Posts by Angie64

    Ja heute abend geh ich ins Fitnesscenter Aggressionen abbauen. Was mich nervt ist das Nichtverstehen, warum er auf einmal nicht mehr wollte. Aber das wird wohl vielen Frauen in so einer Situation so gehen. Bin zwar traurig, aber immerhin empfinde ich etwas, das ist ja dann doch reales Leben.

    Mein Brückenmann hat von heute auf morgen nach über 2 Jahren unsere Beziehung beendet, vermutlich hat ihm nicht gereicht, was ich geben konnte,war zu wenig. Hat sich schon letztes Monat seltsam verhalten (dabei war er vorher so froh, dass er eine Wohnung bei mir in der Nähe gefunden hat).

    Diese "Ersatzbeziehung" hat einfach nicht funktioniert, vielleicht war das Ganze noch zu früh (damals 2 Jahre nach Rudys Tod).


    Oder ich schaffe es einfach nicht, einen Menschen anzunehmen wie er ist ohne zu vergleichen....


    Auf jeden Fall gescheitert, kein gutes Gefühl...Also aufpassen, wenn man sich wieder ins reale Leben begibt, keine Beziehung wird der ,die man vorher hatte, gleichen und wenn einem das nicht bewußt ist, oder wenn man so wie ich nur mit halben Herzen eine Partnerschaft eingeht, kann das nicht gut gehen. Ich habe daraus gelernt,dass solange man den Tod des Partners nicht wirklich akzeptieren kann oder will, keine Beziehung einen Chanche hat.


    Ich bin nicht alleine, sondern mit Rudy im Herzen.

    Nachdem 2018 endlich wieder ein Jahr der Ruhe war, ohne Todesfälle und Dramatik, habe ich heute vom Tod meiner Exschwiegermutter erfahren. Wir hatten kein gutes Verhältnis, aber immerhin ist sie die Oma meiner Tochter und die wird zum Begräbnis fahren.


    Meine Tochter und ich haben festgestellt, dass wir einfach eine Familie sind, die diese Bezeichnung nicht verdient-weder von meiner Seite gibt es engen Kontakt mit den wenigen verbliebenen Verwandten (meine Bruder meldet sich nur zum Geburtstag telefonisch bei mir und mit meiner Schwester bin ich seit Jahren entzweit), Cousins und Cousinen, Tanten etc. kenne ich nicht mal beim Namen und die Verwandten meines Exmannes haben auch nie den Kontakt zu meiner Tochter gesucht, obwohl sie es immer wieder probiert hat.

    Auch ich habe oft versucht, mit meinem Bruder Treffen zuvereinbaren oder nur belanglos am Telefon zu plaudern, Reaktion lauwarm bis gar nichts.


    Irgendwie finde ich das sehr traurig...heute habe ich über mein Verhältnis zur Exschwiegermutter nachgedacht-wir haben uns viele Scharmützel geliefert und vieles unnötig dramatisiert. Wieviel Lebenszeit verbringt man mit unnötigen Kämpfen, Zeit um über unnötigen Kränkungen nachzugrübeln, Verletzungen heilen zu lassen...

    Im nächsten Leben werde ich das besser machen, mich nicht mehr über Unnötiges aufregen, denn das irdische Leben ist ja eigentlich so kurz und nur für uns selber bedeutungsvoll.

    Man jagt Träumen nach, streitet um Nichtigkeiten und im Endeffekt wäre es nur wichtig , mit den Menschen, die wir lieben, ein harmonisches Leben zu genießen.


    Schade , dass in meiner Familie nur so wenig liebenswerte Menschen waren, manchmal denke ich : wer wird einmal von unseren Kämpfen, Versöhnungen, Erlebnissen erzählen, wenn fast keiner mehr da ist oder sich eben keiner mehr erinnern mag, weil unser aller Leben so auseinandergedriftet ist. Keine gemeinsamen Lieder, keine gemeinsamen Geschichten...Schade,fühl mich manchmal so, als ob meine Lebensgeschichte nur ein Monolog war oder ein Schauspiel mit einer oder zwei Personen, was bleibt ist der schale Geschmack der Enttäuschung, was hätte alles sein können, wenn wir uns von Anfang an unserer Endlichkeit bewußt, anders zueinander verhalten hätten?:/


    Und darum, auch wenn ich nur mehr selten im Forum bin, streitet nicht miteinander, denn dies hier ist wie eine selbstgewählte Familie, manche mag man, manche nicht so, aber nur zusammen macht es Sinn, damit wenigsten unsere Geschichten und die Geschichten unserer gegangenen Seelenmenschen nicht verloren gehen.:5:

    Heute ist es 4 Jahre her, dass mein geliebter Rudy plötzlich aus dem Leben gerissen wurde.

