Posts by Tereschkowa

    Meine Lieben,

    danke für Eure Begleitung am 27.

    Danke, dass Ihr mich gedanklich unterstützt, auch wenn ich es kaum schaffe im Forum zu sein.


    Momentan bin ich gezwungen zu funktionieren, das kann ich nur wenn ich verdränge...

    ich hoffe, dass ich bald wieder ein wenig Überblick und Ruhe finden werde, um auch wieder

    öfter im Forum zu sein.

    Denn: Ihr fehlt mir.


    Herzlichst,

    Tereschkowa

    Liebe Andrea, liebe Karin, liebe Sunny 1+1=0 , liebe Maike, liebe Hasi, liebe Gabi, lieber Uwe, lieber Nelson,


    Liebe alle.

    Herzlichen Dank für Eure Gedanken am 27.

    Und überhaupt - danke für Euch.


    Bitte entschuldigt mein geringe Beteiligung und Aufmerksamkeit.

    Ich konnte und kann in der nächsten Zeit nicht oft im Forum sein,

    da mich unterschiedliche Schwierigkeiten viel Zeit und Energie kosten.


    Ich wünsche Euch - uns - allen Kraft und Mut.


    Herzlichst,

    Tereschkowa





    Lieber Matthias,

    ich verstehe Dich.

    Sehr gut. Leider.

    Mir geht es genauso.... hätte, hätte, hätte....


    Wenn Du erlaubst schildere ich in Deinem Thread was ich mittlerweile zu

    diesem Thema denke.

    Ich gestehe mir nicht zu, mich zu Deinen "Hätte-Fragen" zu äußern.

    Wenn es gar nicht passt, bitte verzeih.


    Zumindest bei mir gilt:

    Ja, es hätte verhindert werden können. Von mir ... so viel ist klar.

    Menschlich betrachtet. Medizinisch bestätigt.


    Mir helfen daher diese Gedanken von Schicksal und Seelenplänen gar nicht.

    Das käme mir wie eine billige Ausrede für mich selbst vor und immer - wirklich immer -

    wenn jemand auf mich einredet mich nicht verantwortlich zu fühlen, passiert innerlich das genaue Gegenteil:

    Ich zerfleische mich, da nur ich - und P. - die genauen Abläufe vor seinen Tod erlebt haben.

    (Es war kein plötzlicher Tod ohne Vorzeichen und es war keine unheilbare Krankheit. So wie bei Dorit und Dir.)


    Das wiederum ist "normal" - so funktioniert unsere Psyche:

    Wenn man sich schuldig oder verantwortlich fühlt in dieser Art verwandelt sich jeder

    "Freispruch von Außen" in unserem Inneren in das komplette Gegenteil.

    Mein "innerer Richter" wird dadurch nur noch schärfer.


    Daher habe ich bereits vor langer Zeit aufgehört viel über meine "Schuld- und Verantwortungsfragen" zu reden

    oder nahe Menschen gebeten mir nur in Ruhe zuzuhören oder wie ein möglichst neutrale/r Zeuge/Zeugin meine Fragen zu beantworten.

    - aber bitte, bitte "Freisprüche" jeglicher Art zu unterlassen,

    da es meine "innere Selbstzerfleischung" nur befeuert ....

    (Zeugen brauche ich, denn durch die Traumatisierung und die folgenden Medikamente habe ich immense Gedächtnislücken und verzerre

    durch meine Verantwortlichkeitsgefühle meine Erinnerungen so stark, dass ich diesen nicht mehr traue. Doch ich brauche

    von diesen Zeugen Informationen. So sachlich wie möglich. Keine Meinungen, Interpretationen und eigene Glaubenskonstruktionen.)


    Das habe ich mir nicht so ausgesucht und kann auch

    nichts dagegen tun. Die Psyche funktioniert so. Die Psyche ist ein Biest!


    Zum Glück halten sich alle mit denen ich darüber spreche mittlerweile daran.

    Ich weiß, dass das alles gut gemeint ist, aber es verschärft meine Selbstanklage und bringt noch ein (oft) schlechtes Gewissen

    denjenigen gegenüber, die es aufrichtig gut meinen hinzu.

