Ich weine um meine Tochter!

  • Liebe Annemarie,
    es ganz bestimmt kein Fehler, dass du dir Fotos und Filme anschaust. Es ist schmerzhaft ja, das stimmt, aber Erinnerungsarbeit ist wichtiger Teil der Trauerarbeit. Der Schmerz, der ausgelöst wird, ist die Trauer, die raus muss. Du kommst damit immer einen kleinen Schritt weiter, auch wenn du das jetzt noch nicht wahrnehmen kannst.Wichtig ist nur, dass du zwischendurch Pausen machst, wenn dir danach ist, man braucht auch Erholung und Ablenkung zwischendurch.


    Ruf ihre Freunde an, sie freuen sich sicher! Lad sie mal ein zu kommen. Sie vermissen Margit ja und wer einen Menschen vermisst, erinnert sich eigentlich gerne - auch wenn es weh tut. Sich mit Menschen zu treffen, die gemeinsam einen Verstorbenen vermissen, ist ungeheuer tröstlich!


    Liebe Grüße
    Ariadne

  • Liebe Ariadne!


    Wochenende endlich vorbei und ich bin allein , ich muß mich nicht mehr zusammenreissen sondern kann meinen Tränen freien Lauf lassen,es hat sich schon wieder alles aufgestaut.


    Die Erinnerungen bestehen ja nicht nur aus Fotos und Videos,sie sie sind ja auch in meinem Kopf und so kleinen Dingen die mich immer wieder zum weinen bringen.


    Gestern sah ich eine Zeitschrift an, Modells die grünen Kleider anhatten,grün wird heuer die Modefarbe,Margit hat diese Farbe so geliebt und ich hab mir gedacht dieses Kleid hätte ihr auch gefallen und schon kommen die Tränen,dieses verdammte "sie kann nie wieder...." tut einfach so weh.


    Sie hatte so ein schönes grünes Kleid,es war ihr Liebelingskleid das hab ich mir aufgehoben und ich hab auch viele Fotos wo sie dieses Kleid anhatte.


    Werde jetzt mal die Fotos einscannen,meine zweite Tochter hat mir zu Weihnachten einen digitalen Bilderrahmen geschenkt damit werd ich mich heute mal befassen und die schönsten Bilder von Margit raufladen,wird wahrscheinlich etwas mühsam sein ich bin was die moderen Technik anbetrifft kein Genie aber ich kanns mal versuchen.


    Lieber Gruß


    Annemarie

  • Hallo ihr Lieben!


    Hätte nie gedacht daß mich dieser Valentinstag so aus der Fassung bringt.Hab jetzt einen totalen Zusammenbruch und kann nicht mehr aufhören zu weinen.


    Das ging schon in der Früh los als ich bei Facebook reingeschaut habe.Eine Bekannte von Margit hat einen lieben Gruß auf ihrer Seite hinterlassen,ich hab mich dann auch auf die Suche begeben und ein Foto mit einem Kirschzweig und Schmetterlingen gefunden und reingestellt,ein Freund von ihr hatte die gleiche Idee .Wir haben da eine geheime Gruppe wo nur Freunde reinsehen können aber irgendwie waren fast alle heute schon drinnen und haben einen Gruß hinterlassen.


    Jetzt kam auch noch eine Freundin von ihr auf die Idee daß wir ihre andere Seite löschen weil Facebook immer wieder Fotos laut Zufallsprinzip veröffentlicht,ich will das aber nicht ,irgendwie hab ich das Gefühl das wieder ein Teil von ihr verschwindet,ich hab ihr auch noch ab und zu was geschrieben,ich weiß das sie es nicht mehr lesen kann,trotzdem...Ich hab ja auch noch immer ihre Telefonnummer mitsamt Foto auf meinem Handy gespeichert,irgendwie bring ich es nicht übers Herz sie zu löschen.


    Dann bekam ich auch noch von meinem Mann eine E-Card mit dem Satz "auch wenn ich für dich nur noch Nebensache bin.......ich bin immer für dich da"Ich kann doch auch nichts dafür,niemand kann was dafür daß ich nicht mehr die bin die ich mal war,daß ich oft nur da sitzte und nichts mehr um mich wahrnehme,ich versuch mich immer zusammenzureissen wenn er da ist aber immer schaff ich es auch nicht.


