Beiträge von Sonnenente

    Kinder sind ganz wunderbare Wesen - auf so vielerlei Art.
    Sie haben noch nicht die Vorurteile, Vorbehalte und sonstigen Befindlichkeiten, die wir Erwachsenen so haben. Sie stellen viel weniger in Frage.
    Sie können Wahrnehmungen ganz anders zulassen, weil sie sie annehmen. Sie spürt die Hand ihres Vaters, weil er ihr die Hand auf die Schultern legt. So einfach ist das. Für ein Kind. Und so sollte es für uns Erwachsene auch sein.
    Aber viel zu viele haben irgendwann diese kindliche Begabung, einfach Dinge zuzulassen, verloren. Weil sie teilweise regelrecht abtrainiert wird.
    Warum muss man Kindern irgendwann beibringen, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt (gibt es ihn wirklich nicht?)? Warum muss man Kinder teilweise sogar zum Psychodoktor schleifen, weil sie einen imaginären Freund haben, den nur sie sehen? Warum werden Kinder nicht ernst genommen, gar belächelt, wenn sie von kleinen aber wahren Wundern erzählen?
    Warum hat der erwachsene Peter Pan das Fliegen verlernt - und warum kann er es dann doch wieder?

    Man sagt so oft: Kinder sehen die Welt mit anderen Augen. Ich habe keine Kinder, aber ich sage dennoch: Nein. Vollkommen falsch ausgedrückt. Kinder sehen die Welt, wie sie ist. Erwachsene, die ach so vernünftige und rationale Version des Menschen, sind es, die sich Filter, Brillen, ganze Augenklappen vor die Augen halten. Und zwar so lange, bis die Augen wirklich nur noch das sehen, was die "Vernunft" (darf ich mal laut lachen?) ihnen erlaubt.

    Liebe Bettinalein,
    Du bist selbst in so vielen Dingen Kind geblieben. Deshalb kannst du auch mit ihr weinen.
    Natürlich wirkte sie ruhig. Sie weiß ja, dass das, was sie sagt, wahr ist. Egal, was Erwachsene draus machen.
    Es wird so oft gesagt, dass es so schön ist, wie Kinder mit so vielem zurecht kommen. Und doch wird ihnen genau das aberzogen.
    Es wird so oft gesagt, dass wir viel von Kindern lernen könnten. Warum tun wir es dann nicht?

    Unsere Liebsten sind bei uns. Und wir können sie spüren, denn sie berühren uns. Wenn wir es zulassen, nehmen wir das auch wahr.
    Schade nur, dass wir immer wie entschuldigend dazu setzen müssen "aber anders" ...

    Jaaa, genau das, was Kathi schreibt, meinte ich, als ich die Betreuerin für Senioren erwähnte.
    Ich habe in meiner Jugend und als junge Erwachsene Kindergruppen geleitet (hehe, die Sonnenente ist eine alte Pfadfinderin, man glaubt es kaum) und da sind wir teilweise mit den Kids auch in ein Seniorenheim gegangen. Manche der älteren Herrschaften fanden es einfach nur schön, wenn sie erzählen durften und die Kinder zugehört haben. Manche haben es auch sehr genossen, gemeinsam zu basteln.
    Und wenn es an gesellige Momente mit Gitarre, Mundharmonika und Gesang (eben Pfadfinder) ging, dann war fast spürbar, dass sich diese wunderbaren Menschen in ihre eigene Jugend zurückversetzt fühlten.
    Strahlende Augen bei den Kids und den Senioren.

    Irgendwann hatte ich mal mitbekommen, dass solche Dinge inzwischen richtig in den Senioren-Alltag integriert werden und ganze Berufe in diesem Bereich entstanden sind, wie eben die Musikgeragogik. Schade, wenn sich bei dir die zuständigen Sachbearbeiter beim Arbeitsamt da so gegen stellen, aber vielleicht gibt es andere Möglichkeiten. Und vielleicht bräuchtest du bei deiner Vorbildung gar keine entsprechende Fortbildung und könntest als Betreuerin einen ähnlichen Job machen wie die Musikgeragogiker. Ist ja unterm Strich egal, wie dein Job heißt, wenn die Jobbeschreibung das ist, was dir total liegt und Spaß machen könnte.

    Großartig!
    Eines hat schon mal wunderbar funktioniert: Wir haben Bettinalein back und so lange war sie gar nicht weg. Sie hat sehr schnell zu ihrer alten Form zurückgefunden, die jung gebliebene, die sich unterm Strich nicht unterkriegen lässt, auch wenn es manchmal nicht so rosig aussieht und sie dann einfach ein kleines Häufchen Elend ist, aus dem man sie dann auch nur schwer rausbekommt.
    Aber diesmal nicht mit unserer Bettinalein und auch nicht mit der Frau Stöckel deiner Neuntklässler!

    Leider hat sich in den letzten 25 Jahren ja sehr viel geändert. War es früher noch möglich, als schwer oder nicht vermittelbar eingestuft zu werden und damit weitestgehend in Ruhe gelassen zu werden, so ist das heute schlicht nicht mehr drin.
    Heute muss man dem Arbeitsamt (oder wie auch immer sich dieses Amt grad nennt) "zur Verfügung stehen". Alter oder schlechte Chancen / schwieriger Markt im eigenen Berufssegment und ähnliche Argumente, die früher galten, sind heute keinen Pfifferling als Argumente wert.

    Einzige Chance wäre wirklich die Erwerbsminderung. Wie sieht das denn da aus bei dir? Hast du eine Bescheinigung, wie viele Stunden du im "normalen" Arbeitsalltag maximal stemmen könntest? Eine reine Behinderung, egal ob schwer oder nicht, ist da soweit ich weiß nicht mehr (alleinig) ausschlaggebend.

    Ach Mensch, Bettinalein! Komm her, lass dich erst mal ganz fest in den Arm nehmen!


    warum will mich nurnkeiner


    Das geht direkt unter die Haut und ins Herz - da spricht so viel Einsamkeit, Alleinsein, Verzweiflung raus.

    Es tut mir so unendlich leid, dass du da schon wieder durch musst. Letztes Jahr hatte sich das dann ja in der allerletzten Sekunde noch zum Guten gewendet und es kann natürlich gut sein, dass das auch diesmal so ist - auch wenn es letztes Jahr das Stundenkontingent und diesmal direkt das Budget ist - aber ich kann so absolut gut verstehen, dass du kaum Kraft aufbringen kannst, das noch mal durchzustehen.

    Das Warten, Hoffen, Bangen, Angst vor der Enttäuschung und permanent ein "was ist, wenn" das einem nicht aus dem Kopf geht.

    Ich kenne deine Situation nicht, aber Schulden sind nie einfach mit einem "Schulterzuck" aus dem Blickfeld zu verbannen.

    Manchmal sind Schulden etwas, die bedeuten, dass wenn man sie nicht bedienen kann, man dadurch etwas liebgewonnenes oder etwas, das einem wichtig ist, verliert oder man darauf zum Teil oder für eine Weile verzichten muss.

    Und manchmal hängen sie auch sehr eng mit Existenzängsten zusammen. Und die sind natürlich entsetzlich.


    Du bist ein großes Mädchen, gute Ratschläge wie "melde dich rechtzeitig arbeitslos" oder "schalte sofort eine Schuldnerberatung ein" - die wirst du im Schlaf herbeten können, denn das machst du ja seit einiger Zeit Jahr für Jahr mit.

    Es ist die Kraft, die fehlt. Die Angst vor neuen Enttäuschungen.


