Posts by schnee

    5 Jahre sind nun schon vergangen.

    Es ist kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht.


    Mir geht es gut, seinen Kindern auch, seinen Verwandten, soweit ich von denen noch was weiß, auch. Jeder lebt sein Leben weiter so gut er kann, aber trotzdem auch mit dieser Lücke, die er hinterlassen hat. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht an ihn denke, oder erhoffe, er käme kurz herunter. Sei es, um etwas zu besprechen, zu reparieren, oder einfach, um Erlebnisse mit uns zu teilen.


    Über ein Netzwerk habe ich heute ein Foto von ihm gepostet, nur um die rastlosen Menschen dazu zu bringen, nur kurz innezuhalten und ihre Jagd nach allem möglichen eine Sekunde lang zu unterbrechen, um ihm zu gedenken. ;-)


    Tja..... und ich schicke ihm sowieso fast täglich einen Gedanken in Liebe, Dankbarkeit und guter Erinnerung.


    Ihr Trauernden da draußen, lacht und freut euch in vollem Vertrauen auf ein Wiedersehen, denn die schon länger dort drüben sind, helfen den Neuankömmlingen beim Verarbeiten ihres Verlustes, denn vielleicht denken auch sie an uns und vermissen uns genauso.

    einen lieben Dank an all die Schreiber und Schreiberinnen hier, ihr seid da, auch wenn es nachts um Zwei ist.
    .......


    Schultern raffen....


    So...... ohne euch Trost spenden zu können, ohne, Kraft, Sonnenstrahlen und Zuversicht geben zu können bin ich heute Nacht hier, weil, ja, weil....


    Warum eigentlich?


    Schon ein paar Tage lang schlafe ich schlecht, kann kaum einschlafen, schlafe nicht durch, irgendwie habe ich das Gefühl ich schlafe überhaupt nicht. Tja, man schiebt das auf die Hitze, die für viele Leute unerträgliche Schwüle, oder sonst was, aber ich sag euch im Stillen, ich liebe so ein Wetter, aber egal, trotzdem auch ich schlafe kaum.


    Gut, schon seit ein paar Tagen - heut Nacht fällt mir endlich ein, warum.


    Der Lebenspartner meiner Mama liegt seit einigen Tagen im Koma. Krankheit, Operation, leichte Narkose, neuerliche Operation, Nierenversagen, Koma..... was soll ich sagen, das ganze Programm. Derzeit sieht es aus, als würde bald die Aufwachphase beginnen können - also Hoffnung.


    So gut es mir neben meinem sehr glücklichen, erfüllten und arbeitsreichen Leben möglich ist, bin ich für meine Mama da in dieser schweren Zeit, rufe sie an, frage nach, fahre sie, was immer zu tun ist, wird getan. Muss dazu sagen, auch sie eine starke Frau, die alles alleine managt und keine Hilfe sucht. Dennoch hat sie mir heute gesagt, dass sie froh ist, diesen kleinen Rückhalt, den ich ihr geben kann, zu haben.


    Aber ich komme nachts nicht zur Ruhe.


    Mir fällt wie Schuppen von den Augen, warum das so ist. Es kocht alles wieder hoch. Nach fast fünf Jahren kocht alles hoch, nur weil ein anderer Mensch, eine ähnliche Krankengeschichte aufweist, wie mein Mann damals, oder auch, weil meine Mama gerade die Stunden des Bangens, Hoffens, der Zuversicht, der Unsicherheit, der Angst, des blinden Vertrauens an die Ärzte, undundund durchmachen muss, wie ich damals und ich kann ihr im Grunde überhaupt nicht helfen.


    Meine Güte.


    Mein Partner versteht mich nicht - gut, ich habe soeben erst gemerkt, warum ich kaum schlafen kann, vielleicht erkläre ich ihm das morgen - heute, egal.


    So.... bei euch sein, sammeln, auf das Wesentliche konzentrieren, stark bleiben, hoffen, kämpfen und vielleicht sogar das Positive an der ganzen Geschichte erkennen. Mama, die nie irgendeine Hilfe braucht, schreibt mir ein modernes whatapp, dass sie so froh ist, dass ich da bin....


    Diese kleine Regung der Dankbarkeit sagt mir, du kannst was tun, sei einfach da.


