Posts by schnee

    Danke liebe Dschina,
    ich weiß, ich hätte jedes Verständnis von fast jedem Menschen, wenn ich mich gehen lassen würde.
    Bloß ich selbst lass das nicht zu.
    Sag du mir mal bitte, wie man das Gewissen abstellt, *smile.
    So Erdgeschoss ist ausgemalt und neu dekoriert. Wird euch nicht sonderlich interessieren, ich schreibe das nur, weil ich mich freue. Es sieht jetzt echt wieder schön aus und muss sagen, dass ich auch ein wenig stolz bin. Zwar habe ich zwei geschulte Helfer engagiert, aber damit die nicht so teuer werden, hab ich erledigt, was immer ich konnte. Sogar mein Augenstern ist drei Stunden lang von seinem hohen Ross runtergestiegen und hat geholfen! Ein Lob an dieser Stelle, das macht die Gemeinheiten der letzten Zeit wieder etwas wett.
    So, nächste Woche kommt der Installateur. Mal sehen, ob ......
    Frühling ist da, obwohl es heut schneit, und mein Elan kommt zurück.
    Kann ich euch irgendwas davon abgeben?
    Grüßle von schnee

    Liebe Goldelse,
    Duplospielen habe ich schon lange hinter mir, aber dennoch nicht vergessen, wie trostlos diese Phasen sein können. Du bist enorm angebunden, dein Kind regelt den Tagesablauf und besonders abends, wenn der Kleine schläft, bist du alleine, weil du daheim bleiben musst. Die nötige Routine, die man mit einem Kleinkind hat, die fehlenden Möglichkeiten zu Spontanität ist zu Zweit schon schwer zu verkraften, deshalb bewundere ich dich, dass du das alleine so gut hinbekommst. Du musst aber unbedingt an dich und deine Wünsche auch denken. Für etwas Ausgeglichenheit sorgen. Wie sieht es in eurem Umkreis mit Mutter-Kind-, oder SinglemitKind- Vereinen aus? Alpenverein? Naturfreunde? Irgendwelche Bewegungsgruppen? Schwimmen?
    Nun, ich war gestern mit meinem Verein in einem Zoo. Einer unserer Mitglieder hat seinen Enkelsohn dabei gehabt. Der Junge, zwar etwas älter als dein Spatz, hatte den größten Spaß mit uns Erwachsenen und dem Ausflug. Vielleicht wäre es hilfreich, langfristig zu denken. Einen Verein zu finden, der nicht teuer ist, aber Unternehmungen für Groß- und Klein bietet, wo du mit Sicherheit auch später, wenn dein Schatz mal weniger Wert auf Mutter-Kind-Unternehmungen legen wird, noch Halt und Freundschaften findest.
    Ich möchte zweifellos deine Freundin sein, doch leider zu weit weg, um abends mal schnell für Abwechslung zu sorgen. Du könntest allerdings zweifellos mit mir zusammen, aber auch mit kinderreichen Paaren, kinderhabenden Müttern, Vätern, wieso nicht auch kinderlosen Singles, einsamen älteren Leuten, Menschen mit Hunden, usw. Kontakte knüpfen, Unternehmungen starten, Videoabende, Spaziergänge, usw. Der Kleine kann bei vielen Ausflügen dabei sein und du daraus Kraft schöpfen.
    Mache ich es mir zu einfach?
    Nicht unterkriegen lassen!
    lieb grüßt dich
    schnee

