Posts by Tigerlily

    Ihr Lieben,

    hier ein kleiner Zwischenbericht.

    Es ist tatsächlich eine große Herausforderung und eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die sich durch die Beziehung mit einem neuen Mann ergeben.

    Ich bin mir inzwischen sicher, dass ich niemals mehr so intensive Gefühle erleben werde, als zu der Zeit in der Hannes noch lebte und die Welt noch in Ordnung war.

    Auch werde ich meinen Mann und meine Eltern niemals in irgendeiner Form in den Hintergrund meines Lebens verbannen können, sie sind immer präsent und mein einziger Wunsch ist nach wie vor, sie alle und vor allem meinen Hannes so schnell wie möglich wiederzusehen, auch, oder besser gesagt, gerade weil das bedeutet, dass ich dann dieses Leben auf der Erde hinter mich gebracht habe.


    Auf der anderen Seite ist es aber nun so, dass ich voraussichtlich noch einige Jährchen zu leben habe und dass sich mein Leben gerade in der letzten Zeit extrem mit neuen Ereignissen gefüllt hat, sodass ich inzwischen zusehen muss, genügend Ruhe und Zeit für mich selbst in mein Leben integrieren zu können.

    Diese Zeit für mich selbst ist noch zusätzlich das Problem an der ganzen Geschichte.

    Ich brauche diiese Zeit nämlich, um wieder zu mir selbst zu finden und um zur Ruhe zu kommen.

    Das ist nichts Neues, das war schon immer so in meinem Leben.

    Nur war es früher so, dass ich, wenn ich es mal geschafft habe Zeit für mich alleine freischaufeln zu können, ich diese auch sehr genossen habe, in vollen Zügen und so ausführlich wie es nur ging. Und diese Mußezeit war für mich Regeneration und Quell meiner Zufriedenheit.

    Heute, nach Hannes Tod ist es nach wie vor so, dass diese Mußezeit für mich alleine zu den schwierigen Dingen gehört, weil sich dann die Trauer wieder meldet, die Sehnsucht, die Leere und der Schmerz.

    Einzige Ausnahme sind die Morgenstunden, in denen ich träumend im Bett liege und gerade eben vom Schlaf erwache.

    In dieser Zeit kann ich das Alleine sein genießen, weil sich da ein Teil meiner selbst noch der Verbundenheit mit allem Sein gewahr ist, bevor der Wachzustand ganz eintritt und die Realität des Lebens wieder voll und ganz präsent ist.


    Die Balance im Leben wieder zu finden scheint meine neue Aufgabe zu sein.

    Ich bin sehr dankbar dafür, einen lieben Menschen gefunden zu haben, der mich darin auf seine eigene, für mich manchmal zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftige Art und Weise unterstützt.

    Ich werde von ihm dazu angehalten, die positiven Seiten des Lebens auszuleben und meine Todessehnsucht hintan zu halten.

    Dieses Ansinnen hat mich Anfangs sehr schockiert, ich fühlte mich unverstanden und habe rebelliert, ja mit dem Gedanken gespielt, die Zweisamkeit aufzukündigen und in meine selbstgewählte Einsamkeit zurückzukehren.

    Er aber hat mir in seiner unnachahmlichen Art bewiesen, wie sehr er mich liebt, sogar, wenn ich ihn nicht auf dieselbe Weise wiederlieben kann, hat sich als unerschütterlich treuer Freund erwiesen und mir begreiflich gemacht, wie weh ich ihm damit tue, wenn ich alles anzweifle und sogar bereit bin, das Geschenk seiner Zuneigung einfach so von mir zu weisen.


    Diese erste Krise in unserer jungen Beziehung hat etwas in mir verändert.

    Dass es einen Menschen gibt, der aufrichtig zu mir steht, mir Kontra gibt, wenn es ihm nötig erscheint, mich aber nicht aufgibt, wenn es für ihn unangenehm wird, hat eine Wandlung in mir eingeleitet, deren Auswirkungen ich momentan noch nicht abschätzen kann.


