Studie zu Verlust und Trauer

  • Liebe Leserin, lieber Leser


    Haben Sie einen ganz traurigen und schrecklichen Verlust erlitten? Dann möchte ich Ihnen an dieser Stelle mein Beileid aussprechen und Ihnen viel Kraft wünschen, um mit der zurückbleibenden Trauer umzugehen. Ich hoffe, dass Sie auch andere, schöne Erinnerungen haben, die Ihnen Kraft geben und ab und zu ein Lächeln auf Ihr Gesicht zaubern und dass Sie viel Halt und Unterstützung in Ihrem Umfeld erfahren, um einen Weg zu finden, mit diesem Verlust fertig zu werden.


    Einige Menschen trauern nach einem schmerzlichen Verlust sehr intensiv und brauchen lange, bis sie wieder zum Alltag zurückkehren können. In einem solchen Fall ist es oft hilfreich, wenn soziale oder auch psychologische Unterstützung in Anspruch genommen wird. Andere wiederum können eigene Ressourcen aktivieren, welche ihnen helfen, schneller über den Verlust hinwegzukommen.


    Im Rahmen meiner Dissertation an der Universität Zürich (Lehrstuhl von Prof. Dr. Dr. Andreas Maercker) führe ich eine Studie zum Umgang mit Verlust und Trauer durch. Dabei gehe ich möglichen Erklärungen für den unterschiedlichen Umgang mit dem Verlust einer nahestehenden Person nach. Die Arbeitsgruppe Trauerforschung hat hierzu einen Fragebogen entwickelt, welcher sowohl den Umgang mit der Trauer als auch verschiedene Ressourcen erfasst, die bei der Verarbeitung eines Verlustes helfen können. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen später dazu beitragen, frühzeitig einschätzen zu können, welche Personen eher Unterstützung benötigen werden und welche wahrscheinlich aus eigener Kraft über den Verlust hinweg kommen.


    Hierzu bin ich auf die Unterstützung von Personen, welche eine nahestehende Person (Partner, Geschwister, Kind) vor mindestens 6 Monaten und höchstens 5 Jahren verloren haben, angewiesen.


    Den Link zum 20-30 minütigen Fragebogen finden Sie unter:


    https://de.surveymonkey.com/s/VVPZ6KG


    Mit Ihrer Teilnahme tragen Sie wesentlich dazu bei, ein tieferes wissenschaftliches Verständnis zum Umgang mit Trauer zu erlangen.


    Ihre Angaben werden streng vertraulich behandelt und können nach der Auswertung nicht mehr mit Ihrer Person in Verbindung gebracht werden. Während der Studie haben Sie jederzeit und ohne Angabe von Gründen die Möglichkeit, Ihre Teilnahme zu widerrufen.


    Falls Sie selbst nicht betroffen sind, jedoch Kontakt zu Trauernden haben, wäre ich sehr froh, wenn Sie diese Mitteilung weiterleiten könnten.


    Auf Wunsch schicke ich Ihnen auch gerne den Flyer mit dem Link zur Online-Umfrage per Mail zu. Falls Sie einen Fragebogen in Papierformat benötigen, lasse ich Ihnen diesen auch gerne per Post zukommen.


    Bei Fragen können Sie sich gerne bei mir melden:
    trauerstudie@gmail.com


    Freundliche Grüße und vielen Dank für Ihre Unterstützung



    Rahel Bachem

  • Hallo!


    Ich finde das hier, ehrlich gesagt, ziemlich unpassend.


    Dies hier ist ein Forum für Menschen, die einen schweren Verlust erlitten haben - ja ich weiß, ihre Zielgruppe.
    Aber die Trauernden, die sich hier austauschen, sind vor allem hier, um sich gegenseitig zu unterstützen, nicht um an irgendwelchen Studien teilzunehmen.


    Mir ist schon klar, dass Forschung auch wichtig ist, aber doch nicht auf so eine unpersönliche Art und Weise. Alleine wie ihr Text beginnt finde ich schrecklich.


    Quote


    Liebe Leserin, lieber Leser


    haben Sie einen ganz traurigen und schrecklichen Verlust erlitten?