    Liebe Dschina,
    schmunzelnd, aber !!!ohne!!! jegliche Schadenfreude (also wohlwollend und wiedererkennend schmunzelnd) stelle ich fest, dass auch dir deine Sprösslinge kaum Zeit zum Durchschnaufen lassen. Auch wenn´s blöd klingt, aber ich finde das gut, denn du bleibst damit echt am Puls des Lebens und bist gefordert. Trotzdem hoffe ich, dass die Prüfungen gut verlaufen sind, sich eine tolle Berufschance auftut und du somit auch eine langfristige Sorge ablegen kannst. Die Handygeschichte kommt mir bekannt vor. Das lässt sich sicher regeln - wieso nicht den Konsumentenschutz einschalten, AK?
    In besseren Tagen weiß man, dass sich die von dir beschriebene dunkle Wolke wieder irgendwann anbahnt und doch überrennt sie uns wieder dampfwalzenmäßig. Wenn ich dir nur einen Kraftvorschuss schicken könnte. So einen Speicher, wo man sie raus nehmen kann, wenn man sie braucht.
    Ich war gestern im Bauhaus, mal anfragen, wie ich meine (vormals unsere) Umbauwünsche realisieren könnte. Ich saß da bei dem Herrn, der mir geduldig erklärte. Ich sagte mir, du musst da jetzt alleine durch, aber Dschina kann´s auch und du kannst dir nicht vorstellen, wie blöd der Bauhaustyp geschaut hat, als ich anfing, das in die Hand zu nehmen und seine Vorschläge in Grund und Boden redete. Ha, jetzt hab ich hundert Kataloge bekommen. Will sagen, die Entscheidungen liegen bei mir, aber den Mut, erst mal damit anzufangen hab ich auch daher, weil du so tatkräftig bist und uns das wissen lässt.
    Danke dafür!

    Spät aber doch, liebe Mautzi, auch von mir ein herzliches Willkommen hier bei uns.
    Vielen Dank für deinen Eintrag. In vielen deiner Worte spiegelt sich auch mein Erleben der ganzen Sache wider.
    Momentan wieder eher voller Kraft und Tatendrang möchte ich dir ebensolche senden und die Gewissheit, dass auch in trostlosesten Phasen schon wieder ein kleiner Keimling für die Blume des Lebensmutes reift.
    schnee

    Diesem Dankeschön kann ich mich nur anschließen!
    Auch dir liebe Michaela - vielen Dank - das kann nicht oft genug erwähnt werden, wie hilfreich diese Seite für viele Schreiber, aber auch Nurleser ist.
    Gruß von schnee

    Vielen lieben Dank für euren Trost!
    Berg- und Talfahrt am Himalaya, gefühlsmäßig und auch sonst.
    Schmerzen in der Brust zwangen mich zum Arzt. Behandelbar - blieb sogar zwei von vier Krankenstands-Tagen daheim - seid stolz auf mich, aber nicht dass ihr glaubt, ich hätte geruht, aber ich konnte ein paar Sachen erledigen, die mir schon lange Bauchweh machten und so sorgte die Auszeit dafür, dass ich ein paar von tausend Punkten abhaken kann, somit für eine gewisse Entspannung in manchen Bereichen. Medizinmann meint, ich sei hochgradig Burn-out gefährdet, solle kürzer treten, Tabletten schlucken und in Therapie gehen. Der spinnt. Der macht sich´s einfach. Hab zwei Kinder in Ausbildung, ein Haus zu versorgen, muss das alles irgendwie bezahlen, will meine Hobbies und Freundschaften pflegen - keine Zeit für Burn out. Ja, nennt mich unvernünftig, verantwortungslos, usw. Aber so eine Rede bewirkt in mir nur, dass ich mich erst recht anstrenge um alles gut und richtig hinzukriegen. Ich find das fast witzig - irrwitzig. Der macht mich wütend der Doktor und aus dieser Wut schöpfe ich wieder Kraft. Ich werde mich nicht gehen lassen, niemals gebe ich den Kampf auf! Das hab ich ihm gesagt und ihn daran erinnert, dass ich sehr verzögert mit der Trauer beginne, und außerdem, dass ich schon weiß, was ich mir zutrauen kann. Er ist ein super Doktor, schenkte mir Bewunderung für meine Kraft und signalisierte mir die offene Tür. Im Stillen hab ich an euch gedacht. Jede(r) Einzelne hier, der den Lebenskampf weiter führt, durch alle Gewässer schwimmt, am Boden ankommt und sich wieder aufrappelt. Die Gemeinschaft hier, auch wenn sie so anonym ist, ist sie doch ein Halt und gibt Beispiel und Kraft.
    So, ja, Goldelse, auch das Tanzen. Es sind dort wenige Paare, außerdem tanzt man zwar in der Gruppe, aber jeder für sich allein. Soweit ich das überblicke, sind die meisten Frauen dort alleinstehend, oder in weniger glücklichen Beziehungen und sehen die Gruppe, wie ich als Familie, allerdings ohne Verpflichtungen. Kein Zwang, nur Spaß an der Bewegung und der Musik.
    Eigentlich wollte ich ganz was anderes erzählen, *smile. Weil ich begonnen habe, einen Umbau zu planen. Ich bin irgendwie echt stolz, weil ich so mutig werde. Wenn nur nicht die Furcht wäre, dass es in die Hose gehen könnte.
    Klingt alles ein wenig wirr, verdeutlicht aber ganz gut, dass es auf und ab geht und ein Quäntchen Galgenhumor übrig ist.
    Ich möchte euch die Kraft, die ihr mir schickt tausendfach zurückgeben!

