Ich weine um meine Tochter!

  • Liebe Forumsmitglieder!


    War schon öfters hier als stiller Leser und ich schaffe es erst heute hier zu schreiben.


    Meine Tochter ist am 29.August an einer Gehirnblutung gestorben,sie war erst 33 und seitdem ist nichts mehr wie es vorher war.


    Mein Leben besteht nur noch aus Trauer,Tränen,Vermissen und Sehnsucht nach ihr.


    Liebe Grüße


    Annemarie

  • Liebe Annemarie!
    ein stilles Willkommen in der Forumfamilie!
    meien tiefste Anteilnahme zum gehen deiner Tochter
    es tut mir leid das auch du diesen schmerz kennen lernen musstest
    ich las deine zeilen und es kammen meine bilder
    von der intensivstation Neurointensiv AKH
    ich bin eine Linzerin


    Liebe Annemarie, leider kan uns keiner Antworten auf die "W" fragen
    und ich denke mir das du nichts falsch gemacht hast
    wie auch??
    du hast nicht geraucht, nicht getrunken,.... alles was möglich war hast für deine tochter getan
    diese schuldgefühle plagten auch mich jahrelang
    ich denke mir immer "das war Ihr WEG"
    den weg den wir gehen
    als verwaiste mütter
    ist ein steiniger weg
    aber glaube mir es wird leichter
    erträglicher


    schön das du ins forum gefunden hast
    hier sind sehr liebe menschen die auch um einen sehr Geliebten trauern
    schreib dir alles aus der seele
    mir hat es sehr geholfen
    wünsche dir viel Kraft
    ganz liebe grüße, maki

  • Auch meine tiefste Anteilnahme zum gehen deiner Tochter.
    Das schlimmste das es gibt,sein Kind gehen lassen zu müssen und zurückbleiben zu müssen und mit diesen Fragen zu leben.


    Wie es Maki schreibt,es wird leichter,erträglicher-es braucht Zeit und Menschen die zuhören und verstehen.
    Im Forum ist immer jemand der da ist für dich und dir zuhört.


    Ich schicke dir ganz viel Kraft liebe Annemarie


    L.G. Lisi

  • Liebe Annemarie,


    ich bin sehr berührt über den Verlust Deiner geliebten Tochter.


    Bitte fühle Dich umarmt, wenn Du möchtest. Du bist nicht alleine, hier ist immer jemand und man wird verstanden.
    Kann nicht mal ansatzweise verstehen was es heisst ein Kind zu verlieren.....es tut mir so leid für Dich.
    Es ist noch so wenig Zeit vergangen.
    Das die Leute Angst vorm Tod haben und es in unserer Spassgesellschaft ein Tabuthema ist stimmt schon aber es gibt viele Wege wo man Hilfe findet.
    Sei es ein Trauertherapheut, eine Selbshilfegruppe- es gibt Eltern die auch ein Kind verloren haben- Du musst das finden was Dir gut tut aber bitte versuch es nicht allein.
    Man zieht sich automatisch manchmal zurück das ist sicher auch wichtig. Kannst Du mit Deinem Sohn reden?


    Habe sehr viel probiert aber mir ging es erst besser als ich endlich über Umwege zu einem guten Therapheuten gefunden habe.


    Hier kannst Du Dir alles von der Seele schreiben was Dich belastet.
    Alles Liebe inzwischen.
    Lena

  • Liebe Annemarie!


    Es tut mir so leid, das jetzt auch Du diesen furchtbaren Schmerz erlben musst, den man fühlt wenn man ein Kind verliert, so ganz überraschend, ungefragt und riesengroß!


    Mein Sohn ist auch an einem unerkannten Anoyrisma gestorben, die Ärzte nahmen seine und meine Schilderungen nicht ernst und so wurde er erst für gesund erklärt und genau 3 Monate nach dieser Fehldiagnose ist er einfach in der Nacht gestorben. Wir haben es nicht bemerkt, ich könnte schreien, wenn ich nur daran denke.


    So etwas wünscht man niemanden, weil es so einen Schmerz mit dem geliebten Menschen nie mehr zu sprechen, umarmen, küssen, lachen...........................einfach dieses Wort nie mehr so klein und doch so unendlich, ein ganzes Leben lang gilt!


