Posts by Sabiene

    Liebe Ralfsheidemarie,

    Den Gedanken mit der Fernbeziehung hatte ich auch schon. Für mich fühlt es sich immer mehr wie eine lange, aber vorübergehende Trennung an, an deren Ende, wann auch immer, ein Wiedersehen stehen wird. Und in der Zwischenzeit spreche ich weiter mit ihm, überlege mir was er wohl antworten würde, lächle seinem Foto zu und bewahre meine Erinnerungen sicher auf. Fühlt sich gar nicht so schlecht an, finde ich.

    Liebe Grüße

    Sabiene

    Liebe Evi,


    Wow, das hast du so schön beschrieben! Danke besonders für diese Sätze:

    Das Leben ist aufregend, spannend, traurig, lustig, es hat viele Facetten und das möchte ich noch erleben mit Dir in meinem.<3Ich nehme dich überall mit hin, in meinem Abenteuer alleine zu leben. Nur dadurch lebst auch du weiter in Erinnerungen eines jeden Menschen ,der dich kannte, schätzte und liebte.

    Alles Liebe für dich und deinen Weg!

    Sabiene

    Liebe Christiane,

    es tut mir so leid, dass auch du deinen Liebsten hast hergeben müssen. Am 26.01.22, auf den Tag genau ein Jahr nach meinem Mann ...

    Alle hier können gut mitempfinden, was du gerade durchmachst, sei ganz herzlich willkommen hier im Forum, in dem wir alle nie sein wollten, aber in dem wir jetzt Hilfe und Verständnis auf unserem Trauerweg erfahren. Ganz sicher wirst du nicht verrückt, wenn du mit deinem Liebsten weiterhin sprichst. Die allermeisten Trauernden tun das, würde ich mal sagen, und es tut ihnen gut. Und weil man sich ja so gut kennt, weiß man ja meistens auch, was der andere einem antworten würde, oder? Ich wünsche dir jetzt erstmal ganz viel Kraft, liebe Menschen möglichst auch außerhalb des Forums, die dich unterstützen und deinen Schmerz mit aushalten können, und die Zuversicht, dass du deinen Weg durch diese Trauer hindurch finden wirst. Komm erstmal in Ruhe hier an und schreib wann immer dir danach ist, du wirst sicher immer Antworten bekommen.

    Mitfühlende Grüße

    Sabiene

    Bitte

    Wir werden eingetaucht

    und mit dem Wasser der Sintflut gewaschen

    Wir werden durchnäßt

    bis auf die Herzhaut


    Der Wunsch nach der Landschaft

    diesseits der Tränengrenze

    taugt nicht

    der Wunsch den Blütenfrühling zu halten

    der Wunsch verschont zu bleiben

    taugt nicht


    Es taugt die Bitte,

    daß bei Sonnenaufgang die Taube

    den Zweig vom Ölbaum bringe

    Daß die Frucht so bunt wie die Blume sei

    daß noch die Blätter der Rose am Boden

    eine leuchtende Krone bilden


    Und daß wir aus der Flut

    daß wir aus der Löwengrube und dem feurigen Ofen

    immer versehrter und immer heiler

    stets von neuem

    zu uns selbst

    entlassen werden.



    Hilde Domin

    Liebe Steffi (und Heidi und Rienchen und alle Mitlesenden),


    dass mein Mann nicht mehr da ist, macht mich traurig, ich fühle mich alleingelassen und mitunter auch überfordert, aber "betrogen um viele gemeinsame Jahre" fühle ich mich eigentlich nicht. Das würde meiner Meinung ja voraussetzen, dass die mir zustünden, dass ich da ein Recht drauf hätte. Und das kann ich so nicht sehen, mit unseren 38 glücklichen gemeinsamen Jahren habe ich doch schon so viel mehr gehabt als viele andere je erleben dürfen. Dass das noch immer so weitergehen würde, das habe ich eigentlich nie als selbstverständlich angesehen. Warum weiß ich gerade gar nicht, vielleicht ist es doch die Prägung durch meine Familiengeschichte? Oder die - leider von meiner Mutter übernommene - ständige Angst und Sorge, dass den Liebsten etwas zustoßen könnte? Oder meine in den letzten Jahren ganz ohne konkreten Anlass, sozusagen prophylaktisch, erfolgte Auseinandersetzung mit den Themen Tod und Sterben? ich weiß es nicht, sehe nur jetzt, dass es mir offensichtlich bei der Akzeptanz hilft...