    Ich hoffe euch geht es besser.


    Liebe Grüße


    Annemarie

  • Liebe Annemarie,
    auch eine meiner Lieblingsfarben ist grün .... :)
    Du bist noch ganz am Anfang deines Weges, da ist alles noch so frisch. Ich habe den Eindruck, dass dein Mann eifersüchtig ist, vielleicht solltest du mal mit ihm reden und ihm erklären, dass er für dich wichtig ist und keine Nebensache, aber dass du eben im Moment so um deine Tochter trauerst und dass das soviel Energie braucht, dass du ihm deshalb oft nicht zeigen kannst, wie wichtig er für dich ist .... wenn er wichtig für dich ist.
    Liebe Grüße
    Ariadne

  • Liebe Annemarie,


    bitte versuch nicht dich für andere zusammenzureißen. Laß den Schmerz immer wieder raus wie er kommt, mach (fast) alles was dir einfällt - laß es einfach raus.
    Such dir aber auch Orte und Menschen zu denen zu kannst, wenn du das Gefühl hast vor Schmerz verrückt zu werden. Rede mit allen die dir nah stehen, teil dich mit.
    Sag deinem Mann, daß du grad nicht anders kannst und er dir das "verzeihen" soll. Sag ihm, was du brauchst oder sag ihm, daß du nicht weißt was du brauchst. Aber am Wichtigsten ist: Rede. Vergrab dich nicht nur mit deiner Tochter sondern lass die anderen Menschen um dich herum wissen, was du durchmachst. Keiner kann mit so einer Situation umgehen und jeder ist hilflos - vor allem man selber.
    Du machst eine unsagbar harte Zeit durch und es ist noch um so viel härter wenn man Mauern um sich aufbaut, weil keiner weiß wie er sich verhalten soll.
    ....das ist halt ein Teil meiner Erfahrung.....


    Alles Liebe, Uschi

    Jeden Tag denk ich, ich kann nicht mehr,
    Jeden Tag bitt ich, komm wieder her.


    Jeden Tag frag ich, bist du da?
    Jeden Tag spür ich, es ist wirklich wahr.


    Jeden Tag will ich dich wieder zurück,
    Jeden Tag geh ich, ein kleines Stück.


    Jeden Tag seh ich das Lächeln von dir,
    Jeden Tag hol ich eine Erinnerung zu mir.

  • Das mit dem reden über das Ganze finde ich auch sehr schwierig. Ich hbae viele Bekannte und Freunde, die mir gerne helfen und beistehen möchten. Aber ich habe Mühe damit auf die anderen zuzugehen, weil ich selber überfordert bin mit meiner Situation und nicht so recht weiss, wie un dwas ich mit den den anderen sprechen soll. Sie leiden ja auch alle so sehr...


    Sandra

    Auch wenn alles einmal aufhört -
    Glaube, Liebe und Hoffnung nicht.
    Diese drei werden für immer bleiben.
    Doch am höchsten steht die Liebe.

  • Hallo ihr Lieben!


    Heute gehts mir wieder etwas besser,hab gestern wieder alles rausgelassen ,endlos geweint aber das mußte wohl so sein.


    Irgendwie fällt mir auf das es immer der Montag und Dienstag wo es mir schlecht geht,weiß auch nicht warum.



    Gestern hatte ich auch noch ein Gespräch mit meinem Mann,wir haben ja immer allein gelebt und unser Leben war schön,wir hatten keine Sorgen oder Probleme und auf einen Schlag ändert sich alles,wir haben uns nie gestritten erst nach Margits Tod hatten wir zweimal einen Riesenkrach,ich bin auch momentan sehr empfindlich und bei allem was Margit betrifft sowieso.Ich bin einfach nicht mehr die die ich vorher war,ich kann nicht einfach zur Tagesordnung zurückkehren und so tun als ob nichts gewesen wäre.


    Wir haben zusammen sechs Kinder,mein Mann drei und ich drei,Margit hat meinen Mann sofort akzeptiert und sie haben sich sehr gut verstanden,meine beiden anderen Kinder hatten anfangs Probleme,ich versteh mich mit den Kindern meines Mannes auch sehr gut und die Kinder verstehn sich untereinander auch gut,ab und zu gibts auch Familientreffen,es ist zwar nicht leicht alle unter einen Hut zu bringen weil alle erwachsen sind aber ab und zu klappt es.