    bin so unendlich traurig....
    es hat mich heute voll erwischt.
    Tag für Tag hocke ich im Büro, mache meine Arbeit, scherze mit Kollegen. Tag für Tag erledige ich Haushalt und Sonstiges und versuche den Wünschen meines Mitbewohners gerecht zu werden, indem ich derzeit für viel eiweißhaltige Kost sorge. Kaufe nur das Nötigste, spare wo ich kann.
    Zu dem Zeitpunkt, da alle froh ins Wochenende starten, trotte ich lustlos nach Hause und vergammle den kompletten Nachmittag vor dem Fernseher bei Hartz4-TV. Ich hab es nicht mal geschafft, einen Spaziergang zu machen, geschweige denn, sonst was zu erledigen.
    So geht das nicht, sage ich mir und raffe mich abends mit aller Kraft auf, wenigstens zum Tanzkurs zu gehen. Die Mine - verquollen und versteinert, damit ich es schaffe jegliche Tränen zu unterdrücken, tanze ich so gut ich kann bis eins der Mädels mich anspricht und mich fragt, was denn heut los mit mir sei.
    Schon überrollt mich die Welle erneut und ich kann nur mehr nach aschenputtelart Tasche und Mantel schnappen und flüchten.
    Ein Wunder, dass ich heim gefunden habe.
    So. Ende. Das kann doch nicht die nächsten vierzig Jahre so weiter gehen?
    Ich weiß schon, dass es mir morgen wieder besser geht. Jedenfalls so lange, bis alle Verpflichtungen erledigt sind. Danach werde ich wieder in meinem Hirn forschen, welches sich wochentags so nette Ideen für Wochenendgestaltung überlegt, ob davon noch eine vorrätig ist. Wenn ich dann tatsächlich in meinem übervollen Speicher etwas finde, verwerfe ich es gleich wieder, wegen und weil.
    Ich sage euch, ich bin mir selbst im Weg.
    Tja.....morgen regnet es eh und vielleicht gibt's ja sogar mal einen Film im Fernseher.....

    Boh liebe Dschina, der blanke Neid kriecht mir den Buckel rauf.......möchtest du nicht mit deinem witzig-spritzigen Tatendrang eine Woche in den Westen kommen und bei mir Reparaturen und co durchführen?
    Spaß beiseite, aber ich staune Bauklötze, wie viel Power du an den Tag legst!
    Das ist so schwierig alleine, aber ich schneid mir an dir ein Scheiblein ab und versuche auch meine Pläne wieder in Angriff zu nehmen.
    DAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAANKE für den Motivationsschub
    schnee

