Posts by schnee

    Ihr habt hier ein interessantes Thema und ich hoffe, ich darf auch meinen Senf dazugeben :-)
    Was ist danach - ja. Wie oft habe ich in den letzten 14Monaten darüber nachgedacht, wie oft habe ich fest an ein schönes, sorgenfreies, glückliches und leichtes Dasein geglaubt und wie oft habe ich all diese schönen Ideen wieder komplett über den Haufen geworfen....
    Meinem Schatz habe ich am Sterbebett gesagt, er könne nun loslassen und dahin gehen, wo er immer hin wollte um das zu tun, wovon er immer gesprochen hat, das, was er sich zu Lebzeiten immer vorgenommen hat. Immer wenn meine Zweifel zu groß werden, rufe ich mir diesen Rat in Erinnerung und überzeuge meine Vernunft, dass es so ist, wie gesagt - er nun dort ist und sich seinen Wunsch erfüllt. Wahrscheinlich wünscht sich der Dagebliebene, dass es dem, der nicht mehr auf Erden weilt, möglichst gut geht.... Herrje, Verstand und Seele - die werden sich nie einig.
    Was nehmt ihr um zu träumen?
    Nun, ich habe zuvor fast nie geträumt - bzw. mich nicht an irgendwelche Träume erinnert und es geht mir bis heute so. Von meinem Mann hab ich bis heute nie geträumt. Nicht zuvor und auch nie nachher. Ich träume nur manchmal, wenn ich wach bin. Dennoch ist es mir auch schon passiert, dass ich weinend, oder zitternd aufgewacht bin, klatschnassgeschwitzt, oder eiskalt schlotternd. Warum hab ich nie erfahren...
    Alles Gute für euch in der Adventszeit
    bei mir brennt ein Kerzlein, für alle hier, für alle dort, für alle überall....
    schnee

    Aufrichtiges Beileid und willkommen im Forum lieber Andy!
    Entschuldigen muss sich hier niemand. Nicht dafür, dass er hier schreibt und nicht dafür, dass die Rechtschreibung nicht so gut klappt. Wer ist schon perfekt?
    Es fällt mir angesichts deines schweren Verlustes und der fehlenden Sanftheit deines Umfeldes sehr, sehr schwer ein Wort des Trostes zu finden. Dennoch möchte ich dir sagen, dass ich es toll und mutig finde, dass du dein Leben weiter lebst und dass du hier geschrieben hast. Es ist ein erster Schritt, sich mit dem Geschehenen ernsthaft auseinander zu setzen und ich bin überzeugt, dass das Schreiben hilft.
    Ich wünsche dir Kraft, deinen Weg weiterzugehen und die Gemeinheiten der unwissenden Leute an dir abprallen zu lassen.
    mitfühlende schnee

    Liebe Susanne,
    schade, dein Aufruf blieb bislang unbeantwortet - offensichtlich kann dir niemand hier helfen.
    Ich hoffe, du konntest deine Fragen anderweitig beantwortet bekommen.
    Ich verstehe, dass dich die Nachricht schockiert hat und du, wenn er ein Teil deines Lebens war, sicherlich auch eine Art der Trauer, des Bedauerns spürst.
    In diesem Sinne wünsche ich dir Aufklärung, oder, sollte diese nicht möglich sein, einen Weg, damit umgehen zu können.
    schnee grüßt

    Das ist eine schöne Nachricht, liebe Goldelse. Du hast die Augen offen für die schönen Seiten und kannst es genießen. Toll!
    Im letzten Jahr bin ich ein paarmal mit Freunden auf die verschiedenen Märkte, nur um nicht allein zu sein. Richtig genossen habe ich es gestern wieder und konnte auch die schönen Seiten daran sehen.
    Klingt, als ginge es deinem kleinen Schatz gut und darüber bin ich froh und halte die Daumen, dass es so bleibt!
    Grüßle von schnee

