Beiträge von Julia W.

    Liebe Silvia ,

    Ich kann deine Worte und Emotionen , diese Machtlosigkeit, das begreifen dieser Endgültigkeit, die man nicht verstehen kann so nachvollziehen.
    Man hat den Drang noch etwas zu tun, in der Hoffnung / oder im Unterbewusstsein, dass es sich doch noch ändert , dass es ein gutes Ende nimmt, doch dann bekommt man die Wucht des „nicht ändern „ können mit aller Kraft zu spüren und man ist fassungslos .jeden Tag aufs Neue . Meine Mutter ist am 03.12.2019 nach einem Herzinfarkt mit nur 51 Jahren völlig unerwartet gestorben. Habe dazu auch einen Beitrag. Ich Trauer bald fast 5 Monate . Ich begreife es bis heute nicht . Egal was man macht , man nimmt was in die Hand , überall stecken die Erinnerungen, und Gedanken an die Zukunft schnüren einen zu. Man kann sich das weitere Leben so nicht vorstellen, mit dem Wissen , dass es einfach so bleibt . Ich will dir sagen, dass ich deine Worte eins zu eins verstehe. Und das auszuhalten , diese Gedanken und Gefühle ist nicht zu beschreiben. Manchmal würde man einfach nur gern weg laufen, aber die Gefühle und Gedanken , Fragen sind ja mit an Bord . Es ist fürchterlich.
    ich wünsche dir viel Kraft !!!

    Immer wieder schwirre ich hier durch dieses Forum , lese viele Beiträge. Es ähnelt sich so viel in der Trauer .

    Es sind wieder Tage und Wochen vergangen. Ostern steht vor der Tür , aber es ist nicht mein Ostern wie es immer war . Ich erinner mich schmerzvoll an letztes Jahr Ostern. Da hatte ich meinen Sohn noch in meinem Bauch , es war sehr warm. Wir waren mit der Familie zusammen. Wir hatten so einen schönen Tag zusammen. Den ganzen Tag saßen wir im Garten, meine Mutter und ich nebeneinander . Unsere Gespräche an dem Tag gingen nicht aus , wie immer . Wir hatten immer was zu bereden . Wir genossen das Wetter , aßen lecker . Und dieses Jahr ? Es ist das erste Ostern von meinem Sohn , ohne seine Oma . Alles das erste mal und nicht einmal konnten wir das zusammen genießen. Wir stellten uns letztes Jahr vor wie es sein wird wenn wir das nächste Ostern zusammen feiern , mit Kindern . Beide Enkel sind da . Der Sohn von meinem Bruder der im Oktober letztes Jahr kam und mein Sohn. Und keiner ahnte das die Uhr tickt , jeden Tag lauter .Es treibt mich weiter so in den Wahnsinn , dass einfach nix daran zu ändern ist. Sie wird nie ein Fest zusammen mit uns und ihren geliebten Enkeln erleben . Ich schaue mir Bilder von ihr an und verstehe es nicht , wie so ein junger Mensch , so fit und voller leben so plötzlich sterben kann. Je mehr Wochen und Monate vergehen , desto bewusster wird es mir wie sehr sie fehlt . Die Sehnsucht sie nochmal zu spüren bei mir zu haben , zu uns , unserer Familie wo sie verdammt nochmal hingehört schmerzt einfach so ungemein. Es ist nicht in Worte zu fassen was das mit einem macht . Wenn diese Augenblicke kommen wo einem so klar wird das sie nie wieder zurück kommt , da bin ich immer wieder aufs Neue einfach so geschockt . Der Kopf die Gedanken kommen damit nicht klar , wollen es anscheinend auch immer noch nicht . Es geht durch den ganzen Körper .
    meinem Vater sehe ich den Verlust auch immer mehr und mehr an. Er hat viel abgenommen und ist verständlicherweise nicht mehr wie er war . Wie wir alle nicht . Besuche sind von ihm nur kurz , er stellt täglich Bilder bei WhatsApp rein. Wenn ich das sehe würde ich ihm so gern helfen , aber eine Stütze bin ich ihm nicht . Ich bin nur froh das er sich nicht den ganzen Tag in der Wohnung verkriecht . Er sagt er ist gerne dort weil er spürt das Mama da ist. Ich würde ihn nur noch mehr runter ziehen. Es vergeht kein Tag an dem ich nicht weine .
    letzte Nacht hab ich von Mama geträumt , wir drückten und küssten uns . Danach war die Nacht vorbei. Meine Schwester brachte heut ein ostergeschenk für meinen Sohn. Ich bin so stolz auf meine jüngere Schwester . Es ist einfach nur bitter und schmerzt .
    Mama ich liebe dich , aber das brauch ich dir nicht sagen. Wir wussten es beide !!!