    Ich habe gelernt mit dem neuen ungewollten Leben zurechtzukommen, die Trauer bleibt, auch wenn die Dankbarkeit dich in meinem Leben gehabt zu haben, überwiegt.

    Raum und Zeit sind von Menschen erdachte Konstrukte, die Liebe reicht über den Tod hinaus und ich spüre dich, dein Sein, dein Wesen , deine unendliche Liebe stets in mir und um mich herum.

    Die Sehnsucht bleibt.....miss you

    Liebe Pandaline, ja meiner war wirklich ein Rocker gg und auch so ein Bär, da hab ich mich richtig beschützt gefühlt.

    Loslassen, nein das würd ich dir nicht empfehlen. Ich habe meinen Rudy stets bei mir und fühle mich nach wie vor mit ihm verbunden.

    Ich hab es so gehalten, dass ich mein Leben quasi für ihn mitlebe.

    Die Liebe stirbt nicht, der Geist stirbt nicht, nur die körperliche Hülle.


    Ich habe festgestellt, dass ich mit der Zeit neue Menschen kennengelernt habe, und glaube fest, dass die mir mein Geliebter geschickt hat.


    Ich "rede" jeden Tag mit ihm, bin sicher dass die Verstorbenen uns hören und auf unserem Weg begleiten.

    Niemand begegnet einem zufällig, es gibt Seelenverwandtschaften und nur mit diesen Menschen kann man eine Beziehung aufbauen,daher nerven einem die anderen die so im Diesseits und in ihren kleinlichen Problemen verhaftet sind.


    Bei mir hat es über 2 Jahre gedauert, bis ich wieder ein halbwegs lebenswertes Leben hatte, hab Geduld mit dir, stehe zu deiner Trauer und lebe sie (egal ob es für andere angenehm ist oder nicht), die Menschen, die das nicht verstehen , die sind nicht deine Freunde , sondern nur Bekannte,die kannst du getrost entbehren. Mein Freundeskreis ist auch elitär klein geworden, aber qualitativ besser.


    Es ist brutal, wenn einem von heute auf morgen die geplante gemeinsame Zukunft und auch die Sicherheit entrissen wird. ich habe mich damals wie ein kleines Boot ohne Steuerung in einem wilden Ozean gefühlt, treibend ohne Ziel... aber mit der Zeit sind Ziele aufgetaucht, auch wenn es nicht mehr die gemeinsamen waren, so doch Ziele, die auch der Meinige für gut gehalten hätte.


    Mir hat es geholfen, dass ich oft überlegt habe, was sich meine Liebster für mich gewünscht hätte und so lebe ich in seinem Sinne.:5:

    Liebes Pandalinchen, habe weinen müssen, als ich deinen Text gelesen habe.

    Mein Rudy war Witwer und hat seine Frau bis zu ihrem Tod gepflegt. Als ich ihn kennenlernte, war er ein sehr ernster Mensch, alle sagten, ich hätte ihm sein Lachen wiedergegeben .

    Und das mit dem Hand in Hand einschlafen, ja das haben wir auch immer gemacht.


    Nein du wirst nie wieder die, die du vorher warst, du wirst anders , dein Freundeskreis wird sich ändern (du wirst mit Menschen, die oberflächlich sind und Nichtigkeiten überbewerten,nichts mehr anfangen können), du wirst Verhaltensweisen deines Geliebten übernehmen, weil ihr seelisch verbunden wart und seid , und die Liebe , die er dir gegeben hat, das Selbstbewusstsein, das wirst du eines Tages wieder haben. Dieses Geschenk das kann dir keiner mehr nehmen.


    Das mit dem Verwirrstsein kenne ich auch, mit dem ist es gestern geschehen, war es überhaupt real, ich glaube dass das daher kommt, weil eben in dieser realtiv kurzen Zeit der Beziehung alles so intensiv und unglaublich war, halt wie ein Traum, der wahrgeworden ist und wir beide nach dem Tod unserer Männer in unser altes Umfeld zurückkehren mußten.

    Ich habe das damals so wie ein "Zurück an den Start" empfunden und das hat mich total depremiert.


    Aber es ist trotzdem besser, kurz und wahrhaft geliebt zu haben und geliebt worden zu sein, als dieses Erlebnis nie zu haben.

