Beiträge von Schatzale

    Liebe Helena,


    ich verstehe deinen großen Verlust und auch, dass es verdammt schwer sein muss, ohne Vorboten sein Liebstes zu verlieren. Du hast scheinbar schon 14 Monate tapfer durchgehalten, jetzt geht es scheinbar ans realisieren und die Frage, was mache ich mit dem Rest meines Lebens oder wenn du noch nicht so weit bist, was mache ich das nächste Jahr? Wenn du schon länger hier mitliest weißt du ja, wir sitzen hier alle im selben Boot, der eine rudert mehr, der andere weniger. Sei aber immer sicher, hier wirst Du immer ein offenes Ohr finden und vielleicht kannst Du uns Frischlingen helfen, wie wir es angehen sollen.


    Vielleicht möchtest Du uns mehr über deinen Verlust erzählen.


    Liebe Grüße

    Petra

    Ach liebe Deep dish, wir sind halt leider auch keine Therapeuten und mit unserem eigenen Leid beschäftigt. Nicht dass dich niemand anrufen will, uns allen hie geht es ja ähnlich wie dir. Hilft es dir, dass ich dir sage, mach einen Schritt nach dem anderen, erzwinge nichts und lass die Trauer raus, weine, schreie, schlag auf den Polster ein. Es ist alles noch so frisch und Trauerarbeit ist leider "Arbeit", kostet Kraft und Energie.


    Lass dir unbedingt von jemandem professionell helfen. Es gibt sicher in deiner Nähe eine Trauergruppe oder einen Trauerberater . Niemand oder nur die wenigsten schaffen es alleine. Ein guter Freund oder Freundin kann auch ein wenig mithelfen. Es wird irgendwann mal nicht mehr sooooo weh tun, aber du wirst immer Sehnsucht nach der Partnerin haben. Man lernt damit zu (über)leben. Nach 6 Monaten kann ich manchmal sogar wieder Freude an Kleinigkeiten finden, dass hätte ich mir vor 5 Monaten nie träumen lassen. Gib dir Zeit, schau, dass du einen Tag nach dem anderen durchstehst und irgendwann wird überleben Programm. Lass uns an deinem Kummer Anteil haben, wir haben das alles schon durchgemacht und können dir schriftlich das Eine oder Andere mit auf den Weg geben, aber sei bitte nicht traurig, wenn du keinen Telefongesprächspartner findest, wir sind noch nicht alle so stark um so eine Aufgabe zu bewältigen, wir knabbern selbst noch dran.


    Schreib deine Emotionen nieder, das tut wirklich gut - glaub mir.


    Mit liebevollen Gedanken AN DICH

    pETRA

    ….und ich dachte noch vor kurzem "die Gabi ist schon einen Schritt weiter als du" Aus deinen Postings hatte ich bis vor kurzem noch Aufbruch gespürt. Vielleicht ist es gerade wieder eine Welle, die dich von oben runterspült und hebt dich doch wieder hoch. Nach meiner Sicht hast du es bisher so gut geschafft, bist so harte Wege gegangen und immer wieder aufgestanden. Ich verstehe aber, dass du dich wie von aussen betrachtest, denn es ist ja eigentlich ein aufgezwungenes Leben, das keiner von uns so wollte und daher - glaube ich - flüchtet man in die AUßenbetrachtung, weil man keine Erklärungen mehr hat.


    Ich habe ein nettes Kartendeck - die kleinen Frauen heißt es. Als vor ein paar Tagen alles ein wenig zu viel wurde habe ich Andi gebeten mich zuführen und hab eine Karte gezogen. Ich zog: Gestalte DEIN Leben! Da wurde mir aber klar, dass ich für mein neues Leben noch keinen Plan habe. Ich finde, es ist alles so vorgegeben. Job, alleine sein, hie und da etwas mit freunden unternehmen - eigentlich wie immer. Das ist aber kein GESTALTEN. Wieviel Selbstgestaltung hat man eigentlich?


    Hoffen wir auf Neues, etwas das wieder Lebensfreude in unser Dasein bringt und vorallem hoffe ich auf Frühling, ich brauche Wärme und Licht!


