Liebe Bena![]()
jetzt erst einmal die traurige Zitatensammlung von mir ... die tieftraurige...
jedes Mal wenn Corona-Intensivstationen in den Nachrichten gezeigt werden triggert es mich. Und auch die Zeit nach seinem Tod war so schrecklich..
Nachdem er verstorben ist, durfte meine Mutter nicht zurück nach Deutschland reisen, da ihr Test positiv war. Sie war eine ganze Woche nach dem Tod allein, in einem fremden Land, in dem sie nicht einmal die Sprache spricht.. es war so schlimm. Wir waren hier, meine Mutter dort und mein Papa Tod.
Die Wichtigkeit des Abschieds wird hier sehr deutlich.
Wir versuchen alle füreinander stark zu sein und dadurch, dass wir meinen Papa nicht gesehen haben, realisieren wir es alle nicht wirklich.
Ich habe durch die Menschen hier geschafft meinem Schmerz eine Stimme zu geben,----schreien einfach nur schreien.
Mittlerweile kann ich auch normal weinen viele Monate ging das nicht ich hatte nur Weinkrämpfe das war schmerzhaft und belastend.
aber dann hab ich das Gefühl, dass mein Papa ja nicht der einzige war und viele es nicht überleben. Ich will einfach wissen WARUM gerade ER einen schlimmen Verlauf hatte. Und wenn ich dann sehe, dass viele weitere Menschen daran sterben, tröstet es mich... ich fühle mich wirklich wie ein schrecklicher mensch, weil ich solche Gedanken habe.
Nein, das bist du nicht. Es ist ganz normal das wir ganz verrückte Gedanken haben, die wir sonst wahrscheinlich nie hätten. Die Seele versucht zu überleben und den Schmerz irgendwie zu erleichtern. Da kommt man schon mal zu ungewöhnlichen Gedanken. Sei nicht so streng mit dir.
Wenn man den Verstorbenen nicht mehr sehen konnte, dauert es länger um zu begreifen was passiert ist. Man kann es im Schock gar nicht einordnen und erfassen. Gebt euch Zeit.
Heute bin ich soweit das ich sie ignoriere diese Menschen interessieren mich nicht mehr, und ja ich trage eine Maske im Alltag um ihn zu schaffen.
Diesen Schmerz werden wir immer mit uns tragen.
Von Zeit zu Zeit wird es aufbrechen diese Wunde man lernt damit zu leben, ich akzeptiere den Schmerz ich wehre mich nicht mehr dagegen er gehört einfach jetzt zu mir.
Irgendwann haben wir beim deutschen Konsulat angerufen.. Ich frage mich, was mein Papa an diesem Tag gedacht hat. Wo wir alle sind, warum sich niemand bei ihm meldet.. vielleicht wollte er uns noch etwas mitteilen.. und am nächsten Tag wurde er Inubiert. Und das wars dann.. keine Möglichkeit mehr gehabt ihn zu erreichen oder mit ihm zu reden.
Es ist einfach, es tut einfach nur irre weh und es braucht viel viel Zeit.
jeden Morgen als erstes nach den Infektions- und Todeszahlen und sind "froh", wenn diese möglichst hoch sind, weil wir dann den Eindruck haben, das mein Vater/ihr Opa kein tragischer Einzelfall ist - obwohl er das natürlich letztlich trotzdem bleibt. Als mein Vater starb lagen die Todeszahlen bei round about insgesamt 6000
Mein Vater (absolut fit, ohne Vorerkrankungen, reiselustig, mental bestens beieinander und voller Pläne) ist bereits in der ersten Corona-Welle verstorben,
Inzwischen sind mehr als 8 Monate vergangen und ich hadere noch immer jeden Tag damit. Ich möchte zum Telefon greifen und ihm etwas erzählen, ich möchte für ihn einen Artikel aus der Zeitung ausschneiden und ihm zuschicken, möchte 100 Dinge mit ihm besprechen und und und.
