Corona hat mir meinen geliebten Mann genommen.

  • Liebe Moni,


    mein tiefes und aufrichtiges Mitgefühl zu deinem schmerzlichen Verlust, es tut mir so leid.

    Und auch wenn es der traurigste Anlass ist, ein liebes Willkommen hier bei uns.

    Du bist genauso alt wie ich und dein Mann nur 1 Jahr jünger als mein Schatz.

    Mein Mann ist 4 Monate nach seinem 60. Geburtstag gestorben. Morgen werden es 10 Monate und noch immer

    ist der Gedanke dass ich ihn verloren habe, dass er nie wieder zu mir nach Hause kommt, vollkommen surreal.


    Bei dir ist es erst wenige Tage her, es braucht Zeit überhaupt erstmal zu begreifen, was passiert ist. Ich finde deine Einstellung,

    deinen Mut so gut wie möglich weiter zu leben, sehr gut - das wird dir die nötige Kraft geben.

    Mach dir bitte keine Gedankeb darüber, was andere jetzt denken. Das was du tust, das was du entscheidest - das fühlt sich für

    dich richtig an und nur das zählt.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und schicke dir eine liebe Umarmung :30:.


    Herzlichst, Kerstin

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Ihr lieben Traurigen,


    es tut so gut von euch zu hören, umarmt zu werden oder getröstet. Ich habe ja die Trauerfeier noch vor mir und die Angst wächst täglich. Heute war die Trauerrednerin da und ich konnte und wollte viel über meinen geliebten Mann erzählen. Aber es hat so weh getan. Es ist nicht vorstellbar, dass er nicht wiederkommt. Meine Tage plane ich, sodass ich kaum zum Luftholen komme. Im Garten ist viel zu tun, dann raus in den Wald und im Haus werkeln. Keiner, der mich lobt, keiner, der sich freut, wie fleißig ich war. Ich habe ein großes Netzwerk, die mir beistehen, mich unterstützen und helfen. Doch ich habe den Menschen verloren, der mir am Vertrautesten war, auf den ich mich zu 100 % verlassen konnte, bei dem ich mich nicht verstellen brauchte, der immer für mich da war, der stolz auf mich war, mich immer unterstützt hat, bei dem ich mich fallen lassen konnte .... es ist eine Leere in mir. Ihr versteht das, ich weiß. Es tut mir so leid, dass ihr und ich das aushalten müssen. Ich lebe so gern, die Freude daran ist mir genommen ... ich weiß, das hätte mein Gunni nicht gewollt, er liebte mich für meine Lebenslust. Steht sie mir überhaupt noch zu?

    Kommt gut durch die Nacht, hoffentlich ohne Gedankenkarussell.

    Moni

  • Liebe Kerstin,


    danke für deinen Zuspruch. Es ist 21 Tage her ... erst oder schon... ich bin aus der Zeit gefallen. Die nächste Zeit mag ich mir nicht vorstellen, plane nur jeden Tag. Jetzt stehen wir mit 58 Jahren alleine da und wollten doch zusammen mit unseren Männern alt werden, hatten Pläne für die Zukunft, fühlten uns geborgen und sicher.

    Jetzt wird alles in Frage gestellt. Viele sagen: Du musst neu anfangen. Vielleicht kennst du diesen Satz. Aber wie, wo, wann warum??

    Zehn Monate bist du schon ohne ihn. Wie hast du das geschafft, was hast du gemacht?

    Lass dich nicht unterkriegen, ich schicke dir Mut und einen kleinen Sonnenstrahl.

    Liebe Grüße

    Moni

  • Liebe Moni,

    das was uns mit unseren geliebtenen Männern verbunden hat, das kann kein anderer Mensch ersetzen, egal wieviele liebe Menschen

    um uns sind. Diese Vertrautheit, das Verstehen ohne Worte, diese ganz besondere Verbindung über so viele Jahre (ich war auch 38 Jahre

    mit meinem Schatz zusammen) ..... der Mensch mit dem man morgens aufwacht, abends gemeinsam einschläft ....., der fehlt so sehr.


    Sowas wie "Du musst nach Vorne schauen, du bist noch jung, du kannst nochmal glücklich werden, nochmal einen Mann kennenlernen ... ",

    hab ich mir auch schon anhören müssen. Soetwas sagt sich immer leicht, wenn man nicht selbst betroffen ist.

    Wo soll ich jemanden kennenlernen ? Ich wohne auf dem Land, nah an einer kleinen Stadt, in der es nichts kulturelles gibt, wo sich Menschen

    in unserem Alter kennenlernen könnten. Hier liegt der Hund begraben. Außerdem weiß ich dass ich so einem Mann wie mein Schatz war,

    niemals wieder finden werde. So einem Seelenmenschen begegnet man im Leben nur ein einziges Mal.


    Mein Mann ist morgen genau 10 Monate nicht mehr bei mir und ich kann mich einfach nicht dran gewöhnen, das es so ist wie es ist.

    Es gibt so viele Dinge, die man nur mit seinem Schatz geteilt hat, diese tiefe, innige Verbundenheit, die fehlt mir jeden Tag.

    Ich lebe auch gerne ja, .... ich habe 2 erwachsene Söhne, 4 Enkelkinder, drei kleine Hunde die mich brauchen und lieb haben, ich habe Haus

    und Garten .... und immer genug zu tun, aber das Wichtigste , der Mensch mit dem ich mein Leben tagtäglich teilen durfte, der sich mit mir

    gefreut hat, der wie du es beschreibst - einen immer gelobt hat, in den Arm genommen hat und stolz war über alles was ich geschafft habe,

    der fehlt in meinem Leben und hat mein Leben so sehr ins Traurige verändert.


