Beiträge von Karin56

    Liebe Elster,

    Danke für deine Worte. Du hast es passend formuliert was meine Geschwister betrifft. Ich bin auch sehr froh darüber, ich habe innerlich Frieden mit sehr vielen Dingen geschlossen, verbittert zu sein bringt mich auch nicht weiter und macht mich selbst nur unglücklich. Ich habe gelernt gut mit mir auch alleine klar zu kommen, habe ein paar gute Bekannte aus meiner Trauergruppe von vor 3 Jahren und meine Familie, das reicht mir auch ehrlich gesagt.

    Ich bin jetzt 70 Jahre geworden und möchte gerne in Frieden mit dem was mir geblieben ist leben.

    Drei Jahre sind vergangen seitdem mein Mann nicht mehr bei mir ist, ich frage mich oft, wie habe ich es bis hierhin geschafft, irgendwie ging es immer weiter. Drei Jahre in denen viel passiert ist, viele liebgewonnene Menschen verloren, vor allem meinen Sohn. Ich wundere mich wirklich oft, was ein Mensch alles ertragen kann, der Tod hat für mich seinen Schrecken verloren.

    Dieses Jahr im Mai hätten wir Silberhochzeit, mein Mann war immer überzeugt, was soll schon passieren, das zu erleben schaffen wir auf jeden Fall. Ist leider nicht so.

    Ich habe mich in diesen 3 Jahren sehr verändert, habe wieder Kontakt mit meinem Bruder, wir Geschwister treffen uns jetzt regelmäßig, es hat wohl jeder begriffen, wie schnell alles vorbei sein kann.

    Ich bin jedes Jahr einmal mit meiner Tochter und Enkelkindern im Urlaub gewesen und konnte es sogar genießen.

    Vor allem, was für mich am wichtigsten ist, ich kann jetzt verstehen, warum meine Familie mit meinem Verlust so schlecht umgehen konnten, wir haben viel darüber gesprochen. Ich sehe vieles jetzt anders und kann verzeihen.

    LG karin

    Liebe Elster, liebe Cathrin,

    Ich danke für eure spontanen Antworten und eure lieben Worte, alles was ihr beide schreibt sagt mir mein "hoffentlich" gesunder Menschenverstand auch, wie von mir geschrieben es geht weiter auch ohne sie, was man anfangs kaum für möglich gehalten hat. Eine Wunde wird immer bleiben, für meinen Mann sowie für meinen Sohn. Glücklicherweise habe ich meinen 3-jährigen Urenkel, in ihm leben beide weiter. Er ist mein Sonnenschein.

    LG Karin

    Heute ist es schon 1 Jahr her als mein Sohn für mich unverhofft mit 44 Jahren gestorben ist und im März hatte mein geliebter Mann seinen 2. Todestag. Das Leben geht irgendwie weiter, aber irgendwie ist es so ganz anders. Ich habe mich verändert fühle mich aber noch lange nicht in meinem jetzigen Leben angekommen. Ich habe gute Bekannte gefunden, mich mit meinem Bruder wieder versöhnt, da er auf mich zu kam, eigentlich läuft es könnte man sagen, wenn nur dieses unendliche Vermissen nicht wäre. Es spricht keiner mehr von meinen beiden, von meinem Sohn schon mal gar nicht, da er sich ja durch seine psychische Erkrankung von allen entfernt hatte, auch von mir. Das ich deshalb fast 2 Jahre keinen Kontakt mit ihm hatte macht mir heute noch sehr zu schaffen, ich grübeln ständig ob ich ihm nicht doch hätte helfen können und plage mich oft mit Schuldgefühlen. Ich kann nichts mehr ändern, ich wusste es nicht besser.

    Manche Tage fühle ich mich richtig leer, habe das Gefühl ich kann gar nichts mehr empfinden und so geht es Tag für Tag weiter, irgendwie.

    Liebe Regenschauer,

    Ich versuche auch wie du schreibst, nich daran zu denken, sonst würde ich in eine Depression fallen. Manchmal gelingt es mir und manchmal dreht sich halt das Gedankenkarussel doch und das macht mich dann völlig fertig. Zudem kommt halt noch das die Trauer um meinen Mann der letztes Jahr im März nach einer Coronainfektion plötzlich verstorben ist, noch sehr präsent ist. Das Herz ist voll mit Gefühlen.

    Liebe Grüße Karin

    Liebe Nora,

    Diese vielen Fragen und Gedanken drängen sich einfach auf, ich denke es liegt daran das man Mutter ist und egal wie alt ein Kind ist, es bleibt für uns Mütter immer unser Kind das man beschützen will, mein Sohn war 44.

    Ach es ist alles so unwirklich für mich.

    Liebe Grüße Karin

    Liebe verwaiste Mamis,

    Ich lebe in letzter Zeit immer wieder in einem Gedankenkarussel, ich habe immer wieder meinen Sohn vor Augen wie niedlich er früher als Kleinkind war und wie er als Jugendlicher war. Mache mir Gedanken wie es passieren konnte und vor allem wann, daß er so eine schlimme Psychose entwickeln konnte. Frage mich habe ich was falsch gemacht, hätte ich es merken müssen, hätte ich irgendwas verhindern können. Frage mich warum hat er sich 2 Jahre nicht bei mir oder seiner Schwester gemeldet als es ihm körperlich so schlecht ging. Fragen über Fragen, die mir keiner beantworten kann und die mich immer wieder quälen. Kennt ihr dieses Gefühl etwas verpasst zu haben und sich Vorwürfe zu machen?