    Dieser innere Gerichtsprozess ist einsam und braucht Ruhe:

    Tagtäglich sitzen meine Anklägerin, Anwältin und Richterin im Gerichtssaal.



    Mein Ziel:

    Genügend Kraft und vor allem Mut diesen Prozess bis zum Ende durchzustehen.

    (Ich sehe es als meine Aufgabe so lange in diesem Gerichtssaal zu sitzen bis es mir gelingt

    - ohne Selbstbetrug und billigen Fatalismus - ein "Urteil" zu fällen.)

    Mein Wunsch:

    Frieden im Kopf und Herzen in dem ich mir selbst vergeben kann.


    So sieht es bei mir aus.

    Ich kann den Text gerne löschen, wenn er Dich stört und/oder Du gar nichts damit anfangen kannst.

    Ganz herzlich,

    Tereschkowa

    Liebe Adi,

    Du jammerst nicht - Du leidest.

    Ein Schwer hebt das andere nicht auf.

    Es ist kein Wettkampf der Relativitäten.

    Ich verstehe Dich sehr, sehr gut: Die Zeit - der viel beschworene Freund - arbeitet gegen mich.

    Nichts wird "besser".


    Kein Trost, aber Verständnis.

    Herzlichst,

    Tereschkowa

    Schicksal nennt man das, einen solchen Seelenplan KANN SICH MEINE SEELE NICHT AUSGESUCHT HABEN

    (einen liebenswerten Menschen sterben lassen und einen unmöglichen, streitsüchtigen alten Menschen stattdessen an meine Seite zu schicken).

    Wenn sich diesen Seelenplan meine Seele vor ihrer Inkarnation ausgesucht haben soll, dann ist EINDEUTIG, DASS DIESE SEELE EINEM IRREN GEHÖRT HABEN MUSS !

    Dann wüsste ich wieder etwas mehr über meine Vergangenheit, also war ich in meinem früheren Leben ein Schwachsinniger, auch das müsste ich hinnehmen.

    Lieber Matthias,

    das würde ich für mich auch so unterschreiben ( nur der unmögliche Vater bleibt mir wenigstens erspart), aber das mit dem Aussuchen der Seele der Seelenpläne

    kann ich wirklich nicht glauben, denn soo viele Schwachsinnige und komplett verstrahlte Irre kann es nicht geben ...


    Danke für die Formulierung,

    ich wünsche Dir eine Nacht mit Schlaf, um etwas Kraft für das morgendliche Grauen zu haben,

    herzlich,

    Tereschkowa

    Echte Trauer verändert uns komplett und unwiderruflich.

    Was ich noch nicht aus eigener Erfahrung weiß, ob man aus diesem schrecklichen Lebensgefühl jemals wieder zurückfinden kann in ein Leben voller Freude, von dem man uneingeschränkt behaupten kann, dass es für einen selbst lebenswert ist

    Es gibt Indizien dafür, leider viel zu wenige, dass sie mich restlos überzeugen könnten, aber die Hoffnung stirbt nie.

    Und ich verspreche euch hier und jetzt: Ich werde solange hier schreiben, bis ich die Wahrheit für mich herausgefunden habe.

    (Falls dieses Forum überhaupt solange existiert)

    Liebe Gabi,

    danke!

    Danke für Deine Texte.

    Herzlichst,

    Tereschkowa

    AUCH WENN MAN MIR MEINE WORTE ÜBEL nehmen wird

    Lieber Matthias,

    nein.

    Ich sicherlich nicht und viele andere hier sicher auch nicht.

    Setz Dich nicht unter Druck - schon gar nicht hier.

    Wir sind in einem Trauerforum und jede/r liest freiwillig die Beiträge der anderen.

    Ich danke Dir für Deine Beiträge:

    Auch wenn es paradox klingen mag: Deine Beiträge trösten mich und ich fühle mich weniger einsam.

    Ich bewundere Deinen Mut und Deine Kraft, dass Du alles Erdenkliche versuchst um mit dieser

    traumatisierenden Ohnmacht umzugehen.