    Und deshalb möchte ich hier etwas ganz anderes machen, als konkrete Handlungsempfehlungen zu geben, denn ich glaube, was du im Moment grad brauchst, ist Mut. Mut, Zuversicht und ein wenig das Bewusstsein dafür, dass Bettinalein wertvoll ist. Und dass es nicht so ist, dass niemand sie haben will.


    "Bring Frau Stöckel back".

    Die Kinder und Jugendlichen, mit denen du arbeitest. Die wollen dich haben. Das bezahlt nicht deine Rechnungen, wenn kein Budget da ist, das ist klar. Aber es kann dein Herz stärken, um doch zu kämpfen.

    Nicht um deinen Job. Um DICH. Kämpfe um und vor allem für dich.

    Komme ihnen doch alle zuvor. Lass nicht zu, dass andere die Fänden in die Hand nehmen. Dirigiere selbst.

    Setz dich einmal für dich hin und frage dich, was du gerne machen würdest. Und dann gehst du selbst proaktiv beim Arbeitsamt hin, bevor sie dir eine Umschulung unterjubeln wollen, und nimm ihnen das aus der Hand. "Ich möchte nicht immer wieder in dieser Situation sein. Ich möchte, dass sie mich eines Tages nicht mehr als alte Bekannte hier begrüßen, sondern dass sie einen Haken an meine Akte machen können, mit einem Stempel drauf "Erfolgreich dauerhaft vermittelt" und deshalb habe ich mir überlegt, dass ich vielleicht eine Umschulung zur [dein Wunsch] machen könnte."


    Da draußen sind Leute, die dich haben wollen "Bring Frau Stöckel back".

    Nur etwas, das mit grad einfällt, weil ich denke, dass das zu dir passen könnte: Wie wäre denn die Arbeit statt mit Kindern und Jugendlichen die Arbeit mit Senioren? Ich meine nicht als Pflegerin oder so. Aber da gibt es doch sicherlich einiges, wo eine im Herzen Kind gebliebene musikbegabte Dame für ältere Herrschaften eine Wohltat sein könnte.
    Betreuerin zum Beispiel. Etwas ganz anderes, als Pflege. Oder etwas richtig Schönes, über das ich gestolpert bin: Musikgeragogik
    Da sind die Jobchancen wohl auch ziemlich gut und das Arbeitsamt müsste eigentlich die Kosten für die Umschulung, die bei deiner Vorbildung nicht wirklich lange dauern würde, übernehmen.

    Einfach nur so als Anregungen. Damit du nicht vergisst, dass da draußen ganz bestimmt Leute sind, die dich haben wollen.

    Natürlich kannst du dich des Gedankens nicht erwehren - denn es fühlt sich ja auch einfach alles falsch an.
    Und seien wir mal ganz ehrlich: Es IST falsch. Es ist einfach falsch, dass genau dieser eine geliebte Mensch von ausgerechnet uns genommen wurde.
    Das kann nicht richtig sein, also ist es falsch.
    Und wir haben alles Recht der Welt, uns genauso zu fühlen. Zu fluchen, zu schimpfen und ja, auch in den Himmel oder wohin auch immer übelste Schimpfworte und Anklagen loszulassen.
    Genauso hat niemand anderes das Recht, zu sagen, was richtig oder falsch ist. Oder das definieren und anderen aufdrücken zu wollen.
    Du bist nicht falsch. An dir ist nichts falsch. Daran, dass du den Gedanken hast und dich so fühlst, ist nichts falsch. Aber genau das ist es: Du kannst und darfst dich falsch fühlen, denn wie gesagt, es ist ja falsch. Aber niemand anderes hat das Recht dazu und jeder, der behaupten würdest, du wärest falsch, läge falsch.

    Deine Therapeutin, uhm, hm, jage sie dahin wo der Pfeffer wächst!
    Ich bin keine geschulte Psychologin und ich halte auch nicht sonderlich viel davon, von daher kann und will ich nicht beurteilen, ob irgendwas von dem, was so mancher dieses Berufsstandes von sich gibt, etwas dran ist und seine Daseinsberechtigung und / oder einen tieferen Sinn hat.
    Aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass das ein derart schwachsinniger Rat ist, dass es sich nicht mal lohnt, darüber nachzudenken!
    Vor allem - was hat das eine mit dem anderen zu tun? Also "sich auf das besinnen, was du vorher warst" und "du bist ein Individuum"? Häh? Weder schließt das eine das andere aus, noch bedingt es sich.
    Sie haben aber was gemeinsam: Beides Schwachsinn. Vorher warst du "die Bille von vorher". Aber auch von jetzt betrachtet, warst du gestern die Bille von gestern. Und morgen wirst du die Bille von morgen sein. Und dazwischen geschehen Dinge. Dinge, die einen Reset unmöglich machen. Wir sind Menschen, keine Manifestationen aus einer Videokassette, die man rauf und runter und vor und zurück spülen kann, um dann an der Stelle anzuhalten, wo es uns passt.
    Aber du bist immer Bille. Und somit ein Individuum.
    Ein "gemeinsam" oder "zweisam" oder "eine Einheit sein", heißt nicht, dass man nicht ein Individuum ist.
    Und nur, weil manche sich zum Beispiel gerne so ausdrücken, dass sie sagen, sie fühlen sich amputiert, oder es ja auch diese geflügelte Wort "bessere Hälfte" gibt, heißt das nicht, dass man kein Individuum ist.
    Da macht die Dame es sich schön einfach, mit diesem "Rat".

    Es ist ja nicht so, dass du einfach irgendwen an deiner Seite hattest, nach dem Motto: Egal wer, Hauptsache, da ist wer. Wenn es so wäre, würdest du nicht sagen "auf der Suche nach dem Richtigen". Aber sie hört vermutlich nur die Sätze "weil ich nicht allein sein wollte" und "ohne fühlte ich mich halb" und gibt daher diesen mMn vollkommen unpassenden und unangebrachten Rat.
    Ich weiß nicht, ob sie "geschult" ist in dem Umgang mit Trauernden, oder generell dem Thema Verlust. Es fühlt sich nicht so an. Vielleicht sollte ihr mal jemand sagen, dass sich für "uns" jeder Rat, der irgendwie das Wörtchen "vor" beinhaltet, sich für uns eine lange Zeit so anfühlt wie "radiere das was zwischen heute und 'vor' aus". Schlimm. Ganz, ganz schlimm und wie ich finde höchst unempathisch zum jetztigen Zeitpunkt.


    diese elende Frage, wie es einem geht. Ja, eine dahergesprochene Floskel meist nur.


    Ja, eine gruselige Frage, oder? Ich mag sie seit mein Mann gestorben ist gar nicht mehr.
    Das liegt dabei weniger an der Frage, sondern an der Unfähigkeit - oder inzwischen eher Unwilligkeit - darauf anders zu antworten, als komplex.

    Seit jenem Tag vor gut 2,5 Jahren ist es mir einfach kaum mehr möglich, darauf mit einem schlichten Wort oder Satz zu antworten.
    Ich tue es trotzdem. Bei Leuten, wo ich keine Lust habe, ausführlicher zu antworten. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Sei es weil ich denke / weiß "Interessiert dich doch eh nicht", oder "geht dich gar nichts an" oder "bin nicht in Stimmung".
    Aber es gibt auch Menschen, die bekommen eine komplexe Antwort.

    Aber eines haben alle Antworten gemeinsam: Sie sind IMMER ehrlich. Ich sage nicht "gut", wenn ich das nicht meine. Wenn ich also keine Lust habe, jemandem komplex zu antworten, aber genau weiß, dass ein "schlecht" oder "nicht so gut" zu Nachfragen führen würde, sage ich einfach flappsig "willst du gar nicht wissen" (das so eine herrlich mehrdeutig) und wechsel das Thema.