    Ich umarme Dich mal sachte und hpffe, das Du liebe Menschen hast, die mit Dir reden und damit umgehen können, die Dich auffangen und halten, es werden wenige sein und solche denen Du das gar nicht zutraust, aber es wird so sein, solche die Du zu den vermeintlich guten Freunden rechnest, werden sich rar machen und einen großen Bogen machen, ich habe es so erleben müssen.


    Hier in diesem Forum aber kannst du immer kommen und Deinen Kummer und Schmerz von der Seele schreiben, es ist wie eine Therapie, die der Seele guttut!


    Mona

  • Hallo Annemarie,
    herzlich willkommen bei uns und mein herzliches Beileid zu diesem plötzlichen und traumatischen Tod deiner Tochter!
    Du kannst sicher nichts dafür, das hat nichts mit deiner Lebnesführung in der Schwangerschaft zu tun. Solche Dinge sind "zufällig" und ungerecht, einfach weil die Natur nicht "perfekt" ist, und es Anomalien gibt. Manche davon sind "tödlich", das ist furchtbar und auch ungerecht, aber es ist so.
    Was bleibt, ist der Verlust deiner Tochter,aber ohne deine Schuld. Du wirst einen Weg finden, mit ihm zu leben, acuh wenn die Lücke bleibt, die sie hinterlässt. Du findest diesen Weg aber leichter, wenn du nicht nach dem Warum fragst, weil es keine Antwort gibt. Und wenn du dir nicht die Schuld gibst, für etwas, für das du nicht schuldig bist.
    Wir helfen dir gerne auf diesem Weg!
    Alles Liebe
    Christine

  • Danke an alle die mir hier geantwortet haben!


    Und daß ihr mich so liebevoll im Forum aufgenommen habt und auch für die tröstlichen Worte!


    Das schlimmste was einem im Leben passieren kann ist sein Kind zu verlieren und das so unerwartet und es gibt Momente wo ich mir einfach wünsche sie hätte mich mitgenommen.Wenn ich mir denke heute gehts mir wieder besser kommt irgendeine Erinnerung die mich wieder total zerstört.Sie hat ja nicht bei mir gewohnt sondern in Wien und wir haben uns nicht so oft gesehen aber wir haben uns so gut verstanden.Heuer war sie auch auch viel öfters hier und der ganze Sommer war eigenartig.Sie fuhr noch nach Salzburg auf ein Festival,eine Woche später nach Budapest auf ein Festival und dann noch nach Berlin ,ich hab sie mal gefragt ob sie nicht mal ausspannem möchte da sie nie richtig gesund war und ich frage mich warum musste das in Berlin passieren.Die Ärzte sagten uns das hätte ihr überall passieren können auch im Schlaf.Sie hat auch zweimal drüber gesprochen daß sie mal eine Liste schreiben möchte was sie jeden von ihren Freunden vermacht,ich hab damals darüber gelacht und ihr gesagt daß ich mein Testament machen sollte,mit ihren Freund hat sie auch drüber gesprochen kurz bevor sie in Berlin gelandet sind.
    Ich kann es einfach noch nicht begreifen,ich hab oft so dumme Gedanken wo ich mir denke,vielleicht liegt sie ja noch im Krankenhaus.
    Vor zwei Wochen war ich in einer Sebsthilfegruppe für verwaiste Eltern in Linz,in meiner Nähe gibts leider keine,die Gespräche taten gut aber es war so schlimm zu sehen daß Mütter nach 10 Jahren noch immer so trauern als ob es gestern gewesen wäre ,ich hab richtige Zukunftsängste bekommen wie ich das durchstehen soll.mir gehts jetzt schon so schlecht,fühl mich so müde und ausgelaugt,kann mich zu nichst aufraffen,gerade daß ich den Haushalt bewältige.
    Vorgestern wurde der Grabstein aufgestellt und ich wollte das Grab dekorieren,bin in zahllosen Geschäften herumgeirrt ,war nur noch verzweifelt weil ich nichts gefunden habe werde mich heute wieder auf die Suche begeben.


    Liebe Grüße an alle hier


    Annemarie

  • Liebe Mona!