    Ja, die überwiegende Mehrheit der Menschen die hier sind, haben einen schrecklichen, traurigen Verlust erlitten. Und diese Menschen tauschen sich hier aus und unterstützen sich gegenseitig. Die Nutzer sollten hier ein "positives Fleckerl Internet" haben, wo sie sich fernab von Pflichten und Alltag über ihre Trauer austauschen und sich belastendes von der Seele schreiben können. Das, und alleine das, sollte der Sinn dieses Forums sein.
    Solche Studien sollten persönlich gemacht werden . Nicht irgendwo in irgendwelche Foren posten, wo sich die Trauernden austauschen möchten.


    Das musste ich jetzt einfach kurz loswerden, weil ich das heir ziemlich unpassend finde.


    Finde es pietätlos trauernde Personen mit so etwas zu belästigen - auf diese unpersönliche Weise!


    Sandra

  • Guten Morgen !


    Ich muss Cinderella beipflichten,ich kann mir auch nicht vorstellen,das man wissenschaftlich belegen kann welche Personen mehr Unterstützung brauchen als Andere,jede Trauer ist schmerzhaft und unbeschreiblich,und vielleicht sollten Sie wissen,das ein Heute ausgefüllter Fragebogen eines Trauernden ,morgen gar nicht mehr seinem heutigen Empfinden entspricht,weil man bei einem schweren Verlust sehr instabil reagieren kann.


    Jeder holt sich seine eigene Unterstützung selbst wenn der Leidensdruck zu gross wird,ich greife Ihre Studie nicht an,aber gerade hier in einem Forum wo jeder von tiefen Schmerz umgeben ist,sich mit Notaren,Existenzängsten,und noch vielen Anderen Dingen herumschlagen muss,finde ich es unpassend und deplaziert.
    Sie sollten Ihre Studienzwecke einfach neutral anbieten,und hier die Menschen in Ihrer kleinen persönlichen Trauerrunde belassen.


    Und der Tod ist kein Studienobjekt,sondern ein Prozess wo wir Alle früher oder später mit Ihm konfrontiert werden.



    Chrisu

  • Liebe Roswitha!
    Danke Dir -und auch Dir Sandra- besser hätte ich es nicht formulieren können.
    LG
    Karla

    Mein Kind Juliane,
    Mein Bruder Rene,
    Mein lieber Vati,
    Ihr seid mir nur einen Schritt voraus-tief in meinem Herzen lebt ihr weiter :005:

  • Liebe Sandra, Chrisu und Karla


    Wir bedauern sehr, dass Sie unser Anliegen als so unpassend und unpersönlich empfunden haben. Gerne nehmen wir auch zur Kenntnis, dass der Beginn unseres Anliegens als sogar „schrecklich“ empfunden wird und er eventuell eher in das Unterforum „Dies & Das“ hätte gestellt werden sollen.


    Wir stimmen völlig mit Ihnen überein, dass dieses Forum ein Ort der gegenseitigen Unterstützung und der gemeinsamen Bewältigung von Trauer sein soll – ein „positives Fleckerl Internet“. Es ist uns auch bewusst, dass jede/jeder seine/ihre Trauer auf eine ganz individuelle Art und Weise verarbeitet. Die eine wichtige Gemeinsamkeit ist: Alle haben einen Verlust erlitten, der mit starker Trauer einhergeht. Der Unterschied besteht darin, dass – wie Sie alle betont haben – jede Person anders mit dieser Trauer umgeht. Auch wenn für alle Betroffenen eine Welt zusammenbricht, sind einige besonders schwer belastet und haben starke Mühe, auch nach Jahren, in ihren Alltag zurückkehren zu können. Dies ist mit starkem Leiden verbunden und bedarf einer Therapie.
    Heute wird im Bereich der Psychologie und Psychotherapie mit den Diagnosekriterien des ICD-10 (International Classification of Diseases) gearbeitet. Nur durch die Erfüllung dieser Diagnosekriterien werden die Kosten einer Therapie von den Versicherungen anerkannt und übernommen. Dieses Diagnosemanual wird derzeit überarbeitet. Eine wichtige Neuerung besteht darin, dass Trauernden endlich ein angemessener Platz zukommen soll und Personen, welche lange und intensiv aufgrund eines Verlustes leiden, dadurch bessere Unterstützung erhalten können (vgl. anhaltende/prolongierte/ komplexe Trauer). Diese Diagnosekriterien müssen jedoch durch wissenschaftliche Studien abgesichert werden. Dabei werden auch „unpersönliche“ Fragebögen eingesetzt. Wir würden ebenfalls lieber persönliche Gespräche führen und ganz individuell auf jede Einzelperson eingehen, aber dafür fehlen uns leider die Mittel (wie Zeit, Geld, Personal).
    Weiterhin ist natürlich nicht nur die Diagnose wichtig, auch die Therapie soll an individuelle Bedürfnisse angepasst werden. Um dies zu erreichen, muss jedoch zuerst sichergestellt werden, was überhaupt die Bedürfnisse von Trauernden sind und welche Ressourcen Betroffene zur Verfügung haben, um ihre Trauer zu bewältigen. Obwohl sich die Psychologie schon seit längerer Zeit mit diesem Thema befasst, sehen wir im Bereich der Trauerbewältigung weiteres Verbesserungspotenzial.
    Da nur Trauernde sagen können, was Trauernde brauchen und wie Trauernde einen Verlust bewältigen, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen und deshalb haben wir auch diesen Aufruf in das Forum gestellt. Auch wenn kein direkter individueller Nutzen für Sie aus dieser Studie hervorgeht, werden wir doch unser Möglichstes tun, dass Ihr Beitrag in der Beratung und Therapie den zukünftigen Trauernden zugutekommt. Da unsere Arbeitsgruppe Trauerforschung selbst zur Hälfte aus Personen besteht, welche einen schweren Verlust in der Vergangenheit erlitten haben, ist uns dies eine Herzensangelegenheit.
    Vielen Dank für Ihr Verständnis