    Und oft ist es ein Hybrid. Wenn ich komplex antworten könnte. Theoretisch. Weil der Mensch der fragt zu denen gehört, die durchaus komplexe Antworten bekommen. Aber manchmal kann ich einfach nicht antworten, weil es sich einfach nicht in Worte kleiden lässt, wie es mir geht.
    Eine ganze, ganze Weile war meine Antwort "es geht mir gar nicht". Manchmal passt das auch jetzt noch. Erstaunlicherweise kam und kommt das bei allen immer absolut richtig an. Sie haben verstanden, warum ich auf die Frage "magst du es lieber kalt oder warm" mit "Taschenlampe" geantwortet habe. Oder fragen nach und verstehen dann.

    Was ich damit sagen will: Ja, diese Frage kann eine Floskel sein. Aber oft ist sie es nicht. Wirklich nicht. Viele Menschen sind nur so hilflos oder noch besser gesagt unbeholfen, wenn es um den Umgang mit "uns" geht.
    Sie fragen und wollen es auch wirklich wissen, aber sie haben Angst, dass man antworten könnte. Das äußert sich dann in betretenem Schweigen oder irgendwelchem nichtssagendem Blabla des Fragenden.

    Tut den Menschen um euch herum also nicht pauschal Unrecht, wenn ihr denkt, es ist nur eine leere Floskel, wenn sie fragen.

    Und ganz ehrlich: Entscheidet, ob und wie ihr darauf antwortet genau aus einem einzigen Grund heraus: Ob euch grad danach ist, darüber zu reden. Ob ihr es wollt oder braucht und wenn ja, wie. Ob ihr weinen möchtet, schreien, anklagend, einfach erzählend.

    Liebe Bille,

    Ohja, da sprichst du mir und sicherlich so vielen anderen aus der Seele. Dieses "blind verstehen", ein eingespieltes Team sein, nicht alles erklären müssen ...
    *seufz
    Das sind alles Dinge die über viele Jahre der Liebe gewachsen sind und so absolut selbstverständlich zu einem dazu gehörten wie das Atmen oder ein Körperteil.
    Man nimmt das sooo selbstverständlich, denkt gar nicht drüber nach, es ist einfach so. Natürlich ist man happy darüber. Nimmt es auch durchaus wahr. Erzählt es stolz, prahlt auf eine schöne Weise damit, was man doch für ein Glück hat, macht damit den geliebten Menschen glücklich, wenn man ihm sagt, wie glücklich es einen macht, dass sich diese Dinge dank seiner, unserer Liebe so wunderbar entwickeln konnten und so besonders sind.
    Ja, natürlich nimmt man das wahr.
    Aber dass es mal so gar nicht selbstverständlich und WIE Besonders und einzigartig und unwiederbringlich (grausames Wort) es tatsächlich ist, realisiert man erst wenn es nicht mehr ist.
    Das Schlimme an diesem Realisieren ist, dass es auf so viele Weise über einen hereinbricht. Tröpfchenweise manchmal, ganz genauso wie das sprichwörtliche Tröpflein, das dann das Fass zum Überlaufen bringt.
    Aber manchmal auch brachial und mit dem Holzhammer, der einen einfach umhaut.

    Denn

    Jetzt breitet sich grad wieder so eine Leere in mir aus, dass es körperlich SO WEH tut, dass ich schreien möchte!!!!!!!!!!

    Ja! Diese Leere! Sie ist so laut und schmerzt unerträglich. Ich habe diese aus der Liebe gewachsenen Dinge grad nicht umsonst mit einem wie selbstverständlich empfundenen Körperteil verglichen ...

    Aber genau wie das Realisieren einen auf seine vielen Weisen übermannt, so realisiert man auch irgendwann, dass die Leere nicht leer bleibt. Nein, sie wächst nicht einfach zu. Sie füllt sich auch nicht mit etwas anderem. Sie füllt sich mit genau dem, was vorher dort war. Aber das ist diffuser, nicht so greifbar. Aus dem "das gehörte zu mir / uns" wird wieder ein "das gehört zu mit / uns". Denn es kann einem nicht ganz genommen werden, wenn es einmal da war.
    Dadurch ist die Leere dann gleichzeitig zwar gefüllt, aber immer noch da. Und sie hat immer noch diese Angewohnheit, fürchterlich zu schmerzen, wenn man sich ihrer so richtig bewusst wird.
    Es ist eEin schleichender Prozess, den man, wie Elster es auch bei dem "Nie Wieder Hammer" so wunderbar gesagt hat, erst im Rückblick sieht.

    Diese gefüllte Leere ist dann wie, nun, ich zitiere hier einfach Dieter, denn besser kann man es nicht ausdrücken. Ich glaube, für mich persönlich ist das eine der schönsten und passendsten Beschreibungen dazu, die ich je gehört oder gelesen habe ✨

    Eine "Fernbeziehung" sozusagen. Mit ganz viel Sehnsucht, die wird bleiben, aber auch mit der Gewissheit, irgendwann wieder zusammen zu sein.

    Soooo herrlich anzuschauen - habe es grad glaube drei oder vier mal in Schleife geschaut.
    Sie sind alle wunderbar, aber die Trommlerin ist schon was ganz Besonderes.💖
    Mit welcher Selbstverständlichkeit und Sicherheit sie sich verhält - nicht nur "als wäre" sie zu Hause. 🥰

    Liebe Bille,


    "Bille hat furchtbar Angst vor der Zukunft" ...
    Das ist sooo tief und geht so unter die Haut, denn man (also garantiert sehr viele hier, aber ich kann ja nur von mir mit Sicherheit sprechen) kennen diese ganz eigene Angst. Eine Angst, die mit nichts anderem vergleichbar ist, nicht mal mit Existenzangst.

    Ich habe früher immer gesagt: "Ich bin neugierig auf die Zukunft." Als mein Mann starb, wich das schlagartig genau dieser Angst, die du beschreibst.
    Damals hätte ich das selbst nicht erwartet, aber diese Neugier auf die Zukunft stellt sich wieder ein und wächst. Aber anders. Komplett anders. Und die Angst, dass da dieser eine, durch nichts zu ersetzende Herzensmensch kein Teil dieser Zukunft ist, bleibt. Aber auch das anders.

    Nicht loslassen und dass man Veränderungen am liebsten mit einem trotzigem "Geh weg" begegnen möchte, egal welche, und wenn es ist, dass das Lieblingsrestaurant am Lieblingsurlaubsort plötzlich den Besitzer und damit auch die Küche und das Ambiente gewechselt hat, ist ebenfalls etwas, das ich so gut nachvollziehen kann.
    Und wenn die Veränderung dann ein derartiger Erdrutsch ist - da kann man nicht mal mehr von einem Schock sprechen, das geht durch und durch und ist einfach nicht zu verstehen und nicht zu akzeptieren. (Elster hatte da absolut Recht - wenn jemand frisch in der Trauer ist, dann hat dieses Wort noch eine ganz andere Bedeutung und alleine es zu lesen ist wie einem großen, bedrohlichem Fleisch gewordenem Schreckgespenst gegenüber zu stehen. Ich bin da übers Ziel hinaus geschossen, als ich das geschrieben habe, bitte entschuldige. Am besten ist, das Wort einfach zu ignorieren und ihm vielleicht sogar einen bildlichen Tritt zu verpassen, wenn es versucht, sich ungefragt in dich hinein zu schleichen, solange du noch nicht bereit dafür bist.)

