Posts by Sabiene

    Liebe Evi,

    es tut mir sehr leid dass auch du deinen lieben Mann hast gehen lassen müssen. Ob nach langer Krankheit oder ganz plötzlich, es ist immer schrecklich und es tut so weh. Gut dass du dieses Forum schon so schnell gefunden hast. Ich wünsche dir sehr, dass das Lesen und Schreiben hier dir gut tut und dich auf deinem Trauerweg unterstützt.

    Mitfühlende Grüße

    Sabiene

    Liebe RalfsHeidemarie,

    zunächst einmal: ich freue mich so sehr mit dir über die ganzen positiven Entwicklungen bei dir. Dass du irritiert bist über den doch ziemlich plötzlichen Wechsel finde ich absolut verständlich. Das würde uns sicher allen so gehen. Ich würde dem Gefühl aber nicht allzuviel Raum geben. Du kennst doch sicher auch den Spruch: "Grübeln ist glücksfeindlich. Glück ist ganz leicht kaputtzugrübeln." Es ist jetzt so und es ist gut so. Punkt.
    Besonders schön finde ich das, was du über die Verbindung zu deinem Ralf schreibst. Dass es das wirklich gibt: Die Liebe bleibt, aber das Leiden nicht. Das macht mir (und sicher vielen anderen hier) Mut.

    Ich denke bei dir kommen zwei wichtige Faktoren zusammen: du hast Ideen, Wünsche, Vorstellungen für dein neues Leben, und du hast auch den Mut und die Kraft, sie umzusetzen. Ja, und vielleicht wirklich als Drittes, du bist den Trauerweg wirklich gegangen und nicht ausgewichen.

    Alles Liebe

    Sabiene

    Ihr Lieben,

    ich habe hier schon manchmal darüber geschrieben dass mir meine Erfahrungen in bezug auf körperliche Schmerzen und Krankheit auch jetzt in meiner Trauer hilfreich sind. Unter anderem hatte ich gelernt, das Bewusstsein nicht immer nur auf den Schmerz zu fokussieren, weil dieser sich durch die auf ihn gerichtete Aufmerksamkeit nur verstärkt. Statt dessen sollte man versuchen, auch positive Aspekte der Situation, kleine Freuden, angenehme Empfindungen etc. bewusst wahrzunehmen und Dankbarkeit dafür zu kultivieren. Soweit sicher richtig und sinnvoll, und in gewisser Hinsicht wohl auch übertragbar auf die Trauersituation, aber vielleicht doch nur die eine Seite der Wahrheit? Jetzt in der Trauer höre ich nämlich eher den Rat, den aufkommenden Schmerz auch zu fühlen, sich ihm hinzugeben, weil der Weg nur durch den Schmerz hindurch führt und nicht an ihm vorbei. Auch das klingt für mich einleuchtend.

    Wie also mit diesem Widerspruch umgehen? Wenn ich heute versuche, Phasen intensiver Traurigkeit zuzulassen, dann sehe ich häufig, wie die Gründe dafür zusammenspielen, sich nicht wirklich trennen lassen. Ich bin traurig, weil mein Leben um so vieles ärmer geworden ist, weil ich mittlerweile auf so vieles verzichten muss, weil mein Leben sich immer mehr reduziert, weil mir die Leichtigkeit und Unbeschwertheit verloren gegangen sind. Ich versuche also, dieser Traurigkeit mehr Raum zu geben, anstatt mich sofort auf positive Aspekte meines Lebens zu konzentrieren. Andererseits kenne ich durchaus die Gefahr, sich dem Schmerz zu sehr hinzugeben und dann in Selbstmitleid wie in einem Strudel zu versinken, und ich weiß âus eigener leidvoller Erfahrung, dass das eigentlich nur alles schlimmer macht. Wie findet man da den richtigen Weg? So, wie man auch sonst im Leben "die Spur hält", durch Suchen, Ausprobieren und immer wieder Gegensteuern und Korrigieren?

    Eure Gedanken hierzu würden mich interessieren.

    Liebe Pia, liebe Steffi,

    danke für euer Verständnis.

    Heute war ich im Erntedank-Gottesdienst. Ich dachte, ich muss mal wieder unter Menschen. Hab aber leider gemerkt, wie wenig ich im Moment aushalten kann. Die vielen KiTa-Kinder, die Unruhe, die laute Orgelmusik, alles war mir zuviel. Zum Glück hat sich hinterher noch ein schönes Gespräch mit einer langjährigen lieben Bekannten ergeben. Unser Weg zurück ins Leben ist so schwierig ... immer nur alleine ist nicht gut und unter Menschen hält man es auch nicht lange aus...

