Am 06.07.2018 um 22.53 Uhr verstarb meine unendlich geliebte Frau "Rosi"

  • Lieber Uwe


    Freue mich, glaubst nicht wie, dass du wieder schreibst. :28:

    Tja, zu dem Lied gibt es nicht viel zu sagen.... habe beim anhören geheult, Emotionen pur, die einem da überrollen.


    Ein wunderschönes Lied, wirklich wunderschön und passend für den Abschied eines überalles geliebten Menschen.

    Liebe Grüsse

    Thomas

  • Leona Lewis - Run (Official Video) - YouTube


    Dieses Stück von Leona Lewis hatte sich Rosi ausdrücklich für ihre Beerdigung gewünscht. Sie hatte bei diesem Stück, wenn Sie es hörte, immer Tränen in den Augen und streichelte meine Hände.



    Leona Lewis


    Run (Renn) (Deutsche Übersetzung)



    Ich singe es noch ein letztes mal für Dich.


    Dann müssen wir wirklich gehen.


    Du bist das einzig richtige für mich,


    unser ganzes Leben lang.



    Und ich kann Dich gerade noch anschauen.


    Aber ich tue es bei jeder Gelegenheit.


    Ich weiß, wir werden es irgendwo aufbauen.


    Entfernt von hier.



    Erhelle, Erhelle


    Als ob Du eine Wahl hättest.


    Selbst wenn Du meine Stimme nicht hören kannst,


    Ich werde neben dir sein mein Liebling.



    Lauter, Lauter


    Und wir werden für unser Leben rennen.


    Ich kann es nur schwer aussprechen, wie soll ich es auffassen.


    Warum kannst Du deine Stimme nicht erheben,


    um es zu sagen.



    Wenn ich darüber nachdenke, das ich diese Augen nie gesehen hätte.


    Fällt es mir so schwer, deswegen nicht zu weinen.


    Und während wir uns lange auf wiedersehen sagen,


    tue ich es doch fast.



    Erhelle, Erhelle


    Als ob Du eine Wahl hättest.


    Selbst wenn Du meine Stimme nicht hören kannst.


    Ich werde neben dir sein mein Liebling.



    Lauter, Lauter


    Und wir werden für unser Leben rennen.


    Ich kann es nur schwer aussprechen, wie soll ich es auffassen.


    Warum kannst Du deine Stimme nicht erheben,


    um es zu sagen.



    Erhelle, Erhelle


    Als ob Du eine Wahl hättest.


    Selbst wenn Du meine Stimme nicht hören kannst.


    Ich werde neben dir sein mein Liebling.


    ja ich werde.



    Lauter, Lauter


    Und wir werden für unser Leben rennen.


    Ich kann es nur schwer aussprechen, wie soll ich es auffassen.


    Warum kannst Du deine Stimme nicht erheben,


    um es zu sagen.



    hmm..


  • Liebe Dami,


    danke für deine netten Worte.

    Ich hatte Rosi erst verstanden, als ich mir die Übersetzung angesehen hatte.

    Mein Fach war Latein in der Schule, Rosi war oft in England, sogar 1 Jahr in London auf der Schule. Meine Englischkenntnisse sind nicht so gut.


    Ich wünsche Dir einen angenehmen Abend,

    liebe Grüsse,

    Uwe

  • Lieber Uwe,

    dieses Lied musste ich jetzt einfach für den 14.11. auf unsere Facebook-Seite stellen. DANKE für das schöne Lied und die Übersetzung!

    Deine Rosi ist eine Frau mit einem besonderen Geschmack.


    Wünsche dir heute einen Tag, an dem Prinz und du nicht im Wind davonfliegt (bei uns ist es sehr windig) und die Windräder sich genüsslich drehen.


    Sei lieb gegrüßt

    Astrid.

  • Bleib still liegen mein Herz,

    erschreck dich nicht.

    Ich bin ein Freund


    der zu dir spricht


    Ich hab gewartet und gehofft,


    dass der Moment vielleicht niemals kommt.


    Dass er einfach vorübergeht.


