Beiträge von Manu-ela

    Ich wollte gestern noch schnell die gelben Säcke rausbringen, habe das Glatteis auf der Straße nicht gesehen und bin gestürzt. Mein erster Gedanke war, vielleicht komme ich jetzt zu Helmut. Im Januar 2018 ist mir das schon Mal passiert, damals mit kompliziertem Schulterbruch. Helmut war die ganze Zeit bei mir. Ich bin zwar damals mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden, aber Helmut war da.

    Gestern konnte ich alleine wieder aufstehen, mir tut zwar fast jeder Knochen weh, ich habe Hautabschürfungen und etliche blaue Flecken, aber im Prinzip ist alles okay. Sorgen macht mir meine Schwiegermutter. Sie konnte die ganze Nacht nicht schlafen, weil sie sich Gedanken gemacht hat, was aus ihr wird, wenn ich mich nicht um sie kümmern kann. Sie hat gegrübelt, in welches Pflegeheim sie dann kann. Sie hat zwei Töchter, aber es steht für sie nicht zur Debatte zu einer von ihnen zu gehen.

    Ich muss für meine Schwiegermutter stark bleiben, auch wenn es oft schwerfällt.

    Liebe Birgit,

    ich wünsche dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit. Bis zum 8. 2. dauert es ja noch eine Weile. Das stelle ich mir auch schwer vor. Wird Nadja in der Nähe von deinem Mann bestattet? Du hast doch noch einen Sohn. Ist er für dich da?

    Ich denke ganz oft an dich.

    Mir hilft im Moment so ein bisschen Routine im Alltag. Ich habe heute den Tag mit Putzen und Schnee schieben verbracht. Meine Küche glänzt, aber mein Herz weint.

    Fühl dich umarmt.

    Liebe Grüße

    Manuela

    Liebe Isabel,

    meine Tochter will mich künftig immer zwischen 19.30 und 20.00 anrufen, wenn die Kleinen im Bett sind. Wenn es bei mir nicht geht, schreibe ich es ihr vorher. Ich hoffe ja, damit können wir beide leben.

    Wie geht es dir? Du gibst immer so gute Ratschläge, teilst aber nur wenig mit, wie dein Leben nach dem Desaster verläuft.

    Liebe Grüße

    Manuela

    Liebe Birgit,

    ich glaube nicht, dass ich die Woche genießen kann. Habe mir heute einen Arbeitsplan für die nächsten Tage erstellt, damit ich rund um die Uhr beschäftigt bin. Dann komme ich wenigstens nicht zum Nachdenken.

    Meine Ärztin hat mir heute auch geraten, mal zu meiner Tochter zu fahren, ich wäre ja nur eine Person. Das stimmt schon, aber was soll ich dann mit meiner Schwiegermutter machen? Ihre Töchter melden sich inzwischen nur noch sporadisch. Sie lieben ihre Mutter ja so sehr, aber ich glaube, am liebsten aus der Ferne.

    Zum Friedhof will ich auch wieder öfter. Helmut hat ein Rasengrab mit einem sehr schönen Naturstein. Aber zur Zeit fühle ich mich hier in unserem Haus ihm näher.

    Auch Gott will ich noch eine Chance auf Versöhnung geben. Ich will für Helmut eine Messe bestellen. Durch Corona wurde ja kein Requiem gehalten. Meine Tochter ist im November aus der Kirche ausgetreten.

    Wie hast du heute den Tag rumbekommen?

    Ich denke an dich und deine Lieben.

    Liebe Grüße

    Manuela

    Hallo ihr Lieben,

    kennt ihr das auch? Da möchte man seine Trauer ausleben und dann kommt die reale blöde Welt dazwischen und man hat für sich selber keine Zeit mehr. Die zieht einen nur noch mehr runter. Meine Tochter ruft jeden Tag an, gestern musste ich ihr sagen, dass ich einfach nicht im Stande bin, mit ihr zu sprechen.

    Ihr tut es weh, weil sie meint, ich könnte mit ihr über alles reden, mir tut es weh, weil sie ja auch um ihren Vater trauert.

    Ich weiß nicht, wie es weitergeht.

    Manuela




    😭

    Liebe Birgit,

    auch ich bin froh, dass das Wochenende so gut wie rum ist.

    Diese Wochenenden sind immer am schlimmsten. Ab morgen habe ich eine Woche frei. Morgen habe ich einen Arzttermin. Wie ich die anderen Tage rumkriege, weiß ich auch noch nicht. Vielleicht mache ich mal den Keller sauber. Hab ich aber eigentlich keine Lust zu.

    Heute hat meine ältere Schwester angerufen. Ihr Mann ist auch schwer krank und sie musste sich mal ausweinen. Ich bin eigentlich nicht der richtige Ansprechpartner im Moment, habe aber trotzdem versucht sie zu trösten.

    Eben rief meine Mutter an. Sie hat gestern eine Rechnung von der Knappschaft bekommen. Ich habe ihr vor einem Jahr eine Reinigungskraft besorgt, weil ich es einfach nicht mehr geschafft habe und diese natürlich ordnungsgemäß angemeldet. Jetzt ist die Versicherung fällig, eigentlich pillepappe, aber sie regt sich auf. Das Pflegegeld ist doch für so etwas da,oder?

    Das sind alles nur Lappalien zu deinem Schmerz, aber die machen mir mein Leben auch nicht leichter.

    Ich denke ganz oft an dich.

    Fühl dich umarmt.

    Manuela

    Hallo Heidemarie, ich meine genau dein Rezept. Gestern musste ich noch darüber lachen, dann hab ich mir gedacht, es

    muss mir doch auch helfen können. Ich habe es einfach umgesetzt. Danke dafür.

