Beiträge von Lilifee

    Liebe Desidera,


    das ist ein sehr schönes und hoffnungsvolles Gedicht. :2: Und wie viele hier noch lesen siehst Du ja an der Zahl der Likes. Die allgemeinen Threads ruhen manchmal eine Weile, aber dann schreibt auch wieder jemand. Leider kann ich schon seit einiger Zeit nichts mehr berichten. Andreas ruht auch. Hoffe aber, daß sich das wieder mal ändert und er ein neues Zeichen schickt.


    Liebe Grüße :30:

    Lilifee

    Liebe Puzzle,


    gegen manche Dinge kann man wohl wirklich nicht ankämpfen weil unser Schicksal etwas dagegen hat. Offensichtlich werden wir tatsächlich immer wieder in die für uns vorgesehene Richtung gedrängt. Ich möchte nur mal wissen, warum eine oft so schmerzhafte Richtung für uns die richtige sein soll. Aber ich hoffe wie Du daß wir den Grund noch erfahren. Bis dahin müssen wir einfach abwarten und hinnehmen was sich nicht ändern oder verstehen läßt. :/


    Bisher hatte ich gedacht, daß Du den neuen Job in einem anderen Unternehmen hast. Aber das stimmt wohl nicht? Was Du geschrieben hast klingt so, als hätte es einen Wechsel innerhalb des Unternehmens gegeben. Und jetzt verstehe ich auch, warum sich eine Kollegin für Dich verwenden konnte. Das hatte mich nämlich etwas gewundert. Eine weitere Schulung für den bisherigen Job wäre sicher nicht mehr sinnvoll gewesen, da der Wechsel ja vor der Tür stand. Jetzt hat Dein Schicksal Dich an die richtige Stelle geschubst. Hat wohl erst mal genug gelacht. Beim Lob von Deiner neuen Vorgesetzten hat Motivation sicher auch aber nicht nur eine Rolle gespielt. Schlechte Arbeit kann man nicht nur loben, auch nicht um zu motivieren. Das Lob wäre dann mit Kritik garniert gewesen, was wohl nicht der Fall war, und Du hast ja auch von noch jemandem ein Lob bekommen. Du wirst sehen wie es weitergeht, aber wenn Deine Stärken an der richtigen Stelle eingebracht werden können, dann kann nur etwas Gutes dabei herauskommen. Du schriebst ja, daß die Anforderungen im neuen Job auch mit Deinen Interessen übereinstimmen, und nun ist wenigstens der Himmel über dem Berufsleben wieder blauer. :)


    Den blauen Himmel bei unserer Heimfahrt nur vor uns zu sehen und nie einzuholen war allerdings frustrierend. Zwischen Rüdesheim und unserer Wohnung gibt es aber kaum Möglichkeiten einfach mal die Richtung zu ändern. Wir hätten einen ziemlichen Umweg machen müssen, und der Regen war ja nicht nur über uns sondern rundherum. Anders zu fahren hätte nichts gebracht außer einer noch längeren Fahrt im Regen. Und das wollten wir dann doch nicht. Aber Andreas war dabei, und das war natürlich ein ganz großer Unterschied.


    Diese Situation paßt auch sehr gut für mein heutiges Leben ohne Andreas. Inzwischen habe ich manchmal schon das Gefühl, vor mir ist ein kleines Stückchen blauer Himmel zu sehen. Aber ich komme ihm nicht näher, die Regenwolke bleibt über mir, :95:und der blaue Himmel weiter vor mir. Und das Schicksal haut sich lachend auf die Schenkel. Vielleicht symbolisiert das Stück Himmel aber auch das Wiedersehen mit Andreas, und dann kann ich es natürlich erst einholen wenn mein irdischer Weg zu Ende ist. Der Gedanke kam mir eben, und damit werde ich mich trösten.


    Warum Du trotz des neuen beruflichen Erfolges und dem was sonst noch gut läuft weiter im Regen stehst, hat bestimmt auch einen Grund. Vielleicht liegt es auch daran, daß trotz allem Erfolg das Wichtigste weiter fehlt. Aber kleine Schritte sind auch Schritte. Du kannst Dir wieder andere Farben für Deine Kleidung vorstellen, und das ist ein Schritt. Schwarz habe ich nach Andreas Tod nie getragen weil ich keinen Sinn darin sehe. Es geht mir in schwarzer Kleidung nicht besser, und in andersfarbigen Sachen nicht schlechter. Für manche Trauernde ist schwarze Kleidung hilfreich und wichtig, aber ich brauche sie nicht, und Andreas hätte es auch nicht gewollt.


    Der wiederkommende Appetit auf Obst und Gemüse ist ein weiterer Schritt. Ich habe mal einen klugen und absolut zutreffenden Gedanken gelesen. Sinngemäß war er etwa so:

    „Du erkennst die zurückgelegten Schritte nicht wenn Du nach vorne guckst, sondern wenn Du zurückblickst. Erst dann siehst Du welche Wegstrecke Du wieder geschafft hast.“ Da ist was dran. Also weiter kleine Schritte, auch wenn sie nach vorne nicht auffallen, und ab und zu mal umdrehen.




    Jede Generation hat über die Jugend geschimpft. Aber so schlimm wie heute waren die Verhältnisse noch nie. Wir waren auch keine Unschuldsengel, aber wir wurden noch erzogen und hatten Respekt. Uns wurde schnell, transparent und nachhaltig klar gemacht wo die Grenze ist. Wir haben auch gelernt daß man ohne Leistung nichts erreicht. Den Begriff „Work-Life-Balance“ kann ich nicht mehr hören. Natürlich besteht das Leben nicht nur aus Arbeit, aber man kann nicht nur fordern und haben wollen. Es ist auch erschreckend was inzwischen alles für normal gehalten wird. Wo hat es denn früher gegeben daß z.B. Rettungskräfte angepöbelt und körperlich angegriffen werden. Daß die Fahrzeuge mit Eiern oder Steinen beworfen werden. Heute passiert das leider jeden Tag. Ich möchte diese Leute gerne mal fragen ob sie überhaupt keinen Verstand mehr haben. :4:Der Gedanke daß sie vielleicht auch einmal Hilfe brauchen kommt ihnen wohl nicht. Ob sie es dann auch lustig finden wenn sie auf Hilfe warten, und die Rettungskräfte behindert werden? Vermutlich nicht. Ein großer Teil der Gesellschaft ist mittlerweile dermaßen moralisch verkommen, sozial verwahrlost und verroht daß es einen schaudert. Und das ist nicht nur die Jugend, viele Erwachsene gehören auch dazu. In unserer Zeitung steht immer wieder „die Zündschnur wird bei vielen immer kürzer.“ Das finde ich auch, aber Konsequenzen werden keine gezogen, und die tickenden Zeitbomben werden immer mehr. Die Hemmungslosigkeit die im Internet ausgelebt wird trägt natürlich auch ihren Teil dazu bei. Aber ich rege mich nicht mehr darüber auf, und wenn unsere Politiker markige Sonntagsreden halten denke ich, ihr wollt es doch so. Jemand hat mal gesagt, jede Gesellschaft hat die Kinder die sie verdient. Da ist auch viel wahres dran. :(