    Ich werde weiter berichten, wenn die Zeit reif ist, bis dahin wünsche ich euch allen positive Erfahrungen, die euch weiterhelfen auf eurem Trauerweg, alles Liebe Gabi

    Liebe Birgit,

    ja der Schäferhund ist der Hund von Wolfram.

    Lieber Frank,

    genau das verspreche ich mir von der Reha: Erholung und dass mir vielleicht einige Dinge klar werden, dadurch, dass ich mich 6 Wochen lang nur mit mir selbst beschäftigen darf.

    Liebe Shiva,

    ich weiß wie schlimm alles noch immer für dich ist und deshalb weiß ich es doppelt zu schätzen, dass du dich für mich freust. Vielen lieben Dank!

    Liebe Isabel,

    ich merke inzwischen schon immer mehr, wie sehr und immer enger ich mich an Wolfram anschließe. Ich versuche nur meinem Herzen zu folgen und Bedenken, die mein Kopf mir vorgibt nach Möglichkeit auszuschalten.

    Es ist eine Tatsache, dass ich nicht für das Alleine leben geschaffen bin und schon jetzt bemerke, wie mir dieser Mann, der sich da so überraschend in mein Leben geschlichen hat immer mehr ans Herz wächst (und Rusty, der Hund sowieso).

    Letzten Sonntag war ich auf Mädelsbesuch in Deutschland, wir verbrachten einen netten Nachmittag und als ich gegen Abend heimfuhr, war ich mir dieses Wunders, das mir widerfahren ist total bewusst! Ich fuhr nicht heim in meine leere einsame Wohnung, sondern heim in ein lebendiges Haus, heim zu Wolfram und Rusty, denen ich meine Ankunft bereits telefonisch angekündigt hatte.

    Dieses Wochenende gibt es nur uns zwei und ich habe alle Angebote für anderweitige Unternehmungen abgesagt, weil mir diese Zweisamkeit einfach wichtiger ist.

    Ja, es ist eine Herausforderung und ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mein altes Leben nicht mehr zurück haben wollte.

    Aber ich habe begriffen, dass ich nur mehr einen Weg beschreiten kann, nämlich den nach vorne und dass ich wirklich von Herzen dafür dankbar sein kann, dass ich das nicht alleine tun muss.

    Ihr Lieben,

    Ich habe diese Woche am Mittwoch und Donnerstag an einem intensiven, spirituellem Seminar teilgenommen, nur Frauen und sehr intensiv.

    Ich entwickle mich weiter, um in diesen stürmischen Zeiten überleben zu lernen.

    Heute Vormittag war ich dann wieder mal beim Shiatsu und da brach eine riesige Trauerwelle wie ein Gewittersturm über mich herein.

    Zuerst unklare Gefühle, eine gewisse Unzufriedenheit, dann zunehmend eine existenzielle Einsamkeit und dann ganz intensives Vermissen.

    Hannes war nicht nur mein Mann, sondern auch mein einziger und allerbester Freund und das für den Großteil meines langen Lebens.

    Die Trauer hört nicht einfach auf, nur weil sich im Leben etwas verändert.

    Mein neuer Freund ist ein netter Mann mit Stärken und Schwächen wie jeder Mensch und ich bin froh, dass es jemand Dauerhaftes in meinem Leben gibt (wobei sich die Haltbarkeit einer Beziehung mit Sicherheit nicht in den ersten sechs Wochen festlegen lässt).

    Dennoch ist es mehr ein Art Zuneigung aus Dankbarkeit als Verliebtheit, wenigstens von meiner Seite und ob es für echte Liebe reicht, bezweifle ich, das muss ich zugeben.

    Ich bemerke wie mein Leben Fahrt aufnimmt und sich in mir etwas verändert hat.

    Was genau es ist kann ich nicht recht beurteilen, aber es hilft mir die Tage zu überstehen und jeder Tag ist für mich ein Schritt in Richtung Lebensende und genau das ist es was ich immer noch als alleinigen Wunsch und als Ziel anstrebe.