    Danke für deine Antwort!


    Es tut mir so leid dass du das auch durchmachen mußtest.


    Nur eine Mutter kann nachfühlen wie es ist ein Kind zu verlieren.Man ist diesem Schmerz so ausgeliefert,alles ist sinnlos geworden und man möchte nur weinen.Wann hast du deinen Sohn verloren?
    Es ist schlimm aber ich bin manchmal wütend auf meine Tochter,sie hatte ja immer Kopfschmerzen und Migräne,warum ist sie nie deshalb zum Arzt gegangen,sie hatte immer irgendwas,Angina Blasenentzündung und und,sie hat sich nie richtig auskuriert.Ich habe Stunden hier im Internet verbracht um rauszufinden wie es zu dieser Gehirnblutung kam und habe auch mit den Ärzten in Berlin gesprochen,sie hatte anscheinend so ein Anigiom und eine Operation im Vorfeld wäre auch sehr schwierig gewesen da es so ungünstig lag und kein Arzt hätte diese Operation gemacht aber in Berlin haben sie diese Operation doch gemacht,hat fast 8 Stunden gedauert und hat ihr doch nicht helfen können.Als uns die Ärzte sagten daß sie falls sie es schafft schwerst behindert sein würde oder was auch die große Wahrscheinlichkeit wäre daß sie nie wieder aus dem Koma erwacht hab ich mich gefragt würde ich das meiner Tochter wünschen?Ich hätte sie noch bei mir aber hätte sie das wollen?
    Und diese Fragen nach dem Warum,warum gerad sie und auch das "nie wieder",wir waren so oft am Attersee wenn sie hier war,ich hasse jetzt auch den See aber ich muß dort hinfahren.sie hat den See so geliebt und habe darum gekämpft daß ich sie dort beerdigen lassen durfte.Ihre Freunde wollten zwar daß wir sie in Wien beerdigen lassen,habe lange darüber nachgedacht und hab dann entschieden daß ich sie in meiner Nähe haben möchte,ich kann doch nicht jedesmal nach Wien fahren das ist einfach zu weit.


    Ganz liebe Grüße


    Annemarie

  • Liebe Annemarie,


    erst heute habe ich dein Posting gelesen und bin tief erschüttert und möchte dir meine aufrichtige Anteilnahme aussprechen. Das Leben ist nicht fair und wird es auch nicht sein.
    Mein Gott du bist so tapfer und hast einer Organspende zugestimmt, ich bewunder dich dafür und das meine ich sehr, sehr ehrlich. Wir stehen kurz vor dem Weihnachten und durch deine Einwilligung zur Organspende, machst du das Fest für einige Menschen zu dem Fest des Lebens.


    Ich selbst weiß wie du dich jetzt gerade vor diesem Fest fühlst, aber vieleicht hilft es dir ein wenig, wenn du über die glücklichen Menschen nachdenkst, die ihr liebstes schon verloren sahen und dann kamen die rettenden Organe deiner Tochter.
    Deinen Schmerz kann ich dir nicht nehmen, aber in Gedanken bin ich bei dir und wünsche dir alle Kraft dieser Welt.


    Ganz liebe Grüße


    Heinz Dieter

  • Liebe Annemarie,


    Zitat

    Es ist schlimm aber ich bin manchmal wütend auf meine Tochter,sie hatte ja immer Kopfschmerzen und Migräne,warum ist sie nie deshalb zum Arzt gegangen,sie hatte immer irgendwas,Angina Blasenentzündung und und,sie hat sich nie richtig auskuriert.Ich habe Stunden hier im Internet verbracht um rauszufinden wie es zu dieser Gehirnblutung kam