    Hoffentlich ein wenig Beruhigung in der Trauergruppe,

    herzlichst,

    Tereschkowa

    Das ist unter anderem auch der Grund weshalb ich nicht mehr viel schreibe , weil ich nicht möchte das sich andere von meinem Erleben hinabgezogen werden, das ist das Letzte was ich will.

    Liebe Gabi,

    die Ursache warum viele von uns sich in den Abgrund gezogen fühlen bzw. sich tatsächlich dort befinden sind ganz sicherlich nicht

    Deine Beiträge. Zumindest für mich nicht: Wenn schon im " dunkle(n) Ödland der Trauer" - dann am liebsten mit Dir.


    Danke für Dich.

    Herzlichst,

    Tereschkowa

    schon krass, wie man hier allen kraft wünscht. und bei mir war es am 07., bei mir hat sich niemand gemeldet. aber ok,

    Liebe Ange,

    das tut mir sehr leid. Bitte entschuldige.


    Es klingt nach Rechtfertigung, aber seit dem Tod meines Geliebten leide ich - und wahrscheinlich viele hier - unter mehr als selektiver Wahrnehmung und Aufmerksamkeit.

    Mein Kopf funktioniert nicht mehr richtig.

    Manchmal nehme ich Umstände sehr stark wahr, dann wiederum gar nichts ... es ist zusätzlich zum Heulen.


    Gut, dass Du das geschrieben hast und nicht still gekränkt bist, so gibts Du uns wenigstens die Möglichkeit uns

    zu entschuldigen.

    Danke.


    Bitte fühle Dich auch noch nachträglich bedacht.

    Ich wünsche Dir Kraft und Mut.

    Herzlichst,

    Tereschkowa

    Diese Tatsache kann keine Zeit wandelt, das ist passiert und einfach unverzeilich genauso wie der völlige Wahnsinn, Dorit mit ihrer Erkältung mit den Atmungsbeschwerden den weiten Weg zu Fuss laufen zu lassen. Damit habe ich eigentlich mein Leben verwirkt, LEIDER


    Das wird Sie bis an ihr Lebensende verfolgen, das werden Sie leider nicht wieder los !


    Und damit werden diese Leute leider Recht behalten.


    Lieber Matthias,

    ich glaube ich verstehe Dich. Leider.

    Im Rahmen des Möglichen.

    Auch ich habe mein Glück und mein Leben selbst zerstört.

    Es gab etliche Momente vorher bei denen ich hätte eingreifen können (und müssen), daher

    kann ich mich mit dem Schicksalsmoment und der Vorbestimmtheit des Todestages nicht arrangieren,

    denn ich sehe tagtäglich nicht nur diese schrecklichen Bilder vor mir, sondern auch meine verpassten Möglichkeiten.

    Meine verabsäumte Verantwortung.


    Es würde mir auch nichts erleichtern, wenn ich an Schicksal oder den vorbestimmten Todestag glauben würde,

    denn dann bräuchte ich es erst recht nicht mehr zu versuchen mich mit dem Leben versöhnen:

    Wenn es dies gäbe - warum hat es die Situation genaus so eingerichtet, dass ich mich wahrscheinlich mein ganzes verdammtes Restleben

    verantwortlich für den Tod meines Geliebten, die Zerstörung unseres Glücks fühlen muss?

    Selbst für einen plötzlichen Tod gibt es hunderte von anderen Möglichkeiten.

    Der Tod von Dorit (wenn ich das richtig verstehe) und der Tod meines Geliebten waren genau eingepasst:

    Nicht so plötzlich, dass wir im Nachhinein nicht etliche Vorzeichen und Möglichkeiten sehen können, den Tode entweder zu verhindern oder zumindest sein Herannahen zu erkennen, um sich wenigstens zu bedanken und den geliebten Menschen

    die Aufmerksamkeit deutlich zu zeigen, die sie für uns haben. Uns würdig zu verabschieden. In Liebe.

    Nein, wir haben die Anzeichen nicht wahrgenommen, weil wir mit anderen Dingen beschäftigt waren.

    Und dafür hassen wir uns. Zumindest ich mich und dies wahrscheinlich für immer.