    Dieses Leben endlich beenden zu dürfen und die Zeit bis dahin möglichst anständig hinter mich zu bringen.

    Daran kann auch ein neuer Partner nichts ändern.

    Aber es tut gut die Zeit nicht alleine verbringen zu müssen, sondern in angenehmer Gesellschaft (und da zähle ich nicht nur Zweibeiner, sondern auch Vierbeiner dazu)

    Ich bin froh, dass mir eine REHA genehmigt wurde, denn ich habe schon das Gefühl, dass ich noch allerhand aufzuarbeiten habe und ich denke es wird mir auch gut tun, mich mit meiner Trauer und meinen Gefühlen intensiv und in Gesellschaft auseinandersetzen zu können, etwas was im normalen Alltag so nicht möglich ist.

    Vielen, vielen lieben Dank an euch alle, dass ihr euch so für mich freut!

    Wolfram ist ein ganz spezieller Mensch, so liebenswert und mit einem großen Herzen.

    Er möchte mit mir zusammen sein, obwohl er weiß, dass es da diesen einen Menschen in meinem Leben gibt, der immer der Erste für mich sein wird und nach dem ich auch immer Sehnsucht haben werde, solange ich lebe.

    Das ist deshalb so besonders erwähnenswert, weil er eben nichts von diesem grauenvollen Trauerschmerz weiß, weil er ihn nie erlebt hat, es sich auch nicht vorstellen kann, aber einfach akzeptiert dass es so ist.

    Er tut mir einfach gut und so wie es aussieht tue ich ihm auch gut und sein Hund ist auch restlos mit mir einverstanden.

    Dazu kommt, dass in unserer mittlerweile fünf Wochen dauernden Beziehung lauter Dinge geschehen, die unser Zusammensein fördern und meine Barrieren sukzessive verschwinden lassen.

    Trotzdem habe ich hie und da das Bedürfnis nach Rückzug und das lebe ich dann auch aus.

    So schön das alles auch ist, ist es gleichzeitig auch unglaublich anstrengend, dieses Hineinwachsen in ein neues Leben.



    Deine Zeilen geben mir Hoffnung, und dafür danke ich dir.

    Danke liebe Renate,

    Trauer braucht Zeit, unendlich viel Zeit und ganz vergehen wird sie nie, da bin ich mir inzwischen ganz sicher.

    und in all der Zeit entwickelt sich ein neues Leben, unmerklich erst, nicht gewollt, aber das macht nichts, denn es passiert von ganz alleine.

    Es lässt sich weder beschleunigen, noch verhindern und es dauert solange wie es eben dauert.

    Meine Freunde und Bekannten freuen sich alle sehr, dass es mir wieder gut geht, wenn sie wüssten, welches Chaos in mir tobt, wären sie aufrichtig verwundert.

    Wie du schon angesprochen hast ist es für die Menschen, die nicht das Gleiche wie wir erlebt haben, einfach und logisch: Neuer Partner - neues Glück.

    Und das am Besten so schnell wie möglich.

    Sie meinen es sicher nicht Böse und doch tut es weh so etwas zu hören, wenn die Zeit doch noch viel zu kurz ist, um etwas anderes zu fühlen als Trauer und Schmerz!

    Jetzt habe ich mich ewig lang nicht mehr zu Wort gemeldet, teilweise weil im RL soviel passiert ist, dass ich nicht dazukam, teilweise aber auch weil ich nicht recht weiß, wie ich das was geschehen ist richtig einordnen und formulieren soll.


    Ich habe einen sehr lieben Mann kennen gelernt, der mich genauso liebt wie ich bin und auch akzeptiert, dass ich meinen Hannes immer noch liebe und immer lieben werde.

    Man könnte es ein Wunder nennen.

    Ich bin noch mitten im Trauerprozess und war in einem ziemlichen Tief, als es geschah durch einen dieser merkwürdigen Zufälle, die das Leben so hervorbringt.