    Ich empfinde es genauso, ich bin aber nicht wütend auf ihn, sondern gebe mir die Schuld, ich hätte es merken müssen und die Ärzte noch vielmehr bearbeiten müssen, nein, stattdessen haben wir ihnen geglaubt, sie haben ihn ja am 16. August für gesund erklärt und wollten gleich noch mit der Reduktion seiner Medikamente beginnen, das habe ich abgelehnt, weil mir diese schnelle Diagnose zu oberflächlich vorkam. Ich habe in der Uniklinik einen Termin bekommen, der war aber erst 3 Monate später, am 21. 12. 10, das war der Tag seiner Beerdigung, er dufte es nicht mehr erleben, ich hatte dort so oft angerufen und gesagt, das es ihm sehr schlecht geht, aber die Damen an der Anmeldung glaubten mir nicht! Gestorben ist es am 16.12.10, jetzt ist es bald ein Jahr her, ich werde sogar schon manches Mal gefragt, ob es nun leichter geworden sei? Ich muss mich dann immer zusammenreißen, damit ich nicht explodiere, es wird immer schwerer und schwerer, wir haben ja alles zusammengewohnt, er war immer da, ich vermisse ihn so schrecklich, nicht nur ich, wir alle tun das.
    11 Tage danach ist dann auch noch Opa gestorben, wieder wurde dasselbe Grab aufgemacht, der Opa wurde direkt über Martin gelegt, wir wollten das nicht, weil es ein Doppelgrab ist, aber die Vorschriften wollten es so, warum konnte mir niemand erklären, es ist halt so und fertig!


    Martin wurde mit 8 Jahren wegen eines Antibiotikas zum Epileptiker, er konnte nichts dafür und musste trotzdem sterben. Ich gehe jeden Tag zum Grab und jeden Tag weine ich um mein Kind, ich weiß nicht, ob dieser verdammte Schmerz jemals wieder vergehen kann. Niemand braucht so etwas und trotzdem passiert es jeden Tag wieder und man fragt sich verzewifelt warum gerade wir??? Eine Antwort darauf gibt es nicht auf dieser Welt!


    Martin hat sich immer gewehrt, er wollte nie ins Krankenhaus, weil er dort schon so oft war, er hat sich gewehrt, gegen den Notarzt und gegen mich, wenn ich ihn zum Arzt zerren wollte, als dann sein ihn seit 11 Jahren behandelnder Neurologe Oberarzt im März gestorben ist, er war auch erst 47 und hat auch nicht bemerkt ,das er einen Gehirntumor hat, wollte er gar nicht mehr dort hingehen. Der neue war dann entsprechend arrogant und neunmalklug, mit den bekannten Folgen, das mein Kind jetzt tot ist und niemand schuld daran hat. Ich wollte ein Kernspin, er sagte wortwörtlich, das bekommen sie von mir nicht, das ist nicht nötig, als ich dann angerufen habe und von Martins Tod berichtet habe, hat er gesagt, das es schlimm ist, aber er nicht schuld ist, das sei halt die Krankheit. Ich sagte das er ihn doch für gesund erklärt habe, er darauf, ja da habe ich mich wohl geirrt! das macht mich heute noch fertig und ich frage mich, warum hat es so kommen müssen!


    Dann denke ich an die 'Worte vom Notarzt, der hat auch gesagt, wenn er jetzt wieder aufwacht, wird er wohl schwerstbehindert sein, man kann es nicht glauben, weil man seine Kinder ja nur gesund kennt und nicht todkrank und hilflos, Martin hätte das für sich nie und nimmer gewollt, das weiß ich sicher, er war ein Naturmensch und wollte immer nur draußen sein, im Wald und mit Holz arbeiten war seine liebste Beschäftigung überhaupt.


    Ich denke Deiner Tochter wäre es auch so ergangen, sie war ja auch lebenslustig und hat viel unternommen und eben gerne gelebt, es gibt doch da diesen Spruch, den eigenen Tod stirbt man nur, doch mit dem Tod der anderen muss man leben von Mascha Kaleko, wir müssen erst wieder lernen zu leben, denn so funktionieren wir nur noch und das ist kein Leben mehr, es ist einfach nicht mehr schön auf der Welt, ich empfinde das so und ich weß nicht, ob es nochmal anders wird. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, diesen Schmerz durchzustehen!


    Mona

  • Hallo Angie57(Annemarie)
    Hallo Mona


    Mir fehlen etwas die Worte.... Eure Erlebnisse machen mich fast sprachlos.... Gerade mal ein zuhören bleibt.


    So bleibt mir im Moment nur ein :30: für Dich Annemarie, und ein :30: für Dich Mona, wenn Ihr mir Dies erlaubt.


    Seid von mir lieb Gegrüßt


    chan

  • Lieber Heinz Dieter!