    Oder vielleicht niemals geschieht.



    Ich schau zurück


    auf eine wunderschöne Zeit.


    Warst die Zuflucht


    und die Wiege meines Seins.


    Hast gekämpft


    und jeden Moment mit mir geteilt.


    Ich bin stolz


    auch jetzt bei dir zu sein.



    Ich fang ein Bild von dir


    und schließ die Augen zu.


    Dann sind die Räume nicht mehr leer.


    Lass alles andere einfach ruhen.


    Ich fang ein Bild von dir


    und dieser eine Augenblick


    bleibt mein gedanklicher Besitz.


    Den kriegt der Himmel nicht zurück.



    Du kamst zu mir


    vor jedem allerersten Ton.


    Als das Zeitglas unerschöpflich schien.


    Du hast gelebt,


    in jedem Sturm mit mir gekämpft.


    Nie etwas verlangt,


    nur gegeben und geschenkt.



    Hast mir gezeigt


    was wirklich wichtig ist.


    Hast mir ein Lächeln gezaubert


    mit deinem stillen Blick.


    Ohne jedes Wort,


    doch voll von Liebe und Leben.


    Hast so viel von dir


    an mich gegeben.



    Ich schau zurück


    auf eine wunderschöne Zeit.


    Warst die Zuflucht


    und die Wiege meines Seins.


    Hast gekämpft


    und jeden Moment mit mir geteilt.


    Ich bin stolz


    auch jetzt an deiner Seite zu sein.



    Ich fang ein Bild von dir


    und schließ die Augen zu.


    Dann sind die Räume nicht mehr leer.


    Lass alles andere einfach ruhen.


    Ich fang ein Bild von dir


    und dieser eine Augenblick


    bleibt mein gedanklicher Besitz.


    Den kriegt der Himmel nicht zurück.



    Ich schau zurück


    auf eine wunderschöne Zeit.


    Warst die Zuflucht


    und die Wiege meines Seins.


    Hast gekämpft


    und jeden Moment mit mir geteilt.


    Ich bin stolz


    auch jetzt an deiner Seite zu sein.



    Ich fang ein Bild von dir.



    Ich schau zurück


    auf eine wunderschöne Zeit.


    Warst die Zuflucht


    und die Wiege meines Seins.


    Hast gekämpft


    und jeden Moment mit mir geteilt.


    Ich bin stolz


    auch jetzt an deiner Seite zu sein.



    Ich lass dich gehen


    und wünsch dir alles Glück der Welt.


    In diesem Augenblick


    bist du das Einzige was zählt.


    Lass dich fallen


    und schlaf ganz einfach ein.


    Ich werde für immer an deiner Seite sein.


    DER TEXT ZUM LIED VON UNHEILIG: AN DEINER SEITE

  • Mein Versuch der alten Dame "Trauer" zu entkommen.


    Es sah für mich eigentlich positiv aus.

    Trank einen Eiweissshake und schaute zum Fenster hinaus.

    Regen, es wollte nicht richtig hell werden und der starke Wind.

    Ich sagte zu Rosi: "Wenn nicht jetzt, wann dann ?"

    Ich kenne mich hier sehr gut aus. Zog meinen Parka an, leinte Prinz, ab heute Schnecke genannt, an und verliess das Haus.

    Machte noch einen Plan und eilte los. Den Hügel rauf zur Bank. Wer sass da: Frau Trauer.

    Okay, sagte ich mir, jetzt bin ich gerade in Wallung. Also den Berg runter und den Wald angesteuert. Schnecke war bei dem Regen wieder im Schildkrötenmodus. Ich zerrte an der Leine, hatte dann Mitleid, da die Zunge von ihm heraushing. Also ein neuer Plan. Wenn im Wald, dann tue ich so, als wenn ich den Schotterweg nehme. Prinz war wieder mit Gräsern beschäftigt, die ja so wohltuende Würgreize bei ihm auslösen. Hatte er immer noch nicht kapiert, worum es hier eigentlich geht ?

    Wollte seitlich den Forstweg nehmen, wer stand da: Frau Trauer.

