Meine Ursel ist gegangen

  • Liebe Lilifee,


    Sandra geht es in sofern besser, dass die Lebensgefahr durch den Stent erstmal gebannt ist. In 4 Wochen bekommt sie einen zweiten eingesetzt.

    Mit ihrer Psyche macht so ein Schuss vor den Bug natürlich was. Sie ist ein absolut aktiver Mensch, jetzt muss sie ein paar Gänge runterschalten.

    Aber das wird sie schaffen.


    Liebe Grüße von Dieter

  • Lieber Dieter. Danke für deine lieben Worte was mein Alter betrifft. Ich muss dir ehrlich sagen, trotz diverser Krankheiten ist ja alles repariert worden .Das Herz schlägt wieder im Takt ,der Krebs hat sich nie wieder blicken lassen, mein Gerüst ist repariert. Einen Hexenschuss haben auch junge Leute. Gott sei Dank ist das "Oberstübchen" in Ordnung. Ich will den Mund aber nicht zu voll nehmen. Eine Garantie gibt es auf nichts. Liebe Grüße von Christine.

  • Lieber Dieter,


    das freut mich. Natürlich macht das was mit einem, aber so ein Schuß vor den Bug ist ein ernstzunehmender Hinweis mehr auf sich zu achten. Und einige Gänge runterzuschalten, auch wenn es schwer fällt. Ich wünsche weiter gute Besserung.


    Liebe Grüße

    Lilifee

  • Hallo zusammen,


    manche von Euch kennen bestimmt auch die körperlichen Begleiterscheinungen der Trauer.

    Ich bekam kurz nach Ursels Weggang Kurzatmigkeit und eine Muskelschwäche in den Beinen. Das hab' ich jetzt seit einem Jahr, vorher fühlte ich mich stark, bin monatelang jeden Tag 25 Kilometer zum Krankenhaus (hin und zurück) geradelt. Mittlerweile schmerzen meine Muskeln in den Beinen nach 15 Minuten laufen, ich fühle mich ungelenk.

    Was habt Ihr da für Erfahrungen gemacht, geht das wieder weg, normalisiert sich das wieder? Physiotherapie hat bis jetzt nichts gebracht.


    Liebe Grüße von Dieter



  • Lieber Dieter,

    bei mir wird es nach dreieinhalb Jahren geringfügig besser. Allerdings habe ich bereits so abgebaut, dass ich sehr viel aufzuholen habe. Aber immerhin stimmt die Richtung. Ich empfehle dir, ein Blutbild machen zu lassen und dabei auch Werte mit reinzunehmen, die du selber zahlen musst, sofern du dir das leisten kannst. Am allerallerbesten gehst du dann damit zu einem guten Heilpraktiker. Mit gezielten Ergänzungsmitteln kann man viel erreichen. Ich mache jetzt eine "Kur" mit verschiedenen Sachen wegen meiner Schilddrüsenerkrankung. Ich mache das auf eigene Verantwortung selbst und ohne ärztlichen Rat, aber das bin ich! Dazu raten, es so zu machen kann ich auf keinen Fall.
    Nach nun vier Wochen bemerke ich etwas wie ein "Aufwachen" meines Körpers. Nur zaghaft, aber spürbar. Ob das ein Plazeboeffekt ist, ist mir dabei völlig egal. Also irgendwas bringt es. Sollte mein Fersensporn endlich mal abheilen, möchte ich ernsthaft versuchen, endlich spazieren zu gehen. Immerhin spüre ich jetzt einen Drang dazu. Das erste Mal seit.....
    Ich war anfangs noch regelmäßig im Fitnesstudio zum Krafttraining. Meine Leistung nahm stetig ab und irgendwann konnte ich nicht mehr. Es wurde ein paar Jahre schlimmer statt besser. Ich lese häufig, dass ich damit nicht allein bin. Das hilft auch ein bisschen. Setz dich nicht unter Druck aber probiere immer mal was aus. Das wäre jetzt so mein Rat, falls du ihn möchtest.

    Liebe Grüße
    Elster

    Unsere Toten sind nicht abwesend nur unsichtbar,

    sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer.

    Es gibt ein Wiedersehen auf einer anderen Ebene.

