Posts by Schatzale

    Ach Claudi, ein Freund hat gerade heute zu mir gesagt, "für das, was du gerade erlebst, gibt es leider kein Handbuch" Und so ist es auch, es tut furchtbar weh und man hinterfragt immer das WARUM! Wir wissen hier alle nicht, wie man nach vorne schaut oder wie man "loslässt", wir haben hier alle einfach einen Schritt vor den anderen gesetzt. Nichts erzwingen, alles darf sein, du wirst genau wie wir einen Fuß vor den anderen setzen..... und irgendwann bist du dann "vorne"


    Liebe Grüße

    Petra

    Hallo liebe Bianca,

    nichts kann dich zur Zeit trösten, wir wissen das hier alle. Es tut einfach nur weh und man ist fassungslos. Und es scheint dir alles so furchtbar, das ist es ja auch….. Du wirst es schaffen, es dauert zwar und es wird vielleicht nicht leichter, aber ANDERS.

    Fühlt dich einfach umarmt und nutze dieses Forum um dir den Schmerz vom Herzen zu schreiben.


    Liebe Grüße

    Petra

    Hallo Ihr Lieben,


    eigenartigerweise frage ich in letzter Zeit nicht mehr nach dem WARUM, ich habe es schmerzhaft akzeptiert (wieso weiß ich selbst nicht). Wonach ich aber frage ist, WO ist er jetzt? Gibt es irgendwas danach? Wir waren zwar beide aus der katholischen Kirche ausgetreten, aber dennoch Christen, wir kamen nur mit der Organisation Kirche nicht klar! Also könnte ich mir das religiös beantworten, aber das ist es nicht, ich spüre, dass mir das keine Antwort gibt.


    Ich denke mir nur, wir alle sind so ausgeklügelte Geschöpfe, wir haben soviel Wissen, Emotionen etc. Es wäre doch komplett unlogisch, diese Ressourcen zu verlieren und nicht zu nutzen. Also was macht Andi gerade, wo ist er, ist er in körperlichem Sinn oder als Energie??


    Und noch was - ich ertappe mich dabei, dass es mir an manchen Tagen richtig gut geht. Und dann bin ich unsicher, ob ich nicht viel mehr trauern müsste, wo ich ihn doch so geliebt habe. Ich versuche meine Tage und Abende so gut es geht zu füllen und auf Vorschläge meiner Freunde sage ich auch immer JA, ganz einfach weil ich alles versuchen möchte. wenn es mir nicht gefällt, kann ich ja noch immer gehen..... Auf diese Weise habe ich den einen oder anderen überraschend netten Abend erlebt, aber zuhause kommt dann wieder das "schlechte Gewissen" bin ich denn so kaltherzig, "vergesse" ich ihn zu schnell? Sind meine Selbstvorwürfe unbegründet?


    Verwirrte Grüße

    Petra

    Oh Sora, das hast Du so gut ausgedrückt, Danke dafür! Vielleicht ist es für sie bereits ein Glück noch zu Leben, wer weiß!


    Astrid. ich sehe es ja auch so, aber in der damaligen Situation habe ich es nicht eingesehen. In Ihrer Wohnung brennt nun abends wieder Licht, also müsste sie wieder da sein. Seither sehe ich aber immer wieder hinauf, nicht dass sie nochmals …….

    Hallo meine Liebe,


    du bist so tapfer und kämpfst für Dich und deine Kinder. Ich kann gut nachvollziehen wie du dich fühlst. Bei mir ist es erst 7 Wochen her, aber auch ich merke, wie meine Bekannten und Verwandten wieder in ihren eigenen Alltag zurückkehren und wenig anrufen. Ich denke, dass ist einfach so, keiner setzt sich gerne mit der Sterblichkeit auseinander. Ich glaube, wir sind stärker als wir meinen und auch du weißt, es muss weitergehen, unvorstellbar aber das Leben läuft da draußen einfach weiter, als wäre nichts passiert!!! Das eigene Leben stürzt ins bodenlose und in der Welt läuft alles ab wie immer - es ist nicht fassbar ABER alle sagen es würde leichter werden, irgendwann, darauf hoffe ich für Dich und auch für mich.


    Liebe Grüße

    Petra

    ich hätte es nicht besser ausdrücken können Mausebaer, genau das empfinde ich gerade eben, an unserem Kennenlern-Tag und es tut verdammt weh.