    Sie sah überhaupt nicht abgekämpft aus. Wie das nervte.

    Natürlich innerlich die Frage: "Wie kann so eine alte Frau mein rasantes Tempo durchhalten ?"

    Hatte aber meine Asse aus dem Ärmel noch nicht verteilt. Ging in den Nachbarort, da war Lichterfest. Tausende von Leute. Bekannte Gesichter liess ich links liegen. Mischte mich unter die Leute. Prinz, Schnecke, fand das neue Areal toll. Jede Ecke musste er als Rüde begrüßen. Er machte mich verrückt. Egal, welche Strasse ich nehmen wollte, überall begrüßte mich Frau Trauer. Als hätte Sie jeden meiner Wege vorausgeahnt.


    Ich kann nur sagen, nach 4 Stunden in einem rasanten Tempo, ausgenommen die Verschnaufpausen von Schnecke: " Hut ab, die Frau Trauer, trotz ihrem Alter, hat es voll drauf."


    Ich muss mich wohl damit abfinden, dass ich diese alte Dame nicht so schnell wieder los werde.

    Bin nicht begeistert davon.

    Vielleicht hätte ich Sie ja ohne SCHNECKE abwimmeln können.

    Wer weiss ????

  • Hier kommt mir immer wieder die Geschichte von Zeraphine hier im Forum unter der Rubrik "Dies und Das" in den Sinn.

    Die Geschichte heisst "Der ungebetene Gast".


    Finde die Geschichte einfach gut.

  • Uwe,


    Ich freue mich immer wenn du online bist, lese gerne was du schreibst.

    Habe in letzter Zeit nicht mehr soviel geschrieben, habe den Kopf im Moment nicht dazu.


    Liebe Grüsse

    Thomas

  • Der Kopf ??


    Ja, der macht mir auch zu schaffen. Viele Bilder von Rosi.

    Mache mir gerade Sorgen. Sehe Sie lachen, aber kann es nicht hören. Träume nicht mal von ihr. Habe ihren Geruch kaum noch in der Nase.

    Sehe nur Bilder. Lachen. Weinen. Spöttische Blicke. Anregungen. Verliebte Blicke. Warme Haut.

    Aber ich höre nicht ihre Stimme im Kopf.

    Das schmerzt so unsagbar. Die Stimme hat so viel ausgemacht.


    Der Herbst hat mich im Griff,

    Uwe

  • Lieber Uwe,


    ich finde mal wieder keinen Schlaf und nutze die Zeit, um dir einen ganz lieben Gruß zu schicken.


    Eigentlich dürfte ich heute nicht in deinem thread schreiben, denn ich habe im Augenblick absolut nichts zu geben und belaste dich vielleicht nur mit meinem Gemeckere und meiner Jammerei.


    Es geht mir augenblicklich gar nicht gut.


    Ich sitze gerade in einem Therapieloch. Bisher verlief meine Chemo ohne allzu große Nebenwirkungen, d.h. sie war bisher so halbwegs erträglich. Doch diese Woche schlaucht mich die Chemo enorm und ich fühle mich sooooo kraftlos, sooo krank, soooo müde, soooo mutlos, soooo hilflos. Ich würde am liebsten schreien, schreien, schreien....oder mich in ein Mauseloch verkriechen und NIIIE wieder rauskommen.

    Dabei habe ich jetzt schon mehr als die Hälfte gepackt .....und alles sieht gut aus. Müsste auf Wolke 7 schweben..vor Zuversicht strotzen. Und was ist? Ich hocke im dunklen Loch...


    In Frankreich gibt es ein gut erhaltenes, mittelalterliches Hospiz und dort befindet sich ein großer Wandteppich, in dem fortlaufend nur das eine Wort "Seul" eingewebt ist.

    Seul Seul Seul Seul Seul Seul Seul Seul Seul Seul.....

    Allein Allein Allein Allein Allein Allein Allein Allein Allein Allein .....

    Und so, ganz genau so fühle ich mich derzeit

    Allein...verlassen...vergessen.... Dabei bin ich das - objektiv gesehen - überhaupt nicht!! Ja, ich weiß das...!