    Liebe Grüsse
    Rahel Bachem und die Arbeitsgruppe Trauerforschung

  • wirklich frisch, zutiefst, betroffene trauernde brauchen vorallem zeit um überhaupt hier zu landen und dann darüber zu schreiben - daß heisst so ein ellenlanger textbaustein, mag er noch so gefühlvoll, intelligent zusammengestellt sein - er ist total überfordernd (nichtmal ich habe mir das durchgelesen) denn mir ist nur diese passage ins auge gestochen:
    "Im Rahmen meiner Dissertation" - da wäre meine frage - wozu schreibt man über etwas, was man nicht selbst erlebt hat ... ???


    trauer hat soviele gesichter, daß man gar nicht weis mit welchem man morgens aufwacht ;-)


    das heisst im klartext ... alles ist möglich, aber nix ist fix ...

  • Liebe Forumsmitglieder,
    vielleicht erscheint euch der Beginn des Textes schlecht formuliert. Es ist halt ein Versuch anteilnehmend zu wirken. Mag sein, dass das nicht ganz gelingt oder sehr hölzern wirkt, aber es ja nicht unhöflich formuliert.....


    Ansonsten finde ich gegen die Studie absolut nichts einzuwenden. Solche Studien sind wichtig und mit anonymen Fragenbögen erreicht man mehr Betroffene als durch persönliche Gespräche. Die Anzahl der ausgefüllten Fragebögen (die so genannte Stichprobe) ist maßgeblich für die Gültigkeit und Aussagekraft einer solchen Studie! Ich habe den Fragebogen selbst probehalber ausgefüllt und es gibt daran rein gar nichts auszusetzen!


    Ich finde die Fragestellung und das Untersuchungsziel der Studie als äußerst wichtig: "den Umgang mit der Trauer als auch verschiedene Ressourcen erfasst, die bei der Verarbeitung eines Verlustes helfen können. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen später dazu beitragen, frühzeitig einschätzen zu können, welche Personen eher Unterstützung benötigen werden und welche wahrscheinlich aus eigener Kraft über den Verlust hinweg kommen".


    Gerade in der Trauerpsychologie hat sich in den vergangenen 15 Jahren viel getan, viele Mythen konnten beseitigt werden, viele neue Aspekte wurden entdeckt. Und ich persönlich hoffe, dass sich da noch viel tun wird. Gerade die Frage, wann wer professionelle Unterstützung braucht und die frühzeitige Einschätzung dieses Bedarfs sind viel zu wenig untersucht!


    Liebe Evi
    "Im Rahmen meiner Dissertation" - da wäre meine frage - wozu schreibt man über etwas, was man nicht selbst erlebt hat ... ??? Wahrscheinlich, weil man sich dafür interessiert. Ob persönlich betroffen oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Und: Früher oder später sind wir alle betroffen.


    Mir ist also das Ausmaß eurer Ablehnung nicht ganz nachvollziehbar, zumal das doch nicht die erste Anfrage ist.... :?: Seriöse wissenschaftliche Untersuchungen sollten doch ganz in unserem Interesse sein!


    Alles Liebe
    eure Christine