    Heute vor 16 Jahren haben wir uns in einem Wiener Kaffeehaus kennengelernt und seit damals waren wir ein Paar. Ich war gerade in diesem Kaffeehaus frühstücken, hatte ein Foto von Andi mit dabei und somit mit ihm gefeiert. Jetzt ist es knapp 6 Wochen her, dass er gehen musste.


    Ich hatte vor 2 wochen ein seltsames Erlebniss. Ich stand am Fenster und plötzlich nahm ich aus dem Augenwinkel im Haus gegenüber im 4 Stock eine ungewöhnliche Bewegung war. Eine Frau stand mit einem Plastiksack um den Kopf auf der Balkonbrüstung, weinte und wollte sich sichtbar runterstürzen. Ich rief die Polizei an zwar in der Meinung, dass das sowie so schon gemeldet wurde. Aber ich war die erste und man sagte mir, ich solle sie irgendwie beruhigen. Und so tat ich, wie man es im Fernsehen halt so hört. "Wie heißt du, komm, reden wir darüber, springen ist keine Lösung........ und so weiter.

    Dann kam übers Dach ein junger Polizeist und riß sie vom Geländer weg. Ok, nun hatte ich vielleicht ein Menscenleben gerettet!! Warum ich das erzähle? Ich mußte danach heftig weinen, weil diese junge Frau wollte nicht leben und gehen, mein Andi wollte leben und MUSSTE gehen! Ich fand das so unfair. Ich bin im Gedanken heute ganz fest bei ihm, wo immer er auch sein möge.

    Liebe Tereschkowa,


    mir tut scheinbar Ruhe nicht gut! Hier hätte ich sie ja, aber die Ruhe macht grübeln und das ist schmerzlich. Ich denke aber, ihr habt recht und ich werde nichts überstürzen, sondern mal abwarten. Aber der Garten muss trotzdem mit einem Minimum Aufwand gepflegt werden - naja das kann ich auch mit einem Tagesbesuch machen, ich muss ja nicht übernachten...………..

    Liebe Shiva,


    ich versuche sowieso das Haus zu halten, aber es ist so wie ein "stilles Grab". Ob es nicht besser ist was Neues zu haben, eben ohne die vielen Erinnerungen um wieder neu anzufangen - ich weiß es nicht. Ich kann aber deine Hausgeschichte verstehen, bin aber nicht sicher, ob ich es für mich nachempfinden kann. Noch tun mir die vielen Erinnerungen weh und bringen ihn mir nicht näher, sondern ich habe Angst sie nicht auszuhalten.


    Danke aber für Deine lieben Worte.

    Ihr Lieben,


    ich möchte Euch kurz von meiner letzten Woche berichten. Am Sonntag habe ich spontan beschlossen für 5 Tage in eine Therme zu fahren um nach der Urnenbeisetzung und allem drumherum wieder zur Ruhe zu kommen. Ich war dort sicher schon 8-9 mal, immer alleine, weil Andi nicht so ein Thermengeher war. Also dachte ich, dass ist ein "Andi unbesetzter" Ort und ich kann nach all den Monaten mit Leid und Tod endlich wieder abschalten! Pustekuchen! Gerade dort wurde mit schmerzlich klar, er ist einfach nicht mehr da! Wir hatten, selbst wenn ich in der Therme war, viele Rituale. In der Früh telefonierten wir, am Abend vor dem Essen berichtete ich über meinen Tag und nach dem tollen Abendessen darüber, was ich Feines gegessen habe und der, der als erstes schlafen ging, meldete sich beim anderen ab.


    Mein zweiter Fehler (außer, das es für so einen Aufenthalt eindeutig zu früh war) ich war alleine dort, also 24 Stunden Zeit zum grübeln.


    Gestern Abend ging ich mit meiner Familie in ein Konzert der EAV (Erste allgemeine Verunsicherung) und im Anschluss übernachtete ich das erste mal seit April in unserem Wochenendhaus im Burgenland. Jetzt sitze ich hier und denke immer nur "was tue ich hier eigentlich?" Jede Ecke atmet Andi, überall stoße ich auf Dinge der er vom April noch rumliegen hat, als würde er gleich wieder kommen. Ich bin unendlich traurig und bin gestern mit vielen Taschentücher schlafen gegangen. Es ist seltsam hier, dieses Haus war immer zu 150 % Andi-Projekt und eigentlich nur 80% meins, aber in den letzten 4 Jahren hab ich es doch auch lieb gewonnen.