    Unser gemeinsames Leben als Paar und als Familie war "richtig", da bin ich mir auch ganz sicher, aber kann dann nicht trotzdem sein Weiterleben auf der anderen Seite und meines hier auch richtig und sinnvoll sein? Bei der - ebenfalls verwitweten - österreichischen Psychotherapeutin Elisabeth Lukas habe ich neulich den herausfordernden Satz gelesen:


    "Nun, das problemlose Allein-leben-Können sollte auch ohne gravierenden Anlass irgendwann im Zuge des eigenen Reifungsprozesses erlernt werden. Es ist geradezu ein Kriterium seelischer Stabilität."


    Vielleicht hat sie ja Recht damit und es ist u.a. das, was uns jetzt abverlangt ist?


    Ganz herzliche Grüße! <3

    Liebe Evi,


    in mein Sportstudio gehe ich bei den aktuell hohen Inzidenzwerten auch nicht, bei mir ist neben Spazierengehen/Walken auch gerade wieder Home-Training angesagt, da hab ich ja schon Übung drin, nach all diesen Corona-Wellen und -Lockdowns. Ich freue mich aber schon drauf, ich denke im März oder spätestens April werde ich wieder gehen. Mein Mann und ich waren bzw. sind seit über 20 Jahren schon Mitglied in einem kleinen, netten und familiären Sportstudio hier im Nachbarstadtteil und als ich im letzten Sommer dort wieder aufgetaucht bin, war das einerseits sehr intensiv und emotional, denn er fehlt natürlich auch dort, nicht nur mir. Ich konnte aber auch zahlreiche schöne Gespräche führen, die mir - mal abgesehen vom Migränekopf - auch gut getan haben. Also nur Mut, ich denke es wird auch dir gut tun! Jegliche psychische Belastung zeigt sich ja auch im Körper, und Sport und Bewegung helfen dabei, Anspannung abzubauen, das ist jedenfalls meine positive Erfahrung damit.


    Ganz liebe Grüße! <3

    Liebe Pia,


    ein paar Dinge habe ich als für mich richtig und sinnvoll erkannt und ich habe - meistens - auch die Kraft, sie umzusetzen, das schon. Aber etwas mehr Leichtigkeit im Leben, das wünsche ich mir auch sehr! Aber ich denke, das geht zurzeit vielen so, nach zwei Jahren Pandemie, das ist gar nicht mal ausschließlich eine Auswirkung der Trauer...


    Ich habe übrigens nicht vergessen, dass wir uns mal über unsere chronischen Krankheiten austauschen wollten, ich schreibe dir ganz bald was dazu über Konversation.