    Adventspaziergang nachmittags an der Sonne, leider nicht besinnlich, sondern, um Frust abzubauen. Es ist doch kaum zu glauben, wie gemein manche Leute werden können und am meisten ärgere ich mich darüber, dass ich immer noch versuche, ein nettes Gesicht zum bösen Spiel zu machen, oder formulieren wir´s anders: zum Teil viel zu baff bin, um sofort die richtigen Antworten zu zischen. Also echt. Das war mal wieder so was von einer "Ohrfeige" und ihr müsst sicher nicht fragen, wer dafür verantwortlich ist. Oh ich wünschte mir manchmal, ich könnte diese Leute wachrütteln und ihnen sagen, wie verletzend und abartig ihre Sprüche sind. Grrrrr. Stattdessen aber halte ich mich lieber zurück und fahre mal wieder all mein verfügbares Verständnis und all meine Toleranz auf. Dinge über einen Toten zu verbreiten, die einfach nicht stimmen und diese Info´s dann auch noch seiner Witwe zukommen zu lassen. So was ist doch einfach nur boshaft.... Oh, ich sage euch, ich könnt.....
    Adventkonzert am Abend mit einer lieben Freundin nebst Besuch des kleinen Marktes in der Stadt. Doch, das war sehr stimmungsvoll und schön. Ein gelungener Abend, der so manches Unvermögen vergessen ließ. Die Musiker zeigten mal wieder, wie umfangreich ihr Repertoire ist und wie vielseitig sie sind. Die vielen Lichter an den schönen alten Häusern, die vielen, dick eingepackten Leute, die allesamt fröhlich ihre Punschbecher leeren, die leckeren Gerüche und schönen Handwerkssachen.....so ein Weihnachtsmarkt hat schöne Seiten. Außerdem fühlt man sich schon toll, wenn man so herausgeputzt, wie ein Christbaum doch einigen Leuten ein anerkennendes Lächeln entlocken kann.
    Gefühlswechselbäder
    ob das gesund ist?

    Jawoll, die Zähne zusammen beißen und weiter geht's. Es ist schlimm genug, dass ein Leben des "Wir´s" zu Ende ist. Insofern nimmt das "Ich" beim täglichen Kampf durch das Leben, den anderen Teil des "Wir´s" irgendwie mit.
    Ich lese mit Spannung mit, ob du dein "Ich" findest.
    Dabei frage ich mich, ob ich je ein "Ich" war. Zumindest lebe ich zum ersten Mal im Leben allein, naja, fast. Mein Sohn ist ja immer noch bei mir gemeldet, aber echt selten da. Zum Teil reißt´s mich, wenn ein Schlüssel ins Schloss gesteckt wird. Sagt mir, dass ich mich langsam dran gewöhne, allein zu leben. Individuell war ich zwar schon immer und meine Beziehung mit meinem Mann immer von gegenseitiger Toleranz und dem Zugestehen von Freiräumen geprägt und doch hat sich mit der Zeit eine enge Gemeinschaft gebildet in der manches Hobby geteilt wurde, bzw. gemeinsam gemacht wurde. Ich begleitete ihn zu seinen Zielen, er mich zu meinen. Nun mache ich sehr vieles alleine und manchmal wird mir das schmerzlich bewusst.
    Warst du vor deiner Beziehung zu Stephan mal Single - bzw. allein? Ist es einfacher, wenn man schon mal so eine "Ich-Phase" im Leben hatte?
    Grüßle von schnee

    Puh, meine Adventruhe ist noch nicht in Sicht. Kaum Zeit für besinnliche Stunden. Noch nicht mal ein ausgedehnter Spaziergang in der Winterlandschaft ist drin. Wie kommt es, dass sich bei den Leuten so was wie Torschlusspanik ausbreitet - es gibt doch noch ein Leben nach Weihnachten, oder nicht? So viele Einladungen, so viele Veranstaltungen, Feiern und Ausflüge. Schwer sich davon nicht anstecken zu lassen, aber zum Glück ist ja morgen Feiertag.
    einen schönen solchen wünscht euch
    schnee

    Liebe Goldelse,
    da kann ich dich verstehen - auch ich will meinen Mann zurückhaben.
    Innerlich wird jeder Interessent sofort mit meinem Mann verglichen - das sagt mir, dass ich noch nicht für Neues offen bin. Innerlich muss ich aber oft über mich selbst lachen, weil ich merke, dass eine Blockade dafür sorgt, dass jedermann sofort mit Argwohn, Misstrauen und Vorsicht betrachtet wird. Ich hab vorläufig verlernt, das Gute im Manne zu sehen.
    Nur keine Eile - irgendein Frühling kommt bestimmt.
    schnee

    Liebe Marion,
    du hast Recht, es ist schwer. Insofern bewundere ich dich. Ich habe erst in diesem Jahr wieder mit Advent-Deko begonnen. Immerhin habe ich es geschafft, eine Lichterkette im Garten zu montieren und ein paar Sterne aufzuhängen. Sekundenlang freue ich mich darüber, sekundenlang frage ich mich, wofür das Ganze. Irgendwie ist es ein Wechselbad, wie ein Schiff das steuerlos zwischen den Wellen umhergeworfen wird. Aja, Christine - Meer, mal stürmisch, mal ruhig, mal Ebbe mal Flut.
    Wünsche einen beruhigenden Advent!
    schnee