    Ach, es ist ein schreckliches Durcheinander in mir. Zudem fehlen mir meine lieben Verstorbenen derzeit ganz arg. Ganz besonders meine Freundin....


    Mein Umfeld hat es aber zur Zeit auch sehr schwer mit mir. Ich sehne mich nach Zuwendung, Aufmerksamkeit, und Besuch.

    Und G.l.e.i.c.h.z.e.i.t.i.g

    will ich aber niemanden um mich haben, will die Tür verschlossen halten, niemanden sehen und hören. Ich liege im Bett und weine und beklage mich bitterlich, weil keiner vorbei kommt, doch bei jedem der es WAGT zu kommen, fühle ich mich gestört...will ihn so schnell wie möglich wieder los sein,... Kennst du das auch? Diese Ambivalenz!.... Ist ganz Schrecklich!.... So Unreif!


    Aber ich klammere mich an den Gedanken: "alles geht vorbei",... auch diese düstere Stimmung ändert sich, auch dieser Schmerz vergeht. Irgendwann - langsam aber sicher - ganz allmählich.Brauch nur etwas Geduld....

    So war es jedenfalls bisher immer und darauf vertraue ich...Ich weiß aus Erfahrung, dass der Tunnel nicht endlos ist und dass irgendwann ein kleiner Lichtschein erkennbar ist. Darauf hoffe ich.


    Du meine Güte - lieber Uwe, jetzt habe ich so viel geschrieben, das gar nicht hierher in deinen thread gehört. Bitte sehe es mir nach, das alles musste irgendwie erstmal von mir ausgespieen werden....


    Eigentlich wollte ich dir nur sagen, dass ich des öfteren an dich denke und dass ich es so schön finde, wie ihr - du und Uwe - einander zur Seite steht. Das ist ganz große Klasse.:!:

    Ihr seid eh 2 besondere Männer. Dass ihr eure Frauen so lange, mit so viel Liebe, gepflegt habt, ist gar nicht selbstverständlich, besonders in der heutigen Zeit. Eure Frauen haben euch anscheinend sehr geliebt und das habt ihr ihnen aber auch tausendfach zurück gegeben....


    Rosi hat eine tiefe Spur in deinem Herzen gegraben, lieber Uwe, und diese Spur wird für immer in dir bleiben, ganz egal was die Zukunft noch für dich bereit hält.

    Deine Texte die du uns hier schenkst, die Lieder, die Gedichte die du hier einstellst , berühren mich immer tief. Sie zeugen von so viel Liebe, von Einfühlsamkeit, .aber auch von großer Einsamkeit , von großer Sehnsucht , Wehmut...von einer tiefen Trauer.

    Ich hoffe, dass du und ich und all die anderen, die hier schreiben und lesen, immer besser mit der Trauer und dem damit verbundenen Leid umgehen können.

    Ich wünsche dir, dass deine Trauer sich wandelt, dass du mit deiner inneren Kraft in Berührung kommst ( wir alle hier sind kräftiger als wir glauben ) und dass du niemals am Leid zerbrechen wirst.


    Ich habe jetzt sicherlich ziemlich durcheinander und etwas wirr geschrieben. Mein Chemohirn ( = mangelnde Konzentration und gestörtes Denkvermögen ) lässt grüßen und zudem ist es ja auch schon fast 4 Uhr - aber ich denke, du verstehst, was ich ausdrücken will.


    Nachdem du so schöne Gedichte eingestellt hast, möchte ich nun 2 meiner Lieblingsgedichte hier einstellen. Vielleicht sprechen sie dich auch an:

    Fortsetzung folgt

  • Hier die beiden Gedichte:


    "Die schwersten Wege

    werden alleine gegangen,

    die Enttäuschung, der Verlust,

    das Opfer,

    sind einsam.

    Selbst der Tote der jedem Ruf antwortet

    und sich keiner Bitte versagt

    steht uns nicht bei

    und sieht zu

    ob wir es vermögen.