    Alles Liebe! <3

    Liebe Kerstin,


    mit der Aufgabe, die uns fehlt, sprichst du einen auch für mich wichtigen Punkt an. Auch wenn ich, ebenso wie du, nicht berufstätig bin, ich schaffe es in der Regel, meinen Tag sinnvoll zu füllen. Neben den Dingen, die getan werden müssen (Stichwort Haus und Garten, Schreibkram etc.) und der Pflege von (zu wenig!) Sozialkontakten nimmt bei mir vor allem die Rubrik "gut für sich selber sorgen" ziemlich viel Raum ein. Ich habe in den letzten Jahren einiges an Gewohnheiten entwickelt, die mir helfen, mich einigermaßen wohl in meinem Körper und mit meiner Psyche zu fühlen. Dazu gehören regelmäßige Ruhe- und Entspannungsphasen, Achtsamkeit auf Gefühle und Gedanken, Sport und Bewegung in vielerlei Form, gutes und gesundes und regelmäßiges Essen... Ich bin an vielen Themen interessiert und lese gerne und viel, in letzter Zeit höre ich auch ganz viel Podcasts, das ist schonender für den Migränekopf als Lesen. All das tue ich in der Regel gern und es bereitet mir auch Freude und ich bin mir auch sehr bewusst, wie privilegiert ich bin, so leben zu können. Und doch, die Sehnsucht nach einer Aufgabe im Leben kenne ich auch, ich habe sie im letzten Jahr auch mehrfach als Wunsch und auch als Gebet formuliert. Es ist wohl ein allgemein menschliches Bedürfnis, nützlich zu sein, irgendetwas Sinnvolles zu tun. Das hatte ich früher während meiner Familienphase und später bei diversen ehrenamtlichen Tätigkeiten so erlebt und das fehlt mir jetzt. Ich weiß, ich kann da nichts erzwingen, ganz vieles geht jedenfalls im Moment krankheitsbedingt auch gar nicht, aber ich versuche offen zu sein für Möglichkeiten, die sich mir vielleicht zeigen werden.


    Und, je mehr ich über Themen wie den Lebensplan lerne, vielleicht ist es ja so, dass die Auseinandersetzung mit unseren Lebensthemen, jetzt zum Beispiel der Trauer, und unsere dabei gemachten ganz individuellen Erfahrungen schon einen Wert an sich darstellen? Der nicht nur für uns selbst wichtig ist, sondern, da wir alle miteinander verbunden sind, dem kollektiven "endlosen Bewusstsein" (um mal den Ausdruck von Pim van Lommel zu gebrauchen) zugute kommt? Nur so ein Gedanke, aber ein tröstlicher, finde ich...


    Alles Liebe auch für dich <3

    Sabiene

    Ihr Lieben,


    danke für eure schönen Rückmeldungen und die vielen "Daumen". Manchmal fühle ich mich ja doch ein bisschen wie ein "Alien" unter euch, weil ich manches etwas anders empfinde und beschreibe als die meisten von euch. Umso mehr freut es mich, wenn ich verstanden werde und sogar ein wenig Kraft und Zuversicht vermitteln kann.


    Noch ein kleiner Nachtrag zum Thema Akzeptanz: Ich glaube mir fällt es auch deshalb ein bisschen leichter, mein Witwendasein zu akzeptieren, weil ich mich damit gewissermaßen in unsere Familiengeschichte einreihen kann. Meine Familie ist da nämlich durchaus typisch, die Frauen heiraten durchweg etwas ältere Männer und diese sterben dann mitunter deutlich früher (und häufig auch ganz plötzlich). Meine Schwiegermutter kenne ich zum Beispiel nur als Witwe, sie war beim Tod ihres Mannes noch in ihren Vierzigern. Eine meiner Großmütter ist mit Mitte 50 verwitwet und auch die andere Großmutter, die erst mit 83 Jahren ihren Mann verlor, hat danach noch über 15 Jahre alleine gelebt.


    Ich habe mir früher nie ernsthaft Gedanken über dieses ihnen gemeinsame Schicksal gemacht, aber ich denke es hat schon mein Weltbild geprägt, dass eben üblicherweise die Männer zuerst versterben. Und auch ich habe dann schließlich einen 7 Jahre älteren Mann geheiratet und da hat mir schon mein Realitätssinn gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich irgendwann einmal alleine übrigbleiben werde, deutlich höher ist. Und, was mir erst jetzt so richtig bewusst wird, alle drei Frauen haben es irgendwie "gepackt", ihr Leben alleine gemeistert, mit Unterstützung ihrer Kinder selbstverständlich, aber ich habe sie nicht als von der Trauer gezeichnet oder gar gebrochen erlebt.