    Du scheinst dich ein wenig mit der Frage nach einem Medium zu beschäftigen. Es gibt mindestens eine ganz liebe Seele hier im Forum, die da glaube ich zwei sehr gute Tipps geben könnte, denn ja, das mit dem seriös ist so eine Sache.
    Aber nicht nur das: Es muss auch jemand sein, der zu dir passt. Der oder die zu dir, deiner Situation, deiner Befindlichkeit, denen Bedürfnissen und Sehnsüchten passt.
    Aber das Allerwichtigste ist, wie du dich dabei fühlst. Wenn dein Herz im Moment sagt: "Nein!" dann hat das Herz die absolute Oberbefehlsgewalt über den Rest, inklusive dem Verstand.

    Ähnlich ist es mit dem Fühlen des Liebsten. Wenn du eher Angst davor hast, weil du das Gefühl hast, dass es die nicht stillbare Sehnsucht nur noch verschlimmern würde - dann versuche es nicht mit dem Fühlen.
    Und dein Mann wird das auch wissen, denn er kennt dich gut genug. Er wird sich dir nicht aufdrängen, wenn du das nicht willst. Okay, hört sich seltsam an, aber ich denke, so kann man es ausdrücken.

    Es ist so wichtig, dass du im Moment nur Dinge annimmst, die dir gut tun und alles, von dem du auch nur einen Hauch von Angst verspürst, dass es dir nicht gut tun könnte, von dir weg schiebst.
    Ich kann nur sagen, dass ich dieses sehr deutliche Spüren als unglaubliches Geschenk empfinde. Und nein, es ist keinerlei Leere da, wenn er nicht zu spüren ist.
    Aber am Anfang hatte ich auch diese Angst, diese Frage: Was ist, wenn das weniger wird oder weg geht?
    Es haben so oft Leute hier geschrieben, dass die "Zeichen" weniger werden, weil "der Punkt kommt, an dem wir klar kommen und unsere Liebsten das wissen".
    Davor hatte ich Angst. Dass mein Lohn dafür "klar zu kommen" sein würde, dass ich ihn dann komplett verliere. Also nicht nur physisch.
    Aber da kann ich dich beruhigen: Das ist nicht so. Absolut nicht.
    Es stimmt: Es ersetzt das physische nicht und es vertreibt auch das "Nie wieder" nicht. Die Sehnsucht bleibt und manchmal knallt sie mit voller Wucht rein, auch nach bei mir jetzt ungefähr 2,5 Jahren. Aber ironischerweise tröstet dieses Spüren dann sehr. Auf einer nicht zu beschreibenden Ebene, aber es ist so.

    Einfach bei Google Aktenzeichen XY eingeben - da kommt unter anderem direkt das Ergebnis


    Sprich: Das Netz kann dir viel genauer sagen, ob man es sehen kann und wenn, dann ohne irgendwelche Zugangsbeschränkungen, als die meisten hier, nehme ich an. :)

    https://www.zdf.de/play/magazi…ni-2026-100#autoplay=true
    Wenn du auf den Link gehst, ist es vermutlich an der Stelle, wo es grad auch im TV läuft, sprich einfach zurück gehen.

    Was Vodafone angeht: Vermutlich habe ich dann meist einfach Glück, dass mir gut geholfen wird. Denn ja, auch hier in der Gegend ist das Netz oft ziemlich instabil, was grad in beruflichen Video-Calls eher suboptimal ist, aber dafür habe ich dann zur Not immer das Handy parat, um es als Hotspot zu nehmen, bemühe also gar nicht mehr den Support wegen dieser Dinge.
    Aber wie ich schon sagte: Ich drücke dir die Daumen, dass nun alles bald geregelt wird, egal vom wem wie und was. 🙂

    Liebe Christine,


    vielen Dank für dein Kompliment! Nun, ich sag ja, dass ich in technischen Dingen recht verständig bin und grad mit der digitalen Welt wenig Probleme habe. Dennoch weiß ich nur das, was man eben als Anwender weiß und wie gesagt, bei Dingen wie "Strom" hört es total auf. Da mutiere ich vom Ass (ist doch egal, wenn da ein "s" fehlte 🙂) zum zu lange getoastetem Toastbrot.

    Ja, das mit dem Fußball hattest du mal gesagt und da ist Sky dann natürlich für dich eine absolut schöne Sache. Warum sollte man sich denn nicht genau das für sich gönnen, was zu einem passt. Smartphone, Kabel-TV, Sky - wenn das deine Kombi ist, dann ist das eben Christine und nicht besser oder schlechter, als jemand, der noch mit einem Röhren-Radio unterwegs ist, oder jemand mit einem Alexa-gesteuerten Multimeda-Raum. 😄

    Okay, dass Vodafone dir anscheinend gesagt hat, dass es eine Störung von deren Seite ist (denn das impliziert es ja, wenn sie sagen, sie arbeiten dran) und auch dass es Vodafone ist, die dir gesagt haben, dass es die Vodafone Kunden in eurem Haus betrifft, ging nirgends aus deinem Bericht dazu hervor.

    Erschließt sich mir aber dann erst Recht nicht: Vodafone sagt dir also: ja, ist eine Störung von unserer Seite die eurer ganzes Haus betrifft?
    Das ist dann dennoch derartig punktegenau, dass es tatsächlich keine normale Flächenstörung ist und die Sache, dass die Elektrik zu oder in eurem Haus einen Hau weg hat, könnte durchaus sein.
    Ich hatte vor etlichen Jahren einen Blitzschlag in meinem Rechner. Kein Scherz. Nichts anderes war betroffen; keine anderen elektrischen Leitungen in meiner damaligen Wohnung und auch nichts bei den Nachbarn. Keine Ahnung wie das sein konnte - ich sag ja: Strom ist Voodoo.
    Warum also kannst du nicht den Verwalter ansprechen? Wenn es mehrere im Haus haben und wenn es sogar von Vodafone ausgeht (was mir aber wirklich immer noch nicht ganz klar ist, ob es so ist), dann weiß er doch bestimmt Bescheid.
    Also einfach anrufen, fragen, ob er was wüsste, entweder von Vodafone oder den Nachbarn oder beidem.
    Und du kannst auch selbst mit den Nachbarn reden. Dachte, das hättest du und dass du das daher weißt.

    Aber so oder so: Wichtig ist doch, dass du das überbrückt bekommst, egal, wo es nun herkommt. Und da hoffe ich, dass du mit unseren Tipps weiterkommst. Ich drück dir die Daumen, dass es bald erledigt ist, egal woher es nun kommt und egal wer was wie tun muss, um es wieder ans laufen zu bekommen.

    Liebe Bettinalein,

    Okay, das von weitem aufzudröseln ist ja immer etwas schwer, aber ich versuche es mal.

    Also wenn ich das richtig verstehe, dann hast du seit einiger Zeit kein Internet, Festnetz, TV mehr, aber dein Handy, also Mobilfunk samt zugehörigem Internet geht noch, richtig?
    Und wenn ich das weiter richtig verstehe, dann ist das seit dem 27.05. so.

    Auf die Frage, ob das eine Störung ist oder bei dir liegen könnte, antwortest du damit, dass es nicht nur dich betrifft - sondern auch andere im Haus.
    Das ist aber absolut kein Indikator für eine Störung von Seiten Vodafone. Dazu müsste es mindestens einige Blocks, den Straßenzug oder das Viertel betreffen. In dem Fall wäre z.B. ein Sendemast oder Verteiler oder so irgendwie defekt oder ausgefallen, aber das dauert erstens meist nicht so lange und zweitens hätte man dir das am Telefon eigentlich sagen müssen, egal in welcher Abteilung du landest, wenn du beim Support anrufst (hast du denn bewusst die Störungs- oder Technikabteilung ausgewählt?).