    Viel braucht man nicht zu tun, um Menschen in schweren Lebenssituationen beizustehen, nur da sein, nachfragen, immer mal wieder durchklingeln, eine kurze sms über Handy und all diese elektronischen Geschichten. Aber auch, wenn sie rufen, ab ins Auto und hinfahren, da sein, Kleinigkeiten erledigen, so wie ein Auto abzuholen, das verwaist irgendwo steht, weil ein Mensch es selbst nicht mehr fahren kann.


    Wenn ich so zurückdenke an meine schwersten Stunden waren es auch die Kleinigkeiten, die Leute für mich gemacht haben, die mir heute in Erinnerung sind. Da sind meine Freunde, die mich zu Hause abgeholt haben, um spazieren zu gehen. Sie mussten sowieso gehen, wegen Hund. Andere haben mich angerufen, sie grillen abends, ich solle dazu kommen, sie grillten sowieso. Da waren Mädels, die auf einen Berg krabbeln wollten und mich als Begleitung anheuerten, sie gingen sowieso auf einen Berg.


    Ihr versteht was ich meine.


    So, da sitze ich.


    Spät nachts. Den ganzen Tag gearbeitet, im Büro, daheim, später Freunde besucht. Alle anderen sind schon im Bett. Die, die nicht nachvollziehen können.


    Egal.


    Morgen werde ich Mum wieder schreiben, oder anrufen. Ich werde sie löchern, wie es ihrem Schatz geht. Wenn man ihn besuchen darf, fahre ich mit. Wenn Mum Lust hat, gehen wir zusammen was essen, oder ich hol sie ab auf einen Drink. Mehr kannst du nicht tun, aber das ist, worauf es ankommt.


    So.


    Mal wieder weit aus dem gesamten Kontext meine spontane Meldung hier - aber ihr versteht.


    Ich weiß.


    Und mittlerweile habe ich wieder die Kraft euch allen all meine Kraft weiterzugeben.


    lieb grüßt euch
    schnee

    Ein freundliches Hallo, ja spritziges Hoi zämma sogar,
    .... auch wenn es für manchen Leser hier zuerst mal recht schräg klingt.
    Und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Leute, die noch in tiefster Trauer sind mit meinem Post vielleicht eher schwer umgehen können.
    Mehr als vier Jahre liegen zwischen dem recht plötzlichen Tod meines geliebten Mannes und dem heutigen Tag und ich habe nicht vergessen, wie schwer es ist, die Phasen der Trauer zu durchschiffen, aber ich kann heute auch sagen, dass es zu schaffen ist, auch wenn viele hier daran vielleicht nicht glauben mögen.
    Ich könnte euch nun von meinen turbulenten letzten Monaten erzählen, das will ich aber gar nicht, sondern nur versuchen, einen kleinen Lichtstrahl der Hoffnung zu senden und euch zu versichern, es wird besser, von Jahr zu Jahr
    Viel Kraft wünscht euch
    schnee

    Danke ihr Lieben!
    Neue und alte Zeitrechnung.
    Neues Leben:
    Alle zufrieden, alle in ihrem Leben fest und gut verankert, alle gesund und munter.
    Umbauten abgeschlossen, Berge noch auf Offenliste.
    Altes Leben:
    Erinnerungen an schöne und erfahrungsreiche Zeiten, Dankbarkeit für alles Erlebte.
    Erinnerung an schwarze Tage im Dunkelgrau verschwunden.
    Wünsche euch viel Kraft, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit die kleinen Fortschritte bewusst zu erleben.