    Und die Seelen unserer Vorausgegangenen begleiten uns

    Aurelius Augustinus

  • Liebe Elster,


    den Rat nehme ich gerne an. Anfang März muss ich sowieso zum Blut abnehmen, da lass' ich auf eigene Kosten z.B. den Cortisolspiegel messen. Der ist bei mir bestimmt zu hoch, das spüre ich. Stressgefühl, schnell auf 180, hauptsächlich mit mir, wenn mir nicht gleich was gelingt oder runter fällt. Den typischen Cortisolbauch hab' ich auch bekommen. Ich überlege auch ernsthaft die Ärztin zu wechseln, auch wenn ich hier nur über die Straße muss. "Es war besser für Ihre Frau" ist immer die Entgegnung wenn ich sie auf Trauerbegleiterscheinigungen anspreche. Nur sind die guten Praxen in der Gegend alle voll.

    Die Physiotherapie mach' ich weiter. Ich darf nur nicht zuhause vergessen meine Übungen zu machen.


    Danke, liebe Elster und schöne Grüße

  • Guten Morgen lieber Dieter.Ich stimme allem was du schreibst zu.Das ist ein zutiefst menschliches Problem. Ärzte tun sich damit schwer. Die Hauptaufgabe liegt bei uns und die kostet Kraft,Geduld und vieles mehr. Bei mir ist es jetzt eineinhalb Jahre her,als mein Sohn starb. Nach dem anfänglichen Schock kam der eigentliche Zusammenbruch. Ich habe mich bis heute nicht davon erholt. Durch die Hüftgelenkprothese und den darauffolgenden Hexenschuss wurde alles noch erschwert. Ich sage es immer ganz einfach:" Ich bin kaputt." Und die Außenwelt versteht es nicht, was dann noch zusätzlich alles erschwert.Aber unter Druck setze ich mich nicht mehr. Ganz wichtig ist ,daß ich kleine Schritte mache. Der Körper kann sich sowieso immer nur auf eine Sache konzentrieren. Eins steht über allem: Nicht aufgeben! Übungen zu machen ist bei mir auch immer so ein Problem. Was mir gelingt ist ,daß ich viel lese. Da tauche ich in eine andere Welt ein. Mit dem Spaziergang macht es uns der Winter dieses Jahr auch nicht leicht. Mein Orthopäde hat mir etwas empfohlen, was ich derzeit beginne auszuprobieren. Es ist ein Beitrag zur normalen Funktion des Nervensystems. Es heißt:" orthomol neuro" Täglich Kapsel (Kostet :30 Kapseln 20 Euro )Cortisol ist das Stresshormon,was vom Körper sehr schwer abgebaut wird.Das weiß ich von einer Krankheit aus früheren Zeiten. Was uns neben unserer Trauer noch stresst,muss man sorgfältig analysieren. Mich stresst zum Beispiel, wenn ich gesagt bekomme:" Du musst, du sollst......" Da höre ich jetzt nicht mehr hin und manch einer muß dann auch mal belogen werden. Ich rede auch nicht mehr mit allen über meine Gefühle. Da wird man manchmal auch noch enttäuscht. Zum Schluß möchte ich etwas sagen, woran man erkennt, wie es in mir aussieht. Ich hatte mal wieder einen wirren Traum. Und mitten im Traum sagte eine Stimme ganz laut " : Silvio lebt!" Ich bin so erschrocken und darüber aufgewacht. Lieber Dieter. Irgendwann werden wir es schaffen,die Balance zwischen unserer Zerrissenheit wieder herzustellen. Ganz liebe Grüße von Christine.

  • z.B. den Cortisolspiegel

    Das ist schon mal super.
    Ich empfehle dazu noch B12, D3 und Ferritin. Leider sind Hausärzte oft nicht in der Lage, solche Zusammenhänge zu bewerten. Die Empathielosigkeit deiner Ärztin kann einfach Hilflosigkeit sein, aber das nützt dir nix. Ich rate wirklich zu einer Heilpraktikerbehandlung. Nicht unbedingt einfach irgendeinen, denn da kann man sehr schief auflaufen. Vielleicht hast du Freunde oder Bekannte, die einen empfehlen. Hausärzte machen manchmal Zusatzausbildungen, aber die zu finden ist kein lustiger Zeitvertreib.
    Viel Glück!

