Beiträge von Jason's - mama

    Ich war mir nicht sicher ob ich nochmal antworten soll.


    Am Anfang war es mein unbedingter Wille zu sterben.
    Es war unerträglich und bis heute ,im Oktober sind es vier Jahre ,verheilt ist diese Wunde nicht und ich weiß das es niemals passieren wird.

    Aber ich habe mich damit arrangiert ,ich muss nicht über diese Tragödie hinweg kommen und mein Herz wird bis zu meinem Ende gebrochen sein.

    Ich sehe in fast allem was du schreibst,das was ich damals gefühlt habe.

    Ich wusste es wird besser ,aber ich habe es nicht gefühlt,daher stammt das Gefühl das man denkt es wird nie wieder besser.

    Dieses überleben ist ein Zustand in dem man nicht ewig hängen bleiben kann.

    Ich wurde dann monatelang von einer absoluten Gefühlskälte gefangen gehalten.

    Aber selbst die war besser ,als der unerträgliche Schmerz über den Verlust.

    Bin dann aufgrund , vielleicht schwarzen Einstellungen in eine schwere PTBS+Depression gerutscht die weiter dafür gesorgt hat das es weiter bergab mit mir geht.

    Es hat sich im Laufe der Zeit ein neues Leben eingespielt,ohne das ich es wollte.

    Mein innerstes hat sich dagegen gewehrt ein Leben ohne meinen Sohn zu führen.

    Wie kann ich weiter leben wenn er niemals die Sonne gesehen hat und es auch nie wird .

    Keiner kann dir ganz versichern daß es besser wird.

    Ich habe dem Leben jahrelang keine Chance gegeben ,aber es gibt noch eine Art von Leben , für mich und ich glaube auch für dich.

    Du stehst noch ganz am Anfang, das entsetzen darüber ist sehr groß.

    Das war jemand aus dem Forum hier der mir endlich ein Wort für einen großen Teil des Gefühls was ich hatte gegeben hat.

    entsetzen ,es beschreibt perfekt die erste Zeit.


    Vom ganzen Herzen wünsche ich dir ,das auch für dich wieder die Sonne scheint.

    Man kann ja nie für andere reden.

    Aber ich glaube ich habe hier noch nie gelesen und auch selbst nach dem Tod meines Sohnes nicht erlebt das man ewig in diesem akutem unerträglichem Schmerz bleibt.

    Es fühlt sich an ,als würde er nie verschwinden.

    Ich kann mich noch so gut dran erinnern,die Tränen liefen einfach so wie ein Wasserfall.

    Nach Monaten habe ich mich dabei ertappt,das ich mal kurzzeitig abgelenkt war ,zwar mit einem schlechten Gewissen in nachhinein ,aber immerhin und das kam von ganz alleine das es immer mehr wurde.

    Heute lebe ich ein relativ normales Leben ,obwohl keine Stunde vergeht wo ich nicht an Jason denke.

    Liebe Bille

    Tut mir unglaublich leid, das auch du hier bist...


    Das was du schreibst kommt mir sehr bekannt vor.

    Ich wusste sogar das es besser werden wird ,aber in dem Augenblick hat es sich angefühlt, als würde es sich nie wieder ändern.

    Auch ich war und bin der Meinung daß ich niemals über den Tod von Jason hin weg kommen werde.
    Ist bis heute meine Meinung dazu ,und das muss ich auch gar nicht.

    Es ist immer noch schmerzhaft ,aber es ist definitiv nicht so wie in den ersten Monaten.

    Das ist auch gar nicht möglich,weil es alles übertrifft was man sich je hätte vorstellen können.

    Hoffnungslosigkeit,unmenschliche Trauer ,und ein Schmerz der auch körperlich zu spüren war.Es ist unerträglich,kein Wort und keine Geste könnten dir auch nur ein wenig Trost spenden.

    Aber du bist nicht alleine,alle hier kennen diesen Schmerz ,auch wenn man ihn nur alleine fühlen kann ,für sich.


    Liebe Grüße Melanie

    Du hast Recht,es kann gar nicht anders sein.