    Man lebt wie in zwei Welten. Auf der einen Welt geht das Leben so gnadenlos weiter . Die Sonne scheint , die Vögel zwitschern, die ersten Blüten zeigen sich, man spürt den kommenden Frühling . Es ist eine Jahreszeit zum Genießen , abgesehen von der Corona Krise . Aber genau das macht mich so wahnsinnig fertig . Auf der anderen Welt sind die Erinnerungen , die ja eigentlich schön sind , aber so schlimm schmerzen. Die Gedanken an die Zukunft sind ebenso schmerzhaft . Es sind schon so viele Dinge geschehen , von denen meine Mutter nichts weiß . Schöne Dinge , worüber sie sich so gefreut hätte . Diese Gefühle fahren Achterbahn und haben mich voll im Griff . Ich spüre einfach ,dass ich nicht mehr der Mensch bin der ich einmal war . Weiterhin ist es für mich so absurd , dass meine Mutter nicht mehr zurück kommt. Jegliche Probleme die man im Leben hat sind lösbar . Aber Krankheit und Tod nicht . Wie kann so etwas so plötzlich ohne Ankündigung passieren? Wieso gab es keine kleinen Anzeichen? Solch ein Herzinfarkt dieses schlimmen Ausmaßes kommt von jetzt auf gleich? Selbst die Ärzte waren schockiert , so einen schlimmen Infarkt haben sie selten gesehen, und das meine Mutter es damals noch Intensivstation geschafft hat ? Obwohl keine Zeit verloren wurde , sofort Maßnahmen erste Hilfe Krankenhaus Wiederbelebung , OP , und trotzdem hat sie es nicht geschafft. Immer wieder kreist es in meinem Kopf . Manchmal habe ich den Hörer In der Hand und bin kurz davor im Krankenhaus in Bad oyenhausen anzurufen um zu fragen warum sie trotz geglückter OP mit dieser Herzmaschine es nicht überlebt hat. Aber was bringt mir das ??? Nichts !!! Das weiß ich . Keine Antworten bringen sie mir zurück .
    weiterhin begleiten mich schlimme Träume . Wie ich sie wiederbelebe, mir es aber nicht gelingt. In einem anderen Traum ist sie wieder da und alles ist gut. Man Mama ich vermisse dich so sehr . Wie gern würde ich deine Stimme hören und dich einfach nur fest in den Arm nehmen. Die Liebe die wir hatten zerreißt mich . Ich möchte leben , glücklichen Leben , aber es gelingt mir nicht.

