Posts by Tigerlily

    LIeber Matthias, lass nur deinen Gefühlen freien Lauf! Sehr gerne auch in meinem Thread, dazu ist er nämlich da:

    Um Gefühlen freien Lauf zu lassen, die nirgendwo sonst hinpassen.


    Liebe Adi, liebe Lilifee, Ich schreibe einfach was ich fühle und ich sitze wirklich momentan entspannt herum und warte ganz unbeteiligt, was da noch so alles passiert.


    Liebe Sverja, liebe Kornblume, ich fasse euch beide hier zusammen, weil ihr beide auf jeweils eure ganz spezielle eigene Art euren Frieden gefunden habt. Für mich sind eure Beiträge sehr inspirierend und Mut machend. Ich bin definitiv nicht so weit, aber durch euer Beispiel bin ich angehalten weiterzumachen, um irgendwann auch einmal meinen Frieden zu finden, in welcher Weise auch immer.

    Ich sitze daheim und frage mich allmählich, wie verrückt unsere Gesellschaft eigentlich noch werden soll.

    Und wie einfach es ist Menschen mit Angst und Panikmache soweit zu gängeln, dass sie ungefragt jede Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit hinnehmen.

    Dieses Virus, auf das jetzt all diese Maßnahmen geschoben werden, ist nicht annähernd so gefährlich wie die Maßnahmen dagegen, die dazu führen werden, dass unsere Zivilisation, die schon die längste Zeit am Rande des Abgrunds wandelt, endgültig in diesen abstürzen wird.


    Was ich mich bei dem Thema immer frage - Grippe und Erkältungsviren jeder Sorte mutieren laufend und sehr schnell.

    Falls es wirklich gelingen sollte die Bevölkerung, mit welchen Maßnahmen auch immer, dagegen zu immunisieren und alle befreit in ihr "normales"Leben zurückkehren, wie ist das dann nächsten Winter, wenn die Grippeviren im neuen Gewand wieder auftauchen?

    Soll dann das ganze Theater von vorne losgehen?

    Und wie haben wir das die vergangenen Jahrzehnte gemacht?


    Unsere Gesellschaft hat ein dermaßen gestörtes Verhältnis zu Leben und Tod, dass man mit diesen maroden Zaunpfahl jederzeit winken und die Massen zu allem gefügig machen kann was man sich nur ausmalen kann.


    Das was mir am meisten aufstößt, ist der Umstand, dass schön langsam jeder normale soziale Kontakt unterbunden wird (ein Thema das uns Trauernden ja schon seit langem bekannt ist) und dass diese menschlichen Qualitäten durch Webinare, Home Office, Video Konferenzen unbd Telefonate ersetzt werden sollen.

    Ich befürchte nämlich, diese von den Medien so opulent ausgemalte Viruskrise ist nur eine günstige Gelegenheit uns Bürgern den Übergang in eine noch mehr vereinzelte totalitäre Gesellschaftsform schmackhaft zu machen.


    Ganz ehrlich:

    Ich bin richtig froh, dass mein Hannes es geschafft hat sich rechtzeitig abzuseilen und dass er sein Leben bis zuletzt in Freiheit hat genießen können!

    Ich bin nur einigermaßen sauer, dass er mich nicht mitgenommen hat.


    Ich frage mich wirklich wozu ich mir dieses Affentheater jetzt antun muss, ich bin momentan sogar richtig geladen und wütend.

    Ich habe mich so bemührt aus meinem Sumpf der Trauer aktiv herauszutreten.

    Ich habe mich um Kommunikartion bemüht.

    Ich habe mich bemüht mit der geistigen Welt in Kontakt zu treten.

    Ich habe alle möglichen Fachleute, von Psychologinnen bis Trauergbegleiterinnen und weiter zu eher alternativen Beraterinnen aufgesucht und immer wieder die Botschaft erhalten, es hätte noch einen Grund, dass ich da wäre, es lägen noch soviele Aufgaben vor mir etc.pp.

    Ich solle mich dem Leben öffnen, wieder lernen die Schönheiten des Lebens zu sehen, reisen, entdecken und mit Menschen zusammensein, mich nur ja nicht abschotten, denn das würde eine Heilung gefährden.