    Also habe ich mal geschaut und tatsächlich ist aktuell im Raum Nürnberg keine Flächenstörung bei Vodafone bekannt.
    Da es aber mehrere bei euch im Haus betrifft, gehe ich stark davon aus, dass da etwas beim Verteiler oder der Verkabelung im Haus nicht in Ordnung ist. Um den 27.05. herum gab es über all in DE, aber vor allem auch bei euch in der Gegend, starke Gewitter. Nicht unwahrscheinlich, dass da irgendwas bei euch im Haus einen Hau wegbekommen hat, Überspannung, irgendeine magnetische Entladung whatever (ich bin zwar recht verständig, was Technik und vor allem die Zusammenhänge angeht, aber bei Strom und Elektrizität (also auch Blitze) bin ich raus. Das ist für mich Voodoo pur 😅 )
    Ihr solltet also mal den Hausmeister, Hausverwalter, Hauseigentümer oder wer auch immer sich bei euch um solcherlei kümmert, kontaktieren, damit er sich das anschaut.
    Die Ursache liegt mMn also ziemlich sicher nicht bei Vodafone, auch wenn es sein kann, dass am Ende Vodafon fürs In-Ordnung-Bringen benötigt wird, aber das liegt dann nicht in deiner Hand, sondern in dessen, wessen Aufgabe auch immer es ist, sich um diese Hausangelegenheiten zu kümmern.


    Das nützt dir aber jetzt hier und heute nichts für dein Internet, Festnetz und TV.
    Ulrike hat es schon gesagt: Wenn dein Handy nicht betroffen ist, dann kannst du das zur Überbrückung nehmen. Da ich nicht weiß, was du für ein Handy hast, kann ich dir die Schritte nur grob nennen und nicht, wo du was in den Einstellungen deines Handys findest, aber im Prinzip sind es die folgenden Schritte:
    Dein Handy als persönlichen Hotspot einrichten und diese Funktion eingeschaltet haben. Handy über USB an deinen PC anschließen. Falls am Handy die Frage kommt, ob du "diesem Gerät vertrauen willst" unbedingt mit "ja" bzw. "vertrauen" antworten.
    Und schon solltest du im Netz sein.
    (Hub / Thetering ist natürlich auch eine Option, aber einen kleinen Ticken komplizierter einzurichten.)

    Kostet natürlich Datenvolumen - und das könnte das sein, was die Dame von Vodafone dir Gutes tun wollte, nehme ich an. Dir Datenvolumen gutschreiben, damit du das für eine Weile ohne Bauchschmerzen so überbrücken kannst.
    Das hat also nichts mit einem besseren Vertrag aufschwatzen zu tun. Eine Vertragsänderung und somit diese Klausel, dass sich der Vertrag verlängert, ist es nur dann, wenn du zum Beispiel dauerhaft mehr Datenvolumen oder eine Flat haben möchtest, ein neues Handy über den Vertrag nimmst, einen anderen Tarif, solche Dinge eben.
    Ein einfaches, einmaliges Gutschreiben von Datenvolumen gehört da nicht zu, sondern ist sogar eher eine sehr nette Kulanz von Seiten Vodafone, erst Recht, wenn die Störung nicht auf deren Seite ist und noch mal erst Recht, wenn sie dir schon das LET Gerät geschickt haben.

    Was das LET Gerät angeht: Da du ja momentan Internet hast über diesen öffentlichen Hotspot hast du die Möglichkeit zu googlen oder eine KI zu Rate zu ziehen.
    An der Formulierung in Lienchens Beitrag kann ich sehen, dass sie genau das mit der KI gemacht hat und das ist in deinem Fall auch eine wirklich gute Option.
    Gehe in ChatGPT oder Gemini (was ich persönlich bevorzuge, ist aber Geschmacksache) und stelle dort ganz präzise die Frage, wie du das Teil aufbekommst und sage natürlich die genaue Bezeichnung dazu.

    KIs sind absolut mit Vorsicht zu genießen und niemals unhinterfragt, was Ratschläge oder Empfehlungen (insbesondere im rechtlichen Bereich) angeht und auch Texte sollte man nicht unhinterfragt schreiben lassen, weil diese KIs eben nicht funktionieren wie eine Suchmaschine, sondern Sprachmodelle sind. Aber als "Betriebsanleitung" kann man sie wunderbar nutzen.
    Sie sind eben in vielen Bereichen eine tolle Assistenz, aber eben nur das und kein Ersatz. Das zwar nur am Rande, aber ich fand es wichtig, das dazu zu sagen, weil das ja vielleicht auch andere lesen, die sich mal in ähnlichen Situationen befinden.

    Die KI sollte dir dann also normalerweise verständlich erklären, wie du das Teil aufbekommst und auch wie du danach weiter vorgehst.
    Wenn der Vorschlag der KI mal nicht passt, sie zum Beispiel sagt, dass du unten links eine Klappe öffnen sollst, da aber keine Klappe ist, dann verzweifle nicht, sondern sag das der KI. Eine KI ist nicht nur nicht unfehlbar, sie ist im Prinzip strunzdoof und ist darauf angewiesen, genauen Input zu bekommen. Wenn sie also eine Klappe erwähnt, die gar nicht da ist, dann hat sie vielleicht einfach ein falsches Modell in ihrem "Gedächtnis"; in jedem Fall aber wirst du - schlimmstenfalls mit ein wenig Geduld - mit Hilfe der KI das Teil ans Laufen bekommen.

    Oh, aber apropos LET Gerät: Zur Vorsicht checken, wie das Datenvolumen hier aussieht, bzw. ob sie ihn dir mit einer Flat zum Nulltarif zur Verfügung gestellt haben, und wenn ja, für welche Dauer (also z.B. für einen Monat oder unbegrenzt). Solltest du in "My Vodafone" sehen, sonst aber natürlich auch über die Hotline erfahren können, falls man es dir nicht dazu gesagt oder du es in der Aufregung überhört hast.
    Vielleicht bezog sich die Gutschrift des Datenvolumens auch auf dieses Gerät.

    Also zusammenfassend:
    - Störung wird vermutlich wirklich nicht bei dir allein liegen, aber auch nicht auf der Seite von Vodafone, sondern im Haus zu finden sein. Da mal dahinterklemmen, dass dem auf den Grund gegangen wird.

    - Zur Überbrückung, falls du nicht weiter über diesen öffentlichen Hotspot gehen willst (die ja meist auch nicht sonderlich sicher sind), dein Handy als persönlichen Hotspot einrichten. Falls keine Datenflat oder zumindest ein ausreichend hohes Datenvolumen vorhanden ist, das Angebot von Vodafone annehmen und dir Datenvolumen einmalig gutschreiben lassen. Sollte den Vertrag nicht verlängern, zur Vorsicht aber auf jeden Fall nachfragen.
    - Falls das Handy aus welchen Gründen auch immer keine Option ist, mit Hilfe einer KI das LET Gerät ans Laufen bekommen.
    - Falls dein TV ein Smart-Gerät ist, kannst du auch dieses über das Internet laufen lassen (welche Option du am Ende auch fürs Internet findest - persönlicher Hotspot, öffentlicher Hotspot, LET Gerät)

    Zum Abschluss noch eine Frage: Was genau erhoffst du dir denn in der Sache von einem Anwalt??

