Mama ist nicht mehr da...unbegreiflich

  • Liebe Becki,

    wie geht es dir heute?

    Konntet ihr euch aussprechen, dein Freund und du?


    Das war ja wirklich ein Scheiß Wochenende für dich.

    Gab es solchen heftigen Streit schon öfters zwischen euch, dass

    mit Zerstörung gedroht wird - oder ist am Freitag etwas ordentlich

    aus dem Ruder gelaufen?


    Hast du einen Ort, an den du dich zurück ziehen kannst, wenn dir

    alles zuviel wird? So einen Kraftort, an dem du dich wohl und geborgen

    fühlst?


    Was machst du für einen Sport? Hat es dir gut getan?


    Ich wünsche dir, dass diese neue Woche ganz anders beginnen mag,

    als die letzte geendet hat.


    Sei lieb gegrüßt

    Astrid.

  • huhu

    Den tag über ging es mir gut. Jetzt gegen Abend denke ich an die Zeit in der noch alles gut war. Die Zeit in der Mama noch da war. FUCK CANCER! Hat mir das liebste genommen was ich hatte. Mir fehlt der Anker, der halt.

    Ich gehe ins Fitnessstudio. Kraft und Ausdauer sport. Das hilft kurzfristig den Kopf auszu schalten. Hmm einen Kraftort? Nein irgendwie nicht. Ich konnte miCh gut wegträumen beim Lesen. Aber darauf konzentrieren kann ich mich derzeit nicht mehr. Es ist alles so schwierig geworden. Ich weiss dass hätte Mama nicht gewollt aber ich hab die Kraft nicht mich dagegen zu wehren. Ich fühl mich alleine obwohl Menschen da sind. Es ist so als wäre ich total in der Schwebe. Es ist alles so schwammig und wenig sinnvoll.


    LG Becki

    Danke für all die lieben Worte ohne euch wäre ich aufgeschmissen

  • Liebe Becki,

    das klingt sehr schwierig und schmerzvoll. Gut trotz allem, dass Du Dich beim Sport etwas ausklinken kannst :thumbup:

    Ich weiß gar nicht, was ich Dir sagen soll... Aber ich verspreche Dir, dass ich Dir weiterhin zuhöre :30::30:

    Du schaffst das. Wir schaffen das!

  • Liebe Becki, versteh ich, ich möchte dir aber sagen :

    Gib nicht auf, und auch wenn du es nicht siehst und alles dunkel um dich ist :

    ES WIRD NICHT SO BLEIBEN!

    Es wird wieder hell!

    Ich wünsche dir eine gute Nacht!

    Lilo

  • Liebe Becki,

    das Leben ein Spiel am Pokertisch.

    Die Karten werden ausgeteilt und es ist nicht nur Können, sondern auch Glück gefragt.

    Vielleicht würde es Sinn machen, vom Pokertisch aufzustehen,

    hinaus zu gehen und die Vögel zwitschern hören,

    die Blumen sprießen zu sehen

    und das beginnende neue Leben kurz zu begrüßen.

    Auch wenn es schwer ist. Auch wenn es weh tut.

    Ein Blickwechsel könnte vielleicht ein ganz kleines bisschen helfen gegen die

    Macht der Karten.


    Ob dieses Bild für dich so passt - ich weiß es nicht.

    Doch Poker ist für mich ein Spiel und dort draußen ist das Leben.

    Dass du noch nicht eintauchen kannst, in dieses Leben,

    dass dir das noch Angst macht, das kann ich gut verstehen.

    Da scheint es sicherer, am Pokertisch sitzen zu bleiben.

    Doch vielleicht kannst du heute schon einen kleinen Blick wagen.

    Und wenn das nicht geht, dann bestell dir doch dein Lieblingsgetränk

    an den Pokertisch und wünsche dir jemanden an deinen Seite mit dem du

    über die Erinnerungen an deine Mama reden kannst.


    Ich wünsche dir für heute, dass du deinen Blick von den Karten heben kannst

    und etwas schönes siehst.


    Lg. Astrid.

  • Seit kurzer Zeit stecke ich stundenweise voller Energie die ich dafür aufbringen den Haushalt zu schmeissen der die letzten Wochen liegen geblieben ist und Dinge zu erledigen die so Anliegen. Ich mach mit verbindliche Termine die ich einfach einhalten muss und dazwischen versuche ich inne zu halten und zur Ruhe zu kommen.

  • Ich stehe bald vor der nächsten Herausforderung. Seit geraumer Zeit schläft mein Papa nur noch auf dem Sofa. Im Schlafzimmer liegen die ganzen Kleidungsstücke von Mama. Ihr Bruder sagte mir ich solle alles einpacken und dann zuhause entscheiden was ich behalten möchte und was nicht. Es klingt sicher blöd aber ich kann doch Mamas Sachen nicht wegschmeissen oder weggeben. Das fühlt sich nicht richtig an...

  • Wir haben auch nichts weg geschmissen alleine schon der Gedanke das geht garnicht.

    Ich habe mir Sachen mit genommen die ich wollte oder meine Papa gesagt hat die kann ich haben ich habe ein t-shirt unter meinem Kissen und noch welche im Schrank.

    Mein Vater hat die Sachen von meiner Mama auch im Schrank die schmeißt er nicht weg sagt er.

  • Ihr Lieben.

    Es kommt der Zeitpunkt an dem ihr euch von dem Einen oder Anderen trennen wollt. Tut es dann und nicht davor.

    Manche Menschen haben diesen Wunsch schon ganz früh - andere erst nach einer Zeit.

    Ich denke manchmal es macht Sinn im ersten Jahr sich von manchem Stück zu trennen. Vielleicht kann gerade jemand

    etwas brauchen oder du siehst etwas an und denkst dir, dass hat die Mama ja auch gar nicht so gern gehabt.

    Und dann kann das einen natürlichen Prozess gehen. Vielleicht gibt es eine Freundin oder Schwester der Mama oder du

    selber, die die selbe Kleidergröße hat - dann könnt ihr überlegen, ob sie oder du davon etwas haben möchtet - auch als Andenken.


    Die Frage, wann was weg soll ist nicht zu beantworten. Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Doch der Rat mit den ersten Schritten

    schon im ersten Jahr zu beginnen, kommt daher, dass es dann bei jedem Stück leichter fällt, wieder etwas weg zu geben.

    Das erste Jahr ist das Jahr der ersten Male. Alles passiert zum ersten Mal ohne Mama.


    Sei achtsam mit dem, was bei dir ist. Was dein Wunsch und deine Vorstellung ist.

    Hast du den Platz um die Kleider deiner Mama aufzubewahren?

    Dein Bruder möchte sie gleich wegwerfen - das kann für ihn sehr stimmig sein und darf kein Urteil auf seine Trauer werfen.

    Du kannst sie ihm aus den "Augen" schaffen, die Kleidung. Du musst sie dafür aber nicht entsorgen.


    Ich wünsche die Geduld, den passenden Moment abzuwarten. Er wird kommen und du wirst ihn bemerken.

    Lg. Astrid.