Posts by Tigerlily

    LIeber Matthias,


    ich wünsche dir alles erdenklich Gute und viel Erfolg bei deiner Therapie!

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du aus deinem inneren Gefängnis ausbrechen und wieder die Gefühle fühlen kannst, die tief in dir verborgen sehnlichst ihre Freiheit im Ausdruck wünschen!


    Ich wünsche mir für dich, dass du in dir die grenzenlose Liebe und Dankbarkeit fühlen kannst, die es dir auch ermöglicht in Herzenskontakt mit deiner Dorit zu treten, mit der echten Dorit, die du momentan nicht fühlen und auch nicht lieben kannst!


    Ja ich bleibe dabei: Du liebst auch Dorit nicht!


    Und zwar nicht deshalb, weil dir nichts an ihr gelegen hat, sondern deshalb, weil dich der Schmerz und die Wucht deiner Schuldgefühle der tiefen Liebe, die in dir steckt, entfremdet haben.

    Ich bin so traurig darüber, denn ich kann fast körperlich deinen Schmerz, der auch mir nicht unbekannt ist, fühlen und ich habe wirklich Angst um dich gehabt, als ich meine zornige Predigt über dich ausgegossen habe in der Hoffnung, dass du dadurch so aufgerüttelt wirst, dass du irgendwann die Botschaft dahinter annehmen kannst.

    Und diese Botschaft soll heißen: Bitte gib dich nicht auf!

    Lebe, lache und liebe.

    Liebe dich selbst und nimm deine Dorit voller Liebe und Offenheit im Herzen dort an die Hand, wo sie sich jetzt befindet und wohin auch du wieder zurückkehren wirst.

    Nicht als verbitterter alter Mann, von Schuldgefühlen zerfressen, sondern als stolzer freier Krieger, der seine innere Hölle überwunden hat.


    Alles Liebe und Gute und ich denke du weißt, dass wir alle wie ein Mann hinter dir stehen, denn sonst gäbe es diese seitenlangen gefühlsbetonten Diskussionen hier bei dir und um dich gar nicht.


    Kämpfe du Krieger, kämpfe um dein Leben, wir alle und allen voran deine Dorit sind stolz auf dich!

    Nichts zu verlieren ...


    ...läuft gerade im ARD.


    Ich habe den Film schon gut gefunden als er kurz nach dem Tod meines Mannes gesendet wurde und was soll ich sagen - er gefällt mir immer noch.

    Komisch, berührend und so wahr auf eine gewisse Weise.


    Ist es Zufall?

    Gestern bin ich wieder an einem Film hängengeblieben, der im ZDF lief (dass ich in letzter Zeit mehr fernsehe hat seinen Grund darin, dass wir seit einiger Zeit nur Regenwetter haben)


    Glück ist was für Weicheier


    Dieser Film hat nicht die allerbesten Kritiken, wie ich finde zu Unrecht.

    Es ist eine symbolhafte Darstellung der Gefühlswelt Trauernder, so wie ich das sehe.

    Leute die diesen Film mit dem üblichen Realismus betrachten bewerten ihn als unglaubwürdig und überfrachtet.

    Ich selber finde mich darin in einer Weise wieder, die genau mein Empfinden gegenüber der Alltagsrealität Nichttrauernder spiegelt.

    Die absurden Szenen, die normalen Menschen den Faden verlieren lässt, haben in ihrer Bildsprache eine Wahrheit inne die meine Gefühlswelt in unglaublicher Weise spiegelt.

    Es ist schon seltsam, dass ich in letzter Zeit immer wieder in Filme geradezu hineinstolpere, die von Sendern ausgestrahlt werden, die üblicherwiese nicht die meinen sind.

    Liebe Kikiro,


    mein tiefes Mitgefühl zu deinem schrecklichen Verlust, so knapp hintereinander!

    Ich glaube diese Schuldgefühle sind einfach da, weil es sich um eine Situation handelt, die sich jeder menschlichen Kontrolle entzieht.

    Vielleicht ist es auch mehr Hilfsloigkeit als Schuldgefühl?

    In der Situation in der sich deine Schwester befunden hat, hätte man es nicht anders regeln könne, als du es gemacht hast, aber ich kann diese nagende Ohnmacht direkt fühlen und dann ist noch dein bester Freund gestorben, auch so plötzlich.