    Liebe Ramona,
    das kommt mir so bekannt vor. Lange habe ich mir das Gesicht meines Mannes überhaupt nicht vorstellen können. Habe mir seine Stimme nicht abrufen können. Nicht seine Art zu gehen, nicht sein Lachen, nix. Oft habe ich Bilder angesehen, oder Filme und hatte das Gefühl, einer Fremden Person ins Gesicht zu schauen. Am Grab habe ich definitiv für irgend jemand Fremdes ein Kerzlein hingestellt. Ich weiß nicht wieso das so ist, aber ich denke auch, dass die Psyche hier eine innere Schutzfunktion aufbaut. Erst jetzt nach bald eineinhalb Jahren kommen bei mir langsam Erinnerungen durch, die auf meiner "Festplatte" gespeichert sind, ohne dass ich Bilder zu Hilfe nehmen muss.
    Zu Anfang war ich mir dessen bewusst, dass nun nur mehr ein Elternteil für unsere Kinder verantwortlich ist. Für sie war ich stark und der Fels in der berühmten Brandung. Nach und nach allerdings lässt mich diese Bürde los und so kommt ab und an auch bei mir die Frage auf, ob mein Dasein überhaupt noch Sinn macht. Wem würde es allerdings nützen, wenn wir nachgehen könnten? Wir brauchen einen Fokus. Ein Ziel. Eine Hoffnung auf die wir hinsteuern. In kleinen Schritten zu mehr Lebensqualität. Fällt manchmal sehr schwer und wirkt hinterher so unnütz und freudlos - aber dennoch zwinge ich mich, meine Hobbies zu verfolgen und jeden Tag raus in die Natur zu gehen, wenn es auch manchmal nur vier Minuten sind. Ein Kraftakt, aber du schaffst das, step by step.
    schnee

    Liebe Trauerelfe,
    schön zu lesen, dass diese Therapeutin so beruhigend auf dich wirken kann.
    So eine Situation der Hilflosigkeit und Ohnmacht durchleben zu müssen, das Liebste, das man hat, nicht retten zu können, ja nicht mal für Linderung sorgen zu können, geistert wahrscheinlich noch lange in den Gedanken herum. Darüber sprechen zu können mit einer Person deines Vertrauens ist gewiss hilfreich. Wahrscheinlich durchlebt man in guten Gesprächen immer wieder diese Ohnmachtsgefühle bewusster und somit wirken diese von Mal zu Mal weniger bedrohlich.
    Ich wünsche dir von Herzen, dass sich deine Gedanken bald wieder mehr auf die schönen Zeiten deiner Vergangenheit konzentrieren können und du mit dir selbst zukünftig weniger streng sein kannst. Vermutlich hättest du, wie wir alle, nichts tun können.
    schnee

    Liebe Goldelse,
    erst mal gute Besserung deinem kleinen Schatz. Die Jungs können manchmal ganz schön wild sein. Die kleine Narbe wird gut verheilen und später werdet ihr drüber lachen und euch erinnern. Mein Sohn fiel mit etwa einem Jahr in die Haustüre und trägt seitdem ein kleines Erinnerungsstück an der Stirn. Heute findet er´s cool, dass er ein individuelles Zeichen trägt. Er kann sich zwar an den Stolperer nicht mehr erinnern, weiß aber aus Erzählungen, was damals passiert war. Im ersten Moment sah das so schlimm aus, dass ich die Rettung rief. Nicht unser letzter Blaulichteinsatz, aber bisher gingen alle glimpflich aus. Diese Rabauken werden immer geschickter, je älter sie werden.
    Du bist eine starke Mama. Die ganzen Sorgen, den Schreck und das folgende Prozedere allein zu durchleben ist nicht einfach. Ich kann verstehen, dass gerade in solchen Situationen der Partner enorm fehlt.
    Liebe Grüße
    schnee