    Liebe Bille,


    es freut mich total, dass du einiges des hier Gesagten für dich mitnehmen kannst, wenn auch noch im absoluten Rohzustand, nicht portioniert und nicht wirklich gut verdaulich.
    Vielleicht hilft es dir auch ein wenig, in anderen "Wohnzimmern" zu lesen. Elster hat gestern etwas geschrieben, wo ich mich zum Beispiel zu 110% drin erkenne und sie hat es ganz wunderbar beschrieben. Eigentlich bringt sie in wenigen Worten auf den Punkt, wofür ich - ich kenne mich - wahrscheinlich gleich einen halben Roman brauche, um es zu erklären. Ich kann dir wirklich nur empfehlen, in ihrem Wohnzimmer vorbei zu schauen. Das was sie beschreibt, ist für dich vielleicht noch nicht nachvollziehbar und sehr früh, aber ...

    Denn all das kann für dich aktuell nur ein "so kann es eines Tages sein" abbilden. Noch ist es unvorstellbar, nicht greifbar. Aber ich glaube, gerade dieser kleine Silberstreif ist es, der dir wichtig ist, oder? Nicht mal so sehr die Frage, wie er aussehen wird, der Silberstreif, aber die Gewissheit, dass es ihn gibt.

    Es freut mich auch, dass du dich bei einigem, was ich geschrieben habe, wiederfindest. Auch hier noch rudimentär, vermutlich bei manchen Dingen eher eine Ahnung, als eine Gewissheit.
    Von daher lass mich genau daran anknüpfen. Also an Ahnung und Gewissheit.

    Du hast mich etwas gefragt:

    Wie hast du die Macht über deine Gefühle? Meine haben die Macht über mich. Sie überrollen mich. Ich kann sie nicht weg drücken. Sie kommen angeflogen bei der kleinsten Kleinigkeit. Es kommt eine Erinnerung hoch und zack - sind diese Gefühle der Ohnmacht sofort da.

    Zuerst möchte ich noch mal betonen, dass Macht über die Gefühle absolut nicht gleichbedeutend ist mit Kontrolle darüber.
    Der Unterschied ist, dass ich nicht (mehr) versuche, sie wegzudrücken. Bzw. gelernt habe, sie zuzulassen. Dadurch kommen sie immer noch über mich, überrollen mich, aber ich gehe nicht unter.

    Wenn man sich ihnen ergibt, ziehen sie einen runter. Wenn man sich gegen sie wehrt, brechen sie einen.
    Stelle dir das ruhig wirklich wie eine Welle vor. Brachial und unvermittelt. Wenn diese Welle auf ein Etwas zurollt, das sich resigniert ergibt, oder gar versucht, davon zuschwimmen, erwischt sie das Etwas und und der Sog ist unbarmherzig.
    Wenn das Etwas versucht, sich dagegen zu stemmen, wie ein Holzschild zum Beispiel, dann wird dieser bersten, wenn die Welle darauf prallt.
    Wenn man sich aber einfach der Welle stellt, sie zulässt, aber dennoch nicht resignierend den Boden unter den Füßen aufgibt, dann ist die Welle für einen Moment furchterregend, nimmt einem den Atem, man ist mitten im Strudel - aber sie kann einem nichts anhaben, denn man wiegt sich in ihr. Wie Bambus.
    Es ist entsetzlich schwer zu erklären.

    In meinem Wohnzimmer haben wir vor einiger Zeit, die mir vorkommt, wie eine Ewigkeit, inspiriert durch eine sehr liebe Userin, die leider nicht mehr hier schreibt, ein ähnliches Bild gewoben. Eigentlich war es "ihr" Bild, aber wir haben mit ein paar anderen zusammen, dieses Bild ein wenig ausgeschmückt. Das Bild ist das eines Surfers. Der mal von der Welle vom Brett geworfen wird und es manchmal schafft, die Welle zu reiten, so dass sie ihn nicht unterkriegt. Okay, es war insgesamt komplexer, aber ich glaube, du ahnst, was ich meine.
    Der Moment, an dem dies das erste Mal gelingt, oder gar wie man diesen Moment erreicht - da kann vielleicht niemand den Finger drauflegen.
    Ich kann es zumindest nicht. Ich kann nur im Nachhinein sagen, dass da irgendwann dieser Moment gewesen sein muss und es seither so ist.

    So wie es viele Momente gab und noch geben wird, an denen "etwas geschieht". Mit einem, mit der Trauer, mit dem Umfeld - mit unseren Liebsten. Und selten kann man vorher den Finger drauflegen. Im Nachhinein aber sehr wohl und ich denke, das ist sehr wichtig, denn je öfter einem das gelingt, desto besser, kann man mit zukünftigen Momenten umgehen, sie tatsächlich sogar irgendwie herbeiführen.
    Aber wie, wann und was ist sowas von hochindividuell ...

    Ich schreibe nun etwas, das vielleicht sehr unpopulär rüberkommt und bei dem vielleicht einige hier die Luft anhalten. Vor Schreck oder vor Entrüstung vielleicht sogar.
    Du bist hier bestimmt schon sehr oft über Sätze wie "unsere Liebsten sind immer bei uns" gestolpert.
    Tröstende Worte.
    Wirklich? Okay, ich bin ehrlich - als die Trauer bei mir sehr frisch war, fand ich das alles andere als tröstlich! Ich fand es schrecklich, dass das alle immer wieder sagten. Wie ein gebetsmühlenartig skandiertes Mantra, das man nur oft genug sagen muss, um es zu glauben. Hohl und substanzlos.
    Denn jedes Mal, wenn ich das las, schoss mir quer durch die Gedanken, durch jede Ader und die komplette Seele die brennende Frage: "Ach ja?!? Und wo soll er sein? Wo verdammt noch mal bist du, wenn du doch angeblich als mein Liebstes immer bei mir bist? Zeig dich, verdammt noch mal!"
    Natürlich tat er das nicht.

    Aber irgendwann verloren diese Worte ihren Schrecken. Ich begriff, dass damit "in unserem Herzen" oder "in unserer Erinnerung" gemeint war.
    Wirklich? Okay, ich bin wieder ehrlich - das war schon etwas besser, als zuvor, aber immer noch mäh. Und ob das wirklich damit gemeint war? Da musste doch noch mehr sein?
    Nun, keine Ahnung. Also keine Ahnung, wie das für andere ist. Was sie wirklich damit meinen, wenn sie sagen, dass unsere Liebsten bei uns sind. Für wie viele das nur eine Floskel ist. Oder eine Beschwörungsformel. Oder ob es bei "in unserem Herzen" aufhört.

    Aber ich kann für mich sprechen und ich weiß, dass es für gar nicht mal so wenige genauso ist: Ja, da IST mehr. Ist so.
    Du wirst in diesem Zusammenhang oft von "Zeichen" hören oder lesen. Ich mag das Wort gar nicht, weil es das Ganze mal so gar nicht trifft, aber that`s me. Again. Das muss ich einfach betonen, weil es vollkommen wertfrei ist, wenn ich hier von etwas mögen oder nicht mögen spreche.
    Aber diese Zeichen sind es, die diesem "sie sind bei uns" Substanz geben. Und je nach, äh, "Zeichen" und deren Art und Intensität ist auch das "bei uns sein".
    Mein Schatz hat sich zu einem sehr frühen Zeitpunkt schon darauf besonnen, dass er sich ziemlich Mühe geben muss, um mir zu zeigen, dass "er ist bei mir" kein Wunschdenken, sondern real ist. Denn ich bin jemand, der alles und jeden hinterfragt (einschließlich mich selbst). Hinterfragt, nicht in Frage stellt.
    Er hat sich auf jeden Fall ziemlich ins Zeug gelegt und dafür liebe ich ihn nochmal so doll.