    Guten morgen ihr Lieben,
    das dritte Weihnachten ohne meinen Mann steht an und er ist und bleibt unvergessen. Ich vermisse ihn oft, denke an ihn, über ihn nach, trage ihn im Herzen, obwohl ich mich auf eine neue Partnerschaft eingelassen habe. Schon interessant. Mein Mann und ich haben eine lange und intensive Zeit miteinander verbracht und noch heute habe ich manchmal eine Frage, die ich ihm stellen wollen würde.
    Erinnerungen an die Weihnachtsfeierlichkeiten von früher und die krassen Veränderungen im Jetzt.
    In diesem Jahr werde ich nur am Weihnachtsabend daheim bei meiner Familie und für sie da sein, den Rest der Feiertage sind wir unterwegs, um mehrere Personen meiner neuen Patchworkfamilie kennen zu lernen. Zum ersten Mal im Leben überhaupt fahre ich über Weihnachten weg.
    Man muss sich auf die Veränderungen einlassen und sie genießen, auch wenn manchmal Zweifel kommen, ob den Kindern deshalb etwas abgeht.
    Überhaupt habe ich viel verändert, speziell im vergangenen Jahr und Anfang 2016 steht noch der vorläufig letzte größere Umbau an. Eine Bergtour, die ich noch in Memoriam machen wollte, habe ich nun auch auf 2016 verschoben. Dann ist alles gemacht, was wir geplant hatten.
    Ich wüsste gerne, ob er zufrieden ist.
    Das Leben geht weiter, auch meins und wenn ich so überlege, hoffe ich, dass alle Trauernden eines Tages soweit sind, um mit Dankbarkeit und Stolz zurückblicken zu können und dabei ihr Fortkommen, ihr Dasein und ihr Glück nicht aus den Augen verlieren. Auch die, die dann mal um mich trauern werden.
    Für alle Begleiterinnen hier im Forum sende ich von Herzen viel Kraft für die kommenden Feiertage und das neue Jahr 2016.
    Lasst euch nicht unterkriegen.
    Taucht durch Tiefs durch und taucht gestärkt wieder auf!

    Hallo Sandra, hallo Hanna!
    Freue mich über euer Feedback!
    Rückblickend kommt es mir so vor, als ob man durch das bewusste Herbeiführen und Verbreiten positiver Stimmung viel mehr Positives ins Leben bringen kann, als durch das Verharren in der Trauer. Dankbarkeit und Zufriedenheit mit dem was da ist. Will sagen, dass ich das Loslassen wohl exzessiv zelebriert habe. Nicht nur im Bezug auf den Verlust, sondern auch sonstige Dinge im Leben. Bewusstes Verabschieden von Leuten, oder Dingen, die man verloren hat, oder die man sowieso nicht erreichen kann.
    Freilich habe auch ich die Ohnmacht der Trauer nicht vergessen und weiß nur allzu gut, wie schwer es ist, nachvollziehen zu können, dass es nach gelebter Trauer auch wieder Sonnentage geben könnte. Ich wollte das selbst nicht glauben. Ich hielt mich eine Zeit lang selbst für gestorben - nur gefühllos funktionstüchtig, wie eine Maschine. Durch alle Wetter durch, geht es mir heute gut. Es ist aber nicht schwer, in meiner derzeitigen Lebenssituation positiv gestimmt zu sein. Es läuft alles gut, die winzigen Querelen des Alltags mal abgesehen, *smile.
    Kraft ohne Ende, schicke ich euch allen davon - je Schicksalsgefährten einen 40"Container voll!

    *freu liebe Dschina,
    vielen Dank für deine Zeilen. Freilich hab auch ich oft an dich gedacht und an all die lieben Leute hier im Forum. Zum Schreiben komme ich wenig, lese dennoch ab und an ein paar Einträge, die auch mir immer noch Mut und Kraft geben.
    Über drei Jahre bin ich nun Witwe und mein Gedankenfokus hat sich mittlerweile weg vom Verlust, weg von der Trauer, hin zum eigenen, neuen Leben entwickelt. Es klingt egoistisch, ist es aber nicht: heute bin ich mir wichtig und mir ist wichtig, dass es mir gut geht, ohne meine Kinder und meine Freunde, Familie und nicht zuletzt das Leben mit meinem Mann zu vergessen. Zurück zu denken an frühere Zeiten erfüllt mich mit Dankbarkeit, Stolz und Zufriedenheit.
    Viel ist geschafft, viel ist zu meistern. Bad ist fertig - Küche ist das nächste Projekt, *smile.
    Ich kann mich auf mich verlassen - eine Lehre die ich aus der schweren Zeit gezogen habe. Und ich habe eine Handvoll unerschütterlicher Freundschaften. Diese Sicherheit wünsche ich jedem und jeder Trauernden. So schwer es auch fallen mag, lasst euch auf euer neues Dasein ein und ihr bekommt tausende kleine Glückssterne. Man muss nur lernen, sie zu finden und zu sehen.
    Will damit sagen, dass es wichtig ist, weiter zu machen und niemals zu erwarten, dass die Trauer komplett weggeht. Der Umgang mit ihr muss gelernt werden, sie muss als Begleiter akzeptiert werden und sie verliert ihren Schrecken.
    schnee