    Liebe Grüße Petra

    Liebe/r dee dish, schade, dass du nicht mit uns "öffentlich" schreiben willst, denn das genau macht unsere Gemeinschaft aus. Jeder hat den einen oder anderen Tipp, kann dir aus eigener Erfahrung was sagen und das seine beitragen. Das geht natürlich nicht, wenn nicht alle auf dem gleichen Stand ist. Aber natürlich kann ich deinen Wunsch akzeptieren!


    Das neben Dir stehen ist leider ganz normal und wird sich auch nicht so schnell ändern, aber es wird mit der Zeit anders und man lernt damit umzugehen. Das macht es nicht einfacher, aber es hilft vielleicht ein wenig - zu wissen, was da auf einem zukommt.


    Ich schicke dir eine liebevolle Umarmung und ein bisserl Kraft rüber.

    Petra

    Liebe Traurig83,

    meine Mutter war recht krank (Multiple Sklerose) und hatte mich all die Jahre richtig gut "im Griff" dh. sie hat uns und speziell mich mit ihren Forderungen erpresst und ich lies das zu, weil sie mir leid tat. Kurzer Dialog, sie ruft an uns sagt: Maus, weist du was gerade passiert ist, ich will mir gerade Kaffee machen und sehe, ich habe keine Milch" Früher wäre ich aus meiner Arbeit zu ihr gesaust und hätte Milch besorgt. Damals nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und meinte zu ihr "Weißt du was Mutti, dann wirst du ihn halt schwarz trinken", was dann geschehen ist, bleibt mir ewig in Erinnerung. Sie sagt " na gut, dann trinke ich ihn schwarz"!!!


    Seit diesem Moment hat die Macht über mich abgenommen und ich konnte mein Leben wieder leben! Ich dachte damals wirklich, wenn ich nicht das tue was sie will, öffnet sich die Erde unter mir und frisst mich. Siehe da, nix ist passiert, außer Erleichterung.


    Vielleicht hilft dir diese wahre Geschichte ein wenig!


    Liebe Grüße

    Petra

    Ihr Lieben,


    wenn ihr das liest, dann habe wir diesen W-Abend hinter uns gebracht mal gut, mal weniger gut, aber er ist vorbei!!!! Einige werden gute Erfahrungen, andere schlechte Erfahrungen gemacht haben, aber mir ist wichtig ICH habe diese Tag und Abend überstanden ohne daran kaputt zu gehen. Ihr Lieben, lasst uns nun genau so auf Silvester zugehen, wir haben W... geschafft, Silvester werden wir auch schaffen und dann gibt es ein neues Jahr, mit neuen Herausforderungen und vielleicht hie und da ein Licht am Ende des Tunnels.


    Lg

    Petra

    Liebe Caro,


    mein Schwiegervater ist auch ganz alleine nachdem seine Frau und vor 5 Monaten auch mein Mann sein Sohn gestorben ist. Auch er ist sehr verschlossen, aber ich setze mich darüber hinweg. Ich besuche ihn rufe ihn (in der ersten Zeit täglich) sehr oft an, bringe etwas mit - was er gar nicht will - mir egal. Ich versuche ihm Normalität zu geben. Vielleicht willst Du das auch einfach machen - und wenn nur, weil es dir ein Bedürfnis ist.


    Liebe grüße und einen ruhigen Weihnachtsabend

    Petra

    Liebe Gabi, ich kenne das auch, dass man sich dabei ertappt, dass es einem nicht sooo schlecht geht, das man das Leben ziemlich gut hinkriegt und dann wiederum fühlt man sich wie ertappt, denn eigentlich kann es a gar nicht so sein, wo er doch nicht mehr da ist. Ich war immer eine selbständige Person und erwarte das auch von mir weiterhin, aber trotzdem tue ich alles schaumgebremst ohne große innere Überzeugung


    Wie schrieb eine liebe Mittrauernde so schön. man wird immer dieses "Heimweh" nach ihm und der Situation haben, Mit dem Wort Heimweh kann ich ganz gut leben, ja, so fühlt es sich vermutlich an, wenn man im Ausland leben muss und Heimweh hat!


    Vielleicht hat ja das neue Jahr Überraschungen für uns bereit, ich hoffe nur gute, denn die schlechten haben mir gereicht.


