Posts by Tigerlily

    Ihr Lieben,

    die Trauer ist ein ewiges Auf und Ab und ich bin müde geworden ...

    Ich habe es schon an anderer Stelle angedeutet, ich bin gerade dabei eine Reha zu beantragen, denn ich hatte vor ein paar Wochen einen Artikel gelesen, in dem von Erfahrungen mit einer Reha berichtet wurden und das hat mich stark getriggert, sodass ich diese für mich bis dato undenkbare Maßnahe auf einmal als einen Weg für mich sehen konnte.

    Meine Psychologin schreibt am Montag, nachdem sie aus ihrem Urlaub zurückgekehrt ist, einen Befund für mich, den ich dem Antrag noch beilegen muss und dann kann ich nur hoffen, dass er bewilligt wird.


    Ich habe am Anfang meines Trauerweges immer geglaubt, irgendwann würde eine Art Wunder geschehen und es würde sich für mch ein Weg auftun, ein Weg in ein neues lebenswertes Leben, auch ohne meinen geliebten Hannes.

    Schließlich muss es doch irgendeinen Sinn haben, dass er gehen musste, ich aber noch dableiben muss.

    Und so wie mein Leben momentan verläuft kann ich mir nicht vorstellen noch weitere ungezählte Jahre weiterzuleben.

    Leider ist dieses Wunder nie passiert und ich habe keine Ahnung, ob es an mir liegt, dass ich mich nicht genug angestrengt habe, oder ob das normal ist, sich nach drei Jahren noch dermaßen elend zu fühlen.

    Eine Tatsache ist jedoch, ich bin mit meiner Weisheit am Ende und das ist der letzte Strohhalm, an den ich mich jetzt klammern kann.


    Ich habe leider keine Visionen für die Zukunft, keine Pläne und auch kein Bedürfnis nach einem konkreten Etwas, das ich machen könnte.

    Der einzige Gedanke der mir immer wieder kommt ist der nach einer neuen Partnerschaft, nach einem Mann, der mich liebhaben kann, genauso wie ich ihn liebhaben könnte.

    Einem Mann, den mir mein Hannes schickt, damit ich hier herunten nicht mehr so einsam sein muss und lernen kann, dem Leben wieder zu vertrauen oder es gar wieder ein wenig zu genießen.

    Allein, mir fehlt das Vertrauen, dass so etwas passieren könnte und auch wenn ich vor kurzer Zeit diesen halbherzigen Vorstoß mit einer Anzeige in einer vierteljährlich erscheinenden Seniorenzeitung gemacht habe, glaube ich dennoch nicht ernsthaft daran, dass sich da etwas daraus ergeben könnte.


    Ich muss gestehen, ich fühle mich wie eine Versagerin, als hätte ich meine Familie enttäuscht, weil ich es einfach nicht schaffe ihren Wunsch, dass es mir gut gehen solle, zu erfüllen.

    Sie haben ihren Teil dazu beigetragen, indem sie mir lebenslang Liebe gegeben haben und mir eine gute Ausbildung ermöglichten, eine Grundlage für ein erfolgreiches Leben in finanzieller Sicherheit. Mit meinem Mann zusammen habe ich mir eine ordentliche materielle Basis erschaffen und wir hatten ein wirklich schönes Leben und ich bin froh, dass es für ihn bis zu seinem Ende gut und glücklich war.

    Ich weiß, dass er sich wünscht, dass es mir gut geht und alles Nötige, was er zu Lebzeiten tun konnte hat er dafür getan.

    Wir waren nicht übermäßig reich, aber wohlhabend und ich kann von dem zehren, was er mir hinterlassen hat, wenn ich keine allzu großen Ansprüche stelle.

    Ich muss es irgendwie schaffen dieses Restleben, das mir noch bleibt in Anstand und Würde hinter mich zu bringen, aber ich weiß nicht wie ich das machen soll, wenn ich doch so einsam und voller Sehnsucht bin und das Ende meines Lebens herbeiwünsche, weil mir jeder einzelne Tag seit Hannes Tod eine einzige Qual ist.

    Liebe Brigitte,

    mein tiefes Mitgefühl zum Verlust deines Mannes!