    Grüß dich liebe Beate,
    wir Mütter sind immer darauf bedacht, dass es allen anderen gut geht, bevor wir an uns selbst denken.
    Mit kleinen Schritten ist es möglich, kleine Inseln des Glücks zu finden und diese auch zu genießen lernen.
    Im letzten Jahr habe ich angefangen, mir selbst bewusst Gutes zu tun. Das kann ein Spaziergang in schöner Umgebung sein. Ein herrliches Tässchen Kaffee auf dem Balkon mit einem Buch. Unternehmungen mit Freunden. Ein Schaumbad. Eine kleine Reise. Ein Foto von einer Spinne im Garten machen. Ein altbekanntes Kinderlied singen. Von oben bis unten eincremen. Was dir gefällt. Nicht immer müssen dies grandiose Erlebnisse sein, ich denke, es kommt darauf an, dass du es für dich tust und regelmäßig. Je mehr du dich selbst verwöhnst, so fremd das nun vielleicht klingen mag, desto besser geht es dir mit dir selbst und du findest das Glück in dir. Sinngemäß kann dich niemand glücklich machen, sondern nur du dir Glücksmomente schaffen.
    Von Herzen alles Gute!
    schnee

    Der Nebel hat uns eingepackt und versucht mit eisernem Griff auch die Gedanken und Gefühle ins Trostlose hinab zu reißen.
    Und immer wieder komme ich hierher zurück zu euch, lese und fühle mit, sende jeder und jedem Trauernden von den Sonnenstrahlen die ich mir in Kürze im Gebirge holen werde.
    Genaugenommen bin ich hier nicht mehr richtig, denn die Sturmfront, die mir zuweilen ins Gesicht bläst hat zumeist andere Ursachen, als der Verlust, oder die Trauer selbst. Und doch, wie ich schon mehrfach sagte, ist es ein Heimkommen zu Gleichgesinnten, ein Erinnern beim Durchlesen der Einträge, Stolz, es so weit geschafft zu haben, Verständnislosigkeit wie gemein Menschen sein können, ein aufgefangen werden unter Leuten, die verstehen.
    Drück euch alle und sende Trost so gut ich kann.
    schnee

    Liebe Fallingsky,
    herzliches Beileid zum Tod deines Liebsten und willkommen hier im Forum!
    Deine Zeilen sind nicht verworren. Jeglicher Ablauf der Phasen ist richtig. Ich kann gut nachvollziehen, wie es dir geht, welche Gedanken dich zu deinen Handlungen bringen, welche Reaktionen deiner Umwelt du kritisch betrachtest. Du findest deinen eigenen Weg und das kann nicht falsch sein.
    Ich möchte dir viel Kraft senden. Auch so eine Floskel, die in diesem Forum oft verwendet wird, aber hier sind alle füreinander da, die meisten wissen, was du zu überstehen hast, ohne dass man es in Worte fassen kann. Ständig abrufbar, zu jeder Tages- und Nachtzeit lassen sich hier alle Gedanken niederschreiben, ohne befürchten zu müssen, dass man dafür verurteilt wird. Mir hat das sehr geholfen, zu wissen, ich bin nicht allein und trauere richtig, so wie ich es kann und konnte.
    schnee

    Liebe Tamy,
    erst heute lese ich deinen Eintrag und möchte dir von Herzen meine Anteilnahme zu deinem schweren Verlust ausdrücken!
    Schön, dass du den Weg ins Forum gefunden hast. Ich selbst habe es sehr hilfreich empfunden, hier zu lesen, zu schreiben und manchmal einfach nur mich einzuloggen, um das Gefühl zu haben, nicht allein zu sein.
    Hoffentlich geht es dir und deinen Augensternen zwischenzeitlich gesundheitlich wieder besser!
    Fühle dich aufgefangen und begleitet. Viel mehr, als ein dickes virtuelles Kraftpaket kann ich dir jetzt nicht geben, aber vielleicht hilft das.
    schnee