    Die Hände der Lebenden die sich ausstrecken

    ohne uns zu erreichen

    sind wie die Äste der Bäume im Winter.

    Alle Vögel schweigen.

    Man hört nur den eigenen Schritt

    und den Schritt den der Fuß

    noch nicht gegangen ist aber gehen wird.

    Stehen bleiben und sich Umdrehen

    hilft nicht. Es muss gegangen sein.


    Nimm eine Kerze in die Hand

    wie in den Katakomben,

    das kleine Licht atmet kaum.

    Und doch, wenn du lange gegangen bist,

    bleibt das Wunder nicht aus,

    weil das Wunder immer geschieht,

    und weil wir ohne die Gnade

    nicht leben können:

    die Kerze wird hell vom freien Atem des Tags,

    du bläst sie lächelnd aus

    wenn du in die Sonne trittst

    und unter den blühenden Gärten

    die Stadt vor dir liegt,

    und in deinem Hause

    dir der Tisch weiß gedeckt ist.

    Und die verlierbaren Lebenden

    und die unverlierbaren Toten

    dir das Brot brechen und den Wein reichen -

    und du ihre Stimmen wieder hörst

    ganz nahe

    bei deinem Herzen."

    Hilde Domin



    "Nicht alle Schmerzen sind heilbar

    denn manche schleichen sich tiefer ins Herz hinein

    und während die Tage verstreichen

    werden sie Stein.


    Du sprichst und du lachst als wenn nichts wäre

    sie scheinen zerronnen zu Schaum

    doch du spürst ihre Last und die Schwere

    bis in den Traum.


    Der Frühling kehrt wieder mit Wärme und Helle

    die Welt ist ein Blumenmeer

    doch in deinem Herzen ist eine Stelle

    da blüht nichts mehr"

    Ricarda Huch


    Ich denke und hoffe, dass man die kahle Stelle gießen kann und dass dann, irgendwann,

    vielleicht in unmittelbarer Nähe ein anderes Pflänzchen namens Hoffnung wachsen kann.


    Alles Liebe

    blaumeise

  • aller guten Dinge sind drei:


    "Wenn du beginnst zu lieben, sagst du schon ja:

    Zu den Tränen des Abschieds,

    Zu Hoffnungen, die sich nicht erfüllen,

    Zu den Schmerzen des Loslassen,

    Zu der Einsamkeit nach der Zweisamkeit.

    Wenn du beginnst zu lieben, sagst du schon JA!"

    Ruth Rau


    Inzwischen sind beide Katzen von ihrem nächtlichen Streifzug heimgekehrt., d.h.ich kann jetzt auch beruhigt schlafen gehen. Alle sind wohlbehalten zuhause: Kinder und Katzen !!!


    Ganz liebe Grüße aus dem schönen Badner Land (der edlen Perl' im deutschen Land :)) Achtung: nicht Schwabenland!!!!


    blaumeise

  • Liebe Blaumeise,


    ich freue mich so sehr, dass du schreibst.

    Dein Gejammer und Gemecker belastet mich nicht, nein es berührt mein Herz. Die Ohnmacht, hier zu sitzen. Lieber würde ich jetzt bei Dir sein und dich in den Arm nehmen, damit Du all deine Sorgen und Nöte herausschreien kannst und die Möglichkeit in ein "Mauseloch" zu verschwinden, natürlich unterbinden. Dieses LOCH kenne ich noch aus der Zeit, als Brigitte ihre Chemo hatte. In der Zeit, wo Sie dringend Menschen benötigte, da musste ihr Mann sie verlassen, da er mit der Krankheit nicht klar kam. Dieses AR....LOCH.

    Du sagst doch selbst, dass die Hälfte der Zeit (Chemo) überstanden ist. Es auch gut aussieht. Also sende ich dir ein Heer von "WOLKE 7" und Du wirst ja dann wohl auf eine springen können. Nimm deine beiden Katzen mit. Dann lasst Euch vom Wind treiben. Atmet die reine Luft ein, schaut über die Landschaften, entdeckt versteckte schöne Plätze auf dieser Welt. Und wenn ihr von der Reise genug habt, dann kleine Meldung an mich, damit ich den Wind wieder in Heimatrichtung blasen lasse. Eine kleine Traumreise über unseren Planeten und in der Nähe des Himmels.


