• Hi


    Oh ja, liebe Sonnenente, damit kann ich was anfangen.

    Was für eine wortstarke Formulierung.


    Ein bisschen für mich angepasst:


    Da ist ein tiefes Loch. Ich tanze am oberen Rand und versuche nicht hineinzufallen. Es gelingt auch, kostet aber sehr viel Kraft.


    Lieber Dieter,

    nein, Ulrich ist in "Mittendrin" nicht zu sehen. Er kannte aber einige Leute die da vorkommen. Es hat immer Spaß gemacht seine Kommentare dazu zu hören, gerade wenn er jemanden nicht so gut leiden konnte oder für unfähig hielt, dass ausgerechnet DER da jetzt meint was sagen zu müssen...


    und liebe Cathrin, denk dir, das ist noch nicht mal ein Gedicht, auch wenn es sehr poetisch klingt. Es ist aus einem ganz normalen Roman, die Abschiedsworte, die eine Großmutter zu ihrer Enkelin spricht, als diese für immer das Haus verlässt. Sie haben sich in mein Herz gebrannt.


    Gestern ist mir was Schönes passiert. Edith war bei mir, und weil sie gerade an Krücken geht hat ihr Mann Edgar sie zu mir gebracht. Meine Haustürklingel ist seit ca einem Jahr in schlimmem Zustand, eigentlich ist sie völlig kaputt und ich habe da jetzt so ein billiges Funkteil bei dem ständig die Batterien leer sind, also einfach kein Zustand auf Dauer. Ich fragte Edith ob sie einen Elektriker empfehlen kann, die sind nämlich hier wirklich Mangelware. Sie sagte, Edgar hätte da letztens einen gefunden über "my Hammer", mit dem war er wohl recht zufrieden und ich soll ihn nachher, wenn er sie abholt, mal danach fragen. Naja, dachte ich, nee, my Hammer will ich jetzt nicht und dazu will ich Edgar auch nicht befragen, aber als Edgar dann kam, zischte Edith mir dann dauernd "Elektriker, Elektriker" zu, so dass mir schließlich nichts übrigblieb, als Edgar gegenüber meine Klingel zu erwähnen. Und er antwortete, dass ihm selbst es richtig Spaß machen würde, sich um meine Klingel zu kümmern! Und die neue geht dann über die Fritzbox, und man muss gar keine Schlitze klopfen, und mein Telefon hat er auch gleich repariert. Ich habe geheult vor Dankbarkeit!

    Edgar ist seit Neuestem in Rente und hilft jetzt ehrenamtlich Senioren dabei, sich im Internet zurechtzufinden, und da ist doch eine Klingel für mich eine ganz tolle Abwechslung. Und wenn ich mal einen neuen laptop brauche steht Edgar auch bereit zur Hilfe. Toll!



    Vielleicht führe ich mal so eine Art Tagebuch, in das nur Schönes hinein darf. Also so eine Art Sammlung von Gutem, das mir begegnet.

  • Liebe Greteline,


    es ist gut, dass Du erkennst, dass Dir trotz der schlimmen Situation auch Gutes widerfährt. Der Mensch hat die Neigung, in schlimmen Lebenslage auch nur noch das Negative zu sehen. Aus meiner Erfahrung ist es ganz wichtig, jeden Tag such bewusst positive Dinge wahrzunehmen, das hilft, den Mut und das Vertrauen ins Leben nicht zu verlieren. Natürlich klappt das nicht immer aber Deine Idee, ein Tagebuch der positiven Erlebnisse zu führen finde ich sehr gut, ich kann Dich da nur bestärken!


    Lg Cathrin🌷

  • Liebe Greteline,


    Da ist ein tiefes Loch. Ich tanze am oberen Rand und versuche nicht hineinzufallen. Es gelingt auch, kostet aber sehr viel Kraft.

    Das finde ich sehr, sehr passend ausgedrückt. 💔
    Menschen, die unseren Verlust nicht erlebt haben, können die Emotionen und den täglichen "Kampf" nicht verstehen. Okay, verstehen vielleicht schon, aber nicht nachempfinden. Da kann man ihnen keinen Vorwurf machen; im Gegenteil: man wünscht ihnen, dass ihnen das so lange wie möglich erspart bleibt.
    Aber es gibt doch genug Menschen im eigenen Umfeld, die es nachvollziehen möchten. Die ehrlich interessiert sind. Denn wenn sie nicht grad die Empathie eines Steins haben, dann spüren sie doch unsere Leiden. Und ich denke, da sind solche Bilder sehr hilfreich, um es zu erklären.
    Nicht jeder wird das so empfinden, also das mit dem Loch. Es wird ja auch oft von Trauerwellen gesprochen - in dem Zusammenhang habe ich auch schon gehört, dass Menschen es genauso beschreiben: Als wären sie unter Wasser. Alles gedämpft, dunkel, kalt, bis hin zu dem Gefühl, ertrinken / ersticken zu müssen.
    Das zeigt, dass die Trauer so individuell ist, wie wir alle es sind - und wie unsere Liebe es war und ist.