    Liebe Steffi, tolle Geschichte, das mit deiner Heizung. Glückwunsch! Mein Problem sind gerade bei einem Depotübertrag mysteriöserweise verschwundene Wertpapiere. Ob es da auch youtube Videos gibt? Und das wo ich gerade erst angefangen hatte, mich mit Banken und Finanzen überhaupt zu beschäftigen. Das hatte ich früher - leider - alles meinem Mann überlassen. Naja, so wie mit deiner Heizung!

    Liebe Grüße

    Sabiene

    Gedanken von heute Abend


    Immer wieder diese Kraftanstrengung.

    Tage und Nächte bewältigen, möglichst ohne Schmerzmittel, ohne Beruhigungsmedikamente.

    Der Verzweiflung widerstehen, die einen wie ein Sog in die Tiefe ziehen will.

    Die Ängste wahlweise akzeptieren oder mit klugen Gedanken zu entkräften versuchen, sie bleiben doch.

    Die kleine Flamme der Hoffnung auf ein besseres Leben bewahren, dass sie nicht erlischt.

    Und wofür das alles?

    Für die Familie, die Kinder, den verstorbenen Liebsten, dass sie sich keine Sorgen um einen machen?

    Damit am Ende irgendjemand, man selber womöglich, sagt, ja, du hast es okay gemacht, hast dich nicht unterkriegen lassen, hast deine Aufgabe bewältigt, jetzt kann die nächste kommen...

    Ist es das? Und will ich das? Und wenn nicht, gibt es eine Alternative?

    Liebe Flora,

    Vielen Dank für den Tipp mit der Nachtcafe Sendung! So berührend und beeindruckend! Vor allem dieser verwitwete Psychotherapeut, ein wunderbares Beispiel dafür dass sich tiefe Trauer und Lebensfreude nicht ausschließen müssen... anschauen lohnt sich!

    Ganz liebe Grüße

    Sabiene

    Ihr Lieben,

    geht es euch eigentlich auch so, dass ihr euch mit euren eigenen Beiträgen hier mitunter selbst Mut macht? Wenn es mir wirklich schlecht geht, schreibe ich hier nämlich nichts, dann ist mir die Anstrengung des Formulierens, des Findens der richtigen Worte schon zuviel (meistens ist dann bei mir ja auch eine Migräne mit im Spiel). Aber ich lese dann trotzdem weiter mit, fühle mich irgendwie gut aufgehoben in der Gemeinschaft all derer, die es auch gerade so schwer haben. Und manchmal lande ich bei meiner Suche nach etwas Mutmachendem dann bei meinen eigenen früheren Beiträgen und erinnere mich wieder daran, dass ich auch schon bessere Phasen hatte und vermutlich auch wieder haben werde. Die mutmachenden Beiträge von euch, die es ja auch gibt, finde ich dann meistens nicht wieder, dafür ist dieses Forum dann doch zu groß und unübersichtlich. Ich habe in meinem Leben nie Tagebuch geführt, in den letzten Jahren nur sporadisch mal Dinge festgehalten, die mir wichtig waren, meistens Erkenntnisse und Einsichten nach der Lektüre von manchen Büchern oder nach intensivem Durchdenken von irgendetwas. Ich ahne jetzt aber, dass die hier in diesem Forum aufbewahrte Dokumentation unseres Trauerwegs mit allen dazugehörenden Gefühlen und Gedanken und dem Austausch darüber uns später noch mal wichtig werden könnte.


    DANKE dass es dieses Forum gibt und ihr alle ein Teil davon seid!

    Danke, liebe Susanne. Dieses "nie wieder", das quält uns alle hier so sehr. Und auch dass man sich gar nicht verabschieden konnte, das fand und finde ich immer noch schlimm. Ich habe es trotzdem versucht, ihm nach seinem Tod noch manche Dinge zu sagen, in der Hoffnung dass er das irgendwie mitbekommt, aber eine Gewissheit habe ich natürlich nicht.

    Ich wünsche dir viel Kraft und gib bitte die Hoffnung nicht auf, dass die ganz dunklen Stunden auch irgendwann vorbeigehen werden. Die Trauer wird bleiben, aber sie wird sich verändern, wird milder werden und auch wieder Raum geben für Schönes, das sagen viele hier, die schon länger dabei sind. Und auch ich glaube fest daran. Alles Liebe!

    Liebe Gaby,

    bitte mach dir nicht so viel Druck wegen der ganzen Erledigungen und Formalitäten. Meine Erfahrung ist die, dass vieles nicht so eilig ist wie gedacht, dass die Behörden selbst unglaublich lange brauchen. Zum Beispiel musste ich alleine 5 Monate auf die Eröffnung des Testaments warten, in einem völlig unproblematischen Fall. Und ohne das Testament ging eben vieles noch gar nicht.