    Lieben Dank ihr Süßen
    für eure aufmunternden, mitfühlenden und tröstenden Worte.
    Kann es denn sein, dass man sich so gehen lässt und jede Kleinigkeit bejammert, als wäre sie ein Weltuntergang. Wobei letzteres mE manchmal wohl auch nit das Schlimmste wäre. Blöd nur, dass sowas auch all die glücklichen Leute mitreißen würde.
    Nein, so geht das nicht.
    Aufraffen, weiter beißen, durchhalten, nicht aufgeben. Ihr habt schon Recht, es ist nur oft so schwer.
    Kraft zu tanken versuche ich auf meinen kleinen Ausflügen. Jedoch haben auch diese aufgrund der fehlenden Kommunikation mit Gleichgesinnten an Glanz verloren. So stapfe ich, getrieben von meinem mir auferlegten Zwang, rauszugehen, lustlos im Gebirge herum und ärgere mich über fehlende Kondition, Motivation und nachträglichen Muskelkater. Begleiter? Fehlanzeige - die Leute haben immer was anderes zu tun. Wenn ich ein Foto online stelle, höre ich dennoch oft so was, wie: oh, so schön, wiso hast nix gesagt, dass dahin gehst.
    Ein radikale Änderung meiner Gewohnheiten anzustreben erscheint mir sinnvoll, allerdings fehlt mir Mut und Kraft dazu. Der Ideenreichtum ist auch nicht so berauschend. Wie oft nehme ich mir vor, am Abend mal raus zu gehen, in irgend ein Lokal und tu es doch wieder nicht, verstecke mich statt dessen hinterm Ofen. So verstreicht meine spärliche Freizeit irgendwie ungenutzt und ich vereinsame immer mehr.
    Allerdings scheinen auch Begegnungen mit Freunden nicht den gewünschten Effekt von Fröhlichkeit und Ähnlichem zu auszulösen. Der Sprung von trauernder Witwe zu Single-Frau scheint mir nicht zu gelingen. Solange ich das nicht schaffe, werden sich auch die Freunde vermutlich mehr und mehr zurückziehen. Entweder man passt sich der Spaß- und Eventgesellschaft an, oder man kann das Handy rausschmeißen, weil es niemals schellt.
    Woche für Woche Vollgas im Job, abends meist Kinder und Haus, Papierkram und Sonstiges, wie Hobbies. Tja. Samstag geht dann noch, einkaufen und sonstige Erledigungen. Sonntag. .... pfui. Ob der vor einer Woche vereinbarte Spaziergang stattfinden wird?
    Auf meinen Mann konnte ich mich immer verlassen.....der war bei jeder Idee dabei....
    So viele wollen ihren nicht mehr, werden ihn aber nicht los. Ich will meinen zurück, krieg ihn aber nit. Ungerecht, oder?
    achja

    Geht es nur mir so? Hält nur meine Lebensstraße hinter jeder Kurve einen Unfall, oder Radarkasten für mich bereit?
    Es ist zum Verzweifeln.
    Warum fällt eine aus Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft gemachte Tour ins einzige Winterwochenende und dann auch noch ausgerechnet ins Herz des Wetterchaos?
    Warum fährt eine ganze Kolonne Auto´s schön hintereinander in derselben Geschwindigkeit und geblitzt werde nur ich?
    Warum gehen in diesem Winter, dem mildesten seit Jahren der Reihe nach alle Fische ein?
    Warum fühle ich mich so allein und von allen guten Geistern verlassen?

    Liebe Ramona,
    auch von mir aufrichtiges Beileid und ein Willkommen hier bei uns!
    In deinem Beitrag kann ich vieles lesen, was mir bekannt vorkommt. Es geht uns allen ähnlich und doch ist diese schreckliche Erfahrung für jeden eine individuelle Geschichte und auch der Umgang damit ist wohl jeweils einzigartig.
    Der Austausch mit Leuten, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, ist sicherlich hilfreich. Hier muss man nur aufpassen, dass man sich nicht gegenseitig in eine Spirale aus Jammern und Mitgefühl hineinmanövriert. Insofern ist Hauptaugenmerk auf das Weitermachen zu legen. Wenn nötig, in ganz kleinen Schritten - so habe ich mich manchmal beispielsweise Stunde um Stunde weitergehangelt. Das Forum ist für mich oft ein Bewusstwerden der Situation, aber auch ein Maßstab. So bewundere ich immer wieder die durchwegs positiven Rückmeldungen von Leuten, die dasselbe Schicksal haben und es vermögen, Mut und Hoffnung zu geben. Ich konnte schon so viel Kraft aus dieser Gemeinschaft schöpfen und hoffe, dass es auch für dich ein kleiner Strohhalm ist, dass wir alle füreinander da sind!
    Sonnenschein und Schutzengel schickt dir schnee