    Ich schreibe nicht mehr sehr oft im Forum, mein Mann ist bereits vor 3 Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen, allerdings ist mein Cousin, der mir während der schweren Zeit zur Seite gestanden ist, vor 3 Monaten an Krebs gestorben, was meine Trauer auf gewisse Weise aktualisiert hat.

    Im Prinzip ist jede von uns ganz allein mit ihrer Trauer, aber wir können uns gegenseitig stützen und Mut zusprechen.

    So ist es ganz normal, dass du manchmal einfach sterben willst, das geht mir ganz genauso, bedeutet aber nicht, dass ich es tatsächlich vorhabe.

    Im Gegenteil versuche ich alles und jeden Tag aufs Neue nicht nur zu überleben, sondern einen Weg aus dem Trauertal zu finden.


    Bei dir ist alles noch so frisch und extrem schmerzhaft, ich kann dir sagen, dass die Trauer zwar bleiben wird, aber sie wird milder, mit Pausen, sodass man lernt damit zu leben.

    Es gibt Menschen, die wieder in ein neues erfülltes Leben gefunden haben, daher darf man die Hoffnung nie aufgeben, dass es gelingt, aber der Weg dorthin ist leider schwierig und langwierig und Menschen, die so einen massiven Einschnitt ins Leben noch nie erlebt haben können nicht verstehen WIE schwer das ist und so kommt es oft zu gewissen Verständnisschwierigkeiten und meiner Meinung nach ist es wichtig einen Ort wie dieses Forum zu haben, wo man frei mit Menschen kommunizieren kann, die einen verstehen, weil sie dasselbe erlebt haben.

    Ich wünsche dir viel Kraft für die kommenden schweren Tage und alles Liebe Gabi

    Liebe Amaya,

    alles was du schreibst kann ich komplett nachvollziehen und du bist ganz bestimmt nicht naiv, sondern eine Kämpferin, die sich ihr Leben zurückerobern will und gerade in einer tiefen Krise steckt.


    Das was mir spontan in den Kopf geschossen ist, als ich deinen Text gelesen habe: Dein Mann muss deine wahren Gefühle erfahren und euch beiden hilft nur schonungslose Ehrlichkeit, um diese tiefe Krise zu überwinden.


    Ich meine damit um Gotteswillen nicht, dass du ihm unvorbereitet deine tiefe Sehnsucht nach deinem verstorbenen Partner um die Ohren hauen sollst, aber bedenke, dass der Mensch, der dich liebt und mit dir sogar Kinder haben will, intensive Gefühle für dich hat und vermutlich spürt, dass du vor ihm irgendetwas verheimlichst und todunglücklich bist.


    Und du brauchst unglaublich viel Kraft, um deine tiefe Trauer geheimzuhalten, Kraft die du eigentlich für dein Leben brauchst.

    Vielleicht bin ich es, die mit ihren 63 Jahren naiv ist, aber wäre es nicht schön, wenn es einen Weg für euch beide gäbe, auf dem dein Mann dich in deiner Trauerverarbeitung unterstützen würde, indem er den Teil deines Lebens, der vor ihm stattgefunden hat annimmt und verstehen lernt, dass dein verstorbener Mann keine Gefahr für ihn darstellt, sondern einfach zu dir gehört, wie alles andere, was dein Leben ausmacht.

    Und du andererseits könntest für dich herausfinden, dass Liebe nicht nur an einen Menschen gebunden ist, sondern dass die Liebe und Sehnsucht nach deinem verstorbenen Mann nicht ausschließt, dass du deinen jetztigen Mann auch lieben kannst, anders zwar aber ebenso innig, denn Liebe ist unteilbar.


    Ich kenne euer Verhältnis zueinander nicht, aber wahrscheinlich wirst du Hilfe brauchen und da stellt sich mir die Frage, ob du in deinem näheren Umfeld eine Vertrauensperson hast, oder psychologische Betreuung (unbedingt mit Erfahrung in der Verarbeitung von Trauer) bekommen kannst.

    Ich selber bin 3 Jahre nach dem Tod meines Mannes, mit dem ich 32 Jahre verheiratet war und drei Monate nach dem Tod meines Cousins, der mir in den ersten zweieinhalb Jahren eine große Stütze war, ebenfalls an einem toten Punkt angelangt.