    Kurz nach dem Tod meines Mannes habe ich mich noch nicht so alleine gefühlt, aber jetzt, wo bei den meisten das Verständnis, dass man

    nach Monaten noch immer trauert und das man sich so verändert hat, sehr nachgelassen hat .... erst jetzt fühle ich mich richtig einsam.


    Ich hoffe bei dir wird das anders sein und du hast viele liebe Menschen, die sich jetzt und auch später, liebevoll um dich kümmern.


    Herzlichst, Kerstin


    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Liebe Moni,


    man überlebt irgendwie, neu anfangen hmmmm nach 21 Tagen manchmal fragt man sich was diese Leute denken.8|:4:


    Das Karussell ist völlig normal lässt sich auch kaum beeinflussen, jemand schrieb mir mal das unser Kopf das immer wieder durchgeht um irgendwann zu der Erkenntnis zu kommen das man hätte nichts anders machen können in dem Moment.

    Ist das so???? Ich weiß es nicht.

    Ich weiß nur es ist ein Alptraum und das nun schon 13 Monate und 19 Tage.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Moni,

    mein Mann ist vor knapp 6 Monaten von mir gegangen :13:und ich habe fast das Gefühl, dass es heute schlimmer ist als vor einem halben Jahr. Am Anfang war so viel zu tun und ich war irgendwie überdreht und konnte es nicht fassen und glauben, dass meine Liebe nicht mehr da war. Der Schmerz kam nicht richtig an mich ran. Wahrscheinlich verdrängte ich ihn. Außerdem waren viele Menschen um mich herum, die genauso fassungslos waren und wir haben viel gesprochen über den Verlust. Dann kam eine Phase, wo es mir etwas besser ging und ich teilweise nach vorne schauen konnte, aber seit 4 Wochen bin ich in einem Loch...antriebslos, ängstlich grübel viel und fühle mich sehr einsam. Alle sagen, dass es normal ist und immer wieder Löcher kommen und es dann wieder bergauf geht. Aber es ist so schwer die Trauertäler auszuhalten und Trost zu finden. In meinem Kopf geht es immer hin und her.....unser altes schönes Leben und mein neues Leben, an dem nichts Reizvolles mehr ist.

    Linchen sagt es, es ist ein Alptraum.


    Liebe Grüße und eine hoffentlich ruhige und erholsame Nacht

    Martina

  • Liebe Moni,

    Der Verlust deines geliebten Mannes tut mir sehr leid.

    Wie du hier siehst, jeder trauert anders. Man trauert nicht immer durch weinen.


    Trauert braucht auch sehr viel Zeit. Nach 21 Tagen nach vorne zu schauen ist etwas, das man weder kann, noch sich vorstellen mag/kann.

    Du machst es genau richtig. Lebe einen Tag nach dem anderen. Und schreib hier, wann immer du magst.


    Sei willkommen bei uns <3

  • Hallo Moni,


    leider muss ich das selbe Schicksal teilen wie du.

    Meine liebe Frau und Seelenverwandte verstarb am 19.05.2021 auch an Corona.
    Dieses verdammte Virus hat mir unser gemeinsames Leben mit noch so vielen Plänen gestohlen.

    Weiß im Moment auch nicht wie ich das überstehen soll.

    Am 03.06. ist die Beisetzung...............habe schrecklich Angst davor. ;(;(;(


    Liebe Grüße

    Scopas

  • Liebe Moni,


    nun hast du den schweren Gang geschafft. Ich hoffe sehr das es nicht so schlimm für dich war wie du befürchtet hast. Wir haben die Beisetzung noch vor uns, ich schiebe nach wie vor Panik.

    Hoffentlich kannst du jetzt ein wenig zur Ruhe kommen und ein bisschen Frieden finden.

    Du wirst hier mit Sicherheit weiterhin Trost beim Lesen oder Schreiben finden, davon bin ich überzeugt.


    Ich wünsche dir viel viel Kraft und Zuversicht.


    LG

    Scopas

  • Liebe Moni,


    wenn ich es richtig gelesen habe, war heute die Beisetzung deines geliebten Mannes.

    Das war sicher ein ganz schwerer Gang für dich :30:. Trotzdem hoffe ich, dass alles so geklappt hat und gewesen ist,

    wie du es für diesen Tag gewünscht hast. Habe heute ganz oft an dich gedacht.


    Sei lieb umarmt, Kerstin
     

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Liebe Kerstin,


    vor diesem Tag hat es mich gefürchtet. Aber es war so feierlich schön, unsagbar traurig, würdevoll ...Es hat mich so getröstet, in den Arm genommen zu werden und zu sehen, was mein lieber Mann anderen bedeutet hat. Eine wundervoll einfühlsame Rede, wunderschöne Musik, herrliche Blumen ... Bläser spielten... mein Gunni wäre gerührt über so viel Ehre, die ihm aber gebührte ....

    Danke, dass du an mich gedacht hast. Es flossen viele Tränen .... Ich will stark sein auch für meinen geliebten Mann.

    Sei lieb gedrückt

    Moni

  • Ach Moni :33:.

    Aber das es irgendwie schön war, das tut gut.

    Mein Schatz hatte auch eine Beisetzung, die ganz genau so war, wie ich sie mir für meinen Schatz gewünscht hatte.


    Ich umarme und halte dich mal für einen Moment :30:.


    Herzlichst, Kerstin

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.