    Leichter Schneefall im Westen taucht die Landschaft in eine sonderbare Stille. Von dieser Stille versuche ich mich in diesem Jahr anstecken zu lassen.
    Zwei Monate des zweiten Trauerjahres sind vorüber. Es wird nicht schwerer, aber auch nicht leichter. Ich habe den Eindruck, dass sich seit meinem ersten Eintrag hier, überhaupt nix getan hat. Objektiv betrachtet ist viel geschafft. Gefühlsmäßig gar nix. Oder doch? Ich weiß nicht. Manchmal hab ich den Eindruck, dass ich auch gestorben bin. Derzeit macht sich Perspektivlosigkeit breit. Schaffe es nicht, Neues anzupacken.
    Nach außen hin Vollgas - innerlich Leere.....

    Liebe Marion,
    wahrscheinlich empfindet jeder Mensch einen so schweren Verlust individuell.
    Verwirrung ist allgegenwärtig. Ich finde es wichtig, jede Situation, jede Gefühlsregung, jeden Gedanken und jede Regung als normal anzusehen. Nach meinem worst case verwirrte mich enorm, dass bei mir anfangs keine Traurigkeit aufgekommen war. Rückblickend betrachtet hat zwar meine Vernunft und der Verstand von Anfang an klar verstanden, was passierte, ich war wie eine Maschine - mein Herz, mein Gefühlsleben, die Seele haben einfach länger gebraucht und arbeiten noch immer daran, das Geschehnis und dessen Folgen zu realisieren. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass dieses Schutzschild wichtig für mich war, so wie ich auch überzeugt davon bin, dass diese Geschehnisse immer untrennbar mit meinem Leben verbunden sein werden. Ich habe aufgehört, auf ein Ende der Trauer zu warten, deshalb wende ich meine Kraft dafür auf, mit ihr zurecht zu kommen.
    Das Weinen. Tut es dir gut, wenn du weinst, bzw. ausgeweint hast? Befreit es dich für einen Moment? Fehlt dir das Weinen, die damit einhergehende kurze Erlösung, wenn du nicht weinen musstest? Ist es gar eine Gewissensfrage, dass du dir Vorwürfe machst, wenn du mal nicht weinst? Veränderungen bringt so was mit sich - habe ich früher wegen jeder Kleinigkeit geweint, weine ich heute fast gar nicht mehr. Aber wenn es mich mal wieder packt, befreit es mich auch sehr.
    Weißt du, was ich toll finde? Dass du beim Anblick der Foto´s aus vergangenen Tagen auch lächeln konntest. So unwissend und unerfahren ich auch in Trauerdingen bin, sagt es mir trotzdem, dass du auf dem besten Weg bist, mit dem Schicksal zurecht zu kommen.
    Viele liebe Grüße
    schnee

    Liebe Goldelse,
    zu erst mal möchte ich deinem kleinen Schatz gute Besserung wünschen.
    Auch wenn es bei meiner Tochter nicht so schlimm war, weiß ich, was es heißt, ein Kind zu haben, das immer mal so krank ist. Bei ihr war dann mit viel Glück und einer Abwehrkräfteaufbaukur das Schlimmste mit etwa 2Jahren vorbei und sie ist heute eine gesunde und fröhliche junge Erwachsene.
    Ich habe nicht die durchwachten Nächte, die unerträglichen Sorgen um das Kind vergessen - manchmal kam sie in so schlimme Atemnot, dass die totale Hektik ausbrach und ich höre sie heute noch schreien, vor lauter Angst vor dem Inhaliergerät. Ich hatte einen Partner, der mir zur Seite stand und mithalf, wo immer es geht. Insofern bewundere ich deine Kraft und dein Durchhaltevermögen. Ich wünsche dir von Herzen, dass sich der Kleine erholt und gesund wird.
    Schade, dass du dich vom Freundeskreis so sehr im Stich gelassen fühlst. Gäbe es eine Möglichkeit, neue Freunde zu finden? Ein Mutter-Kindfrühstück, oder etwas Ähnliches? Gäbe es die Möglichkeit für dich, ein Hobby, oder einen Sport auszuüben - ich meine, könnte jemand regelmäßig den Kleinen für ein paar Stunden übernehmen?
    Dass wir Mütter uns für die Kiddies aufopfern ist normal, aber aus Erfahrung weiß ich, dass man dauerhaft nur Kraft dafür hat, wenn man auch auf sich selbst schaut und sich Positives gönnt. Nur wenn es dir gut geht, kannst du volle Kraft für den Kleinen da sein. Rückblickend betrachtet denke ich, dass ein gewisses Maß an gesundem Egoismus gut ist.
    Dein Sarkassmus bezüglich Kloster gefällt mir. Ich geh mit, meine Rede, auch die Vorstellung zum anderen Ufer überzutreten nicht außer Acht lassen zu wollen, hat in meinem Umfeld auch schon für erstaunte Gesichter gesorgt, *grins. Hin und wieder muss man die Leute schockieren - die brauchen das, um mal wieder aus ihrer Erstarrung aufzuwachen. Ich denke, einen Partner zu suchen, nur weil andere Leute die Zeit dafür reif finden ist nicht der rechte Weg. Wenn du das möchtest, such. Wenn deine Einsamkeit zu groß ist, geh raus und sprich Leute an, warum nicht auch mal Männer, die mögen das. Vielleicht findest du einen Freund, vielleicht sogar eine neue Partnerschaft. Es kehrt sich meiner Meinung nach sowieso um, nicht mehr der Mann ist der Jäger, sondern zusehends die Frau sucht sich ihren Kerl, spricht ihn an und erobert ihn.
    Für mich ist diese Vorstellung, eine neue Partnerschaft einzugehen auch noch eher in weiterer Ferne, aber definitiv nicht ausgeschlossen.
    In diesem Sinne - alles Gute und *drück von schnee

