Vater vor fast 2 Jahren gestorben

  • Hallo Melinda.


    Ich kann Deine Gefühle um Deinen Papa gut nachvollziehen. Mein Vater starb vor 14 Jahren. Trotzdem denke ich viel an ihn.


    Wunsche Dir alles Gute.

    Eine Stimme die so vertraut war, schweigt.


    Ein Mensch, der immer da war, ist nicht mehr


    Was bleibt, sind dankbare Erinnerungen,


    die niemand nehmen kann.




    Susanne

  • Danke, Wilma!


    Ich hab euch ja erzählt, was die Mutter von meiner Freundin wegen meiner Trauer gesagt hat. Und meine Freundin hat sie jetzt darauf angesprochen und sie hat gesagt, dass sie dazu steht, was sie gesagt hat und das ich in meiner Trauer übertreibe und das ich mir nur die Leute suche, die mich bemitleiden.
    Meine Freundin hat gesagt, dass das hart ist was sie gesagt hat und wenn ich trauern will, oder weinen, soll ich es tun.


    Liebe Grüße!
    Melinda

  • Melinda, mach das auch.


    Meine Freundin hat ihren Mann vor 13 Jahren verloren. Dann vor 5 Jahren ihre Schwiegermuter, vor einem Jahr ihren Vater, jetzt meine Mama und die Schwiegermama ihres Sohnes.


    Sie kommt aus der Trauer gar nicht mehr raus. Wir weinen oft gemeinsam am Telefon.




    Wenn Du auch so eine gute Freundin hast, dann ist das für die schon OK, wenn Du bei ihr weinst :24:

    Eine Stimme die so vertraut war, schweigt.


    Ein Mensch, der immer da war, ist nicht mehr


    Was bleibt, sind dankbare Erinnerungen,


    die niemand nehmen kann.




    Susanne

  • Liebe Melinda!
    Hör nicht auf die harten Worte der Mutter deiner Freundin! Oft reden nur die Menschen so,die einen Trauerfall noch nicht erleben mussten.In die Trauer eines Anderen kann man sich (denk ich ) nur ansatzweise hineinversetzen,wenn man etwas derartiges erlebt hat,oder eben sehr feinfühlig ist.
    Leb deine Trauer so aus,wie DU es brauchst,lass dich nicht beeirren!Du bist auf dem richtigen Weg! :thumbup:
    Liebe Grüße
    Karla

    Mein Kind Juliane,
    Mein Bruder Rene,
    Mein lieber Vati,
    Ihr seid mir nur einen Schritt voraus-tief in meinem Herzen lebt ihr weiter :005:

  • Wilma , ich kann aber nicht vor anderen weinen.


    karla , die Mutter meiner Freundin hat ihre Eltern auch verloren. Ihrer Mutter starb und ein paar Stunden später ihr Papa. Das war glaub ich vor 7 Jahren. Sie meint, sie hat ihre Trauer verarbeitet. Meine Freundin, (nicht die, von der, die das gesagt hat, sondern eine andere) hat gesagt, nur weil sie ihre Trauer verträngt, braucht sie nicht so gemein zu dir sein. Ich mein, es kann ja sein, dass sie die Trauer wirklich verabeitet hat, aber ich glaub ihr nicht, dass sie nie wieder trauern wird.


    Liebe Grüße!


    Melinda

  • Schade Melinda, daß Du nicht so weinen kannst :( .


    Es ist mir auch manchmal peinlich, aber wenn es kommt, dann kommts.

    Eine Stimme die so vertraut war, schweigt.


    Ein Mensch, der immer da war, ist nicht mehr


    Was bleibt, sind dankbare Erinnerungen,


    die niemand nehmen kann.




    Susanne

  • Hallo Wilma!


    Wenn ich alleine bin, kann ich schon ab und zu weinen, aber vor anderen nicht. Als mir meine Freundin, dass von ihrer Mutter gesagt hat, hätte ich auch weinen können, aber es ging vor meiner Freundin nicht.


    Lg Melinda

  • Hallo ihr Lieben!