    Ich weiß genau, dass ich mein altes Leben nicht mehr zurück haben kann, aber eine Form neuen Lebens, das für mich in irgendeiner Form erfüllend oder wenigstens zufriedenstellend ist, ist auch nicht in Sicht.

    Ich fühle mich gefangen in einer Spirale des Grauens und weiß alleine nicht mehr weiter und habe jetzt eine psychosoziale Reha beantragt, von der ich mir eine Kärung auf einigen Ebenen erhoffe, sofern sie mir überhaupt bewilligt wird.


    Der Weg der Trauer ist leider sehr langwierig und schwierig und es gibt keine einfachen Lösungen, sondern jede/jeder von uns muss seinen eigenen Weg finden.

    Was wir tun können, wir können uns gegenseitig unterstützen, indem wir unsere Gefühle u nd Erfahrungen teilen und deswegen bist du hier auch genau am richtigen Platz, liebe Amaya.

    Danke liebe Sverja,

    von mir ganz liebe Grüße zurück!


    Die Einsamkeit frisst mich auf und lähmt alle Versuche die positiven Seiten des Lebens zu sehen.

    Ich bin tatsächlich das erste Mal in meinem Leben ohne verbindliche Beziehung und tief erschüttert darüber, was das mit mir macht.

    Die Einsamkeit frisst die zarten Keimlinge der Hoffnung auf, die in den letzten drei Jahren zwar zaghaft, aber doch kontinuierlich in mir gewachsen sind.

    Ich würde mich inmitten der FOG BANKS sehen ohne Aussicht auf irgendwas und die CAVE of SAFE KEEPING, die ist unauffindbar verschwunden, die gibt es nicht mehr in meinem Universum, auch wenn ich sie heiß ersehne!

    Ganz ehrlich?

    Ich mache das alles nur für meine Lieben, die mir vorausgegangen sind und für den Teil in mir, der so unbedingt leben will (und mir mitunter ein wenig unheimlich ist).

    Ich (die Gabi die hier schreibt und unendlich leidet) würde nichts lieber als diese Inkarnation, das Leben das sie führt, so schnell wie möglich beenden.

    Mir wird das alles zuviel und alleine geht gar nicht.

    Und bisher musste ich auch nicht, sogar nach Hannes Tod war sofort jemand (mein Cousin) zur Stelle, der mein Leben durch seine Anwesenheit stabilisiert hat, wenn ich ihn auch nicht lieben konnte und ihm auch nicht so vertraut habe, wie meiner verstorbenen Familie.

    Jetzt ist es bald drei Monate her, dass auch er gestorben ist und ich tatsächlich und wirklich ganz alleine bin.

    Zwar gut gebettet und versorgt, mit Freunden und Bekannten, die mich mögen, mit einer neuen Beschäftigung, die ich mag, aber am Ende des Tages dennoch alleine.

    Ihr wisst ja meine medialen Unternehmungen meine Versuche herauszukriegen, was ich hier noch soll, gepaart mit einer Spiritualität, die ziemlich weit von den konventionellen Religionen entfernt liegt.

    Ich bin zwar noch katholisch aus reiner Gewohnheit und weil wir alle das waren, aber keiner von uns war wirklich gläubig, von daher ist es einfach ein Relikt des alten Lebens, das ich beibehalte, weil es mich nicht stört.

    Was ich für mich persönlich herausgefunden habe, teils für mich alleine, großteils aber auch durch Unterstützung von Menschen jenseits und diesseits des Lebens ist die für mch sehr tröstliche Wahrheit, dass wir unsterbliches Bewusstsein in sterblichen Körpern sind.

    Wie das alles genau ist, werde ich wohl, wie fast alle anderen, erst wissen, wenn auch für mich der Zeitpunkt gekommen ist.

    Aber ich weiß, dass unsere Verstorbenen uns ganz nah sind, sehr an unserem Leben interessiert und allzeit bereit zu helfen so gut sie können.

    Wir waren nicht nur im Leben miteinander verbunden, wir sind es über den Tod hinaus.

    Sie helfen uns unseren Lebensplan, den wir mit ihnen gemeinsam entwickelt haben, bevor wir gemeinsam unsere Reise in dieses Leben begonnen haben, so gut wie möglich zu verwirklichen. Und wir sind bestens beraten, wenn wir unsere Trauer in Liebe transformieren und uns für die Jenseitigen Hilfsangebote öffnen.