    Vielleicht,weil es so schön, intensiv und fast überirdisch war ( ich sagte damals immer, ich sei die glücklichste Frau auf der ganzen Welt) , war das ein kurzer Ausblick auf das, was uns auf der anderen Seite erwartet: uneigenützige ,wahrhaftige und ewige Liebe.


    Und die Zeit in diesem Wartezimmer, das sich Leben nennt, müssen wir halt absitzen und so angenehm wie möglich gestalten.

    Liebe Pandaline, genauso ist es mir im ersten Jahr gegangen, da ja unsere Geschichten viel Paralellen aufweisen, kenn ich diese Gefühle sehr gut. Auch mein Rudy und ich sind damals erst frisch zusammengezogen und das gemeinsame Leben lag vor uns. Es wurde uns nicht nur der Lebensmensch sondern auch alle Perspektiven für die Zukunft genommen,die wir geplant und schon verinnerlicht hatten.

    Ich sagte zu meinen Freunden immer, der Rudy ist mein Lottogewinn, die tollste und innigste Beziehung, die ich in meinem Leben gehabt habe... das totale Verschmelzen mit dem Seelenmenschen und nachher fühlt man sich wie amputiert.


    In den ersten Monaten ist es so, dass das Gehirn sehr wohl begreift, dass der Geliebte nie wieder kommt, aber die Seele nicht.


    Alle rieten mir ihn loszulassen, ich wollte und konnte das nicht. Ich habe ihn und unsere Liebe verinnerlicht, und das hat mir geholfen. So wie du habe und halte ich mich an unseren unzähligen SMS fest, die ich oft noch lese. Als es mir seelisch total schlecht ging, las ich die SMS (immer am passendem Datum) und da stand: "Ich liebe es an dir, dass du so stark bist und dass du, obwohl du viel Schlechtes erlebt hast, dich über Kleinigkeiten total freuen kannst." Da stand ich verzeifeltes Häufchen vor dem Spiegel und dachte: ich bin nicht mehr die Frau, in die er sich verliebt hat. Das hat dann bei mir zur Veränderung geführt und ich probiere in seinem Sinne zu leben (wenn er mich eines Tages abholt, soll er mich ja wiedererkennen und gerne in der Ewigkeit mit mir beisammen sein ).


    Ich beneide dich, dass du von deinem Geliebten geträumt hast-ich hatte dieses Erlebnis leider nur zweimal, aber es war so intensiv, dass ich die nächsten paar Tage darauf total durcheinander war und die Sehnsucht noch viel größer .

    Er hat mir manchmal Zeichen geschickt (lies mal im Thread "Zeichen von meinem Liebsten", leider habe ich festgestellt, dass in einigen von meinen Beiträgen die Fotos nicht mehr sichtbar sind, vermutlich weil ich einen anderen Computer habe), da habe ich gemerkt, dass er noch immer an meiner Seite ist.


    Jetzt träume ich nicht mehr von meinem Rudy, doch ich spüre ihn stets an meiner Seite. Ein Jahr nach seinem Tod war ich bei einem Medium, und mir wurde bestätigt, dass er stets bei mir und um mich ist .

    Er fehlt mir so sehr, aber ich fühle mich trotzdem von ihm geliebt und beschützt. Ich hoffe, dass du dieses Gefühl eines Tages auch erlebst.:5:

    Liebe Pandalinchen, ja mir ging es auch so, als ich deine Geschichte gelesen habe, da war auf einmal alles wieder so präsent.

    Ich kann dir in meinem Thread kein Happyend bieten-das gibt es beim Verlust des Lebensmenschen nicht, aber mit der Zeit ein halbwegs erträgliches Leben.


    Glück ist etwas Einzigartiges, das man nur selten erlebt, aber ich denke immer,wir haben geliebt, wir wurden geliebt....

    Es gibt Menschen, die das ihr ganzes Leben nicht erfahren haben, und obwohl das Ende so weh tut, haben uns unsere Männer ein Geschnek hinterlassen: sie zeigten uns, wie wertvoll wir sind (etwas, das ich vor der Beziehung mit meinem Rudy nie erfahren habe).

    Sie standen zu uns und hinter uns und ich bin sicher, dass sich nicht wollen, dass wir uns aufgeben.


    Ja das mit den T-Shirts (ich schlafe heute noch in seinen Shirts) und den wenigen Sachen (da ich fast nichts von ihm mitnehmen durfte) ,kenne ich auch. Jedes Mal, wenn irgendetwas, das er mir geschenkt hat, kaputt geht und sei es nur ein kleine Kleinigkeit , bin ich traurig.