    Es ist schön und schwierig zu gleichen Teilen für mich.

    Ich bemerke in den 4 Wochen, die wir uns bereits kennen eine tiefgreifende Heilung, die in mir Platz zu greifen beginnt und habe ich mich anfangs noch gewehrt, das Unglaubliche zuzulassen, so habe ich inzwischen beschlossen den Dingen ihren Lauf zu lassen und zu sehen wo das alles hinführt.

    Es ist eine Tatsache, dass ich immer noch die gleiche Gabi bin, die ihren Mann über alles liebt, die trauert, Sehnsucht nach ihrer verstorbenen Familie hat und es kaum erwarten kann ihre Liebsten am Ende ihres Lebens wiederzusehen.

    Für Gefühle wie Verliebtsein, Freude, Glück und Begeisterung ist nach wie vor nur sehr wenig Platz in meinem Leben und genauso habe ich es auch ganz ehrlich diesem lieben Menschen erzählt, weil ich unter keinen Umständen jemanden verletzen will, der es nur gut mit mir meint.

    Er hat das zur Kenntnis genommen und mag mich trotzdem und gibt unserer frisch geborenen Beziehung eine Chance in der Hoffnung, dass er erheblich zu meiner Heilung beitragen kann und weil er sich tatsächlich in mich verliebt hat.

    Es ist tatsächlich ein Wunder.

    Es ist tatsächlich so, dass eine neue Zweisamkeit eine tiefe Heilung auslösen kann.

    Es ist aber auch so, dass sich die Trauer nach wie vor ihren Weg sucht und erhört werden will.

    Wenn ich bei ihm bin ist es schön und ich finde Geborgenheit und eine gewisse Ablenkung, aber nach einer Weile habe ich dann auch wieder das dringende Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe, einer Ruhe die ich allein in meiner Wohnung finde, die voll von Erinnerungen an mein altes Leben ist.

    Und so wechsle ich hin und her und beginne meine Aktivitäten neu auszurichten und mein geliebter verstorbener Mann, mein Hannes, mein LIebling ist immer noch sehr präsent, ich würde sogar sagen präsenter als je zu vor.

    Es heißt ja, man solle das Neue nicht mit dem Alten vergleichen und es macht tatsächlich auch keinen Sinn, aber ich ertappe mich trotzdem immer wieder dabei genau das zu tun.

    Und dennoch ist da ein neues Leben, das entdeckt werden will.

    Ich muss sagen, ich bin einigermaßen verwirrt und ziemlich durch den Wind.

    Ihr Lieben,

    danke für eure einfühlsamen Rückmeldungen!

    Meinem Reha Antrag ist stattgegeben worden, vermutlich wird der Termin zum Jahresanfang sein, das ist mir sehr recht, habe ich noch ein wenig Zeit bis dahin.

    Außerdem ist in meinem Leben etwas Bemerkenswertes passiert, worüber ich mich hier im öffentlichen Teil noch nicht äußern möchte, solange ich nicht recht einordnen kann wie ich dazu stehe und ob es mir hilft.

    Auf jeden Fall habe ich viel Nachzudenken und zu Verarbeiten und auch wenn es positiv ist, habe ich herausgefunden, dass es nicht grundsätzlich etwas an meineer Trauer ändert.

    Inzwischen glaube ich, dass die Trauer mich bis zum Ende meines Lebens nicht merh loslassen wird, was bedeutet, dass ich ein normales Leben, wie ich es gewohnt war, nie wieder führen werde, aber auch keine brauchbare Alternative in Sicht ist.

    Dh. ich muss den Rest meines Lebens damit zubringen, mir selber irgendwie die Zeit so zu vertreiben, dass ich das Leben aushalte.

    Keine sehr angenehmen Aussichten.

    Außer es passiert doch noch ein Wunder.

    Liebe Birgit,

    ich kann es nicht beweisen, aber in mir ist eine ganz tiefe Sehnsucht nach Zuhause, das war schon immer so und das ist der Ort, an den mir meine Lieben vorausgegangen sind.