    Liebe Carmen, ganz herzliche Glückwünsche zum Geburtstag! Und möge es bei deinem Sohn weiter so schöne Nachrichten geben!

    Liebe Mittrauernde,


    das erste Trauerjahr ist jetzt auch bei mir vorbei und ich versuche mal einen Rückblick und eine Bestandsaufnahme, für mich und für alle, die es interessiert.


    Zunächst einmal: das Leben ist weitergegangen, für mich ist das nicht nur eine Floskel, sondern meine konkrete Erfahrung. Ich sehe es an unseren Söhnen, beide habe jetzt wunderbare Freundinnen, die mein Mann leider nicht mehr persönlich kennenlernen durfte, der eine befindet sich zudem in einem völlig neuen Lebensabschnitt. Ich sehe es aber auch an mir selbst, auch ich habe mich verändert. Ich war immer ein relativ ausgeglichener Mensch, das heftige Auf-und-Ab der Gefühle in der Trauer und was da alles dazugehört, das hat mich schon überrascht. Eigentlich weitgehend überwunden geglaubte Angstzustände sind wieder aufgetaucht und tun das bisweilen immer noch. Ich habe mich aber auch als stärker empfunden, als ich das in den Jahren zuvor war. Die Kraft, die mir und uns als Familie gerade in den ersten Tagen und Wochen zugewachsen ist, sehe ich rückblickend als ganz großes Geschenk an, woher auch immer es kam. Meine schon immer vorhandene Nachdenklichkeit, meine Traurigkeit und Schwermut nehmen ganz klar mehr Raum ein als früher, aber diese Haltung erscheint mir im Moment auch als dem Leben gegenüber angemessen. Ich denke, ich komme damit klar, weil ich nach wie vor in der Lage bin, auch Schönes wahrzunehmen und mich darüber zu freuen. Ich hatte und habe da auch keinerlei Schuldgefühle, verstehe ehrlich gesagt auch nicht, dass sich viele damit so sehr das Leben schwer machen. Aber ja, noch gibt es viele, zu viele Stunden und Tage, die sich einfach nur schwer anfühlen und bei denen man am Ende nur froh ist, dass sie vorüber sind. Wieder ein bisschen mehr Leichtigkeit im Leben zu spüren wäre ein schönes Ziel für dieses Jahr...


    Der Alltag mit meinem Ralf kommt mir heute schon ziemlich weit weg vor, an meinen neuen Alltag mit viel Alleinsein habe ich mich einigermaßen gewöhnt. Ich habe im Laufe des Jahres einige Aufbrüche in die "normale" Welt da draußen erlebt, wurde aber häufig wieder "zurückgeschickt" in den Rückzug, immer wieder durch Migräne, meine mittlerweile ebenso chronischen Rückenschmerzen, Corona... Ich ahne, dass so mein "neues Leben alleine" bis auf weiteres aussehen wird, ein Wechsel zwischen Aktivität und Kontakt auf der einen Seite und immer wieder Rückzug und Alleinsein auf der anderen Seite. Ich versuche dann, mich nicht einsam zu fühlen, was mir mal besser mal schlechter gelingt. Ein bisschen habe ich es in den letzten Jahren gelernt, Verbundenheit zu empfinden auch ohne physischen Kontakt, ohne ständiges Im-Gespräch-Sein. Auch hier im Forum kann ich die Gemeinschaft all derer, die ähnliches erlebt haben, spüren, auch wenn ich phasenweise nur sehr wenig selbst schreibe und Antworten bekomme.


    Nach wie vor mache ich gute Erfahrungen damit, alles in meinem Tempo und meiner Intuition entsprechend zu entscheiden. Im letzten Monat erst habe ich Fotos von ihm im Haus aufgestellt. Auf einmal wusste ich genau, welches Bild ich an welcher Stelle gerne sehen möchte und mache jetzt die schöne Erfahrung, dass es mir gut tut, in sein lachendes Gesicht zu blicken. Ebenso habe ich das ganze Jahr gebraucht, um zu einer positiven Entscheidung über einen Jenseitskontakt zu kommen. Plötzlich war der klare Impuls dazu da und ich wusste auch, zu wem ich dafür gehen möchte. Ich hoffe, dass der Kontakt mir dabei helfen wird, unsere immer noch bestehende und doch getrennte Verbindung in Zukunft weiter zu leben.