    Ich habe nun bewusst nicht dazu gesagt, wie lange dieser Prozess gedauert hat (und dauert), denn das ist ebenfalls so sehr individuell. Und manche haben leider gar nicht dieses Glück. Bzw. sie "sehen" es vielleicht nicht. In den meisten Fällen eher letzteres.

    Aber eines möchte ich nun, nachdem ich das so ausführlich erklärt habe, sagen. Es stimmt nicht ganz, dass ich keine Zutat kenne, die es braucht, um diese Momente zu erreichen. Ich wollte die Zutat nur nicht vorher nennen. Und auch hier: Bitte, es muss nicht für alle so sein.
    Aber bei mir ist diese Zutat eben das Akzeptieren. Was ja wie schon erwähnt nichts, aber auch gar nichts, mit nicht hadern zu tun hat.

    Und eines ist noch wichtig: "Sie sind bei uns" wechselt also ständig seine Bedeutung und auch die Intensität, und Substanz. Entwickelt sich. Wächst und gedeiht. Dennoch: Es gibt so oft Tage, an denen ich trotz aller Gewissheit, dass er bei mir ist, und ich das auch deutlichst spüre, nicht sage "Magst du nicht bitte einfach wieder da sein?"

    Liebe Bettinalein,


    Es geht auf die Sommerferien zu und ich möchte dir eigentlich nur den ganz festen Wunsch zusammen mit ebenso fest gedrückten Daumen rüberschicken, dass du dieses Jahr mal nicht so in der Luft hängen gelassen wirst, wie in den letzten Jahren, sondern dass du diesmal vom ersten Tag an super entspannt in die Ferien gehen kannst, weil du genau weißt, dass am ersten Schultag alles normal weitergeht und deine Kids ihre "Frau SCHtöckel-beste Lehrerin!" behalten dürfen. 😘🍀

    Liebe Bille,


    Wie alle anderen möchte auch ich sagen, wie leid es mir tut zu lesen, dass noch eine Seele, du, einen so tiefen Schmerz erleiden muss.
    Und wie alle anderen möchte ich bestätigen, dass wir das alle kennen und noch viel wichtiger: Dass du immer und jederzeit schreiben kannst (darfst, sollst und musst), was du empfindest.
    Denn ja, man fühlt sich manchmal wie ein Alien. Und dann tut es gut, wenn man merkt, dass dem gar nicht so ist.
    Aber auch in Punkten, wo man vielleicht wirklich anders fühlt, ist das egal - denn es gibt in der Trauer kein richtig oder falsch. Vielleicht ist man in dem ein oder anderen Punkt ein Alien - aber hier werden Aliens akzeptiert und respektiert. Denn irgendwie sind wie alle, jeder für sich, ein ganz besonderes Alien.
    Individuen, so individuell wie die Trauer individuell ist, denn es ist "unsere" Trauer. Sie gehört uns. Uns ganz allein. Da hat niemand ein Recht, uns reinzureden. Und das ist gut so.

    Du fragst als Überschrift "Was ist, wenn man niemals darüber hinweg kommt?"
    Gibt es darauf eine Antwort? Muss man darauf überhaupt eine Antwort haben? Ja, ich weiß, du sehnst dich so bitterlich danach, eine Antwort zu haben. Eine, die nicht nur deinen Verstand erreicht, denn der ist hellwach und kapiert das alles, sondern deine Seele. Denn die muss erst diese neue Sprache lernen. Ein ultimatives Übersetzungstool "Davor < - > Danach" mit dem Dialekt "gebrochenes Herz" gibt es nicht.

    Bei mir war es sogar so, dass ich zu Beginn gar nicht darüber hinweg kommen WOLLTE. Der Gedanke "darüber hinweg zu kommen" hat mich erschreckt. Ich wollte das nicht. Das hat nichts damit zu tun, dass ich bewusst in ein tiefes Loch fallen wollte oder dass ich bildlich gesprochen die Vorhänge in einem eigentlich lichtdurchfluteten Raum nicht nur zuziehen, sondern gleich auch noch diese Stangen zum wieder-öffnen abmontieren wollte.

    Im Gegenteil. Ich bin nie in ein Loch gefallen und ich konnte von der ersten Sekunde an bei den Gedanken und Erinnerungen an meinen Schatz warm lächeln, obwohl der Schmerz bodenlos tief war (und ist). Aber das bin ich. Andere können das nicht. Andere wollen das erzwingen, aber es stellt sich nicht ein. Bis eines Tages vielleicht, ganz unverhofft, eine Träne zu einem Lächeln wird. Wieder andere müssen generell erst wieder lernen zu lächeln.
    Aber bei so ziemlich allen (zumindest den Seelen, die empfinden, wie wir hier - es gibt sicherlich auch da genügend andere), verändert sich das Lächeln selbst. Bei mir auch. Die Unbeschwertheit geht verloren. Wehmut überlagert alles. Eine nicht erfüllbare Sehnsucht nistet sich ein und geht (vielleicht) nie mehr (ganz) weg.
    Und diese Gefühle, diese Gewichtung der Emotionen in einem Lächeln oder einer Träne, die sind es, die sich ändern. Die milder - anders - werden. Milder trifft es dabei noch nicht mal ganz. Es kann durchaus sein, dass es sogar intensiver wird. Viel intensiver. Aber gleichzeitig erträglicher.
    Wie gesagt: Ich meine das ganz und gar nicht allgemeingültig. Das ist alles lediglich so beschrieben, wie ich ganz persönlich das empfunden habe und empfinde.

    Und das bringt mich wieder zurück zu "der Gedanke darüber hinweg zu kommen hat mich erschreckt" und "ich wollte gar nicht darüber hinwegkommen".
    Denn irgendwie war das für mich gleichbedeutend mit diesem unsäglichen "loslassen" oder gar "abschließen" oder, für mich eines der gruseligsten Worte überhaupt, nicht nur in der Trauer, aber da ganz besonders: "verarbeiten".
    Ist es aber nicht. Also gleichbedeutend. Und niemand sagt, dass man das muss. Und die, die es doch sagen, können getrost dahin gehen wo der Pfeffer wächst. Oder um es noch deutlicher zu sagen: Dorthin wo die Sonne niemals scheint, denn dieser Ort ist gleichzeitig der Ausdruck für das, wofür ich diese Menschen halte, die das erwarten oder fordern.

    Nein, man muss nichts davon. Man muss damit irgendwie "klar kommen", damit "leben", seinen "Weg damit finden". Aber das sind alles fließende Prozesse.
    Nicht so wie "abschließen", "verarbeiten", "darüber hinwegkommen" - das bezeichnet zwar auch alles Prozesse, die aber einen sehr endgültigen Schlusspunkt haben. Und ist der erstrebenswert? Nö.

    Meine Antwort auf deine Frage ist also ganz einfach: "Lass die Frage so lange stehen, wie sie sich dir stellt. Und irgendwann wirst du feststellen, dass sie sich gar nicht mehr stellt."