    Wie gesagt es würde für mich nichts erleichtern, wenn ich an die Vorbestimmtheit des Todestages oder

    des Schicksals glauben würde.

    Im Gegenteil.

    Meinen Selbsthass kann ich vielleicht noch irgendwie kontrollieren und unter Umständen sogar ihn kanalisieren in andere

    sinnstiftende Tätigkeiten.

    Das Schicksal und das Leben anstatt mich selbst zu hassen ist ganz sicher eine Sackgasse.

    Bitte entschuldige - bitte entschuldigt alle - diese drastischen Worte.

    Eigentlich schreibe ich darüber nicht mehr, weil ich niemanden verletzten oder entmutigen möchte.


    Es sind die "Dämonen der verabsäumten Verantwortung" (Nicht Schuld und nicht Schulgefühl),

    die innerlich wüten und es verhindern, dass sich die unter Umständen ruhige, zarte und versöhnliche Trauer einstellt.

    Meine Dämonen gönnen mir nicht mal die Trauer. Vor allem Monat zu Monat weniger...


    Dämonen lassen sich nicht durch Vernunft bändigen.

    Liebe beeindruckt sie nicht, dazu fehlt ihnen der Respekt und die Gnade.

    Die Zeit scheint ihr Freund zu sein. Sie arbeitet für sie und gegen mich.


    Mir fällt nur immer wieder nur Kafka ein:

    Verlassen sind wir doch wie verirrte Kinder im Walde. Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüßtest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen vor einander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle...
    - Aus einem Brief Kafkas an Oskar Pollak, 8.11.1903.


    Ich kann den Text gerne wieder löschen und es bei einem kurzen

    "Ich glaube ich verstehe Dich, Matthias. Leider." belassen.

    Denn ich habe keine Worte des Trostes.

    Und keine so wunderschönen "Tritte des Mitgefühls" wie Blaumeise. (Danke, Blaumeise. Ich bewundere Dich dafür. Danke.)

    Oder Verständnis, das aus dem Herzen kommt wie Kornblume. ( Danke, Kornblume.)


    Bitte entschuldigt.

    Herzlichst,

    Tereschkowa

    Liebe, liebe Ros,

    ich bin sehr froh zu lesen, dass es Deiner Mama besser geht.

    Bitte entschuldige, dass ich mich nicht gleich meldete... mir fehlte die Kraft zum Schreiben.

    Dir und Deiner Mama wünsche ich viel Kraft und Mut. (Oder um es mit Gabis Worten zu sagen: May the fourth be with you)

    Herzlichst,

    Tereschkowa

    Liebe Gabi,

    danke!

    Ja.

    Ja.

    Ja.

    Herzlichst,

    Tereschkowa

    Glaube an die Welt Enno Burger



    Dein halbes Leben
    Hast du danach gesucht
    Nicht viel gefunden
    Hast gezweifelt und geflucht


    Hast eigentlich

    Schon nicht mehr daran geglaubt

    Hast es gesehen

    Und deinen Augen nicht getraut

    Bist voller Hoffnung

    Und trägst ein Lächeln auf dem Mund

    Du bist gewachsen

    Sprichst von Wir und denkst an Uns

    Hast große Pläne

    Und du legst dich fest

    Du willst alles

    Und den ganzen Rest


    Und dann denkst du

    Dass das Glück doch übertreibt

    Hast einen Wunsch

    Dass es bitte noch so bleibt

    Alles ist gut

    Hast du noch grade fest geglaubt

    Bis dir das Leben

    In die Fresse haut


    Woran soll man glauben

    Damit sowas nicht passiert

    Worauf soll man bauen

    Wenn man sein Grundvertrauen verliert

    Wohin schauen

    Um hier irgendeinen Sinn zu sehen

    Sucht Ihr ruhig weiter

    Doch ich, ich bleib hier stehen

    Woran soll man glauben

    Damit sowas nicht passiert

    Worauf soll man bauen

    Wenn man sein Grundvertrauen verliert

    Wohin schauen

    Um darin irgendeinen Sinn zu sehen

    Geht Ihr ruhig weiter

    Doch ich will nicht weiter gehen

    Sucht Ihr ruhig weiter

    Doch ich, ich bleib hier stehen