    Doch nur wir hängen an diesen Dingen, unsere Liebsten brauchen das nicht mehr und es bedeuten ihnen sicher nichts mehr. Aber ich bin der Überzeugung, dass sie nach wie vor uns in Liebe verbunden sind und dass man das mit der Zeit auch fühlen kann...dadurch wird es dann etwas leichter.

    Liebe Pandaline, ich fühle so mit dir, weil dein Schicksal dem meinigen ähnlet. Auch ich war nur Lebensgefährtin (bin 7 Tage vor seinem Tod zu meinem Geliebten gezogen). Auch mein Schatz starb 2015 plötzlich, bekam bei einem Motoradtrip mit seinen Kumpels einen Schlaganfall oder Infarkt , durfte den Autopsiebericht nicht einsehen (er war vorher immer gesund).

    Sei froh, dass keine Anghörigen vorhanden waren, mir haben die damals sehr übel mitgespielt (kannst in meinem Thread "das Leben ist so ungerecht.." nachlesen).

    Dieser plötzliche Tod, mit dem man nie gerechnet hätte, ja das ist wahnsinnig schlimm,genauso diese Situation, plötzlich alleine dazustehen und begreifen zu müssen, dass alle gemeinsamen Pläne niemehr realisiert werden können.


    Doch es gibt ein Leben danach,nicht so wie du es dir vorgestellt und gewünscht hast, aber es geht weiter , jeden Tag, Schritt für Schritt.

    Die Trauer bleibt schon Lebensbegleiter, wenn man einen Menschen wirklich geliebt hat (da kommt immer wieder die Frage, was wäre, wenn wir jetzt noch beisammen wären, jedes schöne Erlebnis schmerzt,weil man es nicht mit dem geliebten Menschen teilen kann).


    Doch was mir geholfen hat war die Frage, was sich mein Schatz für mich wünschen würde und so lebe und liebe ich in seinem Sinne weiter. Das hilft mir und auch das Gefühl, dass Liebe nie sterben kann, sondern dass die Verbindung über die Welten hinaus bestehen bleibt.


    Aber der Weg bis dahin, bis man einigermaßen zufrieden leben kann , der ist hart. Man durchquert ein Tal der Tränen, verspürt Mutlosigkeit, und das dauert bei jedem unterschiedlich lange. Ich habe über 2 Jahre gebraucht , um wieder halbwegs geerdet zu sein.

    Und auch heute noch kann es mir passieren, dass ich unerwartet in ein Trauerloch falle.


    Du bist noch ganz am Anfang dieses Weges, also fordere nicht zuviel von dir, du mußt nicht stark sein, du darfst weinen, toben, schreien,denn man muss seine Emotionen ausleben (ich habe damals angefangen in ein Fitnesstudio zu gehen, um mich auszupowern).


    Ich habe auch immer versucht stark zu sein, nicht zu weinen und was passierte: ich bekam wahnsinnige Hals- und Brustschmerzen -

    man erstickt förmlich an ungeweinten Tränen.


    Ich fühle mit dir.......

    Krissi ich verstehe dich gut, das Hirn hat realisiert, was passiert ist das Herz noch nicht und schlägt noch immer in diesem "WIR" Rythmus.

    Anfangs habe ich auch unbewußt gewartet, dass mein Geliebter wieder nach Hause kommt, obwohl ich ihn doch selbst im Sarg gesehen habe. Dieser plötzliche unvorbereitete Abschied, mit dem man nie gerechnet hat...

    Weinen hilft die Seele reinigen, ich muss zugeben, selbst jetzt nach über 3,5 Jahren weine ich manchmal noch um Rudy..ein Lied, ein Ereignis, das ich gerne mit ihm teilen würde und schon kann es passieren, dass ich haltlos losheule.


    Ob es jemals anders wird,nein ich glaube schon ,das wir die Unsrigen unser ganzes Leben lang vermissen werden,egal ob wir neue Partnerschaften eingehen oder nicht, dieser eine Platz im Herzen wird immer für unsere Lieben reserviert bleiben.

    Heute nachdenklich, analysierend...kenne meinen Brückenmann seit über 2 Jahren, immer noch gleicher Status,angenehm:

    Nähe und Unterstützung,wenn ich es brauche, Abstand wenn ich Ruhe will, trotzdem das Gefühl: da ist jemand da,da ist ein Halt.