    Für mich war eine sehr wichtige Weiche der Punkt, an dem ich festgestellt habe, dass ich "es" akzeptieren kann. Dass ich akzeptieren kann, dass mein geliebter Mann gestorben ist. Dass er nie wieder physisch bei mir sein wird. Und so viele, viele andere "nie wieder". Ich weiß nicht genau, wann dieser Punkt war. Aber ich habe irgendwann gemerkt, dass ich es akzeptiere. Was nichts, aber auch gar nichts damit zu tun hat, dass ich nicht dennoch damit hadere.
    Es gibt Momente, da hadere ich ganz gewaltig damit. Aber ich habe mich dem Gedanken gestellt. Diesen doofen, beschissenen, unfairen, unsäglichen Nie-Wieders. Der Sehnsucht. Der Wehmut. Dadurch gehen diese Gefühle nicht weg. Aber ich habe Macht über sie und nicht sie über mich. Nicht zu verwechseln mit Kontrolle haben. Ich habe keine Kontrolle über diese Gefühle. Aber sie auch nicht über mich. Was immerhin etwas ist.

    Ich weiß nicht, ob ich deine Frage beantworten konnte, denn die ehrlichste Antwort, die ich darauf kenne ist, dass es keine Antwort gibt.
    Und ich weiß erst Recht nicht, ob diese Zeilen dir als fühlendes Wesen irgendwas bringen. Vielleicht ja auch nur dem denkenden Wesen in dir. Und vielleicht sagt schon das denkende Wesen "was für ein gequirlter Schwachsinn!".
    Das wäre genauso berechtigt, wie jede andere Reaktion. Aber dann wüsstest du zumindest gleichzeitig auch schon mal, wie du es NICHT haben willst.

    Denn abschließend nochmals: Die Trauer und alles was damit zusammenhängt, ist hochindividuell. Die Dauer. Die Art des Schmerzes. Die Trigger. Wie man mit Erinnerungen umgeht. Und all die anderen Facetten.
    Wichtig ist, dass irgendwann der Punkt kommt, an dem denkendes und fühlendes Wesen eins werden. Wann das ist ... du wirst es wissen.
    Heute mit Sicherheit noch nicht, aber das muss auch nicht.

    Liebe Mayatocher,


    Es tut mir unendlich leid, dass du diese Erfahrung am eigenen Leib machen musstest. Dass du es selbst erleben musstest, wie deine Eltern - und du - von deinen Geschwistern allein gelassen wurden und das, so wie sich das anhört, rein und ausschließlich aus deren eigenem höchst persönlichem Befinden heraus, ohne empathisch auf deinen (euren!!, denn das macht es so unverständlich) Vater oder dich zu achten.

    Ja, ich kann das sehr gut verstehen, dass dir aus deinem eigenen Erlebtem heraus es dann sehr nahe geht, einen ähnlichen Fall zu lesen, grad wenn du dich als "Bruderschwester" sogar verbunden gefühlt hast, oder fühlst. :24:

    (Hatte das erst alles zusammen in einem Beitrag, aber ich denke, ich trenne die Antworten, da du, liebe Mayatochter, sie ja auch thematisch getrennt hast.)

    Was die durch Bestattungsunternehmen erstellten Onlinegedenkseiten angeht ... das dürfte schlicht und ergreifend dem Datenschutz geschuldet sein.

    Wenn ein Unternehmen keine Erlaubnis oder Vollmacht hat, solche Daten zu veröffentlichen, dann dürfen sie das einfach nicht. Und damit hat eine ebenfalls abgedruckte Anzeige gar nichts zu tun.

    Denn eine solche Anzeige ist von jemandem in Auftrag gegeben worden, in dem Wissen, dass diese öffentlich sichtbar sein wird. Sei es online, oder in klassischen Print-Medien oder beides. Sprich die Infos sind für jeden erhältlich, der diese Anzeige sieht.

    Aber das bedeutet nicht, dass man sie auch selber als Text-Info online in eine Seite eingeben darf, wenn das nicht explizit erlaubt worden ist.

    Ich sehe das also eher als kleines, ganz bewusstes Schlupfloch, wenn diese Anzeigen mit abgedruckt werden, denn dadurch sehen diejenigen, die die Seite besuchen, eben doch alle persönlichen Infos.

    Und wenn man das richtig anstellt, z.B. mit einem korrekten Benennen der Bild-Datei, wird die Onlineseite über den Umweg über die Anzeige in Bildform genauso gefunden, als würde diese Daten direkt in dem Text der Online-Seite stehen. Ja, natürlich, meist nur über Suchmaschinen und nicht über das Durchforsten des Onlineseitenportals, aber jemand entferntes, der nach jemandem sucht, würde das eh über eine Suchmaschine machen und nicht direkt über ein Portal, denn woher sollte man bei der Masse an Onlineportalen für Trauerseiten wissen, auf welcher man gezielt suchen sollte.

    Also nein. Kein Werbezweck. Sondern rechtlichen Vorschriften geschuldet. Und ja, es kann durchaus sein, dass die Angehörigen gefragt wurden, was an Infos und Daten auf die Onlineseite kommen darf.

    Hinter diesem Busch steckt also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Bandit.

    Ihr Lieben,

    Ich bin einmal so, hm, dreist, eine etwas andere Sichtweise anzubieten. Ich hoffe, das ist okay und ich hoffe, es ist klar, dass ich niemandem dazu seine / ihre Sichtweise nehmen oder auch gar nur in Frage stellen oder kritisieren will.
    Weit davon entfernt.
    Denn eigentlich geht es sogar genau darum:

    Grad hier wird so unglaublich oft - und unglaublich wahr - gesagt, dass Trauer und somit auch der Umgang mit dem Tod und dem Sterben - höchst individuell sind.
    Manches erscheint dem einen oder der anderen von uns, manchmal vielleicht auch den meisten, vielen oder gar allen unverständlich, aber das lässt eigentlich kein Urteil zu.

    Wie oft ist es doch so, dass der sterbende Mensch sogar derjenige ist, der nicht möchte, dass bestimmte Personen aus seinem Umfeld und oft sogar alle, ihn / sie "so" sehen. Wie oft wird gesagt: Nein, bitte behalte mich so in Erinnerung, wie ich einst war.
    Und nein, das ist keine Hollywood Erfindung.
    Wissen wir, wo in diesem Fall Huhn oder Ei sind? Ob die Schwester das nicht vielleicht schon mal vorab, vielleicht noch in der Blüte der Jahre und der Gesundheit so als Thema mit ihrem Bruder besprochen hat? Und wenn nicht, wieso können Außenstehende beurteilen, ob der Bruder eine Art Absolution wollte und ob die Schwester diese nicht aus tiefstem Herzen ehrlich erteilt hat.?
    Vielleicht hätte er, wenn die Schwester signalisiert hätte, dass sie eben kein Verständnis dafür hat und ihn braucht, ohne zu zögern ihren Wunsch respektiert?
    Und ist es so verwerflich, dass er damit hadert, dass sie keine weiteren Maßnahmen wünscht? Würde es nicht jedem trauernden Menschen so gehen, egal wie viel Verständnis man für den Sterbenden hat?
    Ich sage bewusst "damit hadern" und nicht "es ablehnen" oder gar "verurteilen". "Damit hadern" heißt doch genau das, was man hier so oft liest. Dieses nagende "Warum?" und / oder das nicht minder nagende "musste es so kommen?" das so viele so gut kennen - sind diese Fragen nicht vermutlich genau das, was der Bruder zum Ausdruck bringt?

    Ich gebe zu, ich wäre auch nicht so. Ich würde den Menschen so in Erinnerung behalten, wie er war. Egal, wie er am Ende aussah. Meinen Papi habe ich schon zu Lebzeiten im sehr fortgeschrittenen Alter immer noch mit den Augen des kleinen Mädchens gesehen. Also IHN, nicht sein Erscheinungsbild.
    Für mich wäre ein körperlicher Verfall kein Argument.
    Aber ich würde mir nie anmaßen über Menschen zu urteilen, für die das so ist. Denn es fehlen die Hintergründe.