    Es stimmt, es wird unglaublich viel von uns verlangt, aber den Zeitdruck, den hab ich mir am Anfang selbst gemacht.

    Mitfühlende Grüße

    Sabiene

    Liebe Susanne,

    schön dass es jetzt geklappt hat! Mein ganz herzliches Beileid nochmal! Ja, die Welt bricht zusammen, von einem Augenblick auf den nächsten ist der Mensch weg, mit dem man am allermeisten vertraut war, es lässt mich immer noch erschaudern dass so etwas möglich ist. Dass auch unser Körper darauf reagiert, zum Beispiel mit Zittern, ist leider ganz normal. Bitte quäl dich im Moment nicht mit Fragen nach einem Sinn im Alleine-weiter-leben. Jetzt geht es erstmal darum jeden einzelnen Tag irgendwie zu überstehen, das reicht am Anfang völlig aus. Und du wirst sehen, die Anteilnahme und die vielen hier im Forum geteilten Erfahrungen werden sicherlich auch dir eine Hilfe sein.

    Alles Liebe

    Sabiene

    Liebe Susanne, woran scheitert es denn? Du klickst im Forum auf die Rubrik "Verlust des Partners", dann klickst du auf "+Neues Thema" und gibst einen Titel ein. Tags brauchst du nicht unbedingt, hab auch keine gesetzt. Dann kannst du eine Nachricht schreiben und zum Schluss ganz unten auf "Absenden" klicken.

    Liebe Susanne,

    mein ganz herzliches Beileid zu deinem großen Verlust. Gut dass du dieses Forum so schnell gefunden hast. Hier gibt es ganz viele liebe Menschen, die mit dir mitfühlen können, weil sie ähnliches selbst erlebt haben. Das Lesen und Schreiben hier wird auch dir hoffentlich eine kleine Hilfe sein.

    Niobe hat dir ja schon vorgeschlagen, ein eigenes Thema oder "Wohnzimmer" für deine eigene Geschichte zu eröffnen. Dafür gehst du einfach unter der Rubrik "Verlust des Partners" auf das Feld "Neues Thema" und denkst dir eine Überschrift für deine Geschichte aus. Damit wirst du dann leichter gefunden als wenn du nur auf deine Pinnwand schreibst. In anderen "Wohnzimmern" antworten kannst du natürlich trotzdem noch.

    Mitfühlende Grüße

    Sabiene

    Liebe Christel,

    es tut mir so leid, was du alles durchmachen musstest und immer noch musst. Den Lebenspartner zu verlieren und dann noch keine Unterstützung von der Familie und kein vertrautes Umfeld mehr zu haben, stelle ich mir besonders schwer vor. Ich wünsche dir sehr, dass das Schreiben und das Lesen hier im Forum auch dir eine kleine Hilfe sein kann.

    Mitfühlende Grüße

    Sabiene

    Nein, Zukunftspläne mache ich auch keine mehr, es kommt ja doch anders als geplant. "Den nächsten Schritt zu kennen ist genug" ist ein Lebensmotto, dem ich immer mehr abgewinnen kann. Tag für Tag leben, immer schauen was gerade möglich ist und darauf vertrauen, mit allem was geschieht irgendwie umgehen zu können...

    Liebe Steffi,

    ja, genauso ist es. Am Wochenende war es bei mir besonders schlimm. Wir haben uns in den letzten Jahren regelmäßig mit Studienfreunden meines Mannes für ein Wochenende irgendwo getroffen. Letztes Jahr hatten wir beide das organisiert und es war so schön gewesen, coronamäßig ging das ja im September alles noch ganz gut. Das diesjährige Treffen war jetzt genau am letzten Wochenende. Ich hatte es allerdings schon vor Monaten abgesagt, weil ich mit meinem derzeitigen Gesundheitszustand mir das nicht zugetraut habe und auch schon das Gefühl hatte, mich dort nicht wohlfühlen zu können. Alle anderen sind noch oder wieder glücklich zu zweit, alle mittlerweile Rentner und dauernd unterwegs. Die Entscheidung, nicht mitzufahren, war definitiv richtig, aber weh getan hat es trotzdem. Mal sehen, wie ich das in Zukunft handhabe. Der Umgang mit Paaren ist eben schwierig geworden und auch ich hänge gedanklich und vom Gefühl her noch sehr in der Welt der Trauernden und der Verstorbenen, das ganz normale Alltagsleben ist noch ziemlich weit weg.