    Ich habe mich wirklich ehrlich und aufrichtig bemüht mit meiner Trauer umzugehen, euch hier auf dem Laufenden gehalten, meine Fortschritte und Rückschläge aufgeschrieben und mit der Zeit wirklich gedacht, dass alles seinen Sinn hätte, dass irgendwann die Zeit kommen würde, wo ich mit meiner Trauer produktiv umgehen kann, wo ich wieder in meine Kraft komme und möglicherweise sogar anderen Menschen helfen kann.

    Ich dachte, ich wäre halt noch nicht bereit dazu, habe aber nie daran gedacht einfach aufzugeben.

    Und jetzt?

    Alles ist auf Null heruntergefahren worden.

    Alles das was angeblich gut tut in der Trauer ist nicht mehr möglich und der einzige Sinn, den ich noch in meinem kümmerlichen Leben sehe ist mein Cousin und sein Hund, die ich jetzt nicht im Stich lassen darf (obwohl ich zugeben muss, dass das mein Verstand sagt, mein Herz hat sich für diese beiden nicht wirklich geöffnet).

    Ich gebe zu, dass ich einfach unbescheiden und arrogant bin, weil mir ein gesichertes Leben mit einem Menschen an meiner Seite, der mich zugegebenermaßen, wenn schon nicht liebt, doch sehr mag und einem kleinen Hund für den das Gleiche gilt einfach nicht genug ist.

    Aber ich will mich auch nicht selbst belügen:

    Mir stinkt dieses Leben,

    mir stinkt es, dass ich mich bemühen kann wie ich will und dennoch nie zufrieden bin (und ich will jetzt mal die objektiven Zustände da draußen außen vor lassen)

    Ich habe meine Empathie anderen Menschen gegenüber einfach verloren und ich muss mich echt bemühen, jeden Tag aufs Neue bemühen, einfach weiterzuleben. Ich suche keine Gründe mehr im Außen, denn da liegen sie nicht, sie liegen alle in mir drinnen und ich muss sagen, es ist nicht schön, was ich da innen drin in mir entdecke:

    Dass es mir nämlich egal ist, wie es mit uns allen weitergeht, dass ich mir insgeheim sogar manchmal wünsche, dass alle auf die Nase fallen, die da draußen immer so genau wissen was richtig und falsch ist.


    Dass es mir eigentlich komplett egal ist, wenn die ganze Welt untergeht, weil mich nur das Eine interessiert: Dass mich mein Hannes verlassen hat, dass er sich einfach so vom Acker gemacht hat ohne mich mitzunehmen.

    ICH BIN EINFACH NUR WÜTEND UND TRAURIG UND ENTTÄUSCHT - ganz egal ob das nun gerecht ist, oder nicht, ob es Sinn macht oder nicht, ob andere Menschen viel mehr erleiden müssen als ich selbst oder nicht.

    Bei uns gibts im Geschäft alles, es ist auch ziemlich ruhig, sodass man niemandem zu nahe kommen muss.

    Die Gartenbaubetriebe liefern online und haben auch ihre Pflanzen zur freien Entnahme vor die Tür gestellt mit einer Kasse daneben, wo man den Geldbetrag einwerfen kann.

    Liebe Luise,

    das tut mir so leid für dich, dass du so schlimme Erfahrungen im Krankenhaus machen musstest!

    Dennoch bin ich überzeugt, dass im Krankenhaus niemand bei vollem Bewusstsein ersticken muss, auch wenn kein Familienangehöriger mehr aufpasst.

    Dieses Loslassen von allem Leid, von allen Schmerzen das werden wir wahrscheinlich erst zum Zeitpunkt unseres Todes erleben.

    Leben ist sehr herausfordernd, mal mehr mal weniger, für dich ist zusätzlich auch die Gesundheit eine Herausforderung, daher kann ich deine Ängste gut verstehen und ich kann dir da leider auch nicht den Trost bieten zu sagen, dass alles gut wird.

    Ich kann nur sagen, dass ich deine Zwangslage sehr gut nachvollziehen kann und mit dir mitfühle und für dich bete, dass dein Leben, wenn schon nicht mehr glücklich, so doch friedlich und sorgenfrei werden wird.