    Es gibt kaum Trost, außer einer mitfühlenden Umarmung, wenn ich darf und ich wünsche dir ganz viel Kraft und alles Liebe Gabi

    Liebe Arnar,


    mein tiefes Mitgefühl zum Tod deines Papas und zu deiner genommenen Gesundheit!

    Ich gebe dir recht, dieser eine Fels in der Brandung ist durch nichts zu erstzen, bei dir war es dein Papa, bei mir war es mein Mann.


    Aber ich muss dir widersprechen, wenn du schreibst, dein Papa könne dich nicht sehen, es wäre dir nicht möglich dein Erlebtes mit ihm zu teilen.

    Glaub mir, dein Papa ist bei dir und ist unsagbar stolz auf seine starke und mutige Tochter.

    Und du kannst ihm alles erzählen, er wird dir zuhören und sogar versuchen zu antworten.

    Unsere verstorbenen LIebsten sind nicht einfach fort, sie sind uns nur vorausgegangen in unser aller geistige Heimat und unterstützen uns von drüben so gut sie es vermögen, auch wenn wir mit unseren grobstofflichen Sinnen nichts davon bemerken.

    Du bist beschützt, immer!

    Alles Liebe Gabi

    Liebe Momi,


    welch berührende Geschichte von Moritz und seinen Delfinen!

    Danke für dein Geschenk an uns ins Forum und gleichzeitig mein tiefstes Mitgefühl zum Verlust deines wunderbaren Kindes, von dem du in seiner kurzen Lebenszeit so viel in Liebe lernen durftest!
    Die Trauer, der Schmerz, die Leere und die Sehnsucht, die gehören zu uns, die wir das Liebste auf der Welt verloren haben.

    Aber mir hilft, mir zu vergegenwärtigen, dass der Verlust nur eine Illusion ist, dass die seelen unserer Verstorbenen glücklich in unserer geistigen Heimat leben, dass sie uns immer begleiten und dass wir sie wiedersehen, wenn auch wir den Weg alles Irdischen gehen.


    Alles LIebe und viel Kraft Gabi

    Liebe weisse Rose,

    mein Mitgefühl zum Tod deiner Mutter!

    Weißt du, Trauer tut nicht nur weh sondern ist auch unglaublich anstrengend und kräftezehrend.

    Versuche sorgsam mit dir umzugehen, dir selbst die beste Freundin zu sein und nimm deine Tränen an, so wie sie kommen.

    Deine Umgebung trauert und fühlt anders, auch das ist normal.

    Nimm jede hilfe an, die du bekommen kannst und wenn du ein offenes Ohr findest rede über deinen Schmerz.

    Aber sei nicht zu ungeduldig mit denen, die Schwierigkeiten haben dein Leid zu sehen.


    Das ist einfach eine schwere Zeit durch die du gehen musst und je weniger du sie bewertest und umso geduldiger du mit dir selber bist, desto besser wirst du sie überstehen.

    Ich drück dich mal, wenn ich darf und schicke dir viel Liebe und Kraft! Gabi

    Hallo Matthias,


    ob dieses ungustiöse Posting in umnebeltem Zustand entstanden ist, oder dein Account tatsächlich gehackt wurde, darüber möchte ich hier nicht spekulieren, für mich zeigt es nur, dass dein Kontrollverlust in jeglicher Beziehung bedrohliche Ausmaße anzunehmen droht.


    Hier in deinem Thread ist es in Ordnung, wenn du deine Trauer in der Weise ausdrückst wie du es für angemessen hältst, in anderen Threads, vor allem in den neu eröffneten, wäre es besser, wenn du dich komplett raushältst, da gebe ich Isabel vollkommen recht.


    Leider hast du nicht die Spur von Einfühlungsvermögen für andere, sondern drehst dich in einem destruktiven Gedankenkarussell um immer dieselben Schuldgefühle und Anklagen. Wenn du das so halten willst, solltest du bedenken, dass du dir selber massiv schadest und wenn du das in deiner Versessenheit auf deine Schuld auch noch gut findest, dann lass mich dir sagen, kannst du machen, aber mit Liebe zu deiner Dorit hat das ganz und gar nichts zu tun, im Gegenteil du machst sie nur traurig, wenn sie sieht, wie du dich gehen lässt.