    Und Du hast recht: Wenn das Umfeld sich nicht meldet, dann kommt dieses SEUL SEUL SEUL - Gefühl. Dieses Loch der Negativ-Gefühle, KEINER da, wenn man ihn braucht. Kein Mitgefühl. Man ist ausgegrenzt. Wofür überhaupt noch da. Selbst deine Katzen sind dann plötzlich unterwegs. Kein Leben im Zimmer. Ja, dann fehlen unsere lieben Verstorbenen noch mehr. Das waren die, die uns immer verstanden haben.


    Und Du hast recht: Wenn dann plötzlich die Türglocke schellt, man dann selbst, gefühlsmäßig, als wäre man der Einbrecher im eigenen Haus, sich an die Tür schleicht, um zu schauen, wer es wagt da zu klingeln. Und dann ist es zwar ein angenehmer Besuch, der sich wirklich MÜHE gibt. Der Trösten möchte, aber irgendwie anders, als unsere lieben Verstorbenen. Man möchte nicht unhöflich sein. Ich frage dann meistens nach einer halben Stunde: "Soll (MUSS) ich uns einen Kaffee kochen ?" Und hoffe eigentlich auf die Antwort: "Nein danke, muss gleich wieder weiter." Hat oft geklappt. Wichtig ist beim Abschied dann zu sagen: "Tut mir so leid, dass Du schon wieder weg musst. Dein Besuch hat mir so VIEL gebracht." (Man muss sich ja eine kleine Hintertür offenhalten, oder ?). Oder das Telefon klingelt, man schaut auf das Menue, ob man die Nummer kennt, wenn man dann nicht rangeht, springt der Anrufbeantworter an. Ich hasse es, wenn die mir bekannte Person dann ohne was zu sagen wieder auflegt. Ich hasse es, wenn dann 14 Tage später gesagt wird, ich hab ja probiert dich zu erreichen. Wissen die eigentlich, dass man sich Gedanken macht. Sich fragt, was wollten die eigentlich. Und dann erfährt man nach 14 Tagen: "Wollte nur fragen wie es Dir geht ?"


    Ich könnte noch stundenlang solche Ereignisse, wie Du sie gerade durchlebst, aufzählen. Muss ich aber nicht. Es sind Ereignisse, die wir anscheinend ALLE durchmachen müssen. Die Emotionen der Trauer. Bei Dir noch die dämliche Chemo, die alles im Körper durcheinander bringt. Die Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwäche, kein richtiges Hungergefühl, Gefühlsschwankungen, und, und, und,..........

    Du hast das Recht bei "Trauer und gleichzeitiger Krankheit" zu "JAMMERN & zu MECKERN".

    Wenn wir das nicht verstehen, WER dann ? Der schöne Satz: "Wir sitzen ALLE in einem Boot."


    Ach so, draussen sind die Blaumeisen an den Futterknödeln. Sagt Chef-Blaumeise:" So nun holt mal die einsame Blaumeise aus dem Mauseloch, wir müssen uns sputen. Vorne durch den Tunnel ins Licht. Wir nehmen BLAUMEISE in die Mitte. Wir halten zusammen !!!!"

  • Möchte euch heute und hier nur einen erträglichen Tag wünschen.


    Lieber Uwe, wie wäre es, wenn du die Frau Trauer einmal zum Kaffee oder Tee bitten würdest? Vielleicht kann sie dir auch ein bisschen helfen, in deinem Schmerz.

    Denk daran - die Trauer ist nicht das Problem. Sie ist die Lösung. Das Problem ist der Tod von Rosi.


    Hoffe ich tu dir mit dieser Aussage nicht weh.


    Seid lieb gegrüßt

    Astrid.

  • Lieber Uwe,


    nach einer Mütze Schlaf und deiner liebevollen Antwort geht es mir bedeutend besser.