    Liebe Marion,
    fühle dich getragen und umsorgt, fühle dich aufgehoben und geliebt, fühle dich geborgen in den Herzen und Gedanken der vielen Mitleser hier und der fleißigen Schreiber. Weit über die Grenzen Österreichs hinaus sitzen Menschen an ihren Rechnern, die nicht die Kraft haben, sich hier auszutauschen, oder ihre Wut schreibend herauszuschreien und doch ein wenig Trost in den Zeilen finden. In Zeilen, wie den deinen - wo man trotz des unglaublichen und kaum zu ertragenden Schmerzes noch einen Funken *grrr und *knurr herauslesen kann, der Mut der Verzweiflung geradezu heraussprüht. Gib nicht auf, wir alle tragen deinen Schmerz mit und sind für dich da.
    Immer deine Freundin
    schnee

    Liebe Karin, liebe Christine, liebe Marion - herzlichen Dank für die Glückwünsche!

    Auch wenn die Umstände des Zusammentreffens hier furchtbar sind, möchte ich euch sagen, dass ich froh bin, dass es euch gibt und ich mich, immer wenn ich ein paar Zeilen von euch lese, ein wenig wie ein Teil einer großen, besonderen Familie fühle.

    Geburtstage sind meistens anstrengende Tage, aber ich bin immer wieder erstaunt und erfreut, wer sich dann bei mir so einfindet und wer nicht. Einige FreundInnen und Bekannte die man nicht alle Tage sieht oder hört haben mich besucht. Die, die nicht kommen konnten, haben gesmst, oder angerufen. Mein Herz macht jedes Mal wieder einen Sprung vor lauter Freude, dass man trotz der Hektik der heutigen Zeit, noch zusammen kommt und aneinander denkt. Ich hatte eine schöne Feier.
    So ist sogar die Ignoranz der Schwiegerfamilie zu ertragen. Ich habe mich allerdings auch schon gefragt, ob sie mich derart meiden, weil sie es unter Umständen nicht schaffen, das Haus, das er gebaut hat, in dem er gelebt hat, zu betreten....?

    So, wie geht es weiter. Nun sind endlich alle Papiere da, um die Sache im organisatorischen Sinn abschließen zu können. Beim Eintreffen derselben schluckt man nochmal schwer. Nun habe ich den Freibrief um die nötigen Änderungen und Löschungen vornehmen zu können. Hmmm, noch immer ist mein Schatz als Kontakt in meiner Kontaktliste im Telefon gespeichert - Löschungen fallen mir enorm schwer, aber diverse Dinge müssen nun erledigt werden. Tja.

    schnee grüßt

    Liebe Marion, wie hat sich das Verhältnis mit der Schwiegermutter in der Zwischenzeit weiter entwickelt?
    Christines Vorschlag gefällt mir - mir fällt dazu ein Spruch ein, der vielleicht nicht ganz ohne ist:
    willst du gelten, mach dich selten...
    Mir hat diese Einstellung ein wenig geholfen, mich als drittwichtigste Person in unserem Universum zu sehen. Heißt, ich bin mir wichtiger, als Schwiegertiger und ich rufe sie nur mehr an, wenn es mir gut geht - dann kann ich nämlich ihre Launen ertragen und ich nehme ihre Eigenheiten weder wichtig, noch krumm.
    alles Gute von schnee

    Liebe Dschina - die einsame Nacht gut überstanden?