    Ich bin ja der Meinung, sich mit seiner Trauer zu beschäftigen, immer und immer wieder führt dazu, immer wieder neue Aspekte dazuzugewinnen und sich auf diese Weise allmählich zu verändern und im günstigsten Fall die Trauer zu transformieren.

    Das vermeinte ich in Ansätzen in deinen Postings über deine gesamte Trauerzeit zu entdecken.

    In letzter Zeit hast meiner Meinung nach eine Grenze überschritten und instrumentalisierst deine Trauer zu einer Form von Selbstbestrafung die vollkommen unnötig, lebensfeindlich und selbstzerstörerisch ist.

    Wenn du diesen Weg weiter beschreitest, bist du in diesem Forum fehl am Platze und wirst auch noch den letzten Rest an mitfühlender Unterstützung verlieren, denn da kann und will keiner mehr mit dir mitgehen.


    Was das Klonen betrifft: Ich frage mich, wieso dir das jetzt wieder so in den Kopf steigt? Du hast doch selber geschrieben, dass du diese anfängliche Möglichkeit als Irrtum erkannt hast? Du hast dich doch mit Seelenlehre und Medialität beschäftigt und müsstest wissen, dass der Körper unser irdisches Kleid ist, das wir ablegen, wenn unsere Seele den Weg weitergehen möchte.

    Liebe ist doch nicht an Körperlichkeit gebunden!


    Du befindest dich in einem Kokon aus Hass, Selbstverachtung, Wehleidigkeit, Schmerz und Trauer, der keinen Funken Liebe, egal ob für andere Menschen oder für sich selber mehr zulässt.


    Du liebst auch Dorit nicht!


    In deinem momentanen Zustand bist du zu gar keiner Liebe mehr fähig.


    Am liebsten würde ich diese ganze Verbohrtheit aus dir herausschütteln, wenn ich nicht wüsste, dass dir niemand aus deinem Gefängnis helfen kann außer du selber.

    Du sitzt da drinnen, jammerst und klagst und hast sicherheitshalber den Schlüssel zum Tor der Freiheit verschluckt, damit du ja nicht mehr herauskommst.

    Bist du ganz sicher, dass du das wirklich so möchtest?

    Wir sitzen alle hier, beobachten dich und möchten dir gerne helfen, so du uns lässt.

    Wir alle wissen um deine Trauer, denn wir kennen unsere.

    Wir alle wissen um Zustände der Verbitterung und der aufkeimenden Schuldgefühle.

    Aber wir fühlen auch Liebe und Dankbarkeit und haben unsere Herzen nicht mit Stacheldraht umschlossen so wie du.

    Überlege es dir gut, welchen Weg du gehen möchtest.

    Das wäre echt schön, wenn es Sprechstunden im Himmel gäbe, so ganz ohne Schnickschnack und Umwege.

    Aber so läuft das im Leben halt nicht.

    Es gibt sie ja, diese Sprechstunden - im Traum, in kleinen Zeichen, in Sitzungen bei Medien, es gibt sogar Menschen, die Begegnungen mit ihren verstorbenen LIebsten haben.

    Aber leider alles nur so schwer greifbar, geisterhaft.

    Wir haben hier herunten einfach nicht die Möglichkeit uns so einfach mit der geisitgen Welt zu verbinden, jedenfalls nicht hier, in dieser Epoche in der wir leben.

    Liebe Mietzn,


    die Antwort auf diese Frage ist so einfach und dennoch so schmerzlich für uns.

    Sein Lebensweg ist beendet, die Seele hat alles erfahren, was es in diesem Leben zu erfahren gab und er ist heimgekehrt.

    Aber er hat dich nicht verlassen, glaube mir!

    Er ist dir nah, auch wenn du das nicht sehen und fühlen kannst.

    Du kannst mit ihm sprechen, er wird dich verstehen und wenn die Zeit gekommen ist bekommst du möglicherweise auch Antworten und Zeichen.

    Sei aber nicht zu traurig, wenn das nicht so ist, denn eines kann ich dir versprechen: Spätenstens, wenn deine Zeit hier auf Erden abgelaufen ist und du ihm nachfolgst in die geistige Heimat wirst du ihm wiederbegegnen und dann seid ihr wieder in Liebe vereint.

    Ach herrje, du Arme!


    Bei dir kommt aber momentan wirklich alles auf einmal!