    Die Schrift vom Amtsblatt konnte ich schon lesen. Ich habe mir die Bilder aber etwas vergrößert weil der Kontrast nicht so gut ist. Interessant ist es schon, und sicher finden sich noch viele andere interessante Berichte und Anekdoten wie die Ziegengeschichte und die von der Ziegelei. Blieb als Alternative wirklich nur in die Politik zu gehen? Aber dafür muß man nicht viel können, das stimmt. Der Spruch heißt bei uns „Wer nichts ist und wer nichts kann geht zu Post und Eisenbahn. Und wem dieses nicht gelungen probiert es bei Versicherungen. Und wer auch da nichts wird, wird Wirt.“ :D:D:D


    Es ist nicht schlimm daß Du keine Idee für mich hast. Ich habe ja auch keine. Wenn überhaupt kann nur die Zeit helfen auf dem restlichen Lebensweg halbwegs klar zu kommen. Ich schätze daß ich dem kleinen Stück blauer Himmel bis an mein Lebensende hinterher laufe und es nie einholen kann. Das gelingt mir erst wenn ich endlich bei Andreas bin. Aber noch sind wir hier, deshalb wünsche ich Dir erholsame Ostertage mit vielen bunten Ostereiern.




    Liebe Grüße

    Lilifee

    Liebe Annie,


    bist Du noch im Forum und liest mit? Wir haben lange nichts mehr von Dir gehört. Wie geht es euch inzwischen? Vermutlich noch nicht sehr viel besser. Und nun steht das erste Ostern bevor. Das sind die besonders schweren Tage im Jahreskalender. :33: Ich denke öfter an Dich und Deine Familie. Vor allem auch an Deine Mama, der ich mich schon ein wenig verbunden fühle. Ich würde euch gerne etwas wünschen, aber jetzt fehlen mir ein wenig die Worte. Vielleicht daß ihr lernen könnt mit dem Verlust zu leben. Wobei das natürlich viel leichter gesagt als getan ist.


    Hier noch ein Bild für Deinen Papa




    Alles Liebe und eine sanfte :24:

    Lilifee

    Liebe Puzzle,


    das ist natürlich nichts Neues, aber es wird immer schlimmer. Ich frage mich nur, wenn niemand mehr Fehler macht, warum läuft dann so viel schief? Das ist ein Phänomen das ich mir nicht mehr erklären kann. Vielleicht ist mein Köpfchen zu klein dafür. :(


    In einem Archiv zu stöbern stelle ich mir sehr interessant vor, und Amtsblätter sind sicher eine unerschöpfliche Quelle. Danke für die herrlichen Schilderungen über die Bademöglichkeit für Frauen und den Ärztenotdienst. Aus heutiger Sicht war die Argumentation dafür oder dagegen ziemlich sinnfrei. Aber damals waren es sicher ernst zu nehmende Überlegungen. Die Vorgehensweise hat sich bis heute nicht viel geändert, das stimmt. Und im verweisen auf Zuständigkeiten sind unsere Politiker ganz groß. Ich habe auch immer wieder das Gefühl, unsere Politiker wollen auf Teufel komm raus vermeiden für eine Entscheidung verantwortlich gemacht werden zu können. Es könnte ja Wählerstimmen kosten. Also wird sich hinter externen Gutachten und Zuständigkeiten versteckt und weggeduckt. Deshalb werden Probleme gerne so lange hin und her geschoben bis sie erfolgreich ausgesessen sind. Unser Bundeskanzler hat gerade nach dreitägiger Klausur der Ampel gesagt, jetzt kommt Tempo nach Deutschland. Haha, wer`s glaubt. :D Schade, daß Du das Sitzungsprotokoll von der Baugenehmigung Deines Elternhauses nicht finden konntest. Das wäre ein tolles Geschenk für Deinen Vater gewesen, mit dem er bestimmt nicht gerechnet hätte.


    Für solche Nachforschungen muß man sehr akribisch und beharrlich sein, sonst ist man verloren. Du schreibst, die Amtsblätter (klingt wie aus der Zeit gefallen, gibt es bei uns aber auch) sind digitalisiert vorhanden. Somit brauchtest Du Dich nicht mehr durch Berge von Papier wühlen, und das hat es sicher einfacher gemacht. Hattest Du vom heimischen Rechner aus Zugriff auf die Daten, oder mußtest Du irgendwo hin?


    Vielleicht war der Umweg mit dem Griff ins Klo wirklich notwendig um den neuen Job zu finden. Ich versuche mich auch immer wieder damit zu trösten, daß in dieser Welt nichts ohne Grund geschieht. Und daß wir einfach nicht in der Lage sind diesen Grund zu erkennen. Weil es für uns nicht vorgesehen ist. Sonst müßte man ja völlig verzweifeln. Ich hoffe aber sehr, daß wir den Grund erfahren, wenn unser irdisches Leben zu Ende ist. Fast bin ich ein wenig neidisch auf Andreas. Er weiß wohl inzwischen warum dieses oder jenes geschehen ist, oder eben nicht. :/


    Jedenfalls hast Du nun den perfekten Job für Dich gefunden. Manche Zeitgenossen empfinden Deine Stärken sicher als nervig, aber ich sehr das nicht so. Ich finde, sie sind sehr nützlich und werden gebraucht. Sorgfalt und an etwas dranbleiben zu können ist im Berufsleben sehr wichtig, liegt nur nicht jedem. Die Generation Smartphone-Daddeler ist dazu ja nicht mehr in der Lage, und es kann einem Angst und Bange werden. Wenn sich die Jugendlichen länger als 10 Minuten auf etwas anderes als ihr Smartphone konzentrieren sollen sind viele erschöpft und geistig ausgelaugt. Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber hier wird von der Wirtschaft eine immer extremer werdende Ausbildungsunreife beklagt. Kannst Du zum 01.04. anfangen? Deine neuen Kollegen freuen sich bestimmt schon auf Dich, und wissen Deine Stärken sicher mehr zu schätzen. :)

    Schon am ersten Tag (vergangenen Mittwoch) stellte sich heraus, was die üble Nachrede wert ist: gar nichts.

