Lieber Uwe,
Ich habe intensiv nachgedacht, aber ich werde mich kurz fassen, da ich letztlich keinen Sinn darin sehe, den aktuellen Vorfall noch weiter zu zerpflücken. Ich habe nicht den Eindruck, das ständiges in Schutz nehmen, weil jemand so besonders arm ist, irgendetwas Positives bewirkt hat. Ganz im Gegenteil, es ist immer schlimmer geworden. Manche Menschen fühlen sich damit nur noch bestärkt in ihrem Verhalten.
Es mangelt mir auch sicher nicht am Verständnis, wie tief ein Mensch fallen kann. Ich bin seit über zwei Jahren nicht mehr der Mann, der ich war und werde es auch nie wieder sein.
Seit bald zwei Jahren bin ich in psychologischer Betreuung im Krisenzentrum. Ich habe Unmengen Alkohol, Medikamente und anderes konsumiert. Ich muss jeden einzelnen gottverdammten Tag kämpfen, um meiner geliebten Christie nicht endlich zu folgen. Ich hatte seit dem Tod unserer Tochter bei der Geburt und unseres Sohnes während der zweiten Schwangerschaft das Weinen viele Jahre verlernt und erst während der immer schwereren Erkrankung meiner Maus, in der Regel heimlich, manchmal nicht mehr vermeiden können. In den letzten zwei Jahren ist kein Tag vergangen, an dem es mich nicht etliche Male zusammenkrampft und die Schleusen aufreisst.
Ich verstehe und bewundere Deine Einstellung gegenüber dem Leben. Für meinen Teil kann ich in diesem Leben nur noch wenig Gutes sehen.
Liebe Grüße in die wilden Wälder von Solling, Deine Umarmung gebe ich ausnahmsweise zurück 😉,
Robert
PS: Ich finde es toll, was Du mit den Pferden umd dem Hof vorhast.