    Liebe Goldelse,
    es freut mich zu lesen, dass dein Kleiner Aussicht auf Besserung hat. Das wäre eine enorme Erleichterung. Schön, dass es Ärzte gibt, die ganzheitlich denken! Ich halte alle Daumen für deinen Schatz.
    Für den Jahrestag möchte ich dir viel Kraft schicken und ein gewisses Maß an Stärke, - denn Gefühlskälte ist das wohl nicht, sondern Stärke, Härte gegen die Einflüsse von Außen, also ein imaginärer Panzer, ein Schutz für deine verletzte Seele.
    Weißt du schon, was du am Jahrestag machst?
    Alles Gute von schnee

    Liebe Trauerelfe,
    willkommen in unserer Mitte, wo du Trost, Verständnis und Mitgefühl findest, aber auch Hilfe, oder Ideen für eigene Strategien.
    Schade dass auch dein Schatz gegangen ist, ganz kurz nach meinem. Auszudrücken, wie fürchterlich ich das finde, fällt mir grad ziemlich schwer. Sei dir meines Mitgefühls und Verständnis gewiss.....
    Strategien um weiterleben zu können? Solange ich geschäftig bin, arbeite, unser Heim in Schuss halte, dies oder das erledigen muss, in der Freizeit noch für Ausflüge, Spaziergänge und Freunde sorge, Hobbies ausübe geht es für mich mit wenigen Durchhängern immer weiter und weiter und weiter. Wehe aber, solche Ferien, wie die vergangenen Weihnachts- und Jahreswechseltage, oder Tage des Nixtuns sind zu meistern, dann haut es auch mich mit aller Gewalt auf den Boden der Tatsachen und meine Psyche will aufgeben. Das lässt für mich den Schluss zu, immer schauen, dass man beschäftigt bleibt.
    Es gibt aber auch Zeiten, in denen man nicht mal die Kraft aufbringt, sich eine Tasse Tee zu kochen, geschweige denn, Schuhe anzuziehen um einen Spaziergang zu machen. Diese Minuten, oder Stunden versuche ich mehr und mehr so selbstverständlich hinzunehmen, wie es nur irgendwie geht. Das sind die Stunden, in denen die Trauer und der Verlust verarbeitet wird. Ich versuche, sie als wichtige Phasen zu sehen, als willkommene Zusammenbrüche aus denen ich wieder gestärkter hervorgucken kann und immer wieder das Gefühl bekomme: was soll dich noch unterkriegen? Und von Mal zu Mal gelingt das besser.
    Vermutlich sind wir alle so starke Frauen, dass wir uns diese Durchhänger nicht zugestehen können und unser Pflichtgefühl, verursacht auch durch die Außenwelt, die so schnell vergisst, uns wieder ein schlechtes Gewissen einreden will.
    Wir brauchen ab und an eine Schulter, und hier ist sehr oft eine zu finden.
    schnee