    Und ja, danke, so ganz langsam wird mein Rücken wieder besser, aber es ist schon hartnäckig diesmal. Morgen habe ich zum Glück einen Osteopathie-Termin.

    Alles Liebe für dich

    Sabiene

    Ihr Lieben,

    danke für eure Rückmeldungen! Ich freue mich dass ich wenigstens ein bisschen Mut machen konnte. Im Moment muss ich mir selber Mut machen. Mein Versuch, wieder zurück ins aktivere Leben zu finden, hatte eigentlich ganz vielversprechend angefangen. Ich hatte einige wirklich gute Gespräche, habe ein paar alte Kontakte wieder aufgenommen und ein paar neue angebahnt, also ganz ok eigentlich. Mit Paaren kann ich es im Moment nicht so gut, dafür ist eine Nähe zu anderen verwitweten Menschen, die ich größtenteils schon von früher kannte, ganz neu entstanden. Leider noch nicht so sehr mit solchen in meinem Alter, die meisten sind doch älter. Auch erste Erfahrungen mit Trauercafé und Trauerspaziergang habe ich gesammelt, beides wird bei uns vom örtlichen Hospizdienst ehrenamtlich angeboten. Hat beides gut getan. Was mich aber leider wieder sehr ausgebremst hat, ist ein sehr schmerzhafter und hartnäckiger Hexenschuss. Bei uns Kopfschmerzpatienten kommt ja immer noch erschwerend dazu, dass ich wegen der Gefahr eines zusätzlichen Medikamentenübergebrauchskopfschmerzes nur an maximal 10 Tagen im Monat Schmerzmittel nehmen darf und die brauche ich mit meinen Migränetagen schon fast auf. Körperliche Schmerzen aushalten kann ich leider immer noch ziemlich schlecht, obwohl ich ja eigentlich langsam Übung darin haben müsste, vermutlich ist das noch eine Lernaufgabe von mir für dieses Leben.

    Was noch dazu kommt, aber das höre und lese ich bei euch im Moment ja auch ganz häufig: gefühlt mein ganzes Umfeld ist gerade in Urlaub oder schmiedet Urlaubspläne, nur ich sitze alleine mit meiner Trauer und meinen Schmerzen zuhause. Das tut zusätzlich weh, keine Frage. Kann nur besser werden, fragt sich nur, wann?

    Ich wünsche euch (und mir) viel Kraft beim Durchhalten!

    Sabiene

    Ach liebe Sonnenblumen,

    ich verstehe dich so gut! Und ich finde es so mutig und so tapfer, dass du dich dem stellst! Die gemeinsam verbrachten Urlaube sind auch bei mir einer der schwierigsten Punkte in der Trauerarbeit. Bei uns war es nicht das gemeinsame Campen, sondern unsere jährliche Kreuzfahrt, seit 10 Jahren. Mein Mann war ein riesiger Kreuzfahrt-Fan und mich hat er damit angesteckt, trotz meiner anfänglichen Bedenken und auch trotz meines aus Umweltgründen immer ein bisschen schlechten Gewissens. Unser Kompromiss war dann immer, wenigstens keine oder nur kurze Flugreisen zur An- und Abreise. Als das Reisen dann coronabedingt ausfiel, haben wir viele der langen Abende mit Reiseberichten im Fernsehen verbracht, auch alle Serien über Kreuzfahrten zusammen angesehen. Bisher (mein Mann ist jetzt seit bald 8 Monaten tot) habe ich es vermieden, mir solche Fernsehsendungen alleine anzuschauen und auch um die Fotos mache ich im Moment noch einen großen Bogen.

    Gleichzeitig bin ich natürlich unglaublich dankbar, dass wir all das gemeinsam erlebt haben, und ich denke, irgendwann wird der Zeitpunkt kommen und ich mir das alles wieder anschauen können, mit viel Wehmut und Dankbarkeit zugleich. Und ganz vielleicht werde ich irgendwann mal wieder eine Kreuzfahrt alleine machen können und ihn im Herzen mitnehmen. Aber daran denke ich jetzt noch nicht, muss ich ja auch nicht...

    Liebe Sonnenblumen, ich kann so gut verstehen dass das Ausräumen und das Verkaufen des Wohnwagens jetzt so sehr schmerzt, führt es doch das "Nie mehr" noch mal so deutlich vor Augen. Aber aus meiner bisherigen Erfahrung mit Trauer könnte ich mir vorstellen, dass es danach wieder besser wird, dass du froh bist, diesen Teil hinter dich gebracht zu haben und wieder ein bisschen besser nach vorne blicken kannst. Ich wünsche es Dir!

    Mitfühlende Grüße

    Sabiene