    Ich hab jetzt gerade eine Doko geschaut, da ist ein Kind gestorben und die haben dann darüber geredet. Normalerweise muss ich nicht weinen, wenn jemand im Fernsehen stirbt, aber diesmal schon, hab sehr viel geweint. Weil ich eben an meinen Papa denken musste.


    Ich weiß es ist jetzt schirch was ich sage, aber oft wünschte ich mir, dass das mit meiner Papa noch nicht so lange her ist. Im Sommer sind es 3 Jahre und je mehr Zeit vergeht, desto mehr habe ich Angst darüber zu reden, weil ich mir denke, die Leute sagen, jetzt kannst aber bald mal damit aufhören. Manche haben das ja schon zu mir gesagt.
    Ich hab Leute mit denen ich darüber reden kann, aber ich schaff es nicht immer, obwohl ich es mir so sehr wünsche, in den Arm genommen zu werden. Aber wie soll das gehen, wenn ich nicht zeigen, dass es mir nicht gut geht. Ich werde schon oft in den Arm genommen, aber ich möchte auch einmal so getröstet werden.


    Liebe Grüße!


    Melinda

  • Hallo Melinda,


    ich denke, keiner hat das Recht, dir vorzuschreiben, ob du über den Verlust bzw. Tod deines Vaters oder auch über die Trauer reden darfst. Egal, wie lange oder kurz der Verlust her ist.....Wenn jemand so reagiert, dann vergiss diese Person bzw. nehme sie nicht ernst.


    Jeder Mensch geht anders damit um, was aber nicht heißt, dass die Anderen es besser machen. Ich zweifle daran, dass man Trauer verarbeiten kann - die Trauer wird immer dasein, denke ich. Sie wird schwächer werden, wir gehen anders damit um - aber es gibt sicherlich immerwieder Situationen oder Tage, wo sie stärker present ist.


    Du weisst, dass es in dir steckt und dich belastet - es gibt Leute, die verdrängen es nur und haben früher oder später ein Problem damit.


    Wir hier im Forum haben ein offenes Ohr für dich!


    lg
    Regenbogen

  • Hallo Regenbogen!


    Danke, für die Zeilen. Ja, du hast Recht, ich glaube auch nicht ,dass man die Trauer verarbeiten kann, denn man wird immer an die Verstorbene Person denken. Ich lasse mir von keinen vorschreiben, wie ich zu trauern haben, nur manchmal fällt es mir schon schwer.
    Meine Lehrerin ist auch voll lieb. Ich hab ihr geschrieben, dass es gut ist, dass wir nicht geredet haben, (hätten nämlich geredet, sie hatte aber keine Zeit) weil ich traurig, wegen meiner Freundin war und dann sicher zum Weinen angefangen hätte und auch sie hat gesagt, es ist absolut ok, wenn ich weine.


    Übringens, da wo ich schnuppern war, dass war eine Absage. Einerseits bin ich ja auch froh, dass ich jetzt noch keine Arbeit habe, so kann ich mich gut auf die Matura vorbereiten, weil ich so mehr Zeit habe. Aber ich hätte natürlich schon gern wieder eine Arbeit.


    Liebe Grüße!


    Melinda

  • Hallo ihr Lieben!


    Ich hab mit meiner Psychologin geredet und sie glaubt nicht, dass ich Angst vor meinen Tränen habe, sondern Angst vor Nähe. Also wenn mich dann jemand in den Arm nehmen würde, weil ich das ja nie hatte.


    Liebe Grüße!


    Melinda

  • Liebe Melinda!
    Du hast deinen Papa tief in deinem Herzen und denkst an ihn.
    Das ist mehr als tausend Worte!
    :30: Karla

    Mein Kind Juliane,
    Mein Bruder Rene,
    Mein lieber Vati,
    Ihr seid mir nur einen Schritt voraus-tief in meinem Herzen lebt ihr weiter :005:

  • Servus Melinda,


    da verlangst du aber auch wirklich zu viel von dir!
    Man kann einen Menschen noch so sehr lieben (und da ist es für mich jetzt egal, ob dieser Mensch noch bei uns ist oder nicht), immer bewußt an ihn zu denken ist einfach nicht möglich.
    Denn dann hätten wir kein eigenes Leben mehr - und das wäre gar nicht gut.
    Die Zeiten, in denen wir nicht an unsere Lieben "denken" sind gut und wichtig. Erst sie ermöglichen es uns, wieder Kraft zu tanken um weitermachen zu können. Trotzdem sind sie ja auch dann "in unseren Herzen" - das wissen sie und auch wir.


