mein Papa ist tod ...Hilfe bei der Trauerarbeit

  • Lieber Nafus,


    ja das alles kenne ich mit schlafen ist immer noch so bei mir oft unruhig und aufwachen.


    Lass Dir Zeit einfach viel Zeit.


    Das Du evtl. in eine Klinik möchtest das verstehe ich manchmal ist das ein guter Weg ich hoffe es hilft Dir und Du bekommst schnell einen Platz.


    Vlg. Linchen

  • Lieber Nafus,


    du musst kein Model sein um liebenswert zu sein...einen wirklich guten Partner, Partnerin zu "finden" ist eh sehr schwer und manchmal schickt einem das Schicksal leider keinen lieben Menschen.


    Was den Körper gut unterstützt ist Vitamin D und für den Schlaf und Melatonin.


    Es sollten aber hochwertige Medikamente aus der Apotheke sein und die sind leider nicht billig.


    Ich finde eine Klinik hilfreich zur Unterstützung und hoffe, dass du eine gute findest.


    Pass auf dich auf :24:

  • Hallo zusammen,

    wieder ist etwas Zeit ins Land gegangen. Leider geht es mir nicht besser damit sondern schlechter . Ich möchte gerne bei Ihm sein. Das Leben ist für mich zur Last geworden. Ein Klinikplatz habe ich noch nicht bekommen. Der erste Todestag war schlimm , ich war zum ersten mal wieder am Grab ( konnte das vorher nicht ) , es war sehr traurig und ich habe viel geweint. Seit dieser Zeit geht es mir immer schlechter, ich weine bedeutend mehr und vermisse Ihn so sehr.

    Warum bist du nicht mehr da ? Warum konnte ich nichts mehr für dich tun ? Warum mache ich immer alles falsch ?

    Ach das Leben ist einfach nicht mehr schön , andere habe ihren Papa noch und sind bedeutend älter als ich. Warum ist die Welt so grausam .

    Zu Weihnachten waren wir ( Mama und Ich ) bei meinem Bruder und deren Familie , auch das fand ich schlimm , habe aber die "Maske" aufgesetzt wo alles heile Welt ist. Nur wenn ich alleine bin fällt die "Maske" ab und ich kann so sein wie es mir gerade geht. Sich immer zu verstellen kostet Kraft. Kraft die ich eigentlich nicht habe und woanders brauche.

    Seit 14 Monaten bin ich in diesem Alptraum und möchte eigentlich nur das es wieder so wird wie es früher gewesen ist. Einfach ein einfaches und schönes Leben.


    MfG

    Nafus

  • Hallo zusammen ,

    auch im neuen Jahr geht es mir nicht besser. Zwar ist der Nachsterbewunsch nicht ständig vorhanden , aber wenn der Wunsch kommt ist er sehr stark.

    Ich war in der Zwischenzeit in einer Klinik , habe mir aber bedeutend mehr ausgemalt . Zumindest eine entsprechende Richtung würde ich mit Wünschen , aber leider ist nichts in diese Richtung passiert. Ich würde sogar sagen das ich etwas schlechter aus der Klinik gekommen bin als ich reingang.

    Ich vermisse Ihn sehr und finde es schrecklich das er nicht mehr da ist. Mein Leben ist quasi nicht mehr Lebenswert. Ich Lebe nicht sondern überlebe nur noch.

    Es ist nur noch eine endlose Abfolge von Aufgaben und diese müssen erledigt werden. Es kann nicht oder soll nicht erledigt werden sodern es muss erledigt werden. Die Zeiten sind stürmisch geworden und die Kraft fehlt einfach. Kraft die ich gerne wieder haben möchte um etwas zu machen was mir auch mal spaß gemacht hat. Ich verlange ja nicht das es von heute auf morgen wieder gut wird , das wird es sowieso nicht mehr glaube ich, aber eine etwas bessere Einstellung wäre Wünschenswert.

    Auch nach fast 16 Monaten fühlt sich nichts besser an.

    Ich höre immer das es Zeit braucht , Zeit die ich eigentlich nicht habe , Zeit die ist eigentlich benötige , Zeit die man eigentlich für sein Leben braucht .