    Trauern wir zu stark und kapseln wir uns ab können sie nichts machen, dann ist der Widerstand zu groß, die Zustimmung unsererseits fehlt und gegen unseren freien Willen kann niemand und nichts etwas bewirken.

    Ich habe Botschaften bekommen, immer und immer wieder, ich habe die LIebe gefühlt und ihre Energie hat mich tagelang gestärkt, so oft, bis ich Stoffel selbst bemerkt habe, dass es kein Zufall ist, wenn ich spezielle Träume habe und mediale Begegnungen, die mich fortlaufend stärken und meine depressiven Untergangsfantasien immer wieder stoppen.

    Und warum das alles?

    Weil ich hier bin, um ein neues Leben mit neuen Aufgaben und neuen Beziehungen, ein erfülltes Leben zu führen, nachdem ich aus dieser abgrundtiefen Krise als geläuterter Mensch mit neuen Erkenntnissen hervorgegangen bin.

    Ja, ich habe immer noch Zweifel, ob ich mir das alles vielleicht doch nicht nur einrede.

    Ich weine fast immer, wenn ich nach meinen Unternehmungen wieder nach Hause komme, ich bin so einsam, dass es richtig wehtut und ich habe oft Mühe mir die schwarze Wolke der Hoffnungslosigkeit vom Leib zu halten.

    Aber es gibt nur die Chance vorwärts zu gehen, mich zu öffnen so gut ich kann und meinen Liebsten, die mir helfen wollen und niemals etwas tun würden, was mir schaden kann, zu vertrauen, ihnen mein Leben anzuvertrauen, wie ich es auch vorher schon getan habe, als sie noch lebten.


    Liebe Renate,

    du hattest erst am 11. April Jahrestag.

    Ein Jahr ist praktisch nichts, wenn du bei mir zurückblätterst wirst du feststellen, dass ich damals noch wie von Sinnen war, unfähig an irgend etwas anderes zu denken, als den Verlust meiner zweiten Hälfte und mein verlorenes Leben.

    Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich nach drei Jahren immer noch so heftig trauere, wäre ich vollends verzweifelt.

    Allerdings ist es nun nach drei Jahren anders.

    Auf einmal hat wieder etwas Neues Platz neben der alles vernichtenden Trauer.

    Es ist beileibe noch nicht gut, aber es ist anders und stehenbleiben keine Option, denn schließlich bleibt mir ja gar nichts übrig, als weiterzuleben und das möchte ich nicht noch jahrelang in endloser Qual.

    Es ist der Mut der Verzweiflung, der mich antreibt, sonst nichts.

    Ihr LIeben,

    in den letzten Wochen hat sich viel getan, ich kämpfe noch immer mit mir selber und meinen Gefühlen, mit dieser bodenlosen Hoffnungslosigkeit in der ich immer noch allzu oft steckenbleibe, wenn mich die Sehnsucht nach LIebe und Geborgenheit übermannt, um dann wieder von Botschaften meiner LIeben in der geistigen Welt genährt und ermutigt zu werden, manchmal auch gerügt, nicht in Selbstmitleid zu verfallen, sondern das Alte ruhen zu lassen und nach vorne zu schauen, weil sie mir nur helfen können, wenn ich offen für ihren Zuspruch und ihre Hilfe bin.

    Ich hatte ein Hoch nach meinem Geburtstag, das ich in gewohnter Weise so lange mir erhalten wollte wie nur möglich, auch als ich schon merkte, wie die gute Energie abflaut.

    Das scheint ein Fehler zu sein, das den Fluss der Gefühle unterbricht, denn es war nicht das erste Mal, dass ich in ein abgrundtiefes Trauerloch fiel, nachdem ich die gute Energie auch mit Gewalt nicht mehr halten konnte.

    Auch dieses Mal war es so.

    Ich bin dann untröstlich und vermutlich auch eine Zumutung für meine Mitmenschen, die mir helfen wollen, aber nicht können.

