Beiträge von Ange

    Bei mir war vorgestern der zweite Todestag/Jahr von meinem Jürgen. Ich hab gedacht, da werden bestimmt einige schreiben, aber dann hab ich verstanden, ich bin ja viel zu selten hier noch beim schreiben, da gehts halt unter, deshalb bekam ich keinerlei Nachricht von hier.


    War gestern wieder beim Medium-Kontakt und diesmal war es so voller Liebe, was mir mein Jürgen übermittelt, es hat so gut getan! Gibt mir wieder Kraft, etwas, für die nächste Zeit.


    Ange

    Danke, Tereschkowa. Hat gutgetan, Dein Schreiben zu lesen. Auch ich denk immer, ich kann keine Foto mehr anschauen, aber als es mir letztens so schlecht ging, hab ich einfach Fotos und auch Kurzvideos angeschaut und plötzlich: es hat mich sogar beruhigt, denn ich hatte Angst, mich würds zerreissen! Es hat mich tatsächlich ruhiger gemacht und ich bin so froh, so unendlich froh, diese Fotos und Kurzvideos zu haben und hüt sie wie ein Schatz.


    Das mit dem Grab: ich werd sehen, warten, einfach langsam immer mehr in diese Nähe zu kommen. Ach Gott, jetzt sind es bald zwei Jahre, aber weine täglich, täglich jeden Tag und mehrmals am Tag, auch jetzt, wenn ich das hier schreibe. Dieser unendliche Verlust, und dann hab ich niemand zu reden, wie einsam ich bin, hab ich an meinem Geburtstag gemerkt: meine Tochter Pia, meine Mutter und Götz, unser Bekannter, mehr sind es nicht. Sogar meine Patentante vom Odenwald, niemand angerufen. Mir hilft auch langsam nicht mehr, mir ständig zu sagen, daß es anderen noch schlimmer geht. Mein Leid und mein unermesslicher Verlust und mein Sehnen nach meiner einzigsten, tiefsten Liebe, mein Jürgen, das wird dadurch nicht weniger. Er war halt mein Halt, mein Beschützer, mein Mittelpunkt, mein Alles.


    Liebe Grüße von mir. Ange

    Danke, liebe Birgit56 und Sommermond und Mirachen, daß Ihr mir Trost gibt.


    Mein Jürgen seine letzte Stätte ist nicht Leonberg, sondern in Stgt.-Stammheim. Ich fahr öfters sogar dran vorbei, wenn ich meine Mutter besuche, vielleicht, Schritt für Schritt, denn wenn ich (jetzt fang ich schon wieder an zu weinen) in die Richtung vom Friedhof schau beim Fahren, spür ich so eine gewisse Anziehungskraft, voll mit Wärme.


    Ange (Alles Gute wegen gebrochenem Fuß Mirachen)

    Vielen Dank, Birgit.


    Bei mir ist es so, daß ich die letzten Jahre bei meinem Jürgen gelebt habe in Leonberg, damit ich rund um die Uhr bei ihm seinkonnte, ihn eben auch betreut habe, die letzten Jahre saß er im Rollstuhl, habe alles für ihn getan, damit er in seiner Wohnung bleiben konnte und nicht ins Heim. Bin damals auch von der Arbeit freigestellt worden.


    Aber die Generalvollmacht hatte leider seine Tochter, sie hat dann alles an sich gerissen. Ich hab zwar noch eine kleine Wohnung, aber ich kann dort nicht mehr sein, zu viele Erinnerungen. Bis jetzt bin ich bei unserem gemeinsamen Freund Götz aufgenommen worden, der selbst fast blind ist und seine Krebsdiagnose, aber wohl überstanden ist Gott sei Dank. Ich helf ihm, so gut ich kann, aber diese starke Trauer um ihn, mein Jürgen, raubt mir fast sämtliche Kraft. Ja, bis ich hoffentlich sehr bald, eine Wohnung gefunden habe.


    Einen lieben Gruß von Ange.

    Heute ist der Geburtstag von meinem Jürgen. Bin zutiefst unten, voll so großer Sehnsucht nach ihm. Das schlimme ist, ich hab absolut niemand, der mich mal in den Arm nimmt und bisschen Trost gibt. Einfach allein in dieser unermesslichen Trauer um ihn, mein Alles. Ange


    Ich hab hier am Tisch die Grabkerze angezündet, daneben ein Foto von ihm und zwei Lavendelblüten. Die Kerze flackerst stark, das bedeutet für mich, er ist bei mir.

    Liebe Isabel L.K.: ich hoff, Du bekommst diese Nachricht.


    Ich möcht Dich fragen mit Deiner Erfahrung: warum konnt ich noch nicht an diese letzte Stätte von meinem Jürgen gehen?? Andere sind Tag für Tag da, ich wünsch mir das auch, am liebsten würd ich dort meinen ganzen Tag verbringen.


    Aber ich schaff es noch nicht. Ich hab sogar Dinge für ihn!