    Mir schwirrt immer noch oft der Satz im Kopf.

    "Als Last bekommt man nur das ,was man auch tragen kann"

    Es gibt Tage ,das trifft das sicherlich mittlerweile zu ,aber ganz sicher nicht immer und manchmal zweifel ich daran.

    Die Erfahrung hat gelehrt der IST Zustand verändert sich im laufe der Zeit.

    Am Anfang dachte ich ,ich komme niemals aus diesem Zustand raus.

    Hoffnungslosigkeit, Entsetzen und Leere.

    Alle diese Gefühle sind noch in mir ,kommen aber nicht mehr so oft zum Vorschein.

    Das ist der absolute Nährboden für ein schlechtes Gewissen.
    Der Grundgedanke lautet aber ,ich will LEBEN und dafür bin ich bereit alles zu geben.


    Das wird aber noch lange dauern ,immer auf dem gleichen Level zu bleiben.

    Guten Morgen

    Ja ein Satz der die bisherigen Welt ,das eigene Leben komplett verändert.


    Alles andere, ist ja kein bisschen weniger schlimm ,aber dieser eine Satz ,den vergisst man niemals. Er verblasst auch kein Stück.

    Ich denke auch in fünf, zehn oder 25 Jahren hat dieser Satz nicht an schrecken verloren.

    Man kann ihn auch nicht neutralisieren oder ihn positiver wirken lassen.

    Zumindest ist mir noch keine Formulierung eingefallen.

    Hab mir gerade nochmal alles durchgelesen,zu sehen wie ich meine ersten Beiträge verfasst habe.
    Groß und Kleinschreibung unwichtig, einfach so hingenommen ,wie das Smartphone es schreiben wollte.


    Ich fühle sie wieder,diese Verzweiflung und das entsetzen,es ist nicht weg ,nur überlagert von meinem neuen Leben.

    (Aber nur beim lesen meiner alten Beiträge.)

    Obwohl das Wort Leben nicht ganz passend ist ,aber es ist auch nicht nur ein Überleben.

    Ich empfinde wieder Glück,nicht immer ,aber es gab in den letzten Monaten ein paar davon...Das macht mich stolz,oft dachte ich ,das ich dieses Leben für immer hassen werde.

    Es hat soviele Tränen und unerträglichen Schmerz gekostet.

    Wie oft dachte ich ,gerade am Anfang,ich ersticke.Ich habe keine Luft bekommen.


    Es war von Anfang an meine größte Angst Jason zu vergessen.

    Ich bin mir zu 100% sicher ,das wird solange ich lebe, nicht passieren.


    Aber eines wird nie besser ,der Satz der mein altes Leben beendet hat.

    "Ihr Sohn wird die Nacht nicht überleben"

    In dieser Sekunde ist alles kaputt gegangen,Hoffnungen ,Träume & unbeschwert sein sind geplatzt..

    Was danach folgte,kann nur aus einer Serie stammen ,die von Hölle handelt.

    Hallo

    Glaube nicht das es viel mit dem Fach zutun hat ,hatte zu Corona auch Kinder die nicht in die Schule durften.Sie haben es einfach nicht als Pflicht wahrgenommen und man musste da hinterher sein.

    Liebe Grüße Melanie

    Wieder ein Weihnachten ohne Jason. Mittlerweile das vierte ohne ihn.

    Diese falsche Welt wird gerade an Tagen wie heute noch spürbarer...

    Dieses Leben zwischen zwei Welten ,der Wunsch nach innerer Ruhe , Unbeschwertheit und dem nicht vergessen wollen...

    Die bitterste Erkenntnis bleibt ,es wird niemals vergehen.

    Heute morgen aufgewacht ,mit einer Verbitterung und Wut.
    Es gibt nicht mal einen speziellen Grund,einfach der Gedanke das ich immer noch ohne Jason sein muss.
    Er gehört zu mir ,wie meine anderen Kinder auch ,wie die Luft zum atmen....

    Hallo


    Ja ein Leben lang ,jetzt ist natürlich bald Weihnachten, gestern hab ich Kekse gebacken,ganz alleine...