    Alles Liebe Gabi

    Lieber Matthias,


    vergiss die Leute, geh deinen Weg und artikuliere hier weiterhin deinen Schmerz und deine Trauer, aolange es für dich stimmig ist und wenn es noch Jahre dauert.

    Du fühlst was du fühlst und das ist richtig so und meiner Meinung nach auch der einzige Weg aus diesem Drama irgendwann wieder rauszukommen - indem man ausspricht was man fühlt, indem man sich nicht zurückhält und indem man sich Wege sucht, um mit der Trauer irgendwie überleben zu können.

    Der Rest ergibt sich von ganz alleine.

    Es kann einem niemand helfen einen Ausweg zu finden, denn es gibt keinen.

    Was es aber gibt, ist Entwicklung. Wir lernen die Lektionen des Lebens auf die harte Tour.

    Warum das so ist, weiß ich nicht, obwohl ich da so meine Vermutungen habe. Tatsache ist, dass wir in diesem Bootcamp namens Leben am meisten durch Leid lernen und da es so ist bemühe ich mich immer mehr mich darauf einzulassen und habe nach fast 2 Jahren auch schon kleine Trostpflästerchen in Form von "Straferleichterungen" bekommen.

    Die Rückschläge gibt es immer wieder, aber irgendwann hat sich eine Routine eingeschlichen, die es mir leichter macht hier zu bleiben.

    Nicht dass ich große Lust dazu habe, das nicht, aber ich kann es aushalten und mit mildem Interesse beobachten, was da draußen in der Welt gerade vor sich geht. So etwas wäre vor einem Jahr nicht im entferntesten für mich denkbar gewesen und dafür bin ich schon so dankbar, dass ich jetzt sage, ok Leben, ich bin bereit zu sehen was da noch kommt, sterben kann ich später auch noch.

    Ihr Lieben,


    diese massive Ausgangsbeschränkung in Tirol kann ich dadurch abfedern, dass ich sehr viel mit meinem Cousin und seinem Hund zusammen bin. Wir machen auch gern abseits lange Spaziergänge und in unser beider Leben entwichelt sich eine einfache tägliche Routine, die mir gut tut.

    Es gibt nichts zu tun, ich kann nichts unternehmen und niemanden besuchen und auf der anderen Seite MUSS ich auch nichts tun und nichts unternehmen.

    Ich bin für mich zum Schluss gekommen, dass ich eigentlich auch gar nichts mehr tun möchte und froh bin diesem Zwang mich nach außen zu wenden, aktiv am Leben teilzunehmen momentan nicht ausleben muss.

    Ich bin total auf Rückzug und habe bemerkt wieviel Zwang ich mir selber in diesen eindreiviertel Jahren ohne meinen Mann aufgebürdet habe, um zu überleben, um mit dem großen Schmerz klarzukommen und um mich nicht aufzugeben und zu verwahrlosen.

    Ich muss sagen, diese Krise kam für mich zum rechten Zeitpunkt - letztes Jahr wäre es eine Riesen Katastrophe für mich gewesen, in der Zwischenzeit habe ich die Kraft gesammelt mich alleine mit meinem Leben auseinanderzusetzen und dafür bin ich sehr dankbar.


    Die Trauer ist immer noch allgegenwärtig, immer noch vergeht kein Moment des Tages ohne dass mir mein Hannes nicht präsent wäre, immer noch habe ich keine Perspektive im Leben und auch mein Cousin ist zwar eine große Hilfe in meiner derzeitigen Situation, aber immer noch habe ich mit der neuen Situation zu kämpfen - ABER - und es ist ein sehr großes Aber, ich habe einen Teil meiner inneren Ruhe wiedergefunden.

    Es ist wie ein inneres Aufseufzen, eine Art Entspannung, die mir so lange gefehlt hat und die mein Leben tatsächlich erträglicher gemacht hat.


    Die Corona Krise hat dazu beigetragen, dass ich wieder mit mir alleine sein kann.


    Ob es von Dauer ist oder nicht, wie mein Leben wieter geht - keine Ahnung.

    Aber momentan sehe ich alles wie durch eine rosa Brille.