    Es ist unsere Heimat und der Platz an den wir hingehören und wohin wir zurückkehren, wenn unser Leben zu Ende ist.

    Und ja, ich bin absolut sicher, dass es unseren Liebsten gut geht.

    Sie haben ihren Lebensplan erfüllt, was wir noch vor uns haben und sie helfen uns mit all ihrer Liebe bei unserem täglichen Kampf und freuen sich, wenn wir gut vorankommen.

    Wie schön wird unser Wiedersehen sein!

    Liebe Birgit, ich drück dir die Daumen, dass es ein positives Erlebnis für dich wird.

    Und falls nicht, hast du es wenigstens probiert und eine neue Erfahrung gemacht.

    Angenehm ist in unserem Zustand gar nichts und so wie vorher wird es sowieso nie mehr.

    Trotzdem bin ich persönlich immer dafür Herausforderungen anzunehmen, dann kann ich nachher immer sagen, ich habe es wenigstens versucht.

    Und jede Gelegenheit die neu dazukommt ist eine Chance für etwas Gutes in unserem erzwungenen neuen Leben.

    Liebe Sabiene,

    ich bin auch davon überzeugt, dass wir beide wussten und zwar schon einige Monate im vorhinein, dass mein MAnn mit dem Flugzeug abstürzen würde.

    Nicht bewusst oder sogar teilweise schon bewusst und den Gedanken ob seiner Ungeheuerlichkeit verdrängt, haben wir beide Sachen gemacht und worte ausgesprochen, die im Nachhinein nur den einen Sinn ergeben, dass ein Teil von uns schon vorher wusste was passieren würde.

    Ich habe die Bücher von Robert Schwartz alle gelesen und für mich ist diese Sicht der Dinge die einzig logische.

    Ich hatte schon viele mediale kontakte mit meiner verstorbenen Familie, zuerst durch Aufsuchen von Medien, danach durch mediale Workshops und in der ZEit seit Corona durch unseren medialen Zirkel auf Zoom.

    Ich für mich alleine daheim schaffe es auch nicht, regelmäßig in Kontakt zu treten, aber ich glaube ich wurde auf diesen medialen Weg geleitet, damit meine LIeben die Chance haben mit mir in Kontakt zu kommen.

    Andere Trauernde empfangen direkt Botschaften von ihren Lieben, so kann jede und jeder von uns seinen eigenen speziellen Weg finden.

    Die gewissheit, dass letztlich doch alles seine Sinn hat ist schon tröstlich, enthebt uns aber nicht der Notwendigkeit, den bitteren Weg der Trauer mit allen Konsequenzen zu gehen.

    Ihr Lieben,

    die Trauer ist ein ewiges Auf und Ab und ich bin müde geworden ...

    Ich habe es schon an anderer Stelle angedeutet, ich bin gerade dabei eine Reha zu beantragen, denn ich hatte vor ein paar Wochen einen Artikel gelesen, in dem von Erfahrungen mit einer Reha berichtet wurden und das hat mich stark getriggert, sodass ich diese für mich bis dato undenkbare Maßnahe auf einmal als einen Weg für mich sehen konnte.

    Meine Psychologin schreibt am Montag, nachdem sie aus ihrem Urlaub zurückgekehrt ist, einen Befund für mich, den ich dem Antrag noch beilegen muss und dann kann ich nur hoffen, dass er bewilligt wird.


    Ich habe am Anfang meines Trauerweges immer geglaubt, irgendwann würde eine Art Wunder geschehen und es würde sich für mch ein Weg auftun, ein Weg in ein neues lebenswertes Leben, auch ohne meinen geliebten Hannes.

    Schließlich muss es doch irgendeinen Sinn haben, dass er gehen musste, ich aber noch dableiben muss.

    Und so wie mein Leben momentan verläuft kann ich mir nicht vorstellen noch weitere ungezählte Jahre weiterzuleben.