    Danke für deine Antwort!


    Du hast mir geschrieben daß ich so tapfer war als ich der Organspende zugestimmt habe.Ich frage mich immer wieder ob ich das richtige getan habe aber was wäre passiert wenn ich es nicht getan hätte?Die Ärzte haben meine Tochter für Hirntod erklärt und und sie sie hing ja nur noch an diesem Beatmungsgerät,sie hätte keinen Atemzug mehr allein machen können,wer hätte das Beatmungsgerät abgeschalten,hätte ich die Einwilligung geben müssen oder hätten sie es einfach gemacht,für sie gab es ja keinen Grund mehr sie noch länger künstlich am Leben zu erhalten.Ich denke oft darüber nach ob jemand nicht doch noch etwas mitbekommt auch wenn er hintod ist und dieser Gedanke läßt mich verzweifeln,haben die Ärzte meine Tochter dann doch noch umgebracht,hat sie noch etwas gefühlt,mitbekommen,war das Unterbewußsssein noch da,Fragen für die ich nie eine Antwort bekommen werde.
    Wir sind alle zusammengesessen,Freunde, meine zweite Tochter und ich und haben drüber gesprochen was wir tun sollen,was meine Tochter gewollt hätte und wir haben dann beschlossen daß wir einer Organspende zustimmen,vielleicht hat ihr sinnloser Tod doch noch einen Sinn und sie kann jemanden noch helfen oder das Leben retten und ein Teil von ihr lebt weiter.
    Ich hatte da auch so ein schlimmes Erlebnis.Ich war grade mal eine Woche von Berlin zurück als ich einen dicken Brief aus Deutschland bekam von einer Organspendeorganisation,drinnen war ein Buch über Geschichten von Menschen die auf ein Organ warteten oder eines bekommen haben und wie es ihnen ging und auch von Menschen die ihren Zustimmung gegeben haben zur Organspende.Ist ein schönes Buch mit Gedichten,Bildern und ich hab auch gelesen daß es den Menschen die ein Organ bekommen haben auch nicht gut ging weil sie ja wußten daß erst jemand sterben mußte damit sie weiterleben konnten und damit auch ganz schön zu kämpfen haben.
    Ich hab dann auch das Begleitschreiben gelesen und wäre fast zusammengebrochen,die haben geschrieben..sie bedanken sich für die Zustimmung.....und dann haben sie noch detailiert angegeben welche Organe sie meiner Tochter entnommen haben und daß es den Patienten gut geht .Ich bekam einen Weinkrampf und so eine Wut,ich glaube nicht daß es eine Mutter knapp eine Woche nach dem Tod eines Kindes interessiert das es den anderen gut geht und dein Kind mußte sterben.Ich hab ihnen dann ein Mail geschrieben und sie haben sich vielmals entschuldigt.
    Hast du auch Erfahrungen gemacht mit Organspende?


    Ganz liebe Grüße


    Annemarie

  • liebe Annemarie!
    habe mir gerade vorgestellt, hätte man mich gefragt - was hätte ich gesagt
    ich bin erlich gesagt froh das ich nicht diese entscheidung treffen musste
    dafür
    Hut Ab vor dir!!!! du bist ein ganz guter Mensch!!!
    verzeih will dich ned auf irgend einer art verletzten
    es war mir das bedürfniss
    es zu sagen



    darf ich fragen: was deine tochter in wien tat und den namen wensst magst???!!!!


    in liebe maki

  • Liebe Maki!


    Danke daß du mir geschrieben hast.


