenverfügung... Vorsorgevollmacht... Nachlass usw.).

    Es ist alles besprochen und schriftlich festgelegt. Das gibt mir auch Sicherheit.


    Und trotzdem fühle ich mich heute nicht in der Lage sie morgen zu empfangen... es belastet mich stark... ich will alleine sein und mich nicht zusammenreißen und mich unterhalten und mit dem Kind spielen. Dazu wirbelt mein Hund dazwischen und ich muss aufpassen.


    Ich weiss, ich bin undankbar und ihr könnt mich bestimmt nicht verstehen... verstehe mich selber nicht.


    Aber es belastet mich und ich bin unsicher... muss eine Entscheidung treffen... aber welche?


    Es ist mir zuviel Unruhe, gleichzeitig bin ich froh, dass ich sie noch habe.


    Es ist nicht nachzuvollziehen. Was soll ich tun? Bin durcheinander und unzufrieden.


    LG Luise

    Liebe Blaumeise,


    ich bin soooo froh, dich wieder zwitschern zu lesen. Ruhe dich ordentlich aus und putze dein zerzaustes Gefieder!


    Melde dich wenn du kannst. Wir denken alle an dich und hoffen, dass du viele "Würmer" nascht, damit du wieder fliegen wirst um die Natur zu genießen.


    Alles, alles Gute

    wünscht dir Luise

    Meine Lieben,


    eine neue Woche und ich will versuchen an Heinz zu denken ohne zu viel zu weinen und zu hadern.


    Er will das ich gerne lebe. Das hat er mir oft gesagt, wenn ich verzweifelt war. Aber mir fällt es schwer... ohne ihn... allein...


    Mein Mann war meine Sonne.. ging immer wieder auf... gab mir Wärme... Licht... Kraft.


    Er fehlt mir so sehr... ohne ihn schaffe ich es kaum. Seine Liebe hat mich gestärkt.

    Deshalb konnte ich seinen Tod annehmen... seinetwegen. Trotzdem bin ich wie gelähmt vor Schmerz und bekomme mein Leben nicht mehr

    in den Griff... schwanke haltlos... lasse mich treiben... bin empfindlich... ohne Mut zum Weitermachen...


    Lechze nach Zuneigung... Anteilnahme... Hilfe in jeglicher Form. Dadurch sehr verwundbar... enttäuscht und getäuscht von den Menschen, denen ich mich zuwandte in meiner Not.


    Hatte einen Menschen, dem ich vertrauen und auf den ich zählen konnte.

    Heinz gab mir das alles... 46 Jahre.

    Und nun? Bin unfähig... komme nicht zurecht...


    Wird es je besser werden?


    LG Luise

    Meine Lieben,


    immer wieder dieses tiefe Loch!

    Ich falle und falle!


    Sonntag... diese Stille in und um mich herum. Ich halte es nicht mehr aus... wie lange noch?


    ICH HABE ANGST!


    Es ist komisch... diese Angst... eigentlich sollte mir doch alles egal sein! Aber ich versinke in dieser Lebensangst. Kennt das einer von euch?


    Das ist mein grosses Problem... Heinz hat es erkannt... nur er konnte mir helfen... die Angst nehmen.


    Ich möchte nicht mehr denken müssen... nur in den Tag hinein leben... solange wie es mir bestimmt ist. Aber mein Kopfkino läuft in einer Endlosschleife. Immer derselbe Film... schmerzhaft in seiner Realität.


    Dazu das Hämmern im Kopf : Heinz ist tot... kommt nicht wieder... bin allein.

    Ich glaube, ich versinke in Selbstmitleid.. so tief, dass es wohl krankhaft ist.


    Will es nicht wahrhaben, aber mein Verstand sagt es mir: es ist der pure Egoismus.


    Ich komme nicht mehr daraus... tue mir selber leid. Das Alleinsein macht mich fertig, gleichzeitig kann ich die wenigen Menschen, die mir noch helfen wollen, nicht um mich herum ertragen. Ich setze eine Maske auf und lasse mir nichts anmerken.


    Dabei schreit meine Seele nach Liebe... Zuwendung... Zärtlichkeit.


    Ich weiss nicht mehr weiter... verstehe mich selber nicht.


    Mein schmerzender Körper verschlimmert diesen Zustand noch mehr. Ich möchte laufen bis zur totalen Erschöpfung und dann liegen bleiben oder wieder aufstehen mit neuer Kraft...


    WEITERLEBEN?


    Ohne Heinz aber für ihn mit?


    Eure verwirrte Luise

    Meine Lieben,


    heute ist Christi Himmelfahrt und ich denke, dort im "Himmel" ist vielleicht auch mein Mann.


