Posts by Angie64

    Liebe Lilo, Trauerlöcher, in die wir fallen, kommen immer wieder. Ich wollte auch mein Alter mit meinem Liebsten verbringen und jetzt bin ich alleine, frag mich öfters, wie das später sein wird...;(

    Manchmal erwischt mich die Traurigkeit mitten in einer Menschenmenge, manchmal wenn ich ein glückliches Paar in meinem Alter sehe...und das nach 3 Jahren!

    Das mit dem "er hätte zum Arzt gehen sollen" hab ich mir bei Rudy auch gedacht, andererseits glaube ich dass von der Geburt an der Todestag fest steht, da kann auch ein Arztbesuch nichts ändern. Dann wäre er halt an etwas anderem gestorben , aber meiner Meinung nach auch an jenem Tag.


    Es ist traurig, dass unser Leben nicht wie geplant verlaufen ist , dass wir jetzt ohne unsere geliebten Männer leben müssen und unser neues Leben gestalten müssen - aber wenn ich uns so betrachte, finde ich ,dass wir taffen Mädels es bisher recht gut geschafft haben:24:.

    Liebe cali, herzlich willkommen !

    Ich glaube, dass du eine starke Frau bist, die einfach funktioniert hat und keine Zeit zum Trauern hatte. Fürs Trauern gibt es ja auch keinen Zeitraum, manchmal kommen diese Gefühle sogar nach Jahren wieder zurück (Trauerwellen).


    Es ist schwer, sich in dem neuen Leben ohne Partner zurechtzufinden . Ich habe 3 Jahre dafür gebraucht und selbst nach dieser Zeit habe ich manchmal noch das heulende Elend, selbst wenn ich mein Leben wieder im Griff habe und mich sogar manchmal wieder über Dinge freuen kann.


    Das mit der Trauerbegleitung finde ich gut. Hast du Angehörige, Freunde, die dich verstehen und unterstützen?

    Geplant und doch dann vielleicht aus irgendeinem Grund abgesagt, es kann immer wieder passieren, dass man am Weekend alleine ist. Mein Brückenmann z.B. arbeitet an verschiedenen Tagen, da kann das Wochenende auch dabei sein.


    Früher habe ich viel mit meiner Tochter unternommen, aber seitdem sie einen Partner hat, ist das auch nicht mehr so.

    Ich habe die letzten paar Jahre viele Freunde verloren, die die mit meiner Veränderung nicht zurechtkamen, habe aber neue Leute kennengelernt - viele Bekannte, die "abgearbeitet " werden müssen. Ich könnte mir jeden Tag etwas ausmachen, insofern muss ich nicht alleine sein, wenn ich es nicht will.

    Es gibt auch viele interessante Verantaltungen, wo man alleine hingehen kann und dabei vielleicht nette Leute kennenlernt.


    Und ab und zu ind der Sonne liegend ein schönes Buch lesen-das hat auch was.

    Also mich so ganz und gar reinfallen lassen in eine neue Parnterschaft kann ich nicht. Irgendwie ist das Urvertrauen weg, das Vertrauen darauf, dass der Partner da ist und da bleibt... ich habe zu große Angst, so einen Schmerz noch einmal zu erleben, daher bemühe ich mich, keine all zu großen Gefühle aufkommen zu lassen.

    Ich will zufrieden sein und nicht glücklich. Glück ist nichts Dauerhaftes, eher eine Sternschnuppe am Himmel des Alltags. Wunderschön und doch selten.

    Für mich ist es wichtig, ein angenehmes Verhältnis zwischen verplant und chillen zu finden. Ich bin gerne unter Leuten aber auch gerne alleine,

    2 Sozialkontakte (Treffen mit Freunden, Ausgehen) pro Woche reichen mir.

    Meine liebe Amitiola, du bist die, die das Leben unermüdlich neu gestaltet!:8:Du feierst das Leben jeden Tag mit voller Hingabe!<3

    Na Patientenverfügung , da brauchst bei uns einen Notar, damit die verbindlich ist, da die meisten Menschen sich mit dem Tod nicht auseinandersetzen wollen oder Gebühren dafür zahlen wollen, haben viele so etwas nicht.

    Ich hab nur ein handschriftliches Testament, wo Anweisungen das Begräbnis betreffend, stehen. Ob sich meine Tochter daran halten wird, werde ich von der andren Seite aus sehen:5:.