    Ich denke, ich habe auch einen guten Weg gefunden, mit den belastenden Erinnerungen rund um den Sterbetag umzugehen. Ich sage mir: Ja, es war furchtbar, das alles zu erleben, aber es ist vorbei, für ihn, für mich, für uns alle. Und irgendwie schaffe ich es, die Gedanken daran dann wieder gehen zu lassen.


    Was mir insgesamt am meisten geholfen hat? Neben meiner Fähigkeit, mich relativ schnell an neue Gegebenheiten anzupassen (die unsere Söhne glücklicherweise genauso zeigen) und meiner "Begabung zum Alleinsein" vermutlich wirklich einfach die Annahme dessen, was geschehen ist, und die Haltung, Schwierigkeiten und Krisen im Leben als Lernaufgabe zu begreifen. Die ist auch mir allerdings nicht geschenkt worden, ich habe sie mir über die letzten Jahre erarbeitet und darf jetzt davon profitieren.


    Danke an alle, die das jetzt gelesen haben, ich grüße euch ganz herzlich! Vielleicht ist der ein oder andere Gedanke von mir auch für jemanden von euch hilfreich, das würde mich sehr freuen. Ich wünsche euch allen viel Kraft und Zuversicht auf eurem Weg!

    Sabiene

    Liebe BTina,


    es tut mir so leid, dass auch du deinen Liebsten hast hergeben müssen. Und einen Monat erst ist es her, da ist alles noch so frisch und überwältigend. Deine Gedanken und Gefühle kann ich sehr gut verstehen, so ähnlich haben das wohl die meisten von uns empfunden. Du schreibst dass du immer stark warst, ein offener und interessierter Mensch. Das klingt gut, und du wirst an diese Stärken ganz sicher irgendwann wieder anknüpfen können. Jetzt erst einmal nimm dir ganz viel Zeit für dich, für deine Erinnerungen und die Zwiesprache mit deinem Liebsten. Ich glaube, die wichtigste Sache, die ich auf meinem mittlerweile 1jährigen Trauerweg gelernt habe, ist das Vertrauen auf meine Intuition. Und die hat mich sehr oft in den Rückzug geschickt und tut das immer noch. Alles an Entscheidungen was nicht ganz dringend war (und wirklich dringend waren die wenigsten Dinge!) habe ich in diesem Jahr immer wieder nach hinten geschoben und mitunter ergab sich die Lösung dann irgendwann ganz mühelos. Trauern ist leider sehr kräfteraubend und man fährt gut damit, sich nicht zu viel zuzumuten. Das Leben mutet dir gerade sowieso schon viel zu viel zu...


    Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg und ein verständnisvolles Umfeld. Auch deine Angehörigen und Freunde müssen ja noch lernen, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Das Buch von Megan Devine ist wirklich gut, sowohl für Trauernde als auch für Angehörige, ich kann es auch nur empfehlen.


    Mitfühlende Grüße

    Sabiene

    Liebe Niobe,


    deine Antwort "Überall-und-immer" gefällt mir gut. Nur dass wir, gefangen in Raum und Zeit, leider nicht die für die Wahrnehmung dessen notwendigen Antennen besitzen...