    Gottseidank hast du eine mitfühlende Apothekerin und wenigstens eine Lösung für deine Schmerzen bekommen.

    Alles andere ist leider nicht so schnell zu lösen und ich wünsche dir, dass du dein Gedankenkarussel möglichst schnell wieder stoppen kannst.

    Leider gibt es keinen Zauberstab mit dem man sich alle Sorgen wegwünschen kann und in so einer Situation, die du gerade durchleben musst ist es ungeheuer schwierig sich auf das Positive im Leben zu konzentrieren, ja es überhaupt im Meer der Traurikeit zu entdekcen, wenn es kurz vorm Untergehen mal schnell das Köpfchen in die Höhe reckt.

    Dennoch - hinter all den Schatten ist immer das Licht, du kannst es bloß von deinem Standpunkt aus gerade nicht sehen, deshalb möchte ich dir gerne davon erzählen:

    Du bist eine kleine Seele, die das tosende Meer im Sturm überquert.

    Die kleine Blaumeisenseele hat sich sehr viel für dieses Leben vorgenommen.

    Sie ist mutig, zuversichtlich und stark, sie möchte es gerne wissen und möglichst alles was ansteht in diesem Leben erledigen.

    Der Plan ist perfekt und der Start ins neue Leben gelungen.

    Leider hat die stolze Blaumeisenseele eine klitzekleine Kleinigkeit übersehen.

    Dass es nämlich in jeder Inkarnation einen zerbrechlichen Körper zu bewohnen gilt, und dass man aufpassen muss, dieses einzelne Leben, das von der angstbeseelten menschlichen Warte aus wie das Einzige, Getrennte und Schwierigstmögliche wahrgenommen wird, nicht mit Aufgaben zu überfrachten.

    Und so kommt es wie es kommen musste:

    Neben allen freudvollen Erlebnissen und glücklichen Tagen drohen die schweren, die unglücklichen und schmerzvollen Situationen die Oberhand zu gewinnen. Der Ozean des Lebens gerät in Wallung, düstere Wolken ziehen auf und im schweren Sturm zucken die Blitze herab auf die kleine, mutige Blaumeisenseele, die sich bei jedem Donnergrollen schmerzvoll krümmt, während sie sich mit unermüdlichem Flügelschlag dem rettende Ufer nähert.

    Schon scheinen die Kräfte zu schwinden, da werden alle Reserven entfesselt und von den anfeuernden Zurufen der mitfühlenden Freunde erreicht die kleine Seele das rettende Gestade der Hoffnung und leuchtenden Zuversicht.


    Liebe Blaumeise,

    das Licht der Liebe erlischt niemals, du kannst darauf vertrauen, auch im schlimmsten Sturm.

    Dir kann nichts Böses geschehen, denn die Liebe siegt immer.

    Zu guter Letzt.

    Alles Liebe und Gute und ganz viel Kraft! Gabi

    Liebe Mietzn, von mir einfach nur eine stille Umarmung.

    Ich fühle mit dir, daher weiß ich auch, dass Worte manchmal kein Trost sein können.

    Die Trauerwelle wird abebben, dann gehts wieder besser, diese Panik, auf einmal alleine dazustehen die kenne ich auch sehr gut, ohja!

    Obwohl mich das Leben eines Besseren belehrt hat, dass ich nämlich sehr wohl alles alleine schaffe mit der Unterstützung meiner Lieben in der geistigen Welt, kommt auch bei mir immer wieder dieser bestürzende Gedanke - wie soll ich das schaffen ohne dich?!

    Alles Liebe und viel Kraft! Gabi


    Kann es wirklich Tage geben, an denen man die Ängste und die Trauer auf Abstand hat?!

    Ich hatte sogar manchmal Angst mich an meinen Mann nicht mehr erinnern zu können.

    Auf einmal konnte ich mich an seine Stimme nicht mehr erinnern.

    Diese ersten Tage waren total irrational, in jeder Beziehung.

    Mach dir keine Sorgen, die Trauer verlässt dich nicht, nimm die Pausen dankbar an, du brauchst sie dringend.

    Liebe Mietzn,


    mein tiefes Mitgefühl zu deinem schrecklichen Verlust.