    Ich danke euch allen für eure Beiträge .
    ich weiß garnicht was ich schreiben soll. Ich spüre einfach , dass ich einfach nicht ins normale Leben finde . Meine Gedanken gehen weiterhin und ständig um meine Mutter . Um das was sie durchmachen musste, um das „warum“ sie nicht überlebt hat, um das , warum sie sterben musste so früh. Es quält unwahrscheinlich. Ich stehe damit auf und gehe mit den Gedanken und schlimm aushaltbaren Gefühlen ins Bett . Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich war . Wie auch? Meine Mutter ist nicht mehr an meiner Seite . Früher hab ich morgens gerne Musik und Radio gehört , so hat mein Tag gut gelaunt begonnen, das kann ich heut nicht mehr . Ich stehe neben mir , das schöne Wetter was wir hier haben , macht mir alles noch schwerer . Ich habe gehofft , das es mir dann besser gehen wird , leider genau das Gegenteil. Weil es auch ihre liebste Jahreszeit war , der Frühling , der Sommer. Ich merke wie ich realisiere, was es bedeutet sie nicht mehr zu haben. Nicht nur für mich , für uns alle . Meine Geschwister , meinen Vater . Ihm sieht man auch in letzten Tage den Verlust immer mehr an . Er lädt einen Status mit Bildern meiner Mutter bei WhatsApp hoch. Einen Abend bin ich noch spät abends zu ihm hin gefahren, nachdem er kommentarlos ein Bild meiner Mutter in unsere große familiengruppe geschickt hatte bei WhatsApp.Er fragte nicht danach, aber ich hatte das Gefühl das er grad nicht allein sein sollte. Wir redeten nicht über meine Mutter an dem Abend, aber wir waren ne gute Stunde Abends noch zusammen Ich kann ihn nicht trösten , er weint vor uns nicht . Wir halten als Familie zusammen, sehen uns mehrmals wöchentlich. Aber es ist einfach nichts mehr wie es war. Ich fass es weiterhin nicht , dass sie gestorben ist. Ich bekomm es nicht zu greifen . Dieses hinnehmen , es annehmen das es so ist , ich schaff es nicht . Ob ich Hilfe dabei brauche ? Ich weiß es selbst nicht . Wenn ich an die Vergangenheit denke weine ich, wenn ich an die Zukunft denke weine ich ebenfalls. Teilweise habe ich das Gefühl es wird nie mehr normal werden .

    Immer wieder kommen aus den nichts kurze Momente der Erinnerung. Kurze bildliche Sequenzen , in denen ich ihr Lachen höre , ihr Gesicht so klar sehe, ihre Stimme höre als ob sie neben mir steht . Immer wieder bildliche kurze Momente , wie so Blitze , wie z.b als wir einen Schnaps an der Theke an meiner Hochzeit tranken, wir laut lachten wir eng umschlungen an meiner Hochzeit tanzten, ihre weichen Hände, die mich im Kreißsaal hielten, wie sie hier auf unserer Terrasse sitzt mit meinem Sohn auf dem Arm, wie sie ihn liebevoll streichelt auf die Wange küsst, wie sie mich mit unendlicher Liebe drückte küsste , wie sie mir immer aufmerksam zuhörte . Sie hat mich immer verstanden, immer eine Antwort gehabt. Ich vermisse nicht nur unendlich meine Mutter , ich vermisse diesen wunderbaren Menschen. Den Menschen mit den ich einfach alles teilte . Sie wusste alles von mir , sie kannte mich in und auswendig . Sie wusste wie ich fühle und denke . Ich vermisse sie , ich vermisse unsere Unternehmungen , shoppen gehen, telefonieren , WhatsApp schreiben, ihr Bilder von meinem Sohn schicken , worüber sie sich immer freute , ich vermisse das gemeinsame Kaffee trinken, ja auch das sie mir die Haare mein Leben lang geschnitten hat, ja es hört sich blöd an, ich war mein Leben nie beim Friseur . Sie war gelernte Friseurin. Ich vermisse ihre Art und Weise , ihre Leichtigkeit , mit ihr war alles möglich. Ich vermisse die Liebe die sie mir mein Leben immer gegeben hat. Ich vermisse meine Mutter diesen für mich so unglaublichen Menschen, meine vertrauteste Person, diese Mutter Tochter Verbindung . Nichts aber auch nichts hätte uns trennen können. Es fällt mir so schwer das ich das nicht mehr bekomme. Es fällt mir so schwer das ich es akzeptieren muss das es nicht mehr zu ändern ist. Wie sehr ich Meine Mutter liebe ist einfach nicht in Worte zu fassen.

    Meine Mutter war 51 Jahre . Ich fass es nicht wenn ich das schreibe. Ich bin 30 Jahre alt , habe immer gedacht , wie glücklich ich sein kann so eine junge Mutter zuhaben. Da haste richtig was von. Leider nein . Sie durfte nicht Alt werden. Ich kann das weiterhin nicht begreifen. Wenn ich meine eigenen Zeilen lese , denke ich immer , das kann nicht sein. Das geht nicht . Ich vermisse sie so sehr .

    Ich kann deine fassungslosen Gedanken voll und ganz nachvollziehen.
    meine Mutter lächelte mich in dem einen Moment noch an und 1 Minute später kämpfte sie um ihr Leben. Als der Herzinfarkt kam waren wir dabei, die ganze Familie . Und dieser plötzliche Tod ( bei uns war es noch mit über 2 Wochen Intensivstation ... verbunden ) aber es war ohne jegliche Ankündigung. Ein eigentlich gesunder Mensch stirbt einfach. Es kann für unseren Verstand so nie einen Sinn ergeben.