    Danke! <3<3<3<3<3


    Heute Nacht haben mich die Emotionen einfach überschwemmt.

    .

    Es geht mir inzwischen wieder viel besser - ich hatte einfach nur einen Durchhänger.

    Ich bin in meinem Leben schon aus so manchem tiefen Loch gekrabbelt und dieses Mal schaff ich das auch - meine Augen schauen schon über den Rand.!


    Mir geht es chemomässig viel besser als den meisten Mitpatienten die ich kenne. Ich habe unverschämtes Glück - sogar meine Haare durfte ich behalten - sie sind nur ausgedünnt.

    Wenn alles vorbei ist, dann werde ich wahrscheinlich operiert und dann bin ich wieder gesund. Die Chancen stehen sehr gut

    .

    Danke für die Strickleiter die du mir in das Loch runter gelassen hast. Ich hangle mich Tritt für Tritt daran hoch... mit Pausen... aber stetig...


    Und wie schon geschrieben - in Wirklichkeit bin ich gar nicht sooo allein. Nur Gefühlsmäßig! Gefühl und Wirklichkeit klaffen eben oft auseinander....zumindest bei mir...


    Bitte mach dir keine Sorgen.


    Jetzt gehe ich nochmal ins Bett und dann geht es mir anschließend noch besser. Es geht aufwärts!!!


    Alles Liebe

    blaumeise


    Komm gut durch den Tag und fordere Prinz ein wenig - nicht dass er noch einrostet :P Aber bei den langen Spaziergängen die ihr macht - 3 mal täglich und so lange! - da bleibt ihr sicherlich in Form ....^^


    Schicke jetzt noch ein paar Leckerlis für Prinz durchs große www. Ich hoffe, er mag sie. Welche Sorte mag er denn am liebsten? Meine lieben Thunfisch - alle beide.

  • Rosi und die 5 mächtigen Walnussbäume. (Juglans Regia)


    Auf dem ehemaligen Spazierweg von Rosi stehen 5 mächtige Walnussbäume. Sie musste täglich mit den Hunden daran vorbeimarschieren.

    Im Jahre 1990 führte der erste Spaziergang daran vorbei. Es war entweder im Mai oder Juni.

    Sie kam zurück und sagte: "Die Männer sind schon da." Ich:" Männer ?" Rosi: "Ja die Männer. Kennst Du dich in Botanik nicht aus. Bei Walnussbäumen kommen immer als erstes die Männer und ca. 3-4 Wochen später die empfängnisbereiten Frauen." Ich:" So, so." Rosi:" Manno, der Walnussbaum ist einhäusig. Frauen und Männer teilen sich einen Baum. Aber das interessiert den Herrn ja nicht." Ich:" Doch, sehr toll, wusste ich nicht. Habe dazugelernt." Rosi:" Ja, Ja, links rein, rechts raus." Ich sagte dann nur, ja ich kenne die 5 Bäume schon von Kindheit an. Und das Thema war für mich beendet. Leider, wenn ich heute darüber nachdenke.


    Na Ja, ich wusste nicht, dass diese Bäume nun unter der Obhut von Rosi standen. Und das für viele Jahre. Jede Veränderung an den Bäumen wurde mir mitgeteilt. Der mittlere Baum schwächelte. Rosi brachte ihm dann 25 kg Naturdünger. Was für eine Arbeit. Lochdüngung im Wurzelbereich. Einzelne Löcher mit Brecheisen im Kronenrandbereich, Abstand 25 cm. zueinander, 25 - 35 cm tief und dann einzeln mit dem Biodünger verfüllt. Die Leute machten sich schon lustig. Rosi interessierte das nicht. Sie hatte ihren eigenen Kopf. Sie hatte ein Ziel und kein Mensch der Welt konnte SIE dann stoppen. Sie wusste welche Vögel dort brüteten. Erzählte mir von den Kobeln der Eichhörnchen. Feinde, besonders Mäuse, im Wurzelfaserbereich vertrieb Sie. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn Sie mir pro Baum die Anzahl der Blätter verraten hätte. Oder Höhenwachstum. Anzahl der Nüsse. usw. usw.