    Sei herzlich gegrüßt und einen lieben Gruß nach Tirol.

    Petra

    Liebe Traurig83,


    Alltag? Oh das braucht noch viel Zeit! Ich glaube man darf auf einigermaßen gute Momente hoffen, aber Alltag, das ist noch viel zu frisch. Deine Mutter wird halt von einem Tag zum anderen leben und versuchen, den irgendwie rum zu bekommen. Es wird irgendwann einmal etwas anders, manchmal leichter aber sicher anders als vorher. Lass ihr und dir Zeit, der Trauerprozess dauert bei jedem anders lang. Hier im Forum sind Trauernde, die nach 6-7 Monaten wieder Licht am Ende des Tunnels sehen und welche, die nach über einem Jahr noch immer untröstlich sind und das ist ihr gutes Recht - jeder geht damit anders um. Nimm dir also so viel Zeit wie du und sie brauchst!


    Fühl die herzlich umarmt

    Petra

    Liebe Still Crazy,


    deine Worte machen Mut, ich hoffe, dass ich auch bald soweit bin. Es überwiegen ja sowieso schon die guten Tage und mehr erwarte ich auch noch nicht. Klar, die Weihnachtszeit ist schwieriger, aber auch die werden wir alle überstehen.


    Liebe Grüße und ich wünsche dir eine schöne Weihnacht.


    LG

    Petra

    Hallo Matthias,


    als eher stille Mitleserin mache ich mir jetzt schön langsam große Sorgen um dich. Hast du denn niemand, der ein wenig auf dich "aufpasst". Mir tut es im Herzen weh, wie sehr du dich quälst und nur von Kontakt zu Kontakt "lebst". Was könnte dir helfen, wieder am Leben teilzunehmen? Dorit kann dir niemand zurückgeben, leider, aber du knüppelst dich selbst so nieder. In dieser Situation hast du nicht viel anders reagieren können, das ist alles Ausnahme, das haben wir nicht geprobt oder trainiert, da kann man nur agieren oder nicht. Du hast nicht annähernd so viel falsch gemacht wie du dir selbst vorwirfst.


    Ich schicke dir ganz viel Kraft rüber und bitte Dorit still auf dich aufzupassen.


    Liebe Grüße

    Petra

    Liebe Ange,


    es ist immer schwer zu beurteilen, ob jemand schreibt, weil er etwas loswerden will, oder weil er Zuspruch braucht. Ich habe deine Geschichte und deine Sorgen gut durchgelesen und hatte den Eindruck, du willst Dir alles von der Seele schreiben, nicht unbedingt nur um Antwort zu bekommen. Es gibt für unser aller Schicksal keine Antworten, wir wissen ja selbst nicht, warum uns das alles passiert ist. Ich verstehe deinen Schmerz und kann ihn sehr gut nachempfinden. Sei uns aber nicht böse, weil wir vielleicht nicht immer in deinem Sinne antworten. Nicht weil du nicht recht hast, sondern wir sind ja alle mit unserem eigenen Schicksal beschäftigt und auch nicht immer gut drauf um zu antworten.


    Ich umarme dich aber sehr gerne und hoffe du hast einen nicht zu schweren Abend!


    LG

    Petra

    Hallo Du,


    ja, es ist verdammt schwer auszuhalten, die Jahreszeit trägt auch nicht zur Erleichterung bei. Ich habe dir ein paar Monate voraus und bei mir wird es gerade ein wenig besser. Ich umarme dich herzlich und wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen. Irgendwann ist Licht am Ende des Tunnels, auch wenn du es zur Zeit nicht glauben kannst!


    LG

    Petra

    Lieber Robert,


    ich bin ein Kind aus der Josefstadt - und mein Verlust ist morgen schon/erst 5 Monate her. Gestern habe ich mich Weihnachten bewusst gestellt und bin mit Bruder und Schwägerin einige Weihnachtsmärkte abgegangen. Und, was soll ich sagen, es war schön. Die Lichter der beleuchtete Stephansdom, die tolle Beleuchtung am Graben. Trotz meines Verlustes konnte ich es genießen und es zeigt mir, dass es Stück für Stück ein bisserl leichter wird, wenn mir auch Andi sehr fehlt. Ich habe es akzeptiert und frage nicht mehr nach dem warum, weil es eh keine Antwort gibt. Er hat Weihnachten geliebt und so versuche ich für uns beide (ich hoffe er ist um mich herum) es ein wenig hübsch und feierlich zu machen. Klar gibt es immer wieder Tränen, aber sein Leitspruch war "das Leben ist schön" und hätte er noch sprechen können dann hätte er mir das als Auftrag gegeben.