    Leider ist dieses Wunder nie passiert und ich habe keine Ahnung, ob es an mir liegt, dass ich mich nicht genug angestrengt habe, oder ob das normal ist, sich nach drei Jahren noch dermaßen elend zu fühlen.

    Eine Tatsache ist jedoch, ich bin mit meiner Weisheit am Ende und das ist der letzte Strohhalm, an den ich mich jetzt klammern kann.


    Ich habe leider keine Visionen für die Zukunft, keine Pläne und auch kein Bedürfnis nach einem konkreten Etwas, das ich machen könnte.

    Der einzige Gedanke der mir immer wieder kommt ist der nach einer neuen Partnerschaft, nach einem Mann, der mich liebhaben kann, genauso wie ich ihn liebhaben könnte.

    Einem Mann, den mir mein Hannes schickt, damit ich hier herunten nicht mehr so einsam sein muss und lernen kann, dem Leben wieder zu vertrauen oder es gar wieder ein wenig zu genießen.

    Allein, mir fehlt das Vertrauen, dass so etwas passieren könnte und auch wenn ich vor kurzer Zeit diesen halbherzigen Vorstoß mit einer Anzeige in einer vierteljährlich erscheinenden Seniorenzeitung gemacht habe, glaube ich dennoch nicht ernsthaft daran, dass sich da etwas daraus ergeben könnte.


    Ich muss gestehen, ich fühle mich wie eine Versagerin, als hätte ich meine Familie enttäuscht, weil ich es einfach nicht schaffe ihren Wunsch, dass es mir gut gehen solle, zu erfüllen.

    Sie haben ihren Teil dazu beigetragen, indem sie mir lebenslang Liebe gegeben haben und mir eine gute Ausbildung ermöglichten, eine Grundlage für ein erfolgreiches Leben in finanzieller Sicherheit. Mit meinem Mann zusammen habe ich mir eine ordentliche materielle Basis erschaffen und wir hatten ein wirklich schönes Leben und ich bin froh, dass es für ihn bis zu seinem Ende gut und glücklich war.

    Ich weiß, dass er sich wünscht, dass es mir gut geht und alles Nötige, was er zu Lebzeiten tun konnte hat er dafür getan.

    Wir waren nicht übermäßig reich, aber wohlhabend und ich kann von dem zehren, was er mir hinterlassen hat, wenn ich keine allzu großen Ansprüche stelle.

    Ich muss es irgendwie schaffen dieses Restleben, das mir noch bleibt in Anstand und Würde hinter mich zu bringen, aber ich weiß nicht wie ich das machen soll, wenn ich doch so einsam und voller Sehnsucht bin und das Ende meines Lebens herbeiwünsche, weil mir jeder einzelne Tag seit Hannes Tod eine einzige Qual ist.

    Liebe Brigitte,

    mein tiefes Mitgefühl zum Verlust deines Mannes!


    Ich schreibe nicht mehr sehr oft im Forum, mein Mann ist bereits vor 3 Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen, allerdings ist mein Cousin, der mir während der schweren Zeit zur Seite gestanden ist, vor 3 Monaten an Krebs gestorben, was meine Trauer auf gewisse Weise aktualisiert hat.

    Im Prinzip ist jede von uns ganz allein mit ihrer Trauer, aber wir können uns gegenseitig stützen und Mut zusprechen.

    So ist es ganz normal, dass du manchmal einfach sterben willst, das geht mir ganz genauso, bedeutet aber nicht, dass ich es tatsächlich vorhabe.

    Im Gegenteil versuche ich alles und jeden Tag aufs Neue nicht nur zu überleben, sondern einen Weg aus dem Trauertal zu finden.


    Bei dir ist alles noch so frisch und extrem schmerzhaft, ich kann dir sagen, dass die Trauer zwar bleiben wird, aber sie wird milder, mit Pausen, sodass man lernt damit zu leben.