    Er ist da nicht allein und fühlt sich sicher wohl. Alle seine und meine Lieben sind zusammen.


    Aber ich fehle... fehle ich ihnen?


    Ich bin hier allein und das ist fürchterlich. Meine Gedanken... meine Träume... meine Sehnsucht bestimmen alle Tage.


    Es ist niemand bei mir... ich spüre Heinz nicht mehr... nur noch Verlustschmerzen.


    Manchmal möchte ich ihm was erzählen... denke er muss doch an meinem Leben teilnehmen... er gehört dazu.


    Doch dann kommt die Wirklichkeit in meinen Kopf und in mein Herz... es tut so weh!


    Heute wird wieder ein langer Tag... nur mein Hund ist bei mir. Bin schon seit 5 Uhr früh auf...alles ist still... nur Amy

    und ich waren draussen.


    Früher habe ich den Mai geliebt, wir waren dann oft in Urlaub an der See... waren zusammen... Tag und Nacht.


    Einige unserer Urlaubsfilme habe ich kürzlich digitalisieren lassen. Nun sind die Erinnerungen auf einem Stick...habe über 3 Stunden geschaut. Es war schön Heinz in Bildern zu sehen... ihn sprechen zu hören... sein lachendes Gesicht...

    Aber es hat mich auch im Inneren erschüttert... viele Gefühle... ein Auf und Ab...und die Gewissheit: es ist vorbei für immer.


    MEINE LIEBE... MEIN LEBEN...


    Luise... weinend

    Meine Lieben,


    manchmal hat man Glück im Leben. Habe sofort in der Nähe der Arztpraxis einen Parkplatz bekommen, es fuhr gerade jemand weg. War zwar sehr früh beim Arzt, aber was solls. Zeit habe ich ja genug.


    Als Heinz noch da war, ging die Zeit zum Schluss gefühlt zu schnell vorbei - für mich... wollte ihn nicht verlieren und habe doch gebetet, dass er nicht mehr leiden muss.


    Der Verstand hatte so entschieden, aber das Herz wollte es nicht wahrhaben... vorbei... für immer in dieser Welt.


    Es sind nun über 17 Monate und ich vermisse ihn täglich mehr. Immer wieder träume ich sehr intensiv von ihm und sehe ihn "lebendig". Wache auf... erinnere mich... bin unglücklich.


    46 Jahre kann man nicht einfach ausblenden... auch im Traum nicht.


    Mein Leben ist sinnlos geworden, trotzdem lebe ich noch... mache irgendwie weiter... warum?

    Habe Angst vor Krankheiten... will ich doch noch leben? Pflege mich... nehme meine Medikamente... esse... trinke. Nur Lebensfreude... Liebe... Zärtlichkeit... Anteilnahme... Zugehörigkeit...... und mehr fehlt... wird wohl bis zum Ende fehlen.


    ICH BIN ALLEIN UND EINSAM.


    Wohin geht mein Weg noch?

    Kommt noch ein Ziel?


    LG Luise

    Meine Lieben,


    gleich habe ich einen Termin beim HNO-Arzt. Das letzte Mal hat mich Heinz gefahren- vor ca. 4 Jahre-nun bin muss ich es alleine schaffen. Bin extra 1 1/2 Stunde früher gefahren, damit ich warten kann, bis in der Nähe ein Parkplatz frei wird.


    Dann noch laufen mit Rollator. Hoffentlich schaffe ich den Weg!


    Das sind die Probleme, die ich zusätzlich zur Trauer habe. Er fehlt einfach immer...


    LG Luise

    Meine Lieben,


    gestern beim Einkaufen wurde von der Kassiererin auch eine Kundin auf fehlende Maske angesprochen. Sie zeigte ein Attest vor, dass sie von der Maskenpflicht befreit ist, da chronisch erkrankt.

    Habe ich zum ersten Mal mitbekommen.


    LG Luise

    Liebe Helga,


    ja, schade. Es wäre schön sich mal zu treffen. Irgendwie habe ich mich so an euch "gewöhnt", öffne mein Inneres, betrachte euch als Freunde.

    Hier kann ich mir alles von der Seele schreiben, niemand wertet, egal ob ich jammere oder klage.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    morgen kommt die Hilfe noch einmal, um kleine Schraubarbeiten zu erledigen... dann weiss ich auch, was ich bezahlen muss.


    Nie hätte ich gedacht, dass ich mich darum mal kümmern muss. Heinz war ein guter Handwerker und konnte viel selber. Ich war es immer gewohnt, dass sowohl mein Vater als auch mein Mann in Haus und Hof fast alles selber machten oder einen Bekannten um Mithilfe baten.