    Ich habe meinen Mann ebenfalls aus heiterem Himmel bei einem Unfall verloren und kenne diesen Schockzustand, in dem du dich gerade befindest aus eigener Erfahrung.
    Ich kann dir nur sagen, alles was du gerade fühlst ist vollkommen normal und ich persönlich würde dir an dem Punkt, an dem du dich befindest von Antidepressiva abraten.

    Mal ein Beruhigungsmittel, möglichst nicht andauernd und wenn irgendmöglich auf natürliche Substanzen wie Baldrian zurückgreifen.


    Zu psychologischer Betreuung würde ich dir dagegen raten, wenn du jemanden finden kannst, der sich mit Trauer auskennt.

    Gut wäre eine Trauerbegleitung, Trauergruppe erst ein wenig später, dazu ist es noch ein wenig früh.

    Vielleicht gibt es doch Freunde und Bekannte mit denen du offen reden kannst?

    Die Zeit steht nach einem solchen Trauma buchstäblich still, bei mir hat es fast ein Jahr gedauert, bis ich wieder ein einigermaßen normales Zeitgefühl hatte.


    Einen sehr wertvollen Tipp hat mir Astrid, die ehemalige Moderatorin dieses Forums damals gegeben: Versuche nicht zuviel an die Zukunft zu denken, sondern lebe jeden Tag einzeln und wenn das nicht reicht, unterteile die Tage noch in kleinere Einheiten, die du irgendwie überleben kannst.

    Denn das ist es worum es geht: Überleben, den Schmerz aushalten, nicht untergehen, abwarten, Geduld haben.


    Irgendwann wird es besser aushaltbar, aber das dauert.

    Du wirst glauben unendlich lange, aber irgendwann wirst du wieder leben, nicht mehr das gleiche Leben wie vorher, das nicht, aber es wird wieder möglich und erträglich sein. Und du hast deine Kinder, du bist nicht alleine, allein das ist schon ein Grund nicht aufzugeben, so entsetzlich schwer es sich auch anfühlen mag!


    Für mich war es damals extrem wichtig, mir jeden Tag etwas vorzunehmen, jedem Tag eine gewisse Struktur zu geben und wenn ich fähig dazu war mich auch einmal abzulenken. Ich habe mit möglichst vielen Menschen geredet, unter anderem eine Psychologin mit Trauererfahrung, eine Schamanin, eine Energetikerin, zu der ich inzwischen eine freundschaftliche Beziehung aufbauen konnte, um mich zu erleichtern und mein Cousin, selber alleinstehend, nach einer unglücklichen Scheidung, ist mir jeden Tag telefonisch zur Seite gestanden und nach eineinhalb Jahren zu mir in die Nähe gezogen, denn wir waren beide völlig allein, jetzt können wir einander trösten und nein, es ist keine Liebesbeziehung.

    Ich trauere immer noch nach zwei Jahren, aber ich habe mich sehr verändert, habe Erfahrungen dazugewonnen und sehe erstmals ein wenig Licht am Ende des Tunnels.

    Ich habe mir meinen Schmerz von der Seele geschrieben in Briefen an meinen Mann, ganz privat und nebenbei habe ich meine Geschichte diesem unschätzbar wertvollen Forum anvertraut.

    Schreiben ist eine große Erleichterung und du wirst hier immer Unterstützung finden, soange du magst und solange du es brauchst.


    Bitte halte durch, gib die Hoffnung nicht auf und glaube mir, so schwer es auch sein mag und das für lange Zeit, da möchte ich dir kein Märchen erzählen, so wichtig ist es für dich und deine Kinder und auch für deinen verstorbenen Mann, dass du daran glaubst, dass das Leben mit der Trauer irgendwann ein angenehmes sein wird.

    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und viel Kraft in dieser schweren Zeit und alles Liebe auch für deine Kinder Gabi

    Liebe Brija,


    da spüren wir wohl nach zwei Trauerjahren denselben sanften Aufwind.

    Eine sanfte Brise, die uns trägt, wenn wir das Vertrauen gewinnen, dass wir nicht fallen können.

    Es dauert eben alles seine Zeit und wer weiß was die Zukunft noch alles bringt.

    Lieber Spatz,


    mein Mann verunglückte am Tag nach meinem 60. Geburtstag, ich wäre mit Jahresende in Rente gegangen und habe daraufhin beschlossen noch ein Jahr zu verlängern und ich muss sagen für mich war das die Rettung schlechthin.