    Gestern hat es ja bei Facebook auch noch eine endlose Diskussion gegeben,die beste Freundin von Margit aus Berlin hatte die Idee das wir die Seite von Margit löschen sollten weil immer wieder irgendwelche Statusmeldungen von ihr auftauchen und sie darüberstolpert und sie immer wieder an Margit erinnert wird,ich war dagegen und war auch nicht die einzige.


    Hab heute noch folgendes bei Facebook geschrieben....ein Klick und hier ist alles gelöscht und was lösch ich als nächstes?Ich lösch den Attersee,die Wege die wir gegangen sind,Berlin,Wien und.....verbrenn ihre Bilder,vergrab ihre Sachen daß sie nie wieder irgendwo auftauchen und sie mich an Margit erinnern und dann lösch ich noch mein Leben.



    Auch wenn man alles vernichtet was uns an den geliebten Menschen erinnert,die Erinnerungen sind in unserem Kopf und die kann man nicht so einfach löschen,es sind ja auch soviel schöne Erinnerungen dabei ,sie waren ja auch Teil unseres Lebens und werden es immer sein auch wenn sie uns verlassen haben.


    Es tut mir auch weh wenn ich ihre Fotos ansehe oder ihre Bücher durchblättere die sie gestaltet hat.......Erinnerungen sind wichtig auch wenn sie schmerzhaft sind ,was wären wir ohne sie ,ein Roboter ohne Gefühle,das alles macht uns aus,macht unser Leben aus.


    .


    Uschi,ja ich weiß daß reden sehr wichtig ist,kurz nach dem Tod eine lieben Menschen sind ja viele da mit dennen man reden kann,Familienangehörige,Bekannte und..aber wenn dann einige Zeit vergangen ist hat man das Gefühl das niemand mehr davon reden möchte ,jeder abschliessen will und man ist verunsichert ,will keine Wunden aufreissen wenn man immer wieder davon anfängt davon zu reden und man fühlt sich alleingelassen und es tut weh wenn man sieht wie alle wieder ihr Leben weiterleben,die jungen Menschen auf Parties gehen,mein Mann sein Leben weiterlebt aber ich hab auch Verständnis dafür,das Leben geht weiter.


    Wünsch euch noch einen schönen Tag,hier tobt der Sturm ums Haus und es schneit.


    LG


    Annemarie

  • Liebe Angie,
    du hast recht, man kann Erinnerungen nicht löschen. Trauerbewältigung heißt nicht, dass wir unsere Verstorbenen vergessen, sondern dass wir unsere Beziehung zu ihnen in eine Erinnerungsbeziehung umwandeln und über diese mit ihnen in Verbindung bleiben.
    Erinnerungen sind am Anfang schmerzhaft, Bilder, Fotos, Filme lösen Schmerz aus, aber mit der Zeit wird aus diesem Schmerz ganz langsam immer mehr Dankbarkeit für die Zeit mit diesem Menschen. Habt ihr die Facebook-Seite schließen lassen? Man kann eine Gedenkseite draus machen!


    Ich würde mir nicht so sehr darüber Gedanken machen, dass du Wunden aufreißt, wenn du mit den anderen über Margit sprichst. Viel eher muss man sich Sorgen machen, wenn Trauernde miteinander nicht mehr über den Verstorbenen sprechen, um sich zu schützen: Da trauert jeder isoliert und bleibt mit seinem Schmerz alleine. Einsamkeit verstärkt Trauer. Sprich also über sie: Mit und und mit denen, die sie vermissen! Du reißt keine Wunden auf, du teilst Trauer, sie teilen ihre Trauer mit dir und das Komische ist, dass dann die Trauer nicht größer wird, sondern der Trost.


    Mir kommt vor, dein Mann trauert auch, aber kanns dir gegenüber nicht zeigen, vielleicht auch, weil er das Gefühl hat, dass wenn auch er offen trauert, dass es dann für dich schlimmer wird. Kann das sein? Wenn ihr vorher nie Streit hattet, dann seid ihr auch im Streiten nich gut geübt. Aber Konflikte gehören dazu, wenn Menschen zusammengehören. Vielleicht ist es im Moment wichtig, euch auch immer wieder zu sagen, dass ihr euch liebt, auch wenn das im Moment nicht gezeigt werden kann, weil das Trauerchaos so groß ist und alle anderen Gefühle so stark da sind.