    „Was andere über dich sagen, sagt mehr über sie, als über dich“

    Da ist viel Wahres dran. Das sieht man ja an dem ehemaligen Chef. Es ist einfach nur dumm, etwas zu behaupten das sich so leicht widerlegen läßt, und läßt tief blicken. Wie ist der Mann eigentlich in eine Führungsposition gekommen? Durch Fähigkeit kann es ja kaum gewesen sein. Aber solche Menschen muß es wohl auch geben, z.B. als Prüfung für andere. Vielleicht wäre dieser Spruch ja was für ihn:


       


    Ich erinnere mich, daß Du schon mal von den Plänen Deiner Tochter geschrieben hattest. Der Zeitpunkt war leider denkbar ungünstig, was natürlich niemand vorher wissen konnte. Es war aber schon sehr mutig Arbeit und Wohnung wegen einem halben Jahr aufzugeben. Oder war eine Verlängerung des Aufenthaltes nicht ganz auszuschließen? Hoffentlich hat sie wenigstens das Geld zurückbekommen. Weiter Koreanisch zu lernen schadet ja nichts, und vielleicht ergibt sich mal ein noch passenderes Angebot. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Wenn der passende Zeitpunkt kommt wird sie es wissen.


    Nochmal wegen der Fotos. Ich kann das natürlich nur theoretisch sagen, aber ich denke ich wäre zu feige gewesen. Vor allem wenn auf den Bildern zu erkennen war, daß Dein Partner Qualen erleiden mußte. Das Kopfkino wäre nie mehr zum Stillstand gekommen. Daß man dem Partner bei der Wundversorgung auch mal Schmerzen zufügen muß ist bitter genug, aber für mich trotzdem etwas anderes. Denn dann ist er ja bei mir, ich kann miterleben daß sie vorbeigehen, und es wieder gut ist. Das fehlt beim Analysieren solcher Bilder. Da wurde nichts wieder gut bis der Tod die Erlösung gebracht hat, und das hätte ich nicht verkraftet. Aber nach wie vor, ich bewundere Dich dafür daß Du es konntest.


    Eigentlich ist es schon seltsam, daß Du im Moment viel Sonne abbekommst, was Dir auch von Herzen gegönnt ist, aber trotzdem traurig und bedrückt bist. Was Du über die gefühlte Wolke über Dir schreibst haben Andreas und ich mal in echt erlebt. Wir hatten an einem Sommertag einen Besuch in Rüdesheim gemacht. Während wir alle vor einer Eisdiele mit Blick auf den Rhein gesessen haben kam ein heftiges Gewitter, und wir mußten flugs hinein spurten. Mit den Eisbechern in der Hand. Nach einer Weile hatte sich das Gewitter ausgetobt, es hat aber weiter geregnet. Auf der Heimfahrt war dann vor uns ein Stück blauer Himmel zu sehen. Oh toll, haben wir gesagt, jetzt hört der Regen auf. Wir sind dem blauen Himmel bis nach Hause hinterher gefahren und konnten ihn nicht einholen. Er war immer ein Stück vor uns. Das war sehr frustrierend. X(


    Viel erfolgreicher als Du bin ich auch nicht. Über mir schwebt zwar keine Wolke, aber die Sonne ist noch ein Stück weg. Im Moment habe ich das Gefühl in einem Zwischenbereich zu sein. Der Schatten ist nicht mehr ganz so dunkel und drückend, aber blauer Himmel und Sonnenlicht sind noch lange nicht zu sehen. Vermutlich bin ich auf meinem Weg noch nicht weit genug voran gekommen. Sollte sich das ändern erfährst Du es. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, ich kann vielleicht irgendwann ein Stück blauen Himmel vor mir sehen, werde ihn aber in diesem Leben nicht mehr einholen. ;( Ich wünsche Dir aber daß sich Deine Wolke verzieht, oder wenigstens Löcher bekommt.


    Tut mir sehr leid daß ich mal wieder so lange gebraucht habe, aber mich plagt gerade eine leichte bis mittelschwere Schreibblockade. :4: Und zum Schluß noch ein Spruch der nichts mit uns zu tun hat. Er hat mir aber sehr gut gefallen, und ich wollte ihn Dir nicht vorenthalten.





    Ein angenehmes Wochenende und alles Liebe

    Lilifee






















    Liebe Puzzle,


    den ersten Spruch würde ich mir auch ins Büro hängen wenn ich noch arbeiten würde. Er ist so was von wahr und weise. Den sollte jede Führungskraft im Büro haben.

    Ich habe auch schon oft gedacht, in Deutschland gibt es keine Fehlerkultur mehr. Egal was schiefläuft, es wird nur noch verwiesen. Entweder auf irgendwelche Vorschriften oder Zuständigkeiten, oder auf angebliche Sachzwänge. Einen Fehler hat aber niemand gemacht. Fehler zugeben ist nicht mehr modern obwohl kein Mensch fehlerfrei ist. In meinem Berufsleben hatte ich großes Glück, und immer Vorgesetzte und Kollegen mit denen gut auszukommen war. Meine Fehler haben mich sehr gefuchst weil sie manchmal einfach unnötig waren, aber zugeben konnte ich sie. Das hatte sicher auch mit dem Umfeld zu tun, denn ich wußte immer, der Kopf bleibt dran. :D


    Schuldzuweisungen alleine helfen natürlich nicht weiter. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, daß allgemeine Hinweise zur Vermeidung von Fehlern nicht viel bewirkt haben, weil sich niemand angesprochen gefühlt hat. Denn Fehler machen ja die anderen. Ein Problem nur zu lösen kann deshalb zu wenig sein. Es ist eine schwierige Gratwanderung, aber der Verursacher sollte schon wissen was er künftig besser machen kann. Damit brauche ich mich aber nicht mehr befassen, das dürfen nun andere tun. :8:


    Von Deinem beruflichen Griff ins Klo hast Du ja geschrieben. So etwas passiert leider. Erst sieht alles gut aus, aber man merkt schon bald wie tief man gegriffen hat. Wie wäre es denn, wenn Du den schönen Spruch einrahmst und Deinem jetzigen Chef zum Abschied schenkst? Schon möglich daß er Dich loswerden will. Aber warum wartet er damit bis zum Ende der Probezeit? Eine Kündigung ist doch mit einer Frist von 14 Tagen schon während dieser Zeit möglich, und eine Angabe von Gründen braucht es auch nicht. Oder ist das bei euch anders? Ein Chef der sich so verhält hat allerdings einen Knick im Lebensrückgrat Schenk ihm den Spruch lieber doch nicht. Es wäre Verschwendung, denn Dein Chef würde ihn nicht begreifen. :(

    Doch es gibt einen weiteren guten Spruch: Wie man sich bettet, so liegt man. Ich hab schon lange aufgehört, andere umbetten zu wollen. Sie sollen in ihrer Suppe kochen und damit glücklich werden. Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen….