    Entspannt, mit mildem Interesse beobachtend und in einer neu gewonnenen Gewissheit, dass das physische Leben sowieso irgendwann ein Ende haben wird. also kann ich genauso gut noch dableiben und zusehen, wie sich alles entwickelt.

    Liebes Nobodysgirl,


    mein herzliches Beileid zu deinem schrecklichen Verlust, ich verstehe dich so gut, all diese Fragen gingen mir damals, als mein Mann verunglückte auch durch den Kopf.

    Ich habe für mich sehr viele Antworten gefunden, ich weiß ganz sicher, dass es unseren verstorbenen Liebsten gut geht da drüben und dass sie auf uns aufpassen und uns erwarten, wenn unsere Zeit gekommen ist.

    Wenn du mehr über meine Gedanken und Erlebnisse wissen möchtest, es steht alles in meinem Thread.

    Alles Liebe Gabi

    Die neue Situation zwingt mich zur Ruhe und das Band zwischen uns beiden einsamen Übriggebliebenen wird dadurch auch zwangsläufig stärker.

    Es tut gut, dass mir die Entscheidung etwas zu tun und aktiv zu sein oder nichts zu tun und zur Ruhe zu kommen von der allgemeinen Lage abgenommen worden ist.

    Ich kann es nur immer wieder betonen, so wie alles gelaufen ist, war es immer positiv für mich, meine schreckliche Situation hätte noch sehr viel schlimmer sein können.

    Dafür bin ich tatsächlich sehr dankbar und ich versuche wirklich alles, um mit meinem neuen Leben klarzukommen.

    Dennoch steht da immer wieder dieses große ABER im Raum.

    Die Tatsache, dass es mir wesentlich lieber wäre nicht weiterleben zu müssen.

    Andererseits kann mich jetzt nichts mehr erschüttern, mir ist auch diese ganze Krisensituation komplett egal, obwohl ich mir denken kann, dass das für sehr viele Menschen und ihre Zukunft schlimme Auswirkungen haben wird (und da rede ich nicht vom Virus)

    Irgendwie fühle ich mich seit dem 14. Juni 2018 wie im falschen Film und nichts, aber auch gar nichts kann irgendetwas daran ändern, dass ich immer wieder das Gefühl habe nur aufwachen zu müssen und zu bemerken dass das alles nur ein riesiger Alptraum gewesen ist.

    Lieber Matthias,


    du kennst ja meine Ansicht, dass keine Seele den Körper verläßt, deren Zeit noch nicht gekommen ist, das heißt im Klartext: Du hättest es nicht verhindern können!

    Ich kann deine Schuldgefühle gut verstehen, weil du glaubst, deine Liebste vernachlässigt zu haben und wie viel da dran ist, das kannst nur du selbst beurteilen.

    Aber bitte glaube mir, du bist an ihrem Tod nicht schuld!

    Lass es zu, zu verstehen, dass du kein Übermensch und Superheld bist.

    Die Trauer und das Vermissen ist sowieso immer da und ich glaube auch, dass beides nie mehr vergehen wird, solange wir noch in unserer menschlichen Hülle hier leben, aber die Schuldgefühle, die du entwickelt hast blockieren möglicherweise auch Kontaktversuche deiner Liebsten, versuche dich von ihnen allmählich zu befreien, die Trauer alleine ist schon schwierig genug.

    Alles Liebe Gabi

    Die Frühjahrsfotos sind von diesem März, bei uns ist es so warm und sonnig, die Natur explodiert förmlich in prächtigen Faben!

    Hier noch eine Schneerose vom März 2018 (als meine Welt noch in Ordnung war)



    Ich wohne in Tirol und da werden die Beschränkungen seit Montag immer verrückter.

    Das komplette Bundesland ist ab morgen praktisch unter Quarantäne und wir sollen die Wohnungen nicht mehr verlassen, außer zum Arbeiten, für lebensnotwendige Besorgungen und um die Hunde Gassi zu führen, aber das auch nur kurz.


    Es wird also bei uns Solidarität verlangt, die die allgemeingültigen österreichischen Bestimmungenn noch übertreffen, wo Spaziergänge allein oder im Familienverband erlaubt sind. Wir dürfen auch unser Gemeindegebiet nicht mehr verlassen, außer wenn man eine Bescheinigung vom Arbeitgeber mitführt.