    Liebe Grüße
    Ariadne

  • Hallo!


    War jetzt ein paar Tage nicht hier.


    Hatte jetzt Besuch von einer Freundin von Margit,sie war drei Tage hier und wir haben viel gredet über Margit,über den Tod und über Gott.....es hat gut getan,sonst hab ich momentan auch niemanden mehr zu reden.


    Am Samstag hab ich mich so geärgert,ich bin zum Friedhof gefahren um eine Kerze anzuzünden und mußte feststellen daß das Grab von Margit total verwüstet war,alles war voll Erde und Schmutz,ich dachte echt mich trifft der Schlag.Neben dem Grab meiner Tochter wurde ein neues Grab ausgehoben und die haben nicht achtgegeben.Außerdem müssen bei der Beerdigung alle drüber getrampelt sein,überall Fußspuren,es gab am Friedhof kein Wassser um alles zu reinigen und am Montag als ich alles reinigen wollte hab ich festgestellt daß auch die Vase verbogen ist.Ich werd mich jetzt beschweren,daß darf es einafch nicht geben.


    Heute scheint die Sonne und anstatt daß ich mich freue das der Winter Abschied nimmt bin ich sehr traurig,Der Gedanke daß meine Tochter keinen Frühling,Sommer ..erleben kann bringt mich zur Verzweiflung und die dummer Frage nach dem Warum ist auch wieder da.


    Steh in der Früh auf ,gehe am Abend ins Bett und dazwischen ist nichts,versuch mich irgendwie abzulenken,rauszugehen und jeden Tag für sich zu überleben.Gestern abend war so ein schöner Sonnenuntergang und ich hab nur noch geweint,sie kann das alles nie wieder erleben.


    Hab jetzt versucht mich ein paar Tage zusammnezureißen aber heute kommt wieder alles raus,ich vermisse sie so sehr!


    Annemarie

  • Liebe Annemarie


    Ich kann dich so gut verstehen. Alles was wir neu erleben, können wir nicht mehr auf die gleiche Weise mit unseren Liebsten teilen wie vorher.
    Bei mir waren die letzten Tage etwas besser. Ich war am Sonntag mit Vereinskameraden unterwegs. Es hat wirklich Spass gemacht und wir haben über verschiedenes gelacht. Aber da war sie immer wieder, die Traurigkeit und Wemut, es nicht mit ihm teilen zu können... Ich denke, das wird uns noch lange, vielleicht für immer begleiten.


    Gestern hatte ich ein langes Gespräch mit meiner Pfarrerin, das mir echt gut getan hat. Es ging nicht unbedingt um Gott oder den Glauben, sondern viel mehr darum, was im Moment abgeht, wie mit den Gefühlen umgehen, usw. Ja, das Gespräch hat wirklich gut getan. Sie ist eine beeindruckende Frau, welche in ihrem Leben selbst schon zwei enge Familienmitglieder hat gehen lassen müssen.


    Es gibt so vieles, was Margit und auch Marco nie erleben dürfen. Aber es hat doch auch sehr viel schönes, spannendes, lustiges und interesanntes gegeben, was sie in ihrer ach so kurzen Zeit bei uns auf der Erde erlebt haben! Daran erfreue ich mich jetzt im Moment gerade und bin stolz und froh darum, dass wir sie auf diesem Stück belgeiten durften :love:


    Vielen Dank liebe Annemarie, für das Anzünden einer neuen Gedenkkerze. Es hat mich wieder sehr berührt.


    Lass dir von den sanften Sonnenstrahlen draussen etwas Wärme schenken... Ich denk an dich.


    :24:


    Sandra

    Auch wenn alles einmal aufhört -
    Glaube, Liebe und Hoffnung nicht.
    Diese drei werden für immer bleiben.
    Doch am höchsten steht die Liebe.

