Sie sind nicht mehr da....

  • Hallo, ich bin Rina, 27 Jahre alt, neu hier und ich muss es einfach mal runterschreiben:


    April 2019: Ich war mit meiner Mama im Disneyland Paris, sie hatte Symptome eines Schlaganfalls, weigerte sich aber in Paris ins Krankenhaus zu gehen, also sind wir wieder nach Hause geflogen. Ostermontag, am 22.4.2019 ist sie dann hier in Berlin ins Krankenhaus.. Diagnose: Hirnmetastasen, im laufe der folgenden Tage wurde herausgefunden, dass der Haupttumor in der Lunge liegt und nicht heilbar ist. Sie bekam Bestrahlung für den Kopf, danach folgte die erste Chemo. Nebenwirkungen waren unter anderem der typische Haarausfall, eine Thrombose und Lungenentzündung. Am 10.6.19 kam sie wegen Nierenproblemen auf die intensiv. Der Gesamtzustand hatte sich über Nacht stark verändert. An dem Morgen war sie nicht mehr ansprechbar, ich weis gar nicht, ob sie mitbekommen hat, dass ich da war... auf der Intensiv wehrte sie sich gegen die Behandlung, schrie unter Schmerzen und ich habe es im Wartezimmer alles gehört. Es war ein Montag... ich verbrachte den ganzen Tag im Krankenhaus, sowie den Dienstag. Mittwoch früh dann der Anruf.... Organversagen im ganz großen Stil... am 12.6.19 wurden ihre Geräte abgeschaltet. Mein Papa und ich waren bei ihr...


    Papa entschied sich dann nach Rügen zu ziehen und lies mich hier in Berlin allein. Ich habe keine Geschwister, meine Oma ist dement und zu dem Rest der Familie habe ich keinen wirklichen Kontakt.


    Dann ging es bei Papa los: er hatte Infekte, war auf Rügen im Krankenhaus. Heiligabend früh habe ich ihn auch ins Krankenhaus fahren müssen wegen eines Harninfektes. Dann im Februar kam er mich hier besuchen. Er ist nie wieder zurück nach Rügen gekommen... 6 Monate in den verschiedenen Krankenhäusern und vielen Diagnosen. Und auch bei ihm: Krebs, angeblich heilbar. Doch leider waren es zu viele Baustellen in ihm und sein Lebenswille war mit Mama gestorben. Und so verstarb er am 18.9.2020 ebenfalls.


    während Papa im Sterben lag, stürzte meine Oma in ihrer Wohnung. Bis dahin war die Demenz noch nicht diagnostiziert. Unser Verhältnis ist schwierig, besonders seit Mamas Tod (war ihre Tochter). So bin ich regelmäßig einkaufen gewesen für sich, durfte aber sie zu keinem Arzt bringen und schon gar nicht in ein Heim. Naja als ist am 30.8. stürzte kam sie ins Krankenhaus und danach zur Reha. Jetzt ist sie im Heim und lebt in ihrer eigenen Welt. Zwischenzeitlich wurde mir noch unterstellt, dass es meine Schuld sei, dass es Oma so schlecht ging/geht (unterernährt).


    und jetzt sitze ich hier. Habe eigentlich keine Familie mehr und weis nicht wie ich jetzt weitermachen soll... ich wurde schon gefragt, was ich Weihnachten machen würde und da wurde mir bewusst, dass ich das erste mal in meinem Leben nicht weis was ich Heiligabend machen soll... sonst war es immer wie ein Gesetz bei meinen Eltern zu sein aber dieses Jahr.... mein Geburtstag steht im Dezember auch noch an....


    mein Leben ist ein Trümmerhaufen und ich habe keine Ahnung wie ich das überstehen soll...


    danke fürs lesen

  • Liebe Rina!

    Mein Beileid!

    Da hast du ja viel mitgemacht und dann die Eltern verloren,die so wichtig sind für das Lebn.

    Ich habe meine auch sehr früh verloren,da war ich 19 und 23 und meine Eltern waren auch

    erst 55 und 57.Ja das Leben ist so ungerecht .Und dann auch noch deine Oma,die dement ist.

    Ich kann verstehen,das du nicht mehr weißt wie es weitergehen soll,auf einmal ist alles anders,

    nichts ist mehr wie es war,ob Geburtstag oder Weihnachten.Ich hoffe,das di Freunde hast,

    die zu dir halten und mit denen du reden kannst.Es wird noch eine schwere Zeit werden.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft.Hier bist du genau richtig im Forum,hier kannst du dir alles

    von der Seele schreiben.Liebe Grüße Helga

  • Liebe Rina,

    es tut weh, Deine Zeilen zu lesen. Ich verstehe Deinen Schmerz und sende Dir mein von Herzen kommendes Mitgefühl.

    Hier im Forum findest Du liebe Menschen,

    die Dir zuhören.

    Sei still willkommen.

    Liebe Grüße

    Sommermond

  • Liebe Rina,

    Es tut mir so leid, dass du in so kurzer Zeit deine Famile verloren hast. Danke für das Vertrauen uns deine Geschichte zu erzählen.

    Hast du den Freunde die dich etwas stützen?

    Ich hoffe dass das Schreiben dir ein wenig hilft zu verarbeiten <3

    Isabel