    So, nun bin ich aber weit abgeschweift… es tut mir leid. Das Thema Arbeit ist für mich gerade sehr präsent, daher kam das jetzt so stark heraus….

    Richtig so. Waren die Kollegen denn auch so nett und respektvoll wie der Chef? Wenn sie dieses Verhalten normal finden gehört es ihnen nicht anders als mit so einem Ekel leben zu müssen. Nicht Dein Zirkus ... :)

    Abgeschweift bist Du überhaupt nicht. Unser Austausch soll sich ja nicht nur um Trauer drehen sondern darf ruhig vielseitig sein, und ein Thema das beschäftigt hat hier immer einen Platz. Ich wünsche Dir jedenfalls sehr, daß der neue Job ein Griff in die Glückskiste ist und Du bald anfangen kannst.


    Vielleicht tu ich mir deshalb mit der Trauer so schwer? Sie passt so gar nicht in mein Denkmuster…

    Das ist sehr gut möglich. Trauer ist ja kein Problem das mit kühlem Verstand und Lösungsbewußtsein gelöst werden kann. :( Wenn das so einfach möglich wäre ginge es uns allen schon längst wieder gut. Auch wenn es vielleicht abgedroschen klingt, Trauer ist eine aufwühlende Emotion die durchlebt und durchlitten werden muß. Ich störe mich auch immer wieder an der Meinung daß Trauer „verarbeitet“ werden könnte. Für mein Empfinden kann sie das nicht. Denn wenn ich etwas verarbeitet habe ist es für mich bewältigt und erledigt. Trauer erledigt sich aber nicht. Sie bleibt und verändert sich nur mit der Zeit. Ob wir nun bewußt etwas dafür tun oder nicht spielt keine große Rolle. Trauer wird auf jeden Fall anders, das sehe ich ja an mir. Ich habe ganz gewiß nichts dafür getan, jedenfalls nicht bewußt, aber die Trauer ist trotzdem ruhiger geworden. Sie ist nicht mehr so wild wie am Anfang, sondern ruhiger und gehört inzwischen zu meinem Leben. Ich habe das akzeptiert, denn genau dort wird sie auch bleiben. Sie geht nicht mehr.:95:


    Ich fand und finde es immer noch sehr mutig von Dir, daß Du Dir die Polizeifotos von Deinem Partner so genau ansehen konntest. Sicher, Du hast versucht Antworten zu bekommen. Ich weiß nicht was ich in so einer Situation getan hätte, und was schwerer auszuhalten gewesen wäre. Die Ungewißheit oder diese Fotos anzusehen. Immerhin hast Du ja wohl einige Antworten bekommen. Aber so oder so, der Ausschalteknopf meines Kopfkinos wäre auf sehr lange Zeit blockiert gewesen. :cursing:


    Du hast Dein Haus umgestaltet und die Spuren beseitigt. Das brauchte ich nicht, der Umzug hat alles von alleine erledigt. Bis auf das Bett. Das zu behalten war mir zu wichtig. Dafür habe ich keine Gedenkecke wie Du sie hast. Ich habe nur auf dem Radio einen schönen 3-teiligen Bilderrahmen den mir die Geschwister von Andreas geschenkt haben. Links sind zwei Kinderbilder von ihm, in der Mitte ein Foto von uns beiden aus dem letzten Berlinurlaub vor seinem Tod, und rechts ein Bild von Andreas auf unserem Balkon. Das wurde gemacht als meine Schwiegermutter und mein Schwager uns kurz nach unserem Einzug besucht haben. Einen Ausschnitt dieses Bildes habe ich auch für eine der Gedenkanzeigen verwendet. Ansonsten sehe ich es wie Du, unsere Partner wohnen in unseren Herzen, dafür braucht es nichts von außen. <3


    Ein Verkauf Deines Hauses hätte nichts genutzt. Die Trauer wäre mit umgezogen, und es wäre schade um die schöne Hundehütte gewesen. Sie ist ja quasi Dein Lebenswerk, und Du darfst sehr stolz darauf sein. Was Du da geleistet hast ist sehr beachtlich, und das alles aufgeben nur um woanders unglücklich zu sein? Du hast Dich richtig entschieden und machst jetzt das Beste daraus. Mein Umzug war ja nicht freiwillig, und mir war klar daß die Trauer mitkommt. Aber früher oder später wäre ich doch umgezogen weil die Wohnung viel zu groß für mich war. Nun habe ich Wohnungssuche und Umzug schon eine Weile hinter mir, und das war am Ende gar nicht schlecht.


    Sprachen finde ich auch interessant. Französisch klingt für uns elegant weil die Aussprache sehr melodisch ist. Im Englischen kann manchmal kurz und knackig formuliert werden. Es läßt sich mit zwei oder drei Worten etwas sagen, wofür in korrektem Deutsch mindestens ein ganzer Satz nötig ist. Manchmal ist es aber auch umgekehrt, dann ist die englische Ausdrucksweise umständlicher. So einfach ist die Sprache aber nicht, da hätte Shakespeare ganz energisch widersprochen. Jede Sprache hat eine eigene Sprachmelodie. Die osteuropäischen Sprachen klingen für mein Empfinden sehr hart. Deswegen hören sich solche Sprachen eher nach schimpfen an, vor allem wenn schnell gesprochen wird. Andreas und ich hatten einmal die Gelegenheit Chinesen sprechen zu hören. „Chinesisch“ ist ja keine eigenständige Sprache, sondern beinhaltet acht Sprachen oder Dialektgruppen. Was genau diese Chinesen gesprochen haben weiß ich natürlich nicht, aber es hörte sich an wie ein kehliges Grunzen. So ähnlich könnte die Unterhaltung von unseren steinzeitlichen Vorfahren geklungen haben ^^


    Wofür lernt Deine Tochter denn Koreanisch? Ist das ein Hobby, oder kann sie es beruflich gebrauchen? Eine Sprache die so aufgebaut ist, klingt sehr kompliziert. Acht verschiedene Höflichkeitsformen für jedes Zeitwort, wer kann sich das behalten? Nette Peinlichkeiten sind da doch vorprogrammiert. Ein Kollege von mir hatte eine finnische Freundin. Finnisch muß ähnlich „lustig“ sein. Nur geht es da nicht um Zeitwörter sondern um Präpositionen. Für „im Haus“ gibt es z.B. eine andere Vokabel als für „am Haus“. Das ist mir -warum auch immer- in Erinnerung geblieben, ansonsten hatte ich nie das Bedürfnis finnisch zu lernen. 8o


    Unsere Sprache würde ich nicht unbedingt blumig nennen, aber bildhaft trifft es sehr gut. Wie sie sich für andere anhört kann ich nicht beurteilen. Vom Klang her würde ich sie zwischen den harten osteuropäischen und den weichen melodischen romanischen Sprachen einordnen. Es kommt aber sehr darauf an mit welchem Zungenschlag, also Dialekt gesprochen wird. Da gibt es ja auch harte und weiche. Und in Österreich oder in der Schweiz klingt die deutsche Sprache auch ziemlich anders als in Deutschland.