    Finde deinen Beitrag irgendwie gut , diese Gedanken gingen mir auch schon durch den Kopf , wobei ich sagen muss , dass ich genau weiß und merke , dass ich noch lange nicht an diesen Punkt bin um zu sagen , „ lass los „

    Ich kann noch nicht mal die zu klein gewordenen Anziehsachen meines Sohnes aus dem Schrank räumen, die meine Mutter ihm geschenkt hat. Ich bin noch lange nicht an dem Punkt zu akzeptieren, weil ich es als so falsch empfinde so früh aus dem Leben gerissen zu werden. Auch ich hänge in Erinnerungen fest und finde die Erkenntnis so schlimm, dass keine neuen Erinnerungen mit meiner Mutter entstehen können. Man hat das Gefühl, dass man ja „nur“ noch das hat, die Erinnerungen mit dem geliebten Menschen. Aber auch die Gedanken an die Zukunft machen mir schwer zu schaffen, weil es weiterhin so unbegreiflich ist, dass es so bleibt, dass sie nie wieder kommt. Gleichzeitig wie du es auch schon schreibst, wird das Leben nie mehr wie es war.
    Kontaktversuche mit dem Jenseits , ja wie soll ich es sagen, ich denke dafür muss man auch selbst sehr stark dran glauben. Ich befürchte jedoch , dass die Verzweiflung Hinterbliebener ausgenutzt wird. Wenn man z.b. Solche Veranstaltungen betrachtet.
    Ein Zeichen , wie ich mal hier in einen Beitrag gelesen habe , an dem Tag der Beerdigung eine Wolke in der Form von einem Herz, kann man als Zeichen oder Zufall betrachten. Aber sowas finde ich einfach nur schön und ich denke , dass es einem viel Kraft geben kann. Man versucht ja alles aufzusaugen.Jeder versucht seinen Weg zu finden mit dem Schmerz umzugehen, ich habe meinen noch nicht gefunden und habe auch Angst keinen Weg zu finden.

    Es tut mir so wahnsinnig leid das du deine Mama so früh verloren hast. Ich kann dich so gut verstehen. Ich habe meine Mutter mit nur 51 Jahren plötzlich durch einen Herzinfarkt verloren. Verbunden mit über 2 Wochen Intensivstation , Flug in eine andere Klinik . Auch Hoffnung gehabt und dann passierte das was niemand aussprechen wollte. Ich kann so nachvollziehen was in dir vorgeht . Es ist wie ein Schockzustand. Man weiß was passiert ist aber verstehen und realisieren kann man es nicht. Ich habe auch einen Sohn und Mann. Ich empfinde es wie ein Film . Alles zieht an einem vorbei. Man funktioniert und macht alles , aber die Gedanken sind 24/7 bei Mama. Ich träume so oft von diesen Bildern, verzerrt aber meine Mama sehe ich in diesen Träumen. In ein paar Tagen sind es bei mir 3 Monate ohne meine Mama, und ich kann es immer noch nicht verstehen das ich sie nie wieder sehe.
    in meinem Beitrag schrieben die Lieben Mitmenschen hier, dass die Trauer wie in Wellen kommt , und ja das stimmt. Manchmal wird man von diesen Wellen so überrollt , dass man es nicht aushalten kann.etwas begreifen müssen was man nicht versteht . Manchmal sind es Stunden oder auch mal ein Tag wo man es besser aushalten kann. Du schreibst von Fröhlich sein. Setz dich nicht unter Druck. Ich kann dir von mir aus nur sagen, dass diese Leichtigkeit des Lebens welche ich immer hatte vorerst wie weg ist. Ich mag das überhaupt nicht , aber ich muss es jetzt erst mal so akzeptieren. Man kann keine Fröhlichkeit erzwingen. Mein Sohn schafft es mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und irgendwann hoffe ich für dich und mich das es uns leichter fällt wieder Fröhlichkeit zu empfinden , ( er ist nun 8 Monate ) . Gleichzeitig zerreißt es auch das sie ihn nicht aufwachsen sieht . Ich hoffe das dir deine Familie genug Kraft gibt und du irgendwie durch den Sturm der Gefühle und schockzustände kommst.