    Nachdem ich mein Leid in mein Tagebuch geschrieben habe und dazu die verzweifelte Frage, ob es jemals wieder für mich etwas Schönes geben könne, oder ob mein Wunsch nach LIebe und Geborgenheit in einer neuen Partnerschaft reines Wunschdenken wäre und wo denn diese Lebensaufgabe wäre, die mir Grund zum Weiterleben gibt, habe ich am Abend desselben Tages auf wundersame Weise Antworten erhalten.

    Ja es habe einen Grund, dass ich noch da wäre, es wäre tatsächlich alles schon vor meiner Geburt so vereingbart worden und ich hätte noch viel vor in meinem zukünftigen Leben und ich solle nicht am Alten festhalten, sondern wieder glücklich sein und mit Begeisterung leben.

    Diese Botschaft kam von meinem Mann, der immer bei mir ist und sich so sehr wünscht dass es mir gut geht und auch eine neue Beziehung für mich als gut und richtig sieht.

    Am gleichen Abend kam noch eine zweite Botschaft, dass alles schon bereit sei einzutreffen, dass ich mich nicht dafür anstrengen müsse, sondern den Dingen einfach seinen Lauf lassen solle und offen für Neues sein solle.

    Das alles hat mir neuen Schwung gegeben, die Dinge gelassen zu sehen, anzunehmen, dass es jetzt eben so ist wie es ist und die traurigen Momente ebenso zu leben wie die angenehmen, nichts zurückzuhalten, sondern im Fluss zu bleiben.

    Mal sehen wie mir das gelingt ...

    Im äußeren Leben habe ich jetzt einen kleinen Nebenjob ein bis zweimal die Woche als Pferdeführerin in einem Betrieb für Therapeutisches Reiten.

    Ich war bisher viermal dort und es tut mir gut mit Tieren und Menschen zusammen zu sein und ich lasse es jetzt mal so laufen, mal sehen wie lange es geht und wie es weitergeht.

    Und heute habe ich etwas für mich absolut Ungeheuerliches getan: Ich habe in der Seniorenzeitung des Tiroler Seniorenbundes, der das komplette Bundesland umfasst, eine Annonce in der Rubrik Herzensangelegenheiten aufgegeben, unter Chiffre, also weitgehend anonym und auch die Reichweite ist überschaubar.

    Trotzdem, es ist eine neue Dimension, die sich für mich auftut, denn noch vor einem Monat war das undenkbar für mich.


    Wie ihr seht, ich versuche weiterhin alles, um wieder ins Leben zurückzufinden, denn das ist es, was meine vorausgegangenen Lieben sich von mir wünschen.

    Ich selber bin noch nicht so weit, es für mcih selbst zu tun, aber ich glaube die Richtung stimmt und das Ziel wäre, dass ich irgendwann mal hier schreiben kann.

    "Ja, ich habe es geschafft, ich will leben und Gutes tun, weil ich zufrieden und glücklich bin und mein Leben auskosten möchte, bis Gott mich zurückruft in die Heimat, nach Zuhause, wo ich wieder vereint sein werde mit all meinen Lieben, die sich freuen mich wieder in die Arme schließen zu dürfen!


    Ich wünsche euch allen Harmonie und Frieden im Herzen und ein leichtes LEben und schicke euch viel, viel Liebe! Gabi

    Liebe Birgit, ihr Lieben alle!


    Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nach dem dritten Jahrestag durchzustarten, all die Trrauer, die Einsamkeit die Sehnsucht und den Schmerz hinter mir zu lassen und mich darauf zu fokussieren ein neues Leben zu beginnen.

    Ich wollte erst wieder hier schreiben, wenn ich sicher sein konnte, dass es mir nachhaltig besser geht, um nicht immer alle so runter zu ziehen, wenn sie lesen, dass ich es nach inzwischen drei Jahren immer noch nicht geschafft habe, mich in meinem neuen Leben zurechtzufinden.


    Ich habe ein sehr mutmachendes Seminar hinter mir, das genau in den kritischen Tagen stattfand und ich habe auch ein paar neue Projekte vor, von denen ich hoffe, dass sie mich weiterbringen.

    Trotzdem hat sich an meiner Grundstimmung nichts nachhaltig geändert.

    Es stimmt wohl, dass es nach dem Seminar ein paar Tage gab, an denen ich hoffte das Schlimmste überwunden zu haben, aber ich bin eines Besseren belehrt worden, denn wie aus dem Nichts stecke ich in der nächsten heftigen Trauerwelle fest!