    Aber was die Zeit vor dem Sterben betrifft, wenn man z.B. weiss, das man wahrscheinlich ein Pflegefall werden wird, wäre es schon gut, wenn man da auch die Chance hätte, unabhängig von den finanziellen Mitteln, zu entscheiden, wo man sterben will: daheim oder in einer Pflegeeinrichtung.


    Es sollte ein Gesetz dafür geben, dass sich auch nicht so gut situierte das Sterben daheim leisten können (ohne von Angehörigen abhängig zu sein, die vielleicht nicht willens sind , einen zu pflegen). Für soviele Dinge wird Geld ausgegeben , aber da tut der Gestzgeber nicht viel. Ich hoffe, dass sich da in Zukunft was ändern wird.

    Kann man das Sterben gestalten? Hat man als Kranker noch die Möglichkeit auf ein Mitspracherecht? Auch wenn man vorher z.B. festlegt, dass man nicht in ein Hospiz oder Pflegeheim will? Ich fürchte, ab dem Moment, wo man nicht mehr selber für sich sorgen kann , sind die Gestaltungsmöglichkeiten gering und natürlich ist das auch einen finanzielle Frage, ob man sich z.B. Hauskrankenpflege oder 24-Stundenpflege leisten kann.


    Da ist man dann abhängig von der Entscheidung Angehöriger oder wenn man keine mehr hat, von der Entscheidung des KH oder des betreuenden Arztes.


    Oft sagen die Leute, dass sie auf jeden Fall nicht alleine sterben wollen, jemand sollte da sein und die Hand halten.

    Ich persönlich würde gerne alleine sterben, es würde mir zu weh tun, die Leute leiden zu sehen, die ich verlassen muss.


    Ich denke, so schockierend und unfassbar für uns Angehörige ein plötzlicher Tod ist, so mitten aus dem Leben gerissen, so ist das für den Sterbenden eine Gnade (mein Geliebter sagte einmal:"Ich möchte auf meinem Motorrad sterben." und so kam es auch, er starb beim Ausüben seines liebsten Hobbies und in einem Lebensabschnitt, wo er sehr glücklich war, ein viel zu kurzes , aber erfülltes Leben. Das tröstet mich ein bißchen.).


    Langes Siechtum, Hilflosigkeit, die ständige Angst vor weiterer Hinfälligkeit und Abhängigkeit das ist meine größte Angst.

    Neuen Partner,na kommt drauf an, was man unter Partnerschaft versteht. Ich kann es z.B. nicht ertragen, neben jemandem aufzuwachen, ich will nicht mehr mit jemandem zusammenwohnen. Ich habe einen Freizeit-und Sexpartner, wir sehen uns 1-2 in der Woche, telefonieren oft und helfen einander bei Problemen im Alltag. Wir haben einander gerne-aber Liebe?


    „Living Apart Together", übersetzt bedeutet es „getrennt zusammen leben".

    Vor allem Partner, die bereits eine langjährige Beziehung, bzw. gescheiterte Ehe hinter sich haben, Alleinerziehende und Witwer entscheiden sich bewusst, zwar eine neue Beziehung einzugehen, diese aber räumlich getrennt zu leben und das nicht nur übergangsweise, sondern als Lebenskonzept.https://www.huffingtonpost.de/isabel-tesch/lat--getrennt-zusammen-leben-ist-es-das-beziehungsmodell_b_5263987.html


    Kommt am ehesten meinem Staus nahe. Obwohl, wenn ich mich total verlieben könnte oder würde, wäre das vermutlich anders, ich glaube aber nicht, dass das jemals wieder passieren wird.


    Weil ich eine gute Freundin habe, die ihren Ehemann 12 Jahre gepflegt hat? Weil meine beste Freundin an Lungenkrebs gestorben ist und ich sie damals 2 Jahre lang gepflegt habe (Mit Windeln und allen argen Nebenaspekten)? Weil ich durch die MS selbst an Inkontinez litt und mich kathetern muss? Erfahrung genug?

    Sry , ich kann da auch nicht mehr mit. Habe wirklich versucht, mich da in die Situation reinzudenken, erinnere mich krass daran, wie mein Exmann auf meine MS reagiert hat. Er wollte, dass ich die von den Ärzten vorgeschlagenen Medikamente nehme, obwohl es mir dadurch immer schlechter ging, er hetzte sogar meine Eltern gegen mich auf, die mich unverantwortlich nannten. Ich ging meinen eigenen Weg, ließ mich scheiden, und obwohl man mir den Rolli und einen frühen Tod propherzeite (das war vor 15 Jahren). Mein Exmann starb übrigens 2017 und ich lebe noch immer und ohne Rolli!


