Was ist, wenn man niemals darüber hinwegkommt?????

  • Liebe Elster,


    Mut und Geduld ... ja ... Aber wie nur???


    Gerade bin ich so leer. Das Wetter ist so herrlich. Habe gerade einer Kollegin gemailt, die mir mit Papierkram bisschen hilft. Sie ist auf dem Weg nach München. Ich gönne es ihr von Herzen. Nur innerlich bin ich wieder gestorben, denn an einem langen Wochenende wie diesem hätten auch wir was unternommen. Oder wären gerade im Urlaub ... Jetzt kann man nur den anderen, denen es gut geht, dabei zuschauen und denken: "Das war einmal. Es wird NIEMALS wieder so sein!" Mein schönes, vorheriges Leben - einfach weg. Als wäre es nie da gewesen ...

  • Liebe Bille

    Tut mir unglaublich leid, das auch du hier bist...


    Das was du schreibst kommt mir sehr bekannt vor.

    Ich wusste sogar das es besser werden wird ,aber in dem Augenblick hat es sich angefühlt, als würde es sich nie wieder ändern.

    Auch ich war und bin der Meinung daß ich niemals über den Tod von Jason hin weg kommen werde.
    Ist bis heute meine Meinung dazu ,und das muss ich auch gar nicht.

    Es ist immer noch schmerzhaft ,aber es ist definitiv nicht so wie in den ersten Monaten.

    Das ist auch gar nicht möglich,weil es alles übertrifft was man sich je hätte vorstellen können.

    Hoffnungslosigkeit,unmenschliche Trauer ,und ein Schmerz der auch körperlich zu spüren war.Es ist unerträglich,kein Wort und keine Geste könnten dir auch nur ein wenig Trost spenden.

    Aber du bist nicht alleine,alle hier kennen diesen Schmerz ,auch wenn man ihn nur alleine fühlen kann ,für sich.


    Liebe Grüße Melanie

  • Hallo Bille,


    mittlerweile ist es kein Überleben mehr. Ich lebe manchmal ganz gerne. Ich freue mich heute über kleine Sachen wie z. B. Einen Schokoriegel im Auto essen oder


    Dankbar sein, dass ich keine Schmerzen habe. Ja, wieder ein langes Wochenende.

    Da hätten wir schöne Ausflüge gemacht.

    Ich glaube die Trauer benötigt Zeit. Bei mir sind es ja bald 5 Jahre.


    Ich habe es anfangs mit Shopping versucht, hat aber nur kurzfristig geholfen.


    Liebe Grüße


    Turicum

  • Liebe Melanie,


    und auch mir tut es leid, dass du hier bist: im Club, in dem man niemals sein wollte!!!!!!!!!!!!!!!!


    Aber was, wenn dieser Schmerz wirklich niemals endet?????


    Ganz ehrlich: Wenn jetzt jemand vor mir stehen würde, der mir ein Messer in die Brust rammen wollte, würde ich sagen: "Tu es!!! Tu es bitte SOFORT!!!!!!!!!!"

  • Liebe Turicum,


    irgendwann früher, wenn ich mal schlecht drauf war, war Shopping immer die Heilung. Heute kann ich nicht mal mehr dran denken. Es gibt einfach keine Heilung. Nichts kann mir irgendeine Art der Ablenkung geben.


    Über kleine Dinge konnte ich mich schon immer sehr freuen. Es mussten nie die Großen sein. Aber im Moment ist es gar nichts. Das zeigt mir ja, wie tief unten ich wirklich bin.


    Ich freue mich aber sehr für dich, dass du's aus dem Tief heraus geschafft hast.

  • Man kann ja nie für andere reden.

    Aber ich glaube ich habe hier noch nie gelesen und auch selbst nach dem Tod meines Sohnes nicht erlebt das man ewig in diesem akutem unerträglichem Schmerz bleibt.

    Es fühlt sich an ,als würde er nie verschwinden.

    Ich kann mich noch so gut dran erinnern,die Tränen liefen einfach so wie ein Wasserfall.

    Nach Monaten habe ich mich dabei ertappt,das ich mal kurzzeitig abgelenkt war ,zwar mit einem schlechten Gewissen in nachhinein ,aber immerhin und das kam von ganz alleine das es immer mehr wurde.

    Heute lebe ich ein relativ normales Leben ,obwohl keine Stunde vergeht wo ich nicht an Jason denke.

  • Liebe Melanie,


    ich meinte nicht nur, dass der Schmerz nicht vergeht, sondern dass man einfach auch nicht mehr mit dem Leben klar kommt, dass man nur alleine ohne den geliebten Menschen bestreiten muss. Mit all dem Gefühl der Leere und Hoffnungslosigkeit. Verstehst du, wie ich das meine?