    Freut mich, daß Dir meine Übersetzungen gefallen haben. Hier noch eine Kostprobe:


    Tell me nothing from the horse. I understand namely only railway station, and what you say interests me so much as when in china a bag of rice bursts.


    Aber damit soll es nun gut sein, sonst denkst Du noch I have a jump in the bowl. But hopefully I don't have one. :28:


    Jetzt ist es halb elf am Abend und entsprechend dunkel. Heute hat es bei uns auch den ganzen Tag geregnet. Aber morgen werde ich Deinen Rat befolgen und die Sonne suchen. Irgendwo muß sie ja sein. Es ist nur möglich daß noch zu viel zwischen der Sonne und mir steht. Dann muß ich eben noch etwas Geduld haben. Falls Du erfolgreicher warst, sag mir bitte wo ich sie finden kann.


    Alles Liebe

    Lilifee

    Ihr Lieben,


    Es sieht so aus, als wäre unser Forum schnell uninteressant geworden, und das ist auch gut so. Aber jetzt bin ich von den Socken wegen dem was King schreibt.

    Allerdings bekam ich vor einer Weile in den Mailbriefkasten meines Sohnes (den nur ich verwalte, u.a. für Games der Konsole etc.)

    eine Mail inkl. meinem Passwort.

    Ich habe den Fake gerade gegoogelt. Natürlich war das ein Schuß ins Blaue, aber woher wußten die Dein Paßwort? Das finde ich schon beunruhigend.


    Liebe Grüße

    Lilifee

    Liebe Puzzle,


    das Dach ist wirklich schön und elegant, und es steht dem Haus sehr gut. Ton in Ton mit den Fensterläden gefällt mir auch. Ich kann jetzt noch besser verstehen daß Du Dein schönes Puzzlehausen nicht verlassen wolltest.


    Unordnung und Dreck laßt sich relativ einfach beseitigen, Pfusch am Bau nicht. Der wird für gewöhnlich auch sehr teuer. Der Vorbesitzer hat wohl lieber ins Haus investiert als in Ordnung und Sauberkeit, aber mit dieser Reihenfolge bist Du besser dran als umgekehrt. :S Ein hochwertiges Haus ist wichtiger, und die Arbeiten haben sich ganz bestimmt gelohnt. Da fällt mir ein, Du hattest vor kurzem ein Bild von einer Bank mit einer schönen Aussicht eingestellt. Ist das auch auf Deinem Grundstück?


    Laß Dir mit dem Bild vom Bett ruhig Zeit. Im renovierten Schlafzimmer kommt es bestimmt noch besser zur Geltung. Hauptsache Du kannst jetzt schon gut darin schlafen und fühlst Dich wohl darin. Es ist schon erstaunlich wie unterschiedlich belastend dieses und jenes für Trauernde ist. Du konntest euer Bett nicht mehr sehen weil es zu weh getan hat. Für mich wäre es ein Graus gewesen wenn ich unseres nicht hätte mitnehmen können. Manche können auch nicht mehr in der Wohnung bleiben wenn der Partner gestorben ist. Das hat mir auch nichts ausgemacht. Dafür konnte ich fast zwei Jahre lang kein Bild von Andreas angucken ohne daß die Tränen gekullert sind, :33: während andere die ganze Wohnung mit Bildern pflastern. Da wäre ich durchgedreht.


    Ich bin auch ein Verfechter von gutem Deutsch. Falsche Übersetzungen und vor allem Denglisch finde ich grausam. Manchmal habe ich aber schon das Gefühl man muß sich schämen Deutsch zu sprechen. Und für vieles gibt es offensichtlich keine deutschen Begriffe mehr, oder sie sind zu popelig. Das stört mich auch bei unserer Tageszeitung immer wieder. Manchmal habe ich das Gefühl jeder Hannebambel will zeigen daß er auch einige Brocken Englisch beherrscht. Da gibt es dann auch so sinnfreie Aussagen wie „sie kämpften und sie fighteten“ im Sportteil. Oder es gibt nur noch Challenges statt Herausforderungen, und Awards statt Auszeichnungen usw. Aber darüber könnte man sich tagelang aufregen, wir ändern es nicht. Zum Ausgleich gibt es aber auch Mundartartikel in unserer Zeitung. Die hat Andreas nicht gemocht, aber nur weil er manches nicht verstanden hat. Wenn man Dialekt schreibt sieht das manchmal aber auch sehr lustig aus und ist für Nichteinheimische nicht auf Anhieb zu verstehen. Hier hab ich aber noch ein nettes Beispiel für eine falsche Übersetzung: „you have not all cups in the cupboard, and so you goes me on the alarm clock.“ Aber bitte nicht persönlich nehmen. Oder wie gefällt Dir „there stand me the hairs to the mountains“. Das tun sie manchmal wirklich wenn ich dieses oder jenes lese. Denn that goes sometimes on no cowskin more. :28:


    Dein Vorgesetzter muß wirklich ein pseudogebildetes Herzblatt gewesen sein, und Benehmen war für ihn wohl auch ein Fremdwort. Da warst Du aber ganz schön mutig ihm das in geselliger Runde zu sagen. Kein Wunder daß es einen Karriereknick gegeben hat, aber am Ende war das vielleicht kein Fehler für Dich. Wahrheit siegt, das stimmt jedenfalls sehr oft, wenn auch leider nicht immer. Nebenbei, ich bin auch nicht gerne dumm, und Dein Spruch gefällt mir gut. Kluge können sich dumm stellen, aber Dumme sich nicht klug. Es würde auch sofort auffallen wenn sie es versuchen. :D


    Wegen der Stärke meinen wir schon so ziemlich dasselbe. Über Leichen zu gehen ist für mich keine Stärke. Mitgefühl gehört auf jeden Fall zu wahrer Stärke dazu. Hier sind die Sprüche die ich gefunden habe. Sie drücken sehr gut aus was Stärke für mich ausmacht, und was im letzten Spruch steht meinte ich mit „nicht unterkriegen lassen“.

