Posts by Renate 1967

    Liebes Riechen, das ist ja unglaublich.

    Von Hilfe keine Rede. Was soll denn Stille bitte bringen um Gottes Willen, dort sind wir, so sehe ich das, ohnehin gefangen.


    Ganz ehrlich, ich würde da einen schönen langen Brief an die Kasse verfassen, den du wirst nicht die letzte sein, die sie dort hin verfrachten. Das ist ja tiefstes Mittelalter . Ich bin wirklich geschockt.


    Du wirst froh sein endlich da raus zu sein. Jetzt Mal ein zwei Wochen Reha, von der Reha.


    In der heutigen Zeit, nicht nachvollziehbar.

    Zuerst mal, mein Beileid, für deinen Verlust.


    5 Wochen, du meine Güte, das ist ganz am Anfang, und das ist noch ganz viel Aua, und nicht verstehen wollen, und können.


    Waltraud hat eigentlich alles geschrieben .


    Jeden Tag einfach irgendwie rum zu bringen, war das was ich Monate gemacht habe. Und mir hat es geholfen, nichts zu tun, den tun konnte ich ohnehin nichts.


    Sei willkommen, und schreibe, das hilft.

    Liebe Susanne,

    Wir alle die wir hier Scheiben, mussten ungewollt genau das gleiche hin nehmen. Es zu ertragen, muss ich erst noch lernen. Ich habe diese Wucht von Leid und Schmerz, von Einsamkeit und verlorenheit, auch noch nie in meinem Leben so intensiv war genommen, und verstehe deine Worte so als wären sie die meinen.


    Es ist ein Kraftakt, ein täglicher, und ein in sich hinein fühlen, und ein Überlebenskampf. So ist , und war es für mich.


    Kleine Schritte helfen. Nicht denken sondern spüren, nicht handeln sondern ruhen. Am Anfang geht einfach nichts, und das ist so. Aber das ist auch gut so, denn ich persönlich glaube, würde unser Körper nicht genau das machen, nämlich auf Spar Flamme fahren, würden wir diesen Schmerz nicht überleben.


    All das was du beschreibst, ist völlig normal, und für mich nachvollziehbar, ja sogar identisch.


    Es wird erträglicher, leichter nicht. Zumindest ist es für mich so.

    Ach Schnuckel, deine Worte erinnern mich so an meine ersten Wochen.


    Es ist ein steiniger Weg, und ein einsamer. Und keiner hat uns gefragt, ob wir ihn haben wollen, wir haben ihn .


    Jeden Tag einen Schritt. Mehr geht nicht ganz zu Beginn.


    Ich verstehe dich so gut, und schick dir eine Umarmung.

    Liebe Schnuckel,

    wenn ich deine Zeilen lese, denke ich sofort zurück, an meine ersten Wochen. Und ich weiß, ich sag dir sogar , wir alle wissen, was du gerade durch machst.


    Das was du schilderst, hatte ich auch. Viele Leute die erste Zeit um mich, und es war mir zuviel. Ich wollte mich verkriechen, nichts hören, niemanden um mich haben, selbst das ticken an der Wanduhr störte mich, zeigte dieses Geräusch mir doch, das alles einfach weiter geht, einfach so, obwohl meine Liebe doch gestorben ist.


    Alles normal. Du bist ganz am Anfang, und ich dachte auch ich schaff das nicht. Jeden Tag nur irgendwie überstehen, mehr brauchst du nicht. Nur das tun, was du kannst. Und wenn nichts geht, dann ist es eben so. Es hörte sich für mich auch seltsam an, wenn ich hörte, es braucht seine Zeit. Was soll sich mit der Zeit denn ändern, dachte ich.


    Nichts ändert sich, aber es wird erträglicher.


    Versuche in dich zu hören, und wenn du weinen , schreien oder dich am Boden wälzen musst , dann tu es. Es nimmt den Druck ein wenig, nur für kurze Zeit anfangs , aber immerhin.


    Sei willkommen


    Renate

    Liebe Niobe, liebe Gastgeberin Sonnenstrahl


    Vor kurzem hatte ich mit einer lieben Freundin von mir, genau dieses Gespräch. Sie sagte einige Dinge, die mich zum Nachdenken brachten.


    Für uns ist nicht nur das Leben unseres Partners verschwunden, sonder auch unser Leben ist zur Gänze verschwunden.