  • Liebe Bille,

    es ist doch gerade erst passiert. Du bist noch im absoluten Schockzustand. Man weiß dass es passiert ist, aber man kann und man mag es sich nicht vorstellen, weil es jeglicher Vorstellungskraft entbehrt.


    Ich weiß noch wie oft ich in den ersten Monaten, laut weinend und schreiend durch unser Haus gelaufen bin, vor Verzweiflung, aus Ausweglosigkeit und weil ich mit meinem Schmerz einfach nicht wusste wohin. Ich konnte nichts essen, nicht schlafen, ich hatte Null Antrieb und ich wollte DIESES Leben SO, ohne meinen Schatz nicht. Eine Zukunft konnte und wollte auch ich mir nicht vorstellen.


    In den ersten Monaten ist das tatsächlich so, dass man sich mit nichts anderem befassen kann, als mit dem Unbegreiflichen, mit der Ausweglosigkeit, in der man steckt und dass man denkt, man schafft das nicht.

    Das ist doch auch ganz logisch, nachdem was passiert ist.


    Bei mir werden es im Juli schon 6 Jahre, dass ich meinen Lieblingsmenschen verloren habe. Davon waren die ersten drei, die absolute Hölle.

    Noch heute fehlt mir mein Schatz an jedem einzelnen Tag. Aber ich habe gelernt, damit zu leben.


    Gib' dir Zeit zum Trauern, egal wie lange es dauert, du darfst traurig und verzweifelt sein, du hast schließlich allen Grund dafür!


    Ich wünsche dir trotzdem ein bisschen Kraft und Zuversicht und etwas Hoffnung :30:.


    Herzlichst, Kerstin

  • Liebe Kerstin,


    es ist so lieb, was du schreibst. Danke!


    Trotz allem Leid und aller Schwere fühlt man sich, wenn man das liest, insofern etwas "besser", indem man dann weiß, dass es anderen auch genau so geht und ging! Man denkt dann nicht mehr, dass man vollkommen verrückt ist. Ist das nicht seltsam, dass wir anscheinend alle die genau gleichen Gefühle haben? Es tut einerseits so gut, das zu lesen und zu wissen, aber andererseits kann man eben doch nicht glauben, dass es wenigstens ein ganz klein bisschen ... besser? ... leichter? ... leichter auszuhaltender? ... werden soll.


    Auch ich laufe schreiend durch den Wald, schreie und brülle im Auto.


    Wenn ich mit meinen erst 2 Monaten schon in Jahren wie bei dir denke, dann überkommt mich aber doch die große Angst. Ich weiß, dass ihr mir alle eben diese nicht machen wollt, aber ich frage mich, wie ich diesen Zustand noch länger aushalten soll. Ich kann doch kaum die nächsten Minuten überstehen.


    Ich hatte vorher immer das Gefühl, dass die Zeit rast. Immer war ich in Hektik, immer war ich in Eile, weil ich immer noch so viel zu tun hatte und wir immer so viel unternommen hatten. Und jetzt plötzlich steht alles still. Man hat alle Zeit der Welt, und sie vergeht auch nicht. Und man weiß nicht, was man mit ihr anfangen soll. Das geht euch ja mit Sicherheit auch allen so.

  • Hallo Bille ...dein Verlust tut mir sehr leid ...und wie all die Lieben ...hier schon geschrieben haben es ist gerade erst passiert...gerade hörte deine Welt auf sich zu drehen...es wird noch lange sehr lange mega weh tun .. .mega lange wird der Stein auf der Brust schwerer und schwerer .. mega lange wirst du weinen,schreien rufen ...komm zurück. ...aber irgendwann glaube uns wird der Felsbrocken kleiner...das Leid und der Schmerz milder .. aber bis dahin 😢

  • Beitrag von CHRISTINE B ()

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  • Liebe Bille,


    was Du brauchst ist Zeit ganz viel viel Zeit, es ist der Alptraum der Untergang Deiner Welt und es ist gerade erst passiert.


    Der Weg ist lang erst einmal überleben die Wege kommen langsam ganz langsam und man lernt wieder zu leben anders aber es geht.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Linchen,


    wenn das mit der Zeit nur nicht so furchtbar schwer wäre. Ich weiß ja, dass ihr das ALLE durchgemacht habt und wisst, wovon ihr redet. Trifft es wirklich immer zu, frage ich mich? Deshalb ja meine Überschrift "Was ist, wenn man niemals darüber hinwegkommt?". Genau so fühlt es sich nämlich für mich an. Der Aufruhr der Gefühle in mir ist unbeschreiblich!!!!!!