    Vielleicht findet mich der Weg zu ein wenig Freude tatsächlich noch, oder er ist das Ziel. Beides ist möglich. We will see what happens. :8:


             



    Angenehme Nachtruhe :sleeping: im neuen Bett und einen ruhigen Sonntag

    Lilifee

    Liebes Linchen,


    es freut mich daß Du auch schöne tolle Tage hast. Meine sind überwiegend friedlich, aber das ist ja auch schon was. Den Weg zu ein bißchen Freude suche ich noch, aber vielleicht finde ich ihn ja ganz unerwartet. Man soll die Hoffnung nie aufgeben, und das wünsche ich Dir auch.:8::8:

    Liebe Grüße :24:

    Lilifee

    Hallo zusammen,


    ich wollte mich mal erkundigen wie es bei euch aussieht. Kurz nach der ersten Betrugs-PN habe ich noch eine zweite von einer anderen Frau erhalten. Seitdem ist aber Ruhe. Ist das bei euch hoffentlich auch so, oder werdet ihr noch belästigt?


    Liebe Grüße

    Lilifee

    Liebe Puzzle,


    an Schokoladenkuchen habe ich nicht gedacht. Mir ist bekannt daß Schoki für Hunde äußerst ungesund ist, aber von Katzen wußte ich das nicht so. Zum Glück ist Deine Katze noch gesund, und die Arbeiter hoffentlich auch. <X:)


    Tiere können sehr gut gegen Einsamkeit helfen, und für viele Menschen sind sie ein wahrer Segen. Gegen meine innere Einsamkeit aber nicht, obwohl ich sehr tierlieb bin und früher Haustiere hatte. Aber alles hat seine Zeit, und die ist bei mir rum. Schrieb ich auch schon, glaube ich. Heute würde ich ein Tier sogar eher als Belastung empfinden, und am Verlust von Andreas würde sich ja nichts ändern. Gestern bin ich ganz spontan mit meiner älteren Stieftochter und ihren beiden Hunden Gassi gegangen. :8: Das war sehr schön und ich liebe beide Hunde (andere Tiere auch, sofern sie nicht mehr als 4 Beine haben), aber ich bin froh sie nicht jeden Tag an der Backe zu haben. Auch ein reines Wohnungshaustier hat ein Anrecht auf Aufmerksamkeit, die ich aber nicht immer so geben kann und will wie es sein müßte. Katzen können ja sehr alt werden. Da mußt Du vielleicht noch eine ganze Weile auf einen grimmig aussehenden Hund warten. Das ist übrigens auch eine Überlegung von mir. Ich werde nächstes Jahr 70, und da kann es ja sein daß so ein Tier länger lebt als ich. Es sein denn es wäre ein nicht so alt werdendes Käfigtier, aber für einen Käfig habe ich beim besten Willen keinen Platz. Ich gehe lieber weiter ab und zu mit Gassi, mehr Haustier muß für mich nicht mehr sein. Gestern habe ich auch meine Stiefenkelin zu ersten mal gesehen. Sie ist jetzt ein halbes Jahr alt und wohl schon sehr lebhaft. Ja, so kann man (Stief)Oma werden ohne jemals Mutter gewesen zu sein. :S


    Mit dem Bild vom neuen Bett laß Dir nur Zeit. Es dauert ja sicher etwas bis es geliefert wird. In der Zwischenzeit könntest Du aber das neue Dach fotografieren, und das Bild dann mit einstellen. Würde mich auch interessieren. Ich glaube schon daß ein neues Dach das Haus ganz anders wirken läßt. Das kann man ja durchaus mit einer neuen Frisur vergleichen. Damit kann ein Mensch auch ganz anders aussehen. Die Beschreibung Deines Gartens klingt ja schaurig schön. Haben die Arbeiter vom Dach aus so gewütet, oder ist das passiert als sie das Material angekarrt haben? Da gibt es einiges zu beseitigen. Ich meine mich aber zu erinnern, daß der Garten nach dem Bau der Gartenhütte noch schlimmer ausgesehen hat. Und das hast Du auch wieder hinbekommen. :28:


    Daß man irgendwann nicht mehr groß über die Trauer reden will ist ganz normal finde ich. Bei mir ist das keine Phase, sondern schon eine Weile so. Abgesehen vom Forum natürlich. Was soll es denn auch bringen? Für andere Menschen ist meine Trauer nicht das Hauptthema ihres Lebens, was ich auch sehr gut verstehen kann. Nur die Geschwister von Andreas und ich reden noch sehr viel, aber nicht über die Trauer an sich, denn sie wissen sehr genau wie es mir damit geht. Aber wir sprechen immer wieder von Andreas und erinnern uns an Begebenheiten und Erlebnisse mit ihm, oder sie erzählen mir Sachen aus der Kindheit die ich noch nicht wußte. Das wird uns auch nie zu viel, und so ist Andreas immer bei uns. Ständig über die Trauer zu reden wäre auch für mich unerträglich weil viel zu schmerzhaft. :33:


    Jeder Mensch beeinflußt in irgendeiner Form andere Menschen und wird von ihnen beeinflußt. Das ist ganz normal. Von manchen lernt man wie man etwas machen sollte, :) und von anderen wie man es besser nicht machen sollte. :( Und von noch anderen lernt man gar nichts. Aber niemand ist zufällig hier, das sehe ich auch so. Wegen der Sinnlosigkeit habe ich allerdings Zweifel. Bei manchen Menschen frage ich mich schon welchen Sinn ihre Existenz hat. Aber das Böse ist im Schöpfungsplan wohl auch vorgesehen, auf daß es den Menschen nicht zu gut gehe. Vor kurzem habe ich gelesen, glücklich sein wäre in diesem Plan nicht vorgesehen, und das kann ich nur bestätigen. Auch wenn das viele Menschen sicher anders sehen. Ob es nun wirklich Aufgaben gibt oder etwas gelernt werden soll, ist eine Glaubenssache und eine menschengemachte sehr irdische Sichtweise. Es heißt ja auch die Seele soll wachsen und reifen, aber muß sie das wirklich? Seelen wollen Leid fühlen und erleben, aber warum? Wo wir hingehen gibt es kein Leid mehr, und irdische Fähigkeiten sind dort auch nicht gefragt, da bin ich ganz Deiner Meinung.


    Die Sprüche haben mir auch gut gefallen. Die Formulierung „Sinn machen“ ist natürlich Käse. Man hört oder liest sie aber oft. Deine Bemerkungen sind völlig richtig, und falsche Übersetzungen aus dem Englischen gibt es ja genug. Das passiert gerne wenn wörtlich und nicht dem Sinn nach übersetzt wird. Und manche Menschen sind richtig gut darin, siehe auch English for Runaways. Da kann man herrliche Beispiele finden. Kürzlich habe ich ein sehr schönes gesehen, das wurde aber absichtlich so übersetzt, und hat mir sehr gut gefallen. „My english is not the yellow from the egg, but it goes.“ Ich habe schallend gelacht als ich es las, :D und so war es auch gedacht, denn es war in einer Sammlung von lustigen Sprüchen. Möglicherweise ist das „Sinn machen“ so zustande gekommen. Aber der Spruch ist trotzdem gut.