    Danke, danke, danke, danke ihr vielen Lieben, die ihr an mich denkt und mir Trost und Mut zusprecht und mir vertraut!!!
    In der Tat ist wohl ein turbulenter Alltag das Beste Mittel, aus diversen dunkeln Höhlen hervorkriechen zu können.
    Seht ihr´s? Ich gucke schon wieder mit halbem Oberkörper raus aus dem Loch. So gerne mein innerer Schweinehund auch in der Lethargie verharren würde, so schonungslos zerrt mich meine Umgebung da raus. Job und Chef verlangen vollen Einsatz, Sohn verlangt vollen Einsatz, Haus und Hof sorgen dafür, dass ich nicht zur Ruhe komme, Mitleid oder Verständnis suche ich auch im Freundeskreis vergeblich und schön langsam werde ich wieder in meine alte Rolle gedrückt. Tja, man ist gewohnt, dass schnee eine gute Zuhörerin ist und auch allzeit bereit zu helfen.
    Ich tät so gern jammern und klagen, weinen und schreien, stampfen und wüten, mich verkriechen und nix mehr erledigen, verschwinden und bemuttert werden - interessanterweise aber hört mir dann keiner gern lange zu. Hmmm. Am krassesten merkt man den Effekt an den Jugendlichen, die ihre alte Mutter einfordern und von der neuen nix wissen wollen.
    Nichtsdestotrotz fällt mir das zweite Jahr in dem ich mich jetzt befinde doch wesentlich schwerer, als das erste. Da keimt in mir die Hoffnung auf, dass es ab dem dritten Jahr dann leichter wird. Ja, irgendwann muss ja mal die Sonne wieder aufgehen.....
    oder?

    Langsam, sehr langsam krabble ich aus einem sehr tiefen, schwarzen und bodenlosen Loch heraus. Die vergangenen Wochen sind mit nichts in meinem bisherigen Leben vergleichbar und ich bin nicht immer nur auf die Butterseite gefallen. Jetzt heißt es, durchzubeißen, sich aufzuraffen, weiter zu kämpfen. Ich werde der Lethargie entfliehen, der Traurigkeit ein Schnippchen schlagen, Glitzersteine ins Loch werfen und Schritt für Schritt auf ihnen herausklettern.
    Ich war jetzt eine Zeit lang unfähig zu leben, habe mich am Nacken gepackt und geschüttelt und ich denke, jetzt geht es wieder eine Zeitlang weiter.
    Die kalte Jahreszeit ist halt auch einfach nicht meins und die fehlende Wertschätzung meines Tuns in so vielen Bereichen raubt mir jeglichen Antrieb.
    Obendrein kommen noch sonstige Probleme dazu und mein Kopf neigt dazu, sich in Gedankenschleifen zu verfangen.
    schnee

    Liebe Dschina,
    2014 ....... obwohl ich generell allen Leuten nur das Beste wünschen möchte, will ich dir nicht die Standardfloskeln senden, sondern nur sagen, dass ich da bin und immer mal wieder lesend an deinen Erlebnissen teilhabe. Auch im neuen Jahr werden sich Widrigkeiten einstellen, die du mit Bravour zu lösen verstehst. Es werden dir Menschen begegnen, deren Unachtsamkeit und Gefühllosigkeit dir den Atem nehmen werden und dein unerschütterliches Wesen wird Verständnis auffahren. Maschinen werden ihren Dienst versagen und du wirst eine Lösung dafür finden.
    Im Grunde muss ich dir nur wünschen, dass die rettende Idee dich zur rechten Zeit erwischt!
    schnee

    Endspurt. Kaum zu glauben, wie viel trotz gutem Vorsatz, die Adventszeit geruhsam anzugehen, doch noch getan werden muss. Besonders in den letzten paar Tagen vor Weihnachten. Meine kleine Familie kommt zum Essen bei mir zusammen. Mehr oder weniger habe ich alles bereits erledigt, nur die Frischwaren muss ich noch abholen und dann vorbereiten. Gerade die Vorbereitungsarbeit, alles schön herzurichten und möglichst nix zu vergessen hat mir früher viel Spaß gemacht. Jetzt merke ich, wie es mir kaum mehr Freude bereitet, sondern eher eine Verpflichtung ist. Nun, das geht wohl vielen von euch so.
    Ich halte kurz inne und denke an die vielen Leute, die in diesen Tagen besonders schwer an ihren Schicksalen zu knabbern haben.
    Ich möchte euch von Herzen wünschen, dass ihr an diesen Weihnachtstagen einen Moment der Stille findet für ein paar schöne Gedanken.
    Alles Gute
    schnee