    Meine Tochter Margit arbeitete in Wien in einem Kinderbuchverlag,sie bekam den Text und die Bilder und stellte dann die Bücher zusammen ,sie hat mir ein paarmal ein paar Bücher für mein Patenkind mitgebracht aber ich habe die meisten behalten,sie hat oft drüber gelacht ,ich hab dann gesagt ich heb sie für meine Enkelkinder auf falls ich mal Oma werde und ich bin jetzt froh daß ich sie noch habe.Sie hat diesen Beruf sehr geliebt und sie war auch sonst sehr kreativ.Sie hatte auch diese Grünepunktekrankheit wie wir sie immer genannt haben,überall wo sie hinkam klebte sie grüne Punkte hin,ich hab oft drüber gelacht aber ihre Freunde hat sie auch angesteckt und ich mach jetzt weiter und auch auf dem Grabstein sind auch grüne Glaspunkte.
    Margits Schwester hat eine Seite für sie gemacht -http://www.greendots.at .War am Samstag auf einem Berg in Bad ischl dort hab ich auch einen auf das Gipfelkreuz geklebt.
    Ich denke jetzt so oft über alles nach,über die Zeit in Berlin.Frag mich oft ob die Ärzte nicht zu lange mit der Operation gewartet haben,es gibt noch soviele Fragen für die es keine Antwort gibt,es war eine totale Ausnahmesituation.Die Ärzte erklärten uns zwar alles genau aber ich frage mich immer warum haben sie meine Tochter nicht retten können?Sie haben sie erst Stunden nach dem sie im Krankenhaus ankam operiert,warum nicht gleich?
    Fragen über Fragen und keine Antwort darauf.
    Irgendwie geht das Leben weiter,obwohl Leben kann man das nicht mehr nennen es ist nur noch ein weiterexistieren und ich wünsche mir ich wäre mit ihr gestorben und ich weiß daß mein Leben nie mehr so sein wird wie es mal war,sie fehlt mir so sehr auch wenn sie nicht bei mir gewohnt hat,kein Anruf mehr,keine SMS und ich nie wieder ein abholen am Bahnhof.jeder Gedanke an sie beginnt mit nie wieder.....


    Ganz liebe Grüße von Annemarie

  • Liebe Mona!
    Dein Schreiben hat mich echt erschüttert und ich frage mich warum mußten unsere Kinder sterben,hätten sie doch eine Chance gehabt?
    Ich frage mich auch oft ob die Ärzte in Berlin alles richtiggemacht haben.Sie haben Margit stundenlang beobachtet und erst als ihr Gehirndruck lebensgefährlich anstieg beschloßen sie daß sie Margit operieren,warum nicht gleich?Ich weiß auch nicht mehr wann sie wirklich mit der Operation angefangen haben,ich hab um 14 Uhr als ich am Flughafen in Linz war im Krankenhaus angerufen und eine Schwester sagte mir daß Margit im OP wäre und sie ist um Mitternacht eingeliefert worden,warum haben sie soviel kostbare Zeit verstreichen lassen?Mir ist schon klar daß ein Ärzteteam nicht sofort bereitsteht,es war doch eine sehr schwere Operation die dast 8 Stunden gedauert hat aber trotzdem.Bei einer Besprechung zeigten sie uns auch die CT-Bilder und erklärten uns alles genau was da passiert ist was diese Blutung alles zerstört hat.
    Alles hadern und nachdenken bringt uns unsere Kinder nicht zurück,wir müßen damit weiterleben.Nur Menschen die selbst ein Kind verloren haben wissen wir uns fühlen.Ich hab auch schon einige Meldungen gehört auf die ich gerne verzichtet hätte.Mein EX Schwager zum Beispiel sagte auf der Beerdigung zu mir ,jetzt hats dich aber gscheit erwischt und andere Meldungen von wegen da mußt du jetzt durchtauchen.


    Ich umarme dich


    und ganz lieber Gruß von Annemarie

  • Liebe Anemarie!


    Ich weiß gar nicht ob ich überhaupt schreiben soll......


    Was ich Dir sagen wollte ist, dass Du wirklich nicht zu zweifeln brauchst ob es richtig war, dass Du zur Organspende deiner Tochter die Zustimmung gegeben hast !!!
    Wäre Deiner Tochter dieses schlimme Schicksal in Österreich passiert (du bist ja aus Oberösterreich) hätten die Ärtzte nicht einmal Deine Einwilligung gebraucht.


    (Christine hat einmal einen sehr informativen Artikel betreffend "Organspende" in "News und Rat" geschrieben)


    Als unserem Sohn nach einem Verkehrsunfall und seiner OP am Gehirn keine Überlebenschancen mehr gegeben wurden, fragten uns die Ärzte zwar wie wir einer Organspende gegenüberstünden, aber es war ziemlich klar, dass nur wenn wir arge plausible Einwände hätten, von einer Organentnahme Abstand genommen worden wäre.