    Vielleicht tust du dir mit einer "fixen Papa-Zeit" leichter und "beruhigst dein Gewissen"? Schaffe dir eine ganz bestimmte Zeit, in der du bewußt und damit intensiv an deinen Papa denkst.


    Du hast in einem der letzten Posts geschrieben, du würdest gerne auch "einmal nur so" getröstet werden.
    Glaub mir, den Gedanken habe ich auch des öfteren. Aber ich fürchte, das ist zu viel verlangt von unserer Umgebung. Wenn wir nicht zeigen, wie wir uns fühlen (da schließe ich mich selbst auch ein ;) ) wird "nix kommen", aus verschiedenen Gründen.
    Sicher denken viele gar nicht oder meinen "jetzt müßte es uns doch schon besser gehen", und die, die daran denken, wollen uns vielleicht nicht "daran erinnern".
    Es gibt nur sehr, sehr wenige Menschen, die von sich aus spüren, daß es dem Gegenüber nicht gut geht. Und auch dann Trost anbieten, wenn er gebraucht, aber dies nicht gezeigt oder gesagt wird.
    Es fällt nicht leicht, diesen Trost "einzufordern", und oft genug "verzichte" ich dann auch. Doch wenn es für uns wichtig ist, müssen wir halt leider den anderen zeigen wie uns zu Mute ist.


    Wünsche dir bald wieder "sonnigere Tage"
    Alles Liebe, :24:
    Jutta

    Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
    das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
    die uns Gott geliehen hat.

  • Hallo Jutta!


    Naja, ich verträng das eher mit meinen Papa, glaub ich. Meine Freundin hat auch gesagt, sie merkt das ich kaum noch darüber reden und woran das liegt? Und das ich mit ihr jeder Zeit darüber reden kann und ich sagen soll, wenn sie etwas tun kann.


    Lg Melinda

  • Liebe Melinda,
    ich glaube ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich habe leider auch meinen Papa vor vielen Jahren verloren. Er war sehr krank. Ich denke auch sehr sehr viel und oft an ihn.
    Viele liebe Grüße
    Josef

  • Hi Melinda,


    darf ich noch mal nachfragen (damit ich jetzt nicht falsch verstehe)?
    Du schreibst

    Naja, ich hab das Gefühl, ich denk nicht immer an ihn. Erst dann, wenn eine Erinnerung kommt und das macht mich traurig. :-(


    Lg Melinda

    Was macht dich traurig?


    Die Erinnerung?
    Oder der Gedanke, daß du nicht immer an deinen Papa denkst?


    Weißt ja - mußt nicht antworten, wenn dir meine Fragerei zu viel wird ;)


    Alles Liebe, und eine gute Nacht
    Jutta

    Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
    das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
    die uns Gott geliehen hat.

  • Hallo Melinda.


    Ich denke ja auch fast ununterbrochen an meine Mama.


    Aber einmal am Tag, am Abend, zünde ich für ein paar Minuten eine Osterkerze an. Dann bin ich in Gedanken ganz fest bei Mama.


    Vieleicht hilft Dir so ein Ritual auch.


    Dein Papa weiß das Du immer an in denkst.




    Das mit dem, "in den Arm nehmen", kenne ich auch nicht wirklich.


    Hätte das aber auch mal gerne. Als Mama gerade ein paar Tage tot war, kam eine gut Bekannte. Ich fingan an fürchterlich zu weinen. Da hat Marga mich in den Arm genommen. Das tat so gut.

    Eine Stimme die so vertraut war, schweigt.


    Ein Mensch, der immer da war, ist nicht mehr


    Was bleibt, sind dankbare Erinnerungen,


    die niemand nehmen kann.




    Susanne