    Gedanken so schwarz und kein kleines Kind was Spaß dabei hat.
    Manchmal schleichen sich die ,was wären wenn Fragen ein...

    Jason wäre/ist jetzt 3 Jahre alt ,im Kopf sehe ich Bilder von einem Baby ....Was für ein Widerspruch.

    Heute ist so ein Tag ,nach Wochen wo man denkt ,es geht aufwärts ,wird man wieder zurück geworfen

    Geht das jetzt mein Leben lang so?

    Was ist das denn für ein Leben ?


    Für jeden Mist gibt es Ratgeber und Bücher aber nirgends eine Anleitung wie man mit dem Tod des Kindes am besten umgeht...Es gibt auch keinen Vorbereitungskurs der einen auf genau dieses Ereignis vorbereiten könnte...

    Heute vor drei Jahren ,jetzt um diese Zeit wurde mein kleiner seit 7 Stunden nur noch von Maschinen am Leben erhalten ,hatte schwerste Epileptischen Anfälle .Aber das schlimmste, ich war nicht bei ihm. Er musste verlegt werden in ein anderes Krankenhaus.

    Was habe ich gemacht jetzt vor drei Jahren? Nicht glauben was uns widerfahren ist ,immer und immer wieder bin ich die Situation durch gegangen .Wissend das es so furchtbar enden wird ,das wusste ich schon bei der ersten Blutung das er sterben wird.Das habe ich auch so gesagt ,zum Rettungsdienst das mein Kind stirbt...


    Mein kleiner Schatz ,egal wo du bist ich wünsche dir einen schönen dritten Geburtstag und vermisse dich hier bei mir.❤️❤️❤️

    Wieder ist ein Jahr vergangen,jetzt sind wir im dritten Jahr.

    Es hat sich viel getan ,gerade dieses Jahr,ich habe Niedersachsen verlassen.

    Aber selbst wenn ich ans andere Ende der Welt gezogen wäre,wäre Jason immer mitgekommen in Gedanken und jedem Handeln.

    Leider ist auch der Schmerz mitgekommen.

    Alle denken immer was für eine starke Persönlichkeit etc .die Wahrheit ist, das ist keine stärke ,es ist Resignation und mir ist alles scheißegal.

    So lässt es sich doch ganz nett leben wenn man schon leben muss.

    Auch heute noch würde ich sofort mein Leben geben, selbst wenn er nur den Hauch einer Chance gehabt hätte.

    Wie hat meine Schwester es gesagt ,mit Jason habe ich mich emotional von allem verabschiedet.

    Wie auch in den letzten beiden Jahren sage ich ,es vergeht nie ,nur die düsteren Gedanken werden immer mehr weil er in der Theorie jetzt schon drei Jahre wäre und so vieles schon könnte und in Zukunft lernen würde.

    Oft frage ich mich wie er aussehen würde , hätte er mein Temperament von vor seinem Tod?

    Von meinem alten Ich ist so gut wie nichts mehr über aber es gibt auch kein neues Ich.


    Die Widersprüchlichkeit wird mich ein Leben lang begleiten ,Jason wird immer für mich ein Baby bleiben aber im manchen Gedanken wächst er doch mit.


    Das schlimmste an der Tragödie,sie wäre doch so leicht zu verhindern gewesen...

    Ich komme erst aus Zombieland raus wenn ich mir selbst und dem Arzt der aus was weiß ich für Gründen diese eine Untersuchung nicht gemacht hat verzeihe.

    Rettungssanitäter die schwangere ernst nehmen, gerade beim fünften Kind, hätten den Fehler des Arztes noch ausgleichen können.


    So stehe ich auch nach drei Jahren immer noch vor den Scherben meines Lebens und ich hatte leider keinen Vorbereitungskurs wie man mit dem Tod des Kindes umgehen kann..

    Natürlich ist es gerade jetzt zu den Jahrestagen noch schlimmer ,furchtbare Erinnerungen kommen wieder hoch und ich kann mich auf keine guten Erinnerungen berufen weil es schlicht und einfach keine gab.