    Ein kranker Mensch hat noch immer das Recht, selbst zu entscheiden und seinen Weg zu bestimmen.

    Ein kranker Mensch braucht Stärkung des Selbstwertgefühls (gerade bei solchen Sachen wie Inkontinenz etc., weil das seine Würde beeinträchtigt) und keine Vorwürfe


    Sicher sollte Partnerschaft ein Geben und Nehmen sein, doch es gibt Situationen,wo dieser Pakt zeitweise nur einseitig funktioniert. Selbstliebe ist wichtig, um Kraft zu tanken ,die man aber dann dem kranken Partner weitergeben sollte. Nicht "was nutzt mir der Partner noch, was bringt mir das?"

    Pflege ist eine unglaubliche Belastung, körperlich und seelisch, hier im Forum sind viele , die ihre Partner jahrelang gepflegt haben.

    In guten wie in schlechten Zeiten....


    Und sry, Sachen wie ich konnte nicht schlafen, weil er sich dauernd bewegt hat , klingen sehr empathielos.

    Ich würde Gott auf den Knien danken, wenn sich mein Partner ruhelos neben mir auf dem Bett wälzen würde, weil das bedeuten würde, dass er noch bei mir ist.


    Und ich würde auch nicht schon im vorhinein trauern (damit würde ich ja jede Hoffnung auf eventuelle Heilung begraben), sondern mir noch viele gemeinsame Tage wünschen, egal wie belastend die wären.


    Alles Gute!

    Hallo Still Crazy, du wirst mir sicher böse sein, aber ich bin leider immer gnadenlos ehrlich.


    Eine Frage, die sich mir da stellt: Liebst du deinen Partner noch? Er ist ja nicht krankgeworden um dich zu ärgern, oder dir das Leben schwer zu machen.


    Mir kommt das schön langsam so vor, dass dein Ärger eher daraus resultiert, weil du das Gefühl hast, dass er gar nichts gegen die Krankheit machen will.

    Ich vermute , dass du willst, dass er dagegen ankämpft, weil das für dich eine logische Konsequenz der Diagnose wäre.


    Wenn er aber nicht will, ist das seine Entscheidung. Es gibt Leute, die kämpfen und es gibt Leute , die aufgeben - aber vielleicht kämpft er auch auf seine Weise (in dem er weiter arbeiten geht, in dem er versucht, der Krankheit nicht zuviel Raum zu geben).


    Mit getrennten Schlafzimmern , das wäre schon ein Schritt, um dir selbst zu helfen.


    Er lässt sich anscheinend nicht helfen und will das vermutlich auch nicht, zumindest nicht die Art des Helfens, dass er Vorsorge treffen sollte etc (das würde ich in der Situation auch nicht gerne hören).

    Und wenn er es verdrängen will, so ist das vermutlich für ihn der einzige Weg, um damit zu leben. Und so sehr dich das aufregt und ärgert, das geht nur an deine Substanz, wenn du da mit aller Kraft eine Änderung erzwingen willst.

    Man kann Menschen nicht ändern, und du hast ja schon mehrmals geschrieben, dass sich dein Mann schon früher bei Problemen eher passiv verhalten hat.


    Ich würde an deiner Stelle abwarten und nur unterstützend eingreifen,wenn du sicher bist, dass er es auch wünscht.

    Sonst endet das nur in Streitereien und gegenseitigen Schuldzuweisungen.


    In letzter Zeit klingt das bei dir so, als ob es nur ICH und DU gäbe, aber kein WIR mehr.

    Dabei hat es früher sicher ein WIR gegeben und dieses WIR bestand nicht aus einer Front gegen eine Krankheit, sondern vermutlich aus Wertschätzung,Respekt und Freude am Gemeinsamen .


    Man sollte die gemeinsame Zeit nützen, so gut es geht, denn sie ist unwiederbringlich.


    Und jetzt kannst böse auf mich sein.:4:

    Mein Brückenmann war heute da und hat das Katzengitter (es litt schon an Alterschwäche ) neu montiert. Außerdem hat er mir eine Sonnenschutzrollo an der Loggia befestigt, damit meine Wohnung nicht immer so aufheizt.


    Abby freut sich auch, denn jetzt kann sie in der Nacht auf der Loggia sein (Rollo herunten, damit keine Taube etc. sie provoziert) und ich muss mir um sie keine Sorgen machen.