    Traurig einfach nur Traurig

    Wie geht Ihr damit um bzw. wie schafft Ihr diesen langem Atem zu halten?

    Denn ich glaube das man dafür einen sehr langen Atem hat.

    MfG

    Nafus

  • Es tut mir sehr leid, dass du eine schlechte Erfahrung in der Klinik gemacht hast. Das ist leider nicht ungewöhnlich. Vor allem Kassenpatienten werden nur aufbewahrt, mit Medikamenten versehen und 20 Minuten in der Woche gibt es "Therapie", meist bei blutjungen Anfängern. Was du erlebt hast weiß ich natürlich nicht, aber das ist so der gängige Standard.

    Ich schaffe es den Tod meines Kindes zu überleben, indem ich sie in meinen Alltag integriere. Das ist alles Glaubens- und Ansichtssache. Aber du fragst ja, wie andere es schaffen. Und ich schaffe es so. Ihr Körper ist tot und ich werde sie nie wieder umarmen. Aber sie lebt noch. Bei mir und in mir. Und wenn ich das nicht hätte weiß ich nicht, ob ich jetzt noch hier schreiben würde.

    Trauer ist tatsächlich eine "Lebensaufgabe". Man kann es lernen. Und ja: das dauert. Und es wird nie fertig gelernt sein. Trauer ist dynamisch.
    Bei mir sind es im Sommer drei Jahre. Das zweite war bisher das Schwerste.

    Ich weiß nun nicht, ob dir meine Antwort irgendwie hilft. Wahrscheinlich eher nicht. Aber ich wollte antworten. Aus ganzem Herzen. Alles Gute!

    Unsere Toten sind nicht abwesend nur unsichtbar,

    sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer.

    Es gibt ein Wiedersehen auf einer anderen Ebene.

    Und die Seelen unserer Vorausgegangenen begleiten uns

    Aurelius Augustinus

  • Hallo Elster und alle anderen,

    ja schade das man als Kassenpatient so behandelt wird. Auch ich habe mich da nicht gut aufgestellt gefühlt. Eigentlich schade , man geht mit einem Ziel dort hinein , arbeitet mit nur um dann schlechter wieder raus zu kommen,

    Es tut mir sehr leid das du dein Kind verloren hast. Ich schaffe es aktuell nicht meinen Vater in den Alltag zu integrieren . Immer wenn ich an Ihn denke kommen die Tränen und ich fühle mich der Trauer im vollen Umfang ausgeliefert. Wenn ich nicht mehr vorhabe am dem Tag , lasse ich es zu. Aber wenn noch Aufgaben anstehen dann versuche ich mich darauf zu konzentrieren.

    Wie schön das du dein Kind zu jeder Zeit um dich hast. Mich schmerz es wenn ich daran denken.

    Das Trauer nicht vergeht ist mir bewusst geworden , aber das dieser Zustand so lange anhält das selbst die restliche Familie erschrocken ist wie es mir damit geht ( wenn ich das überhaupt erzähle darf ) wundert mich sehr.

    Wenn auch schon der Arzt sagt das wird jetzt erstmal alles so lassen , stimmt mich ebenfalls nicht positiv.

    Also bricht es sich wieder auf das eine runter , Aufgabe kommt , muss erledigt werden . nächste Aufgabe kommt , muss erledigt werden.

    Wenn ich mir vorstelle den Rest meines Lebens damit zu leben , dann hoffe ich auf ein kurzes Leben.

    Ich finde das zweite Jahr ( erst 3 Monate rum ) auch schlimmer als das erste. Im Ersten Jahr war zwar alles neu aber man stand irgendwie doch zusammen,

    Jetzt im zweiten Jahr merke ich wie die anderen "weiter gegangen sind" aber ich stehen geblieben bin. Und wenn ich mich meinen liebsten über meinen Papa rede dann wird schnell das Thema gewechselt. Auch eine Art Unverständnis wird mir dann nachgesagt.

    Jetzt muss doch mal gut sein....ich bin darüber hinweg... was soll ich den erst sagen... das möchte ich jetzt nicht hören... hör auf sonst muss ich mir wegen dir noch mehr Sorgen machen u.s.w.