    NACH DREI jAHREN!

    Sicherlich habe ich auch noch damit zu kämpfen, dass ich nach einem hoffnungsvollen Jahr auch noch die letzte Person verloren habe, zu der ich noch einen täglichen beziehungsähnlichen Kontakt hatte.

    Das stimmt schon, aber ich dachte schon, dass ich mit dieser drückenden Einsamkeit inzwischen besser klarkomme, was sich leider als fundamentaler Irrtum herausgestellt hat.

    Trotzdem ich mich mit anderen treffe,

    trotzdem ich gerade dabei bin mir etwas Eherenamtliches zu suchen,

    trotzdem ich nicht mehr jeden mit meinen Belangen nerven muss, sondern meine Trauer für mich behalten kann,

    trotzdem mich meine Bekannten gerne um mich haben,

    trotzdem ich öfter mal mit dem Hund einer Bekannten spazierengehe,

    fühle ich mich in all diesen sozialen Aktivitäten und besonders danach, wenn ich wieder allein in meine Wohnung zurückkehre, alles andere als wohl.

    Ich weiß eigentlich gar nicht wieso das so ist, aber ich bin extrem dünnhäutig und auch wenn es mir gut geht, sind rundherum sehr viele Menschen krank oder in anderen Schwierigkeiten und ich fühle mich so hilflos und hätte gern jemanden, an den ich mich auch mal anlehnen kann, um zu wissen egal was kommt, alles wird wieder gut.

    Nur diesen Jemand gibts nicht mehr, jetzt muss ich alleine stark sein und das tut so unglaublich weh.


    Das alles wollte ich eigentlich gar nicht schreiben, aber eure lieben Nachfragen haben mich gefreut

    und euch kann ich nicht anlügen, denn ihr wisst Bescheid.


    Liebe Birgit, der einzige Tipp, den ich dir geben kann:

    Immer wieder von Neuem aufstehen und nicht verzagen, wenn nach ein paar Sonnenstunden der Himmel wieder weint.

    Je länger du die Trauer durchlebst, desto mehr gewöhnst du dich dran und es gibt auch wieder glückliche Momente oder ein paar Tage, in denen du zufrieden leben kannst. Darauf kannst du vertrauen und Kraft schöpfen fürs nächste Tief.

    Mir helfen Gespräche und Seminare in denen es um den Kontakt mit den Verstorbenen geht sehr, denn die LIebe der geistigen Welt gibt mir Energie, auf der ich aufbauen kann, nur leider halt nicht anhaltend und dauernd, sondern so als kleines Kraftpaket, von dem ich eine Weile zehren kann, Aber auch dafür bin ich dankbar.

    Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich auch das ändert, und wenn es noch drei Jahre dauert!

    Irgendwann führe ich wieder ein zufriedenes Leben mit traurigen Momenten und kein trauriges Leben mit zufriedenen Momenten mehr.

    Und das wird dir, liebe Birgit auch gelingen, denn du bist eine Kämpferin, so wie ich!

    Ob es jemals einen wirklichen Wandel zu einem richtig guten Leben geben kann, das weiß ich noch nicht, wir werden das zusammen herausfinden, was meinst du?

    Hallo Alexa,

    Ich war 32 Jahre mit meinem Hannes verheiratet und nächsten Montag am 14. Juni jährt sich sein Tod zum dritten Mal.

    Leider kann ich dir von mir keine positive Antwort geben, was den Verlauf der Trauer nach drei Jahren betrifft.

    Ich kann nur ganz ehrlich sagen, man lernt mit der Zeit das alltägliche Leben zu bestreiten.

    Ich habe gelernt diese Hölle in mir auszuhalten.

    Ich mache die unsinnigsten Sachen, um mir die Wochenenden zu vertreiben.

    Ich habe Bekannte und lose Freundschaften mit denen ich Zeit verbringen kann, aber einen Sinn in dem Ganzen habe ich nicht gefunden.

    Ich habe nach Hannes Tod einem wiedergefundenen Cousin ein Heim in meinem Wohnort gegeben. Für ihn war es das Paradies, das er leider nur ein Jahr genießen konnte bevor ihn ein heimtückischer Krebs hinweggerafft hat.