    Danke Sverja für deine lieben Worte und mein tiefes Mitgefühl zu deinem Verlust eines dir lieben Menschen .

    im Moment kann ich mir garnicht vorstellen jemals wieder Karneval zu feiern, weil sie einfach nie wieder dabei sein wird.

    Wenn ich daran denke auf einen Umzug für Kinder zu gehen, dann plagen mich sofort die Gedanken , dass es alles Dinge gewesen wären, die ich gemeinsam mit ihr gemacht hätte , alles das erste mal für meinen Sohn , aber auch für sie das erste mal als stolze Oma mit ihren Enkel einen Karnevalszug zu erleben. Sie durfte nur 4 Monate und 3 Wochen dieses Glück erleben Oma zu sein. Es ist so unbegreiflich, dass wir diese Möglichkeit nie haben werden . Wenn ich an den bevorstehenden Frühling und Sommer denke wird mir wirklich schlecht. Mir ist bewusst , dass es nicht gut ist so schwarz in die Zukunft zu sehen, aber zur Zeit bekommen ich das nicht wirklich anders hin. Es ist mein erstes Jahr als Mutter und

    gleichzeitig das erste Jahr ohne meine Mutter. Es ist einfach nicht greifbar für mich.

    Ich weiß das ich für meine Familie stark sein muss , und ich möchte und werde meinen Sohn so unbeschwert und so glücklich wie möglich aufwachsen lassen. Anders würde es meine Mutter nicht wollen. Aber es ist so ein Zwiespalt . Auf der einen Seite diese kaum zu ertragene Trauer und Sehnsucht zu seiner eigenen Mutter , und dann dieses kleine neue Leben , was von nichts weiß und mir jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht zaubert . Es tut mir so leid für ihn so einen wundervollen Menschen nicht kennen lernen zu dürfen. Das mein Sohn das Leben mit einer so liebevollen Oma nicht kennen lernen wird schmerzt mir so sehr .Ich weiß wie es ist eine liebevolle Oma gehabt zu haben.
    ja Sverja du hast recht mit deinen Worten.
    Es ist noch so frisch und wie die schreibst wild tief und schmerzhaft. Vor allem wild ! Von jetzt auf gleich schießen einem Erinnerungen hoch , Schmerz , Trauer , man kann es nicht in Worte fassen. Ich glaube ich werde nie verstehen was passiert ist, es nie so annehmen können. Ich hoffe auf die Zeit , dass es erträglicher wird , wobei ich mir das zum jetzigen Zeitpunkt auch nur schlecht vorstellen kann das es besser wird, weil ich sie immer gleich vermissen werde.


    Und wieder sind einige Tage vergangen. Heute ist Altweiber, dass war immer unser Tag!!! Unser Tag an dem wir uns extra Urlaub nahmen , und schon früh morgens trafen, unser Dreier- Gespann , meine Mutter meine Schwester und ich. Wir freuten uns immer zusammen Altweiber und Karneval zu feiern. Und wieder realisiere ich ,dass ich es nie wieder mit meiner Mutter feiern kann.Wie alles andere in meinem Leben nie wieder etwas gemeinsam mit ihr erleben werde. Ich will absolut nix von Karneval sehen oder hören. Die Erinnerungen wiegen zu schwer , es war immer so wunderschön, voller Lebensfreude , Fröhlichkeit , Ausgelassenheit , wir haben es immer in vollen Zügen Genossen. Ich merke wie sehr ich realisiere , dass unser altes schönes Gemeinsames Leben vorbei ist. Und ich merke wie sehr ich das vermisse und Zurück haben will.
    Meine Gedanken kreisen weiterhin 24 Stunden um meine Mutter , ich bekomme das nicht in den Griff. Ich merke wie schwer es mir fällt zu akzeptieren was passiert ist . Das belastet mich schwer . Immer wieder diese Frage WARUM, die wie ich selbst weiß mir überhaupt nichts bringt . Immer wieder die Gedanken , „ man lebt nur einmal, sie musste so früh Sterben.“ wieso habe ich meine Mutter so früh verloren? Sie sieht meinen Sohn nicht aufwachsen, mein Sohn lernt sie nie kennen. Manchmal überkommt mich immer wieder dieser schlimme Schock ,wo mir richtig bewusst wird das sie nie wieder kommt. Es ist so schmerzhaft.