    Und nochmal kurz zu den "Seelenanteilen": Bei mir war es ja so, dass mich die Frage "was kommt nach dem Tod?" schon früher und ganz unabhängig von einem konkreten Verlust beschäftigt hat. Und die Tatsache, dass die asiatischen Religionen (mit je unterschiedlichen Konzepten, aber doch im Ergebnis übereinstimmend) von Wiedergeburt ausgehen, während das Christentum (jetzt mal stellvertretend für die monotheistischen Religionen) dies ganz überwiegend ablehnt, fand ich schon immer höchst interessant. Die Auflösung eines solchen Widerspruchs darin zu sehen, die eine Auffassung sei eben falsch und die andere richtig, ist für mich nicht befriedigend. Umso faszinierender finde ich daher die Erklärung von P. Voggenhuber mit der Inkarnation von Seelenaspekten oder -anteilen, weil sie - für mich - in gewisser Weise diesen Gegensatz überbrückt. Zudem beantwortet sie die hier auch im Forum schon mitunter aufgeworfene Frage, ob denn ein Jenseitskontakt noch möglich ist, wenn die Seele bereits weiter inkarniert ist. Ebenso auch die Frage, wie das mit einem Wiedersehen in der geistigen Welt nach unserem eigenen Tod sein kann, wenn die Seele des vorher Verstorbenen dann wieder inkarniert ist. Es ist mir schon klar, dass P. Voggenhuber diese Ansicht, die ich im übrigen auch von anderen medial begabten Menschen schon gehört habe, nicht logisch "beweisen" kann. Für mich handelt es sich hier um ein interessantes Denkmodell, das einige Fragen beantwortet, andere aber ganz sicher offen lässt bzw. erst neu aufwirft.


    Ganz herzlich

    Sabiene

    Ihr Lieben,


    ich hatte ein paar Tage weitgehende Forumspause eingelegt, lese mich jetzt quer durch alle Neuigkeiten und bin sehr begeistert von diesem tollen neuen Thread und euren ganzen persönlichen und berührenden Beiträgen! Für mich hatte ich hier im Forum ja schon einige Male über meine langsam wachsende Überzeugung geschrieben, dass wir nach diesem Erdenleben in die geistige Welt, die unser eigentliches Zuhause darstellt, zurückkehren und dort unsere vorher verstorbenen Lieben treffen werden. Das Buch "Nachrichten aus dem Jenseits 2.0" von Pascal Voggenhuber habe ich auch gelesen und auch für mich erklärt er gut nachvollziehbar, wie man das mit der Reinkarnation verstehen kann: Die Person, die wir hier auf der Erde sind, ist nur ein Aspekt unserer Seele unter ganz vielen. Nach unserem Tod kehrt dieser Aspekt mit all seinen Erfahrungen zur Gesamtseele zurück, bleibt aber trotzdem in seiner Individualität erhalten (wie auch immer man sich das im Detail vorstellen soll). Dieser Seelenaspekt inkarniert auch nicht noch einmal, es inkarnieren aber weitere Aspekte derselben Seele. Das erklärt dann auch, weshalb man in einem Jenseitskontakt auf den - dann jenseitigen - Menschen mit all seinen aus dem Erdenleben bekannten Eigenheiten trifft, und zwar auch dann, wenn die Seele in der Zwischenzeit weitere Inkarnationen "auf die Erde geschickt hat".


    Das Faszinierende an dieser Auffassung ist ja auch, dass sie sowohl mit den asiatischen Religionen, die ja von Reinkarnation, Seelenwanderung ausgehen, als auch mit der im Christentum vorherrschenden Überzeugung, dass jedes Leben einzig ist und mit der Rückkehr zu Gott (in die Seelenheimat, eine Welt voller Licht und Liebe) endet, vereinbar ist.


    Ich liebe es ja schon seit langem, mich mit Religionen und insbesondere dem interreligiösen Dialog zu beschäftigen und finde dabei immer die Herangehensweise am lohnendsten, die vordergründig vorhandene Widersprüche nicht als unüberbrückbare Gegensätze begreift, sondern eher als unterschiedliche Seiten ein- und derselben Sache, die wir nur noch nicht vollständig erfassen können.


    Sehr spannend jedenfalls das Ganze, danke, liebe Renate, dass es jetzt einen Platz für dieses Thema gibt!