    In diesem Jahr ist dann soviel passiert, dass ich nach dem einen Jahr Verlängerung mit gutem Gefühl mit Ende 2019 in Rente gehen konnte und da war es dann auch gut so, ich habe es nicht bereut und vermisse meine Arbeit nicht.

    Ich muss dazu sagen, dass ich sehr nette Kollegen und Kolleginnen hatte, die mir über die schwere Zeit hinweghalfen so gut sie konnten und das Gefühl eine Aufgabe und Verpflichtungen zu haben, hat meinem Leben die Struktur gegeben, die ich so dringend brauchte.


    Also, falls du nette Kollegen hast und du deine Arbeit einigermaßen gerne machst und sich dazu noch die Gelegenheit ergibt zu verlängern würde ich darin mehr Vorteile als Nachteile sehen, denn gerade im ersten Trauerjahr ist meiner Meinung nach eine gewisse Struktur im Leben eher günstig.


    Ihr Lieben,

    heute bin ich übrigens aus eigener Schuld wieder ein bisschen am Kämpfen.

    Ich bemühe mich bei mir und reflektiert zu bleiben und das heutige Ereignis als Lernaufgabe zu sehen, damit ich nicht wieder heruntergezogen werde, aber ich habe gemerkt, dass es bei mir bezüglich Trauerverarbeitung sehr definierte Grenzen gibt, die ich derzeit unmöglich überschreiten kann.


    Ich habe mir heute die Karten legen lassen und dachte das wäre eine gute Idee, war es aber nicht wirklich.

    Erstens kam nur das heraus , was ich in mir sowieso schon wusste und gespürt habe - ein Beweis dafür dass Kartenlegen nicht nur Klimbim ist, sondern durchaus geistige Energien am Werk sind.

    Zweitens hat mich die Dame ziemlich angetriggert, von wegen loslassen, nach vorne schauen, das Leben genießen, sich neu ausrichten, etc.

    Als sie dann meinte, es wäre energetisch ungünstig weiterhin meinen Ehering zu tragen, weil ich dann gedanklich immer bei meinem verstorbenen Mann und dadurch mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart und Zukunft wäre und sich mein Leben nicht so entfalten könne, wie es sich mein Unterbewusstsein wünscht, war bei mir der Ofen aus.

    Für mich gibt es in diesem Punkt kein "Entweder-oder" sondern höchstenfalls ein "sowohl-als-auch"


    Davon abgesehen, dass mein Ursprungswunsch, bald mit meinem Leben abschließen zu können, immer noch latent in mir schlummert, versuche ich mein Bestes, in diesem erzwungenen Restleben für mich die Möglichkeit zu finden, auf eine Art weiterzuleben, die für mich förderlich ist und wenn es ganz perfekt klappt, mich einer neuen Zufriedenheit näher bringt.


    Ich habe heute bemerkt, dass ich äußerst empfindlich reagiere, wenn jemand versucht, mir meine Trauerrituale wegzunehmen und dazu gehört eben auch, dass mein Mann in meinem Leben einen gewissen Raum einnimmt.

    Falls der Preis dafür sein sollte, dass ich in diesem Leben das Ziel zufrieden und glücklich zu sein nicht mehr erreiche, dann ist das eben so.


    Und darin liegt auch der Knackpunkt an der Angelegenheit: Ich muss aufpassen, da nicht einen neuen Glaubenssatz zu erschaffen, der es mir verbietet wieder glücklich zu werden, weil ich meinem Mann für mein ganzes weiteres Leben verbunden bin.

    Das muss auf jedenfall anders funktionieren.

    Ich möchte ihn bei mir haben, auf meine eigenen Art und Weise, mit Ehering und seinen Sachen in unserer Wohnung. Mit viel Erinnerung und noch mehr Liebe.

    Und dennoch möchte ich nicht mein ganzes restliches Leben in qualvoller Trauer verbringen, sondern für mich und für ihn weiterleben und auch wieder Freude und Glück empfinden.

    Und wieder lieben und geliebt werden, auf ganz irdische Art und Weise.


    Mir ist klar, dass es die Quadratur des Kreises ist, die ich da fordere.

    Trotzdem gebe ich mich nicht mit weniger zufrieden.

    Ich will alles.

    Punkt!

    Liebe Bine,

    ich schick mal schnell ein Kraftpaket und drück dich ganz doll!

    Die Geschichte mit der Bettdecke fand ich schön, unsere Lieben sind ja sowieso immer bei uns, leider stillt das die große Sehnsucht nicht, wir können unsere Liebsten ja nicht mehr in den Arm nehmen, das tut so weh!

    Liebe Bine,


    ich kann dich und auch Karin und Uwe verstehen, wenn euch Matthias manchmal auf die Nerven geht und es ist auch gut ihn immer wieder zu konfrontieren, denn wie du schon angesprochen hast, Selbstreflektion ist nicht so seine Sache und er wird hoffentlich durch Widerspruch dazu angeregt über sich und uns nachzudenken. Denn sonst befürchte ich, er schießt sich über kurz oder lang selber ins Aus, aber das ist dann auch seine Verantwortung.

    Und es ist kein Irrglaube von dir vorhanden, wir haben uns definitiv lieb. Ich jedenfalls hab euch alle lieb und all eure verschiedenen Ansichten und die viel größeren Gemeinsamkeiten.


    Liebe Maike, liebe Gundel, liebe Luse,


    ein Jahr und zweieinhalb Monate, kaum vier Monate, neun Monate.

    Eure Trauer ist im Gegensatz zu meiner noch so frisch, so schmerzhaft!

    Gerade du liebe Gundel, stehst noch ganz am Anfang deiner Trauer. Ich bin der Meinung der anderen, dein Franz hätte genauso gelitten, ebenso wäre es meinem Hannes ergangen und ich persönlich bin froh, dass ich meinem LIebling dieses Schicksal ersparen konnte.

    Soviel habe ich in inzwischen zwei Trauerjahren gelernt: Der Trauer kann niemand auf Dauer entkommen, auch wenn sie sich nicht immer in gleicher Weise zeigt. Und diejenigen, die stark sein wollen, oder auch müssen, weil die persönliche Lage nichts anderes hergibt, können die Trauer zwar verdrängen, aber früher oder später werden sie immer von der Trauer eingeholt.


    Gerade jetzt in diesen Tagen kann ich euch von mir etwas Tröstliches berichten.

    Ich hatte kurz vor dem zweiten Todestag meines Mannes einen großen Durchhänger und auch kurz danach habe ich schwere Wochen in großer Verwirrung erlebt. Doch seit ein paar Tagen hat sich etwas in mir verändert. Ich bin nicht nur ruhiger geworden, sondern auch wieder ein Stück weit vollständiger.

    Ich habe keine Ahnung, wie stabil dieser Zustand ist und wie lange er anhalten wird, aber ich betrachte es als eine der Trauer gemäße Weiterentwicklung und werde euch gern auf dem Laufenden halten. Vielleicht gibt es doch Licht am Ende des Tunnels, oder aber, wenn es schlecht läuft, sind nach zwei Jahren immerhin längere Pausen in der Trauer möglich, auch ohne direkte äußere Einflüsse.

    Ich bin das erste Mal seit dem Tod meines Mannes zuversichtlich, dass ein gutes Leben wieder möglich ist.

    Dass ich eine gewisse innere Ruhe aufbauen kann, habe ich meiner Meinung nach durch intensive Arbeit an mir selbst, besonders in den letzten Wochen, erreicht und der intensive Austausch mit euch allen hier hat auch ein Stück weit dazu beigetragen.


    Die Gespräche mit anderen habe ich auf ein Minimum begrenzt, weil ich ebenso wie du, Gundel, die Erfahrungen machen musste, dass andere sehr gern mit mir über ihre Probleme und Schmerzen sprechen, dass es dafür aber keinen Ausgleich gibt.

    Niemand möchte mehr über meinen Mann und vor allem nicht über meine Trauer sprechen.

    Ich habe beschlossen, mir das nicht mehr anzutun und es geht mir gut damit.


    Ihr Lieben,

    keine (r) von uns ist schwach.

    wir sind alle unglaublich stark und mutig, jede(r) Einzelne von uns!

    Vergesst das bitte nicht.

    Und ich habe euch tatsächlich lieb gewonnen, ihr Verrückten!

    Denn verrückt sind wir alle, samt unserem kompletten Leben, nichts ist mehr auf seinem Platz.

    Und ich bin stolz auf euch, wie ihr euch mutig durch das Chaos kämpft und niemals vergesst, den anderen, Neuen hier beizustehen!