    Liebe Grüße

    Manuela

    Liebe Isabel,

    meine Schwiegermutter hat ihre Räume im Erdgeschoss, mir gehört zwar das Haus, aber meine Wohnräume sind oben. Ich habe gesagt, dass ich, solange meine Schwägerin da ist, nicht runter komme. Corona eben. Normalerweise bin ich schon früh unten, trinke mit Schwiegermutter Kaffee, bereite das Mittagessen vor usw. Dann räume ich ihr Schlafzimmer auf, säubere ihren Nachtstuhl... Jetzt war ich nicht da, habe keinen Tisch gedeckt, für keine Mahlzeiten gesorgt. Sie ist gestern plötzlich wieder abgefahren.

    Ich glaube, das Rezept gestern hat mir die Kraft gegeben, das endlich mal durchzuziehen.

    Mit meiner Schwiegermutter verstehe ich mich prima. Wir wohnen auch schon lange zusammen. Helmut und ich waren etwas über 1 Jahr verheiratet, als Schwiegereltern zu uns gezogen sind. Unsere Tochter war damals auch schon da.

    Bei meinen Eltern bin ich mit 17 ausgezogen, mit Schwiegermutter lebe ich seit fast 40 Jahren zusammen. Vielleicht liegt es daran, dass wir uns so gut verstehen.

    Sie sagt mir auch oft, dass sie froh ist, bei mir zu sein und nicht bei ihren Töchtern, obwohl sie die natürlich auch liebt.

    Liebe Grüße

    Manuela







    e

    ich

    Hallo Birgit,

    was ist mein Schmerz im Vergleich zu deinem. Mein Helmut fehlt mir unendlich. Meine Tochter wohnt mit ihrer Familie weit weg, ich habe auch nur die eine. Ich darf mir gar nicht vorstellen, dass ihr, ihren Kindern oder ihrem Mann was zustößt.

    Ich weiß nicht, wie du das alles verkraftest.

    Ich habe tagsüber genug zu tun, gehe arbeiten, muss mich um meine Schwiegermutter (95 Jahre) und meine Mutter (87 Jahre) kümmern. Beide

    Pflegegrad 3. Da komme ich am Tag kaum zum Nachdenken. Schlimm sind für mich die Abende und Nächte.

    Mein Helmut ist heute seit 9 Monaten tot. Es tut heute noch genauso weh wie am ersten Tag. Ich weiß auch nicht, wann das besser wird. Die Frau von meinem Bruder war bis eben da, wollte mich an diesem Tag nicht allein lassen. Seine eine Schwester ist auch gekommen ( wohnt rund 100 km weg). Über ihren Bruder hat sie kein Wort verloren, ihr ist zu Hause nur die Decke auf den Kopf gefallen und sie musste Mal raus. Sie hat sich auch nicht angemeldet, war einfach da. Und will ein paar Tage bleiben. Oh Gott, wie soll ich das überstehen?

    Jetzt hat Birgit dieser weitere Schicksalsschlag getroffen. Sie tut mir so leid. Eigentlich wollte ich mich bei ihr bedanken für ihre Tipps. Das ist jetzt, denke ich, absolut unpassend.

    Gestern habe ich mein Kissen, das sie mir empfohlen hat, bekommen. Ich habe seit Monaten das erste Mal wieder durchgeschlafen.

    Liebe Birgit, es tut mir wahnsinnig leid, was du jetzt durchmachen musst, aber ich bin dir auch sehr dankbar. Ich weiß, das hilft dir im Moment

    nicht weiter.Ich weiß nicht, was ich dir sonst schreiben soll. Ich könnte mit dir stundenlang heulen.

    Ich bin in Gedanken bei dir.

    Manuela

    Liebe Birgit,

    Liebe Birgit,


    es ist unfassbar, was du erleiden musst. Mir fehlen die Worte. Was muss ein Mensch alles ertragen. Ich fühle mit dir und wünsche dir ganz viel Kraft.


    Fühl dich umarmt.


    Manuela






























































































































































    es
















































































    es ist unfassbar, was du erleiden musst. Mir fehlen die Worte. Was muss ein Mensch alles ertragen. Ich fühle mit dir und wünsche dir ganz viel Kraft.

    Fühl dich umarmt.

    Manuela

    Hallo Birgit, heute ist endlich mein Kissen gekommen. Ich habe mir nur eins bestellt, weil in jedem Raum hier im Haus mehrere Bilder von Helmut sind. In meinem Arbeitszimmer gibt es ganz viele. Die hingen aber auch schon dort, als Helmut noch da war. Immer, wenn mir ein Bild besonders gut gefallen hat, habe ich es an die Wand gehängt. Ich bin gern im Arbeitszimmer. Dort habe ich immer das Gefühl, dass er mir von allen Seiten zusieht.

    Liebe Grüße Manuela

    Liebe Birgit,

    Ich habe eben die Nachricht bekommen, dass mein Kissen fertig ist und abgeschickt wurde. Endlich mal wieder ein Lichtblick.

    Mein Helmut ist im April gestorben, also viel früher als dein Mann. Trotzdem komme ich noch nicht mit dem Alleinsein klar. Ich habe viel um die Ohren, muss mich neben meiner Arbeit noch um meine Schwiegermutter und meine Mutter kümmern. Da laufe ich meist wie auf Hochtouren und komme kaum zur Besinnung. Wenn ich dann abends allein bin, fällt alles ab und ich bin nur noch ein Häufchen Elend.

    Lass dir nichts einreden, was deine Trauer betrifft. Es dauert. Ich glaube, es wäre auch unnormal, wenn man einen geliebten Menschen nach nur wenigen Wochen loslassen könnte.

    Freu dich über das Rotkehlchen, was du schon öfter gesehen hast.

    Fühl dich umarmt.

    Manuela


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