    Vielleicht führe ich mal so eine Art Tagebuch, in das nur Schönes hinein darf. Also so eine Art Sammlung von Gutem, das mir begegnet.

    Das ist eine wirklich gute Idee.
    Ich kann mich erinnern, als ich noch recht neu hier war, lud mich eine ganz liebe Seele zu einer privaten Konversation hier im Forum ein. Ursprünglich waren wir vier Trauernde, alle dadurch verbunden, ihre Lebensliebe verloren zu haben.
    Die Erstellerin der Gruppe schlug irgendwann genau das vor: Jeden Tag etwas Gutes zu schreiben, das einem am Tag widerfahren war oder für das man dankbar ist, egal, wie klein und nichtig es zu sein scheint.
    Dieser Vorsatz schlief nach einiger Zeit ein, da sich auch die Trauer weiterentwickelt hatte, aber es war zu dem Zeitpunkt ein ganz wunderbarer Impuls, sich darüber bewusst zu werden, dass man eben nicht total abstumpft, denn es ist, wie Cathrin es sagt: Es ist wichtig, positive Dinge bewusst wahrzunehmen. Daraus kann man durchaus eine gewisse Stärke und Halt ziehen und mit Cathrins Worten auch Mut und das Vertrauen ins Leben.
    Ich habe auch Menschen erlebt und gelesen, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie jedes Lächeln fast als Verrat an den geliebten Menschen empfinden, der ihnen genommen wurde. Ich finde das schade und zutiefst traurig. Bitte nicht falsch verstehen, ich meine das absolut wertfrei. Der Spruch "das hätte dein Liebster nicht gewollt" ist für mich ein genauso nutzloser Gemeinplatz wie "das Leben geht weiter". Ich bin dann immer versucht zu erwidern: Tell me more! (Mit anderen Worten. Ach ne, wirklich?!?)
    Dennoch finde ich ganz persönlich es wichtig, dass neben all den Tränen, die natürlich ihre Daseinsberechtigung haben, auch das Lächeln eine solche Daseinsberechtigung hat.

  • Das finde ich sehr, sehr passend ausgedrückt. 💔
    Menschen, die unseren Verlust nicht erlebt haben, können die Emotionen und den täglichen "Kampf" nicht verstehen. Okay, verstehen vielleicht schon, aber nicht nachempfinden. Da kann man ihnen keinen Vorwurf machen; im Gegenteil: man wünscht ihnen, dass ihnen das so lange wie möglich erspart bleibt.
    Aber es gibt doch genug Menschen im eigenen Umfeld, die es nachvollziehen möchten. Die ehrlich interessiert sind. Denn wenn sie nicht grad die Empathie eines Steins haben, dann spüren sie doch unsere Leiden. Und ich denke, da sind solche Bilder sehseinsberechtigung haben, auch das Lächeln eine solche Daseinsberechtigung hat.

    Das war ein Grund weshalb ich das Ursel-Filmchen gemacht habe. Und als großes Dankeschön an Ursel für die gemeinsame Zeit.

    Ich hab' es Freunden und Verwandten geschickt damit sie - wenn sie es nicht schon vorher taten - verstehen welchen Verlust ich erlitten habe und als Erinnerung an sie. Es kamen nur positive Rückmeldungen.

  • Und als großes Dankeschön an Ursel für die gemeinsame Zeit.

    Wie wunderbar! Hast du also auch das Bedürfnis immer und immer wieder und mit jedem Atemzug "danke" zu sagen? Ich sage das so oft; und auch nicht nur mit Worten. 💞
    Und was für ein persönliches und tiefes Danke ein solches Ursel-Filmchen ist! Ich bin mir sicher, sie sitzt mit der Trommlerin auf der eine und Minimini auf der anderen Schulter da, lächelt, während sie diese ganz besondere Liebeserklärung anschaut und prostet dir mit einem Glas Sekt zu.
    Ach, so sieht das Jenseits nicht aus? Wer sagt das? 😄✨

  • Oh ja, liebe Sonnenente, das hab' ich und das sag' ich ihr auch immer wieder.

    Das mit dem Youtube-nicht gelistet überleg ich mir. Da ist halt urheberrechtlich geschützte Musik dabei, die aber unbedingt dazu gehört. Das könnte bei Youtube ein Problem sein, ich werde das recherchieren.

    Natürlich sieht das im Jenseits so aus, ein wunderschönes Bild.