    Im Moment passieren auch rund herum bei uns viele Dinge . Mein Bruder mit Frau haben ein Haus gekauft , renovieren es . Und meine Schwester mit ihrem Partner ziehen in unsere alte Wohnung ( Elternhaus ) wo wir aufgewachsen sind .
    Meine Eltern haben sich kurz bevor meine Mutter starb verkleinert und zogen direkt nebenan in eine kleinere Wohnung mit Terrasse.( im gleichen Haus ) sie wollten weniger Miete zahlen , brauchten ja nicht mehr so viel Platz. meine Mutter durfte ihre liebevoll neu gemachte kleine Wohnung mit meinem Papa nur knapp 3 Wochen erleben . Und jetzt wurde mein Elternhaus wieder frei ( die Nachmieter zogen wieder aus ) und meine Schwester wollte unbedingt dort einziehen. Nicht nur aus emotionalen Gründen auch weil die Wohnung eine Menge schöne Vorteile hat wie Garten usw. es ist die Wohnung in der ich und meine Geschwister groß geworden sind,dort steckt alles an Erinnerung mit meiner Mutter . Unsere gesamte Kindheit , Familienleben Heute betrat ich diese das erste mal wieder , es war sehr komisch, ich konnte kaum was sagen. Kann es nicht beschreiben . Die nachmieter hatten sie leider sehr verschmutzt und verhunzt zurück gelassen. Zuletzt war ich dort im Oktober als meine Mutter noch lebte und der Umzug statt fand. Ich habe vorher viel mit meiner Schwester gesprochen ob sie sich das gut überlegt hat , ob sie das überhaupt kann , mit den ganzen Erinnerungen an mama und unserer Familie verbunden mit der Wohnung in der sie ja auch groß geworden ist. Sie meint das es ihr ein sehr gutes Gefühl gibt , sie wollen sie sehr stark umgestalten, aber ich merkte auch heute wie gut es meiner Schwester tat. Ich wüsste nicht ob ich das könnte .
    Alles ist so seltsam, es passieren so viele Dinge , schöne Dinge und meine Mutter bekommt diese nicht mit. Ich hab sie in der Wohnung überall gesehen. Ich hab sie in Gedanken gesehen wie sehr sie sich gefreut hätte , dass meine Schwester mit ihrem Partner nach nebenan zieht . All das gibt es nicht mehr mit ihr zusammen.
    ich merke wie sehr ich das Leben mit ihr zurück möchte . Aber wer will das hier nicht , der einen geliebten Menschen verloren hat.
    Mama ich liebe Dich. ❤️

    Und wieder sind ein paar Tage vergangen , und bald wieder endet eine Woche ohne meine Mama.
    Soeben war ich ein paar Kleinigkeiten mit meinem Sohn erledigen. Nachher bummelte ich noch durch ein zwei Läden, weil mein Sohnemann im Kinderwagen eingeschlafen war und ich ihn nicht dort raus reißen wollte um wieder mit dem Auto nach Hause zu fahren.
    Egal welchen Laden ich betreten hatte , ich hatte so intensive Erinnerungen an meine Mutter , zum Teil Sätze die wir sprachen in den Läden. Ich sah sie in Gedanken neben mir laufen. Ich musste mich zusammen reißen um nicht in Tränen auszubrechen. Sie bummelte gern mit uns herum. Wieder empfand ich es als so unfair , dass sie das nicht mehr kann. Gestern Abend war es erneut ganz schlimm. Mir kamen Erinnerungen meiner Kindheit, die Urlaube die wir mit der ganzen Familie machten.es war alles so schön. Man hat nur einmal seine Mutter und ich durfte sie nur 30 Jahre haben . Wir planten noch und redeten darüber das wir nächstes Jahr alle zusammen in den Urlaub fahren könnten. Es ist alles zunichte . Meine Eltern hatte Pläne und nun ist mein papa allein. Es tut alles so furchtbar weh. Man lebt nur einmal , und sie durfte Nicht alt werden.