    Das IST in Österreich so und irgendwie bin ich froh darüber, so muss man nicht noch zusätzlich Entscheidungen treffen die ................... !


    Bei unserem Sohn wurden dann von 2 unabhängigen Ärtzteteams und Zeitunterschied "Hirnströme gemessen bzw ob noch welche vorhanden sind" .
    Nachdem er offiziell für tot erklärt wurde, konnte er noch 11 Menschen das Leben retten/bzw. erleichtern.


    Ich schildere dieses Erlebnis zwar berichtartig aber jeder der ähnliches durchmachen musste, weiß, dass dies .............
    Ich durfte dann noch einen Tag und Nacht bei/mit meinem Sohn auf der Internsivstation verbringen, er sah aus als ob er schliefe......


    Uns wurde gesagt, dass Daten von den Organempfängern NICHT weitergegeben werden, wir werden also nie erfahren wer ein Organ von ihm bekommen hat.
    Darum fand ich ganz besonders schlimm, pietätlos .......... , dass Dir das Spital von sich aus - ohne Aufforderung Deinerseits dieses Schreiben mit der Auflistung..... geschickt hat !
    - ohne Worte !!!!


    Immer wieder mache ich mir Gedanken darüber, was mit meienm Sohn noch zum Schluss "gemacht" wurde..... aber das positive - dass er noch jemanden helfen konnte und meine Überzeugung, dass der Körper ohnehin nur unsere äußere Hülle ist, die wir nach unserem Tod nicht mehr brauchen, vertreibt sie ein wenig.



    Liebe Anemarie,
    verzeih, dass ich jetzt soviel über meinen sohn.... geschrieben habe, doch vielleicht hast auch Du in dunklen Stunden ähnliche Gedanken, es ist einfach sooo schlimm sein Kind zu verlieren und der Schmerz wird nicht weniger ABER es gibt auch helle Tage und von denen muss man Kraft schöpfen und versuchen nicht aufzugeben, es gibt nämlich ein Wiedersehn!


    also nichts für ungut
    ganz liebe Grüße
    Berit

  • Liebe Annemarie,


    es ist furchtbar, wir müssen einfach versuchen damit irgendwie zu leben lernen. Wenn die Schmerzwelle kommt, hilft es mir am besten, einfach den Schmerz auszuweinen. Danach ist es mir dann immer etwas leichter. Mir tut auch die Gesprächstherapie und die Besuche beim Psychiater gut. Seit zwei Wochen mache ich jetzt auch Yoga, weil der Psychiater und die Psychologin es mir geraten haben, sie haben Recht, es ist wirklich gut. Auch die Gruppe der verwaisten Eltern ist gut, ich probiere alles aus, helfe was helfen mag, ich gehe auch jeden Tag ans Grab und rede auch viel mit Martin und auch mit Opa. Ich habe manches Mal wirklich das Gefühl, das er bei mir ist, das er neben mir steht und mir auch antwortet, das tut mir so gut!


    Ich hoffe das es bei Dir auch so wird, ich wünsche Dir das Du so etwas auch fühlen wirst, es ist ein kleiner Trost, trotzdem fühle ich mich betrogen um das Leben mit meinem Sohn, wir werden niemals erleben können das sie eine Familie gründen, wie sie sich weiterentwickeln, so wie es bei den anderen ganz normal ist.


    Liebe Annemarie, ich schicke dir viel Kraft, ich glaube aber das Du alles richtig gemacht hast! Du marterst Dich, das mache ich auch, es tut so weh, mein Psychiater will aber, das ich mir überlege, ob es mir weiterhilft, wenn ich mir diese Vorwürfe mache. Ach Annemarie, ich meine manchmal immer noch, das ich in einem Alptraum stecke, der endlich aufhören soll. Er tut es aber nicht, das ist so furchtbar.


    Mona

  • Liebe Berit!


    Danke daß du mir geschrieben hast!