    Und, ja, genau so ist es.


    Wir haben unser Leben geplant, haben Vorstellungen haben Träume und Wünsche gehabt. Aber das "wir" ist weg, wie soll es den dann funktionieren.


    Für uns gehört nicht nur der Tod unserer liebsten verkraftet, wir müssen unser gesamtes Leben neu Gestalten. Neu strukturieren, und das ohne Hilfe, ohne jemanden an der Seite der oder die sagt, ja so, oder nein so, alles alleine entscheiden, alles alleine leben müssen.


    Das ist es, für mich, das das ganze so schwer macht.

    Liebe Mischi,

    Eines meiner Lieblingsbücher, ist die Seidenraupe


    Auf der letzten Seite dieses Buches, steht die Inschrift, die, das zu erzählen würde zu lange dauern, für mich damals schon so sehr Ausdruckskräftig war.


    "Ach"


    Mehr nicht


    Alles wird mit diesem Wort gesagt finde ich.

    Liebe Sonnenstrahl,


    Bei dir ist alles noch sehr frisch, und alles noch im wahrsten Sinne des Wortes, unerträglich. Ich weiß.


    Was kann ich dir sagen, was mir in dieser Zeit der Trauer geholfen hat? Wenigstens über den Tag ein wenig geholfen hat?


    Ich habe versucht mir jeden Tag Aufgaben zu setzen. Das war jetzt nicht ein Wohnzimmer aus zu malen, sondern einfach die ganz normalen Dinge, wie Zähne putzen, duschen gehen, überhaupt Mal aufstehen, solche Sache.

    Abends wenn ich zu Bett ging, überlegte ich was ich nächsten Tag schaffen wollte, schrieb mir einen Zettel, den ich mir auf mein Nachtkästchen legte, und versuchte am nächsten Tag, diese Dinge dann zu bewältigen.


    Manchmal gelang es mir, auch einen Spaziergang zu machen, oder einfach Mal raus zu gehen. Was ich nicht erledigen könnte, verschob ich einfach auf den nächsten Tag.


    Mir hat es geholfen, einen Vorsatz zu haben, nichtig war, das ich ihn auch durchführte.


    Und so wuchsen Tag für Tag meine Aufgaben, und mein Tag bekam wieder Struktur.


    Leichter, oder weniger traurig, oder weniger einsam, bist du deshalb nicht, aber das fallen in dieses Schwarze Loch wird seltener.


    Mein Mann ist jetzt 1 1/2 Jahre nicht mehr auf dieser Welt, und ich habe nach wie vor, oft schlimme Tage, aber auch gute. Gut ihm Sinne von erträglich.

    Der Illusion sich hinzugeben, es wird irgendwann wieder so wie früher, das hab ich aufgegeben. Es wird anders, wir werden anders.


    Ich hoffe ich konnte dir damit ein wenig eine Perspektive geben.


    Im übrigen, ganz am Anfang nahm ich auch Medikamente, nur für mich, war das nicht hilfreich. Ich mutierte zum Zombie, und das wollte ich nicht. Aber das muss jeder für sich heraus finden. Generell verurteilt habe ich es nie.


    Trauer ist Schwerstarbeit, und braucht Zeit, viel Zeit.


    Sei lieb gegrüßt

    Renate

    Liebe Sonnenstrahl,

    Na dann bin ich auch krank.

    Was ist normal, und was krank? Und wer bitte setzt dafür die Richtlinien?


    Das ist Quatsch. Meine liebe ist am 11. April letzten Jahres gegangen, und es gibt Zeiten, da wein ich nur. Gerade jetzt hab ich so eine Zeit.


    Das find ich normal, für mich, jeder empfindet anders.


    Ich hab die ersten Monate nichts zustande gebracht, nur geweint.


    Einiges hat sich geändert, aber der Schmerz nicht wirklich, und die Tränen sind auch noch da.


    Willkommen bei uns.


    Herzlich Renate

    liebe Rienchen,

    Wunderschön ist dieser Grabstein. Er gefällt mir sehr. Deinen Mittwoch, wirst du überstehen, auch wenn er warscheinlich schwer werden wird. Ich werde an dich denken. Mein Knoten löste sich auch, leider nur vorübergehend. Alles liebe.

    Renate