  • das habe ich vergessen:


    also das mit dem Grab find ich echt eine Unverschämtheit! Gut dass du dich beschwerst, dass kann doch echt nicht sein! :95:


    Sandra

    Auch wenn alles einmal aufhört -
    Glaube, Liebe und Hoffnung nicht.
    Diese drei werden für immer bleiben.
    Doch am höchsten steht die Liebe.

  • Liebe Annemarie!


    Ich war jetzt eine Weile nicht mehr hier, ich hatte einfach keine Kraft mehr. Ich war krank und bin es immer noch, meine Nieren arbeiten nicht mehr richtig, das soll auch von meinen Psychotabletten kommen, zumidest ist es als Nebenwirkung aufgezeigt. Davor hatten wir alle eine schlimme Erkältung mit allem was dazugehört.


    Wenn ich Deine Zeilen so lese, dann denke ich mir immer, das könnte ich auch geschrieben haben, ich spüre Deinen Schmerz bis hierher, es ist einfach nur ungerecht, aber wir können nichts ändern. So gerne wir das auch machen würden. In manchen Momenten könnte ich echt verzweifeln, dann trifft mich die Erkenntnis wie ein Keulenschlag, dieses NIE MEHR, das wir aushalten und ertragen müssen, dann bekomme ich keine Luft mehr und kann nur noch weinen weinen weinen, so geht es Dir ja auch, es kommen dann Magenschmerzen, Übelkeit und immer wieder diese Trauerwellen über uns wie ein Tzunami hereingebrochen, es reißt einen buchstäblich von den Füßen, wir werden herumgewirbelt und herumgeworfen von unseren Gefühlen, alles bricht erneut wieder über uns herein, man erlebt alles wieder und wieder, danach haben wir uns ausgeweint und es fühlt sich wieder etwas leichter an, bis zum nächsten Sturm.


    Das was Du mit dem Grab erleben musstest, geht gar nicht, hoffentlich hat Deine Beschwerde Erfolg, das tut so weh,als wenn man selber geschlagen worden ist. Aber so rücksichtslos w ird auf den Gefühlen der Hinterbliebenen herumgetrampelt, als ob man nicht schon genug leiden müsste.


    Mein Mann hat auch so empfunden, er hat sich total vernachlässigt gefühlt, wir haben auch über Scheidung gesprochen und ich war so in meiner Mauer gefangen, hinter der ich gelebt habe,ich hab das auch nicht bemerkt, das ich ihn total vergessen habe. Er sagt aber auch, das Mütter den größten Schmerz aushalten müssen, denn wir haben das Kind ja geboren und unter dem Herzen getragen. Wir haben uns wieder zusammengerauft, schon wegen der anderen beiden, die hätten das nicht verkraftet, besonders der Mittlere, er ist so sensibel und hat uns da mal direkt auf den Kopf zugesagt, das es bei uns nicht stimmt und er aber eine Trennung nie und nimmer akzepieren kann, denn dann wäre auch sein Leben und das von Andreas ruiniert, er hat gesagt, das er alles unternehmen wird, damit es soweit nicht kommt. Wir wollten das ja auch nicht und in dieser Zeit hat mein Mann wieder angefangen mit mir zu reden, das hatte er sich ganz abgewöhnt, er war auch vorher nicht der große Redner, aber seit Martins Tod hat er nur noch das Allernotwendigste gesagt. So haben wir nicht mehr miteinander sondern nur noch nebeneinander gelebt, sind aber noch rechtseitig aufgewacht, Martin hätte das auch nie und nimmer gewollt.


    Bei meiner Schwester war es genauso, als ihre Tochter gestorben ist, da war die Ehe auch am zerbrechen, aber auch hier hat der älteste Sohn das bemerkt und das schlimmste verhindert. Ich habe es aber jetzt auch bei den verwaisten Eltern mitbekommen, manche Ehen werden enger andere gehen kaputt. Also rede mit Deinem Mann und sage, das er auch mit Dir reden soll und das er nie und nimmer nur eine Nebensache ist und es auah niemals sein wird. Wir werden nie mehr dieselben Menschen sein, wie denn auch, uns wird das Liebste genommen und dann sollen wir funktionieren und danach zur Tagesordnung übergehen, es gibt keine Tagesordnung mehr, alles ist kaputt, es muss sich erst wieder eine neue Ordnung bilden und das ist sowas von schwer, diese Lücke wird niemals mehr gefüllt werden.