    Liebe Karin,
    dein Bauchgefühl gibt dir schon das Richtige an, das, was für dich am Besten ist. Niemand hat das Recht, dich dafür zu verurteilen, oder dir Vorschriften zu machen und deinem kleinen Schatz ist nicht wichtig, ob er einen Weihnachtsbaum hat, oder Lichterketten überall, sondern ist für ihn viel wichtiger, eine Mama zu haben, die Kraft genug hat, für ihn da zu sein, ihn zu begleiten und zu führen. Kraft schöpfst du daraus, dass du dich selbst und deine Wünsche akzeptierst und lebst.
    Viele liebe Grüße und ein besonders starker Sonnenstrahl für dich
    schnee

    Von ganzem Herzen ein lieber Neujahrsgruß an meine Schicksalsgefährten hier im Forum!


    Möget ihr gesund bleiben, oder werden und die kleinen Freuden des Alltags finden und genießen lernen!
    Möget ihr Trost und Halt finden.
    Möget ihr eure Verstorbenen im Herzen behalten und mit Freude und Dankbarkeit an sie denken können!
    Möget ihr Wege finden, eure Trauer zu begrüßen, sie zu leben, zu erleben und erfühlen!
    Möge euch in den dunkelsten Stunden immer ein kleines Licht der Hoffnung begleiten!

    Sehr gestaunt, als ich die neu gestaltete Seite sah und ich muss sagen, sie ist toll geworden!
    Ein großes *freu an alle Verantwortlichen!


    Aufgrund dessen, dass das Leben weiter geht, weiter gehen muss, lege auch ich mehr und mehr den Fokus auf das, was geblieben ist, bzw. das was noch kommt. Freilich lässt man nicht all die Verzweiflung hinter sind, aber die Phasen der Traurigkeit werden weniger und kürzer und leichter zu ertragen.


    Soviel mal zwischendurch von schnee und an alle liebe Grüße

    Mal wieder ein paar Zeilen von schnee, die sich zwar ab und an hier einfindet und euch im Stillen begleitet, aber selten wirklich Zeit und Muße findet, zu schreiben. Dennoch ist es immer noch ein Heimkommen, Trost finden, Langsamkeit zelebrieren und Bewusstmachen.
    Mehr als zwei Jahre sind vorüber. Vieles hat sich verändert, manches ist noch immer gleich. Ich vermisse ihn noch immer. Es ist erträglich - meistens. Noch immer ist es mir ein riesiges Bedürfnis, eine brennende Kerze am Grab stehend zu wissen. Noch immer renne ich mir die Haken ab, damit seinen Fischen nix fehlt. Mittlerweile stehen bei mir gefühlte hundert Kisten mit allerlei Zeug drin herum. Aufgrund fehlenden Wissens, was davon noch gebraucht werden kann und was nicht werde ich wohl demnächst mal einen Fachmann dazu holen müssen. Meine Projekte laufen, aber eher mir zu langsam. Es ist schon gespenstisch, dass sämtliche Installateure, die bei mir waren, so gar keine Rückmeldung geben, oder nachfragen. Na gut, ich hatte auch wenig Zeit, mich selbst mehr reinzuhängen und lästig zu werden. Bis Ende Sept. war beruflich und privat einfach zu viel los. Ok, ich gebe zu, dass ich mich oft in meinen Job reinhänge, als wär ich der Eigner der Firma und im Privatleben auch nicht immer Lust hatte, mich um die Verfolgung der Pläne zu kümmern, sondern den einen oder anderen Sonntag einfach genossen habe, wie er sich entwickelte. Hilft aber nix, ich muss jetzt mal wieder einen Faden finden, sonst wird das nie was, *smile. Küchenplanung nimmt bereits konkrete Formen an. Schon interessant, wie langsam man vorwärts kommt, wenn man alles alleine entscheidet, alle Termine alleine wahrnimmt, viele andere Zwischenfälle einen lähmen. Letzte Woche eine Beerdigung. Sohn eines Arbeitskollegen. Unfall mit Todesfolge. Hunderte junge Menschen waren da. Ich muss gestehen, dass ich mich sehr bemühte, mir die Sache nicht nahe gehen zu lassen. Mag sein, dass ich hart und unnahbar wirke, anders aber hätte ich es nicht hinter mich bringen können.
    Komische Phase. Es ist alles so schwer allein und doch geht was weiter, langsam, aber stetig.
    schnee