    Ich weiß daß in Österreich alles anders ist,in Deutschland muß man die Zustimmung zur Organspende geben und in zwei Jahren wenn man es möchte erfährt man auch wer die Organe bekommen hat.Zwei Jahre sind eine lange Zeit und ich weiß nicht ob ich dann so weit bin daß ich es wissen möchte wie es den Patienten geht,momentan verschwende ich keinen Gedanken daran wie es den anderen geht.
    In Berlin kamen auch immer Ärzte aus einem anderen Krankenhaus um Tests mit ihr zumachen,was die alles mit meiner Tochter gemacht haben möchte ich hier nicht schreiben es war einfach schlimm.
    Als dann der Hirntod festgestellt waren waren auch noch andere Ärzte dabei,ich hab mich nur noch kurz von meiner Tochter verabschiedet,ich konnte einfach nicht mehr,die letzten fünf Tage waren nur noch ein Abschiednehemen wir wußten nicht mal wann sie wirklich gegangen ist.
    'Wie lange ist es her seit du deinen Sohn verloren hast,hab gesehen daß du auch neu hier bist?Ich hab mich hier angemeldet weil ich im Grundegenommen niemanden zum reden habe und das ist echt schlimm,Trauer macht einsam daß muß ich jetzt selbst erfahren.


    Habe dieses Zitat im Facebook gefunden von "Jando"


    Niemand geht so ganz.
    Die Liebe des anderen Menschen weilt in unseren Herzen.
    Sie wird uns weiterbegleiten und in schwierigen Momenten den richtigen Weg weisen,ein ganzes Leben lang.
    Solange bis sich beide Herzen wieder zusammenfügen!


    Ich glaube auch daran daß ich meine Tochter wiedersehen werde und ich hoffe es geht ihr gut da wo sie jetzt ist.


    Liebe Grüße von Annemarie

  • Liebe Anemarie,


    Du tust mir so leid, es ist einfach so so schlimm und nichts hilft!
    Manchesmal frage ich mich ob ich noch normal bin, weil ich nicht weinen kann (zumind. nur selten) und andere sprechen nur seinen Namen aus und denen kommen schon die Tränen.
    Ich kann stundenlang sitzen und nur Löcher in die Luft starren und bin einfach nur traurig.


    Wenn man in so einem Loch ganz unten ist nützt einem die ganze Schönrederei (es geht ihnen gut..., sie sind im Licht..., es ist kein Ende..., es gibt ein Wiedersehn....) genau NICHTS !


    Unsere Kinder sind nicht mehr da! - bei uns !!!!
    Manchmal denke ich mir er ist schon ewig nicht mehr da und dann glaube ich es war erst gestern........


    Was mir hilft ist, dass er noch Brüder hat, die mich brauchen, die auch ein Anrecht auf eine glückliche Familie haben !!!


    Du hast noch eine Tochter? Kann sie Dir ein wenig in d ieser schweren Zeit ein wenig helfen ??
    Eine große Familie und verständnisvolle Freunde können schon helfen, aber mir ging es so, dass ich irgendwann niemanden mehr mit meinem Kummer "belasten" wollte !


    Du hast geschrieben, dass Du eigentlich niemanden zum Reden hast, dass ist traurig, aber da bist Du in diesem Forum genau richtig, hier kannst du Dir Deinen ganzen Kummer von der Seele schreiben !
    Hoffe es hilft Dir wenigstens ein wenig!!?


    Alles Liebe
    Berit

  • Liebe Annemarie,
    ich kann dir erst jetzt auf dein letztes posting antworten. Du hast das richtige getan, aber es kann keiner den Schmerz ermessen, wenn man ein Kind gehen lassen muss, der es nicht selbst erlebt hat!!


    Das Schreiben der Klinik ist... finde keine Worte. Aber wir haben hier keine bleibende Heimstadt, aber wir werden uns wieder sehen wenn uns der Herr abberuft.
    Wie oft habe ich gebetet, hol mich Heim oh Herr ich halte es nicht mehr aus. Du hast mir das Liebste genommen und das noch so grausam, was willst du noch von mir.
    Und du siehst ich bin noch da, weil das Leben ein Gottesgeschenk ist. Deine Tochter hat Leben geschenkt. So wie du jetzt trauerst und ich weine mit dir, sehen ein paar wenige wieder Licht am Horizont und das soll dich ein wenig trösten.


    Geh liebevoll mit dir um


    Heinz Dieter