    Mein Cousin und ich fahren mit dem Hund jeden Tag zu Mittag in ein nahegelegenes Waldgebiet zum Spazierengehen, zumindest solange bis uns das nicht auch noch verboten wird.

    Ansonsten können wir gar nichts tun, weil wir mit unserem Alter schon zur Risikogruppe zählen und da ist die Devise Maul halten und daheim bleiben.

    Ich selber habe absolut keine Angst vor dem Virus, sondern nur vor dem Ausmaß an gesellschaftlicher Panik und vor den wirtschaftlichen Auswirkungen die diese Maßnahmen je nach Dauer für uns alle haben werden.


    Weil du, liebe Isabel, gefragt hast, worauf ich verzichten muss, was mir in der Trauer geholfen hat:

    Der monatliche Trauertreff, die psychologischen Termine und der Austausch mit Menschen allgemein. Dazu sind Seminare gestrichen worden und die Meditationsabende.

    Wie gesagt, dadurch, dass ich nicht mehr alleine bin kann ich es gut verkraften, möglicherwiese hilft mir dieser Shutdown sogar zur Ruhe zu kommen.

    Gaststätten und Hotels sind bei uns in Tirol übrigens seit Montag komplett geschlossen, Kufstein ähnelt einer Geisterstadt.


    Ich frage mich immer noch was dieses Virus an sich hat, dass unsere Gesellschaft lahmgelegt und wir Bürger praktisch inhaftiert worden sind.

    Das war bei den vorigen SARS Erregern und bei der Schweinegrippe nicht der Fall, ganz zu schweigen von der normalen Grippe die jährlich viele Todesopfer fordert ohne dass darüber berichtet wird.

    Ich habe schon mehrfach von meinem Mann geträumt, sodass ich mich ganz klar daran erinnern kann.


    Zwei Tage nach seinem Tod habe ich seine Präsenz ganz deutlich in meinem Büro gespürt und ein paar Tage später hatte ich ein inneres Bild, als ich in unseren Wintergarten ging. Ich hatte das Gefühl, er umarmt mich von hinten, so wie er es immer so gern getan hat und flüstert in meine Ohr: Mein Gabi-Mäuschen.


    Ich konnte den zweiten Schlüssel zum Bank Schließfach nicht finden und habe ihn gebeten mir den Platz zu zeigen. Am nächsten Morgen richtete ich meinen Blick wie zufällig auf eine hölzerne Schatulle und da war der Schlüssel drin.


    Am Halloween Abend 2018 bin ich am Sofa eingeschlafen und nach Mitternacht aufgewacht. Da hatte ich wieder ein inneres Bild, aber ganz stark und in vollen Farben. Ich sah ihn am Kücheneingang stehen, so wie er war, mit seinem dunkelroten Poloshirt, das gelbe Metermaß in der Hand. Als ich das sah wurde ich von meiner Sehnsucht dermaßen überwältigt, dass das Bild sofort wieder verschwunden ist.


    Eines Abends ging einfach die Beleuchtung über meinem Sofa aus, mit eine leisen Knall.


    Ein paar Wochen nach seinem Tod war ich mit einer Bekannten auf einer Alm spazieren und wurde von Schmetterlingen praktisch eingehüllt.


    Ich hatte auch sehr intensive Begegnungen mit ihm auf medialen Workshops und ein einziges Mal begegnete ich ihm aus eigener Kraft in einer Meditation. Ich konnte einen italienischen Hafen visualisieren und mich auf eine Bank setzen und er kam dazu. Ich sah ihn ganz genau und es war eine Begegnung von Herz zu Herz ohne Worte.

    Das ist besonders bemerkenswert, weil ich solche geführten Meditationen normalerweise nicht hinbekomme, scheinbar hat er genau im richtigen Moment eine Lücke gefunden mit mir zu kommunizieren.

    Ich werde es nie vergessen.


    Es gab noch mehr, das waren nur die deutlichsten Momente, alle anderen könnte man auch dem Zufall zuschreiben, diese aber nicht.

    Sverja hat mich auf diesen Thread aufmerksam gemacht und auf das Thema Corona Virus.