    So im August oder September machte sich bei uns im Haus eine Unruhe bemerkbar. Rosi am schimpfen. Sie benötigte Raschelsäcke. 40 - 50 Raschelsäcke. 25kg-Säcke. Keiner hätte welche. Ich würde nur da sitzen. Sollte mich gefälligst auch mal umhören. Ich:" Im Nachbarort ist doch der Kartoffelbauer ?" Mit diesem Satz war ich der Beste. Rosi ins Auto und weg. 1 Stunde später kam Rosi zurück. Rauschte an mir vorbei und sagte nur :"Wenn ich Dich nicht hätte mein Schatz. Habe dem Bauern 100 Stück abgequatscht." Na ja, abgequatscht, hatte er sich gut bezahlen lassen.

    Dann erklang ein lautes HÄMMERN und GEMECKER von draussen. Ich dachte nur:" Sie wird doch wohl nicht ?" Doch, Rosi bemühte sich mit einem Hammer einzelne Nägel in unser neues Eichenfachwerk reinzuschlaaaaaagen. Sie war am SCHIMPFEN, was für schlechte Nägel der gnädige Herr im Lager hat. Gottseidank hatte Sie die Packung mit den weichen Nägeln erwischt. Fachwerk wies kaum Einstiche auf. Weg war übersät mit krummen Nägeln. Macht sich gut bei frisch verlegtem Granitpflaster. Fugen glänzten nun. Ich brachte ihr dann Spanndrähte an, wo Sie ihre RASCHELSÄCKE in Zukunft einhängen konnte.

    Ab Ende September bis Ende Oktober sah ich Rosi manchmal einige Stunden nicht. Sah nur, dass die RASCHELSÄCKE sich füllten. An einem Sonntag kam eine Krisenstimmung auf. Es hatten sich fremde Leute an den Bäumen eingefunden. So 6 - 8 Mann. Ich bekam von Rosi den Auftrag :"Vertreib diese Leute. Sie schlagen mit langen Latten auf die armen Bäume ein und schmeissen permanent kurze Bretter in die Kronen." Ich sagte dann zu Rosi, dass ich da NICHTS machen kann. Die Bäume gehören der Allgemeinheit. Sie weinte. Es tat mir so leid. Plötzlich sprang Sie auf mit dem Satz: "Dann regel ich das auf meine Art, tschüss." Ich konnte vom oberen Fenster die Bäume sehen, auch die vielen Männer. Plötzlich Unruhe. Ein Gezeter. Ein Gekreische. Ein langsames Zurückweichen der Männermenge. Dann ein Ruck in der Männermasse, sie liefen und drohten mit den Fäusten.

    Dann sah ich den Grund. Rosi erschien. Nein Rosi war nicht alleine da. Rosi in Begleitung. Die drei Musketiere und Rosi. 3 Bouviers aus der Zwingeranlage und ROSI. Die Eigentumsverhältnisse waren geregelt und das für viele schöne Jahre.

    Ich sass in der Küche und tat so, als wäre nichts vorgefallen. Wir sprachen das Thema nicht an. Ich sah nur diesen kämpferischen Blick und ab und zu ein verstohlenes Lächeln in ihren Mundwinkeln. Ich war so stolz. Meine unendliche Liebe !!!


    Was hat sich geändert: Ich höre keine Raschelsäcke, die von Rosis Händen durchgeschüttelt werden. Ich höre nicht den Hammer, den sie für das Brechen der Nussschalen genommen hat ( 95% der Nüsse waren für die Vogelwelt im Winter). Ich mag keine Walnüsse, die nicht von Rosi kredenzt werden. Ich vermisse die Gespräche über Walnussbäume. Walnussbäume machen mich traurig. Es gibt so viel Walnussbäume.


    DIE FÜNF WALNUSSBÄUME STEHEN IMMER NOCH DA, DER IN DER MITTE SCHWÄCHELT !!! Bin ich der Baum in der Mitte !!!!