Liebe
Puzzle,
nun
muß ich mich aber doch entschuldigen weil ich so lange nicht
geantwortet habe.
Mich hat der Frühjahrsblues geplagt, und mein Hirn
war wie leergefegt. Im Forum war ich auch kaum, aber ich glaube jetzt
geht es wieder.
Über
unsere Politiker denke ich am besten nicht mehr nach, sonst kommt mir
gleich die Galle hoch. Was Du über sie geschrieben hast sehe ich
genauso. Es geht ihnen aber nicht nur um Geld, sondern mindestens
wenn nicht noch mehr um Macht. Die Vorbildfunktion die sie haben
sollten ist bei den meisten nicht mehr gegeben. Wo man hin guckt ist
Lug und Trug. Nur der eigene Vorteil zählt. Jetzt ist auch unser
Vorzeige-Grüner Robert Habeck mehr als unangenehm aufgefallen, und
wenn er noch etwas Anstand hat müßte er zurücktreten, was er
freiwillig wohl nicht tun wird.
Inzwischen steht es auch bei uns in
der Zeitung:
„Neun
Stellen ohne Ausschreibung besetzt - Habeck führt sein Ministerium
wie einen Clan
Artikel
von Von FOCUS-online-Autorin Sarah Werner (Bremen)
In
Habecks Ministerium findet sich ein kompliziertes Familiengeflecht:
Die Staatssekretäre sind verschwägert und Familienmitglieder
liefern dem Bundeswirtschaftsminister Gutachten. Aber Habeck scheint
damit davonzukommen.
Bundeswirtschaftsminister
Robert Habeck steht wegen seiner familiären Verflechtungen rund um
das Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministerium in der Kritik. Wie
aus einer schriftlichen Anfrage der CDU/CSU-Fraktion hervorging, hat
der Grünen-Politiker neun Referatsleiterstellen eigenmächtig
besetzt, obwohl diese ausgeschrieben werden mussten.“
Ich
hoffe, er kommt nicht damit durch. 
Alles
Schicksal.
Was
immer wir über das Schicksal denken oder zu wissen glauben sind ja
nur menschengemachte
Vermutungen. Wir haben nun mal das Bedürfnis Erklärungen zu finden,
damit wir mit dem was uns im Leben so widerfährt wenigstens halbwegs
umgehen zu können. Da bleiben Diskrepanzen natürlich nicht aus. Und
da jeder ein Schicksal hat und es irgendwie meistern muß wird es
auch immer unterschiedliche Sichtweisen geben. Vielleicht setzen wir
mit unserem kleinen menschlichen Verstand den Hebel genauso am
falschen Punkt an, wie bei unseren Politikern. 
Du
hast sehr anschaulich beschrieben, wie es Dir nach der Trennung
seelisch und finanziell gegangen ist. Um es mal vorsichtig
auszudrücken, es ging Dir nicht gut. Was auch sehr verständlich
ist, und Du meinst es
wäre unwichtig für das große Ganze wie es Dir gegangen ist.
Ganz so unwichtig kann
es aber nicht sein, denn Dein Umgang mit den Schicksalsschlägen
macht Dich ja mit zu dem Menschen der Du aktuell bist, beeinflußt
auch das Verhalten anderen gegenüber, und das hat immer
Auswirkungen. Ob sie für Dich sichtbar sind oder nicht.
Der
eine wird nach Schicksalsschlägen großherziger und hilfsbereiter,
der andere verbittert. Aber alles wirkt sich in irgendeiner Form aus.
Die verwitwete Nachbarin wußte natürlich nicht wie es Dir alleine
gegangen ist, wie schlimm diese Zeit für Dich war, und
wie es in Dir ausgesehen hat.
Trotzdem hat es einen
Einfluß auf Dein Verhalten und
wie andere Dich
wahrnehmen.
Niemand kann fremde
Schmerzen so fühlen wie die eigenen, aber man kann versuchen
bestmöglich mitzufühlen, vor allem wenn man selbst solche Schmerzen
kennt. Auch
das wirkt sich aus. Und was das Schicksal fühlt, oder auch nicht
können wir nur vermuten aber nicht wissen. 
Vor kurzem hatte ich mit einem Gast, keinen mir gut bekannten, genau deshalb ein langes Gespräch. Das Schicksal sei ein mieser Verräter, ein Spruch der ja oft so Mal dahin gesagt wird, und er setzte dieses, "und egal was du dagegen unternehmen willst, denjenigen dem es einmal erwischt hat, lässt es nicht mehr los", oben drauf." Nun das würde ja heißen das man sich ihm ergeben muss", war meine Antwort und ja damit startete ein interessantes Gespräch.
Liebe
Renate,
hab
Dank für Deinen Beitrag mit den vielen interessanten Fragen und
Überlegungen. Darüber könnte man sehr lange nachdenken und
diskutieren. Der Tod unserer Liebsten hat für uns natürlich nichts
Gutes, aber hat er das wirklich generell nicht? Der Tod kann auch
Befreiung bzw. Erlösung sein. Sowohl für den Verstorbenen als auch
für die Zurückbleibenden.
Warum
bringt der eine Schicksalsschlag mittel- oder langfristig etwas
Gutes, und der andere nicht? Das wüßten wir wohl alle gerne. Ob
Ereignisse wie eine Trennung oder daraus erfolgender Streß mit den
Kindern hausgemachte Lebensabschnitte oder Schicksalsschläge sind
ist natürlich eine Frage der Sichtweise. Ich würde es eher als
Lebensabschnitte sehen. Ein Schicksalsschlag ist für mich etwas das
unerwartet und ohne mein Zutun passiert. Weshalb ich auch kaum eine
Chance habe diesem auszuweichen. Wie eben der Tod unserer Liebsten.
Der ist vielleicht Dank moderner Medizin verzögerbar, aber nicht
dauerhaft verhinderbar.
Irgendwie
sind wir schon unser Schicksal. Vielleicht nicht komplett aber
teilweise. Wie Du es schreibst, die Entscheidung gehe ich nach rechts
oder nach links hat Auswirkungen auf mein weiteres Leben. Puzzle läßt
grüßen. Stehe ich morgens auf oder nicht, hat genauso Auswirkungen.
Aber was bewegt mich dazu rechts oder links zu wählen, aufzustehen
oder nicht? Ist das wirklich ausschließlich mein freier Wille?
Dein
Leben ohne Walter wäre natürlich anders verlaufen, aber woher
willst Du wissen ob Dir Trauer erspart geblieben wäre? Das kann
niemand wissen. Ich kann aus meiner Situation heraus mit Dir sagen,
ohne Andreas hätte diese unsagbare Liebe
niemals gehabt, aber ich wäre meinem jetzigen Schicksal entronnen,
und mein Leben würde ohne Trauer verlaufen.
Aber wäre das tatsächlich so? Vielleicht ja, vielleicht müßten
wir aber auch den Tod eines anderen geliebten Partners verkraften.

Ich
kann mir nicht helfen, das Schicksal ist für manche schon ein mieser
Verräter. 
Liebe
Puzzle,
ich
hoffe, Dein Besuch konnte Dir bei der Chaosbeseitigung helfen. Und
der neue Job ist weiterhin interessant und für Dich richtig.
Habt
alle eine möglichst angenehme ruhige Woche, und vielleicht sogar
einen Lichtblick.
Alles
Liebe
Lilifee