    Nun hab ich irgendwas gelesen, daß man Zeit braucht, die Psyche, die Seele, um dieses endgültige, und das ist wohl das Grab, denn da steht es ja wohl auf Stein gemeistelt, daß er nicht mehr da ist, daß mein Innerstes wohl doch noch Zeit braucht, das zu verarbeiten, ich glaub, mich würd das sofort erdrücken, diese Gewissheit. und deshalb hab ich Angst, dahin zu gehen.


    Ange

    Ja, liebe Linchen1, das ist tatsächlich Eifersucht, das hab ich auch schon bestätigt bekommen. Ihre Eifersucht auf ihren Vater geht wohl tatsächlich bis nach dem Tod, sie hat noch niemals was andres bei ihrem Vater erlaubt, nur sie und ihre Mutter, die ehemalige Frau von meinem Jürgen. Auch geldmässig war sie sehr extrem, denn sie hatte ihren Vater gezwungen, seine Wohnung zu verkaufen, eben wegen Geld. Ich selbst hab niemals Geld dafür verlangt, daß ich bei Ihm war die ganzen Jahre. Im Gegenteil, ich war wie eine Löwin und wollt ihn beschützen, denn sie hatte nach seiner starken Narkose sofort seine Geldkarte genommen, und danach seine Wohnung verkauft. Leider konnt ich ihn davor nicht schützen, aber ich konnt es schaffen, daß wir trotzdem noch in seiner Wohnung leben durften, wir hatten dann von ihr 700,00 Euro für uns beide, da ich nichts verlangte und eine Pflegekraft oder Pflegeheim sehr viel kostet, darum hat sie es so hingenommen.


    Es ist so schrecklich, daß es solche Menschen gibt, absolut, das tut mir so weh ohne Ende. Hätten wir uns doch niemals scheiden lassen, er hätte alles behalten können, weil ich da aufgepasst hätte!! Nun ist es so, es gibt halt manche Menschen, die so sind, die haben bestimmt auch einen Grund.


    Ich liebe ihn so sehr, auch ist bald wieder ein Jahr vorüber, das zweite. Es tut unendlich weh, diese Sehnsucht nach ihm! seit er weg ist, weine ich jeden Tag mehrmals, jeden Tag, jeden Tag, denn er ist mein Leben, mein Halt, meine einzigste Liebe, ich wartete auf ihn seit Undenken. Als ich ihn traf, war ich Zuhause, war geborgen. Heut bin ich wieder wie damals: wie ein Blatt im Wind.


    Ange

    Nein, das ist nicht meine Tochter, denn meine Pia würde niemals so denken oder handeln. Es ist die Tochter von meinem Jürgen. Mit ihm war ich damals kurze Zeit verheiratet. Dann kam die Scheidung, doch gleich danach haben wir wieder zueinander gefunden und sind zusammen geblieben, leider als geschieden, aber als Lebensgefährten bis zum Schluss und bis in alle Ewigkeit...........


    Obwohl ich die letzten Jahre freigestellt wurde von der Arbeit, damit ich meinen Jürgen rund um die Uhr betreuen konnte und er niemals ins Pflegeheim gehen mußte sondern bis zum Schluss in seiner Wohnung leben konnte, Trotzdem hat seine Tochter wohl was dagegen, daß ich meine Liebe auch am Grab zeige. Das enttäuscht halt sehr.


    Liebe Grüße von Ange. Und danke, Mischi und Linchen1, daß ihr nachgefragt habt.

    Wir wissen alle nicht, wie so ein Wiedersehen mit unserem über alles geliebten Verstorbenen sein wird, wenn auch wir gehen, aber gewiss anders, als wir uns das vorstellen können.


    Sicher ist: es wird nie mehr wie hier im Leben sein. Ich werd niemals mehr Deine schmalen, so geliebten Lippen küssen können, ich werd niemals mehr Deine Arme um mich spüren dürfen, niemals mehr deine immer so kalte Nase spüren an meinem Gesicht, oder wir uns nie mehr die Hände halten können, wie wir es immer gemacht haben. Du hast immer Deine starke Hand um meine geschlungen, sogar bis zuletzt hatten wir uns gehalten, wie zwei Kinder, die einfach den Halt suchten und gefunden haben, bis Du, mein Leben, gehen musstest. Hab solch Sehnsucht nach Deiner Nähe! Mein Herz.


    Auch meine mit voller Liebe ausgesuchten Dinge für Dich darf ich wohl nicht aufs Grab stellen, obwohl, ich war noch niemals dort, es geht noch nicht, es ist beschämend, aber es geht noch nicht. Und ich hab niemand, der mich an der Hand hält, um dorthin zu gehen.


    In vollster Liebe, mein Jürgen, Deine Ange.

    Ich hab gelesen hier, daß manche Grundsicherung beantragen wollen. Also ich selbst hab nach Abzügen wie Miete, Versicherung, Telefon, Strom, Gas und Wasser zum Leben: 300 Euro, davon muß ich Essen und Trinken bezahlen, da geht nichts mehr wegen Kleidung oder sonstiges. Aber gut, ich brauch auch nichts mehr, bin nun 62 Jahre und mein Jürgen ist tot. Für meine Tochter leb ich noch. Bin mal gespannt, wie es wird, wenn ich in Rente komme, dann wirds ja noch weniger.


    Ange