    Man hat mir mein Kind rausgerissen,ihn danach über zwanzig Minuten reanimiert und dann zwei Tage durch Maschinen am Leben erhalten...


    Und schon wieder überlege ich sind es schon drei Jahre oder erst...

    Würde Jason leben würde ich sagen er ist schon drei Jahre ,so sage ich es sind erst drei Jahre von evtl noch einigen Jahrzehnten die man überleben muss.

    Liebe Hope

    Ich wünsche dir für den heutigen Tag ganz viel Kraft.

    Ich denke auch man kann sich darauf nicht vorbereiten,bei uns war es so das nur ganz wenige da waren und auch nur von meiner Seite der Familie.

    Bei allen war der Schock so groß ,meine Schwester wollte mir beistehen und war die jenigen die auf dem Weg zum Friedhof schon weinen musste.Ich natürlich auch.

    Es hatte sich irgendwie angefühlt als wären wir auf dem Weg zum Henker oder so.
    Ich habe alles wie durch einen Schleier erlebt.



    Liebe Grüße Melanie

    Liebe Hope


    mein Beileid zu deinem schweren Verlust...


    Ich erkenne in deinem Text vieles von meinen Erfahrungen wieder ,das hilflose daneben stehen,das sehen das es zu Ende geht und man es aber gar nicht verstehen kann was gerade passiert.


    Manchmal wie auch bei meinem Sohn wurde durch das reanimieren das Leiden von allen Beteiligten verlängert, was zu schwer traumatischen Szenen geführt hat.

    Hinterher (nach der Reanimation wo es vorher und währenddessen zu schweren Sauerstoffmangel kam) )denkt man immer ,bei Jason z.b hätten man noch etwas warten sollen , vielleicht hätten die Nieren angefangen zu arbeiten, hätten sie nicht ,haben sie zwei Tage vorher auch nicht...

    Ich habe wenig Vertrauen in Ärzte aber jetzt mit etwas Abstand bin ich mir sehr sicher das sie egal was, es nicht leichtsinnig machen...Eine Erkenntnis die erst reifen musste,da spielt Zeit ein großen Faktor


    Es ist ganz furchtbar das deine Mama nicht friedlich gehen durfte und selbstverständlich leidest du darunter.


    Liebe Grüße Melanie

    Hallöchen.


    Hatte ja schon im Jason , Maximilian Thread geschrieben,das es heftige Veränderung gegeben hat, in meinem Leben.


    Ich habe mir mal Gedanken über die Liebe gemacht.

    Nur die tiefste innige Liebe zu Jason hat mich in die Hölle verfrachtet.Aber ich spüre das auch die Liebe mich aus der Hölle holt...

    War ich immer auf der Suche nach mir selbst ,nach meinem zukünftigen Ich.

    Ich weiß das ich mehr bin ,als die Mutter von Jason und meinen anderen Kindern.

    Ich bin ein eigenständiger Mensch /Frau mit Hoffnungen ,Bedürfnissen und ganz wichtig,mit einer Zukunft.

    Alleine würde ich immer noch zwischen Leben und Tod dahin vegetieren.

    Guten Morgen...

    Ja das ist auch gut ,sein Kind auf Augenhöhe zu erziehen ,habe ich auch immer gemacht...Die ersten Jahre sind sehr anstrengenden aber das wirst du hinbekommen...Sie verstehen super , vielleicht nicht Worte, aber die Körpersprache, und die sagt ganz viel aus und da ist der Unterschied.

    Wünsche dir Kraft die anstrengende Zeit zu überstehen und dann das super Ergebnis zu sehen

    Ohje heute nen kleinen Anfall der Verbitterung gehabt.

    Ich wurde ausgerechnet vom Rettungsdienst geweckt weil die direkt vor meinem Fenster jemanden behandeln mussten.Und ich hören sie sagen das ,das Wetter doch soooo toll ist.

    Dachte auch nur schön das ihr die Sonne sehen dürft,etwas was Jason nie gesehen hat.


    Mittlerweile geht's wieder aber es ist unangenehm da ich das so nicht will ,sie machen zumindest heute auch nur ihre Arbeit


    Wünsche allen schöne Ostern