    Alles läuft weiter , der Alltag rennt , aber bei mir ist alles im Ausnahmezustand. Ich habe das Gefühl weiter im Kreis zu laufen . Ich kann es weiterhin nicht verstehen das es so bleiben soll. Das diese Qual der Sehnsucht nach meiner Mutter kein Ende hat, sie einfach nicht mehr zurück kommt. Ich kann es mir garnicht vorstellen irgendwann mal zu sagen „ dass meine Mutter schon 5 Jahre tot ist „ aber das wird wohl so kommen, und dann denkt man sich wahrscheinlich genau das gleiche wie jetzt , wo es gute 2 Monate sind . Manchmal wünschte ich, einfach mal nichts zu spüren.
    Mama ich liebe Dich !

    Ich hatte zwei Tage an denen ich es halbwegs gut aushalten konnte , und heute haut es mich den ganzen Tag wieder richtig um. Wieder überkommt mich diese Fassungslosigkeit, dieses nicht wahr haben wollen, diese Gedanken meine Mutter nicht mehr an meiner Seite zu haben. Ich kämpfe den ganzen Tag mit mir selbst. Ich versuche mich den ganzen Tag abzulenken. Ich habe heute den ganzen Tag gerödelt. Heute morgen Haushalt , mit dem Hund spazieren , Baby - schwimmen , kochen , Brot gebacken ... meinen Sohn umsorgt , wieder irgendwas geputzt um bloß nicht zur Ruhe zu kommen . Aber der Kopf und diese Gedanken Erinnerungen an Mama setzen sich immer wieder durch.
    heute ist es erneut unsagbar schwer . Ich liebe sie so sehr und vermisse sie , das ist einfach so ein fieses Gefühl . Ich weiß das es sich alles wiederholt . Aber dieses runter schreiben hilft manchmal einfach .
    Ich versuche mir vorzustellen das sie uns Irgendwie sieht .

    Zitat

    Wir haben uns auch viel belesen, wie du. Fachbegriffe in den Raum geworfen, die aussagen der Ärzte hinterfragt...die Bedingungen dort waren als Uni Klinik auch eher suboptimal...nun machen auch wir uns Vorwürfe, dass wir nicht hartnäckiger dran waren. Aber wäre im anderen Krankenhaus was passiert, hätten wir uns wohl auch Vorwürfe gemacht, dass wir sie nicht im anderen gelassen haben. Hätte hätte...

    ja ich kann deine Aussage so nachvollziehen! Auch wir standen vor der Entscheidung , ob meine Mutter in eine andere Klinik geflogen werden soll. Nachher wurde uns diese jedoch eh genommen weil es nicht mehr anders ging. Und du hast recht , hätte hätte... all das , all diese Gedanken und Fragen bringen uns unsere Mütter nicht mehr zurück .


    Es muss schlimm für deinen Papa und euch sein, dass euch zu aller erst solche Hoffnung gemacht wurde. Und dann passiert plötzlich das Undenkbare.

    Mit Freunden treffen soweit bin ich nicht . Alle kannten meine Mama und haben vollstes Verständnis. Das gestrige grillen war eher Familie und engste Freunde.die Freunde die auch dabei waren als es auf der Einweihungsfeier meiner Schwester passierte.
    ich rede viel mit meinem Mann , auch mit meinen Papa , meine Schwester und Bruder verarbeiten es ganz anders. Sie verdrängen und versuchen so wenig wie möglich darüber zu reden.
    eine Therapie ziehe ich nicht in Erwägung . Ich hatte mehrere Gespräche mit meiner Hausärztin, aber auch nur weil mein Vater dies arrangierte . Ich hatte Tage an denen ich nicht weiter wusste , und leider begleitet mich das ganze in den Schlaf .
    Sie bat mir an mehrmals außerhalb ihrer Sprechstunde vorbei zu kommen. Meine Hausärztin kennt unsere gesamte Familie sehr gut und auch meine Mutter sehr gut . Sie wusste über unser enges Verhältnis Zueinander . Nur deshalb habe ich es auch angenommen. Es waren gute Gespräche .