    Trotz allem was war, ich vermisse ihn so sehr.

    Ganz liebe Grüße Karin

    Ich schwanke ständig zwischen zurückziehen und dem Bewusstsein, daß ich ohne soziale Kontakte nicht leben kann. Aber welche sozialen Kontakte tun mir gut??? Ich weiß es manchmal selbst nicht. Eigentlich nur meine eigenen Angehörigen. Meine beiden Brüder kann ich allerdings vergessen, mit dem einen letztes Jahr Weihnachten gebrochen, der andere naja, da habe ich immer das Gefühl sie haben Angst das ich wohlmöglich Hilfe von ihnen erwarte. Die einzigen die noch bleiben sind meine Tochter und die beiden Enkelkinder.

    LG Karin

    das Leben ist durch die Verluste die wir erleben mussten nicht mehr das was wir kannten, liebten und wohlfühlten. Man muss sich völlig neu orientieren. Es fällt mir absolut nicht leicht. Ich selbst habe nie viele Menschen um mich herum gebraucht. Es reichte mir wenn mein Mann da war da ich mir dort sicher war das er mich akzeptierte. Jetzt ist es nur noch ein rumprobieren wem kann ich vertrauen. Und aufgrund meiner Erfahrungen bin ich sehr sehr Misstrauisch geworden. Ist vielleicht auch nicht richtig, aber ich habe Angst vor erneuten Enttäuschungen.

    Liebe Andrea,

    Den Gedanken den du in deinem Beitrag schreibst, das von dir und deinem Mann nichts übrig bleibt kann ich auch gut nachvollziehen obwohl ich noch Familie habe, habe aber nach dem Ableben meines Mannes erleben müssen wie schnell man doch vergessen wird, auch nach dem Tod meines Sohnes, es tat mir so weh zu sehen wie seine Wohnung Stück für Stück entrümpelt wurde, dachte immer wieder so wird ein ganzes Leben ausgelöscht, einige sind vielleicht noch ein paar Tage betroffen und sind froh das es ihnen nicht so geht, andere wiederum lassen es gar nicht erst an sich rankommen. Nach einiger Zeit spricht keiner mehr von demjenigen der gegangen ist. Klar geht das Leben weiter, aber mich macht es sehr traurig wie schnell man vergessen wird.

    Auch ich bin seitdem mein Mann nicht mehr bei mir ist, mich von vielem zu trennen, damit die liebe Familie hinterher nicht soviel Arbeit hat. Hört sich jetzt doof an, aber mein Denken ist ganz anders geworden. An sowas habe ich letztes Jahr noch gar nicht gedacht,.

    LG Karin

    Liebe Anja,

    Da stimme ich dir voll zu was das eigene Verhalten betrifft, es kommt bei mir auch darauf an wie meine eigene Psyche gerade so ist und ob wieder eine Trauerwelle da ist, und wenn sich die Dinge dann häufen, wie jetzt im Moment, da nehme ich mir alles sehr zu Herzen und kann damit überhaupt nicht umgehen, im Gegenteil ich fühle mich dadurch sehr verletzt und lasse mich dadurch noch mehr runter ziehen.

    Ich hätte vorher nie gedacht dass ich so gefühlskalte Angehörige habe. Mein Mann hatte es immer schon bemerkt, ich habe sogar noch alle verteidigt.

    LG Karin

    Guten Morgen ihr Lieben,

    Jetzt muss ich auch mal wieder was loswerden, es hat sich in den letzten 2 Wochen so einiges an Enttäuschung wieder aufgestaut. Wie immer geht es um die Empathielosigkeit meiner Schwägerin. Als mein Sohn im Mai verstarb, tönte sie groß sie würden sich an dem Grabstein beteiligen, jetzt liegt der Stein schon seit 3 Wochen ich habe es ihnen erzählt und es kam bis heute keine Reaktion. Darum betteln werde ich auch nicht. Es sind so einige Sachen wieder passiert, die mich unter normalen Umständen überhaupt nicht ärgern würden, aber mein Leben ist nicht mehr normal seitdem ich innerhalb kürzester Zeit 2 Menschen verloren habe, während ich abends zuhause sitze, berichtet sie mir wie entspannt sie im Garten säßen und 1 Glas Wein genießen. Mir wird erzählt das sie zu Verwandten auf den Campingplatz führen usw usw. Ich frage mich jedesmal warum fragen Sie nicht einmal ob ich Lust hätte mitzukommen. Der Gipfel war jetzt gestern Abend als sie mir schrieb (anrufen tut sie nicht, läuft alles über watsup), daß sie Freitag 2 Wochen an die Ostsee fahren. Da hatte sie mir vorher kein Wort von geschrieben, ich dachte ich höre nicht richtig, nach ihrem letzten Urlaub sagte sie mir das nächste mal nehmen wir dich mit. Davon ist keine Rede mehr. Ach es hat sich soviel in mir aufgestaut.

    Als ich nur kurz erwähnte das ich auf dem Friedhof die Gräber herbstlich gestaltet habe kam keine Reaktion.

    Vielleicht hört sich das jetzt alles banal an, aber ich musste es mal loswerden, da es sich wie ein roter Faden durch mein jetziges Leben zieht. Mein Mann würde jetzt sagen kannste abhaken.

    Liebe Grüße Karin