Meine Lieben,
ich habe alle Posts von gestern gelesen und bin erschüttert, wie schlecht es fast allen geht.
Auch mir ging es vormittags so.
Aber dann bin ich gegen 15 Uhr zu "meinem" Trauercafe gefahren. Das findet jeden 1.und 3. Sonntag im Monat statt. Wird von ehrenamtlichen Hospiz Mitarbeiterinnen begleitet.
Dort waren gestern insgesamt 4 Trauernde und 2 Ehrenamtliche. Es ist ein offenes Treffen: wer kommt, der kommt.
Mal sind es mehr, mal weniger.
Wir erzählen von unseren Verlusten und wie wir damit umgehen. Jeder lässt jeden ausreden und es wird nicht gewertet. Die 2 Stunden gehen viel zu schnell vorbei.
Ich habe gestern noch mal die letzten Lebenstage von Heinz geschildert, teilweise unter Tränen. Dabei ist mir bewusst geworden, dass es gut ist, wie es ist. Hört sich vielleicht schlimm an, aber jetzt hat er es leichter... nur für mich ist es schwer. Trotzdem bin ich dankbar, dass er nicht mehr leidet und will nun versuchen, seinen Wünschen entsprechend noch zu leben.
Es wird weiterhin Tage geben an denen ich verzweifle, aber ich will dann an seine Liebe zu mir denken. Er wollte und will nur mein Bestes!
Ich werde versuchen, in seinem Sinne meine Restlebenszeit nicht nur mit Tränen... Trauer... Verlustgefühl... zu verbringen, sondern viel öfter an unsere gemeinsamen Jahre positiv und gerne zurückzudenken.
Ich habe Liebe erfahren und gegeben, dass kann auch der Tod mir nicht nehmen.
HEINZ, ICH WILL ES VERSUCHEN!
LG LUISE