    Ja, wann ist ein Mensch stark? Auf jeden Fall wenn er sich nicht unterkriegen läßt. Wenn er zwar fällt aber wieder aufsteht und weitergeht. Vielleicht auch wenn er großmütig sein kann. In unserer Situation heißt das für mich, versuchen den Kopf oben zu behalten und das restliche Leben mit Anstand und Würde zu Ende zu leben. Und eben darauf vertrauen daß es für alles einen Grund gibt und deshalb sinnvoll war, auch wenn wir das jetzt noch nicht verstehen können. Mehr Stärke habe ich jedenfalls nicht mehr, alles andere ist mit Andreas gegangen. Das Ergebnis Deiner Überlegungen interessiert mich und vielleicht andere Mitleser aber auch.


    Jetzt genieße aber erst mal das neue Dach und das für den Moment fertige Haus. Bis die nächste Renovierung ansteht. Wie wäre es mit neuen Fenstern? ^^ Ach ja, das neue Bett natürlich auch.


    Alles Liebe

    Lilifee

    Liebe Puzzle,


    weder Kuchen noch Katzenfutter sind giftig. Eine eventuelle Verwechslung dürfte keinen großen Schaden angerichtet haben. <X Höchstens Irritationen ausgelöst haben. Wobei ich natürlich ersteres (den Kuchen) bevorzugen würde. Es ist aber schon ein Gradmesser für Deine momentane Verfassung. Ich weiß aber immer noch nicht was Du mir für einen Vierbeiner zugedacht hattest. Von da her kann ich nicht sagen ob es eine gute Idee wäre. Ich glaube es aber nicht, obwohl ich sehr tierlieb bin. In meinem Leben gab es nacheinander vier Wellensittiche, später eine Katze, danach einen Hamster und mein Ex Nr. 1 und ich hatten eine Zeitlang ein schönes Aquarium. Meine jetzige Wohnung ist aber nicht gut für ein Haustier geeignet. Für einen Käfig wäre kein Platz, und für Hund oder Katze auch nicht wirklich. Alles hat seine Zeit, und bei mir ist diese Zeit vorbei. :(


    Die Teile von Deinem Puzzle kannst Du bestimmt wieder neu zusammen setzen. Schade daß der Job ein Griff ins Klo war, aber das weiß man halt nicht immer gleich. So ist es ja mit so manchem. Wenn man vorher wüßte was man nachher weiß, könnte man sich den einen oder anderen Griff ins Klo sparen. Vielleicht ist es aber auch genau so vorgesehen, und wir müssen da durch, ob wir wollen oder nicht. Angeblich müssen wir ja während unseres Erdenlebens Aufgaben erfüllen und dieses oder jenes lernen. Eine Theorie mit der ich mich nicht so richtig anfreunden kann. Aber wer weiß schon so genau ob es wirklich so ist, oder ob der kleine menschliche Verstand mal wieder versucht Unverständliches begreifbarer zu machen. Verstehen wollen und die Kontrolle zu haben ist ja ein tief verankertes menschliches Bedürfnis weil es Sicherheit verspricht. Nur gibt es leider keine Sicherheit im Leben. Sicher ist nur daß wir alle einmal sterben. Das finde ich aber sehr tröstlich, denn ich will ja nicht ewig leben und übrig bleiben.



    Zum Glück, kann ich da nur sagen.


    Deshalb spielt es vermutlich auch keine allzu große Rolle ob wir zwischen Bahnhof und Hafen pendeln oder nicht. Wenn ein Schiff kommen soll, dann kommt es auch, egal wo ich gerade bin. Und wenn keines kommen soll, dann kann ich hin und her rennen so viel ich will, es kommt keines. Seit ich mich zu dieser Erkenntnis durchgerungen habe bin ich um einiges gelassener geworden. Das heißt jetzt nicht daß es mir gut geht, aber ich habe aufgehört gegen das Schicksal zu wüten. Es ist stärker als ich und meine Wünsche und Vorstellungen. Das habe ich oft genug und teilweise sehr schmerzhaft erfahren. So langsam bin ich es müde, und die Gefahr sich in irgend etwas zu verrennen verringert sich auch. Vielleicht kommt auch ein Flugzeug geflogen wenn ich gerade am Hafen bin. :) Es gibt wirklich nichts was es nicht gibt, im Guten wie im Schlechten.


    Die Schlafzimmereinrichtung konnte ich als einziges bei meinem Umzug unverändert mitnehmen. Andreas hatte nach der Hochzeit ein neues Bett für uns gekauft, und von dem brauchte ich mich nicht zu trennen. Das wäre mir nämlich sehr schwer gefallen. Manchmal ist es aber auch richtig etwas neu zu gestalten. Wann und was ist natürlich für jeden unterschiedlich. In Deinem neuen Bett wirst Du hoffentlich traumhaft gut schlafen. Vielleicht kannst Du ja ein Bild einstellen wenn es aufgebaut ist. Würde mich schon mal interessieren.


    Jede Trauer ist individuell und einzigartig, aber trotzdem ähnelt sich etliches. Ob es der Umgang damit ist, oder der Weg damit fertig zu werden. Du schreibst, Deine Freundin hält sich tapfer. Wie es aber innen drin aussieht weiß nur sie selbst. Auch die Phasen während der Trauer sind gar nicht so unterschiedlich, wie wir alle wissen. Länge und Intensität unterscheiden sich sicher, aber wir alle müssen sie durchleben und durchleiden. Auch dafür gibt es keine Generalprobe. Dem einen gelingt es vielleicht etwas besser, und dem anderen schlechter, aber es gibt keine Abkürzung und keinen Fluchtweg. Es gibt ja den bewußt etwas rustikal formulierten aber sehr wahren Spruch:



    Es gibt aber auch diesen Spruch, der mir sehr gut gefällt weil ich darauf hoffe daß er wahr ist, und daß der Grund wirklich gut ist:



    Das Bild mit dem Spruch für Andreas finde ich auch besonders schön. Es drückt kurz und knapp wirklich alles aus, und die Gestaltung mit Baum und Regenbogen spricht mich auch sehr an. Jetzt hoffe ich auf ein passendes Anzeigenmuster wenn es wieder so weit ist. Aber das werde ich dann ja sehen.


    Durch den Wind bin ich nicht, traurig und müde aber schon. Und leider wirkt sich das auch mal wieder auf das Schreiben im Forum aus. :4: Oder ist es „nur“ die Frühjahrsmüdigkeit? Ich weiß es nicht, hoffe aber auf Besserung. Dir wünsche ich daß die Belastungen bald überstanden sind, und das Leben wieder etwas leichter wird.


