Hallo ihr Lieben,
Ich bin Gina,38 aus dem Ruhrgebiet.
ich bin ganz neu hier und möchte mir meine Geschichte ein wenig von der Seele schreiben.
Mein Papa ist am 31.07.2025 kurz vor seinem 73. Geburtstag gestorben. Er hatte viele gesundheitliche Probleme hinter sich – Herzinsuffizienz, neue Herzklappen und Ende 2023 dann die Diagnose Darmkrebs. Die Therapie hat er noch gut vertragen, aber der künstliche Darmausgang, der starke Gewichtsverlust und die fehlende Lebensfreude haben ihm sehr zugesetzt.
Trotz allem waren wir als Familie sein Lichtblick, besonders die Zeit mit seinen Enkeln hat er sehr genossen.
Kurz vor seinem Tod wurde er zunächst in einem Krankenhaus wegen akuten Nierenversagens behandelt. Ich habe bis heute die Angst, dass dort vielleicht nicht alles richtig gemacht wurde und man dadurch einen wichtigen Punkt verpasst hat. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass er viele Baustellen hatte – gerade die Kombination aus Herz- und Niereninsuffizienz war eine schwere Belastung für seinen Körper.
Zuletzt lag er zwei Wochen auf der Intensivstation eines anderen Krankenhauses.
Zwei Tage vor seinem Tod wurde er extubiert – und plötzlich war er relativ klar, orientiert und konnte wieder mit uns sprechen. Das war ein großes Geschenk. Aber oft war er schwer zu verstehen, er wollte sogar schreiben, doch hatte nicht mehr genug Kraft. Bis heute quält mich der Gedanke, was er uns vielleicht noch sagen wollte.
Nach vielen schwierigen Tagen fiel er in ein CO₂-Koma. Gemeinsam mit den Ärzten haben wir entschieden, die Unterstützung abzuschalten – wir waren die ganze Zeit bei ihm. Diese Wochen waren traumatisch und gleichzeitig sehr bewegend.
Seitdem fühle ich mich wie eine leere Hülle. Es gibt Momente der Ablenkung, aber sobald die Stille kommt, ist der Schmerz wieder da. Immer wieder kommen diese quälenden Gedanken, ob man im Krankenhaus noch etwas anders hätte machen können.
Sehr schwer ist für mich auch der Gedanke an meine Mama, die nach über 50 Jahren Ehe nun allein ist. Ich versuche, für sie da zu sein, gleichzeitig habe ich ja meine eigene kleine Familie – dieser Spagat kostet unglaublich viel Kraft.
Wir sind sogar kurz verreist, um Abstand zu bekommen, aber die Trauer reist natürlich mit. Jetzt graut es mir besonders vor den nächsten Tagen, denn Papas Geburtstag steht an – ich weiß nicht, wie ich diesen Tag überstehen soll.
Ich hoffe, hier Menschen zu finden, die Ähnliches erlebt haben und verstehen, wie zermürbend diese Wellen aus Schmerz und Sehnsucht sein können.
Danke, dass ihr meinen Text gelesen habt.