    Ich bin nicht fähig um ihn zu trauern, es fühlt sich für mich wie eine Lebensaufgabe an, die ich offenbar nach Hannes Tod noch durchzuführen hatte.

    Es war ein Grund vorhanden weiterzuleben, der ist jetzt weggefallen.

    Ich gebe mir Zeit bis Jahresende, wenn sich bis dahin in meinem Leben nichts ändert, muss ich mir etwas überlegen, denn so wie es jetzt ist, ist es kein Leben, das ich noch jahrelang so weiterführen möchte.

    Liebe Birgit,

    du machst was geht und lebst von Tag zu Tag, das ist sehr mutig von dir und mehr geht momentan wirklich nicht, das ist absolut verständlich nach dem Verlust deines kompletten Lebensinhalts vor so kurzer Zeit!

    Die Zeit für Aufgaben wird kommen, wenn du so weit bist und nach dem was ich hier von dir lese kann ich deinen Trauerbegleitern nur recht geben, du bist auf einem guten Weg!

    Allerdings bist du schwer verwundet an der Seele und im Herzen, es braucht unendlich viel Zeit bis diese Wunden soweit heilen können, dass du deinen Lebensweg in Umrissen wieder erkennen kannst.

    Gib dir die Zeit und lass dich von nichts und niemand drängen (auch von dir selber nicht).

    Ich schicke dir eine ganz liebe wärmende und schmerzlindernde Trostumarmung, alles Liebe Gabi

    Liebe Helga,

    das ist der schönste Grund dieses Forum zu verlassen, den ich mir denken kann!

    Ich wünsche dir und deiner neuen Liebe alles Glück der Welt und Gesundheit, damit ihr die schönen Seiten des Lebens noch lange zusammen genießen könnt.

    Liebe Grüße Gabi

    Liebe Alexa,

    lass mich dich umarmen, um diese Einsamkeit zu mildern.

    Du bist nicht alleine damit und dein Verlust ist noch viel zu frisch für jegliche Art von Neuorientierung.

    Ich kann dir nicht sagen, ob es jemals wieder gut wird, aber mit der Zeit wird es leichter das Leben wieder auszuhalten, darauf darfst du vertrauen.

    Du bist auch hier nicht alleine, du wirst sehen die Antworten kommen noch.

    Bis dahin soll dir meine Antwort ein kleines Trostpflaster sein, alles Liebe Gabi

    Liebe Martina,

    Ich besuche dich sehr gerne, als eine Expertin der "Zwischenzeit"

    Viel bin ich schon gerügt worden, auch in diesem Forum, dass ich hauptsächlich meinen Schmerz und meine Einsamkeit artikuliere und so wenig Hoffnungsvolles vorzubringen habe nach der langen Trauerzeit von mittlerweile drei Jahren.

    Wenn du also wissen möchtest, wie das so ist, wenn man nach der Trauerzeit seine innere Heimat wiedergefunden hat, fragst du besser jemand anderen.

    Ich kann dir nur sagen, wie ich es geschafft habe bis jetzt zu überleben.

    Deine Trauerzeit ist noch so kurz, nicht einmal ein halbes Jahr!

    Ich weiß noch genau wie ich mich damals gefühlt habe, nämlich einfach fürchterlich!

    Damals habe ich tatsächlich noch geglaubt, die Trauer hätte ein Ende und konnte es nicht erwarten, bis es soweit ist.

    Ich war ruhelos und unkonzentriert und habe meine Tage mit Terminen aller Art vollgefüllt, nur um mich ja nicht mit mir selber beschäftigen zu müssen.

    Ich war sehr viel in der Natur unterwegs, habe versucht bis zur Erschöpfung zu rennen, um diesen Scmerz loszuwerden.

    Ich habe es vermieden weiter als bis zum nächsten Termin vorauszudenken und mich im übrigen mit Bachblüten ( Notfalltropfen, Star of Bethlehem), homöopathischen Beruhigungsmitteln und literweise Baldrian in Form von Tee und alkoholischen Tropfen abgefüllt.

    Ich habe wirklich SEHR viel gemacht.

    Du kannst es auszugsweise in meinem Thread lesen.

    Irgendwie hat eigentlich gar nichts geholfen, wenn man es genau nimmt.