    Nun geht vieles entzwei oder der Zahn der Zeit nagt an den Sachen. Und jedesmal tut es mir weh zu sehen wie die Erinnerung an Heinz dadurch "verschwindet", seine Arbeiten und seine "Fingerabdrücke" in unserer Wohnung.... alles verändert sich und wird Vergangenheit.


    Selbst ich habe mich stark verändert. Meinem Mann würde es nicht gefallen ... meine Traurigkeit... meine fehlende Lebensfreude und Lebensunlust... mein dahinleben ohne Zuversicht... ohne Sinn nur ein Abhaken Tag für Tag.


    Er wäre entsetzt!

    Würde mich nicht mehr erkennen!


    Aber ich kann nicht anders...bin unfähig alleine und ohne Liebe zu leben. Ich verkümmere und werde damit sterben...

    Ich habe Angst davor... Angst so zu enden.


    Es gibt so viele Menschen, aber der Mensch, der zu mir gehörte, ist tot.

    Ich will und kann es nicht akzeptieren... mein Verstand ja... mein Herz nein!


    LG Luise

    Meine Lieben,


    es ist Samstag 8:20 Uhr und gleich kommt jemand um mir einige Sachen im Bad anzubringen, die sich gelöst haben (sind geklebt), hat mein Mann noch angebracht.


    Wenn Heinz wüsste, dass ich dafür bezahlen muss! Kann es nicht selber.


    Bin natürlich froh, überhaupt einen Mann dafür gefunden zu haben, der für solche "Kleinigkeiten" kommt. Aber trotzdem für alles bezahlen!


    Werde froh sein, wenn er wieder geht... quatscht mir zuviel... rechnet die Zeit dafür auch mit!


    Es ist alles nicht so einfach... alleine. Das Geld könnte ich anderweitig gut gebrauchen.


    Das alles macht mir - neben der Trauer - auch zu schaffen. Ich kann einfach gar nichts! Bin körperlich zu schwach... selbst für leichte Tätigkeiten...


    Bin nur traurig und hilflos.


    LG Luise

    Meine Lieben,


    es ist alles schwer...mir wird es zu viel.


    Ich möchte gerne wieder etwas Lebensfreude empfinden... ich habe wohl nicht mehr so viel Lebenszeit und nur noch Trauer, Schmerzen (seelisch & körperlich) das kann es nicht sein.


    Jeder Tag ist ein verlorener Tag ohne Heinz! Er wollte immer das es mir gut geht... aber mir fehlt er so stark... ich halte es nicht aus.


    Morgen sind es 76 Wochen!


    Wie habe ich bisher überleben können... essen... trinken... atmen? Ich fühle mich halbtot und bin noch da...als letzte übriggeblieben. Alle sind zusammen im Jenseits... ich alleine hier.


    Das ist ungerecht... ich bin böse auf alle... sie haben es geschafft... alle mit meinem Beistand... ich werde einsam sterben...und bis dahin leiden.


    Wer oder was kann mir helfen? Gott hat mich auch verlassen... falls er je bei mir war!


    Eure sich selbst beklagende Luise.

    Entschuldigt!

    Liebe Isabel,

    Meine Lieben,


    das WE war sehr schlimm. Sonntag lag ich mit Puls von nur 45 Schlägen auf dem Sofa, ich dachte mein Herz bleibt stehen.

    Das hatte ich damals bei meinem Herzinfarkt auch, der Notarzt war besorgt.


    Ich habe Amy in den Arm genommen und wollte loslassen... irgendwie war es friedlich in mir.


    Nach ca. 2 Stunden bin ich aufgestanden habe noch frisches Wasser und Futter für Amy bereit gestellt, damit sie versorgt ist, bis meine Freundin merkt, dass bei mir was nicht stimmt.


    Irgendwann in der Nacht ging es mir besser und ich konnte ins Bett gehen.

    Amy hat ihre Geschäfte auf ihrer "Nottoilette" gemacht, die ich dafür angeschafft habe... ist im Prinzip wie eine Campingtoilette... nur für Hunde. Ist gut sauberzuhalten, steht meistens auf meinem Balkon und ich lasse die Tür dann offen.


    Nun geht es mir wieder besser ( Dienstag).


    Aber eigentlich kann ich nicht mehr... nur Amy hält mich noch hier.


    LG Luise

    Liebe Blaumeise,


    ich schicke dir eine ganz dicke Umarmung.


    Wir sind alle in Gedanken bei dir, Blaumeischen, du bist nicht allein.


    Melde dich wenn du es kannst und ruhe dich aus. Wir warten auf dich.


    LG Luise