    Wieder ein Stück mehr Wohnqualität!:8:

    Heute wieder mal beim Autofahren Radio gehört, da spielte "In the Shadows". Dieses Lied hatte mein verstorbener Bruder als Kennton, wenn Mama anrief-weil er wußte, dass ihn da immer Beschwerden, Vorwürfe , Probleme erwarteten.

    Da hat es mich wieder gepackt, ist mir wieder eingefallen, wieviel Verluste ich seit dem Tod meines Bruders erlitten hatte. Er starb 8 Monate vor meinem Geliebten, der mich damals in meinem Schmerz so aufgegefangen hat und mir beigestanden ist.


    Morgen ist es 3 Jahre her, dass mein geliebter Rudy gegangen ist, um 16h12 an einem unverschämt sonnigen Tag, an dem alles perfekt schien-absolut kein Tag zum Sterben.


    Immer wieder erlebe ich diesen Tag, diese Stunde, an dem mein Glück zerbrach, das läuft auch heute noch wie ein Film vor mir ab... unvermutet, ein Lied, eine vertraute Redewendung und schon plumpst man ins Trauerloch.


    Wie damit umgehen? Naja ich fuhr auf einen Parkplatz, heulte mich aus....


    Das passierte mir jetzt nach 3 Jahren noch, ich spüre dann schlagartig die Sonne auf meiner Haut, sehe meine Tochter am Pool sitzen und flirten, höre das Handy klingeln, das die Nachricht bringt, dass er einen Unfall hatte und verletzt ist, dass sie ihn aber ausfliegen werden - und dann um 16h12, mein Glas, das zerschellt, die Gewissheit, dass etwas Furchtbares passiert ist, das Wissen, dass unsere Geschichte unwiderruflich zu Ende ist....:33:


    Ja diesen Tag werde ich nie vergessen können, der ist für immer in der Hirn-und Herzvideothek gespeichert.


    Nun spielen sie im Radio"In the Army now" - ja so fühl ich mich auch manchmal: "Stand up and fight!"


    Tränen abgewischt, weitergefahren und leise lächelnd an die ganze Liebe gedacht, die du mir gegeben hast, das Selbstwertgefühl , das ich durch dich erlangt habe. Ja mein Geliebter, ich werde weiter kämpfen auf dem Schlachtfeld des irdischen Lebens, ich werde durchhalten, meine Aufgabe (worin immer die bestehen möge) erfüllen , bis wir uns in einem anderen Leben wieder finden.<3


    Forever your´s

    Ich verstehe das, liebe Still crazy. Ich persönlich hätte auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich unterwegs wäre, meinen kranken Partner alleine lassen würde und mich amüsieren würde, liegt vermutlich in der Erziehung, die uns Frauen eingeredet hat, dass man sich aufopfern soll.


    Andererseits stellt sich die Frage, ob der Partner permanent bemuttert und betüdelt und bevormundet werden will oder ob er lieber seine Ruhe hätte:/.


    Das ist eine Gratwanderung , die sicher nicht leicht ist. Du kennst deinen Partner, nur du kannst entschieden, was er braucht und will und natürlich was du brauchst, um diese Situation auszuhalten.


    Vielleicht hat es ja auch etwas Gutes (außer dass es dich ablenkt und dir ein paar Stunden Entspannung schenkt), wenn du ihm damit ein bißchen Leben durch deine Erzählungen vom Erlebten heimbringst. Vielleicht bekommt er dann auch wieder Lust auf´s Erleben (zumindest auf das, was er mit seiner Krankheit ohne größere Anstrengungen noch unternehmen kann) und ist nicht mehr so passiv.

    Liebe Chaotica, es ist unfair und grausam. Ich bin jetzt 54, hatte nur miese Beziehungen und traf dann mit 49ig die Liebe meines Lebens und genau wie bei dir planten wir unser gemeinsames Leben , ich zog bei ihm ein und 7 Tage später starb er. Wir hatten nur 2 gemeinsame Jahre.

    WARUM? Ja diese Frage stellen wir uns alle, die wir jemanden verloren haben, andererseits, es passiert jeden Tag und überall auf der Welt.


    Das WARUM wird nie verschwinden, doch die Trauer wird sich ändern. Durch diese vollkommene Liebe haben wir erfahren, wie schön eine Beziehung sein kann und wissen , was wir wollen.


    Und das Geschenk , diese Liebe zumindest einmal erlebt zu haben (viele erleben das ihr ganzes Leben nicht), bleibt uns für immer.:24: