Posts by Tigerlily

    Könnt von jetzt auf gleich diese Welt verlassen.

    Ja, ja und tausend Mal JA!


    Dieser Schmerz ist so stark, so stark kann physischer Schmerz niemals sein!

    Du bist nicht alleine damit!

    Wir teilen deinen Schmerz und etliche von uns haben diesen Satz ohne Zweifel schon mehrmals gedacht oder in tiefer Verzweiflung laut ausgerufen.

    Dennoch sind wir alle noch da, denn sterben wollen oder aktiv das Leben zu beenden, dazwischen liegen Welten.

    Wir müssen das Leben nicht mögen, aber wir leben weiter aus verschiedenen Gründen, wir alle brechen zusammen, verzweifeln, möchten uns einfach auflösen und danach stehen wir wieder auf und machen weiter.

    Und irgendwann gibt es ein erstes Lachen, das echt ist.

    Irgendwann genießt man die Wärme eines sonnigen Herbsttages und ist berauscht von der farbigen Vielfalt der Natur, die ihren Abschied nimmt und sich zurückzieht in ihre ganz eigenen Vergänglichkeit.

    Zuerst fühlt es sich an wie Verrat, aber es passiert immer öfter zwischen den Tagen der Verzweiflung, der Trauer und dieser unendlichen Sehnsucht nach den Liebsten, nach Frieden im Herzen.

    Und da liegt meine ganz persönliche Hoffnung, dass es irgendwann einmal auf längere Zeit bleiben wird, dieses Lachen, dieser Genuss und dass die Trauer in ein bereichertes Leben mündet, denn wir alle haben noch soviel zu geben, wenn wir uns erst einmal wiedergefunden haben.


    Dein Wunsch auf der Stelle zu sterben ist sowas von nachvollziehbar, aber ebenso klar ist , dass du diese Schmerzwellen reiten lernen wirst. einmal ganz tief unten, dann wieder oben, Luft holen und Kraft tanken.

    Ich möchte meinen, du machst das schon ganz gut, liebe Anja, alles LIebe und eine herzlice Umarmung sendet dir Gabi

    Liebe Birgit,

    was für schöne Zeichen du bekommst, dein Mann ist dir ganz bestimmt nahe!

    Ich wünsche dir kleine Ruhepausen in deiner Trauer dann und wann, alles Liebe Gabi

    Liebe Bine und ihr anderen Trauernden!


    Ich kann euch so gut verstehen!

    Ich schöpfe meine Kraft aus diesen spirituellen Gedanken und Gefühlen und das hält mich inzwischen schon seit zweieinhalb Jahren am Leben.

    Wäre es anders, wäre ich mir sicher, dass da nicht ist nach dem Tod, dass wir materielle Wesen sind, deren Gehirn alle Funktionen übernimmt, die wir mit Gefühlen und Lebenswillen verbinden, ich bin mir sicher, dann gäbe es mich nicht mehr auf dieser Erde, denn zum Unterschied zu vielen von euch habe ich keine Kinder oder andere Menschen oder auch nur ein Haustier, das meiner Zuwendung noch bedurft hätte.

    Ich hatte das Gefühl mein Leben zu Ende gelebt zu haben und fühlte mich völlig überflüssig hier auf Erden.


    Ich muss zugeben, dass mich derartige Gefühle immer noch zu überfluten suchen, aber ich habe soviele Beweise erhalten, dass da noch etwas ist, dass es einen Grund gibt weiterzumachen und nicht einfach aufzugeben, dass es mir inzwischen leichter fällt diese trüben, von heftigen Gefühlen begleiteten Gedanken von mir zu schieben.

    Dafür bin ich dankbar!

    Ich glaube jeder Mensch in unserer Situation braucht eine Stütze, die ihn veranlasst weiterzumachen.

    Und jede von uns erobert sich sein Leben auf ihre ganz eigene Weise neu.

    Der Gedanke mit jedem Tag dem Ende näherzukommen ist eine Überlebensstrategie, eine andere ist das Einswerden mit Jesus und im Vertrauen an seine Liebe und Allmacht zu leben. Meine Art und Weise ist sehr ähnlich, aber eher der spiritistischen Tradition verpflichtet.

    Es gibt viele Formen mit der Tragödie unseres Lebens umzugehen.


    Wir sind alle noch hier und leben und trauern und lieben und sind dankbar für die schöne Zeit mit unseren Liebsten.

    Das eint uns und darauf können wir stolz sein!

    Liebe Tamara,

    ich schreibe nicht oft in deinen Thread, lese aber immer mit.

    Es fällt mir einfach schwer, etwas zu schreiben, denn immer wenn ich anfange kommen mir meine Worte so hohl und substanzlos vor, dass ich es wieder sein lasse.

    Ich möchte dir so gerne helfen, weiß aber nicht ansatzweise, wie ich das hinbekommen könnte!

    Ich tue mir schon so schwer mit dem Tod von meinem Mann, mit dem ich mehr als mein halbes Leben geteilt habe, der aber bereits ein erfülltes Leben gehabt hat, als er gehen musste.

    Ich kann mich gut in die anderen Witwen einfühlen, denen Ähnliches geschehen ist.

    Aber ich kann diesen unvorstellbaren Schmerz sein Kind zu verlieren kaum fassen!


    Ein Bekannter von mir, dessen 28 jährige Tochter durch ein Aneurysma im Gehirn gestorben ist, hat mir erzählt von dieser eigenartigen Betäubung, die Monate lang angehalten hat und der er praktisch davongelaufen ist, indem er jede freie Minute gerannt ist über Berg und Tal, bis er zum Umfallen müde war und diesen grausamen Schmerz nicht mehr spüren musste, weil er vor Erschöpfung in einen kurzen schlaf gesunken ist. Es ist bereits 10 Jahre her und in der Zwischenzeit hat er wieder ins Leben gefunden, hat eine neue Partnerin mit bereits erwachsenem Sohn, nachdem seine Ehe dieser Belastung nicht gewachsen war und kann darüber reden.

    Die Trauer um sein Kind ist immer da, aber sie hat einen Platz gefunden in seinem Herzen, wo sie sein darf und sein Leben begleitet in Liebe und Dankbarkeit für 28 schöne Jahre.

    Liebe Ange,

    ich kann Robert nur beipflichten, nimm dir die Zeit zu trauern und irgendwann wirst du auch fähig sein, das Grab von Jürgen zu besuchen und ihm die schönen Dinge, die du ausgesucht hast persönlich zu bringen.

    Es ist gut, dass du eine Art Heimat bei deinem Freund Götz hast, es ist zwar nur ein Provisorium, aber es sorgt dafür, dass du eine Art Ruhepause im Lebenskampf haben darfst.

    Was die Zukunft bringen wird, das weiß Gott allein, ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute! Gabi

    Liebe Tery,


    zu den seltsamen Anwürfen von Liddy habe ich schon in ihrem Thread geantwortet.


    Ich möchte dir nur sagen, dass ich (und ich vermute nicht nur ich) jedes deiner Worte auf die Art verstanden habe, wie du sie in deiner neuerlichen Erklärung noch einmal bekräftigt hast.

    Ich würde vorschlagen, lassen wir Liddy, Liddy sein, sie kann wohl nicht anders und bitte dich herzlichst uns mit deinen verschwurbelten Ergüssen weiter zu "belästigen".


    Deine hochphilosophischen Texte regen mich zum Nachdenken an und sind meiner Meinung nach ein enorm wertvoller Beitrag für alle Menschen, die dieses Forum in höchster Not finden und zu lesen beginnen!

    Oje, oje, schon wieder!


    Das Einzige was mir hierzu einfällt: DONT FEED THE TROLL!


    Und was ich mir wünschen würde: Dass ihr Trauernden euch von solchen Aussagen nicht beeindrucken lasst, das zu schreiben was euch auf dem Herzen liegt!


    Jedem, der hier schreibt muss klar sein, dass es ein öffentliches Forum ist und dass alles was man schreibt von jedem, der dieses Forum zufällig findet oder absichtlich sucht, gelesen werden kann.

    Unter dieser Voraussetzung ist es alles, nur nicht privat und jeder kann schreiben, was ihm auf dem Herzen liegt, solange er sich damit nicht strafbar macht.


    Daher ist auch das Posting von Liddy durchaus legitim und mir macht es auch nichts aus, auf diese Art und Weise zitiert zu werden, denn es beweist nur eines, dass die Verfasserin des Postings nicht mal im Ansatz verstanden hat, worum es mir geht und das tut mir leid für sie, denn dadurch entgehen ihr Aspekte eines Trauerprozesses, den nicht nur ich alleine bewältigen muss, sondern sehr viele andere Trauernde, die sich durch diese meine offenen Worte getröstet fühlen und möglicherweise ihre eigenen Gefühle, die ihnen unheimlich oder gar fremd erscheinen, besser annehmen lernen.

    Liebe Liddy, der Weg, auch Gefühle anzusprechen und sich klar zu machen, die öffentlichem Tabu unterliegen, ist ein Weg, Heilung in Gang zu setzen, die günstigenfalls in einen Prozess mündet, den du scheinbar von Anfang an in deiner Trauer schon ohne Umwege beschreiten konntest.

    Freue dich darüber, dass dir solche Seelenqualen erpart geblieben sind!


    Was ich schade finde, dass sich Tereschkowa durch deine Zeilen so getriggert fühlt, denn die Folge wird sein, dass sie sich wieder verschließt und wir anderen Mitglieder dieser Trauergemeinschaft um ihre brillianten Weisheiten umfallen, die mir schon so manches Aha Erlebnis beschert haben.

    Und das würde ich wahrhaftig bedauern!

    Liebe Bettyna,

    das geht mir laufend so, bei allen Handgriffen im Haushalt, beim Einkaufen, bei allem denke ich daran, dass es jetzt nur mehr für mich ist und das fühlt sich so leer an.

    Ihr Lieben,

    es freut mich, dass ihr in meinem ewigen Auf und Ab gewisse Inspirationen für euren eigenen schmerzhaften Weg finden könnt.


    Liebe Anja,

    ich möchte dir sagen, dass ich großen Respekt vor dir und deinem Weg habe, der ungleich schwieriger als der meine ist.

    Du hast zwar noch eine Stütze in deinen Kindern, zumindestens bei zwei davon, dafür aber einen Berg an existenziellen Schwierigkeiten, die seinesgleichen suchen. Ich finde es so stark, dass du dein Schicksal auf deine ganz eigene Weise betrachtest und dich dafür entschieden hast kompromisslos zu dir zu stehen und deinen eigenen Weg zu gehen und an dich und deine Größe zu glauben.

    Es freut mich, dass mein Thread dir von Nutzen ist und es geht ja noch weiter, denn ich habe so ein Gefühl, dass mein Weg noch lange nicht zu Ende ist.


    Nachtrag zu Tereschkowas Gedanken:

    Einmal ist es mir gelungen, diese nahezu perfekte Partnerschaft zu leben in Verbindung mit einem Mann, der trotz seiner Ecken und Kanten die perfekte Ergänzung zu mir und meinem Leben war.

    Ich habe im Laufe meines Lebens diese Art Partnerschaft als ganz selbstverständlich betrachtet und bekam das auch so in der Außenwelt gespiegelt, wo es zahlreiche langjährige Ehepaare gab, die Ähnliches lebten wie wir zwei.

    Seit mein Mann nicht mehr da ist bekomme ich auch die andere Seite der Medaille zu Gesicht.

    Menschen, die freiwillig alleine leben, die viele kurze Partnerschaften hatten, die geschieden wurden und seitdem das Vertrauen in die Bindung zu anderen Menschen verloren haben.

    Ein ganzes Universum an Seinsweisen, die meine langjährige erfolgreiche Ehe zu etwas Außergewöhnlichem machen.

    Wie groß ist da wohl die Chance etwas Neues, Beständiges zu erleben?

    Aber daran denke ich nicht.

    Ich denke daran, einmal ist es gelungen, ich kann mit Stolz behaupten meinem Mann eine gute Ehefrau gewesen zu sein, ihn gefördert und ihm ein schönes Leben bereitet zu haben, das in einer Art beendet wurde, wie es ihm voll und ganz entsprach.

    Falls das Leben etwas anderes mit mir vorhat. dann ist es eben so, dann habe ich diese Erfahrung wenigstens einmal gemacht und das ist schon mehr, als viele andere Menschen erleben durften.

    Falls es so sein sollte, dass ich wirklich noch jemanden kennen lernen darf, dann habe ich auf jeden Fall den Anspruch etwas Beständiges daraus zu machen.

    Dafür nehme ich sogar das Risiko in Kauf, dass wieder ich diejenige bin, die übrigbleibt, denn die Liebe ist größer als der Tod!

    Liebe Tery,

    ich danke dir von ganzem Herzen dafür, dass du meine Weltbild auf die schmeichelhafteste Weise zurechtgerückt hast!


    Ich bin auch ein WIR Mensch.

    Aber bevor ich Hannes kennen lernte war ich kein ausgesprochener ICH Mensch, sondern eine Art Wanderer zwischen den Welten, Sinn suchend und fleißig dieses potjomkinsche Dorf aufbauend, dass du in deinem Beitrag erwähnt hast.

    Die Begegnung mit ihm hat mein Leben grundlegend verändert, ohne dass ich das in all den Jahren der Zweisamkeit ganz bewusst zur Kenntnis genommen hätte.

    Erst im Nachhinein wird mir so manches klar.

    Und das was so viele, deren Rat ich suchte, als Schwäche auslegten, dieses Aufgehen in einem WIR, diese Hingabe an eine Ehe, an die Liebe, die im Laufe vieler Jahre von der unscheinbaren Knospe zur prachtvollen Blüte erwuchs, beschreibst du als Stärke, als Leistung in einem jahrelangen Lernprozess errungen.

    Und du hast so recht!

    Ich habe sein Leben unendlich bereichert und er hat mein Leben unendlich bereichert.

    Menschen, die so etwas nie erleben durften sind wahrlich zu bedauern.

    Allerdings müssen sie auch nicht den Preis des Verlustes bezahlen.

    Dennoch!

    Um nichts auf der Welt möchte ich auf dieses WIR verzichten, es ist jeden Preis, mag er noch so bitter schmecken, wert!


    Und nun baue ich wieder an meinen potjomkischen Dörfern, diesmal mit dir gemeinsam, alles Fassade, was vorher Leben war.

    Und wieder hast du recht!

    Dieses alleine leben ist absolut sinnlos!

    In der Früh aufstehen - sinnlos

    Den Tag verbringen - sinnlos

    Einzig Abends zur Ruhe zu kommen und im Schlaf zu träumen macht noch Sinn, sofern ich diese Ruhe finden kann, was durchaus nicht garantiert ist.


    Ich glaube daran, dass die Seele diese Erde nur verlässt, wenn keine weitere Entwicklung mehr möglich ist, dass also im Umkehrschluss unser Weiterleben sinnvoll im Sinne weiterer seelischer Erfahrungen ist.

    Und da kommen wieder meine Zweifel ins Spiel.

    Worin liegt der Sinn in unserem Leid?

    Was erfahren wir dadurch?

    Und was mache ich mit dieser Liebe und Fürsorge, die immer noch in mir drinnen steckt, aber keine Möglichkeit des Ausdrucks mehr findet?

    Genau wie du selber schon festgestellt hast, liegen auch mir diese altruistischen Beweggründe so gar nicht!

    Im Gegenteil, je länger die gewaltsame Entwicklung nach dem Tod meines Mannes andauert, desto egoistischer werde ich, unempfänglich für die Nöte anderer und ohne jegliches Gemeinschaftsgefühl.

    Ich habe einfach keine Bock darauf, anderen zu helfen, wenn sie mich nicht explizit darum fragen.

    Also diese ganze Ehrenamtstätigkeit, die momentan wegen Corona sowieso auf Eis gelegt worden ist, ist mir im Prinzip suspekt bis widerwärtig, um es mal ganz krass zu formulieren.

    Ich mag mir auch kein Tier heimholen, um dieses missbräuchlich mit meiner Liebe zu überschütten.

    Ich will mich auch nicht weiterbilden.

    Ich will noch nichtmal meinen Mann zurück, weil ich einsehe, dass er es da wo er jetzt ist wesentlich besser hat und dass er sein Leben bis zur Neige auskosten durfte, bevor er seinen spektakulären Abschied nahm.


    Ich will auch nicht sterben, wenigstens nicht gleich, weil mir ein inneres Gefühl sagt, dass ich hier noch nicht ganz fertig bin.

    Wenn ich in mich hineinhorche wächst da unaufhörlich die Sehnsucht nach einer zweiten Chance meine WIR Kräfte erneut zu betätigen und in den letzten Jahren meines Lebens mit DEM Partner, der mir noch bestimmt ist, zu einer neuen fruchtbringenden Symbiose zu verschmelzen.

    Die Zukunft wird zeigen, wie sich das alles entwickeln wird.

    Jedenfalls danke ich dir, liebe Tery dafür, dass du mein Weltbild zurechtgerückt hast!

    Wir sind keine unselbständigen Hascherln, die sich blindlings für einen Mann aufgeopfert haben.

    wir sind starke Frauen, die gemeinsam mit starken Männern zu einer Einheit verschmolzen sind, die der beiderseitgien Entwicklung aufs Beste dienlich war.


    Liebe Tereschkowa, einfach nur ...

    ... DANKE!


    Du hast ein Talent, meine Gedanken zu ergründen, mit den deinen zu vermischen und eine ganz neue tiefe Wahrheit auszusprechen.

    Du hast deinen Text bei dir verfasst, ich maße mir die Eigenmächtigkeit an, diesen Text wiederum in meinen Thread zu kopieren und dich dort zu zitieren und eine Antwort zu verfassen.





    Kleines Update zu den letzten beiden Wochen.


    Ich dachte wirklich, ich wäre über den Berg und es war ein schönes Gefühl sich so vollständig zu fühlen.

    Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, wie das alles weitergehen soll, sondern das gute Gefühl einfach angenommen in der Hoffnung das bleibt jetzt so.

    Blieb es natürlich nicht.

    Ich habe tatsächlich versucht es festzuhalten, immer positiv und nach vorne zu sehen, weil ich ja weiß, meine lieben Verstorbenen möchten es so.

    Ich hab richtig gekämpft darum.

    In Einzelheiten möchte ich mich nicht verzetteln, nur soviel: Seit gestern überrollt mich wieder eine gepflegte Trauerwelle, mit Sinnlosigkeits und Einsamkeitsgefühlen.

    Die Sehnsucht und der Drang sterben zu wollen, ist immer noch spürbar milder als es vorher war. Wenigstens das ist mir geblieben.

    Dafür ist aber die Sehnsucht nach einem Vertrauten, der mein Leben mit mir teilen möchte, größer geworden.


    Natürlich kenne ich Menschen, mit denen ich reden kann, vor allem meinen Cousin.

    Was mir fehlt ist ein echter Gesprächspartner und jemand mit dem ich auch kuscheln kann.

    Mit Hannes ist das nicht mehr in irdischer Form möglich, unsere Beziehung hat sich auf die Herzensebene verlagert, ich rede immerzu mit ihm, seine Antworten sind allerdings nicht immer so klar und deutlich zu verstehen.


    Meine Bekannten und auch mein Cousin, die wollen lieber über ihre eigenen Belange reden, ich sorge mit Einwürfen dafür, die Gespräche in Gang zu halten, aber genaugenommen sind es ihre Gespräche nicht meine.

    Genaugenommen bin ich unter Menschen einsam und alleine für mich.

    Genaugenommen habe ich eine Vision für mein restliches Leben die da lautet:

    Geborgenheit in einer neuen Beziehung, die mir Stärke verleiht, die mir die Kraft wieder zurückgibt, die ich in diesen mehr als zwei Jahren Trauerzeit eingebüßt habe.

    Mag sein, dass meine Vision ein Hirngespinst ist, dass meine Ansprüche ans Leben zu hochfliegend sind.

    Ich habe lange, lange Zeit nur mehr den Wunsch verspürt, so schnell wie möglich sterben zu dürfen.

    Nach langer Suche, nach Therapien und Kämpfen mit mir selber bin ich nun soweit, ein Weiterleben bewusst zu bejahen.

    Immer mit dem Wissen und dem Gefühl im Hintergrund, dass meine Lieben nahe sind.

    Die Vorstellung meine Kraft und Eigenliebe im Alleingang aus mir selber kreieren zu müssen bereitet mir maximales Unbehagen.


    Vielleicht muss ich es ja, vielleicht ist das mein Schicksal, allein zu leben und mich daran zu gewöhnen.

    Es macht mir Angst ...

    Wie kommt man da raus?


    Ich weiß es nicht, aber ich habe den Verdacht, dass das Leuchten von sich aus auftauchen muss, dass man das so wenig erzeugen kann wie verstärktes Wachstum von Gras, wenn man an demselben zieht.


    Geduld und warten ...


    das Schwerste überhaupt für mich momentan.

    Ich möchte was tun, aber mein Herz sagt zu allem NEIN und ich habe auch gar keine Ahnung was ich tun könnte, in der jetzigen Zeit weniger denn je ...

    ich selbst habe keine angst vor dem "gehen".... ich habe viel größere angst vor dem "bleiben"


    alles liebe von Bine

    Dem kann ich mich nur anschließen, allerdings übe ich mich darin, mein Vertrauen in die Hilfe der geistigen Welt zu stärken. Mit wechselndem Erfolg, wie ich leider zugeben muss, aber ich gebe nicht auf!

    Ich gehe jeden Tag zum Friedhof, das liegt aber auch daran dass er keine 10 Minuten von meiner Wohnung weg ist.

    Ich habe ein Grab, da gibt es immer was zu tun.

    Im Sommer gießen, Blumen neu pflanzen und im restlichen Jahr Kerzen anzünden, den Grabstein pflegen und immer mal wieder etwas Schönes Neues hinzufügen.

    Mir ist klar, dass meine Lieben dort nicht sind, sondern dass es nur ein Symbol meiner Liebe zu ihnen ist, das auch andere Menschen bewundern können.