    Liebe Annemarie, ich hoffe es geht Dir bald etwas besser, das mit dem Wetter habe ich auch, egal wie es ist, es ist nicht gut.


    Mona

  • Danke Mona,
    du hast die richtigen Worte gefunden!


    Liebe Annemarie,
    es freut mich, dass dir der Besuch gut getan hat. Du hast die Erfahrung gemacht, dass dir Gespräche über Margit mit ihren Freunden gut tun. Führe diese Gespräche immer wieder, wenn dir danach ist!


    Liebe Grüße
    Ariadne

  • Liebe Annemarie,
    ich habe eben deinen Beitrag gelesen und weiß wie du dich fühlst.
    Mein Sohn ist genau vor einem Jahr durch einen Ärztefehler verstorben und manchmal denke ich, dass ich diesen Schmerz nicht mehr ertragen kann.
    Meine Trauerbegleiterin hat einmal gesagt:" Wenn eine Seele bereit ist zu gehen, wird sie ein Werkzeug finden. Und sei es ein unfähiger Arzt." Das hilft mir oft sehr , wenn die Sehnsucht nach meinem Liebling wieder ganz, ganz groß und unerträglich ist.
    Sei umarmt
    Ingrid

  • Liebe Maki!


    Hab jetzt ein paar Tage nichts geschrieben,es ging mit einfach nur schlecht.


    Bin wieder mal am grübeln,mir geht es so wie dir,mir fehlen noch so viele Puzzleteile ,wie das in Berlin abgelaufen ist.


    Morgen werden es 6 Monate seit Margit nicht mehr hier ist.Was für eine unendlich lange Zeit und doch so kurz und ich weiß nicht wie ich diese Zeit überstanden habe und weiterhin überstehen werde.Das Vermissen wird mehr umso mehr Zeit vergeht.


    Am Friedhof hab ich auch wieder alles in Ordnung gebracht,hab am Samstag das Grab mit einem Frühlingsgsteck und ein paar Kirschblütenzweige dekoriert,sind zwar keine echten aber dafür ist es noch zu kalt.Ich hab mich auch noch nicht beschwert wegen der Verwüstung,ich bin drauf gekommen das der Bestattter der gleiche war der sich so dafür eingsetzt hat daß meine Tochter dort beeerdigt werden durfte,dem Pfarrer war es nicht recht weil meine Tochter ja in Wien gelebt hat und als er auch noch erfahren hat daß meine Tochter aus der Kirche ausgetreten ist hat er auch noch ein Theater gemacht aber er hat dann doch die Erlaubnis gegeben.


    Maki ich freu mich daß die Untersuchung deines Vaters gut ausgegegangen ist und es doch nicht so schllimm ist wie es anfangs ausgesehen hat und daß es Nora auch wieder gut geht und die Operation gut überstanden hat.


    Und das die Erinnerungen wieder hoch kamen als du im Krankenhaus warst kann ich gut nachvollziehen,mit geht es immer so wenn ich mir einen deutschen Film ansehe,fast jeder Film spielt in Berlin und ich werde auch immer wieder daran erinnert was dort geschehen ist an die schlimmste Zeit in meinem Leben.


    Bin grade am überlegen ob ich mir vom Arzt nicht eine Überweisund zum CT holen soll,die Ärzte sagten mir daß die Anomalie die Margit hatte eine Vererbung sein könnte,ich möchte nur sicher gehen, wenn ich sowas habe müßen sich meine beiden anderen Kinder auch untersuchen lassen,weiß auch nicht ob die Bewilligung bekommen,werd mal mit dem Arzt reden.


    Möchte nächste Woche wieder zur Selbsthilfegruppe fahren,vielleicht hast du auch Zeit zu kommen,würde mich freuen.


    Alles liebe


    Annemarie

  • Danke Sandra!


    Mir gehts heute total schlecht, heute vor 6 Monaten hat mein Kind mich für immer verlassen.Ich vermiss sie so sehr,kein Hallo Mama mehr am Telefon,keine Umarmung mehr,kein Abholen am Bahnhof und keine Wiedersehensfreude mehr,einfach nichts mehr,alles was ich für sie tun kann an sie denken und eine Kerze anzünden.Es tut so weh und es ist immer noch so unbegreiflich.


    Annemarie