    Für uns kommt zum Verabschiedungsprozess unserer Männer, die Trauer um sie, nun noch die stetige Loslösung von unseren Augensternen dazu. Meines Erachtens ist auch dieser Loslösungsprozess mit einer Art Trauer verbunden. Haben wir vor nicht allzu langer Zeit noch im 24-Stundendienst gestanden, werden wir schon merklich weniger gebraucht. Ich zum Teil gar nicht mehr.
    Für mich ein Zeichen, dass ich mich wieder um mich selber kümmern muss. Herausfinden, was mir gut tut, woran ich Spaß habe. Wie ich Ungeliebtes nach Möglichkeit außer Acht lasse.

    Was verstehst du unter schrullig? Jemand, der nicht gern alleine in ein Gasthaus geht. Jemanden, der nicht gerne in einem leeren Haus übernachtet? Jemand, der vielleicht die Fensterläden schließt, bevor er sich hinlegt? Jemanden, der den Fernseher an lässt, bis ihm die Augen zufallen, damit es nicht so still ist? Jemand, der mitten in der Nacht, oder früh morgens im Internet rumgeistert?
    Nagut, dann bin ich auch schrullig - wie viele andere auch - schicke dir eine große Portion Selbstironie.

    *smile
    schnee

    Allerheiligen....was kann man Trauernden heute wünschen?

    Gedanken - Gedanken an die Verstorbenen. Viele schöne Erinnerungen an die Zeiten, in denen sie noch bei uns waren. Gedanken an gemeinsame Unternehmungen, Erlebnisse. Gedanken an alles, von Anfang bis Ende.

    Kraft - Kraft, den heutigen Tag, der wieder einmal auch die Endgültigkeit aufzeigt, unsere Machtlosigkeit, die Ungerechtigkeit, hoch erhobenem Hauptes zu überstehen. Aber auch Kraft um den Wellen der Erkenntnis standzuhalten.

    Freude - Freude, dass unsere Lieben den Sprung in die Ewigkeit bereits geschafft haben, sich dort ihren zu Lebzeiten kühnsten Träumen hingeben dürfen. Freude an dem Bewusstsein, dass hie und da ihre Präsenz zu erahnen ist.

    Trauer - Trauer, weil sie weiter geht, uns Lebende bis zum eigenen Ende begleiten wird. Aber solche Trauer, die erlebbar ist, welche gut tut, so dass man sie aushalten kann. Trauernde, die zu ertragen sind.

    Liebe - Liebe und Freundschaft, dargebracht von anderen Individuen, die sich auf dieser Welt befinden. Halt und Verständnis, ein offenes Ohr, Gespräche ohne Rücksichtnahme auf Materialismus, Neid und Oberflächlichkeit.

    Leben - was gehört dazu? Lachen, Gespräche, gutes Essen, nette Gesellschaft, ein genüsslicher Spaziergang vielleicht durch raschelndes Herbstlaub.

    Jedem von euch wünsche ich von Herzen, dass nichts an diesem so bedeutungsschwangeren Tag euch hinabziehen kann, in die so allgegenwärtige Verzweiflung.

    schnee

    ein spätes aber nicht weniger herzliches Willkommen im Forum, liebes Zwergal!
    Die Datumsserie gibt mir zu denken. Beim Durchsortieren der Papiere konnte ich feststellen, dass auch mein Mann so ein immer wiederkehrendes Schicksals-Datum hatte, was ich zu seinen Lebzeiten gar nicht wusste...
    Hoffentlich geht es deinem Papa soweit gut und ihr konntet eine zufriedenstellende Lösung finden!
    Blöde Frage, ich weiß: wie geht es dir?
    schnee

    Liebe Christine,
    konntest du ein klärendes Gespräch finden, oder haben sich deine Sorgen vielleicht sogar von selbst gelöst?
    Grad vor ein paar Tagen hat der Mann einer meiner Bekannten mich gefragt, ob er nun wieder über meinen Mann, seinen Freizeitpartner und über deren Erlebnisse reden könne. Auf meine verständnislose Nachfrage hat er mir erklärt, dass er sich ein Jahr lang zurückgezogen habe - das viel zitierte Trauerjahr - um mich mit Gesprächen über meinen Mann nicht traurig zu machen, weil er nicht gewusst hätte, wie er mit einer weinenden Frau umgehen hätte sollen. Hätt ich das früher gewusst, hätte ich ihm seine Ängste nehmen können. So löst sich der eine oder andere Knoten auf.
    Ich wünsche dir von Herzen, dass auch du einen Aha-Effekt erlebst.
    schnee