    Dennoch glaube ich rückwirkend betrachtet, dass jedes kleine Detail ein winziger Baustein zur Lebenserhaltung war.

    Nicht mehr und nicht weniger.

    Und ich lebe immer noch.

    Immer noch in Trauer, aber es ist anders geworden, irgendwie habe ich im Laufe der Zeit gelernt damit umzugehen.

    Was ich kann, kannst du auch, es braucht halt jede Menge Geduld, vor allem Geduld mit dir selber.

    Alles Liebe Gabi

    Liebe Luise,

    das tut mit so leid, denn ich kann es so gut verstehen, weiß aber nicht wie ich helfen könnte.

    Ich möchte dir ganz liebe Pfingstgrüße schicken, auch ich denke oft an dich.

    Alles Liebe Gabi

    Ihr Lieben, danke für die Bestätigung, dass ich nicht alleine so fühle!

    Liebe Sommermond,

    wenn es nicht diesen Teil von mir geben würde, der weiterleben möchte, wäre ich mit Sicherheit gegangen, denn nach Hannes Tod hat es nichts und niemand gegeben, was mich hier gehalten hätte und ich hätte mit meinem Tod auch niemandem Schaden zugefügt, denn es gab keine Menschen mehr, die mich anders vermisst hätten, als man eben einen Bekannten vermisst, den man ein paar Wochen betrauert, um danach wieder in den normalen Alltag zurückzukehren.

    Im Gegenteil, die Erben hätten sich gefreut und der Staat wäre froh gewesen kein Gehalt und keine Pensionen mehr auszahlen zu müssen.

    Das ist die nackte Wahrheit.

    Ebenso ist es aber auch wahr dass ein wichtiger Teil meiner Geschichte nicht stattgefunden hätte, der da heißt: Cousin Uli und sein Hund Ben.

    Das ist mir wohl bewusst und das stützt auch die Theorie, die ich immer überzeugender finde, dass es da einen Lebensplan gibt, den wir selber in unserer Heimat aushecken, im uns dann mit all den lebensbegleitenden Menschen furchtlos in das Abenteuer "Mensch" zu stürzen.

    Ich war da wohl ein wenig übereifrig und jetzt muss ich es ausbaden.

    Und damit ich nicht vor mir selbst davonrenne, habe ich mich im Jenseits schon vor der Geburt mit einem unterschwelligen, aber unzerstörbaren Lebenswillen ausgestattet.

    Das ist jetzt ein bisserl blöd in meiner jetzigen Lage, aber das gilt es einfach zu akzeptieren.

    Ein Teil will nichts lieber, als schnellstmöglich nach Hause zurückzukehren, während der Rest von mir dermaßen stabil im Leben steht, dass es schon nicht mehr feierlich ist.

    Da kann ich wüten wie ich will, es ändert nichts an den Tatsachen.


    Liebe Mischi, ich meine zu verstehen, was die Autorin mit der Rückkehr in die Illusion meint, aber ich pflichte dir bei.

    Das klingt für mich so, als würde dir jemand befehlen, nicht an rosa Elefanten zu denken - geht nicht.

    Für mich geht es eher darum, das Unvermeidliche akzeptieren zu lernen und trotzdem, mit dem Wissen um den Tod, der uns jederzeit ereilen kann, wieder zu einem erfüllten Leben zu gelangen.

    Klingt für mich wie die Quadratur des Kreises, aber wer weiß?

    Ich wage nicht zu behaupten, dass es das nicht gibt, ich sage nur, dass ich es mir nicht vorstellen kann.

    Immerhin fange ich langsam an, mich wieder an kleinen Dingen zu freuen, die ersten zwei Jahre konnte gar nichts mehr irgend ein Interesse in mir erwecken, die ganze Welt war grau und gefühllos.

    Und da ging es nicht um eine Entscheidung, die ich hätte treffen können, wie so oft behauptet wird.

    Mein Herz war buchstäblich in Schockstarre Und jetzt erst, ganz sachte beginne ich langsam wieder Farben und Muster zu erkennen ohne zu wissen, woran das jetzt konkret liegt.

    Und ich bin genau in dem Stadium, das du beschreibst, liebe Mischi: Ich sehe die schönen Dinge, aber ich vermisse es so sehr sie nicht mit dem Menschen teilen zu können, den ich liebe.