    Wenigsten hier stört es keinen wenn ich immer wieder das selbe schreibe. Wenigsten hier kann ich auf Verständnis hoffen.

    Hier kann ich so schreiben wie ich bin. Leider zählt das draußen in der realen Welt wenig , da muss ich funktionieren und Aufgaben abarbeiten. Ich kann nicht , oder ich will nicht sondern ich muss.

    Wie kann man damit überhaupt zurecht kommen, wie schaffen das andere in Ihr Leben zurück zu finden und man selber schafft es nicht.

    Ist den das zu viel verlangt , ich möchte doch nur wieder Leben und nicht Überleben.

    MfG

    Nafus

  • Lieber Nafus,


    es dauert eben so lange es dauert.


    Natürlich ist die Welt stehen geblieben für uns während sie für andere normal weiter geht.


    Das ist ein merkwürdiges Gefühl aber es ist einfach so.


    Was würde denn Dein Papa zu Dir sagen.

    Vielleicht hilft Dir ja einfach ein Zwiegespräch.....was würde er Dir sagen, was würde er sich für Dich wünschen.


    Das Du weiter gehst Dein Leben lebst es mit Spaß und Freude tust.


    Ganz klar wird es völlig anders sein aber anders heißt nicht schlechter es ist einfach anders.

    Das wird es immer sein.


    Hast Du denn schon mal Dinge getan die Du vielleicht mit Deinem Papa zusammen gemacht hast oder warst einfach an Plätzen wo Ihr zusammen wart.

    Oft spürt man dann ein sehr starkes Band das immer noch intakt ist.


    Die Wurzeln sind so stark und so tief das bleibt Dir.

    All das geht aber langsam ganz langsam.

    Vielleicht würde Dir auch wirklich eine Trauertherapie helfen nur das ist nicht einfach es gibt zu wenige davon.


    Die Natur der Frühling steht vor der Tür auch das ist hilfreich Du wirst feststellen das Du vieles sehr viel intensiver wahrnehmen kannst.


    All das sind kleine Stücke aber kleine Möglichkeiten um Deiner Seele zu helfen mit dem schweren schmerzhaften Verlust irgendwie klar zu kommen.


    Schreib einfach hier, jeden Tag und wenn es hundert mal das selbe ist es ist völlig egal.

    Du kannst auch hier über Deinen Papa schreiben erzählen wer er war was Ihn ausgemacht hat.


    All das ist eine kleine Hilfe kann eine kleine Hilfe sein.

    Finger schnippen und alles ist gut geht leider nicht.

    Dieser Weg ist schwer und er ist immer wieder unterbrochen.


    Undurchdringlich der Nebel da ist kein Weg mehr und doch da ist irgendwo ein kleines Licht es kann diesen Nebel durchdringen, so daß man den Weg vorsichtig weiter gehen kann.


    Vielleicht hilft das Dir etwas.


    Vlg. Linchen

  • Lieber Nafus,

    auch ich kann nur bestätigen dass es einfach ein sehr langer steiniger Weg ist. Meine Trauer war sehr extrem, zu Beginn des dritten Jahres hat sich bei mir etwas verändert. In Richtung " ich kann jetzt damit leben" . Wie oft habe ich auf diesem Weg gedacht, das wird nie was, ich gehe daran zu Grunde. Und das tu ich nach 5 Jahren auch jetzt noch hin und wieder, wenn die Trauer sich wieder zu Wort meldet. Da funktioniere ich auch nur, als Leben kann man das dann auch nicht bezeichnen.

    Daher kann ich dich vollkommen verstehen. Jedes Wort von dir.

    Ich habe recht schnell aufgehört mit Menschen über meine Trauer zu sprechen. Genau dieses Unverständnis, von dem du schreibst, belastet ja noch mehr.

    Ich habe viel Zwiesprache mit meinen Vater gehalten, das hat schon etwas geholfen. Probiere einfach verschiedenes aus, jeder ist da so unterschiedlich.


    Liebe Grüße

    Turina