    Das Wort Liebe wird von uns beiden nicht verwendet, trotzdem werden gemeinsame Pläne gemacht.


    Aber immer noch mit Rudy im Herzen, wahnsinnige Sehnsucht und irgendwie auch das Gefühl, um die Zukunft betrogen worden zu sein .

    Nach 44 Monaten noch immer im Wandel, auf der Reise ohne zu wissen wo ich eigentlich hin will....

    " Es tut noch weh,wieder neuen Platz zu schaffen, mit gutem Gefühl etwas Neues zuzulassen. In diesem Augenblick bist du mir wieder nah.."


    Ich lebe weiter, gehe die gleichen Wege, besuche die gleichen Lokale und verstehe bis heute nicht, wie plötzlich ein Traum sterben kann.


    Ich habe mich verändert , habe das Leben wieder in den Griff bekommen, doch ich trauere noch immer, nicht nur um meinen Geliebten auch um die andere , die unbekümmerte Angie, die viel gefühlsintensiver und optimistischer war.

    Das Leben hat sich mit Rudy einfach anders angefühlt, mitreissender, wahrhaftiger -


    Manchmal komme ich mir meinem Brückenmann gegenüber unfair vor, weil er nur eine Teilversion von mir hat.




    Liebe Wagi,liebe Gabi,

    bei mir hat es über 2 Jahre gedauert, bis ich gelernt habe mit dem Verlust zu leben (und das war eine Zeit mit Suizidgedanken und Antriebslosigkeit) und ja , mein Geliebter fehlt mir heute noch immer bei jedem Atemzug. Die Traurigkeit wird nie ganz verschwinden, das ist wie eine unheilbare Krankheit, denn was gewesen ist , wird nie mehr sein und alles was möglich gewesen wäre,auch nicht.


    Aber es wird mit der Zeit anders, eine Freundin von mir, die wirklich kein schönes Leben gehabt hat, hat einmal zu mir gesagt:" Du leidest, du trauerst und trotzdem beneide ich dich,weil du etwas erlebt hast ,was ich nie erleben werde: die wahre Liebe."


    Und diese Liebe, die will und werde ich nie loslassen, egal wer oder was in mein Leben tritt, diese Liebe ist ein Geschenk,das mein ganzes Leben bei mir und in mir bleiben wird. und das verbindet mich mit meinem Rudy über den Tod hinaus.

    Es wird nicht besser, es wird anders. Wie soll etwas besser werden ohne den geliebten Menschen an der Seite? Ein Forumsmitglied hat die Überschrift verwendet: "mein ungewolltes neues Leben. "


    Genauso ist es, das beginnt mit kleinen Schritten, die du alleine und ohne gutgemeinte Ratschläge und Anleitungen gehen mußt.

    Jeder findet mit der Zeit seine eigene Weise mit dem Verlust umzugehen.


    Mir hat es geholfen, dass ich fest daran glaube, dass unsere Lieben immer um und bei uns sind.

    Leider nicht mehr körperlich, aber im Geiste. Ich sage bei jedem Gedanken an meinem Liebsten spürt er mich und ich ihn. Und das tröstete mich ein bißchen und hilft mir in seinem Sinne weiterzuleben.

    Ja ich bin froh ein Auto in einer fröhlichen Farbe gefunden zu haben und das Schiebedach steht bei mir für Freiheit und Urlaubsfeeling.

    Vom alten Auto nehme ich nichts mit, aber ich habe einen Schlüsselanhänger (eine kleine Stoffspinne), den Rudy benutzt hat , und der kommt auf meinen neuen Autoschlüssel. Hoffe , dass er weiter mein "Beifahrer" bleibt, denn gerade beim Autofahren hatte ich immer das Gefühl, dass er bei mir ist.:5:

    Mein Brückenmann ist auch ganz lieb und läßt mich mit seinem Auto (das ist das Vorgängermodell) üben, damit ich mich daran gewöhne.:)

    Ich hänge ja so an Dingen, die mich an die Zeit mit meinem Rudy erinnern. Wollte mein Auto, das wir gemeinsam ausgesucht haben, eigentlich nie hergeben und habe jedes Jahr Geld reingesteckt, doch jetzt ist es soweit, es rentiert sich leider nimmer, ein15 Jahre altes Auto noch zu reparieren-Stoßstange zerbröselt (depperte Palstikstoßstangen), Bremsen machen komische Geräusche, , tragende Teile rosten... Also hab ich mich aufgemacht und ein Automatikauto (wegen MS) gesucht, das zu meiner kleinenGeldbörse paßt und stadttauglich ist.