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    Aurelius Augustinus

  • Ich empfehle dazu noch B12,

    Ich lasse mir alle 3 Wochen - natürlich auch auf eigene Kosten B12 spritzen weil mein Körper B12 aus der Nahrung nicht verwerten kann. Früher hat mir Ursel das gespritzt. D3 nehm ich täglich, mein Eisenspiegel passt. Ich hatte im Gymnasium einen Banknachbarn, der ist Heilpraktiker geworden. Den werd' ich kontaktieren.

  • Beitrag von CHRISTINE B ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Liebe Christine,


    ich hab' das Gefühl, nach Ursels Weggang - ich mag' das Wort Tod überhaupt nicht - mit einem Schlag mindestens 5 Jahre gealtert zu sein.

    Eben komm' ich von der Physiotherapie und hab' Muskelkater wie nach einem Halbmaraton. Ich muss auch einfach mehr daran denken zuhause meine Übungen zu machen. Ich werde meinen Apotheker - mit dem ich sehr gut kann - über seine Meinung zu diesem Medikament fragen. Die Apotheke hatte mich mal angerufen als ein Eichhörnchenkind vor dem Laden herumirrte. Ich konnte es einfangen, es war ein kleiner Bub und er bekam bei Sandra den Namen Othmar, den Vornamen des Apothekers. Darüber freut er sich heute noch.


    Liebe Grüße von Dieter

  • Lieber Dieter. Es ist so,man hat viel verloren an Kraft,an Ausstrahlung.Du bist noch um einiges jünger als ich. Vielleicht kommst du noch mal raus aus diesem tiefen Tal.Dafür gibt es keinen Plan. Es passiert einfach. So wie früher wird es nie mehr werden. Dafür ist man einfach zu alt .Körperlich kann man einiges machen. Das Medikament ist vielleicht eine Hilfe.Ich probiere es mal. Schaden kann es nicht und es ist ja erschwinglich. Ich kenne einen Mann ,dessen Frau vor 9 Jahren gestorben ist. Neulich traf ich ihn .Er wusste das nicht mit Silvio. Wir haben zusammen geweint. Er sagte, er hat wieder kleine Freuden entdeckt,für die es sich lohnt, weiterzuleben .Aber so wie früher mit seiner Frau wird es nie wieder. Ich habe ja noch 2 Töchter und 3 Enkelkinder. Sie ersetzen Silvio nicht,aber sie geben mir Halt .Liebe Grüße von Christine.

  • Lieber Dieter,


    da kann ich nicht mitreden. Von solchen Problemen bin ich verschont geblieben. Die Ursache bei Dir und den anderen Trauernden ist aber mit Sicherheit die seelische Belastung durch die Trauer, zumal Du ja vorher körperlich fit warst. Ich wünsche allen Betroffenen daß die Beschwerden bald besser werden und sich nicht dauerhaft festsetzen.


    Liebe Grüße

    Lilifee

  • Guten Morgen Ihr Lieben,


    dieses graue und nasse Wetter empfinde ich gerade überaus deprimierend. Es will einfach kein Ende nehmen und für nächste Woche ist wieder Schnee und Eis angekündigt.

    Außerdem ist mein Herzenshörnchen - die Minimini - gestorben. Sie erreichte zwar mit 5 Jahren ein tolles Alter für ein wild lebendes Eichhörnchen, aber es tut trotzdem sehr weh. Sie nicht mehr auf meinem Schreibtisch begrüßen zu können ist ein schrecklicher Gedanke.


    Traurige Grüße von Dieter

  • Oh Dieter! Eure Minimini! Es tut mir sehr leid. Das glaub ich sofort, dass das sehr weh tut. Ach je. Ist doch egal, wie alt sie wurde. Sie fehlt!
    Lass dich mal ganz lieb umarmen....

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    Es gibt ein Wiedersehen auf einer anderen Ebene.

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    Aurelius Augustinus

  • Geh davon aus, sie sitzt auf Ursels Schulter.

    Unsere Toten sind nicht abwesend nur unsichtbar,

    sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer.

    Es gibt ein Wiedersehen auf einer anderen Ebene.

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    Aurelius Augustinus