Meine Mama ist während der ersten Welle, einen Tag vor ihrem 61. Geburtstag, an Corona verstorben. Auch sie hatte keinerlei Vorerkrankung, lediglich Probleme mit den Gelenken und dann ist es einfach so passiert, ganz schnell und so unerwartet, dass ich es bis zum heutigen Tage noch immer nicht begreifen kann, dass es wirklich so ist.
Ich gebe dir mal den Link zu meinem Thread, falls du lesen möchtest, wie es bei uns war.
Ich habe besonders in den ersten Woche auch oft nach ähnlichen Coronafällen gegoogelt und es hat mir irgendwie ein Gefühl von Erleichterung verschafft, zu lesen, dass es auch anderen passiert. Dass auch andere, ansonsten gesunde, noch nicht "alte" Menschen an Corona gestorben sind und dass es da draußen Menschen gibt, die jetzt das gleiche Schicksal durchmachen müssen wie meine Familie.
Mir graut auch schon davor, wenn irgendwann wieder Normalität einkehrt und ein Großteil der Menschheit dann "Ach, wisst ihr noch damals, als wir Katastrophe gespielt haben" sagen wird und darüber lachen wird. Deshalb möchte ich natürlich trotzdem, dass wir diese Krankheit endlich besiegen und wieder "normal" leben können.
Oh, mein Gott, meine Mama ist am selben Tag an Corona verstorben wie dein Papa. Ich bin gerade so berührt.... Knapp 3 Stunden später hätte meine Mama Geburtstag gehabt und wäre 61 geworden.
Ich hatte auch mal ein Instagram Profil, habe es aber schon lange nicht mehr. Hatte aber noch 1-2 Kontakte davon auf WhatsApp, die jeden Tag so einen Verschwörungsblödsinn im Status hatten. Ich habe sie wortlos gelöscht. Ich kann dir nur raten, das auch so zu machen und zu versuchen, solchen Kommentaren völlig aus dem Weg zu gehen, denn sowas wird dich nur zusätzlich belasten.
Wie sie schließlich in eine Fachklinik transportiert wurde, um an eine Herz-Lungen-Maschine anngeschlossen zu werden.... Obwohl ich ja auch nichts davon gesehen habe.
Ich bin froh, dass ich hier zumindest zwei Personen getroffen habe, die ähnliches durchmachen mussten.
Dieser Austausch gibt mir Kraft. Ich finde es auch schrecklich, dass was du beschreibst, das Leute irgendwann sagen werden "wisst ihr noch damals, Corona?" und dann lachen... ich finde es so schlimm, dass mein Papa an etwas gestorben ist, was irgendwann keine Todesursache mehr sein wird. Das macht mich verrückt. Denke mir immer, er hätte nur noch zwei Monate durchhalten müssen.
ganz ganz ganz langsam, Stück für Stück...einen Tag nach dem anderen.
Ich gehöre zu denen die nicht darüber lachen werden.Jeder einzelne der gerade daran stirbt ist einer zu viel.
Die letzten Tage sind eh nicht so gut gewesen, sie fehlt einfach so unglaublich und es tut dann einfach nur weh anders als am Anfang aber schlimmer diese Gewissheit nie wieder niemals das belastet mich.
Diese Begleitumstände, die das Sterben und Trauern um ein vielfacher erschweren, durch diese Pandemie sind wirklich eine Katastrophe für jeden einzelnen Trauernden.
Als im März/April abzusehen war, dass meine Tochter ein ganz anderes Abi bekommen würde als das, auf das sie sich seit 12 Jahren gefreut hatte, habe ich sie noch mit den gleichen Worten getröstet: "Paß auf, wenn Deine Kinder mal Abi machen, wirst Du über Deine Erlebnisse dieses Jahres auch lachen können." Damals war unsere Welt noch in Ordnung und ich hatte gehofft, meinen Vater durch entsprechende "Anweisungen" und "Verbote" bestmöglichst schützen zu können. Bei allen Einschränkungen, die damals ins Haus standen, war mein immergleiches Statement: "Es ist alles egal, wir kriegen das hin - Hauptsache, wir sind im Herbst noch alle gesund zusammen!"