    Ich bin froh, dass diese Ausgangssperren und das Absagen aller Treffen und Veranstaltungen mich nicht im letzten Jahr getroffen haben, ich weiß nicht wie ich damals damit umgegangen wäre.

    Dieses Jahr habe ich meinen Cousin und seinen kleinen Hund an meiner Seite und das erleichtert mir die Sache ungemein.


    Ich stelle fest, dass es jetzt wieder jemanden gibt, auf den ich achtgeben und und für den ich leben darf.

    Diese ruhigen Tage führen auch dazu, dass mein aufgewühltes System langsam wieder heruntergefahren wird, dass ich mir die Ruhe gönnen kann, die ich so dringend brauche und die ich mir nie zugestanden habe.

    Vielleicht findet durch diese Situation auch eine bessere Anpassung an mein neues Leben statt, dadurch, dass wir jetzt eigentlich den ganzen Tag miteinander verbringen, uns gegenseitig Halt und Unterstützung geben und ich nur mehr zum Schlafen und für sonstige dringende Haushaltsangelegenheiten in meiner Wohnung bin. Ich bin da immer noch ein bisschen skeptisch, aber trotzdem habe ich das Gefühl, als wäre diese Isolation für mich so geplant worden, dass sie mir nützt, nicht schadet.


    Angst vor dem Virus habe ich keine, wie ich auch vor sonst keiner Krankheit Angst habe, ich habe schon alle verloren, um die ich mich gesorgt habe und so gut ich es auch finde, dass ich nicht alleine sein muss - diese Sorge die ich früher immer hatte, ist mit meiner Familie mitgestorben, ich kann sie für niemanden mehr empfinden und für mich am allerwenigsten.

    Liebe Adi,

    ich fühle mit dir.

    Dieser Schmerz, diese Gleichgültigkeit dem Leben gegenüber ...

    Auf der einen Seite ist das alles so falsch.

    Wir verstehen doch, dass unsere toten Partner nie mehr wiederkommen und dass wir unser Leben neu ausrichten müssen.

    Auf der anderen Seite sind da aber unsere Gefühle.

    Und diese Gefühle erzählen von Einsamkeit und Sehnsucht.

    Ohja, wir haben viele Gefühle!

    Aber leider nur die eine Hälfte des Spektrums ...

    die andere Hälfte, alle schönen Gefühle sind verschwunden.

    Gibt es eine Lösung?

    Ich glaube schon.

    Aber wann und wie das zustande kommen wird, das weiß ich leider auch noch nicht.

    Ich kann dir nur raten, gib nicht auf, ich tu es auch nicht.

    Alles Liebe und eine herzliche Umarmung für dich

    Gabi

    VIelen Dank für eure Wünsche!

    Bei uns und vermutlich auch bei den meisten von euch ist jetzt die große Coronakrise ausgebrochen, mit Ausgangssperre, Grenzschließungen und Geschäftssperren.

    Für mich eine Zeit, in mich zu gehen und meine Trauer abseits von allen anderen Ablenkungen zu leben.

    Ich bin froh, dass diese Isolierung erst jetzt, nach fast 2 Jahren passiert, denn inzwischen bin ich in der Lage, auch Dank meines Cousins und seines Hundes, das auszuhalten.

    Ich habe zum monatlichen Jubiläum von Hannes Tod wieder eine Meldung in Facebook geschrieben:


    LIebe Gabi,

    ich schreibe kaum mehr in deinen Thread, so wie ich auch in viele andere nicht schreibe, weil mir der gewisse Impuls dazu fehlt.

    Es würde mir dennoch sehr fehlen, wenn du dich hier verabschieden würdest, denn ich lese sehr wohl immer mal wieder mit.

    Und es tröstet mich zu lesen, dass ich nicht alleine bin mit meiner Trauer nach diesen 21 Monaten, die es morgen sein werden und die für die meisten anderen Menschen schon eine sehr, sehr lange Zeit bedeuten.

    Ich wünsche dir alles Liebe und mach bitte weiter, wir sind hier die Veteranen und dieses Schreiben in tiefster Ehrlichkeit auch noch nach so langer Zeit gibt diesem Forum seine eigenen Gewichtigkeit, davon bin ich überzeugt!