    Kleine Automatikautos zu bekommen ist schwierig und die sind meist total überteuert. Naja endlich ein Gebrauchtes gefunden mit wenigen Kilometern, nicht mein Traumauto, aber was soll´s. Wollte am nächsten Tag anrufen und den Kauf abschliessen. Innerlich hab ich ein bisserl gejammert und wieder mit dem Meinigen "gesprochen": "Das ist so typisch mein Leben, eigentlich wollte ich mal etwas Schönes , nicht nur was Praktisches, ein Auto, das mir gefällt, bei dem ich lächeln muss, wenn ich einsteige. Am besten mit Schiebedach und in einer tollen Farbe."


    Aber da ich schon monatelang gesucht hatte, hatte ich mich eigentlich schon damit abgefunden, ein Auto zu kaufen, das halt nur praktisch ist.

    Gehe vorm Schlafengehen noch ins Internet und auf einmal war da mein Traumauto zu erschwinglichen Preis bei einem Autohändler, wunderschön blau, Schiebedach , Automatik,Sonderausstattung, Garantie etc .:P


    Leider 200km entfernt und ich traue mich nicht, mit einem Auto, das ich noch nie gefahren habe, über die Autobahn soweit zu fahren.

    Hab halt auf gut Glück ein Mail geschickt, meine Lage geschildert , es war Sonntag, da ist ja eigentlich nie einer in einem Autogeschäft und binnen 5 Minuten die Antwort erhalten, dass man das Auto auch gerne nach Wien überstellt.:8:


    So jetzt bekomme ich am 9. Februar mein Traumauto bis vor die Haustür geliefert und das ohne Aufpreis. Ich glaube wirklich dass da mein Rudy, mein Bruder und mein Vater in der jenseitigen Welt mitgewirkt haben.<3

    Ich habe schon lange nicht mehr hier geschrieben, aber immer mitgelesen. Erschüttert sehe ich, dass wieder viele Menschen ihre Liebsten verloren haben. Schön dass sie den Weg hierhergefunden haben, denn das Forum ist wirklich ein Segen für Trauernde.


    Was kann man den neuen Mitgliedern ,deren Welt von heute auf morgen zusammengebrochen ist, schreiben, um Trost und Zuversicht zu spenden? Eigentlich nichts, weil ja jede Trauer individuell empfunden wird. Ich kann nur sagen, es gibt meiner Meinung nach kein Leben nach der Trauer, sondern nur eines mit der Trauer.

    Da schwimmt man in einem bodenlosen See voll Emotionen , Angst , manchmal auch Wut oder balanciert auf einem dünnen Seil über den Abgrund. Aber es gibt ein Ufer, eine andere Seite, die es zu erreichen gilt, um zu überleben.


    Ich selbst würde mich 3,6 Jahre nach dem Tod meines geliebten Rudys als "Überlebende" bezeichnen, etwas das ich nur geschafft habe, weil mir hier soviele Menschen Rettungsringe zugeworfen haben .

    Das ist das Phänomen in diesem Forum, dass Menschen, die vorher selbst am Ertrinken waren, auf einmal die Kraft finden, anderen Rettungsringe zuzuwerfen oder denen, die über dem Abgrund balancieren, die rettende Hand reichen. Das sehe ich z.B. jetzt bei tigerlilly ,yanouk, globi und ich finde das unheimlich schön<3.


    Das Leben mit der Trauer ist anfangs schmerzhaft, dann wird sie einfach Bestandteil unseres Lebens (zumindest bei mir war das so).

    Ich lebe immer mit dem Gedanken, wie schön ein gemeinsames Leben mit Rudy gewesen wäre, sage noch jeden Tag zum Foto "Guten Morgen!" und küsse es abends vorm Einschlafen.


    Neue Menschen sind in mein Leben getreten und haben sich still und heimlich einen Platz in meinem Herzen erobert, es ist nicht das Leben, das ich mir vorgestellt habe, aber es erträglich. Warum empfinde ich trotz des Verlustes Zufriedenheit? Weil ich mit Rudy im Herzen lebe, weil er nach wie vor ein Teil von mir ist und immer bleiben wird. Ich fühle mich von ihm begleitet und beschützt.


    Die Trauer bleibt, aber auch die Liebe bleibt und die verbindet uns mit unseren Verstorbenen ein ganzes Leben lang<3.