    Genau das gleiche was deine ältere Schwester sagte bzgl Hochzeit Kinder , sagte meine jüngere Schwester.
    Sie möchte es ohne meine Mutter nicht erleben.
    das deine Schwester nun ein Kind erwartet ist doch soooo schön . Der Gedanke das deine Mutter da die Finger im Spiel hatte ich wirklich wundervoll.


    Ja wie du es beschreibst , man sieht solche Schicksale immer bei anderen. Ich empfand es immer als so Furchtbar wenn ich mitbekommen habe das jemand früh ein Elternteil verloren hat.und jetzt ist man selbst betroffen. Ich vermisse sie einfach jeden Tag.

    Hallo Linda ,

    Euer Schicksal tut mir sehr leid. Man findet keine Worte dazu.
    Für euch waren es 2 Monate voller hoffen und bangen, bei uns gute 2 Wochen.
    Die eigene Mutter in solch einem Zustand zu sehen ist nicht auszuhalten, aber man steht es trotzdem durch. Wie weiß ich bis heute nicht.

    Für mich war es auch schlimm alles in die Hände der Ärzte zu übergeben. Selber nichts machen zu können.
    Diese Machtlosigkeit, dieses nichts tun können, dieses Vertrauen „müssen“ auf Ärzte „fremde Menschen „ die meine Mutter nicht kannten, für sie ist es verständlich ein Patient wie jeder andere.

    Auf das zu vertrauen was die Ärzte einem mitteilen.

    Ich bin ein Mensch der alles hinterfragt.

    Das was die Ärzte mir damals mitteilten habe ich ständig hinterfragt.Ich habe viel gelesen und wollte einfach das alles was möglich ist getan wird , nichts vergessen oder übergangen wird . Aber auch das hat nichts gebracht.
    Es ist einfach nicht zu verstehen, dass ein eigentlich gesunder Mensch so plötzlich von der einen auf die andere Sekunde um das Leben kämpft . Und obwohl es nichts bringt , fragt man sich WARUM?
    Wir verbringen auch viel Zeit mit meinem Papa.
    Gestern hatten wir unser geplantes grillen, im engeren Kreis .( wie wir es damals immer taten) Es war schön , aber man merkte es einfach, für alle war es komisch. Es war das erste mal , ein etwas größeres Treffen , aber Mama war nicht da. Genau wie du es beschreibst, man erlebt schöne Dinge, die sind aber ständig überschattet.

    Ich sah sie bildlich in meinem Kopf, wie sie sich freut , wenn wir kamen , ich fühlte in meinem Kopf ihre Umarmung zur Begrüßung ihren festen Kuss auf meine Wange . Ihre liebevolle herzliche Art.

    Genau wie du , stell ich mir vor , oder ich fühle es im Unterbewusstsein,es ist ganz komisch , als ob sie bald wieder kommt . Alles wäre gut . Und dann kommt der Schlag in den Magen.
    Der Gedanke , dass die Zeit mit meiner Mutter beendet ist, dass keine neuen Erinnerungen entstehen , keine neuen Bilder von uns , von ihr und meinem Sohn . Alles was ich von ihr habe sind jetzt nur noch Erinnerungen , das kann ich immer noch nicht verstehen.
    jemand sagte mal zu mir ich soll dankbar sein für die Zeit die ich mit ihr hatte. Ja das bin ich, aber es dürfte noch überhaupt nicht zuende sein.
    ja ich bin auch froh Geschwister zu haben , wir halten fest zusammen. Das hat unsere Mutter immer so stolz gemacht . Sie hat uns zudem gemacht was wir sind.

    Mein Sohn und mein Mann geben mir den Halt und den Grund weiter zu machen. Ich kann mir ein Leben ohne meine Mama garnicht vorstellen, die Zukunft ohne sie . Aber morgen sind es schon 2 Monate die ich ohne sie durchhalte. Es ist so unwirklich.
    Manchmal habe ich das Gefühl als ob ich sie vergesse, ihre Stimme, ihr Art. Und dann seh ich sie fast lebendig vor mir .
    dieser Schmerz ist einfach nur unerträglich.
    ich wünsche dir und deiner Familie ebenso viel Kraft auf diesem wirklich harten Weg. Es tut gut sich mit jemanden auszutauschen.
    liebe Grüße