    Aber ich bin hier ja wieder alleine. Für mich alleine ist es zu groß, zu viel Arbeit, zu "einsam". Die Nachbarn sind sehr nett und laden mich zu Kaffee und Abendessen ein, aber ich kann ja nicht immer bei irgendwelchen Nachbarn sein, nur damit ich hier die Einsamkeit und die vielen Erinnerungen aushalte.


    Ja es ist erst 4 Wochen her, aber ich glaube nicht, dass ich in einem Jahr anders fühle. Was meint Ihr, soll ich einen Verkauf in Betracht ziehen oder wirklich einfach abwarten? Ich bin ziemlich verwirrt und werde wahrscheinlich um die Mittagszeit wieder nach Wien fahren, dort habe ich mehr Möglichkeiten mich abzulenken, als hier am Land.


    *Ach mein Schatz, warum musstest du gehen, du fehlst mir so sehr. Ich schaffe das, ich weiß es, aber so wollte ich es nicht, das habe ich mir nicht ausgesucht und das macht es so unfair.*


    Traurige Grüße

    die Petra

    Liebe Adi,


    mir geht es ähnlich, ich schlafe auch kaum und wenn, dann schlecht. Ich bin noch immer so angespannt, aber das ist nach 3 Wochen kein Wunder. Ich hoffe dass es dir gelingt mal ein wenig durchzuschlaen.


    Liebe Grüße

    Petra

    Hallo Ihr Lieben,


    es war sehr bewegend gestern und auch würdevoll. Wir haben zu viert - sein 91 jähriger fitter Vater, seine Schwester, seine Nichte und ich) vor der Einsegnungshalle gewartet und dann kam die Bestatterin mit der Blitzblauen Urne die sie mit weißen Handschuhen getragen hat. Am Friedhof war es ganz ruhig, kein Mensch weit und breit. wir gingen hinter der Bestatterin zum Grab. Links hinten war ein kleiner Schacht ausgehoben und dort wurde die Urne beigesetzt. Ich habe viel geweint, es war so endgültig.


    Seit einer Woche "ertappe" ich mich, dass in meine Trauer immer mehr normale Momente ziehen, ich manchmal lache und Freude verspüren kann. Gleichzeitig habe ich das Gefühl Andi zu verraten. Müsste ich mir nicht die Haare raufen, die Bluse zerreißen und ständig heulen? Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil es mir nicht sooo schlecht geht, wie ich es von mir erwartet hätte. Kann es sein, dass die 10 Monate vorher, mich darauf irgendwie vorbereitet haben? Oder ist es vielleicht, weil es ja auch schon ein Leben VOR Andi gegeben hat. Ich habe Andi ja sehr spät kennengelernt mit 39 - also war ich schon reichlich erwachsen und habe schon ein Erwachsenenleben gelebt - auch ohne ihn.


    Ich bin entsetzt, dass ich so reagiere, ich habe ihn doch so geliebt und er fehlt mir auch so sehr.


    Eure Petra

    Hallo Ihr Lieben,


    heute bekam ich vom Bestatter das Medaillon mit seinem Fingerabdruck und noch ein Blatt Papier mit seinen kompletten Fingerabdrücken. Ich habe so geweint, weil alles hochgekommen ist und ich eigentlich außer den Fingerabdruck und eine Haarsträhne nichts mehr Körperliches von ihm hab. Das ist mir wieder so bewusst geworden und es tut so weh!


    Morgen ist die Urnenbestattung im kleinsten Kreis und ich fürchte mich davor, das ist dann so endgültig und ewig

    Er fehlt mir so sehr und die Sehnsucht wird immer größer und größer.

    Liebe Birte,


    was du all die Jahre erleben und durchleben musstest ist wirklich sehr schwer. Du schreibst, dass du Angst hast, in ein Loch zu fallen. Du hast soviel durchgemacht und du darfst auch in das schwarze Loch fallen. Trauern ist nun mal ein schmerzhafter Prozess. Ich kann dir nichts Tröstliches sagen, bei mir ist die Wunde selbst sehr frisch, aber ich nehme dich virtuell in den Arm.


    Liebe Grüße

    Petra