    Deine Christine hat Weihnachten doch auch so geliebt vielleicht gelingt es dir für sie das auch ein wenig zu schätzen, auch wenn es nicht leicht ist. Ich denke fest an dich und bin im Gedanken solidarisch bei dir.


    Liebe Grüße

    Petra

    Liebe as1304,


    er hat es so entschieden, dass du eben nicht da warst. Mach dir bitte keine Vorwürfe, du hättest nichts verändern können, nicht mit mehr Ärzten, mehr Engagement etc. Das ist ein ganz natürlicher Prozess, dieses "hätte ich" - NEIN, DU hättest nicht..... das haben wir uns alle gefragt, nochmal NEIN, du hättest nichts verändern können, es wäre so oder so passiert. Du hast ihn nicht im Stich gelassen und es ist oft so, dass Menschen dann gehen, wenn ihre Lieben NICHT da sind, um ihnen noch mehr Schmerz zu ersparen oder um das letzte Bild nicht zu zerstören.


    LG

    Petra

    Hallo, es ist furchtbar, was da passiert ist. Der geliebte Mensch kommt nie mehr durch die Türe. Es ist alles so frisch und unerklärlich. Du fragst Dich wie du das ertragen kannst? Du wirst einen Schritt nach den anderen gehen, erst mal schauen, wie du einen Tag überstehst und den nächsten und den nächsten..... Du machst einfach weiter ohne nachzudenken, ferngesteuert und irgendwann nach vielen vielen Tagen lässt der Riesenschmerz vielleicht nach und macht einer ungestillten Sehnsucht Platz. 5 Monate sind es bei mir morgen - unglaublich, ICH habe es ein wenig überstanden, es tut noch immer weh, aber ohne jede Minute in Tränen auszubrechen, weil ICH weiterleben will und er mir sein Lebensmotte "das Leben ist schön" als Auftrag mitgegeben hätte, hätte er noch mit mir sprechen können. Also lebe ich für ihn mit und das tröstet ungemein.


    Ich umarme dich ganz lieb und wünsche dir Kraft, liebe Freunde und das irgendwann das Licht zurückkommt zu dir. Halte durch, dein Leben geht weiter....

    Liebe Grüße

    Petra

    Liebe Anny,


    es tut mir so leid für Dich, für Dein Leben und für all Eure Lebenspläne! Ich mußte ebenfalls die Firma meines Mannes verkaufen und das hat sich fast 11 Monate gezogen und dich war oft am Rande der Verzweiflung, weil ich von diesen Dingen nix verstehe. Ich habe mir dann einen Unternehmensberater - einen Freund von Andi - dazugeholt und so wurde es leichter. er hat mir diese ganze Verhandlerei fast völlig abgenommen. Es macht aber auch traurig, denn damit ist das letzte "Irdische" von ihm weg und das tut weh.


    Wir waren auch noch nicht lange verheiratet und so standen die gleichen Leute an seinem Grab wie Jahre zuvor am Standesamt, das ist schaurig. Aber du wirst es schaffen und einfach einen Fuß vor den anderen setzen, ganz langsam, du musst nichts erzwingen, dich mit nichts beeilen und einfach in deinem Tempo trauern und diese Bilder verarbeiten. Irgendwann - in Monaten oder Jahren - wirst du Licht am Ende des Tunnels sehen, ein anderes Leben beginnen und deinen Kuschelbären in liebster Erinnerung behaltend weitergehen. Niemand kann ihn aus deinem Herzen verdrängen, und das ist gut so. Auch wenn du jetzt noch glaubst alles ist vorbei, es wird irgendwann nicht mehr so wehtun, aber das braucht Zeit.


    Ich bin in Gedanken bei Dir

    Petra