    Alles Liebe

    Lilifee

    Lieb Sverjasche, <3


    Deine Bilder sind immer wieder, einfach nur wow. Du hast aber auch ein Gespür für Bildkompositionen. Die Nachtaufnahmen, vor allem die Nordlichter sind ganz große Klasse. Bitte mehr davon.


    Alles Liebe ins ferne Schwedenland :24: von

    Deinem Hessemädsche

    Hallo liebe Puzzle,

    Du verblüffst mich schon wieder. Erst mal die Frage, wen oder was meinst Du mit meinen vierbeinigen Begleitern, und welche Sorgen? Ist mir da etwas entgangen? :/

    Im Moment stecke ich wieder einmal in einem selbstverschuldeten Tief. Ich bin es leid, die widrigen Umstände mit einem bunten Schleifchen aus Optimismus zu verkleiden. Im Moment warte ich am Bahnhof auf ein Schiff….

    Ist das wirklich Puzzle, die das schreibt? :/ Es ist aber keineswegs wirres Zeug, sondern es sind interessante Gedanken, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Da hat auch keine Signaltröte gepustet, im Gegenteil. Du beschreibst sehr anschaulich unser Dilemma, und auch das von vielen anderen hier im Forum. Und für den Umgang damit sind bunte Schleifen nicht immer hilfreich, obwohl sie ja grundsätzlich etwas sehr schönes sind. Ich mag bunte Schleifen, da wo sie hinpassen. :)


    Mit Andreas habe ich wirklich sehr viel Glück gehabt, und das beinhaltet leider auch die Schattenseite die ich jetzt erleben muß. So einen Mann findet Frau nur einmal im Leben, und genau das ist das Dilemma für den Rest meines Lebens. Es spielt keine Rolle ob und wo ich auf ein Schiff warte, es wird keines mehr kommen. Was Deine Freundin nach dem Tod ihres Mannes gesagt hat kann ich voll und ganz verstehen, denn genauso empfinde ich es auch. Andreas hat nicht nur viel sondern alles Schöne und Gute mitgenommen. Darf ich mal fragen, wie lange das jetzt her ist, und wie es der Freundin heute geht?


    Deine Sprüche gefallen mir sehr gut weil sie so wahr sind. Ganz besonders der letzte. Den kannte ich zwar, aber er stimmt immer wieder. Mein Geschenk war Andreas. Lektionen hatte ich eigentlich genug, und meine durchaus sarkastischen Sprüche dürften gerne wahr werden. Ich fürchte nur, mein Schicksal sieht das etwas anders und meint ich hätte noch nicht genug. :4:


    Die Episode in Deiner Küche hat mir gut gefallen. Schlagfertig bist Du ja, und das hat Dir ein wunderschönes unerwartetes Erlebnis mit Deinem Partner beschert. Aber liegt so ein Erlebnis heute auch noch im Bereich des Möglichen, oder ist diese Möglichkeit inzwischen so weit entfernt wie der Mond?


    Natürlich gibt es nicht nur schwarz und weiß, es gibt auch sehr viel grau dazwischen, und die Perspektive spielt auch eine Rolle. Jeder Mensch hat seine eigene, manchmal stimmt sie mit der von anderen Menschen überein, und manchmal eben nicht. Deshalb kommt es auch zu Unstimmigkeiten im Forum, und nicht nur da. Ein Perspektivwechsel ist manchmal hilfreich, er läßt sich aber nicht erzwingen. Vielleicht suchen wir Gutes manchmal vergeblich weil es in dem Moment einfach nichts Gutes gibt.

    Der Tod hat alles verändert. Wenn es mir nicht passt, was der Tod mit seinem Erscheinen angerichtet hat, kann ich am Bahnhof auf ein Schiff warten oder etwas verändern. Viel mehr bleibt nicht übrig, befürchte ich.

    Es ist zwar noch eine ganze Weile hin, aber für die diesjährige Gedenkanzeige für Andreas will ich kein Bild von ihm nehmen, sondern dieses Spruchbild:



    Mir paßt es überhaupt nicht was der Tod verändert hat, und ich fürchte Du hast recht, mehr bleibt nicht übrig. Was ich gerne verändern würde weiß ich schon. Wie sich das erreichen läßt leider nicht. Andreas kommt nicht wieder,:33: und eine neue Liebe ist nicht vorstellbar. Außerdem müßte sich erst mal eine finden, aber wie schon mehrfach geschrieben, es ist nicht vorstellbar. Dummerweise fällt mir aber nichts anderes ein was das Leben wieder schön und lebenswert machen würde. Also warte ich weiter am Bahnhof auf das Schiff...


    Allerdings (um zurück zur Kategorisierung zu kommen) wer sagt denn, dass es schlecht ist, am Bahnhof auf ein Schiff zu warten? In meiner Küche auf die U-Bahn zu warten, hat mir eine leidenschaftliche Umarmung eingebracht, die ich sicher nicht vergesse….

    Genau, wer sagt das? Es gibt ja auch den schönen Spruch „Unverhofft kommt oft“, wobei oft sehr relativ ist. Und ebenso gibt es den auch sehr wahren Spruch „was geschehen soll geschieht“.



    Wenn ich davon ausgehe, und das tue ich, spielt es keine Rolle ob am Bahnhof ein Schiff kommt oder nicht. Vielleicht kommt ja auch ein Zug nach nirgendwo. Oder er fährt dahin wo es doch noch etwas Schönes gibt. Dann steige ich sofort ein und fahre mit. :8:



    Das Conclusio meines heutigen wirren Buchstabenbreis kann also nur sein: „jedem Tierchen sein Pläsierchen“ und: „jeder nach seiner Façon“…

    So gesehen kann man gar nichts falsch machen… Sprüche sind doch sehr praktisch

    „jeder nach seiner Façon“… ist eine sehr gute Einstellung. Was für den einen paßt und richtig ist, ist es für den anderen noch lange nicht. Sprüche sind praktisch und oft auch hilfreich, und auch die sarkastischen haben ihre Berechtigung.

    Ich glaube, wir alle sehnen uns nach einem Geschenk das nicht aus der Kategerie „Lektion“ kommt. Es tut mir leid daß Du so tief im Loch steckst, das kenne ich gar nicht von Dir, weiß aber natürlich sehr genau wie sich das anfühlt. Dachte eigentlich daß Du viele Pläne hattest und Dich darauf gefreut hast. Aber so ist das manchmal. Der Mensch denkt, und das Schicksal lacht sich schlapp. :D



    Ich hoffe aber, für Dich und für uns alle hat das Leben doch noch etwas anderes in petto. Und daß nach dem Tief auch wieder ein Hoch kommt. Wenigstens ein kleines.


    Hab einen ruhigen Sonntag

    Lilifee