    Dschina, lass dich drücken!
    Danke, dass du an mich gedacht hast und mir schreibst! Ich habe wohl auch öfter an dich gedacht und dann das Gefühl gehabt, dass du dich auch längere Zeit aus dem Forum zurückgezogen hattest, oder ich habe einfach aus Zeitmangel keine Einträge mehr von dir gefunden. Bin nicht mehr oft hier gewesen.
    Keine Sorge, auch an alle anderen MitleserInnen! Es geht mir gut! Danke euch allen!!!
    Mein Sommer war etwas .... nun, wie soll ich sagen? Erlebnisreich? Achterbahn. Voll krass. Ein Erlebnis das dafür gesorgt hat, dass mich auch die Trauer wieder voll erwischte. Gemeinheit. Echt. Mittlerweile habe ich aber seelisch wieder Fuß gefasst und damit begonnen, das Haus endlich umzumodeln, zu renovieren, auszuräumen, usw. Ein Berg von Zeug - warum sammelt man so viel? - muss weg. Bad soll renoviert werden. Küche auch. Ungenutzte Zimmer sollen aktiviert werden. Zu volle Zimmer sollen geleert werden. Brauche ich ein Buch über Dos5 noch?
    :-)
    Dschina, ich fahre Ende September in den Osten Österreichs. Kann ich dich motivieren, einen Kaffee mit mir trinken zu gehen?
    Das gewohnte Kraftpaket von schnee ist wieder zu euch allen unterwegs!

    Hänger.
    Der 47. Geburtstag, der keiner mehr ist.
    Heute vermisse ich ihn sehr.
    Den Arbeitsalltag mit zusammengebissenen Zähnen bewältigt.
    Jetzt rinnen sie.
    Tränen.
    Nicht ein Anruf von Freunden, Familie, ...., nix.
    Wollte meine Kinder zum Essen einladen - Sohn ist nicht bereit, an einen Tisch mit seiner Schwester zu sitzen.
    Tochter hab ich gar nicht mehr gefragt.
    Sie weiß welcher Tag heut ist und hat vorgeschlagen zu grillen.
    Es ist doch Wahnsinn.
    Kann ich erwarten, irgendjemand daran denkt???

    Hallo ihr Lieben,
    vielen Dank für eure lieben Rückmeldungen.
    Eindreivierteljahre trauere ich nun.
    Eine lange Zeit und doch nicht.
    Es verändert sich etwas.
    Zwar ist vieles an meinem Dasein und meinem Leben gleich geblieben und doch hat sich vieles auch verändert. Speziell aber die Sichtweise. Ob das nun gut ist, oder nicht, oder auch gar nicht bewertet werden muss, die Gedanken an meinen Mann verändern sich. Nicht mehr der unbändige Wunsch, er möge zurückkommen steht im Vordergrund, sondern beginnt ein Abschließen mit dem alten Leben. Sozusagen die Aufgabe des inneren Kampfes gegen ein Geschehnis, welches nicht rückgängig zu machen ist. Ich finde das höchst interessant. Auch wenn das neue Leben ungleich schwerer zu führen ist, als mein Altes, bringt es doch auch Diverses mit sich, was ich niemals erfahren, erlebt hätte, wären wir heute noch ein Paar. Das mag nun etwas überheblich klingen, aber ich bin echt dankbar dafür. Vor allem aber bin ich dankbar, dass ich mit Hilfe meiner Familie, Freunde, nicht zuletzt auch mit eurer Hilfe nicht in dieser Verzweiflungsspirale versunken bin.
    Ich habe gestern meinen Mann besucht, bzw. sein Grab.
    Wie immer, ein Kerzlein dabei und dem Blümchen Wasser gegeben, Musik in den Ohren, zu Fuß hin und retour flotten Schrittes.
    Es hat sich wirklich was verändert.
    Vielleicht erlebe ich auch nur, dass ein wenig Zuversicht und Hoffnung zurückkommt.
    So blöd das klingt, aber das Leben geht weiter. Anders, aber es geht weiter.
    In diesem Sinne wünsche ich euch allen Hoffnung.
    Gruß von schnee