    Es gibt Menschen, die wieder in ein neues erfülltes Leben gefunden haben, daher darf man die Hoffnung nie aufgeben, dass es gelingt, aber der Weg dorthin ist leider schwierig und langwierig und Menschen, die so einen massiven Einschnitt ins Leben noch nie erlebt haben können nicht verstehen WIE schwer das ist und so kommt es oft zu gewissen Verständnisschwierigkeiten und meiner Meinung nach ist es wichtig einen Ort wie dieses Forum zu haben, wo man frei mit Menschen kommunizieren kann, die einen verstehen, weil sie dasselbe erlebt haben.

    Ich wünsche dir viel Kraft für die kommenden schweren Tage und alles Liebe Gabi

    Liebe Amaya,

    alles was du schreibst kann ich komplett nachvollziehen und du bist ganz bestimmt nicht naiv, sondern eine Kämpferin, die sich ihr Leben zurückerobern will und gerade in einer tiefen Krise steckt.


    Das was mir spontan in den Kopf geschossen ist, als ich deinen Text gelesen habe: Dein Mann muss deine wahren Gefühle erfahren und euch beiden hilft nur schonungslose Ehrlichkeit, um diese tiefe Krise zu überwinden.


    Ich meine damit um Gotteswillen nicht, dass du ihm unvorbereitet deine tiefe Sehnsucht nach deinem verstorbenen Partner um die Ohren hauen sollst, aber bedenke, dass der Mensch, der dich liebt und mit dir sogar Kinder haben will, intensive Gefühle für dich hat und vermutlich spürt, dass du vor ihm irgendetwas verheimlichst und todunglücklich bist.


    Und du brauchst unglaublich viel Kraft, um deine tiefe Trauer geheimzuhalten, Kraft die du eigentlich für dein Leben brauchst.

    Vielleicht bin ich es, die mit ihren 63 Jahren naiv ist, aber wäre es nicht schön, wenn es einen Weg für euch beide gäbe, auf dem dein Mann dich in deiner Trauerverarbeitung unterstützen würde, indem er den Teil deines Lebens, der vor ihm stattgefunden hat annimmt und verstehen lernt, dass dein verstorbener Mann keine Gefahr für ihn darstellt, sondern einfach zu dir gehört, wie alles andere, was dein Leben ausmacht.

    Und du andererseits könntest für dich herausfinden, dass Liebe nicht nur an einen Menschen gebunden ist, sondern dass die Liebe und Sehnsucht nach deinem verstorbenen Mann nicht ausschließt, dass du deinen jetztigen Mann auch lieben kannst, anders zwar aber ebenso innig, denn Liebe ist unteilbar.


    Ich kenne euer Verhältnis zueinander nicht, aber wahrscheinlich wirst du Hilfe brauchen und da stellt sich mir die Frage, ob du in deinem näheren Umfeld eine Vertrauensperson hast, oder psychologische Betreuung (unbedingt mit Erfahrung in der Verarbeitung von Trauer) bekommen kannst.

    Ich selber bin 3 Jahre nach dem Tod meines Mannes, mit dem ich 32 Jahre verheiratet war und drei Monate nach dem Tod meines Cousins, der mir in den ersten zweieinhalb Jahren eine große Stütze war, ebenfalls an einem toten Punkt angelangt.

    Ich weiß genau, dass ich mein altes Leben nicht mehr zurück haben kann, aber eine Form neuen Lebens, das für mich in irgendeiner Form erfüllend oder wenigstens zufriedenstellend ist, ist auch nicht in Sicht.

    Ich fühle mich gefangen in einer Spirale des Grauens und weiß alleine nicht mehr weiter und habe jetzt eine psychosoziale Reha beantragt, von der ich mir eine Kärung auf einigen Ebenen erhoffe, sofern sie mir überhaupt bewilligt wird.


    Der Weg der Trauer ist leider sehr langwierig und schwierig und es gibt keine einfachen Lösungen, sondern jede/jeder von uns muss seinen eigenen Weg finden.

    Was wir tun können, wir können uns gegenseitig unterstützen, indem wir unsere Gefühle u nd Erfahrungen teilen und deswegen bist du hier auch genau am richtigen Platz, liebe Amaya.